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  • Wie du Karate-Kid-Filme und Serien in der richtigen Reihenfolge schaust

    Wie du Karate-Kid-Filme und Serien in der richtigen Reihenfolge schaust

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Das Karate Kid-Universum lebt – und wie! Mit Karate Kid: Legends kam im Mai 2025 der sechste Teil der Kult-Filmreihe in die Kinos. Diesmal trafen mehrere Welten aufeinander: Ralph Macchio kehrte als Daniel LaRusso zurück – und traf auf Jackie Chan als Mr. Han aus dem 2010er-Reboot. Hier clashte das Original auf das Reboot – und das bot jede Menge Potenzial.

    Es solle aber nicht nur Denkmalpflege betrieben werden, sondern auch neue Charaktere eingeführt werden, die die Fackel weitertragen sollen. Regie führt Jonathan Entwistle  (The End of the F**ing World), außerdem mit dabei: Ben Wang als neuer Hauptdarsteller, Joshua Jackson, Sadie Stanley und Ming-Na Wen. Wir werfen einen Blick auf alle Karate-Kid-Filme – und die richtige Reihenfolge, um sie zu genießen.

    Karate Kid (1984)

    1984 nahm alles seinen Ursprung:  Karate Kid  ist längst absoluter Kult – und wenn ihr nur EINEN Film der Reihe sehen wollt, dann diesen. Es passt einfach alles: Daniel LaRusso (gespielt vom ewig jungen Ralph Macchio), der mit seiner Mutter nach Kalifornien zieht und dort als Außenseiter sich mit dem alten Mr. Miyagi (grandios gespielt von Pat Morita) anfreundet – der Rest ist Geschichte. Karate Kid ist Coming-of-Age- und Kampffilm, Ausgangspunkt des Karate Kid-Universums und eine Geschichte über Disziplin, Außenseitertum, innere Stärke und den Triumph des Underdogs. Wer hätte 1984 ahnen können, dass die Geschichte auch viele Jahrzehnte später weitergeht (und Daniel LaRusso beziehungsweise Macchio auch in seinen 60ern fast gleich aussieht)? Dazu kommt: Der Film hat nicht nur die Popkultur geprägt, sondern auch unzählige Parodien, Anspielungen und Hommagen hervorgebracht. Ein 127 Minuten langer Meilenstein der 80er-Jahre, der bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.

    Karate Kid II – Entscheidung in Okinawa (1986)

    Zwei Jahre nach dem ersten Teil ging es weiter: Daniel reist gemeinsam mit Mr. Miyagi nach Okinawa, wo Miyagi sich seiner eigenen Vergangenheit stellen muss. Diesmal geht es um alte Familienfehden und Feindschaften, fremde Kulturen und einen brandgefährlichen Gegner, dem es sich zu stellen gilt. Während in Teil eins das Turnierleben im Mittelpunkt stand, beleuchtet es sich zu stellen gilt. Während in Teil eins das Turnierleben im Mittelpunkt stand, beleuchtet Karate Kid II – Entscheidung in Okinawa  Emotionen und Ressentiments, aber auch Freundschaft und Traditionen. Man versuchte hier nicht, Teil eins zu kopieren – und das tat dem Nachfolger auch gut. Definitiv eine würdige Fortsetzung der Karate-Kid-Geschichte. Besonders spannend: Der Film öffnet den Blick auf Miyagis Herkunft, seine alte Liebe und seinen inneren Konflikt. Dadurch gewinnt die Figur enorm an Tiefe, und auch Daniel lernt, dass Karate mehr als nur Technik ist – es ist Philosophie und Verantwortung.

    Karate Kid III – Die letzte Entscheidung (1989)

    In Karate Kid III – Die letzte Entscheidung  kehrt Oberschurke John Kreese zurück – und der hat wenig überraschend nichts Gutes im Sinn. Sondern Rache. Es geht wild zu im dritten Teil, so sehr, dass Daniel LaRusso fast mit seinem Mentor Mr. Miyagi bricht. Auch die Guten verlieren mal ihren Weg – und wir sehen Daniel dabei zu, wie er wieder auf den rechten Pfad zurückkehrt. Keine Frage: Der dritte Teil ist der düsterste Film der Reihe, da er sich auf den inneren Zwiespalt des Protagonisten fokussiert. Besonders für Cobra Kai-Fans, die mehr über den in der Serie sehr prominent vorkommenden Kreese (gespielt von Martin Kove) wissen wollen, lohnt sich der dritte Teil unbedingt – denn Kreese, aber auch Terry Silver, sind hier zentrale Figuren. Der Film zeigt, dass auch Helden korrumpierbar sind, wenn sie den falschen Verlockungen folgen – ein dunkler, aber lehrreicher Teil der Saga, der für spätere Entwicklungen enorm wichtig wurde.

    Karate Kid IV – Die nächste Generation (1994)

    Karate Kid IV - Die nächste Generation  ist zwar offiziell der vierte Teil, für viele Puristen hat er aber wenig mit dem Original zu tun, da hier erstmals eine neue Protagonistin auftaucht. Die spätere Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (mittlerweile längst ein Hollywood-Superstar) spielt Julie Pierce, ein Mädchen, das den Tod ihrer Eltern verarbeiten muss und etwas verloren ist. Mr. Miyagi nimmt sie unter seine Fittiche – und Karate wird zum neuen Lebensmittelpunkt. Man kann den Geist der Originalfilme durchaus spüren und tut jedoch gut daran, dem Film einen eigenen Platz im Kanon einzuräumen. Karate Kid IV konnte den Erfolg der ersten drei Teile nicht fortsetzen, ist aber definitiv dennoch sehenswert. Vor allem zeigt der knapp 147 minütige Film, dass die Werte von Miyagi – Disziplin, Respekt und Ausgeglichenheit – nicht an eine einzige Person gebunden sind, sondern an die nächste Generation weitergegeben werden können.

    Karate Kid (2010)

    2010 kam es zum Reboot von Karate Kid. Diesmal spielte Jaden Smith den jungen Dre Parker, der mit seiner Mutter nach China zieht und in Mr. Han (gespielt von Jackie Chan) einen Lehrer findet, der ihn die Kampfsportkunst lehrt. Das für viele etwas Absurde: Auch wenn der Film Karate Kid heißt, steht doch Kung Fu im Zentrum des Films. Es werden viele Themen der Originalfilmreihe übernommen – das Außenseitertum, die Disziplin, die Freundschaft, das Coming-of-Age-Element – und mit modernen Bildern versehen. Die Kulissen sind toll, die Kampfszenen stark: Fans der Originalfilmreihe sollten sich das nicht entgehen lassen. Auch wenn die Handlung vertraut wirkt, verleiht Jackie Chan dem Lehrer-Schüler-Verhältnis eine eigene, tiefgründige Note. Das Reboot mag polarisieren, hat aber vielen jüngeren Zuschauer_innen den Einstieg ins Universum erleichtert – und ist spätestens mit Karate Kid: Legends wieder voll im Kanon angekommen.

    Cobra Kai (2018–2025)

    2018 holte man das Karate-Kid-Originaluniversum mit einer Netflix-Serie zurück, die bis heute sehr erfolgreich ist. Cobra Kai setzt 34 Jahre nach dem ersten Karate Kid-Film an. Diesmal ist es aber etwas anders: Denn LaRussos Gegner Johnny Lawrence steht im Mittelpunkt. Der ist zunächst verloren und versoffen und beschließt, sein eigenes Dojo aufzumachen. Es kommt, wie es kommen muss – und doch entwickelt sich alles später ganz anders. Cobra Kai ist eine witzige, überdrehte Serie, die die Vergangenheit weiterdenkt, eine neue Generation ins Rampenlicht holt, manchmal Charakterstudie und Abfeiern des Antihelden, manchmal ein überdreht-absurdes Kampfspektakel ist – aber den Coming-of-Age-Faktor hochhält.

    Karate Kid Legends (2025)

    Mit Karate Kid Legends begann eine neue Ära für das Franchise. Zwei Universen trafen aufeinander: der originale Handlungsstrang mit Ralph Macchio und das Reboot von 2010. Damit hätte wohl niemand gerechnet: Daniel LaRusso trifft auf Mr. Han, Ralph Macchio auf Jackie Chan. Im Zentrum steht eine neue Generation von Kämpferinnen und Kämpfern. Karate Kid Legends ist ein filmisches Aufeinandertreffen der Realitäten – und der Auftakt zu einem neuen Kapitel. Wir bekommen neue Charaktere zu sehen, auch einen neuen Hauptcharakter. Karate trifft auf Kung Fu, Nostalgie auf ein frisches Kapitel – und das über anderthalb Stunden! Kein Ende, sondern ein neuer Anfang. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns diese Reise noch führen wird. Gerade weil Karate Kid Legends nicht nur die Vergangenheit feiert, sondern auch die Zukunft der Reihe aufbaut, dürfte dieser Film für lange Zeit Gesprächsstoff bieten – und beweisen, dass das Franchise lebendiger ist als je zuvor.

  • Durchblick im komplexen Kampf-Universum: So schaust du die „Mortal Kombat“-Reihe in der richtigen Reihenfolge

    Durchblick im komplexen Kampf-Universum: So schaust du die „Mortal Kombat“-Reihe in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Die Mortal-Kombat-Welt ist chaotisch, überdreht und auf ihre Art faszinierend. Wenn du bei Reihen wie Transformers (2007) oder X-Men (2000) schon mal den Überblick verloren hast, kennst du das Problem: Alles baut irgendwie aufeinander auf, aber keiner sagt dir, wie.

    Auch Mortal Kombat ist kein lineares Universum, sondern ein Mix aus Reboots, Animationen und Serien, die sich teils widersprechen und trotzdem aufeinander verweisen. Damit du nicht selbst durch Portale zwischen den Dimensionen springen musst, um den roten Faden zu finden, bekommst du hier eine klare Reihenfolge, die perfekt ist für Neueinsteiger oder Fans, die das große Ganze endlich verstehen wollen. Vor allem die offizielle Länge ist bei einigen Titeln ziemlich speziell - du wirst staunen!

    1. Mortal Kombat: The Journey Begins (1995)

    Bevor die Fäuste fliegen, kommt erstmal die Vorgeschichte: Mortal Kombat: The Journey Begins ist ein knapp einstündiger Animationsfilm, der die Grundlagen des gesamten Mortal Kombat-Universums legt. Du bekommst hier ganz genau den gesamten Konflikt zwischen Scorpion und Sub-Zero erklärt, der später in so gut wie allen Teilen eine sehr wichtige Rolle spielt. Für einen so alten Direct-to-Video-Titel hat der Film tatsächlich überraschend viel Impact, vor allem, wenn du die Story wirklich in ihrer Gänze verstehen willst. Es fühlt sich ein kleines bisschen an wie ein geheimnisvoller und mysteriöser Prolog, der zwischen Trash und Kult pendelt, aber genau das macht diesen Film sehenswert. Im Vergleich zur späteren Legacy-Webserie wirkt dieser animierte Auftakt deutlich schlichter, aber genau dadurch auch charmanter in seiner Erzählweise.

    2. Mortal Kombat: Legacy (2011–2013)

    Diese Webserie bringt einen völlig anderen Ton ins Mortal-Kombat-Universum: düster, stilisiert und mit überraschend viel Tiefgang. Mortal Kombat: Legacy fühlt sich an wie ein vielschichtiger Episodenfilm, in dem jede Figur ihre eigene Geschichte bekommt. Ob Scorpions tragischer Rachefeldzug, Jax’ moralische Konflikte oder die Herkunft von Kitana - jede Folge vertieft das Verständnis für die Charaktere und zeigt ihre Motivation. Die Serie beweist, dass Mortal Kombat mehr sein kann als brutale Kämpfe und visuelle Effekte. Wenn du bisher gedacht hast, das Franchise sei reine Effekthascherei, wirst du hier positiv überrascht. Mit einer Laufzeit von etwa 9 Minuten pro Episode ist Legacy auch ideal zum schnellen Durchsuchten - und trotzdem bleibt der Eindruck lange haften. Ein echtes Highlight, wenn du Substanz und Stil gleichermaßen schätzt. Während The Journey Begins eher wie ein mythologischer Überblick funktioniert, geht Legacy direkt in die Tiefe und zeigt, wie viel psychologisches Potenzial in den Figuren steckt.

    3. Mortal Kombat (1995)

    Der erste große Kinofilm ist heute zurecht Kult, und das nicht nur wegen der ikonischen Theme-Musik. Mit einer Laufzeit von rund 101 Minuten und einer klassischen Turnierstruktur erinnert Mortal Kombat an eine Fantasy-Version von Bloodsport, nur mit mehr Magie, Ninjas und übernatürlichen Finishern. Die Ästhetik der 90er ist völlig überdreht, die Effekte sind aus heutiger Sicht charmant veraltet, und trotzdem (oder gerade deshalb) funktioniert der Film erstaunlich gut. Wenn du herausfinden willst, warum Figuren wie Liu Kang, Sonya Blade und Sub-Zero bis heute solche Fanlieblinge sind, ist das dein Einstiegspunkt. Mortal Kombat nimmt sich gerade ernst genug, um die Welt glaubwürdig wirken zu lassen, aber verliert dabei nie den Spaß aus den Augen. Für Fans von Retro-Action, Turnier-Formaten und kultigem Overacting ist das ein Pflichttermin. Im Vergleich zu Legacy ist dieser erste Realfilm deutlich leichter und verspielter, schafft es aber trotzdem, zentrale Elemente wie das Turnier und die Rivalitäten griffig zu inszenieren.

    4. Mortal Kombat 2: Annihilation (1997)

    Annihilation gilt zwar als schwächster Teil der Reihe, aber er setzt die Geschichte des ersten Films nahtlos fort und bietet dabei eine epische Reizüberflutung. Mit rund 95 Minuten Laufzeit bleibt der Film erstaunlich kompakt, doch inhaltlich ist er das genaue Gegenteil: neue Welten, neue Kämpfer und neue Regeln - alles wird gleichzeitig und ohne viel Luft zum Atmen eingeführt. Die Dialoge wirken stellenweise wie aus einer überdrehten Soap, die Martial-Arts-Szenen sind ambitioniert, aber oft ungewollt komisch. Trotzdem: Wenn du das Mortal Kombat-Universum komplett erleben willst, gehört dieser Teil unbedingt dazu. Gerade weil viele neue Figuren ihren ersten Auftritt haben, ist dieser Teil ein wichtiges Bindeglied. Während Mortal Kombat (1995) noch eine gewisse innere Logik verfolgt, wirft Annihilation alle Regeln über Bord und wirkt dadurch überdrehter, aber auch experimentierfreudiger.

    5. Mortal Kombat: Defenders of the Realm (1996)

    Defenders of the Realm ist eine animierte Serie, die oft übersehen wird, aber gerade deshalb fast schon ein Geheimtipp ist. Sie richtet sich zwar primär an ein jüngeres Publikum, doch wenn du wirklich in das Mortal Kombat-Universum eintauchen willst, solltest du diesen Baustein nicht ignorieren. Die 13 Episoden à etwa 20 Minuten schlagen geschickt die Brücke zwischen verschiedenen Film- und Serienereignissen und liefern dabei überraschend viele Hintergrundinfos - von Allianzen über Charakterentwicklungen bis hin zu neuen Bedrohungen. Stilistisch erinnert die Serie ein wenig an Teenage Mutant Ninja Turtles, mischt aber deutlich mehr Magie, düstere Elemente und actionreiche Kämpfe hinzu. Im Unterschied zu Annihilation versucht Defenders of the Realm, Struktur ins Chaos zu bringen, auch wenn der kindgerechte Stil nicht ganz an die Wucht der Kinofilme heranreicht.

    6. Mortal Kombat (2021)

    Mit einer Laufzeit von rund zwei Stunden bringt das Reboot nicht nur frischen Wind in die Reihe, sondern definiert auch viele bekannte Figuren neu. Mortal Kombat  führt Cole Young als neue Hauptfigur ein, ohne dabei die Fan-Favoriten wie Sub-Zero, Scorpion oder Sonya Blade zu vernachlässigen. Die Origin-Stories werden deutlich härter und ernster erzählt, was dem Film eine düstere Intensität verleiht, die bei den älteren Teilen oft fehlte. Wenn du auf durchchoreografierte, stylische Kämpfe stehst, aber auch einen gewissen emotionalen Unterbau schätzt, wirst du hier definitiv auf deine Kosten kommen. Der Film liefert nicht nur blutige Action, sondern auch echtes Franchise-Potenzial. Im Gegensatz zum kultigen 1995er-Film verfolgt das Reboot eine deutlich ernstere Tonlage und lässt den Humor zugunsten von düsterem Worldbuilding fast ganz weg. Für Neulinge ist dies ein perfekter Einstieg, für Fans ist es ein respektvoller Neustart mit klarer Richtung.

    7. Mortal Kombat Legends: Battle of the Realms (2021)

    Rund 80 Minuten dauert dieses animierte Spektakel, das direkt an das Reboot anschließt. Battle of the Realms bringt dir alles, was du nach dem Realfilm nochmal sehen willst: bekannte Figuren, blutige Fights und eine überdrehte, aber in sich logische Story, die das neue Mortal-Kombat-Universum vertieft. Dabei bleibt der Film rasant, stilisiert und kompromisslos brutal, genau wie es die Fans der Reihe lieben. Die Kämpfe sind kreativ inszeniert, die Animation ist druckvoll und in den richtigen Momenten überraschend emotional. Wenn du beim letzten Film das Gefühl hattest, da geht noch mehr, liefert dieser Teil genau das. Es fühlt sich an wie Runde zwei, nur noch schneller, härter und im coolen Comic-Stil.

    8. Mortal Kombat: Legacy II (2013)

    Die zweite Staffel der Webserie knüpft direkt an den düsteren Ton der ersten an, legt aber in jeder Hinsicht noch eine Schippe drauf. Mortal Kombat: Legacy II ist härter, stilistisch ausgereifter und inhaltlich komplexer. In kurzen, aber intensiven Episoden erfährst du neue Facetten der Charaktere, die du zu kennen glaubtest. Vor allem die Entwicklung von Sub-Zero und Scorpion wird vertieft, und auch Randfiguren bekommen endlich ihren Moment im Rampenlicht. Wenn du dich für die Mythologie hinter Mortal Kombat interessierst, ist diese Staffel wie ein Schlüssel zu den dunkleren Ecken des Universums. Visuell erinnert das Ganze an moderne Streaming-Serien mit Kinoniveau,  nur eben kürzer, prägnanter und deutlich brutaler. Legacy II ist mehr als ein Add-on, es ist eine düstere Vertiefung für echte Fans. Im Vergleich zur ersten Legacy-Staffel geht Teil 2 visuell wie erzählerisch weiter in die Tiefe, ähnlich wie Defenders of the Realm, nur mit viel mehr Härte und Reife.

    9. Mortal Kombat 2 (2025)

    Wenn du dachtest, das erste Turnier war heftig, dann schnall dich an: Mortal Kombat 2 soll alles toppen - mit neuen Kämpfern, noch mehr Blut und einem Johnny Cage, der endlich ins Rampenlicht tritt. Gespielt von Karl Urban bringt er genau das arrogante Grinsen mit, das die Fans seit Jahren vermissen. Der Film setzt direkt nach dem 2021er Reboot an und führt dich tiefer in die düstere Mythologie von Outworld, Netherrealm und Co. Im Oktober 2025 soll der Film mit einer Laufzeit von knapp zwei Stunden starten. Neu dabei sind auch Kitana, Quan Chi und der mächtige Shao Kahn, also genau die Kaliber, bei denen du weißt, dass es ernst wird. Wenn du auf stylische Prügelaction, abgefahrene Welten und knallharte Rivalitäten stehst, dann wird Mortal Kombat 2 vermutlich genau das Sequel, auf das du gewartet hast. Im Gegensatz zum 2021er-Reboot, der noch als Einstieg diente, verspricht dieses Sequel eine Eskalation auf allen Ebenen - ähnlich wie Annihilation, aber mit deutlich mehr Fokus.

  • Von “Superman” bis “Peacemaker”: Das sind die besten James Gunn-Werke

    Von “Superman” bis “Peacemaker”: Das sind die besten James Gunn-Werke

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    James Gunn ist ein echtes Unikat im Blockbuster-Zirkus. Wo andere Superheldenfilme oft aalglatt daherkommen, fühlt sich sein Stil eher an wie eine Mischung aus Kick-Ass (2010) und Chronicle (2012) - ein bisschen dreckiger, ein bisschen emotionaler, vor allem aber immer überraschend. 

    Bei ihm treffen schräge Außenseiter auf absurde Gewalt und echte Gefühle, ohne dass es jemals gezwungen wirkt. Gunn schreibt nicht über Götter in Spandex, sondern über gebrochene Figuren mit Humor und Herz, ob nun in einem sprechenden Waschbären oder einem Antihelden mit Haifischgebiss. Und gerade weil er sich traut, die Konventionen zu brechen, darf er jetzt das komplette neue DC-Universum aufbauen. Diese Liste zeigt, wie vielseitig sein Werk wirklich ist, und warum du ihn als Regisseur auf dem Schirm haben solltest.

     1. Superman (2025)

    James Gunn schlägt mit Superman ein neues Kapitel im DC-Universum auf, und das mit einem Mix aus Nostalgie, Herz und einer überraschend frischen Vision. Nachdem das Franchise rund um den Mann aus Stahl in den letzten Jahren etwas orientierungslos wirkte, bringt Gunn genau das zurück, was lange gefehlt hat: Seele. Wer hätte gedacht, dass Superman wieder so menschlich wirken kann? Es geht nicht nur um übermenschliche Kräfte, sondern um Werte, Zweifel und den ewigen Konflikt zwischen Macht und Moral. Clark Kent ist hier kein unantastbarer Gott, sondern ein junger Held, der seinen Platz in der Welt sucht und ihn genau damit so richtig greifbar macht. Superman fühlt sich deutlich geerdeter an als das wilde Ensemblechaos aus The Suicide Squad oder die bittersüße Space-Exzentrik von Guardians of the Galaxy. Gunn zeigt hier eine andere Facette seines Könnens: Statt Außenseiter mit Explosionshintergrund stehen Menschlichkeit, Werte und leise Konflikte im Fokus. Dabei bleibt seine Handschrift erkennbar, nur diesmal verpackt in ein klassisches Heldenmärchen mit mehr Herz als Zynismus.

     2. The Suicide Squad (2021) 

    Vergiss die erste Version - The Suicide Squad ist der wahre Startschuss für diese durchgeknallte Antihelden-Truppe. Nachdem der erste Film eher enttäuschte, hat Gunn dem Franchise ein ganz neues Leben eingehaucht. Wer hätte gedacht, dass ein Film über eine Bande von losen Bösewichten so viel Spaß machen kann? Wir sprechen hier von Charakteren, die nicht nur schlecht sind, sondern richtig schlecht, aber das auf eine Art, die einfach durchgehend großartig unterhält. Wenn du Deadpool mochtest, wirst du hier voll auf deine Kosten kommen. Im Vergleich zu Superman ist The Suicide Squad viel anarchischer, aber gerade darin zeigt sich Gunns Handschrift besonders deutlich. Wo Superman Haltung zeigt, zelebriert dieser Film den Wahnsinn - allerdings mit ebenso viel Herz.

    Mit einer Laufzeit von 132 Minuten bleibt genug Raum, um selbst abseitigen Figuren wie Polka-Dot Man Tiefe zu verleihen.

    3. Peacemaker (seit 2022) 

    Du wolltest mehr von John Cenas absurder Figur aus The Suicide Squad? Peacemaker liefert. Die Serie nimmt dich mit in ein Universum aus Daddy-Issues, Alien-Würmern und absurden Superhelden-Missionen, bei denen nie ganz klar ist, wer hier eigentlich gerade gerettet werden soll. Das ikonische Tanz-Intro ist längst Kult, doch auch abseits der grellen Oberfläche steckt hier Substanz. James Gunn bleibt seinem Stil treu: schrill, brutal und herrlich respektlos, aber immer mit einem Herz für kaputte Figuren. Peacemaker, der zunächst wie eine Parodie auf toxische Männlichkeit wirkt, entwickelt sich überraschend vielschichtig. Die acht Folgen zeigen, wie aus Klamauk plötzlich emotionale Tiefe wird. Peacemaker vertieft Figuren, die in The Suicide Squad noch als schräge Gags galten, und erinnert damit an die Entwicklung, die Guardians of the Galaxy vom Chaos zur echten Gemeinschaft nahm. Im Unterschied zu Superman verlässt sich die Serie dabei komplett auf Zynismus statt Pathos.

    4. Guardians of the Galaxy (2014)  

    Als du dachtest, das MCU sei vorhersehbar, kam Guardians of the Galaxy wie ein Komet. Dieses zweistündige Werk ist nämlich mehr als nur ein Superheldenfilm. Es ist eine verrückte Reise durch den Weltraum, die uns eine Truppe von Außenseitern zeigt, die eher wie die chaotischen Geschwister auf einer Familienfeier wirken, statt wie tapfere Helden. Gunn kombiniert Humor mit Emotionen und Action, sodass der Film nicht nur ein visuelles Feuerwerk ist, sondern auch das Herz berührt. Das ist wie ein abgedrehter Mix aus Star Wars und Galaxy Quest, aber mit deutlich mehr Leidenschaft. Dazu ist der Soundtrack schon fast ein eigenständiges Kunstwerk und sorgte für Begeisterung. Im Vergleich zu Peacemaker oder The Suicide Squad wirkt Guardians versöhnlicher und beinahe romantisch - trotz aller Albernheiten. Gunns Talent, Underdogs zu Helden zu machen, blitzt hier genauso auf wie später bei Superman, nur mit etwas mehr Pop und Glanz. Auch die beiden weiteren Teile Guardians of The Galaxy Vol 2 und Guardians of the Galaxy Vol 3 gehören natürlich zu Gunns Meisterwerken. 

    5. Super - Shut Up, Crime! (2010)

    Super ist ein Film, den man nicht so schnell vergisst. James Gunn nimmt uns mit auf eine düstere 96-minütige Reise, bei der ein völlig normaler Typ, gespielt von Rainn Wilson, sich plötzlich als Superheld mit einer Kettensäge als einzigem „Werkzeug“ versucht. Es ist eine Mischung aus Superhelden, schwarzem Humor und einer tiefen Auseinandersetzung mit moralischen Fragen. Gunn schafft es, die düsteren Seiten des Genres zu beleuchten, dabei aber nie den Humor aus den Augen zu verlieren. Der Film ist alles andere als gewöhnlich und zeigt auf, dass Superhelden nicht immer die strahlenden Helden sind, die wir erwarten. Es ist ein roher, schräger Blick auf das Konzept von Gut und Böse, der den Zuschauer sowohl schockiert als auch zum Nachdenken anregt. Während Superman auf Hoffnung setzt, zeigt Super die dunkle Seite des Heldentums - brutal, roh und radikal subjektiv. Es ist gewissermaßen das pessimistische Gegenstück zu dem, was Guardians später im Mainstream erreichen sollte.

    6. Slither - Voll auf den Schleim gegangen (2006)

    Slither ist Gunns Liebeserklärung an den Horror der 80er - mit schleimigen Aliens, Körperhorror und jeder Menge schwarzem Humor. Wenn du Tremors oder Braindead magst, wirst du hier viel Spaß haben. Der Film kombiniert klassische Alien-Invasionsmotive mit Body-Horror, ekelhaften Parasiten und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Doch bei aller Überdrehtheit nimmt Gunn seine Figuren ernst. Gerade das macht Slither so unterhaltsam: Zwischen eitrigen Mutationen und platten One-Linern entsteht plötzlich so etwas wie emotionale Nähe. Nathan Fillion bringt trockenen Charme, Elizabeth Banks sorgt für Bodenhaftung, und Michael Rooker liefert einen der ekligsten und zugleich tragischsten Mutanten-Auftritte des Jahrzehnts. Gunn zeigt schon hier, was ihn auszeichnet: ein Gespür für Tempo, Figuren und das Herz unter dem Schleim. Slither ist kein Meilenstein, aber ein verdammt gelungener Genre-Spaß mit Stil. Slither ist deutlich verspielter als Brightburn, aber nicht weniger radikal. Wo Superman Moral verhandelt, lässt Gunn hier einfach das Monster von der Leine - mit spürbarem Spaß an der Entgleisung.

    7. Tromeo & Juliet (1996)

    Tromeo & Juliet ist definitiv nicht für jedermann, aber es ist genau das, was man erwarten würde, wenn James Gunn die Möglichkeit hätte, Shakespeare neu zu interpretieren. Mit ordentlich viel Chaos, Sex und unflätigem Humor liefert der Film einen vollkommen verrückten und übertriebenen Blick auf die klassische Geschichte von Romeo und Julia. Gunn liefert hier seine ersten Ideen und den typischen Humor, der im späteren Verlauf seiner Karriere immer mehr zu erkennen ist. Tromeo & Juliet ist ein völlig trashiger, aber auch erstaunlich unterhaltsamer Film, der Fans des außergewöhnlichen Humors von Gunn gefallen dürfte. Trotz seiner offensichtlichen Verrücktheit steckt hier viel Liebe zum Detail und zur Kunst des absurden Humors drin. Im Vergleich zu Guardians oder Peacemaker wirkt Tromeo & Juliet wie eine wilde Skizze, in der sich Gunns Stil erst andeutet. Der anarchische Humor, der später in The Suicide Squad glänzt, ist hier bereits unverkennbar, nur deutlich derber.

    8. Brightburn – Son of Darkness (2019)

    Brightburn - Son of Darkness wirft eine beunruhigende Frage auf: Was, wenn Superman böse wäre? Der Film erzählt die klassische Ursprungsgeschichte eines Jungen mit Superkräften, aber kippt sie ins Dunkle. Statt Hoffnung und Heldentum bekommst du hier Angst, Gewalt und Kontrollverlust. Die 91 Minuten fühlen sich an wie ein düsteres Gedankenspiel, das mit jedem neuen Ausbruch des Jungen bedrohlicher wird. James Gunn ist hier zwar „nur“ Produzent, aber sein Einfluss ist spürbar: Die Mischung aus Genrebruch, drastischen Bildern und moralischer Leere ist gnadenlos. Besonders heftig sind die Body-Horror-Momente, die das Superhelden-Schema regelrecht zerfetzen. Wenn du Chronicle mochtest, aber auf mehr Schrecken stehst, bist du hier genau richtig. Im Gegensatz zu Superman denkt Brightburn die Ursprungsgeschichte des Helden konsequent als Horrorerzählung weiter. Es ist, als hätte Gunn seine eigene Vision dekonstruiert - nicht ohne Ironie und mit spürbarer Lust am Tabubruch.

  • Das „New DC Universe“ in der richtigen Reihenfolge

    Das „New DC Universe“ in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Lange galt das DC-Universum als komplex, chaotisch und schwer durchschaubar. Unterschiedliche Timelines, konkurrierende Batman-Darsteller und ein Flash, der alles neu starten, aber gleichzeitig alles behalten sollte, sorgten bei vielen für ordentlich Verwirrung.

    Mit dem Neustart unter James Gunn und Peter Safran beginnt jetzt jedoch eine neue Ära, die ähnlich ambitioniert ist wie der MCU-Kickoff rund um Iron Man, gleichzeitig aber deutlich strukturierter als die frühen Versuche von Suicide Squad (2016) oder Justice League (2017).  Das sogenannte „New DC Universe“ startet bei null, mit frischen Figuren, einer klaren Erzählstruktur und einem übergreifenden Plan namens „Chapter One: Gods and Monsters“. Filme und Serien gehören nun zusammen, greifen inhaltlich ineinander und erzählen gemeinsam eine große Geschichte. Diese Liste zeigt die richtige Reihenfolge - übersichtlich, nachvollziehbar und komplett auf das neue DCU fokussiert.

    1. Creature Commandos (2024)

    Die animierte Serie Creature Commandos bildet den offiziellen Auftakt des neuen DCU. James Gunn schrieb alle Episoden selbst, was man deutlich an der schrägen Tonalität merken kann: Ein Monstertrupp aus Frankenstein, Weasel, Vampiren und Supersoldaten geht auf geheime Missionen, während der Humor immer wieder zwischen ironisch und abgründig pendelt. Wenn du es etwas verrückter magst, bekommst du hier auf jeden Fall den perfekten Einstieg. Auch wenn es „nur“ eine animierte Serie ist, führt Creature Commandos wichtige Figuren ein, die später in Live-Action zurückkehren. Mit knapp sieben Episoden und rund 25 Minuten pro Folge ist die Serie angenehm kurz und liefert trotzdem mehr als nur einen Appetizer. Als Startpunkt des neuen DCU unterscheidet sich Creature Commandos deutlich vom bodenständigeren, emotional aufgeladenen Superman.

    2. Superman (2025)

    James Gunns Superman ist der große Neustart auf der Leinwand: Clark Kent ist hier kein einsamer Außenseiter mehr, sondern Teil einer Welt voller anderer Helden. Damit unterscheidet sich dieser Superman deutlich von früheren Versionen durch weniger Pathos, mehr politische Spannung und einen echten Ensemble-Charakter. Die Geschichte setzt auf emotionale Momente, aber auch auf übergreifende Konflikte, die das DCU strukturieren sollen. Mit rund 140 Minuten darfst du kein Leichtgewicht erwarten, aber die Zeit nutzt er für mehr als nur Action: Die Idee von der Hoffnung in einer zerrissenen Welt steht im Zentrum. Im direkten Vergleich zu Creature Commandos wird hier schnell klar, wie kontrastreich das neue DCU aufgebaut ist: Statt ironischer Monsteraction gibt es ernste Weltpolitik, klassische Superheldenbilder und eine stärkere emotionale Verankerung. Während die Serie noch versponnen und verspielt wirkte, liefert Superman das Fundament für die übergreifende Erzählung.

    3. Peacemaker – Staffel 2 (2025)

    Peacemaker meldet sich zurück, diesmal als integraler Teil des DCU. Während Staffel 1 noch im alten DCEU spielte, schlägt Staffel 2 die Brücke ins neue Universum. Die Serie greift Figuren und Motive aus Superman auf und entwickelt den schrägen Antihelden weiter, ohne ihm den anarchischen Witz zu nehmen. John Cena spielt erneut groß auf, aber es geht nicht mehr nur um dumme Sprüche: Emotionale Verletzungen, gesellschaftlicher Kommentar und absurde Action gehen Hand in Hand. Wenn du The Boys mochtest, aber auf ein bisschen mehr Herz stehst, dürftest du hier genau richtig sein. Im Vergleich zu Superman ist Peacemaker deutlich schmutziger, roher und verspielter. Der Ton wechselt von episch zu anarchisch, ohne jedoch beliebig zu wirken. Die Staffel umfasst voraussichtlich wieder 8 Folgen mit je 45 Minuten.

    4. Lanterns (2026)

    Mit Lanterns wagt sich das neue DCU in deutlich düsteres Territorium. Statt knallbunter Weltraumabenteuer erwartet dich hier ein atmosphärisch dichter Krimi, der zwei Green Lanterns - Hal Jordan und John Stewart - auf der Erde zusammenführt. Gemeinsam untersuchen sie einen mysteriösen Fall, der weitreichende Konsequenzen haben könnte. Die visuelle Umsetzung dürfte auf jeden Fall opulent ausfallen - natürlich mit aufwändigen Effekten und cineastischer Bildsprache. Wenn James Gunns Beschreibung als „True Detective im DCU“ zutrifft, dann dürfte Lanterns deutlich geerdeter wirken als die schräge Tonalität von Peacemaker. Während Creature Commandos und Superman eine größere Bandbreite zwischen Ironie und Pathos abdecken, scheint Lanterns bewusst auf düstere Erzählstrukturen zu setzen. Geplant sind rund sechs Folgen mit jeweils etwa 60 Minuten Laufzeit -  also genug Raum, um die Charaktere und ihre Dynamik ausführlich zu erkunden. 

    5. Supergirl: Woman of Tomorrow (2026)

    Kara Zor-El bekommt endlich ihren eigenen Film: Supergirl: Woman of Tomorrow zeigt die Heldin in rund zwei Stunden als eine Figur, die durch hartes Trauma, viel Einsamkeit und Misstrauen stark geprägt wurde. Die Vorlage des Films stammt von Tom King und bringt eine melancholischere, ernstere Note ins DCU. Gespielt wird Supergirl übrigens von Milly Alcock, die keine Unbekannte ist: Sie tauchte bereits in Superman in einem kleinen Cameo auf - quasi ein stummer, aber starker Hinweis auf ihre eigene bevorstehende Story. Nach allem, was bisher über die Comicvorlage und Gunns Aussagen bekannt ist, setzt Supergirl stärker auf Isolation und existenzielle Härte als der hoffnungsvollere Superman. Karas Weltbild ist geprägt von ihren Traumata, was sie zum inhaltlichen Gegenstück zu Clarks optimistischem Ansatz macht. Gerade im Vergleich zu Lanterns, das ebenfalls auf Ambivalenz setzt, könnte Supergirl noch persönlicher und melancholischer ausfallen, wenn der Ton der Vorlage beibehalten wird.

    6. The Authority (voraussichtlich 2026)

    Mit The Authority öffnet sich das DCU für moralische Grauzonen. Das Team besteht aus Antihelden, die bereit sind, das große Ganze über alles zu stellen, auch wenn dafür Regeln gebrochen oder Unschuldige geopfert werden müssen. James Gunn will mit diesem Film zeigen, dass Heldentum nicht immer sauber oder bequem ist. Die Vorlage stammt aus der WildStorm-Ecke und richtet sich klar an ein erwachseneres Publikum. Noch ist wenig zur Laufzeit bekannt, aber man kann von einem dichten, kompromisslosen Film rechnen, der das DCU thematisch deutlich erweitert. Laut Gunn soll The Authority moralische Grauzonen aufreißen, die bisherige DCU-Titel eher nur angedeutet haben. Im Gegensatz zur klassischen Heldenerzählung aus Superman oder der emotional gebrochenen Perspektive in Supergirl stehen hier das „große Ganze“ und radikale Entscheidungen im Fokus. Wenn man die Tonlage mit Lanterns vergleicht, könnten sich beide zwar in der Ernsthaftigkeit ähneln, The Authority dürfte jedoch politischer und kompromissloser ausfallen.

    7. Batman: The Brave and the Bold (voraussichtlich 2027)

    Ein neuer Batman, der diesmal nicht als Einzelkämpfer unterwegs ist, sondern als Vater: The Brave and the Bold bringt Bruce Wayne mit seinem Sohn Damian zusammen, der als Robin ganz eigene Vorstellungen von Moral und Erziehung hat. Familiendrama trifft hier auf klassische Detektivgeschichte und Superhelden-Action. Anders als der düstere Robert-Pattinson-Batman ist diese 130minütige Version stärker im DCU verankert und bereit zur Zusammenarbeit. Im Vergleich zu The Authority, das Distanz zu traditionellen Heldennarrativen sucht, verspricht Batman: The Brave and the Bold eine Rückkehr zur klassischen DC-Figur – allerdings mit einem familiären Twist. Nach allem, was bisher bekannt ist, liegt der emotionale Fokus hier auf Vater-Sohn-Dynamik, was ihn stärker erdet als das kosmische Setup von Lanterns. Auch gegenüber Supergirl wirkt diese Konstellation weniger existenziell, dafür aber menschlich zugänglicher.

    8. Booster Gold (voraussichtlich 2027)

    Mit Booster Gold bekommt das DCU eine der ungewöhnlichsten Figuren aus dem Comic-Kosmos. Der Titelheld stammt aus der Zukunft und nutzt moderne Technologie, um sich in der Gegenwart als Superheld zu etablieren, allerdings nicht aus rein selbstlosen Motiven. Laut James Gunn soll die Serie einen Protagonisten zeigen, der mit einem tiefen Gefühl von Unsicherheit kämpft und Anerkennung sucht, koste es, was es wolle. Ob daraus am Ende ein Held oder ein Blender wird, bleibt offen. Wenn man Gunns Ankündigung folgt, geht es bei Booster Gold weniger um klassische Superheldenaktionen, sondern um Selbstzweifel, Anerkennungssuche und öffentliche Wahrnehmung. Im Vergleich zu Batman: The Brave and the Bold, das familiäre Rollen reflektiert, wirkt Booster eher wie ein Kommentar auf soziale Unsicherheiten der Gegenwart. Auch zu The Authority steht er im Kontrast: Dort geht es um Überzeugung, hier möglicherweise um Identitätskrisen.

  • “Fantastic Four: First Steps” – In diesen Filmen & Serien hast du den Cast schon  gesehen

    “Fantastic Four: First Steps” – In diesen Filmen & Serien hast du den Cast schon  gesehen

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Mit Fantastic Four: First Stepsstartet Marvels erste Familie neu ins MCU – und das Ensemble bietet eine spannende Mischung aus etablierten Namen und frischen Talenten. Pedro Pascal bringt seine Erfahrung aus The Mandalorian und The Last of Us mit, Vanessa Kirby überzeugt mit emotionaler Tiefe, Joseph Quinn gewann mit Stranger Things Millionen Fans, und Ebon Moss‑Bachrach bewies seine Vielseitigkeit in The Bear.

    Weitere Darsteller wie Julia Garner, Natasha Lyonne oder Ralph Ineson runden die Besetzung ab. In dieser Liste erfährst du, wo du die Stars schon vorher gesehen haben könntest – perfekt, um dich vor dem Kinobesuch mit ihrem bisherigen Schaffen vertraut zu machen.

    Pedro Pascal – Reed Richards / Mister Fantastic

    Pedro Pascal hat sich in den letzten Jahren von einem markanten Nebendarsteller zu einem der gefragtesten Hauptdarsteller Hollywoods entwickelt. Seinen Durchbruch feierte er als Oberyn Martell in Game of Thrones(2014), gefolgt von einer Hauptrolle in Narcos (2015). Weltweit bekannt wurde er als maskierter Kopfgeldjäger Din Djarin in The Mandalorian (2019). Mit seiner Darstellung von Joel in The Last of Us (2023) zeigte Pascal erneut, wie nuanciert er verletzliche Stärke verkörpern kann. In Fantastic Four: First Steps spielt er Reed Richards, einen brillanten Wissenschaftler mit strategischem Verstand, Herz und Verantwortungsbewusstsein. Pascals ruhige Autorität und seine emotionale Tiefe machen ihn zur idealen Besetzung für Mister Fantastic.

    Vanessa Kirby – Sue Storm / Invisible Woman

    Vanessa Kirby wurde mit ihrer preisgekrönten Darstellung von Prinzessin Margaret in The Crown (2016) weltbekannt. Seither hat sie in unterschiedlichsten Genres überzeugt: als trauernde Mutter in Pieces of a Woman (2020), wofür sie eine Oscar‑Nominierung erhielt, und in Action‑Blockbustern wie Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw (2019) oder Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One (2023). In Fantastic Four: First Steps verkörpert sie Sue Storm – The Invisible Woman – als zentrale emotionale Stütze des Teams. Kirby verbindet Sues fürsorgliche Seite mit ihrer Fähigkeit, als strategische Vermittlerin in brenzligen Situationen zu agieren. Ihre darstellerische Vielschichtigkeit verleiht der Figur eine überzeugende Mischung aus Wärme und Entschlossenheit.

    Joseph Quinn – Johnny Storm / Human Torch

    Joseph Quinn wurde durch seine Rolle als Eddie Munson in der vierten Staffel von Stranger Things (2022) über Nacht zum Fanliebling. Zuvor hatte er bereits in Produktionen wie Les Misérables (2018) und Catherine the Great (2019) mitgespielt. Auch auf der Bühne zeigte er in Shakespeare‑Stücken seine Wandlungsfähigkeit. In Fantastic Four: First Steps übernimmt er die Rolle von Johnny Storm, dem hitzköpfigen Human Torch. Quinn bringt dessen jugendlichen Charme, Humor und spontane Energie authentisch auf die Leinwand, ohne die verletzliche Seite der Figur zu vernachlässigen. Seine bisherigen Rollen zeigen, dass der britische Mime perfekt darin ist, zwischen ungestümer Leidenschaft und emotionaler Tiefe zu wechseln.

    Ebon Moss‑Bachrach – Ben Grimm / The Thing

    Ebon Moss‑Bachrach wurde vor allem durch seine Rolle als Richie Jerimovich in der preisgekrönten Dramaserie The Bear (2022) in die erste Liga der Schauspieler katapultiert. Richie ist ein komplexer Charakter, der zwischen ruppigem Humor, cholerischen Ausbrüchen und unerwarteter Verletzlichkeit pendelt – eine Bandbreite, die Moss‑Bachrach meisterhaft beherrscht. Der 1977 geborene Schauspieler ist zudem aus Serien wie The Punisher (2017) und Girls (2012) bekannt, wo er ebenfalls Figuren mit Ecken und Kanten verkörperte. In Fantastic Four: First Steps spielt er Ben Grimm alias The Thing – einen ehemaligen Piloten, dessen Körper nach einem Unfall zu lebendigem Stein geworden ist. Moss‑Bachrach verleiht dieser ikonischen Marvel‑Figur nicht nur physische Wucht, sondern auch die emotionale Tiefe eines loyalen Mitstreiters, der hinter seiner harten Schale ein weiches Herz bewahrt.

    Ralph Ineson – Galactus

    Ralph Ineson ist vor allem für seine markante Stimme und beeindruckende Präsenz bekannt. In The Office (UK, 2001) erlangte er als Chris Finch echten Kultstatus, später beeindruckte er in Filmen wie Robert Eggers’ The Witch (2015), dem surrealen Mittelalter-Epos The Green Knight(2021) und in der Harry Potter-Reihe. In Fantastic Four: First Steps spielt er den mächtigen Galactus – den planetenverschlingenden kosmischen Gegenspieler der Fantastic Four. Der wandlungsfähige Ineson verleiht der Figur durch seine tiefe Stimme und körperliche Intensität eine unheimliche Autorität. Mit einem imposanten Auftreten und subtiler Schauspielkunst füllt er den Raum, ohne viele Worte. Seine Darstellung unterstreicht die bedrohliche Macht dieses ikonischen Marvel-Bösewichts.

    Julia Garner – Shalla‑Bal / Silver Surfer

    Julia Garner gilt seit ihrer Paraderolle als Ruth Langmore in Ozark (2017) als eine der spannendsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Für diese komplexe Figur – hart im Überleben, verletzlich im Herzen – gewann sie gleich mehrere Emmys. Auch in Inventing Anna(2022) zeigte sie ihre enorme Wandlungsfähigkeit, indem sie die berüchtigte Hochstaplerin Anna Sorokin mit faszinierender Ambivalenz verkörperte. In Fantastic Four: First Steps übernimmt Garner als Shalla‑Bal eine neue, weibliche Interpretation des legendären Silver Surfer – eine mutige Neuausrichtung der Comicvorlage. Sie verleiht der Figur kosmische Gravitas und eine tiefe emotionale Resonanz, die den epischen Science‑Fiction‑Aspekt des Films mit einer zutiefst menschlichen Dimension verbindet. Damit erweitert sie das MCU um eine Figur, die zugleich imposant und berührend ist.

    Paul Walter Hauser – Harvey Elder / Mole Man

    Paul Walter Hauser ist bekannt für seine charismatische Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. In I, Tonya (2017) und Der Fall Richard Jewell (2019) zeigte er, wie glaubwürdig er reale und fiktive Figuren darstellen kann. Auch in Serien wie In with the Devil (2022) überzeugte er auf ganzer Linie. In Fantastic Four: First Steps spielt er Harvey Elder, besser bekannt als Mole Man – einen exzentrischen Wissenschaftler. Hauser verleiht dieser Figur eine charmant-skurrile, aber niemals überzogene Note. Mit seinem feinen Gespür für Timing und Charakterdetails schafft er einen Auftritt, der zugleich unterhaltsam, überraschend und atmosphärisch dicht ist – und damit nicht nur Fans der Comic‑Vorlage begeistern dürfte.

    Natasha Lyonne – Rachel Rozman

    Natasha Lyonne hat sich mit ihrer markanten Stimme, ihrem rauen Charisma und einem untrüglichen Gespür für Timing längst einen festen Platz in der Popkultur erarbeitet. Ihren Durchbruch feierte sie in der Rolle der Jessy in Orange Is the New Black (2013), wo sie mit trockenem Humor und emotionaler Tiefe begeisterte. Mit Russian Doll (2019) schuf sie nicht nur eine gefeierte Serie, sondern auch eine der einprägsamsten Hauptfiguren der letzten Jahre – exzentrisch, klug und verletzlich zugleich. In Fantastic Four: First Steps tritt Lyonne als Rachel Rozman auf, eine Figur, die mit Charme, leicht schräger Aura und subtiler Exzentrik das Ensemble bereichert. Lyonne versteht es meisterhaft, auch kleineren Rollen eine unverwechselbare Note zu verleihen, die lange nachwirkt.

    Sarah Niles – Lynne Nichols

    Sarah Niles ist einem breiten Publikum vor allem durch ihre Rolle als Dr. Sharon Fieldstone in Ted Lasso (2021) bekannt geworden. Dort überzeugte sie als Sportpsychologin mit einer Mischung aus ruhiger Autorität, Empathie und subtiler Strenge – eine Performance, die weltweit viel Anerkennung fand. Zuvor hatte sie sich in zahlreichen britischen Dramen, Comedy‑Formaten und auf der Theaterbühne etabliert. In Fantastic Four: First Steps spielt sie Lynne Nichols – eine Figur, die politische und ethische Dimensionen in die Handlung einbringt und damit den retro‑futuristischen 1960er‑Jahre‑Look des Films um gesellschaftliche Relevanz erweitert. Dank Niles’ charismatischer Präsenz und der Fähigkeit, auch Nuancen spürbar zu machen, erhält diese Nebenrolle unerwartet viel Gewicht und Tiefe.

    Mark Gatiss – Ted Gilbert (Cameo)

    Mark Gatiss ist einem internationalen Publikum vor allem als Co‑Schöpfer und Darsteller der BBC‑Serie Sherlock (2010) bekannt, in der er den kauzigen Mycroft Holmes verkörperte. Darüber hinaus prägte er mit zahlreichen Drehbüchern und Auftritten Doctor Whound wirkte in Produktionen wie Game of Thrones oder The League of Gentlemen mit. In Fantastic Four: First Steps schlüpft Gatiss in die Rolle des Talkshow‑Moderators Ted Gilbert – eine Figur, die für authentische Retro‑Atmosphäre sorgt und die Hauptcharaktere im Stil einer 1960er‑Jahre‑Fernsehshow dem Publikum vorstellt. Gatiss nutzt seinen typischen britischen Witz und sein Gespür für Timing, um dem Setting augenzwinkernde Leichtigkeit zu verleihen. Auch wenn sein Auftritt kurz ist, bleibt er als charmanter Farbtupfer in Erinnerung.

    Wo du noch mehr Filme und Serien mit dem Cast von “Fantastic Four: First Steps” streamen kannst

    Für weitere Filme und Serien mit den Stars aus Fantastic Four: First Steps, lohnt sich ein Blick in den JustWatch‑Streaming‑Guide. Dort kannst du auch nach Plattform, Genre, Erscheinungsjahr, Altersfreigabe oder Bewertung filtern und so genau die Inhalte mit deinen Lieblingsschauspielern auswählen, die zu deinem Geschmack passen – egal ob du auf epische Action, clevere Sci‑Fi, emotionale Dramen oder abgefahrene Comedy stehst. Mit wenigen Klicks stellst du dir eine ganz persönliche Watchlist zusammen, die du jederzeit aktualisieren oder sortieren kannst. Unser Guide hält dich stets auf dem Laufenden, indem er dir nicht nur die aktuell bei allen Streaming-Anbietern verfügbaren Inhalte, sondern auch zukünftige Veröffentlichungen zeigt.

  • Die 10 besten Erotik-Thriller aller Zeiten

    Die 10 besten Erotik-Thriller aller Zeiten

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Erotische Thriller sind wie der beste Cocktail aus Spannung, Leidenschaft und Nervenkitzel - sie fesseln mit aufregenden Geschichten und knisternder Erotik, die lange nachwirkt. Ob geheimnisvolle Frauen, zwielichtige Männer oder verführerische Verstrickungen: Diese Filme bringen die perfekte Mischung aus Liebe, Lust und Gefahr auf die Leinwand. Wer sich an Filmen wie Der Liebhaber (1992) oder Der Tod kommt zweimal (1984) schon einmal die Finger verbrannt hat, weiß, wie intensiv das Spiel mit Begierde und Bedrohung sein kann. Von Kultklassikern bis zu modernen Meisterwerken hat dieses Genre einige Highlights hervorgebracht, die das Publikum nicht nur schaudern, sondern auch schwärmen lassen. Hier sind zehn der besten erotischen Thriller, die nicht nur die Grenzen des Genres ausloten, sondern auch filmhistorisch wichtige Momente setzen.

    1. Basic Instinct (1992)

    „Haben Sie schon mal einen Eispickel gesehen?" In Paul Verhoevens Skandalfilm Basic Instinct zeigt Sharon Stone, wie man mit einem simplen Beinüberschlag Filmgeschichte schreibt. Als Catherine Tramell wickelt sie Ermittler Nick Curran (Michael Douglas) spielend um den Finger. Mordverdacht, sexuelle Obsession und Machtspielchen führen zu einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer. Jeder Blick und jedes Wort sind hier doppeldeutig. Die Ermittlungen von Curran werden schnell zur Nebensache, denn wer hier wen kontrolliert oder kontrolliert wird, ist nicht immer klar. Der legendäre Eispickel wird zum Hilfsmittel der Grausamkeit, und das Bett zur erotischen Falle. Basic Instinct ist mehr als nur Kult, er ist das Aushängeschild eines ganzen Genres.

    2. Enthüllung (1994)

    Michael Douglas gerät erneut in erotische Bedrängnis, diesmal allerdings im Büro. Demi Moore als karrieregeile Chefin Meredith verkehrt in Enthüllung die Rollen: Sie bedrängt, er sagt Nein. Was als scheinbar harmlose Begegnung beginnt, kippt in eine unangenehme, übergriffige Situation, und Sanders steht plötzlich im Zentrum eines Skandals, den er nicht verursacht hat, aber dennoch ausbaden soll. Schauplatz ist die Tech-Company DigiCom, ein Ort voller Glaswände, Ambitionen und Intrigen. Enthüllung ist weniger heißblütig als seine Genre-Kollegen, dafür umso bissiger. Die Virtual-Reality-Szene ist zudem ein technischer Kuriositätenmoment der Filmgeschichte. Mit seinen knapp zwei Stunden Laufzeit bleibt Enthüllung ein pointiertes Spiel mit Macht, Wahrheit und öffentlicher Demontage.

    3. 9 1/2 Wochen (1986)

    Wenn du Fifty Shades of Grey zu brav fandest, ist 9 1/2 Wochen dein Film: Eine Affäre, die sich langsam in den Abgrund tastet. Kim Basinger trifft auf Mickey Rourke und verliert sich in einer Beziehung aus Sinnlichkeit, Spiel und subtiler Gewalt. Dieser Film lebt von seinen Bildern und der knisternden Atmosphäre. Die legendäre Küchenszene mit Erdbeeren, Honig und Eiswürfeln wurde vielfach zitiert. Hinter der vordergründigen Erotik lauert jedoch fehlende emotionale Nähe. Der Film ist ein sinnlicher Rausch, der zeigt, wie nahe Lust und Selbstverlust beieinander liegen. Joe Cockers „You Can Leave Your Hat On" wird für immer mit diesem Film verbunden bleiben und ist einer der Gründe dafür, warum das düstere Beziehungsdrama zum Kult avancierte. Ein Film, der Lust, Verlangen und Machtspielchen gekonnt verbindet und noch heute fasziniert.

    4. Eine verhängnisvolle Affäre (1987)

    Glenn Close verpasst dem Genre eine Lektion in Besessenheit. Wieder ist Michael Douglas Teil der Geschichte: Er spielt den Fremdgänger, sie die Geliebte, die nicht loslässt. Was als heißer Seitensprung beginnt, wird zum Alptraum - vergleichbar mit dem Psychoterror in Gone Girl, nur 25 Jahre früher. Der Film lebt von der Intensität seiner Darsteller und der ständigen Bedrohung. Eine verhängnisvolle Affäre ist zwar mehr Drama als Erotikfilm, bietet aber genug Spannung und sexuelle Energie, um den Zuschauer bei jeder Wiederholung in den Bann zu ziehen. Die obsessive Besessenheit von Glenn Close ist unvergesslich, macht den Film zu einem packenden Erlebnis und liefert ein Lehrbuchbeispiel für eskalierende Leidenschaft.

    5. Eyes Wide Shut (1999)

    Stanley Kubricks letzter vollendeter Film ist ein verstörender Traum aus Sex, Masken und Identitätsfragen. Wenn du bei Mulholland Drive oder Black Swan nicht mehr wusstest, was real ist, wird dich Eyes Wide Shut genauso faszinieren. Tom Cruise und Nicole Kidmanspielen ein Ehepaar, das sich in einer Welt voller Verlockungen und dunkler Geheimnisse verirrt. Zusammen taumeln sie auf der Suche nach Lust, Wahrheit und sich selbst durch die Schatten ihrer Ehe. Die berüchtigte Orgie in der Villa, das Klavierthema, die flüsternde Spannung: Alles wirkt wie durch einen Nebel aus Begierde und Ungewissheit. Eyes Wide Shut ist ein hypnotischer Trip in mehr als 2 1/2 Stunden, langsam erzählt, aber visuell überwältigend.

    6. Swimming Pool (2003)

    François Ozon verwebt in Swimming Pool Lust und literarische Inspiration zu einem psychologischen Spiel. Wenn dir Call Me by Your Name oder The Souvenir gefallen hat, weil sie die Sinnlichkeit des Sommers einfangen, wirst du hier einen dunkleren, aber ähnlich intensiven Ton finden. Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier verkörpern zwei Frauen, die sich beobachten, herausfordern und provozieren. Was beginnt wie ein sinnlicher Sommerfilm, kippt allmählich in eine Geschichte über Kontrolle, Kreativität und Realität. Die Laufzeit von 102 Minuten wirkt kompakt, aber intensiv. Bis zum Schluss bleibt offen, was wirklich passiert, und was vielleicht nur geschrieben wurde.

    7. Sliver (1993)

    Willkommen im Hochhaus der Lust - oder des Schreckens. Sharon Stone zieht in Sliver als Lektorin Carly Norris in ein luxuriöses New Yorker Wohnhaus, wo dir schon bald klar wird: Hier hat jeder etwas zu verbergen. Mitten in der schicken Paranoia befindet sich William Baldwin als mysteriöser Videofreak, der mehr weiß, als er sagt, und Tom Berenger als Nachbar mit düsterer Aura. Sliver gilt als Paradebeispiel für 1990er-Erotikthriller mit Hochglanz, Spiegelwänden und Voyeurismus pur. Es geht um Kontrolle, Begehren und den schmalen Grat zwischen Überwachung und Verführung. Und natürlich um Sharon Stone, die wieder einmal zeigt, wie man auch mit einem Blick ganze Szenen dominiert. Kein großer Wurf, aber kultig und herrlich überinszeniert.

    8. Body of Evidence (1993)

    Madonna im Latexkleid und Willem Dafoe im Zwiespalt: Body of Evidence ist der vielleicht schamloseste Versuch, Erotik und Justizkrimi zu einem Fiebertraum aus Lust, Schuld und Obsession zu verbinden. Die Story in 99 Minuten: Eine reiche Frau wird beschuldigt, ihren älteren Liebhaber durch übermäßigen Sex ins Jenseits befördert zu haben. Der Gerichtssaal wird dabei zur Bühne der Begierde, inklusive Wachstropfen, Handschellen und Spiegeldecken. Regisseur Uli Edel inszeniert das Ganze wie ein Musikvideo mit Schwitzfaktor. Madonna tanzt zwischen Femme fatale und Kaltschnäuzigkeit, und Dafoe gerät zunehmend ins Wanken. Wenn du Showgirls magst, wirst du dich hier wohlfühlen. Body of Evidence ist inzwischen Kult-Trash: überdreht, heiß, und ganz sicher nichts für zarte Nerven.

    9. Wild Things (1998)

    Wild Things ist ein sündiges Puzzle aus Sex, Lügen und doppelten Böden. Hier beginnt alles mit einer Vergewaltigungsanzeige zweier Schülerinnen gegen ihren Lehrer und endet in einem undurchsichtigen Netz aus Intrigen, Manipulation und Geldgier. Denise Richards im nassen T-Shirt, NeveCampbell mit geheimnisvollem Blick und Matt Dillon zwischen den Fronten: Wild Things treibt das Genre in 103 Minuten absolut an seine Grenzen. Besonders die legendäre Dreier-Szene im Pool ist längst Kult geworden, ebenso wie die ständig neuen Wendungen, bei denen dir beim Schauen schwindlig wird. Wenn du auf Plot-Twists à la Die üblichen Verdächtigen mit ein bisschen mehr Haut stehst, bekommst du hier die sexy Variante.

    10. Eiskalte Engel (1999)

    Eiskalte Engel ist Gefährliche Liebschaften für die Prep-School-Generation, und zwar mit maximalem Sex-Appeal: Sarah Michelle Gellar als intrigenliebende Kathryn ist grandios böse, Ryan Phillippe spielt den gelangweilten Verführer, der zum ersten Mal echte Gefühle entwickelt. Reese Witherspoon sorgt als moralischer Gegenpol für das emotionale Gegengewicht - bis dann alles tragisch eskaliert. Hier brodelt die Erotik unter der Oberfläche: in Worten, Blicken und eiskalten Machtspielchen. Der Soundtrack ist dazu noch legendär: „Colorblind“ von den Counting Crows untermalt eine der schönsten und stillsten Liebesszenen der 90er. Eiskalte Engel ist ein Teenie-Drama in 97 Minuten, das stilvoll gemein ist und dabei auch noch unverschämt gut aussieht.

  • Die Kult-Reihe im Überblick: Alle „After“-Filme in der richtigen Reihenfolge

    Die Kult-Reihe im Überblick: Alle „After“-Filme in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Die „After“-Reihe ist mehr als eine klassische College-Romanze - sie ist ein popkulturelles Phänomen, das besonders bei jungen Zuschauern ein kollektives Gefühl von Verlorenheit, Sehnsucht und emotionaler Eskalation anspricht. Als lose Fan-Fiction gestartet, entwickelte sich die Geschichte von Tessa und Hardin schnell zur Projektionsfläche für eine ganze Generation. Und das nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil sie zeigt, wie chaotisch Liebe sein kann. Die Filme verhandeln toxische Dynamiken mit fast schon hypnotischer Konsequenz, und genau das macht sie so faszinierend. Wer auf emotionale Achterbahnfahrten à la Euphoria oder Der Sommer, als ich schön wurde steht, wird hier fündig - ohne Zuckerguss, dafür aber mit literweisem Herzschmerz.

    Gerade jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für einen Rückblick: Mit einem geplanten Prequel (Before) und dem Sequel After: Next Generation wird das Universum 2025 deutlich erweitert. Diese Liste führt durch alle bisherigen und kommenden Filme in der richtigen Reihenfolge und erklärt, für wen welcher Teil funktioniert, was ihn erzählerisch besonders macht und warum man sich emotional auf diese Geschichte einlassen sollte.

    1. After Passion (2019)

    Der turbulente Kick-start dieser Reihe zeigt, wie zwei Charaktere, die ambitionierte Tessa und der mysteriöse Hardin, aufeinandertreffen und sich in einem höchst instabilen Beziehungsgeflecht verlieren. After Passion spricht vor allem junge Zuschauer an, die Gefühle wie Kontrollverlust, Sehnsucht und Trotz kennen. Zwar wirken einige Konflikte inszeniert, doch genau das macht den Einstieg so packend, weil er Gänsehaut auch aus der Unperfektheit generieren kann. Der erste Teil hat die Reihe etabliert, weil er den emotionalen Sog auf den Punkt bringt. In Deutschland steht der Film derzeit bei Netflix, WOW und Amazon Prime Video zum Streamen bereit.

    2. After Truth (2020)

    Im zweiten Teil ist Vertrauen zerbrochen, es ist in jeder Interaktion Reue zu spüren, und das emotionale Minenfeld lebt von Rückfällen und vergeblicher Nähe. Wer gedacht hat, Passion war dramatisch, erlebt hier eine noch härtere, reflektiertere Fortsetzung - ideal für Zuschauer, die sich nicht mit Herzschmerz, sondern mit dessen Spätfolgen identifizieren. Der Film betont Tessas neue Selbstwahrnehmung und zeigt, dass Liebe nicht immer stark genug für Heilung ist. Die Tonalität ist düsterer, und der Blick auf beide Figuren ist kritischer. Im Vergleich zu After Passion wirkt dieser Teil weniger impulsiv, aber deutlich tiefgründiger. Die toxischen Muster werden nicht mehr nur dargestellt, sondern seziert – und genau das verleiht dem Film mehr narrative Reife. Auch stilistisch legt After Truth einen Gang zurück und setzt stärker auf emotionale Nachhaltigkeit statt kurzfristige Eskalation. Man kann diesen Teil also durchaus als noch erzählerisch stärker als den ersten Teil bezeichnen.  

    3. After Love (2021)

    Liebe allein reicht nicht mehr: In diesem dritten Kapitel geraten Beruf, Familienkonflikte und persönliche Selbstzweifel ins Zentrum. Der Film spricht Menschen an, die Romantik nicht idealisieren, sondern selbst in komplexen Lebensphasen standen. Interessant ist der Tonwechsel: Weg vom Drama, hin zur inneren Dringlichkeit. Kritisch betrachtet wirkt die Geschichte fragmentierter, dafür aber emotional nachvollziehbarer. Für viele Fans ist dieser Teil das Herzstück der Reihe, weil er die emotionale Reife erstmals spürbar macht. Anders als After Truth, das vor allem auf Rückschläge und Misstrauen fokussiert war, geht After Love  neue Wege, indem es die Beziehung erstmals in ein größeres Lebensgefüge einbettet. Die Konflikte wirken weniger beziehungsspezifisch, sondern universeller, was der Reihe mehr Tiefe verleiht. Im Vergleich zu den ersten beiden Filmen tritt Tessa hier deutlich reifer auf und beginnt, sich konsequenter von Hardin abzugrenzen.

    4. After Forever (2022)

    Hier geht es ums Erwachsenwerden ohne Drama-Feuerwerk: Tessa und Hardin ringen mit Entscheidungen, die keine Antworten liefern, sondern nur Erwartungen abwägen. Der Film erreicht vor allem diejenigen, die mit der Reihe gewachsen sind und nun andere Fragen stellen: Geht es wirklich nur um Liebe oder auch um Identität? After Forever verzichtet auf große Gesten, arbeitet dafür aber mit stiller Ehrlichkeit. Einige Fans sehen ihn als zu ruhig, andere empfinden ihn als notwendig. Während After Love noch zwischen Beziehung und Selbstfindung schwankte, verschiebt After Forever den Fokus endgültig auf die Frage, wer man abseits der Liebe sein möchte. Der Film ist ein Bruch mit dem aufgeladenen Ton von After Passion und After Truth, was ihn zwar ruhiger, aber auch reifer erscheinen lässt.

    5. After Everything (2023)

    Das ist der emotionale Epilog: Hardin sucht Frieden und trifft auf Vergangenheit, Vergebung und Zukunft. Der Film richtet sich an alle, die keine Lust mehr auf übertriebenes Drama haben und sich stattdessen nach einem versöhnlichen Abschluss sehnen. After Everything verzichtet weitgehend auf klassische Liebesplotpoints und konzentriert sich auf innere Prozesse. Wer Tessa und Hardin bis hierhin begleitet hat, findet hier einen ruhigen Abschluss mit ehrlicher Melancholie. Im Vergleich zu After Forever, das sich mit offener Zukunft beschäftigte, bietet After Everything eine Art melancholische Rückschau - als würde man nach einem langen Sturm das Chaos aufräumen. Die Entwicklung von Hardin wirkt hier greifbarer, weil sie ohne Beziehungskontext funktioniert. Der Abstand zu den Eskalationen aus After Passion und After Truth ist spürbar und verleiht dem Epilog seine Stärke.

    6. Before (geplant für 2025)

    In diesem Prequel geht es zurück zu Hardins Jugend - geprägt von familiären Konflikten, Einsamkeit und unkontrollierter Wut. Der Film richtet sich an alle, die verstehen wollen, wie aus dem verschlossenen Jungen der zerrissene junge Mann wurde, dem Tessa später begegnet. Statt romantischer Höhenflüge steht hier der Ursprung seiner inneren Kämpfe im Mittelpunkt. Dass Hero Fiennes Tiffin nicht mehr in die Rolle zurückkehrt, sondern ein jüngerer Darsteller übernimmt, verleiht Before einen spürbaren Neuanfang. Wer Hardins Verhalten in den bisherigen Filmen oft schwer nachvollziehbar fand, bekommt hier einen tieferen Einblick in seine Geschichte. Für Deutschland ist ein Kinostart 2025 geplant. Spekulieren kann man bereits: Im Vergleich zu den bisherigen Filmen der Reihe könnte Before emotional eigenständiger wirken, da es sich ganz auf Hardins Vergangenheit konzentriert, ganz ohne Tessa. Anders als bei den vorherigen Teilen würde hier kein Beziehungsdrama im Mittelpunkt stehen, sondern eher eine düstere Coming-of-Age-Geschichte. Ob das aufgeht, wird sich erst zeigen, doch das Potenzial für einen emotional tiefgründigeren Film ist zweifellos da.

    7. After: Next Generation (geplant für 2025)

    Tessa und Hardin treten in den Hintergrund, wenn ihre Kinder Emery, Auden und Cousine Addy im Schatten einer legendären, komplizierten Liebesgeschichte eigene Wege finden müssen. Das ist genau das richtige für jüngere Gen Z-Zuschauer, aber auch langjährige Fans, die neugierig sind, wie sich emotionale Muster über Generationen fortsetzen. Der Balanceaktbedeutet hierbei vertraut zu bleiben, aber trotzdem neue Stimmen zuzulassen. Ob das gelingt, wird natürlich stark vom neuen Cast und der Weiterentwicklung der After-Reihe abhängen. Auch After: Next Generation ist für 2025 angekündigt. Während Before den Blick zurückwirft, könnte After: Next Generation die größte stilistische Veränderung bringen. Statt der toxischen Liebesdynamik von Tessa und Hardin stehen vielleicht  modernere Perspektiven im Fokus, mit neuen Hauptfiguren und einem potenziell diverseren Cast. Ob die neue Generation an den emotionalen Sog der ersten Filme anschließen kann, bleibt offen - spannend ist vor allem, ob das Drama auch ohne die Originalfiguren funktioniert.

  • „Die nackte Kanone“: Alle verrückten Filme von ZAZ (Zucker, Abrahams, Zucker)

    „Die nackte Kanone“: Alle verrückten Filme von ZAZ (Zucker, Abrahams, Zucker)

    Oliver Baumgarten

    Oliver Baumgarten

    JustWatch-Editor

    Nach über 30 Jahren kehrt Frank Drebin in Die nackte Kanone (2025) zurück. Das Remake mit Liam Neeson als Schussel-Polizist beruht auf einer der legendärsten Spoof-Filmreihen aller Zeiten. Geschaffen hat Die nackte Kanone (1988) ein Filmemacher-Trio, das als ZAZ in die Filmgeschichte eingegangen ist. 

    Die Brüder David und Jerry Zucker sowie Jim Abrahams, kurz: ZAZ, kennen sich seit ihrer Kindheit und gründeten beim Studium an der University of Wisconsin-Madison gemeinsam eine Theatergruppe namens The Kentucky Fried Theater. Ihr dort entwickelter schräger Humor und ihre Vorliebe für den Spoof-Film blieb die Basis ihrer gemeinsamen filmischen Arbeit. Die visuellen Gags, Genreparodien und Nonsense-Dialoge stehen bis heute als unverwechselbare Marke. Nimmt man die sechsteilige TV-Serie Die nackte Pistole (1982) dazu, haben die Drei acht gemeinsame Projekte realisiert, jedes für sich absolute Klassiker des Spoof-Films. Nach 1994 haben ZAZ als Trio nicht mehr zusammengearbeitet. 

    Im folgenden stellen wir Euch die sieben verfügbaren ZAZ-Filme in chronologischer Reihenfolge vor – und legen noch einen weiteren Film drauf, der mit dem ZAZ-Witz so verwandt ist, dass er irgendwie dazu gehört.

    1. Kentucky Fried Movie (1977)

    Ganz ähnlich wie der Comedy-Truppe Monty Python in England gelang es ZAZ in den USA, ihren an der Uni im The Kentucky Fried Theater entwickelten Humor auf die Leinwand zu übertragen. Und auch ähnlich der TV-Serie Monty Python’s Flying Circus (1969-1974) besteht ihr erster Film Kentucky Fried Movie (1977) aus einer Reihe von medienreflexiven Sketchen, die das Zapping-Verhalten nachahmen und persiflieren und Werbung, Trailer und Film- und Fernsehgenres parodieren. Allerdings fällt der ZAZ-Humor in diesen 83 Minuten wesentlich derber und respektloser aus als jener der Engländer, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ihr erster Film noch von jemand anderem inszeniert wurde: Drei Jahre vor seinem Welthit Blues Brothers (1980) übernahm Komödienspezialist John Landis die Regie und hat ganz sicher seinen Einfluss auf den Humor des Films geltend gemacht. Derart obszön und geschmacklos haben ZAZ den Humor danach nicht mehr interpretiert.

    2. Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (1980)

    Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug markiert 1980 den ersten ZAZ-Film, der nicht nur von ihnen geschrieben, sondern auch inszeniert wurde, und weist erstmals auch all die ZAZ-typischen Merkmale auf. Dazu gehört insbesondere der Grundsatz, nicht mit bekannten Komödianten zu arbeiten, sondern mit gestandenen Schauspielern wie Leslie Nielsen, Robert Stack, Peter Graves und Lloyd Bridges, die zuvor noch niemals Komödie gespielt haben. Das Resultat ist eine in 88 Minuten gepackte irre Persiflage mit hohem Tempo sowie hoher Gagdichte, eine Parodie vor allem auf die 1970er-Jahre-Katastrophenfilme, aber auch auf andere erfolgreiche Filme wie etwa Nur Samstag Nacht (1977). Auch ein anderes wichtiges ZAZ-Merkmal entwickelt sich in diesem Dreier-Regie-Debüt: diese spezielle Form der visuellen Gags, die stereotype Bilder scheinbar reproduzieren, nur um sie dann durch einen kleinen Trick ins Absurde zu wandeln.

    3. Top Secret (1984)

    Der vielleicht bekannteste dieser visuellen Gags aus allen ZAZ-Filmen könnte die Szene mit Peter Cushing als schwedischem Buchhändler in Top Secret sein. Wir sehen den Buchhändler in etwas lesen, sein linkes Auge erscheint dank einer enormen Lupe stark vergrößert. Doch sobald er die Lupe herunternimmt, bleibt das Auge so grotesk vergrößert und markiert den Beginn einer rückwärts abgespielten Plansequenz. Die 90-minütige Parodie auf Zweiter-Weltkriegs-Dramen und Elvis-Presley-Filme wimmelt vor solchen Gags und verrückten Einfällen wie einer Unterwasser-Saloon-Schlägerei. Und worum geht’s im Film? „Den Plot zu beschreiben, käme einem Akt der Sinnlosigkeit gleich”, schrieb Roger Ebert. Aber eine Nonsense-Komödie muss sowieso nur eines: für einen guten Gag alles opfern. Für mich nimmt Top Secret mit seinem rohen Irrsinn einen zentralen Platz im Schaffen der ZAZ ein. Wer die visuellen Gags als Kern des ZAZ-Humors liebt, wird von Top Secret begeistert sein, der mit seiner Verrücktheit und seinem wilden Zweiter-Weltkriegs-Genremix in Momenten stark an Richard Lesters anarchisches Meisterwerk Wie ich den Krieg gewann (1967) erinnert.

    4. Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone (1986)

    Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone dürfte der ZAZ-Film sein, dessen Comedy am konventionellsten gestaltet ist – was allerdings im ZAZ-Zusammenhang immer noch reichlich verrückt bedeutet. Trotzdem: Der Film und seine Komik basieren viel deutlicher auf einer inhaltlichen Grundprämisse und deren Entwicklung im Plot, auch die Schauspieler:innen sind erstmals bekannte Comedy-Größen wie Danny DeVito oder Bette Midler. Der Grund dafür ist offensichtlich: Es ist der einzige ZAZ-Film, der von einem anderen Autoren stammt: Dale Launer, der später auch Drehbücher für Blake Edwards und Frank Oz schrieb. Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone ist eine Regie-Auftragsarbeit für ZAZ und als solche eine gelungene schwarze Komödie mit aber stark reduzierter parodistischer Ausrichtung. Wer also die stilprägenden visuellen Gags, die Wortwitze und parodistischen Momente sucht, die so typisch sind für ZAZ, wird von diesen 93 Minuten eher enttäuscht sein. Trotzdem: Als eher konventionelle Komödie funktioniert es immer noch prächtig.

    5. Die nackte Kanone (1988)

    Der letzte Film, den alle drei ZAZ maßgeblich gestaltet haben, gilt heute ziemlich unbestritten als beste Spoof-Comedy aller Zeiten. Geschrieben von Zucker, Abrahams, Zucker, inszenierte den Film David Zucker alleine. Die Grundkonstellation basiert auf der sechsteiligen TV-Serie von ZAZ, Die nackte Pistole, die 1982 nur mäßigen Erfolg hatte. Doch die Hauptfigur Lt. Frank Drebin hat ZAZ nicht losgelassen – insbesondere die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Leslie Nielsen, der seine Komödienfigur anlegt wie in einem Drama und erst dadurch wirklich lustig wird, hat ZAZ zu einem neuen Ansatz inspiriert. Heute ist die 86-minütige Krimiparodie Kult und hat unzählige Klassikermomente hervorgebracht wie etwa die epische Verwundung von Nordberg, die halbe Banane in Als Mundwinkel oder die Variationen von „Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen!” Gemeinsam mit Top Secret bildet für mich Die nackte Kanone das Herz des filmischen ZAZ-Schaffens.

    6. Die nackte Kanone 2 ½ (1991)

    Bereits für die Fortsetzung dieser so erfolgreichen Krimiparodie brach das ZAZ-Trio ihre Einheit. Jerry Zucker wollte neue Wege gehen und vertiefte sich in seine Regiearbeit für Ghost – Nachricht von Sam (1990), blieb aber beim Sequel als Koproduzent an Bord. Das Gleiche gilt für Jim Abrahams, der hier mitproduzierte, aber parallel eigene Projekte verfolgte. David Zucker schrieb also das Buch (gemeinsam mit Pat Proft) und inszenierte diesen kommerziell erfolgreichsten Nackte Kanone-Film. Darin schicken die Macher ihr bewährtes Ensemble aus Leslie Nielsen, George Kennedy, Priscilla Presley und O.J. Simpson in einen erstaunlich zeitgemäßen Plot: Es geht gegen die Lobby für fossile Energien, die eine Politik für erneuerbare Energien zu sabotieren versuchen. Vor allem aber geht’s natürlich wieder darum, ein parodistisches Gag-Feuerwerk zu zünden, und das gelingt 85 Minuten lang unnachahmlich. Wer den ersten Teil liebt, wird vom zweiten Teil – und das ist in der Filmgeschichte durchaus bemerkenswert – kaum enttäuscht sein.

    7.  Hot Shots! – Die Mutter aller Filme (1991)

    Mit Hot Shots! – Die Mutter aller Filme verfolgte Jim Abrahams sein ganz eigenes Spoof-Comedy-Projekt, das er inszenierte und zusammen mit Pat Proft schrieb, der sich langsam zu einer Art viertem ZAZ entwickelte. Vordergründig ist der 85-minütige Film eine Parodie auf pathetische und romantische Navy-Heldenepen à la Top Gun (1986) mit Charlie Sheen als perfekte Tom-Cruise-Nachahmung sowie erneut mit Lloyd Bridges. Dazu enthält der Film aber auch Anspielungen auf mindestens ein Dutzend weitere Filme – ein schönes Ratespiel für Filmnerds. Der Film schlug derart erfolgreich ein, dass Abrahams mit Proft 1993 die Fortsetzung Hot Shots! Der zweite Versuch fertigstellte. Hot Shots! – Die Mutter aller Filme ist der Nicht-ZAZ-Film, der sich am meisten wie ein ZAZ-Film anfühlt und der sich in Bezug auf seinen Humor irgendwo zwischen Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug und Die nackte Kanone einreiht.

    8. Die nackte Kanone 3 ⅓ (1994)

    Den dritten „Nackte Kanone“-Film schrieb David Zucker gemeinsam mit Pat Proft, während Jerry Zucker und Jim Abrahams erneut produzierten. Die Regie allerdings übernahm Peter Segal. Es war dessen erster Film, dem viele weitere Komödien folgten wie etwa Die Wutprobe (2003) oder Get Smart (2008). Auch für diesen dritten Teil konnte wieder das gesamte Ensemble an Schauspieler:innen zusammengebracht werden. Zu den unvergesslichen Momenten in 82 Minuten gehört hier zweifellos die Einstiegssequenz, die eine Hommage darstellt an die Treppenszene aus The Untouchables (1987), die wiederum eine Hommage darstellt an die Treppensequenz aus Sergej Eisenstein Panzerkreuzer Potemkin (1925). Ein wirklich herrlicher Filmeinstieg. Der Rest allerdings bleibt hinter den ersten Teilen zurück. Der Film wirkt eher wie ein einziges großes Selbstzitat und sorgt deshalb insbesondere hartgesottenen Fans eher für nostalgischen Spaß.

  • Die zehn faszinierendsten Stummfilme online

    Die zehn faszinierendsten Stummfilme online

    Oliver Baumgarten

    Oliver Baumgarten

    JustWatch-Editor

    Zwar wurde zuvor weltweit schon viel herum experimentiert, doch Der Jazzsänger (1927) gilt allgemein als der erste abendfüllende Tonfilm der Filmgeschichte. Dank des Gesangs von Al Jolson wurde das Musikdrama ein Riesen-Hit und ebnete so den Weg zum Durchbruch des Tonfilms.

    Eingeläutet wurde damit auch das Ende der ersten großen Ära in der Entwicklung des Films: dem Stummfilm. Seit den Anfängen der ersten Filmpioniere von den Lumière-Brüdern hin zu den Gebrüdern Skladanowsky und Alice Guy-Blaché Ende des 19. Jahrhunderts wurden weltweit bis Ende der 1920er Jahre faszinierende Klassiker der Filmgeschichte geschaffen. Die extrem produktive Stummfilmphase hat die Grundsteine der wichtigsten Filmgenres gelegt und dabei wahrhaft Spektakuläres geschaffen – Filme, die bis heute begeistern und erstaunen.  

    Wir stellen Euch zehn spannende Stummfilme in chronologischer Reihenfolge vor, die Euch einen perfekten Querschnitt bieten mit unterhaltsamen Klassikern unterschiedlichster Genres. Das Beste: Die meisten von ihnen sind zurzeit kostenlos anzuschauen! Wo, das verrät Euch unser Streamingguide.

    1. Die Reise zum Mond (1902)

    Der Franzose Georges Méliès gilt als der große Illusionist und Visionär unter den Filmpionier:innen. Als Erfinder des Stop-Motion-Verfahrens und zahlreicher anderer Tricks verzauberte er ein weltweites Publikum. Im eigenen sonnendurchfluteten Filmstudio drehte er die einfallsreichsten Abenteuerfilme – Martin Scorsese setzte jener Zeit mit Hugo Cabret (2011) ein wunderschönes filmisches Denkmal. Méliès’ bekanntestes Werk, der 14-minütige Science-Fiction-Film Die Reise zum Mond nach Motiven von Jules Verne und H.G. Wells, handkoloriert und voller damals innovativster Tricks, zählt zu den bedeutendsten Arbeiten der filmischen Frühgeschichte. 75 Jahre bevor George Lucas mit Krieg der Sterne (1977) die wohl bis heute einflussreichste Sci-Fi-Filmwelt schuf, drehte Méliès ein fantasiereiches Abenteuer, dessen bekanntestes Bild heute geradezu ikonisch geworden ist: der Mond, dem eine Rakete im Auge steckt. 

    2. Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)

    Robert Wienes düsterer Mysterythriller steht exemplarisch für die Strömung des expressionistischen Films, der die Filmproduktion der Weimarer Republik weltberühmt machte. Am deutlichsten zeigt sich der Expressionismus von Das Cabinet des Dr. Caligari an den prägnanten Bauten. Die Häuser, Räume und Stadtfluchten wirken auf groteske Weise verzerrt, aufgemalte Schatten bilden mit der harten Beleuchtung eine unheimliche Stimmung, und düster geschminkte Schauspieler vermitteln in den engen Räumen klaustrophobischen Grusel. Die unheilvolle Stimmung und das scheinbar fremdgesteuerte Böse waren bestimmende Motive des Weimarer Kinos. Bis heute fasziniert der 78-minütige Film durch die intensive Atmosphäre und die akzentuierten, monochrom gefärbten Bilder. 

    3. Der Vagabund und das Kind (1921)

    Der Vagabund und das Kind, in Deutschland auch unter seinem Originaltitel The Kid bekannt, markiert mit 68 Minuten Lauflänge Charlie Chaplins ersten Langfilm, den er schrieb, produzierte und inszenierte. In der Hauptrolle tritt er in seiner ikonischen Kunstfigur des „Tramp“ auf, die noch heute jedes Kind sofort mit Chaplin assoziiert. Im Film findet der namenlose Tramp einen kleinen Jungen und kümmert sich rührend um ihn, bis ihre Zweckgemeinschaft bedroht wird. Der Film, den Chaplin über ein Jahr hinweg akribisch vorbereitete und mit enormem Aufwand umsetzte, verbindet Chaplins klassischen Comedyelemente mit zeitgenössischen Sozialthemen – eine seinerzeit einzigartige Mischung. Das Publikum war begeistert, der Film wurde zum Kassenschlager und zählt bis heute zu Chaplins prägendsten Werken.

    4. Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1922)

    Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu, eine Symphonie des Grauens gilt als eines der großen Meisterwerke der internationalen Filmgeschichte. Der Film prägte die Dominanz des Dämonischen im Weimarer Kino wie kaum ein anderer und gilt als Begründer des filmischen Gothic Horror. Die inoffizielle Adaption des Bram-Stoker-Klassikers „Dracula“ hat in 96 Minuten unvergessliche Momente des Horrorfilmgenres hervorgebracht. Die blasse und grausige Präsenz des Hauptdarstellers Max Schreck, der Schatten seiner knochigen Hände, die düsteren Bilder der Wismarer und Lübecker Architektur, die für den fiktiven Ort Wisborg Pate standen: Zahllose Filme orientieren sich bis heute an der faszinierenden Umsetzung dieses Vampirfilms, der erst kürzlich durch Robert Eggers neu interpretiert wurde (Nosferatu – Der Untote, 2024). Wer Freude an Gothic Horror hat, kommt an diesem über hundert Jahre alten Meisterwerk nicht vorbei.

    5. Dr. Mabuse, der Spieler (1922)

    Mit Dr. Mabuse, der Spieler schuf Fritz Lang 1922 die erste Verfilmung jener manipulativen Figur, die auf den Schriftsteller Norbert Jacques zurückgeht und die immer wieder besonders in der deutschen Filmgeschichte in Erscheinung tritt. Der zweiteilige und viereinhalb Stunden lange Film erzählt die Geschichte des zwielichtigen Psychoanalytikers, der hinter der Fassade seiner Praxis ein Verbrechersyndikat führt und im Berliner Nachtleben Menschen beim Glücksspiel über Hypnose manipuliert. Von Lang herausragend inszeniert, besticht der Film aus heutiger Sicht insbesondere durch den Spiegel, den er dem Weimarer Zeitgeist vorhält. Für Lang entwickelte sich Dr. Mabuse zur Figur, mit der er noch zweimal deutliche Gesellschaftskritik äußerte: Sein Das Testament des Dr. Mabuse (1933) zog Parallelen zwischen Verbrechen und Nationalsozialismus und wurde von den Nazis verboten. Mit Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960) schließlich schuf er nach seiner Rückkehr aus den USA ein frühes Mahnmal gegen eine Welt der Überwachung. Trotz seiner wahnwitzigen Länge entwickelt Langs Kriminalfilm eine ähnliche hypnotische Wirkung wie Dr. Mabuse selbst.

    6. Ausgerechnet Wolkenkratzer! (1923)

    Im Kanon der großen US-amerikanischen Stummfilmkomödianten wird Harold Lloyd selten als erstes genannt, dabei steht sein Einfallsreichtum, seine Risikobereitschaft und sein mimisches Spiel Chaplin, Keaton und Laurel/Hardy in nichts nach. Der bis heute bekannteste Beleg dafür ist die spannende und turbulente Komödie Ausgerechnet Wolkenkratzer!. Der Held des Films, ein kleiner Mann vom Dorf, will in New York groß rauskommen und einen Wettbewerb um die beste Werbeaktion für ein Kaufhaus gewinnen. Seine Idee: ohne Hilfsmittel ein Hochhaus zu erklimmen. Der 73 Minuten lange Film enthält haarsträubende Stunts, die Lloyd größtenteils persönlich ausübte, und bietet Nervenkitzel auf derart schwindelerregende Art, dass – so wird kolportiert – manche Kinos seinerzeit Krankenschwestern beschäftigten, um Besucher aus drohender Ohnmacht zu retten. Das vielleicht berühmteste Bild, in dem Lloyd sich am Zeiger einer Uhr festhält, fand im ersten Teil von Zurück in die Zukunft (1985) eine schöne Würdigung. Wer bei Ausgerechnet Wolkenkratzer! definitiv auf seine Kosten kommen wird, sind Fans der artistischen Stunt-Action von Jackie Chan in Filmen wie Rumble in the Bronx (1995) oder Shanghai Knights (2003). Die Martial-Arts-Ikone beruft sich in seinen Filmen immer wieder auf Lloyd.

    7. Der letzte Mann (1924)

    Die bewegende Geschichte über einen Hotelportier, der wegen seines zunehmenden Alters zur Toilettenbetreuung degradiert wird, aber zuhause weiterhin so tut, als wäre nichts geschehen, bedeutete für Filmschaffende wie Friedrich Wilhelm Murnau, Produzent Erich Pommer, Kameramann Karl Freund und natürlich Hauptdarsteller Emil Jannings den Türöffner nach Hollywood. Dieser Höhepunkt des deutschen Filmexpressionismus besticht insbesondere durch die subjektivierte Erzählweise und Bildgestaltung, die es ihm ermöglichte, so gut wie ohne Zwischentitel auszukommen. Erstmals wurde im Film mit einer subjektiven entfesselten Kamera gearbeitet und damit ein neuer Kosmos der Filmsprache eröffnet. Wer den deutschen Filmexpressionismus der Weimarer Jahre erleben möchte, sollte nach Das Cabinet des Dr. Caligari unbedingt auch Murnaus 90-minütigen Klassiker anschauen.

    8. Panzerkreuzer Potemkin (1925)

    Als sowjetische Revolutionspropaganda gedreht, stellt der Film heute mit seiner beispiellosen Bildkomposition und seiner innovativen Montage ein unbestrittenes Meisterwerk dar, das Generationen von Filmschaffenden weltweit inspiriert hat. Sergei Eisenstein, der sich mit seinen avantgardistischen Filmen bewusst gegen den Erzählstil des Westens gestellt hat, schuf mit Panzerkreuzer Potemkin dank seiner Attraktionsmontage eine gewaltige Spannungsdramaturgie, die sich in einer der berühmtesten Sequenzen der Filmgeschichte entlädt: dem Massaker auf der Hafentreppe von Odessa. Zahllose Filme von The Untouchables (1987) über Die nackte Kanone 3⅓ (1994) bis zu Woody Allens Bananas (1971) haben Montage und Dramaturgie dieser Szene in Zitaten gehuldigt. Zweifellos einer der Filme, der mit seinen 75 Minuten die internationale Filmsprache mit am meisten beeinflusst hat und heute aufwühlend und spannend ist wie eh und je.

    9. Der General (1926)

    Ein Lokomotivführer nimmt während des Amerikanischen Bürgerkriegs im Alleingang die Verfolgung seiner entführten Lokomotive auf: So ungefähr jeder kennt Bilder aus Buster Keatons Stummfilmkomödie Der General. Dabei bedeutete sie seinerzeit Keaton selbst als großes Fiasko, denn der mit seinen 79 Minuten einst teuerste Film aller Zeiten floppte und läutete den Niedergang eines der spannendsten Filmpersönlichkeiten aller Zeiten ein. Heute stellen seine unglaublichen Stunts, seine immens gefährlichen Tänze auf Loks und Waggons, die erstaunlich bewegliche Kamera und Keatons „Deadpan Acting” Ikonen der Filmgeschichte dar. Von Hitchcocks Eine Dame verschwindet (1938) über Express in die Hölle (1985) bis Snowpiercer (2013) und Bullet Train (2022): Seit Der General bilden Filme, die überwiegend im begrenzten Raum eines Zugs spielen, fast so etwas wie ein Subgenre, das von seiner extremen Spannung und Dynamik lebt.

    10. Napoleon (1927)

    Der Historienfilm über das Leben Napoléon Bonapartes gehört zu den zahlreichen gigantomanischen Produktionen der Filmgeschichte, deren technischer und erzählerischer Anspruch über ihre jeweiligen Möglichkeiten hinausgingen. Regisseur Abel Gance schuf ein fünfeinhalbstündiges Historienepos voller Innovationen im Bereich Montage und Kamera, in Teilen handkoloriert und mit zahllosen Schauspielern besetzt. Doch all der Aufwand und all die Innovationen dieses visuell aufregenden Films hatten einem Umstand nichts entgegenzusetzen: der Erfindung des Tonfilms. Die Begeisterung über dieses neue audiovisuelle Erlebnis setzte sich derart schnell durch, dass Abel Gances Napoleon gnadenlos unterging und erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt und dann endlich gewürdigt wurde. Napoleon gilt zweifellos als die Geburtsstunde des epischen Biopic – und gerade ein Vergleich mit Ridley Scotts immerhin auch 158 Minuten langem Napoleon (2023) fällt wegen der fast obsessiven Detailtreue und Epik faszinierend aus.

  • Die zehn teuersten Kinofilme aller Zeiten (ohne Berücksichtigung der Inflation)

    Die zehn teuersten Kinofilme aller Zeiten (ohne Berücksichtigung der Inflation)

    Oliver Baumgarten

    Oliver Baumgarten

    JustWatch-Editor

    Wollen uns Filme in vergangene oder fantastische Welten transportieren, kann ihre Produktion enorme Summen kosten. Wir haben für Euch die zehn teuersten Filme aller Zeiten zusammengestellt. Da niemand die Filmstudios verpflichtet, ihre Produktionskosten auf den Cent genau zu veröffentlichen, bewegt sich ein Teil dieser Liste ohne Frage im Bereich der Spekulationen. Trotzdem faszinieren diese bei Wikipedia als „offiziell anerkannte Zahlen” zusammengestellten Ergebnisse.

    Wenig überraschend stammen die zehn teuersten Filme aller Zeiten aus den USA. Während eine Hälfte von ihnen Comicverfilmungen ausmacht, besteht die andere Hälfte aus Beiträgen zu Franchises. Wer Lust hat, sich genau anzuschauen, für welche Art von Spektakel Hollywood das meiste Geld in die Hand genommen hat, kann in unserem Guide herausfinden, auf welchen Portalen die Filme gestreamt werden.

    10. Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2023)

    Platz zehn belegt interessanterweise ein Film, der zu den wenigen Marvel-Adaptionen gehört, die an den internationalen Kinokassen eher enttäuschten. Dieser dritte Film rund um den Ant-Man-Helden und Film Nummer 31 im Marvel-Universum soll rund 330 Mio. Dollar gekostet haben. Das Budget erlaubte ein großes Staraufgebot. Neben Paul Rudd und Evangeline Lilly in den Titelrollen sind u.a. auch Michael Douglas, Michelle Pfeiffer und Bill Murray dabei. Für die Fantasiewelt des Quantenraums, in den die Hauptfiguren abtauchen, schuf das Team um Regisseur Peyton Reed für die Lauflänge von 125 Minuten gigantische digitale Plateaus, fremde Wesen und Welten. Definitiv also ein idealer Film für Fans schriller und actionreicher Sci-Fi-Universen. Allerdings schadet es nicht, sich in der Marvel-Welt gut auszukennen, denn Quantumania setzt durchaus mehr Vorwissen voraus als viele andere Filme wie etwa Avengers 2: Age of Ultron (2015).

    9. Avatar 2: The Way of Water (2022)

    Die Produktionskosten der Fortsetzung von Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009), eines der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, werden auf mindestens 350 Mio. Dollar geschätzt. Regisseur James Cameron setzte erneut darauf, besonderes Augenmerk auf perfekte immersive Effekte der 3D-Technologie zu legen. Ein Schwerpunkt des satte 192 Minuten dauernden Films liegt in der Kreation einer aufwändigen Unterwasserwelt, in der sich die Figuren bewegen. Insbesondere dank eines komplexen Motion-Capture-Verfahrens gelangen auf diese Weise perfekte Bewegungseindrücke, wie sie im CGI-generierten Wasser zuvor noch nicht zu sehen waren. Dazu mischen sich aber auch reale Unterwasseraufnahmen – so wird ja kolportiert, Kate Winslet sei es bei den Dreharbeiten gelungen, ganze sieben Minuten und fünfzehn Sekunden die Luft anzuhalten. Beide, James Cameron und Kate Winslet, bewerben sich damit sehr vielversprechend dafür, „Aquawoman” zu drehen – es müsste dafür nur erstmal die Vorlage entstehen. Wie schon beim ersten Avatar-Film gilt aber auch hier: Neben Spaß an technischer Perfektion und Kino-Pomp braucht es auch eine gewisse Offenheit für esoterische Zwischentöne.

    8. Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

    Der 28. Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) wurde vom Superhelden-Spezialisten Sam Raimi inszeniert und soll mindestens 351 Mio. Dollar gekostet haben – also mehr oder weniger gleich viel wie Avatar 2: The Way of Water. Der 126 Minuten lange Film stellt die Fortsetzung von Doctor Strange (2016) dar, und gleichzeitig handelt es sich um eine Art Spin-off der Serie WandaVision (2021) – alles hängt ja im MCU irgendwie miteinander zusammen. Wie schon in Antman and the Wasp: Quantumania bestechen auch hier die aufwendigen Bilder eines Paralleluniversums, das in die Realwelt hineinreicht. Nur ist die Stimmung bei Sam Raimi düsterer, und der Film fühlt sich nicht so an, als sei er Teil einer abenteuerlichen Sci-Fi-Saga.

    7. Avengers 4: Endgame (2019)

    Zwei Avengers-Verfilmungen liegen mit geschätzten Produktionskosten von 356 und 365 Mio. Dollar auf den Plätzen 6 und 7. Dass sie damit bis heute als teuerste Superhelden-Filme gelten dürfen, scheint ja schon deshalb gerechtfertigt, weil bei den Avengers schließlich gleich eine ganze Vielzahl der Heldinnen und Helden aus den Einzelfilmen zum Einsatz kommen. Beliebte Figuren wie Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und viele andere sorgen als Team für ein irres Spektakel. Die Figurenmenge provoziert bei so manchem einen superheldischen Overkill. Der Popularität der Avengers-Reihe tut das natürlich keinen Abbruch – im Gegenteil: Der vierte Teil Endgame hat mit seinen 181 Minuten Lauflänge weltweit rund drei Milliarden Dollar eingespielt – und das allein im Kino. Damit liegt er hinter Avatar – Aufbruch nach Pandora mit seiner finalen, vermutlich größten Held:innen-Massenschlacht an Platz zwei der einspielkräftigsten Filme – und das trotz seiner fast melancholischen Stimmung.

    6. Avengers 2: Age of Ultron (2015)

    In absolut irrem Tempo und voller spektakulärer Actionmomente jagt die enorme Starbesetzung aus u.a. Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo und Scarlett Johansson in diesem zweiten Avengers-Film durch eine wilde Story quer um den Globus. Die Fülle an Action und vor allem auch Schauplätzen – darunter auch der fiktive osteuropäische Staat Sokovia – machte nicht weniger als rund 3.000 digitale Effekte notwendig, die von zehn Spezialfirmen umgesetzt wurden. Ein solcher Aufwand hat seinen Preis: 365 Mio. Dollar soll der 142-minütige Film gekostet haben, der im Vergleich zu Endgame viel konventioneller als Superheldenfilm daherkommt.

    5. Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten (2011)

    Auf Platz 5 liegt der älteste Film aus der Top Ten, was bedeutet, dass er längere Zeit als teuerster Film aller Zeiten gegolten hat: Es handelt sich um den vierten Teil der so erfolgreichen Piratenfilmreihe von Disney und soll 379 Mio. Dollar gekostet haben. Das Team um Regisseur Rob Marshall hat sich in diesem vierten Teil ein wenig vom CGI-Look der letzten beiden Caribbean-Filme verabschiedet und verstärkt auf üppigste Ausstattung und erlesene Originalschauplätze gesetzt – eine kostspielige Entscheidung, die aber beim Publikum hervorragend ankam. Ein 137 Minuten währendes Hochtempo-Seeräuberabenteuer mit Johnny Depp und Penélope Cruz, das weltweit über eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Besser sind Abenteuer und Slapstick wohl selten miteinander kombiniert worden.

    4. Fast & Furious 10 (2023)

    Nichtkenner der Autorenn-Saga mag es verwirren, aber Fast & Furious 10 markiert faktisch gesehen den elften Film der Reihe. Seine Produktionskosten werden auf mindestens 379 Mio. Dollar geschätzt, womit der Film klar über dem kalkulierten Budget lag. Die hohen Kosten sind zum Teil sicherlich auf die Unstimmigkeiten zwischen Regisseur Justin Lin und Produzent und Hauptdarsteller Vin Diesel zurückzuführen, die zur Unterbrechung der Dreharbeiten geführt haben. Louis Leterrier übernahm den Regieposten von Justin Lin und hat wohl auch Änderungen am Drehbuch vorgenommen. Fast & Furious 10 nimmt in seinen 142 Filmminuten wieder etwas jenes Pompösen zurück, in das sich die Reihe zuvor gesteigert hatte, und konzentriert sich wieder mehr auf die Wurzeln. Den Fans hat das zwar gefallen, trotzdem hat der Film mit rund 714 Mio. Dollar weltweit im Kino nur die Hälfte dessen eingespielt, was der erfolgreichste Teil des Franchise, Fast & Furious 7 (2015), erzielt hatte.

    3. Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (2019)

    Die vielleicht legendärste Saga der Filmgeschichte findet ihr Ende – und das ließ sich Disney kolportierte 416 Mio. Dollar kosten. Als Regisseur dieses neunten und letzten Teils der Star Wars-Haupterzählung konnte erneut J. J. Abrams gewonnen werden, der somit zur vielleicht bedeutendsten kreativen Figur der dritten Trilogie wurde. Eines der konzeptionell größten Schwierigkeiten des Projekts fand sich im Vorfeld im überraschenden Tod der Schauspielerin Carrie Fisher, deren Figur Leia ursprünglich eine zentrale Funktion im Film haben sollte. J. J. Abrams und Chris Terrio schrieben nach ihrem Tod das Drehbuch um. Die Szenen, in denen Carrie Fisher im fertigen Film zu sehen sind, stammen aus Dreharbeiten zu vorangegangenen Star Wars-Filmen. Ähnlich übrigens wie auf Antman and the Wasp: Quantumania reagierte die Fangemeinde etwas reserviert: Obwohl Episode IX die Milliarden-Dollar-Grenze geknackt hat, bleibt er der einspielschwächste der dritten Trilogie – und das, obwohl er die Reise der Ur-Held:innen in der klassischen und ureigenen Star-Wars-Atmosphäre zu ende bringt.

    2. Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018)

    Auch auf Platz 2 findet sich der Vertreter eines erfolgreichen Franchise: Der fünfte Teil der Jurassic-Park-Filmreihe soll Produktionskosten in Höhe von 432 Mio. Euro verschlungen haben. Die größten Stars dieses Franchise sind ja seit jeher die Dinosaurier, und so tauchen in diesem fünften Film mehr Exemplare auf als je zuvor, darunter auch zahlreiche neue Saurier-Arten sowie eine fiktive Art, der Indoraptor. Um die eindrucksvollen Bilder der Tiere herzustellen, griff das Team um Regisseur J. A. Bayona auf einen Mix aus CGI und Animatronics zurück, also auf die Kombination aus digital erzeugten Bildern einerseits und mechanisch oder elektronisch gesteuerten Modellen andererseits. Diese aufwendigen Arbeiten haben sich einerseits gelohnt: 1,3 Milliarden Dollar hat der 128-minütige Film weltweit in den Kinos eingespielt. Andererseits hat nicht allen Fans gefallen, dass der Film erst wie ein Katastrophenfilm funktioniert und sich dann plötzlich in eine Art Horrorkammerspiel wandelt – so wie die Wissenschaftler im Film genetisch experimentieren, so suchen auch die Schöpfer des Jurassic-Franchises nach der perfekten DNA ihrer Grundidee; näher als mit Jurassic Park (1993) und Jurassic World (2015) sind sie noch nicht drangekommen.

    1. Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015)

    J. J. Abrams zum zweiten: Der erfolgsverwöhnte Regisseur, Autor und Produzent hat das bisher höchste Produktionsbudget aller Zeiten ausgeben dürfen. 447 Mio. Dollar soll Das Erwachen der Macht und damit der siebte Teil der originalen Star Wars-Saga gekostet haben. Die Erwartungen im Vorfeld waren ja auch enorm: Eine der beliebtesten Trilogien aller Zeiten 30 Jahre später fortzuführen und das auch noch mit fünf der Original-Schauspielerinnen und -Schauspieler – das musste einfach ein besonderer Film werden. Sechs unterschiedliche Planeten-Welten wurden in Studios, an Originalschauplätzen und im Computer erschaffen, um diese ganz eigene und besondere Star Wars-Atmosphäre zu schaffen. Und das mit riesigem Erfolg: Über zwei Milliarden Dollar hat der Film in den weltweiten Kinos eingespielt und das Star Wars-Fieber auf ein neues Level gebracht.

  • Die Magie der Monster und Märchen: Alle Filme von Guillermo del Toro im Ranking

    Die Magie der Monster und Märchen: Alle Filme von Guillermo del Toro im Ranking

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Guillermo del Toro steht wie kaum ein anderer zeitgenössischer Filmemacher für das Kino der Fantasie: Seine Filme sind geprägt von einer opulenten Bildsprache, handgemachten Kreaturen und voller Mitgefühl für das Unvollkommene.

    Dabei nutzt Del Toro auffällige Farben und wiederkehrende Motive nicht, um das Monströse nicht Feindbild zu inszenieren, sondern als Projektionsfläche für Außenseitertum und gesellschaftliche Ängste. Seine Kreationen sind selten eindeutig gut oder böse —vielmehr interessiert ihn das Tragische, Übersehene und Imperfekte im Menschen wie im Monster.

    Das zeigt sich besonders in seiner Vorliebe für Gothic-Elemente, dunkle Märchen und die ständige Konfrontation mit Trauma und Verlust. Mit seiner kommenden Frankenstein-Adaption, die im Spätsommer 2025 in Venedig Premiere feiert, erfüllt del Toro sich einen langgehegten Traum: eine Neudeutung eines der wirkmächtigsten Monster-Mythen der Literaturgeschichte.

    Vorab geben wir im folgenden Ranking einen Überblick über Guillermo del Toros bisher erschienene Filme – vom blutigen Actionrausch bis zum melancholischen Meisterstück.

    12. Pacific Rim (2013)

    Wenn sich gigantische Roboter – die sogenannten „Jaeger“ – im Pazifik mit außerirdischen Monstern, den Kaiju, große Kämpfe liefern, merkt man: Guillermo del Toro hat sich sein kindliches Staunen bewahrt. Pacific Rim ist pures Popcornkino, aber unter der Oberfläche erzählt der Film auch von Schicksalen, die vernetzt sind – wortwörtlich, denn die Piloten müssen sich mental mit den Robotern verbinden, um ihre Maschinen zu steuern.

    Spannender als die brachialen Duelle sind die Feinheiten im „Creature-Design“, das von del Toros Begeisterung für handgemachte Monster zeugt. Der Film verbindet Anime-Ästhetik mit Monsterfilm-Traditionen und fügt sich als verspieltes Blockbuster-Zwischenspiel in das Werk des mexikanischen Regisseurs ein, ragt aber nicht an die Kreaitivität und Emotionalität späterer Filme heran.

    11. Blade II (2002)

    Mit der Fortsetzung des Comic-Erfolgs Blade II lieferte del Toro seinen Beitrag zum modernen Vampirfilm: Der Daywalker Blade (Wesley Snipes) – halb Mensch, halb Vampir – wird diesmal gezwungen, sich mit seinen eigentlichen Feinden zu verbünden, um einer noch fataleren Bedrohung durch die mutierten „Reaper“-Kreaturen zu begegnen.

    Del Toro stürzt sich mit sichtbarer Lust ins Actiongenre und zeigt ein Spektakel aus Martial-Arts-Kämpfen und blutigen Szenen. Die Vampire werden – typisch für den Monster-Liebhaber – als tragische Randfiguren gezeigt, wodurch der Film bei allem Effektgewitter immerhin auch eine gewisse emotionale Fallhöhe erhält.

    10. Mimic – Angriff der Killerinsekten (1997)

    Mit Mimic – Angriff der Killerinsekten taucht del Toro tief in die Schatten des urbanen Raums hinab: Im Untergrund Manhattans hat eine genmanipulierte Kakerlakenart überlebt, die ihre Gestalt ändern kann und langsam zu einer existenziellen Bedrohung für die Menschheit wird. Del Toro zeichnet eine Welt, in der sich wissenschaftliche Experimente, Angst vor einer unbekannten Bedrohung und soziale Vernachlässigung zu einem finsteren Albtraum verweben.

    Trotz vieler (ärgerlicher) Eingriffe seitens der Studioverantwortlichen erkennt man die Handschrift del Toros deutlich: das Spiel mit Dunkelheit, eine morbide Poesie in den Monstern – und letztlich eine stille Empathie für das Verstoßene. In diesem frühen Werk zeigt sich außerdem schon del Toros späterer Hang dazu, Horror als emotionales, beinahe trauriges Genre zu begreifen.

    9. Hellboy (2004)

    Hellboy, der rote Hüne mit Steinfaust und rebellischer Mähne, ist gewiss eine der ikonischsten Figuren in del Toros illustrer Filmografie. Die Geschichte eines von Nazis gerufenen, aber auf der Seite des Guten kämpfenden Halbdämons, der mit Sarkasmus und Melancholie gegen das Übernatürliche antritt, ist mehr als eine routinierte Comic-Adaption. Del Toro verleiht der düsteren Vorlage von Mike Mignola eine poetisch-melancholische Note und kombiniert liebevolles Creature-Design mit Horror und Humor.

    Das Zusammenspiel von Hellboy (Ron Perlman) mit seinem Team aus Freaks und Fantasten, ihre Freundschaft, wird zum Kernstück des Films – und damit markiert Hellboy einen entscheidenden Schritt in del Toros Schaffen: die Verbindung von Fantastik und Menschlichkeit, die später in Pans Labyrinth und Shape of Water ihren künstlerischen Höhepunkt finden sollte, kommt hier erstmals zum Vorschein.

    8. Cronos (1993)

    Schon in seinem Langfilmdebüt erzählt del Toro davon, dass das Monströse nicht grauenvoll, sondern zutiefst menschlich sein kann: Ein alter Antiquitätenhändler (Federico Luppi) entdeckt das geheimnisvolle „Cronos“-Gerät, das ewiges Leben verheißt – aber zur Sucht nach Blut verdammt.

    Del Toro inszeniert keine bloße Vampirgeschichte, sondern eine Meditation über Vergänglichkeit, geladen mit religiöse Symbolik und der Sehnsucht nach zweiten Chancen. In der melancholisch-poetischen Stimmung von Cronos ist bereits das spätere Herz seines Werks zu erkennen – hier wechselt sie sich allerdings noch mit einer bisweilen störenden Komik ab.

    7. Crimson Peak (2015)

    In Crimson Peak entfaltet del Toro seine Liebe zum Gothic – ein Genre, das zwischen Schönheit und Schrecken, Verlangen und Verderben taumelt. Eine junge Autorin Edith (Mia Wasikowska) wird von ihrer Leidenschaft und Neugier in das titelgebende abgelegene Anwesen „Crimson Peak“ gelockt, wo sie schnell zwischen blutigen Visionen, Geistererscheinungen und dunklen Familiengeheimnissen gefangen ist.

    Visuell ist dieser Film ein Fest: strahlende Farben, morbide Pracht, endlose Treppenhäuser – das Haus als atmender, unheimlicher Organismus. Jessica Chastain glänzt als undurchsichtige Schwester voller Schmerz und Furor, Tom Hiddleston gibt den tragischen Liebhaber. Erzählerisch bleibt das üppige Schauerdrama allerdings an der Oberfläche.

    6. Hellboy II: Die Goldene Armee (2008)

    Del Toro setzt in der Fortsetzung von „Hellboy“ noch konsequenter auf seine Märchenliebe: Prinz Nuada (Luke Goss) will die legendäre Goldene Armee reaktivieren, um gegen die Menschheit zu kämpfen – eine sagenumwobene Bedrohung, die der rote (Anti-) Held mit sein Team stoppen muss.

    Die Geschichte ist vielschichtiger, nachdenklicher und emotionaler als im Vorgängerfilm. Hellboy IIist ein magisches Fantasy-Roadmovie, bildgewaltig und ein herausragender Beweis dafür, wie viel Herz und Handwerk im modernen Blockbuster stecken könn(t)en.

    5. Nightmare Alley (2021)

    Nightmare Alley ist Guillermo del Toros düstere Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von William Lindsay Gresham – ein stilvoller Neo-Noir, der das Morbide und Menschliche in den Vordergrund rückt. Bradley Cooper spielt den ehrgeizigen Jahrmarktsgauner Stanton Carlisle, der mit Hilfe der Hellseherin Zeena (Toni Collette) und der unschuldigen Molly (Rooney Mara) zum gefeierten Mentalisten aufsteigt – bis ihm die Psychologin Dr. Lilith Ritter (Cate Blanchett) in seinem eigenen Manipulationsspiel zu schlagen droht.  

    Del Toro inszeniert die Geschichte als eleganten Abstieg in Hybris und Selbsttäuschung, mit prächtiger Ausstattung und düsterer Atmosphäre – Nightmare Alley beweist, wie effektiv er sein finsteres Universum aus Menschlichkeit und Monstrosität auch ohne Fantasy-Elemente entfalten kann.

    4. The Devil’s Backbone (2001)

    Mit The Devil's Backbone lädt del Toro das Geistergenre zugleich mit erzählerischer Zärtlichkeit und politischer Tiefgründigkeit auf. Ein Waisenhaus bildet, mitten im spanischen Bürgerkrieg, den Schauplatz: Dort lauert der Geist eines ermordeten Jungen, doch das eigentliche Grauen entspringt der Brutalität der Erwachsenen.

    Die Kinderfiguren sind authentisch, der Horror nie reißerisch. Die Mischung aus realer Tragödie und übernatürlicher Fabel verleiht dem elegischen Film seinen unverkennbaren Charme: The Devil’s Backbone ist ein stilles, aber nachdrücklich erzähltes Meisterwerk über das Überdauern von Hoffnung im Angesicht größter Grausamkeit.

    3. Shape of Water (2017)

    Shape of Water ist Del Toros bisher romantischstes Werk – und zugleich ein (nahezu) wortloses Loblied auf das Anderssein in einer entfremdeten Welt. Im Amerika der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, verliebt sich eine stumme Putzfrau (Sally Hawkins) ausgerechnet in ein von Geheimdiensten gefangen gehaltenes Amphibienwesen (Doug Jones).

    Jedes Bild scheint sorgfältig komponiert und schafft zusammen mit melancholischer Musik und sanftem Licht eine finstere Märchenmagie mitten im kargen Alltag. Das vermeintliche Monster wird darin zur Metapher für alles, was in einer polarisierten Welt abgelehnt wird: Andersartigkeit, Verletzlichkeit und Hoffnung auf ein Glück im Abseitigen.

    2. Pans Labyrinth (2006)

    Wenige Filme verweben Geschichte und Fantasie so kunstvoll wie Pans Labyrinth. Im Spanien des Jahres 1944 entflieht die junge Ofelia (Ivana Baquero) der grausamen Realität ihres faschistischen Stiefvaters in eine magische Unterwelt voll Prüfungen, Rätsel und gefährlicher Begegnungen. Del Toro erschafft ein poetisches Märchen für Erwachsene – düster, anrührend und zärtlich.

    Die bereits jetzt ikonischen Kreaturen, allen voran der Faun und der furchteinflößende „Pale Man“, symbolisieren Hoffnung und Angst zugleich. Die Härte der historischen Welt steht im Kontrast zur surrealen Schönheit der Parallelwelt – beides fließt unter del Toros Anleitung kunstvoll ineinander.

    1. Guillermo del Toro’s Pinocchio (2022)

    Mit seiner Stop-Motion-Neuinterpretation hebt del Toro die Pinocchio-Erzählung auf eine politische Ebene. Die Handlung wird ins faschistische Italien verlegt, wo der hölzerne Junge auf der Suche nach seiner eigenen Identität, nach Liebe und Akzeptanz gegen Gehorsam, Krieg und Unterdrückung rebelliert. Ein großes Ensemble aus fantastischen Figuren (Stimmen: u.a. Ewan McGregor, David Bradley, Tilda Swinton) verleiht dem Klassiker neue Facetten – und eine herzerwärmende Tiefe.

    Pinocchio ist eine melancholische Hymne gegen blinde Folgsamkeit, für Mitgefühl, für Eigensinn – und erweist sich überraschend als del Toros bislang berührendstes, emotional intelligentestes und dringlichstes Werk. 

    Die Magie der Monster und Märchen: Alle Filme von Guillermo del Toro im Ranking

    Die untenstehende Übersicht zeigt, bei welchen Streaming-Anbietern derzeit alle Filme von Guillermo del Toro im Abo, als Kauf- oder Leihoption verfügbar sind.

  • Alle „Alien“-Filme und die Serie „Alien: Earth“ in chronologischer Reihenfolge

    Alle „Alien“-Filme und die Serie „Alien: Earth“ in chronologischer Reihenfolge

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Seit Ridley Scotts Klassiker von 1979 gehört Alien zu den langlebigsten Sci-Fi-Horror-Reihen überhaupt. Was als klaustrophobischer Monsterfilm begann, hat sich über Jahrzehnte hinweg zu einem komplexen Universum entwickelt: mal philosophisch, mal actiongeladen, mal grotesk. 

    Im Jahr 2025 folgte mit Alien: Earth sogar die erste große Serien-Adaption. Wer neu einstiegen möchte findet im untenstehenden Streaming‑Guide einen nach Erscheinungsdatum geordneten Überblick über die Filme und Serie.

    Wer hingegen erneut ins Xenomorph‑Universum abtauchen will, und das Franchise dabei in chronologischer Reihenfolge mit Blick auf die Handlung erleben möchte, sollte folgendermaßen vorgehen:

    • Prometheus – Dunkle Zeichen (2012)
    • Alien: Covenant (2017)
    • Alien: Earth (2025, Serie)
    • Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
    • Alien: Romulus (2024)
    • Aliens – Die Rückkehr (1986)
    • Alien 3 (1992)
    • Alien: Resurrection (1997)

    1. Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) 

    Ridley Scotts Originalfilm ist bis heute ein Meilenstein: Die „Nostromo“, eine Raumstation im All, wird von einem unbekannten Organismus heimgesucht. Was nach einer simplen Monsterjagd klingt, ist tatsächlich eine subtile Studie über Angst, Isolation und den Kampf ums Überleben. Sigourney Weaver als Ellen Ripley macht den Film zum feministischen Pionierstück, lange bevor Hollywood sich seinem Umgang mit Frauenfiguren wirklich bewusst wurde. 

    Auch visuell ist Alien bahnbrechend – H. R. Gigers Xenomorph-Design hat Ikonen-Status im Creature-Design erreicht – und atmosphärisch ist dieser Film so dicht, dass moderne Genrebeiträge wie Life (2017) oder Event Horizon (1997) kaum an diese besondere kluge Mischung aus Horror und Sci-Fi herankommen. 

    2. Aliens – Die Rückkehr (1986) 

    James Cameron veränderte die Tonlage des Franchise radikal: Aus dem stillen Horror von Alien wird in der Fortsetzung ein Action-Feuerwerk. Ripley kehrt zurück, um die Kolonisten zu retten – und muss sich gleich gegen ganze Horden von Xenomorphs behaupten. Aus Einzelhorror wird kollektiver Kampf: Der Film verwandelt Angst in militärisches Inferno, ohne Ripley’s Menschlichkeit zu verlieren.

    Anders ausgedrückt: Was leicht platt hätte werden können, ist durch Camerons Gespür für Spannung und Charakterzeichnung ein Triumph. Die Einführung von „Newt“ und der ikonische Kampf gegen die Alien-Königin sind heute fester Bestandteil der Franchise-Erinnerung. Eine der seltenen Fortsetzungen, die das Original nicht nur ehrt, sondern übertrifft.

    3. Alien 3 (1992) 

    David Finchers Kinodebüt hatte keinen leichten Stand: Produktionsprobleme und Studioeingriffe machten Alien³ zur wohl umstrittensten Episode der Reihe. Ripley stürzt auf einem Gefängnisplaneten ab, wo Gefangene ohne Waffen gegen ein einzelnes Alien überleben müssen. Der Film verzichtet bewusst auf Spektakel und kehrt zur klaustrophobischen Stimmung des Originals zurück – allerdings mit einer nihilistischeren Note. 

    Das Ende ist mindestens konsequent wie auch umstritten. Heute wirkt Alien³ wie ein düsteres Experiment, das die Reihe aus der Komfortzone holen wollte. Bei weitem nicht perfekt, aber gerade für Fans, die den mitunter ernsten Ton des Franchise schätzen, sehenswert.

    4. Alien: Resurrection (1997) 

    Jean-Pierre Jeunet (Die fabelhafte Welt der Amélie) inszenierte den vierten Teil als grotesken Mix aus Horror und schrägem Humor. 200 Jahre nach Ripleys Tod wird sie geklont – mitsamt Alien-DNA. Das Ergebnis ist ein Hybrid aus Mensch und Xenomorph, der moralische und körperliche Grenzen verschwimmen lässt. 

    Mit 109 Minuten ist der Film kompakter als seine Vorgänger, aber auch sperriger. Der Ton ist ein klarer Bruch, doch Jeunets Handschrift macht Resurrection zu einem faszinierenden Ausreißer. Wer Alien nur als Horrorserie kennt, findet hier eine überraschende Mischung aus Body Horror, schwarzem Humor und postmodernem Stil vor – das Ergebnis ist in hohem Maße eine Geschmackssache. Weniger überzeugend als die Vorgänger, aber durchaus interessant.

    5. Prometheus – Dunkle Zeichen (2012) 

    Ridley Scott selbst kehrte schließlich zum Franchise zurück und wagte den Blick in die Vergangenheit: Prometheus ist weniger Alien-Fortsetzung, mehr eigenständiges Sci-Fi-Drama. Statt Horror steht hier die Frage nach Ursprung und Schöpfung im Vordergrund. Wissenschaftler entdecken Hinweise auf die „Engineers“ – jene Wesen, die das Xenomorph einst schufen. 

    Optisch ist der Film opulent, aber erzählerisch eher von philosophischem Anspruch, und damit gibt es weniger Nervenkitzel. Als Prequel liefert Prometheus entscheidende Puzzlestücke für die Mythologie, eignet sich aber eher für Fans, die Lust auf metaphysische Fragen haben als auf klassischen Alien-Horror.

    6. Alien: Covenant (2017) 

    Covenant versucht, die Kluft zwischen Prometheus und dem klassischen Alien zu schließen: Eine Kolonie-Mission landet auf einem Planeten, wo ein bekannter Android (Michael Fassbender in Doppelrolle) die Schöpfung der Aliens vorantreibt. In der 122 minütigen Spielzeit kombiniert Ridley Scott bildgewaltige Schauwerte mit Horror-Elementen, doch die Mischung bleibt unausgegorden. 

    Wer Prometheus mochte, wird die Mythologie-Schiene schätzen. Wer Alien wegen des Schreckens liebt, bekommt immerhin einige actionsreiche Xenomorph-Momente. Das Gesamtwerk aber wirkt wie ein Hybrid ohne klare Linie – und ist damit einer der schwächeren Teil der Reihe.

    7. Alien: Romulus (2024) 

    Alien: Romulus von Fede Álvarez markiert eine Rückkehr zum klassischen Horro: Der Film spielt zeitlich zwischen Covenant und dem ersten Alien und konzentriert sich auf eine Gruppe junger Kolonisten, die auf einer verlassenen Raumstation festsitzen – und das natürlich nicht allein. 

    Über eine Laufzeit von 119 Minuten inszeniert Álvarez einen klaustrophobischen Schocker, der stark auf Suspense und praktische Effekte setzt. Anders als die philosophisch ambitionierten Prequels steht das nackte Überleben im Mittelpunkt, der Film selbst kann dabei aber höchstens mit Schauwerten punkten, die Erzählung bleibt hingegen schal. 

    8. Alien: Earth (2025, Serie) 

    Mit Alien: Earth wagt die Reihe erstmals den Sprung ins Serienformat – und auf die Erde selbst. Die Handlung spielt rund zwei Jahre vor dem Original von 1979: Ein Konzernkrieg, der Einsatz von Androiden und das plötzliche Auftauchen von Xenomorphs bedrohen die Menschheit. Statt klaustrophobischem Raumschiff setzen die acht Episoden von Alien:Earth  auf ein dystopisches Szenario auf der Erde, das Fragen nach Macht und Ungleichheit aufwirft. 

    Showrunner Noah Hawley (Fargo) arbeitet dabei mit Ekel-Effekten genauso wie mit politischen Untertönen, versucht sich aber auch an einem Charakterdrama. Für langjährige Fans ist die Serie spannend, weil sie die Mythologie erweitert – vor allem aber ist sie (bislang) ein mutiges Experiment, das die Vorgänger neu interpretiert, als bloßer “Fan-Service” zu sein.

  • Die vollständigen Tribute von Panem: Alle „Hunger Games“-Filme in chronologischer Reihenfolge

    Die vollständigen Tribute von Panem: Alle „Hunger Games“-Filme in chronologischer Reihenfolge

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Dieser Artikel wurde aktualisiert von Dobrila Kontic.

    „Are you, are you coming to the tree?“: Wenige Filmreihen brauchen nur eine einzige Liedzeile, um sofort starke Erinnerungen an sie wachzurufen. Doch die Tribute von Panem-Reihe, aus welcher der beinahe zur Hymne avancierte „The Hanging Tree“ stammt, ist längst zu einem globalen Phänomen geworden.

    Und zwischen harscher Gesellschaftskritik, intensiven Charaktermomenten und den brutal inszenierten „Hungerspielen“ hat die Reihe ein eigenes, unverkennbares Universum geschaffen. Wer die Geschichte Panems von Anfang an verstehen möchte, kann sich an die chronologische Abfolge der Ereignisse halten. Wie das geht, verrät diese Übersicht:

    • Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes (2023)

    • Die Tribute von Panem – Sunrise on the Reaping (2026)

    • Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)

    • Die Tribute von Panem – Catching Fire (2013)

    • Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 (2014)

    • Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (2015)

    Wer die Filme erstmals sehen will, sollte sich aber besser an die Reihenfolge ihrer Veröffentlichung halten:

    1. Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)

    Der Auftakt ist weniger eine Action-Orgie als tragische Dystopie: Der erste Teil der Hauptreihe stellt Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) vor: eine junge Frau aus dem armen Distrikt 12, die sich freiwillig meldet, um ihre kleine Schwester vor den Hungerspielen zu retten. Damit wird sie zur unfreiwilligen Heldin einer brutalen Medieninszenierung.

    Regisseur Gary Ross setzt stärker auf Atmosphäre und Figuren als auf das Spektakel, was den Einstieg emotional intensiv, und zugänglich macht. Die Arena ist kein Superhelden-Spielplatz, sondern ein klaustrophobischer Überlebenskäfig. Für alle, die die Reihe beginnen, ist The Hunger Games (2012) der richtige Ausgangspunkt – auch wenn spätere Filme die Themen der Dystopie mit noch mehr Spannung behandeln.

    2. Die Tribute von Panem – Catching Fire (2013)

    Ein Jahr nach ihrem Sieg müssen Katniss und Peeta erneut in die Arena – diesmal in einer Sonderausgabe der Spiele, die nur frühere Sieger gegeneinander antreten lässt. Wenn der erste Teil die Regeln aufstellt, ist dieser der Moment, in dem sie gezielt gebrochen werden. Catching Fire rückt die politische Dimension der Reihe noch deutlicher in den Fokus: Rebellionen flammen auf, das Kapitol wirkt nervös, und Katniss wird ungewollt zur Symbolfigur des Widerstands.

    Francis Lawrence nutzt eine Bildsprache, die das Kapitol wie eine Mischung aus Versailles und Orwell aussehen lässt und legt mit seiner Regie den Ton für die restliche Reihe fest – düsterer, straffer und mit größerer erzählerischer Wucht. Catching Fire (2013) ist der wahrscheinlich stärkste Teil, weil er sowohl den Adrenalinrausch als auch die langsame Entstehung einer Revolution, den sozialen Aufruhr überzeugend erzählt.

    3. Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 (2014)

    Nach den Ereignissen von „Catching Fire“ befindet sich Katniss in Distrikt 13 – offiziell ausgelöscht geglaubt, in Wahrheit jedoch der Sitz der Rebellion. Der Krieg hat begonnen, aber die Waffen sind hier Worte, Bilder und Symbole. Mockingjay Teil 1 (2014) ist so etwas wie das „Schachspiel der Reihe“: weniger Spektakel, mehr strategische Züge. Katniss wird von der Rebellion zur Ikone stilisiert – ob sie will oder nicht.

    Wer nur auf Action aus ist, könnte ungeduldig werden, der Film ist wahrscheinlich der dialoglastigste Titel der Reihe. Doch wer politische Science-Fiction schätzt, sich für die Mechanismen von Propaganda und Symbolpolitik in Young-Adult-Settings interessiert, ist hier richtig. Und wenn man die volle Fallhöhe der letzten Konfrontation erleben will, ist dies ohnehin ein unverzichtbarer Zwischenschritt.

    4. Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 (2015)

    Das Finale ist kein strahlender Triumph, sondern eine bittere Abrechnung: Das Kapitol wird zur Arena, Fallen lauern in jeder Straße, und der Preis des Sieges ist so hoch, dass er fast jede Freude daran zerstört. Der Film bietet ein konsequentes Ende, das Mut und Opferbereitschaft in den Mittelpunkt stellt – und zugleich hinterfragt, wie viel Macht selbst einer gerechten Sache gefährlich werden kann.

    Regisseur Francis Lawrence vermeidet glücklicherweise den Hollywood-Reflex, alles in Euphorie aufzulösen. Mockingjay Teil 2 (2015) ist ein reflektierter und gelungener Abschluss, der die düstere Ehrlichkeit des Panem-Universums auf den Punkt bringt.

    5. Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes (2023)

    Wer verstehen will, warum Coriolanus Snow (Tom Blyth) so kalt, berechnend und gnadenlos ist, sollte hier beginnen. Das Prequel setzt über 60 Jahre vor Katniss’ Geschichte an und beleuchtet die Jugend des späteren Präsidenten. Als Mentor einer jungen Teilnehmerin der zehnten Hungerspiele wird Snow mit moralischen Entscheidungen konfrontiert, die seinen späteren Weg vorzeichnen.

    The Ballad of Songbirds and Snakes (2023) ist kein reines Fanservice-Produkt, sondern baut Panems Welt detailreich aus. Für Fans fast Pflicht, aber auch für Neueinsteiger geeignet – wenn man bereit ist, ein langsameres Tempo in Kauf zu nehmen und politische Ränkespiele interessant findet.

    6. Die Tribute von Panem – Sunrise on the Reaping (2026)

    Am 19. November 2026 wird mit Die Tribute von Panem – Sunrise on the Reaping (2026) ein weiteres Prequel in die deutschen Kinos kommen. Der Film spielt 24 Jahre vor der Hauptreihe und dreht sich um die 50. Hungerspiele – berüchtigt durch den Sieg von Haymitch Abernathy, Katniss’ späterem Mentor. Ob es tonal näher am ernsten Mockingjay oder am politisch geschärften Catching Fire liegt, bleibt abzuwarten – die Chancen auf einen weiteren relevanten Baustein im Panem-Universum stehen jedoch gut. Wer mehr über Cast und Charaktere erfahren möchte, findet hier eine Übersicht.

  • „Dragon Ball“: Alle Folgen und Filme des Anime-Franchise in chronologischer Reihenfolge

    „Dragon Ball“: Alle Folgen und Filme des Anime-Franchise in chronologischer Reihenfolge

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Neben Naruto und One Piece gehört auch Dragon Ball zu den bekanntesten und beliebtesten Anime-Universen aller Zeiten. Bei der Vielzahl an Serien und Filmen kann es jedoch schwierig sein, den Überblick zu behalten.

    In diesem Streaming-Guide erfährst du, wie du alle Serien und Filme des „Dragon Ball“-Franchise in chronologischer Reihenfolge schauen kann, welche davon zum Kanon gehören  – und wo du sie derzeit im Abo, als Kauf- oder Leihoption streamen kannst.

    Welche „Dragon Ball“-Serien gibt es?

    Zunächst ein Überblick über die Serien, die zum Franchise gehören: Nach der Originalserie Dragon Ball (1986-89) und der Nachfolgeserie Dragon Ball Z (1989-96), in der Son-Goku bereits etwas älter ist, wurde das Franchise mit Dragon Ball GT (1996-97) fortgesetzt. Darin wird der Titelheld zurück in ein Kind verwandelt.

    Darüber hinaus wurde ab 2009 mit Dragon Ball Z Kai eine überarbeitete, stärker an der Mangavorlage orientierte Fassung von „Dragon Ball Z“ ausgestrahlt, in der Filler-Folgen weitgehend gestrichen wurden.

    Einige Jahre später erhielt die Reihe mit Dragon Ball Super (2015-18) dann den nächsten Zuwachs, der allerding keine Forterzählung darstellt, sondern zeitgleich zu „Dragon Ball Z“ spielt. Im Jahr 2018 feierte wiederum Super Dragon Ball Heroes Premiere, bei der es sich jedoch um eine Web-Only-Produktion handelt, die das zugehörige Video- und Karten-Universum bewerben sollte.

    Im Herbst 2024 ging es, zum 40. Jubiläum des Franchise, schließlich mit Dragon Ball Daima weiter. Darin werden Son-Goku und seine Mitstreiter wieder in Kinder verwandelt – anders als im Falle von „Dragon Ball GT“ wird die Story dieses Mal aber als Teil des Kanons erzählt. 

    Abseits der Anime-Serien sind über 20 Kino- und mehrere Fernsehfilme entstanden. Die meisten davon gelten, ebenso wie besagtes „Dragon Ball GT“ und „Super Dragon Ball Heroes“, allerdings nicht als „kanonisch“. Etwa weil sie nicht den Ereignissen des Mangas folgen oder ohne Beteiligung von Schöpfer Akira Toriyama entstanden sind.

    Wenn du alles überspringen möchtest, was nicht (zwingend) Teil des Kanons ist, bietet sich folgende Reihenfolge an:

    Dragon Ball (Serie, 1986–1989)

    Die ursprüngliche Serie Dragon Ball bildet den Startpunkt des gesamten Franchise und basiert auf Akira Toriyamas Manga. Sie erzählt die Kindheits- und Jugendjahre von Son-Goku, einem Jungen mit Affenschwanz und übermenschlicher Stärke, der sich mit der findigen Bulma anfreundet und die legendären Dragon Balls sucht. 

    Tonal ist sie deutlich humorvoller und verspielter als spätere Ableger – eine Mischung aus Abenteuer-, Martial-Arts- und Comedy-Elementen. Zielgruppe sind sowohl Nostalgiker, die die Wurzeln des Franchise kennen wollen, als auch Neueinsteiger, die vor der epischeren „Dragon Ball Z“-Ära den leichteren Ton schätzen. Es ist die wohl charmanteste Serie des Franchise, wenn es um kreative Einfälle geht, selbst wenn das Tempo gegenüber moderneren Serien etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wer die Entwicklung der Figuren verstehen will, sollte hier anfangen – viele spätere Rivalitätenund Running Gags entstehen hist.

    Dragon Ball Z (Serie,1989–1996) / Dragon Ball Z Kai (2009–2015)

    Dragon Ball Z setzt die Geschichte nahtlos fort, jedoch mit einem deutlichen Sprung im Ton: Son-Goku ist nun erwachsen, und die Bedrohungen bewegen sich in kosmischen Dimensionen. Saiyajin, Freezer, Cell und Majin Boo sind nur einige der ikonischen Gegner, die den Action- und Dramatiklevel massiv anheben. Die Serie ist für besonders geeignet für Fans, die das Franchise für seine epischen Schlachten und (langgezogene) Turniere lieben.

     Dragon Ball Z Kai wiederum ist eine gestraffte Neuauflage, in der Filler-Folgen entfernt und die Animation teils nachbearbeitet wurden – perfekt für alle, die die Story in konzentrierter Form erleben wollen. „Z“ ist das Herzstück des Franchise. Wer sich für den Kern der Dragon-Ball-Mythologie interessiert, kommt an dieser Ära also nicht vorbei.

    Dragon Ball Daima (Serie, 2024)

    Akira Toriyama selbst ist in die kreative Arbeit involviert, und die Story ist eine Verjüngungskur – im wahrsten Sinne: Goku und seine Freunde werden durch einen unbekannten Gegenspieler wieder in Kindheitsform versetzt. Mit nur 20 Episoden entfaltet Dragon Ball Daima eine kompakte, endlich nicht künstlich aufgeblähte Erzählung, die nostalgietaugliche Abenteuer mit neuen Konsequenzen verwebt. 

    Und auch optisch sticht die Serie heraus, durch eine besonders hochwertige Animation.Durch klare Zielsetzung und erzählerische Energie wirkt die Serie zugleich wie Rückbesinnung und frischer Blick – ein würdiger Abschluss für Toriyamas kreatives Schaffen.

    Dragon Ball Super (Serie, 2015–2018)

    Dragon Ball Super erweitert das Universum gleich um mehrere Dimensionen: Multiversen, neue Götter und Turniere. Story-Arcs wie „Battle of Gods“ und „Resurrection F“ adaptieren zunächst die gleichnamigen Filme, bevor neue Kapitel wie der „Tournament of Power“-Arc die Grenzen des Franchise erweitern. Zielgruppe sind Fans, die den klassischen „Z“-Stil lieben, aber auf modernisierte Animation und einen noch größeren erzählerischen Rahmen suchen. 

    Allerdings wirkt die Serie manchmal überladen und setzt stark auf Fanservice. Für Neueinsteiger ist Vorwissen aus „Z“ empfehlenswert, um die Figuren- und Machtverhältnisse zu verstehen.

    Dragon Ball Super: Broly (Film, 2018)

    Dragon Ball Super: Broly  gilt als einer der Höhepunkte der jüngeren Dragon-Ball-Ära. Das Drehbuch stammt direkt von Akira Toriyama und die Geschichte integriert Broly – zuvor nur aus Nicht-Kanon-Filmen bekannt – offiziell ins Hauptuniversum. Erzählt wird nicht nur Brolys tragische Herkunft, sondern auch ein spektakulärer Kampf zwischen ihm, Goku und Vegeta, der visuell zu den besten der Reihe zählt. 

    Selten gelang dem Franchise die Mischung aus Charaktertiefe und spektakulärer Kampfdynamik so gut wie hier. Der Film ist daher auch als Einstiegspunkt für Zuschauer geeginet, die noch unsicher sind, ob sie eine ganze Serie sehen wollen, aber die Essenz von Dragon Ball erleben möchten.

    Dragon Ball Super: Super Hero (Film, 2022)

    Super Hero wagt stilistisch etwas Neues: Der Film ist vollständig in 3D-CGI animiert, was unter Fans des Franchise anfangs auf ein (mindestens) geteiltes Echo stieß. Die Geschichte rückt Nebenfiguren wie Gohan und Piccolo in den Mittelpunkt, die gegen eine neue Bedrohung der Red-Ribbon-Armee kämpfen. 

    Zielgruppe sind daher vor allem langjährige Fans, die sich über den Fokus auf Nebenfiguren freuen, aber auch Neulinge, die hier einen (weitgehend) in sich geschlossenen Plot geboten bekommen. Der Humor ist leichter als viele andere Titel des Franchise, die Kämpfe dynamisch, und trotz CGI bleibt der Dragon-Ball-Charakter klar erkennbar.

    Möchtest du stattdessen das gesamte Franchise in chronologischer Reihenfolge erleben, bietet sich wiederum folgendes Vorgehen an:

  • Die 10 heißesten Filmromanzen aller Zeiten

    Die 10 heißesten Filmromanzen aller Zeiten

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Zarte Berührungen, intensive Blicke und diese unausgesprochene Spannung…Manche Liebesfilme schaffen es, nicht nur das Herz zu berühren, sondern auch eine besondere Hitze zu entfachen. Wer Blau ist eine warme Farbe (2013) oder Der Zauber von Malena (2000) gesehen hat, weiß: Manche Geschichten erkunden das Begehren in all seinen Schattierungen, auch dort, wo es kompliziert, riskant oder gesellschaftlich verpönt wird. In dieser Liste dreht sich alles um genau solche Geschichten: Filme, in denen Leidenschaft, Verlangen und komplizierte Beziehungen im Mittelpunkt stehen.

    Dabei geht es nicht nur um romantische Gesten oder große Gefühle. Viele dieser Werke erzählen auch von gesellschaftlichen Hürden, inneren Zerrissenheiten oder schicksalhaften Wendungen. Diese Liste zeigt Filme, die Lust nicht ausblenden, sondern zum Teil der Erzählung machen.

    1.Original Sin (2001)

    Wenn du The Commuter mit einem kleinen bisschen mehr Körperkontakt magst, wirst du bei Original Sin absolut auf deine Kosten kommen. Antonio Banderas bestellt sich in diesem Film eine Frau und bekommt Angelina Jolie in Hochform: geheimnisvoll, gefährlich, und natürlich zum Anfassen schön. In dem erotisch aufgeladenen Historien-Drama treffen Lügen auf Leidenschaft, und mit jeder Szene steigert sich das Knistern. Jolie und Banderas brennen förmlich die Leinwand nieder. Die etwa 116 Minuten vergehen wie im Rausch, weil jede Begegnung dieser beiden Figuren eine neue Dimension von Nähe und Misstrauen offenbart. Das ist genau das Richtige, wenn du Lust mit Gefahr verknüpft sehen willst.

    2. Eyes Wide Shut (1999)

    Dieser Film ist ein Trip, und das im wahrsten Sinne des Wortes. In Eyes Wide Shut begibt sich Tom Cruise als Arzt Bill Harford auf eine nächtliche Reise durch ein New York, das plötzlich düster, fremd und voller Versuchung wirkt. Was erst mit einem harmlosen Streit beginnt, zieht ihn am Ende immer tiefer in eine Welt aus Erotik, Fantasie und Geheimnissen. Besonders die berühmte Maskenball-Sequenz ist schwer zu vergessen, sie ist verstörend und dazu noch unglaublich aufgeladen. Stanley Kubrick stellt hier die ganz großen Fragen: Wie gut kennen wir den Menschen an unserer Seite? Und was passiert, wenn Fantasie zur Realität wird? Wenn dir Black Swan gefallen hat, dann wirst du die 159 Minuten in Eyes Wide Shut mit seinen Masken, Schatten und Begierden als ebenso hypnotisch empfinden.

    3. Lucía und der Sex (2001)

    Schon der Titel verrät: Hier geht’s nicht um harmlose Romantik. Lucía und der Sex ist sinnlich, direkt und dabei erstaunlich poetisch. Die junge Lucía zieht sich nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Freundes auf eine spanische Insel zurück. Doch statt Ruhe findet sie dort ein Netz aus Erinnerungen, geheimen Sehnsüchten und intensiven Begegnungen. Der Film wechselt fließend zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Realität und Fantasie. Mal verspielt, mal melancholisch. Besonders stark: Wie hier Erotik und Emotion nicht gegeneinander ausgespielt, sondern miteinander verwoben werden. Körperliche Nähe ist nicht bloß Bild, sondern Gefühl. Ein Film, der auf vielen Ebenen funktioniert und einen emotional wie sinnlich mitnimmt.

    4. Secretary (2002)

    Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) ist still, verletzlich und auf der Suche nach Halt. Als sie eine Stelle bei dem exzentrischen Anwalt Mr. Grey (James Spader) annimmt, entwickelt sich langsam eine ungewöhnliche, kontrollierte Beziehung - erotisch, aber nicht beliebig.

    Secretary ist ein Film über Dominanz, Einvernehmlichkeit und das Finden einer eigenen Sprache für Nähe. Die sexuellen Szenen wirken nie aufgesetzt, sondern eingebettet in eine Geschichte, die bewusst auslotet, was Intimität sein kann. Zwischen Spiel und Ernst entsteht eine Verbindung, die weder romantisch verklärt noch distanziert wird. Der 104 Minuten lange Film bleibt lange im Kopf und zeigt, dass Lust auch mit Vertrauen beginnt.

    5. Dirty Dancing (1987)

    Der Klassiker schlechthin! Dirty Dancing ist viel mehr als nur eine Sommerromanze mit Kult-Tanzszenen. Es geht ums Erwachsenwerden, soziale Unterschiede und um das erste Mal, das sich zwar richtig, aber auch gefährlich anfühlt. Frances „Baby“ Houseman entdeckt beim Tanzunterricht nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre eigene Stimme. Und dann ist da noch Tänzer Johnny, der cool, erfahren und emotional verletzbar Babys Herz erobert. Die Chemie zwischen den beiden ist elektrisierend, und der Satz “Ich habe eine Wassermelone getragen” gehört wohl zu einem der bekanntesten Filmzitate. Natürlich haben ebenfalls die Musik, die Choreografien und der legendäre letzte Tanz längst Popkulturstatus. Wenn du außerdem Grease liebst, aber eine Prise mehr Ernsthaftigkeit verträgst, dann führt kein Weg an den 100 Minuten von Dirty Dancing vorbei.

    6. Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen (2015)

    Mit Fifty Shades of Grey fand das Thema BDSM seinen Weg in den Mainstream und spaltete dort die Gemüter. Die schüchterne Studentin Anastasia Steele trifft auf den wohlhabenden, dominanten Unternehmer Christian Grey. Zwischen beiden entsteht eine leidenschaftliche Beziehung, geprägt von Macht, Kontrolle und unterschwelligen Ängsten. Der Film lebt von der Anziehung zwischen den Schauspielern und den bewusst provokanten Inszenierungen von Sexualität. Während viele Zuschauer die Offenheit des Films lobten, gab es auch viel Kritik, vor allem am Rollenbild und der romantisierten Darstellung ungleicher Machtverhältnisse. Doch unbestritten hat der über zweistündige Film dem Genre der erotischen Liebesfilme neue Impulse gegeben und ein breites Publikum erreicht.

    7. Eiskalte Engel (1999)

    Wenn du bei Gossip Girl immer das Gefühl hattest, dass da mehr Drama gehen müsste, dann wirst du Eiskalte Engel lieben: Ein Teen-Drama, das sich um Manipulation, Macht und Verführung dreht. Im Zentrum steht die Wette, ob der charmante Sebastian es schafft, die unschuldige Annette zu erobern und dabei nicht selbst schwach wird. Was als zynischer Plan beginnt, wird schnell zum emotionalen Drahtseilakt. Die erotische Spannung zwischen Ryan Phillippe und Reese Witherspoon entwickelt sich glaubhaft und auf Augenhöhe. In 97 Minuten spielt der Film bewusst mit Tabus, überzeichnet seine Figuren leicht und trifft dabei doch einen Nerv. Für viele bis heute ein Klassiker, wenn es um eine heiße Teen-Romance mit Biss geht.

    8. Freunde mit gewissen Vorzügen (2011)

    Wenn du Love and Other Drugs mochtest, dann dürfte auch dieser Film etwas für dich sein. Mila Kunis und Justin Timberlake bringen Witz, Leichtigkeit und echten Sexappeal mit. Die Idee: Freundschaft plus, ohne Gefühle. Aber natürlich kommt alles anders. Die Laufzeit von 109 Minuten ist angenehm kurzweilig, die Dialoge sitzen, und die Chemie stimmt. Kein schweres Drama, sondern ein Film, der zeigt, dass auch lockere Geschichten knistern können – besonders, wenn da mehr zwischen den Zeilen liegt als nur Humor.  Freunde mit gewissen Vorzügen ist ideal für alle, die prickelnde Dynamik mögen, ohne gleich in die Abgründe der menschlichen Psyche abzutauchen.

    9. 9 1/2 Wochen (1986)

    Ein Film, der sich anfühlt wie ein Fiebertraum. Wenn dir Basic Instinct zu kühl war, bekommst du hier die raue, emotionale Variante: Die Beziehung zwischen Elizabeth (Kim Basinger) und John (Mickey Rourke) beginnt wie ein Flirt, entwickelt sich aber schnell zu einem Spiel aus Hingabe, Macht und psychologischen Grenzgängen. Die beiden verlieren sich in ihren Besessenheit, und das mit emotionalen Folgen. Obsession, Kontrolle, Hingabe und Schmerz: Alles wird in 117 Minuten auf die Spitze getrieben. 9 1/2 Wochen gilt als einer der Klassiker des erotischen Kinos der 80er und schafft es, sowohl zu faszinieren als auch zu verunsichern. Die Grenze zwischen Spiel und Ernst, Lust und Verlust ist fließend. Ein Film, der auf vielen Ebenen reizt und ganz bewusst nicht alles genau erklärt.

    10. 365 Days (2020)

    Wenn dir Twilight zu brav war und du dachtest, dass dir da so ein bisschen die Erotik fehlt - dann ist 365 Days wahrscheinlich deine verbotene Frucht. Die Geschichte eines Mafiabosses, der eine Frau entführt und ihr ein Jahr gibt, um sich in ihn zu verlieben, sorgte bei Zuschauern und Kritikern für Aufregung. Aber genau das macht auch irgendwie den Reiz aus. In 114 Minuten wird hier nämlich nichts ausgelassen: Luxus, Dominanz und Fantasie geben sich hier die Klinke in die Hand. Der Film ist laut, überzogen und hochgradig polarisierend. Manche finden ihn toxisch, andere atemberaubend - ein Gesprächsstarter ist er jedoch in jedem Fall.

  • Bist du ein Fan von „KPop Demon Hunters“? Dann wirst du auch diese 10 Animationsfilme lieben

    Bist du ein Fan von „KPop Demon Hunters“? Dann wirst du auch diese 10 Animationsfilme lieben

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    KPop Demon Hunters ist laut, wild und voller Gefühl. Der Film kombiniert Action, Girlpower und Popästhetik zu einem energiegeladenen Erlebnis, das irgendwo zwischen Musikvideo, Fantasy-Abenteuer und Coming-of-Age-Drama liegt. Genau diese Mischung macht ihn einzigartig, aber nicht alleinstehend. Auch andere Animationsfilme haben sich an vergleichbaren Themen und Stilen versucht - von identitätsstiftenden Heldinnenreisen über visuelle Exzesse bis zu musikalisch aufgeladenen Momenten. Zwei besonders nahe Verwandte dieser Liste sind Belle und Promare, aber auch Klassiker wie Tekkonkinkreetliefern ähnliche Vibes. Wenn du nach Titeln suchst, die denselben Drive wie KPop Demon Hunters haben, wirst du hier fündig.

    1. Belle (2021)

    In Belle verschmelzen Märchenmotive mit Cyberpunk-Ästhetik. Die schüchterne Suzu entdeckt in der virtuellen Welt „U“ ihr Alter Ego Belle, eine gefeierte Sängerin mit internationaler Reichweite. Doch die Fassade beginnt zu bröckeln, als sie auf ein traumatisiertes Biest trifft, das von der digitalen Gesellschaft ausgestoßen wird. Der Film erzählt eine tief emotionale Geschichte über Trauma, Selbstwert und die Dualität zwischen öffentlichem Image und innerem Schmerz. Visuell ist Belle ebenso farbenfroh wie überwältigend, musikalisch berührend und erzählerisch packend. Wer bei KPop Demon Hunters vor allem die Verwandlung einer jungen Frau in eine Bühnenfigur mochte, findet hier in rund zwei Stunden eine ähnliche Dynamik.  

    2. Promare (2019)

    Promare ist in seinen 111 Minuten ein wahres Feuerwerk der Farben und Emotionen. In einer futuristischen Welt bekämpft die Spezialeinheit Burning Rescue die Burnish, Menschen mit pyrokinetischen Fähigkeiten. Doch was zuerst wie ein klassischer Gut-gegen-Böse-Konflikt beginnt, entpuppt sich als komplexes Spiel aus Vorurteilen, Rebellion und Selbstermächtigung. Der Animationsstil ist schrill, kantig und hyperaktiv, der Soundtrack treibend und elektrisierend. Der Film richtet sich an alle, die in KPop Demon Hunters das grelle Spektakel und die rasante Energie geliebt haben und auch auf Serien wie Kill la Kill stehen. Wie in KPop Demon Hunters kämpfen in Promare Außenseiter um Anerkennung und ihre Wahrheit.  

    3. Pretty Guardian Sailor Moon Eternal - Der Film (2021)

    Wenn du mit Sailor Moon aufgewachsen bist oder einfach ein Faible für starke Heldinnen und große Gefühle hast, dann ist Sailor Moon Eternal genau das Richtige für dich. Diese moderne Rückkehr ins Sailor-Moon-Universum bringt alles mit, was Fans klassischer Magical-Girl-Stories lieben. Im Zentrum stehen Usagi und ihre Kriegerinnen, die sich einer neuen kosmischen Bedrohung stellen müssen. Dabei geraten nicht nur die Welt, sondern auch ihre Freundschaften und Selbstbilder ins Wanken. Der Film bietet ausführlich (Länge 2:40!) stylische Animationen, dramatische Verwandlungsszenen und eine emotionale Tiefe, die auch ältere Fans anspricht. Hier bekommst du alles, was das Magical Girl-Genre ausmacht. Ähnlich wie KPop Demon Hunters feiert Sailor Moon Eternal weibliche Stärke, Gemeinschaft und den Glauben daran, über sich hinauszuwachsen.  

    4. Nimona (2023)

    Nimona ist rebellisch, queer und absolut wild und genau das Richtige für dich, wenn du Filme magst, die frech, emotional und unkonventionell sind. Die titelgebende Gestaltwandlerin stellt mit anarchischer Energie eine ganze Gesellschaft infrage, während sie sich mit einem vermeintlichen Bösewicht verbündet, der um seine Ehre kämpft. Gemeinsam mit dem gefallenen Ritter Ballister kämpft sie gegen Vorurteile, Misstrauen und überholte Normen. Der Film kombiniert temporeichen Witz mit überraschend tiefgründigen Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz. Die Animation ist kreativ, verspielt und extrem lebendig. In 101 Minuten bekommst du hier einen queeren, kraftvollen Mix, der ähnlich wie KPop Demon Hunters für das Recht kämpft, anders zu sein.

    5. Jujutsu Kaisen 0 (2021)

    Wenn du in KPop Demon Hunters die düstere Energie und emotionale Schwere geschätzt hast, solltest du Jujutsu Kaisen 0 nicht verpassen. Der Film erzählt die Geschichte von Yuta, einem zurückgezogenen Schüler, der eine tödliche, übernatürliche Kraft in sich trägt - geboren aus der Trauer um seine verstorbene Freundin. An einer Schule für Magie lernt er, mit dieser Macht umzugehen, doch der Schmerz lässt ihn nie ganz los. In 105 Minuten entfaltet sich ein visuell beeindruckendes Drama, das wuchtige Action mit echter Tragik verbindet. Du bekommst hier nicht nur Dämonen und Flüche, sondern auch eine tief berührende Geschichte über Schuld, Freundschaft und Selbstfindung.

    6. Paprika (2006)

    In Paprika verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, bis du selbst nicht mehr weißt, wo oben und unten ist. Eine Therapeutin nutzt ein neues Gerät, um in die Träume ihrer Patientinnen und Patienten einzutauchen – doch als die Technologie gestohlen wird, breitet sich ein kollektiver Albtraum aus. Die 90 Minuten sind ein wilder Rausch aus Farben, Symbolen und Bedeutungen, der dich visuell überrollt und intellektuell herausfordert. Wenn du in KPop Demon Hunters die Fragen nach Kontrolle, Identität und Zerrissenheit spannend fandest, wirst du hier völlig eintauchen. Paprika ist kein Film, den du einfach schaust - er passiert dir.

    7. The Witcher: Nightmare of the Wolf (2021)

    Wenn du wissen willst, wie ein Hexer zum Hexer wird, ist dieser Film genau das Richtige für dich. Die animierte Vorgeschichte Nightmare of the Wolf beleuchtet die Figur Vesemir und seine Entwicklung zum Monsterjäger. Die Geschichte ist düster, brutal, aber auch überraschend sensibel. Im Zentrum steht die Frage, was Heldentum bedeutet und welche Opfer es fordert. Wer in KPop Demon Hunters den Kampf gegen innere und äußere Dämonen spannend fand, wird hier auf seine Kosten kommen. Die Animation ist flüssig, der Ton erwachsen und das Worldbuilding glaubwürdig. Mit knapp 83 Minuten bleibt der Film kompakt, wirkt aber emotional deutlich größer.

    8. A Silent Voice (2016)

    A Silent Voice ist ein stiller, aber tief bewegender Film über Schuld und Vergebung. Im Fokus steht Shoya, der als Schüler ein gehörloses Mädchen mobbte und Jahre später Wiedergutmachung leisten will. Die Geschichte zeigt in sensibler Bildsprache, wie Ausgrenzung und Selbsthass das Leben junger Menschen prägen können. Es geht um die leisen Töne der Reue, aber auch um den Mut zur Versöhnung. Für Fans von KPop DemonHunters, die vor allem den emotionalen Tiefgang und die gebrochenen Figuren schätzen, ist das hier eine wertvolle Ergänzung. Wenn du dort den verletzlichen Kern hinter all der Action geliebt hast, findest du hier ein tiefgehendes, aufrichtiges Gegenstück.

    9. Star Wars: Visionen – Vol. 1 (2021)

    Die Anthologie-Serie Star Wars: Visionen bringt frischen Wind ins bekannte Universum. Sie besteht aus neun eigenständigen Anime-Kurzfilmen, die nicht einfach nur das Star Wars-Motiv nacherzählen, sondern dazu auch noch ganz neu interpretieren. Besonders spannend sind die Beiträge mit starken weiblichen Figuren, moralischen Dilemmata und einer Ästhetik, die stark an KPop Demon Hunters erinnert. Jeder Film ist stilistisch anders, doch der kreative Mut zieht sich durch die gesamte Staffel. Wer bei Demon Hunters die Mischung aus kultureller Referenz, Fantasie und Pathos mochte, wird hier viele Facetten wiederfinden. Jede Episode dauert rund 15 bis 20 Minuten -  perfekt für kurze, eindringliche Ausflüge in ein Universum, das plötzlich ganz neu wirkt.

    10. Tekkonkinkreet (2006)

    Tekkonkinkreet ist ein poetischer und melancholischer Blick auf zwei Straßenkinder, die sich in einer brutalen Stadt behaupten müssen. Black ist wütend, wild und impulsiv, White dagegen sanft, verträumt und verletzlich.

    Black und White verkörpern Gegensätze, die gemeinsam gegen eine kaputte Welt antreten. Der fast zweistündige Film ist stilistisch ungewöhnlich, fast roh animiert, aber voller Seele. Die Geschichte erzählt von Zusammenhalt, Gewalt, Verlust und Hoffnung in einem urbanen Albtraum. Wenn du in KPop Demon Hunters die Kombination aus stilistischer Radikalität, urbaner Härte und emotionalem Kern mochtest, wirst du diesen Film so schnell nicht vergessen. Tekkonkinkreet ist ein visuell eindringlicher Albtraum, der trotzdem Hoffnung vermittelt.

  • Der “Downton Abbey”-Kosmos: Alle Filme und Serien in der richtigen Reihenfolge

    Der “Downton Abbey”-Kosmos: Alle Filme und Serien in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Downton Abbey ist mehr als ein klassisches Kostümdrama, es ist ein kulturelles Ereignis, das sich seinen Platz zwischen ikonischen Formaten wie The Crown (2016-2023) und Bridgerton (2020-2024) redlich verdient hat. Die Serie trifft genau den Ton zwischen Nostalgie und klarem gesellschaftlichem Blick und schafft es, Geschichte nicht nur darzustellen, sondern erlebbar zu machen. Mit beeindruckender Ausstattung, pointierten Dialogen und einem Ensemble, das die sozialen Risse zwischen oben und unten mit Leben füllt, ist die Welt von Downton ein Fest für alle, die historische Stoffe mit emotionalem Tiefgang schätzen. Die Filme spinnen die Erzählung elegant weiter und geben dem Drama um die Crawleys eine filmische Bühne. Wer sich in präziser Sprache, eleganter Inszenierung und britischem Witz verlieren möchte, ist hier genau richtig.

    1. Downton Abbey -Die Serie (2010–2015)

    Die Ursprungsserie ist das Fundament des gesamten Downton-Universums. Mit dem Untergang der Titanic 1912 beginnt die Erzählung rund um Familie Crawley und ihren Haushalt. Von dort aus entwickelt sich die Geschichte über sechs Staffeln bis ins Jahr 1925 weiter, und arbeitet sich durch Krieg, Wandel und persönliche wie gesellschaftliche Brüche. Anders als viele Serien dieses Genres lässt Downton Abbey jede Figur nachvollziehbar wachsen. Die Crawleys sind keine idealisierten Adligen, sondern facettenreiche Charaktere mit eigenen Konflikten. Das Personal wird mit der gleichen Ernsthaftigkeit erzählt, was das soziale Gefüge greifbar macht. Wer Belgravia oder The Crown mochte, wird hier ein präzise gebautes Drama mit Herz und Haltung finden. Besonders herausragend ist Maggie Smith als Violet Crawley mit ihren legendären Pointen. Im Vergleich zu Downton Abbey - Der Film und Downton Abbey: Eine neue Ära wirkt die Serie intimer und vielschichtiger, weil sie sich mehr Zeit für stille Entwicklungen nimmt. Gerade deshalb entfalten spätere Filme wie Das große Finale ihre emotionale Wirkung erst so richtig.

    2. Downton Abbey - Der Film (2019)

    Der erste Kinofilm Downton Abbey – Der Film knüpft direkt an das Serienfinale an und bringt in rund zwei Stunden das vertraute Ensemble zurück. Anlass ist der Besuch des britischen Königspaares, der nicht nur für festliche Aufregung sorgt, sondern auch politische Spannungen und persönliche Krisen mit sich bringt. Optisch großzügiger, inhaltlich vertraut, gelingt es dem Film, die Stärken der Serie auf die große Leinwand zu übertragen. Wenn du Filme wie Gosford Park oder Wiedersehen in Howard’s End mochtest, wirst du hier auf äußerst stilvolle Weise abgeholt. Besonders angenehm: Der Film lässt viel Raum für stille Entwicklungen, ohne an Tempo zu verlieren. Downton Abbey - Der Film wirkt im Vergleich zur Serie kompakter und festlicher, was vor allem am klar gesetzten Ereignis, dem Besuch des Königspaars, liegt. Anders als Eine neue Ära bleibt der Film stärker in der vertrauten Welt verankert, ohne große stilistische Experimente zu wagen.

    3. Downton Abbey - Eine neue Ära (2022)

    Der zweite Film wagt tatsächlich eine Öffnung zur Moderne. Während ein Teil der Familie in Teil 2 nach Südfrankreich reist, wird Downton Abbey in Downton Abbey: Eine neue Ära zum Schauplatz eines Filmdrehs. Der Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm ist dabei nicht nur eine äußere Entwicklung, sondern spiegelt auch innere Konflikte. Wenn du Babylon - Rausch der Ekstase oder Singin’ in the Rain kennst, erkennst du hier bestimmt die historischen Bezüge. Emotional bleibt der zwei Stunden lange Film natürlich seinen Wurzeln treu, insbesondere durch den würdevollen Abschied von Violet Crawley, der viele Zuschauer berührt hat. Die Mischung aus Wehmut und Erneuerung funktioniert überraschend gut. Eine neue Ära geht erzählerisch deutlich weiter als Downton Abbey - Der Film, denn mit dem Südfrankreich-Trip und dem Filmdreh bricht der Film aus dem klassischen Setting aus. Im Vergleich zum ruhigen, fast feierlichen Das große Finale ist dieser Teil spürbar experimentierfreudiger.

    4. Downton Abbey - Das große Finale (2025)

    Ein letztes Mal öffnen sich die Türen von Downton Abbey. Der abschließende Film Downton Abbey: Das große Finale führt die Geschichte in die 1930er-Jahre, also eine Ära des Umbruchs, in der nicht nur Großbritannien sich verändert, sondern auch das Schicksal des Anwesens auf dem Spiel steht. Der Abschied steht im Raum, aber nicht als Abbruch, sondern als bewusst gesetzter Schlusspunkt. Laut ersten Infos finden alte Konflikte ihre Auflösung, vertraute Beziehungen gewinnen an Tiefe und viele der Figuren dürfen zu einem runden, erfüllenden Ende kommen. Statt auf laute Effekte setzt der Film in erster Linie auf Intimität, Würde und emotionale Klarheit. Es ist wohl ein Abschied, der nicht nur erzählt, wie es endet, sondern auch, warum es so enden muss. Das große Finale rückt erzählerisch wieder näher an die Serie heran, weil es den emotionalen Abschied der Figuren in den Mittelpunkt stellt.

  • Kaiju No. 8: Su schaust du Film und Serie in der richtigen Reihenfolge

    Kaiju No. 8: Su schaust du Film und Serie in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Kaiju No. 8 ist einer dieser seltenen Fälle, in denen sich ein Anime schon mit den ersten Folgen als Fanliebling etabliert, ohne dabei auf klassische Jugendfiguren zu setzen. Statt der typischen Coming-of-Age-Erzählung erzählt die Serie von Kafka Hibino, einem Mann in den Dreißigern, der sich mit Alltag, Rückschlägen und Körperveränderungen konfrontiert sieht, die weit über das Menschliche hinausgehen. Man könnte Kaiju No. 8 als Mischung aus Attack on Titan (2015) und One Punch Man (2015) beschreiben, aber mit mehr Bodenhaftung und überraschend viel Herz. Gerade jetzt lohnt sich der Einstieg besonders, denn Staffel 2 ist in vollem Gange, ein Recap-Film bringt neuen Kontext, und die Geschichte entfaltet mit jeder Episode mehr emotionale Tiefe. Diese Liste zeigt dir die ideale Reihenfolge, um alles aus dem Universum herauszuholen - von ersten Monstern bis zur inneren Metamorphose.

    1. Kaiju No. 8: Mission Recon (2025)

    Auch wenn Mission Recon als Kinofilm veröffentlicht wurde, handelt es sich nicht um eine neue Geschichte, sondern um eine klug geschnittene Zusammenfassung der ersten Staffel,inklusive aller Schlüsselmomente, Wendepunkte und Kämpfe. Ergänzt wird das Ganze durch eine exklusive Bonus-Episode mit dem Titel „Hoshina’s Day Off“, die dem Vize-Kommandanten etwas mehr Charaktertiefe verleiht. Für Neueinsteiger ist der genau zweistündige Film ein idealer Startpunkt: Er bringt Struktur in die komplexer werdende Handlung und vermittelt Atmosphäre, Ton und Dynamik der Serie, ohne zu überfordern. Wer die Serie schon kennt, bekommt einen stimmungsvollen Rückblick mit zusätzlichem Inhalt. Die Kombination aus Zusammenfassung und Extra macht Mission Recon zu einem gelungenen Auftakt. In Deutschland ist der Film ausschließlich bei Crunchyroll verfügbar.

    2. Kaiju No. 8 - Serie (2024–2025)

    Die Serie Kaiju No. 8 bildet das erzählerische Herzstück des Franchise. Sie beginnt mit Kafka Hibino, einem resignierten Mittdreißiger, der seinen Traum vom Militärdienst längst aufgegeben hat und nun Kaijuleichen beseitigt - bis ein Vorfall ihn selbst in ein Kaiju verwandelt. Staffel 1 erzählt seinen Kampf zwischen Anpassung und Kontrollverlust, während Staffel 2 die moralische Fallhöhe deutlich anzieht: neue Gegner, politische Intrigen und emotionale Zerreißproben treiben die Geschichte weiter. Die Serie ist perfekt für alle, die actiongeladene, aber charakterorientierte Anime suchen, und sich auch auf gesellschaftliche Fragen einlassen wollen. Anders als viele andere Shonen-Serien spricht Kaiju No. 8 ein etwas älteres Publikum an, eben weil Kafka nicht der typische jugendliche Held ist. Wer Charakterentwicklung, dramatische Kämpfe und die Frage nach innerer Verantwortung mag, ist hier genau richtig. Staffel 1 ist vollständig, Staffel 2 läuft aktuell im Simulcast - ausschließlich auf Crunchyroll in Deutschland.

  • 10 „Outlander“-Episoden, die du vor “Outlander: Blood of My Blood” sehen musst

    10 „Outlander“-Episoden, die du vor “Outlander: Blood of My Blood” sehen musst

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Outlander (2014) hat sich über die Jahre zu einer epischen Mischung aus Zeitreisedrama, Historienepos und Liebesgeschichte entwickelt – und steht nun vor dem nächsten großen Kapitel: dem Prequel Blood of My Blood. Die Serie erzählt die Liebesgeschichten von Jamie Frasers Eltern Ellen MacKenzie und Brian Fraser im Schottland des 18.

    Jahrhunderts sowie von Claires Eltern Henry Beauchamp und Julia Moriston im England des Ersten Weltkriegs. Viele Ereignisse und Anspielungen darauf finden sich schon in der Hauptserie. Hier sind 10 Folgen, die besonders tief in die Familiengeschichte der Frasers und MacKenzies eintauchen – und dich perfekt auf das Prequel einstimmen.

    Die Hochzeit (Staffel 1, Folge 7)

    Diese ikonische Folge zeigt nicht nur die romantische Hochzeit von Claire und Jamie, sondern liefert entscheidende Hinweise zu Jamies Eltern Ellen und Brian. Vor der Hochzeitsnacht erzählt Jamie erstmals von seiner Mutter, ihrer Herkunft aus dem MacKenzie-Clan und dem abenteuerlichen Entschluss, mit Brian durchzubrennen. Murtagh erinnert sich an Ellens warme Ausstrahlung und zieht Parallelen zu Claire – eine emotionale Verbindung, die im Prequel sicher weiter vertieft wird. Auch Ellens Perlenkette, die Jamie Claire schenkt, spielt hier eine besondere Rolle. Wer Blood of My Blood sehen will, sollte diese Folge nicht nur wegen der Romantik kennen, sondern um die Wurzeln von Jamies Familiengeschichte zu verstehen. Sie ist der emotionale Grundstein für das, was im Prequel folgt.

    Die Wacht (Staffel 1, Folge 13)

    Mitten zwischen Geburtsschmerz und Gefahr öffnet sich Jenny Fraser und teilt intime Familienerinnerungen. Als Claire ein geschnitztes Holzspielzeug entdeckt, verrät Jenny, dass Jamies Bruder Willie es zu dessen fünftem Geburtstag gefertigt hatte – ein umso tragischeres Andenken, da Willie lange vor Ellen starb. Zudem erfahren wir von einem geheimnisvollen Verehrer Ellens, der ihr Armreife schenkte, deren Herkunft sie bis zu ihrem Tod geheim hielt. Diese kleinen, aber bedeutsamen Enthüllungen zeichnen ein facettenreiches Porträt der Familie Fraser, in dem Liebe, Verlust und Geheimnisse untrennbar miteinander verwoben sind. Die Episode verleiht Ellen, die im Prequel eine zentrale Rolle spielen wird, eine beinahe mythische Ausstrahlung. Wer begreifen will, wie sehr Jamies Kindheit von Verlust geprägt war, sollte sie vor Blood of My Blood unbedingt sehen.

    Die Suche (Staffel 1, Folge 14)

    Auf der Suche nach dem verwschwundenen Jamie offenbart Murtagh gegenüber Claire seine unerfüllte Liebe zu Ellen MacKenzie. In einem seltenen Moment persönlicher Offenheit erzählt er, wie er sie bei einem Jagdausflug beeindrucken wollte, indem er allein ein Wildschwein erlegte. Aus dessen Stoßzähnen fertigte er Armreife – dieselben, die Claire später von Jenny erhält. Diese Szene verbindet Murtaghs tiefe Loyalität zu Jamie mit seiner vergangenen Liebe zu Ellen und deutet auf Bindungen hin, die im Prequel eine tragende Rolle spielen könnten. Die Folge zeigt eindrucksvoll, dass Blood of My Blood nicht nur eine Liebesgeschichte wird, sondern auch von unausgesprochenen Gefühlen und familiärer Treue geprägt sein dürfte.

    Im Fuchsbau (Staffel 2, Folge 8)

    Ein Besuch bei Jamies Großvater väterlicherseits, Lord Lovat, enthüllt die komplizierten und oft schmerzhaften Familienverbindungen der Frasers. Jamie erfährt mehr über seinen Status als unehelicher Sohn und von den alten Fehden zwischen Clan Fraser und Clan MacKenzie – inklusive Lovats gescheiterter Entführung Ellens. Besonders interessant fürs Prequel: Brian wählte damals bewusst die MacKenzies und Lallybroch über die Stellung an Lovats Seite. Diese Entscheidung formte nicht nur Jamies Familiengeschichte, sondern könnte ein zentraler Konflikt in Blood of My Blood sein. Die Episode liefert eine Mischung aus Intrigen, Clan-Politik und Familiendrama, die das Fundament für viele der historischen Spannungen legt, die das Prequel aufgreifen dürfte.

    Rache (Staffel 2, Folge 11)

    Während Claire Verwundete behandelt, erzählt Rupert eine Anekdote aus Kindertagen über seinen Freund Angus: Ein unglücklicher Vorfall mit einer Kuh kostete Angus seine Vorderzähne. Auf den ersten Blick wirkt die Szene humorvoll, doch gerade diese Alltagsmomente machen Outlander so greifbar. Solche Geschichten verleihen Nebenfiguren Tiefe und zeigen das enge Netz aus Erinnerungen und Erlebnissen, das die Figuren verbindet. Für Blood of My Blood ist diese Episode relevant, weil sie verdeutlicht, wie stark persönliche Erlebnisse die Gemeinschaft prägen. Vielleicht werden wir im Prequel genau diesen kleinen, aber charakterformenden Moment miterleben, der die Vielschichtigkeit der Serie unterstreicht.

    Schmerz (Staffel 2, Folge 12)

    Am Sterbebett von Colum MacKenzie entfaltet sich ein Stück Familiengeschichte, das viel über die angespannte Beziehung zwischen Colum, Dougal und Ellen verrät. Dougal erinnert sich an einen Reitunfall in Colums Jugend, der sein Leben und ihre brüderliche Beziehung nachhaltig prägte. Die Szene macht deutlich, wie früh Konflikte und Machtfragen im MacKenzie-Clan entstanden. Für das Prequel besonders relevant: Die Episode unterstreicht Ellens Stellung innerhalb dieser Familie und die Spannungen, die ihre Heirat mit Brian Fraser ausgelöst haben. Wer die emotionalen Wurzeln dieser Clan-Dynamik verstehen will, bekommt hier eine zentrale Lektion in Loyalität, Ehrgeiz und familiärem Stolz.

    Spannungen (Staffel 4, Folge 11)

    Brianna erfährt von ihrer Tante Jocasta, dass ihre Großmutter Ellen eine begabte Künstlerin war – und wie sie sich über gesellschaftliche Erwartungen hinwegsetzte. Sie blieb lange unverheiratet, verweigerte arrangierte Ehen und folgte schließlich ihrem Herzen zu Brian Fraser. Diese Episode zeichnet Ellen als freie, leidenschaftliche Frau, die bereit war, Traditionen zu brechen. Für Blood of My Blood ist das essenziell: Es liefert das emotionale Profil einer Heldin, die ihren eigenen Weg ging. Gleichzeitig schlägt es eine Parallele zu Brianna, die in ähnlicher Weise mit gesellschaftlichen Normen bricht. Wer Ellens Mut verstehen will, findet hier den Schlüssel.

    Das flammende Kreuz (Staffel 5, Folge 1)

    Ein bewegender Flashback zeigt Murtagh, wie er dem jungen Jamie nach Ellens Tod ewige Treue schwört – ein rührender Moment, der die Tiefe ihrer Verbindung offenbart. Diese Szene deutet an, dass Murtaghs Loyalität zu Jamie in seiner Bindung zu Ellen wurzelt. Im Prequel könnte dieser Schwur seinen Ursprung finden und dem Publikum zeigen, wie aus Respekt und Zuneigung eine lebenslange Verpflichtung entstand. Die Folge ist damit nicht nur ein bewegender Auftakt zu Staffel 5, sondern auch ein wichtiger Schlüssel zur emotionalen DNA von Blood of My Blood. Wer Murtaghs Rolle besser verstehen möchte, kommt an diesem einprägsamen Moment nicht vorbei.

    Tod, sei nicht stolz (Staffel 7, Folge 3)

    Als das große Haus auf Fraser’s Ridge bei einem Unglück in Flammen aufgeht, kommt ein lange gehütetes Geheimnis ans Licht: Arch Bugg (Hugh Ross) hatte dort das Jakobiten-Gold versteckt – geraubt aus Hector Camerons Gruft. Auf Jamies Nachfrage erzählt Arch, wie das Gold einst aus Frankreich kam und zu gleichen Teilen zwischen Dougal MacKenzie, Hector Cameron und ihm selbst aufgeteilt wurde. Arch handelte damals im Auftrag von Malcolm Grant. Da das Gold zu spät für den Jakobiten-Aufstand eintraf, nutzte Grant es für seinen Clan. Arch hatte seinem Clanoberhaupt geschworen, dieses Erbe zu wahren. Die Verstrickungen um das Gold könnten im Prequel eine Rolle spielen, denn die damaligen Beteiligten sind tief in der Fraser- und MacKenzie-Geschichte verwurzelt.

    Mit dem Blut meines eigenen Herzens geschrieben (Staffel 7, Folge 15)

    In der vorletzten Episode von Outlander Staffel 7 beginnt die Handlung mit einem stillen Moment des Gedenkens an Ellen, während Jamie sich auf eine bevorstehende Schlacht vorbereitet und Claire um sein Leben bangt. Er erzählt, wie er in letzter Zeit oft an seine Mutter gedacht habe und an die Stärke, die sie in ihrem Leben aufbringen musste. Jamie erinnert sich an ihren Tod: an die geflochtenen Haare, die sein Vater löste, damit Ellens rotes Haar offen auf dem Kissen lag. Dabei entdeckte er auch seinen kleinen Bruder, der bei der Geburt starb und dessen Körper von Ellens Haar bedeckt war – doch er legte die Strähnen wieder zurück. Für Jamie war es das erste Mal, dass er einen Toten sah. Diese intime Erinnerung ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um im Prequel Blood of My Blood die Zeitlinien auf dem Schirm zu haben.

    Wo du mehr “Outlander”-Abenteuer streamen kannst

    Weitere Informationen zu Outlander findest du im JustWatch-Streaming-Guide! Dort kannst du gezielt nach Streamingdiensten, Genre, Altersfreigabe, Bewertung und sogar Erscheinungsjahr filtern. So entdeckst du nicht nur alle bisherigen Staffeln der Hauptserie, sondern stellst dir auch mit wenigen Klicks eine persönliche Watchlist zusammen – inklusive Benachrichtigungen zu kommenden Highlights wie der achten Staffel und dem heiß erwarteten Prequel Blood of My Blood.

    Egal, ob du tief in die dramatische Familiengeschichte der Frasers und MacKenzies eintauchen, vergessene Lieblingsfolgen wiederfinden oder neue historische Dramen für dich entdecken möchtest: Mit JustWatch bist du immer bestens vorbereitet und verpasst garantiert keine Folgen mehr.

  • Vom Klamauk-König zum Charakterdarsteller: Die 10 besten Filme mit Adam Sandler 

    Vom Klamauk-König zum Charakterdarsteller: Die 10 besten Filme mit Adam Sandler 

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Es sind gute Zeiten für Adam-Sandler-Fans: Mit Happy Gilmore 2 feiert das Golfplatz-Idol fast 30 Jahre nach dem einstigen Comedy-Hit seine Rückkehr. Die lang erwartete Fortsetzung legte auf Netflix einen Rekordstart hin – voller Rückbezüge und Star-Cameos.

    Parallel dazu steht bereits das nächste Großprojekt des Schauspielers in den Startlöchern: Jay Kelly, die vierte Zusammenarbeit mit Indie-Liebling Noah Baumbach, konkurriert dieses Jahr im Wettbewerb von Venedig um den Goldenen Löwen – und zeigt Sandler an der Seite von George Clooney.

    Zwischen Slapstick-Revival und Festival-Arthouse – diese Ambivalenz ist zuletzt beinahe typisch geworden für Adam Sandlers Karriere, der nach vielen Jahren als Hauptdarsteller in klamaukigen Komödien immer öfter in dramatischen Rollen überzeugt.

    Ein Blick auf die bislang besten Filme mit Adam Sandler – und bei welchen Streaming-Anbietern sie derzeit verfügbar sind, verrät die Übersicht am Ende des Artikels.

    10. Billy Madison (1995)

    Billy Madison (Sandler) ist der wohl kindischste Millionärssohn Hollywoods – und er  muss im Eiltempo die gesamte Schulzeit wiederholen, um das Familienunternehmen zu erben. Von den Peinlichkeiten des Klassenzimmers bis zu den absurden Streichen ist alles dabei – und Sandler tobt sich als trotteliger Held hemmungslos aus.

    Billy Madison ist laut, platt, aber kultig – und wurde zum Maß aller Dinge für das frühe, trashig-grobeSandler-Image. Für Fans von anarchischem Humor à la Wayne’s World (1992) oder Anchorman (2004).

    9. 50 erste Dates (2004)

    Henry Roth (Sandler), Tierarzt auf Hawaii, trifft Lucy (Drew Barrymore) – und verliebt sich sofort. Doch Lucy leidet an Amnesie und vergisst jeden Tag aufs Neue, wer Henry eigentlich ist. Also muss er ihre Liebe Tag für Tag wiedergewinnen – kreativ, humorvoll, zuweilen verzweifelt.

    Sandler bringt in 50 erste Dates sein Talent für Romantik, Komik und Emotion aufs Tableau. An Barrymores Seite gelingt ihm der schmale Grat zwischen Albernheit und Ernst sogar – das Ergebnis ist ein Liebesfilm voller Wärme und abseitigen „RomCom“-Formeln.

    8. Happy Gilmore (1996)

    Dutch Zufall zum Sport-Wunderkind: Happy Gilmore (Sandler) ist ein gescheiterter Eishockeyspieler, dessen einziges Talent ein brutaler Schlagschuss ist. Als seine Oma ihr Haus verliert, will er es auf dem Golfplatz wiedergewinnen – mit ungewöhnlichen Methoden.

    Mit rabiatem Slapstick und handfesten Auseinandersetzungen wurde sein Part eine seiner Kultrollen der 1990er Jahre - und Happy Gilmore wurde zum Meilenstein seines Klamauk-Kinos. Die Fortsetzung gibt es jetzt auf Netflix.

    7. Waterboy - Der Typ mit dem Wasserschaden (1998)

    Waterboy erzählt von einer sehr ähnlichen Prämisse aus – kommt dabei aber deutlich gefühliger daher: Bobby Boucher (Sandler), ein zurückgezogener Wasserträger beim College-Football, wird von den anderen Spielern verhöhnt, bis seine Mutter entdeckt, dass ihr introvertierter Sohn ein brutales Tackling-Genie ist. Jetzt startet Bobby als Sensation der College-Liga durch – mithilfe von Muttis Schutz und dem Adrenalin des Erfolges.

    Waterboy zeigt: Slapstick und Rührseligkeit schließen sich bei Adam Sandler nicht aus, sondern befeuern einander in seinem Universum.

    6. Wie das Leben so spielt (2009)

    Adam Sandler spielt einen Superstar-Comedian, der nach einer Krebsdiagnose Bilanz zieht: Vergangene Lieben, gekaufte Freundschaften, Sinnkrisen. Er engagiert schließlich einen jungen Kollegen (Seth Rogen) als Gag-Schreiber und Assistenten – doch (natürlich) entsteht daraus eine wichtige Freundschaft.

    Regisseur und Drehbuchautor Judd Apatow, der zu Beginn seiner Karriere mit Adam Sandler in einer WG wohnte, wirft hier einen harschen, oft selbstironischen Blick hinter die Stand-Up-Kulissen. Wie das Leben so spielt ist insbesondere interessant für alle, die auch bei Komödien eine gewisse Tiefe schätzen.

    5. The Meyerowitz Stories (New and Selected) (2017)

    Danny Meyerowitz (Sandler) kehrt zur dysfunktionalen Künstlerfamilie in New York zurück und ringt mit Brüdern, Kindheitstraumata und dem eigenen Platz im Leben. Noah Baumbach orchestriert ein fein nuanciertes Familiendrama, in dem Sandler mit stiller, stoischer Tiefe überzeugt: Verwundbarkeit, Verpasste Chancen, Identitätskrisen – alles bricht sich Bahn. 

    Sandler beweist hier, dass er auch im Ensemble komplexer Charaktere glänzen kann. Fernab aller Comedy-Routine überzeugt er in The Meyerowitz Stories als gebrochener, verletzlicher, humaner Charakter – ein Schlüsselmoment für die späten Sandler-Dramen.

    4. Eine Hochzeit zum Verlieben (1998)

    Robbie Hart (Sandler) verdient sein Geld als Hochzeitssänger und steht selbst kurz vor der Ehe – bis ihn seine Verlobte am Hochzeitstag verlässt. Seine Karriere und er selbst geraten ins Taumeln, bis er Julia (Drew Barrymore) kennenlernt – die allerdings selbst verlobt ist. 

    Zwischen Synthie-Balladen und Frisuren-Fiaskos punktet Sandler in Eine Hochzeit zum Verlieben als nahbarer, verletzlicher Jedermann fernab vom typischen Klamauk. Der 80er-Soundtrack, das überdrehte Szenenbild und das charmante Spiel machen den Film zum Kitschklassiker.

    2. Klick (2006)

    Er ist Architekt, Familienvater – und komplett überfordert. Als ihm ein mysteriöser Verkäufer (Christopher Walken) eine Fernbedienung für sein Leben schenkt, glaubt Michael Newman (Sandler), endlich alles kontrollieren zu können: Vorspulen, Stummschalten, Pausieren. Doch bald merkt er, dass er nicht nur Stress überspringt – sondern auch Freude und Nähe. 

    Klick beginnt wie eine typische Sandler-Komödie, entwickelt sich aber zu einer überraschend melancholischen Meditation über Lebenszeit – und ihre Kostbarkeit, selbst in vermeintlich leidigen Momenten.

    2. Punch-Drunk Love (2002)

    Es war der endgültige Beweis, dass Adam Sandler mehr kann: In Punch-Drunk Love gibt er einen sensiblen Außenseiter – umgeben von sieben Schwestern, geplagt von Wutanfällen und emotional isoliert. Als er Lena (Emily Watson) begegnet, scheint endlich ein Ausweg möglich. 

    Paul Thomas Anderson gibt Sandler eine Bühne für eine absurde Liebesgeschichte und bizarre Komik fernab des Comedy-Mainstreams: Mit zitterndem Blick, unterdrückter Aggression und reichlich Sehnsucht gibt er in Punch-Drunk Love einen der komplexesten Charaktere seiner Karriere. 

    1. Der schwarze Diamant (2019)

    Howard Ratner (Sandler) ist ein manischer Juwelier in New York, der sich mit Glücksspiel, Schulden und Größenwahn immer weiter in den Abgrund manövriert. Die Kamera klebt an ihm, die Dialoge überschlagen sich, der Puls rast. Die Safdie-Brüder haben mit Der Schwarze Diamant ein Psychodrama geschaffen, das sich wie ein Horrorfilm anfühlt – aber mit ganz realen Konsequenzen. 

    Sandler ist hier ein Getriebener, der in seiner Gier und seinem Charisma gleichzeitig faszinierend und abstoßend wirkt – und als Schauspieler nie besser war. 

    Vom Klamauk-König zum Charakterdarsteller: Die 10 besten Filme mit Adam Sandler

    Von Billy Madison bis Der Schwarze Diamant: Die untenstehende Liste zeigt, bei welchen Streaming-Anbietern die besten Filme mit Adam Sandler derzeit im Abo, als Kauf- oder Leihoption verfügbar sind.

  • Darum werden die Fantastic Four zum mächtigsten Team im MCU!

    Darum werden die Fantastic Four zum mächtigsten Team im MCU!

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Die Avengers haben die Erde gerettet, die Guardians of the Galaxy das gesamte Universum aufgemischt – doch The Fantastic Four: First Steps bringt etwas ins MCU, das alles andere in den Schatten stellen könnte. Damit ist nicht das klassische Quartett – Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm – gemeint, das an sich schon beeindruckend ist. Wir sprechen über ein ganz besonderes Familienmitglied, das dem Team einen einzigartigen Vorteil verschafft: Franklin Richards, das Kind von Reed und Sue. In Fantastic Four: First Steps wird Franklin erstmals in einer Live‑Action-Adaption gezeigt, was ihn zu einer zentralen Figur macht, deren Existenz das MCU beeinflussen könnte wie kein anderer Charakter.

    Ein Baby mit kosmischer Bedeutung

    The Fantastic Four: First Steps, der am 24. Juli 2025 Phase 6 des MCU eröffnet hat, markiert nicht nur einen Neustart für das ikonische Quartett, sondern rückt auch den kleinen Franklin Richards ins Zentrum des Interesses. Regisseur Matt Shakman hat in Interviews mehrmals hervorgehoben, wie stark die Geburt des Kindes emotional in die Handlung eingebettet ist – nicht nur als Familienmoment, sondern als zentrales Ereignis mit kosmischer Tragweite. Franklin verändert nicht nur das Leben seiner Eltern, sondern wird – das zeigt sich im Film – zu einer Figur, die selbst galaktische Super-Villains wie Galactus hellhörig macht. In den Comics gilt Franklin als Omega-Level-Mutant mit der Fähigkeit, die Realität zu manipulieren. In ihm steckt Hoffnung, aber auch eine große Gefahr. Vanessa Kirby, die Sue Storm verkörpert, erklärte im Vorfeld, dass genau diese emotionale Tiefe und Ambivalenz der Mutterrolle sie von Anfang an gereizt habe.

    Franklin Richards’ Machtpotenzial

    Franklin Richards ist nicht einfach nur ein Mutantenkind – er trägt das sogenannte Power Cosmic in sich, jene elementare Energieform, die auch Galactus speist und seine Herolde wie den Silver Surfer oder Morg mit übermenschlicher Macht ausstattet. In den Comics ist Franklin eines der ganz wenigen Wesen, die das Power Cosmic nicht nur aufnehmen, sondern selbst erzeugen können – eine Fähigkeit, die ihn potenziell auf dieselbe Stufe wie kosmische Entitäten wie Eternity, The Living Tribunal oder eben Galactus stellt. 

    Galactus selbst erkennt früh, dass in dem Kind eine Kraft schlummert, die seine Existenz herausfordert – oder sichern könnte. Ist Franklin eine Bedrohung? Eine Hoffnung? Ein designierter Nachfolger? Die Beziehung zwischen dem Weltenverschlinger und dem Kleinkind gehört zu den faszinierendsten Spannungsachsen des Films. Ohne zu spoilern sei nur gesagt: Franklin demonstriert seine Kräfte im Film eindrucksvoll – und es wird allen klar, dass seine Fähigkeiten weit über alles hinausgehen, was MCU-Helden bislang gezeigt haben.

    Galactus, Silver Surfer und ein kosmischer Konflikt

    Der Haupt-Antagonist des Films ist natürlich Galactus, gesprochen von Ralph Ineson (Nosferatu, The Witch). Diese Darstellung folgt der modernen Comic-Interpretation, in der Galactus nicht als rein destruktiv, sondern als kosmisch unausweichlich beschrieben wird – eine Art lebendiger Naturgewalt im Universum. An seiner Seite steht Shalla-Bal, gespielt von Julia Garner – eine Figur, die aus den Comics bekannt ist und hier als weibliche Silver-Surfer-Variante neu interpretiert wird. Ihre Rolle schwankt zwischen loyalem Dienst an Galactus und wachsender moralischer Zerrissenheit angesichts der Zerstörung, die sie begleitet.

    Warum Franklin das MCU revolutionieren könnte

    The Fantastic Four: First Steps deutet früh an, dass Franklin Richards nicht einfach nur ein Kind mit Superkräften ist – sondern ein kosmischer Nexus, dessen Potenzial selbst Wesen wie Galactus beunruhigt. Aus diesem Grund lässt er von seinem ursprünglichen Plan ab, die Erde sofort zu verschlingen – denn Franklin Richards unter seine Kontrolle zu bekommen, hat für Galactus absolute Priorität. Franklin wird damit schlagartig zur Schlüsselfigur des MCU. 

    Wie bereits weiter oben erwähnt, gehört Franklin Richards zur seltenen Klasse der Omega-Mutanten – einer Einstufung, die Wesen vorbehalten ist, deren Kräfte keine erkennbare Obergrenze besitzen. In den Comics kann er die Realität selbst verändern. Und das nicht im kleinen Maßstab, sondern auf kosmischer Ebene. Franklin ist in der Lage, Materie, Energie und sogar die Zeit nach seinem Willen zu manipulieren. 

    Doch nicht nur das: Neben seinen die Realität verformenden Kräften besitzt er auch immense psionische Fähigkeiten. Dazu gehören Telekinese, Telepathie und Astralprojektion sowie ein mentales Energiepotenzial, das bei vollständiger Entfesselung alles Leben auf der Erde auslöschen könnte.

    Fazit: Eine neue Ära im MCU beginnt – mit Macht, Multiversum und Familie

    Mit Galactus als existentielle Bedrohung und Franklin als Hoffnungsträger entsteht eine Dynamik, die das MCU nicht nur visuell erweitert, sondern neu denkt. Der Film setzt den Auftakt für Phase 6 – ein erzählerischer Neustart, in dem Franklin als Zentrum für Multiversum‑Plots und moralische Dilemmata positioniert ist. Wer den MCU‑Kosmos besser verstehen möchte, sollte den kleinen Franklin also unbedingt auf dem Schirm behalten.

    Wo du andere mächtige Marvel-Teams erleben kannst

    Wenn du nach einem der Auftritte der Fantastic Four Lust auf mehr mächtige Marvel-Teams hast, lohnt sich ein Blick in den JustWatch-Streaming-Guide. Dort findest du nicht nur das ikonische Quartett, sondern auch andere Superhelden-Formationen wie die Avengers, die Guardians of the Galaxy oder kommende Team-Ups aus den nächsten MCU-Phasen. Mit den praktischen Filtern kannst du gezielt nach Plattform, Genre, Erscheinungsjahr, Altersfreigabe oder Bewertung suchen und dir so mühelos deine ganz persönliche Watchlist zusammenstellen. Ob epische Action, clevere Sci-Fi-Abenteuer, kosmische Schlachten oder multiversale Konflikte – der Guide zeigt dir nicht nur, was aktuell verfügbar ist, sondern auch, welche Titel bald starten oder frisch hinzugefügt wurden. So bleibst du immer bestens informiert.

  • Krypto, der Superhund: Wo man ihn außer in James Gunns Superman noch sehen kann

    Krypto, der Superhund: Wo man ihn außer in James Gunns Superman noch sehen kann

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Er trägt ein rotes Cape, fliegt schneller als der Schall und hört auf den Namen Krypto. Was wie eine absurde Parodie klingt, ist längst fester Bestandteil des DC-Kanons: der Superhund aus Krypton. Krypto, der Superhund begleitet Superman in verschiedenen Versionen seit den 1950ern - mal ernst gemeint, mal augenzwinkernd, und manchmal sogar als Comic Relief. Mit James Gunns Superman-Film von 2025 feierte Krypto sein neuestes Comeback, was bei vielen die Frage aufwirft: Wo war dieser fliegende Vierbeiner eigentlich vorher? Die folgende Liste zeigt alle relevanten Auftritte in Serien und Filmen in einer Reihenfolge, die nicht nur chronologisch, sondern auch erzählerisch Sinn ergibt. Hier kommt ein kleiner Abriss durch die popkulturelle Karriere eines ungewöhnlichen Helden auf vier Pfoten. Mit JustWatch erfahrt ihr natürlich außerdem, wo ihr die dazugehörigen Filme und Serien streamen könnt.

    1. Krypto, der Superhund (2005)

    In dieser farbenfrohen Animationsserie aus den 2000er-Jahren bekommt Krypto, der Superhund endlich seinen großen Auftritt als Hauptfigur. Die Serie richtet sich klar an ein jüngeres Publikum, ist aber liebevoll gemacht und erstaunlich konsequent in ihrer Darstellung von Krypto als loyalem, cleverem und ziemlich mächtigem Superhund. In 39 Episoden erlebt er Abenteuer mit anderen tierischen Helden, darunter Streaky the Supercat und Ace the Bat-Hound. Auch wenn der Ton deutlich leichter ist als in anderen DC-Formaten, wird hier das Fundament gelegt: Krypto ist nicht nur ein tierischer Sidekick, sondern ein Charakter mit eigenem moralischem Kompass. Für viele ist diese Serie der erste echte Berührungspunkt mit der Figur - sie prägt das Bild von Krypto bis heute.

    2. Superman (1996)

    In Superman: The Animated Series taucht Krypto nicht in seiner üblichen Form auf, sondern lediglich in einer kurzen Vision. In der Folge The Last Son of Krypton Part I sieht man Kryptons Zerstörung aus Jor-Els Perspektive, und für wenige Sekunden erscheint ein Hund, der klar als Krypto erkennbar gedacht ist. Es handelt sich dabei aber nicht um einen echten Charakter mit Handlung oder Dialog, sondern eher um ein visuelles Easter Egg. Trotzdem ist der Moment für Fans bemerkenswert: Er zeigt, dass Kryptos Konzept als Superhund sogar in den ernsteren DC-Serien bewusst eingebaut wird. Ein Auftritt, der mehr ein Zwinkern an Comic-Kenner ist, aber historisch gesehen trotzdem den frühesten animierten Hinweis auf ihn darstellt.

    3. Justice League Action (2016)

    In dieser kurzweiligen Anthologie-Serie bekommt Krypto mehrere kleine Auftritte, meist als Unterstützung für Superman oder in eher humorvollen Szenen. Obwohl die Folgen meist nur elf Minuten lang sind, nutzt Justice League Action jede Gelegenheit, das DC-Universum in seiner ganzen Breite zu zeigen, und da darf auch der Superhund nicht fehlen. Hier ist Krypto keine Hauptfigur, aber er ist deutlich als Held mit Wiedererkennungswert inszeniert. Seine Kräfte werden respektiert, sein Auftritt ist keine Karikatur. Besonders bemerkenswert: Krypto wird in einem modernen Stil animiert, der ihn nahbarer, aber nicht weniger beeindruckend erscheinen lässt. Ein kleines, aber charmantes Kapitel in seiner Animationslaufbahn.

    4. Teen Titans Go! (2013)

    In der hyperaktiven Welt von Teen Titans Go! ist kaum etwas heilig, auch nicht Krypto. Der Superhund hat in der Serie mehrere ultrakurze Gastauftritte, meist als visuelle Gagfigur oder in überzogenen Fantasie-Szenen. In manchen Folgen fliegt er durchs Bild, wird parodiert oder erscheint als Teil einer überdrehten Cartoon-Welt, in der nichts wirklich ernst gemeint ist. Diese Auftritte sind oft urkomisch, aber sie haben keinen Einfluss auf die Figur Krypto selbst. Wer ein echter Fan ist, freut sich vielleicht über den Cameo-Faktor, wer aber Charaktertiefe sucht, wird hier eher nichts finden. Trotzdem erwähnenswert ist dieser Auftritt, weil selbst parodistische Serien seinen Kultstatus nicht ignorieren.

    5. DC Super Hero Girls (2019)

    In DC Super Hero Girls, die sich an ein jüngeres Publikum richtet, taucht Krypto eher am Rande auf, doch sein Auftritt bleibt hängen. Er wird als Haustier von Superman vorgestellt, darf kurz glänzen und verlässt dann wieder die Bühne. Auch wenn der Moment nur kurz ist, sagt er viel über die ikonische Wirkung der Figur aus: Krypto ist so fest im DC-Universum verankert, dass er selbst in einer Serie über Teenie-Superheldinnen wie selbstverständlich auftaucht. In dieser Version ist er ein niedlicher Sidekick mit Cape, der in wenigen Sekunden mehr Wiedererkennungswert mitbringt als so mancher Nebencharakter. Das ist zwar kein großer Handlungsbogen, aber ein nettes Wiedersehen mit dem wohl berühmtesten Hund des DC-Kosmos.

    6. Titans (2019)

    In der düsteren Welt von Titans überrascht Krypto mit einem ernst gemeinten und fast schon realistischen Auftritt. Er gehört zu Conner Kent, dem Klon von Superman und Lex Luthor, und spielt eine aktive Rolle im Team. Sein Look ist schlicht, aber effektiv: Ein weißer Hund mit rotem Cape und laserähnlichen Augen. Damit ist er keine überdrehte Cartoon-Version, sondern eine glaubwürdige Umsetzung im Live-Action-Format. Krypto kämpft, rettet Leben und wirkt emotional eingebunden. Das verleiht ihm eine Tiefe, die man der Figur nicht automatisch zutrauen würde. In dieser Serie wird er endgültig mehr als ein tierisches Gimmick: Er ist Teil einer Familie, ein echter Held und ein Symbol für Loyalität unter Außenseitern.

    7. DC League of Super-Pets (2022)

    Dieser Kinofilm stellt Krypto wieder in den Mittelpunkt, diesmal als voll animierten CGI-Helden, gesprochen von Dwayne Johnson. DC League of Super Pets ist eine bunte Mischung aus Superhelden-Satire und tierischer Actionkomödie. Krypto muss mit einer Gruppe unerfahrener Tierfreunde zusammenarbeiten, um Superman und die Justice League zu retten. Der Film ist witzig, charmant und erstaunlich aufrichtig in seiner Darstellung von Freundschaft, Verlust und Verantwortung. Trotz aller Albernheit wird Krypto hier als Charakter ernst genommen, mit echten Emotionen und einem nachvollziehbaren Konflikt. Für viele jüngere Zuschauer ist das der erste große Kinokontakt mit der Figur, und für ältere Fans eine überraschend respektvolle Hommage an einen oft unterschätzten Helden.

    8. Superman (2025)

    Mit James Gunns Superman kommt Krypto nun auch ins neue DC Universe, und das unter ganz neuen Vorzeichen. Er gehört nicht nur irgendwie dazu, sondern er ist Herzstück, Running Gag und emotionale Stütze zugleich. Der fliegende Superhund wird als treuer Begleiter eingeführt, der Clark Kent durch Höhen und Tiefen begleitet, und das mal schlagkräftig, und mal einfach nur herrlich verplant. Krypto ist vollständig animiert, wirkt aber niemals künstlich, denn seine Bewegungen, Mimik und sogar sein Humor wurden laut Gunn vom eigenen Hund inspiriert. Besonders schön: Der Film nimmt sich Zeit für die Beziehung zwischen Mensch und Tier, ohne sie kitschig auszuschlachten. Krypto kämpft, rettet, tröstet und liefert trotzdem einen der lautesten Lacher der Post-Credit-Szene. In diesem Film ist er nicht Beiwerk, sondern endlich Teil von Supermans Identität.

    Hier könnt ihr alle Filme mit „Krypto“ streamen

    In der folgenden Liste findet ihr nicht nur alle Filme mit DC-Superhund „Krypto“, sondern erfahrt mit Hilfe von JustWatch außerdem, wo ihr sie streamen könnt.

  • „Der Sommer, als ich schön wurde“ und mehr: Alle Filme und Serien von Jenny Han in der richtigen Reihenfolge

    „Der Sommer, als ich schön wurde“ und mehr: Alle Filme und Serien von Jenny Han in der richtigen Reihenfolge

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Jenny Han erzählt Geschichten, die sich anfühlen wie ein bittersüßer Sommerabend: warm, ehrlich und manchmal ein bisschen chaotisch. Ihre Figuren leben nicht in perfekten Welten, aber sie erleben die typischen ersten, echten Gefühle vom ersten Kribbeln bis zum großen Zweifel. Lara Jean schreibt Liebesbriefe, die sie nie abschicken will, und Belly steht zwischen zwei Brüdern, ohne zu wissen, was sie eigentlich sucht. Und Kitty? Die mischt alles auf und findet dabei sich selbst. Diese Charaktere stolpern, wachsen und verändern sich, und genau das macht sie so greifbar und liefert Stoff zum Mitfiebern. Wer wissen will, wie denn nun alles zusammenhängt, bekommt hier die richtige und sinnvolle Reihenfolge der Jenny Han-Werke - von der „All the Boys”-Reihe bis zur neuesten Serie „Der Sommer, als ich schön wurde“. 

    1. To All the Boys I’ve Loved Before (2018)

    Der erste Teil der Lara-Jean-Trilogie ist mehr als nur eine Teenie-Romanze. To All the Boys I’ve Loved Before erzählt von der introvertierten Schülerin Lara Jean, deren heimliche Liebesbriefe plötzlich verschickt werden, und zwar an alle, die sie je geliebt hat! Was folgt ist allerdings keine kitschige Komödie, sondern ein liebevoll inszenierter Coming-of-Age-Film über Nähe, Vertrauen und das Chaos erster Gefühle. Lana Condor spielt Lara Jean mit einer charmanten Mischung aus Verletzlichkeit und Witz in einem warmen Setting, das auch noch die Musik genau passend in die Story setzt. Jenny Hans Handschrift ist auch auf dem Bildschirm sichtbar: Hier gibt es realistische Emotionen, aber ohne unnötiges Drama. Dieser starke Auftakt machte definitiv Lust auf mehr, weshalb ein zweiter Teil nicht lange auf sich warten ließ.

    2. To All the Boys: P.S. I Still Love You (2020)

    Im zweiten Teil wird es komplizierter, und genau das macht ihn so stark. Lara Jean ist nun offiziell mit Peter zusammen, doch dann taucht John Ambrose auf - ein weiterer Empfänger ihrer alten Liebesbriefe. Der Film greift typische Teenager-Unsicherheiten auf, ohne sie künstlich aufzubauschen. Es geht ums Vergleichen, ums Zweifeln und um die Erkenntnis, dass Gefühle manchmal widersprüchlich sein dürfen. Die Dynamik zwischen den Figuren bleibt auch im zweiten Teil glaubhaft, und das Tempo angenehm ruhig. Auch visuell bleibt der To All the Boys: P.S. I Still Love You seiner Linie treu und präsentiert sich weich, verträumt und in altbekannten Pastelltönen. P.S. I Still Love You ist kein bloßes Sequel, sondern ein echtes Mittelstück, das Tiefe statt nur Fortsetzung liefert.

    3. To All the Boys: Always and Forever (2021)

    Der Abschluss der Trilogie bringt Lara Jean an den Punkt, den alle irgendwann erreichen: Was kommt nach der Schulzeit, und passt die erste Liebe in eine Welt voller neuer Möglichkeiten? Always and Forever begleitet sie auf eine Reise nach Korea, durch Bewerbungsphasen, Streit und Unsicherheiten. Der Film bleibt leise, aber konsequent: Immer noch gibt es keine dramatischen Eskalationen, sondern viele kleine, echte Entscheidungen. Besonders gelungen ist, wie der Bogen zur ersten Szene im ersten Teil geschlossen wird, ohne sich dabei auf Nostalgie auszuruhen. So entsteht ein echtes Finale, das reifer wirkt, aber die emotionale Wärme der Reihe nicht verliert und somit einen sanften, aber würdigen Abschied liefert.

    4. XO, Kitty (2023)

    Das Serien-Spin-off XO, Kitty aus dem „To All the Boys“-Universum gönnt Lara Jeans kleiner Schwester Kitty ihren ganz eigenen Auftritt, und das mit einer überraschend starken Stimme. Kitty zieht nach Südkorea, um dort nicht nur das Internatsleben kennenzulernen, sondern auch ihre große Liebe wiederzufinden. Doch wie es bei Jenny Han so oft ist, kommt alles anders als geplant. Freundschaften werden kompliziert, Gefühle chaotisch, und auch Kitty selbst beginnt, sich ganz neu zu entdecken. Die Serie bringt ein ganz eigenes Tempo mit, ist frecher, dynamischer und trotzdem gefühlvoll. Wer die Trilogie mochte, wird hier liebevoll abgeholt und darf Kitty ein Stück beim Erwachsenwerden begleiten.

    5. Der Sommer, als ich schön wurde (2022–2025)

    Cousins Beach, Sonnencreme, ein Mädchen und zwei Brüder - mehr braucht es manchmal nicht, um mitten ins Gefühlschaos zu stolpern. Der Sommer, als ich schön wurde ist eine komplett neue Jenny Han-Geschichte, in der man die Protagonisitin Belly in mehreren Staffeln auf ihrem Weg durch Sommer, Sehnsucht und Selbstfindung begleitet. Was als jugendliche Schwärmerei beginnt, wächst schnell zu einer emotionalen Reise heran, die auch Schmerz, Verlust und echte Entscheidungen kennt. Die Serie schafft es, ein ganz typisches Gefühl von Aufbruch und Abschied einzufangen, ohne es je zu überzeichnen. Statt Highschool-Drama gibt’s hier Herzklopfen mit Nachhall. Die neueste Staffel ist erst seit Kurzem draußen und bringt die Geschichte spürbar auf den Punkt. Es geht ans Eingemachte: Entscheidungen, Zweifel und ein Sommer, der sich mehr nach Abschied anfühlt als nach Leichtigkeit. Alles bleibt so echt, wie es angefangen hat - nur eben ein bisschen erwachsener.

    Hier streamst du alle Jenny Han-Filme

    In dieser Liste findest du alle aufgeführten Filme und Serien von Jenny Han in der richtigen Reihenfolge. JustWatch verrät dir außerdem, auf welchen Streaming-Plattformen sie verfügbar sind.

  • Bradleys Coopers “Superman”-Cameo liefert viel Raum für Spekulationen …

    Bradleys Coopers “Superman”-Cameo liefert viel Raum für Spekulationen …

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Superman (2025) steckt voller spannender Gastauftritte – doch eine Szene hat besonders für Gesprächsstoff gesorgt: In einer kryptonischen Videobotschaft tauchen Bradley Cooper und Angela Sarafyan als Supermans leibliche Eltern Jor-El und Lara auf. Ein prominent besetztes Duo, das sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Anfangs scheint alles wie erwartet: Die Eltern schildern ihre Beweggründe, Kal-El zur Erde zu schicken – ein Ort, an dem er Großes bewirken soll. 

    Doch später im Film wird ein bisher fehlender Teil der Botschaft entschlüsselt – und der offenbart eine schockierende Wendung: Jor-El und Lara fordern ihren Sohn darin auf, über die Menschheit zu herrschen, sich als gottgleiches Symbol Kryptons zu inszenieren und viele Frauen zu ehelichen, um die kryptonische Blutlinie fortzusetzen. Die Botschaft endet mit Jor-Els Worten: “Rule without mercy (Herrsche ohne Gnade).“

    Eine beunruhigende Theorie: Ist Cooper gar nicht Jor-El, sondern Zod?

    Diese Wendung wirft eine provokante Frage auf: Ist der Mann im Video wirklich Jor-El? Oder sehen wir in Wahrheit General Zod, der sich als Supermans Vater ausgibt? Diese Fan-These klingt zunächst weit hergeholt, gewinnt aber durch mehrere Punkte an Plausibilität:

    • Die Ideologie des Mannes im Video entspricht deutlich eher dem militaristischen, autoritären Denken Zods als der humanistischen Haltung klassischer Jor-El-Versionen.
    • Niemand weiß, wie Jor-El wirklich aussieht – auch Superman nicht.
    • Es wäre sinnvoll, einem Star wie Cooper eine größere Rolle zu geben als die von Jor-El, der im weiteren Geschehen kaum noch eine Rolle spielt.
    • In der DC-Geschichte hat Zod bereits mehrfach versucht, über Umwege Einfluss auf Superman zu nehmen – sei es durch Täuschung oder ideologische Manipulation.

    Was würde das für das neue DCU bedeuten?

    In den Comics ist Zod ein machthungriger Kryptonier, der einst von Jor-El in die Phantomzone verbannt wurde. Nach seiner Rückkehr versucht er regelmäßig, die Erde zu unterwerfen und ein neues Krypton zu errichten. Wenn Cooper tatsächlich Zod spielt, wären viele Szenarien möglich: Der neue Bösewicht ist bereits aktiv – agiert aber noch im Hintergrund. Könnte General Zod bereits seit Jahren unerkannt auf der Erde leben – und Superman bewusst dorthin gelockt haben? Gehört das etwa zu James Gunns Masterplan fürs neue DCU?

    Für James Gunn wäre das ein cleverer Schachzug: Die Fans bekommen zunächst eine vertraute Mythologie präsentiert, nur um zu einem späteren Zeitpunkt mit einem krassen Twist konfrontiert zu werden. Das würde nicht nur die Dynamik zwischen Superman und seinem vermeintlichen Vater neu ausloten, sondern auch den Grundstein für eine viel größere Storyline legen.

    Zod ist längst ein fester Bestandteil des DC-Mythos: In Smallville (2001) erschafft er Kryptonier-Klone, um die Erde zu übernehmen. In Superman II (1980) verbündet er sich mit Lex Luthor, um Kal-El zu stürzen. Und in Man of Steel (2013) will er ein neues Krypton auf der Erde errichten – mit Hilfe von Superman-DNA und ohne Rücksicht auf menschliches Leben.

    Wo du frühere Auftritte von Zod & Co streamen kannst

    Wer tiefer in die Geschichte von General Zod eintauchen möchte, findet in den bisherigen Superman-Filmen und -Serien reichlich Material – von Superman II mit Terence Stamp über Man of Steel mit Michael Shannon bis hin zu Zods späteren Auftritten in Smallville, Batman v Superman oder The Flash. Zod ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der vielschichtigsten Schurken im DC-Universum. Mal imperialistischer Eroberer, mal fanatischer Überzeugungstäter, bleibt er eine konstante Bedrohung – und ein perfekter Gegenspieler zu Superman. Im JustWatch-Streaming-Guide kannst du alle diese Titel nach Anbieter, Genre oder Bewertung filtern und direkt loslegen – ob du nun mit Kal-El mitfieberst oder Zods zerstörerische Vision teilst.

  • Die 11 besten Filme & Serien mit Jonathan Bailey – und wo du sie streamen kannst

    Die 11 besten Filme & Serien mit Jonathan Bailey – und wo du sie streamen kannst

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Mit seiner Rolle als Anthony Bridgeton in Bridgerton wurde Jonathan Bailey weltweit bekannt – charmant, verletzlich und gleichzeitig voller Stolz und Pflichtgefühl. Doch Bailey ist weit mehr als ein romantischer Serienheld. Der britische Schauspieler, der bereits in jungen Jahren auf Theaterbühnen glänzte, zeigt in all seinen Projekten eine bemerkenswerte Wandlungsfähigkeit. 

    Ob in queeren Liebesdramen wie Fellow Travelers, in Satiren wie W1A oder auf der Musicalbühne y – Bailey bringt immer eine besondere Tiefe in seine Figuren. Auch auf der großen Leinwand beweist er eindrucksvoll, wie vielseitig er als Schauspieler ist. Wir werfen einen Blick auf 10 der besten Filme und Serien, bei denen er mitspielte.

    Bridgerton (2020–)

    Beginnen wir mit seiner wohl bekanntesten Rolle. Bridgerton ist ein opulentes Gesellschaftsdrama aus der Feder von Shonda Rhimes, basierend auf den Romanen von Julia Quinn. Regie führten u. a. Julie Anne Robinson und Tom Verica. Jonathan Bailey spielt Anthony Bridgerton, den ältesten Sohn der Familie – ein Viscount mit großem Verantwortungsbewusstsein, aber auch inneren Konflikten. Besonders in Staffel 2 rückt er ins Zentrum der Geschichte und zeigt eine nuancierte Performance zwischen Stolz, Verletzlichkeit und Leidenschaft. Bailey gelingt es, historische Konventionen mit moderner Emotionalität zu füllen – und sich dabei endgültig in die Herzen des Publikums zu spielen.

    Fellow Travelers (2023)

    In Fellow Travelers zeigt Jonathan Bailey eine ganz andere Seite von sich – nämlich eine tief emotionale, politisch aufgeladene und zugleich intime. Die Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Mallon und spielt in den 1950er-Jahren zur Zeit der McCarthy-Ära. Bailey verkörpert Tim Laughlin, einen jungen, idealistischen Katholiken, der sich in den charismatischen Politiker Hawk (Matt Bomer) verliebt. Was folgt, ist eine verbotene Liebesgeschichte, eingebettet in ein repressives politisches Klima. Bailey brilliert mit verletzlicher Intensität und beweist, dass er auch abseits opulenter Kostümdramen große Tragik und Tiefe transportieren kann.

    Wicked: Part One (2025)

    Ganz anders geht es in Wicked: Part One zur Sache – der heiß erwarteten und bereits sehr erfolgreichen Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Stephen Schwartz und Winnie Holzman. Jonathan Bailey übernimmt darin die Rolle des Fiyero, eines Studenten mit viel Charme und Augenzwinkern, der zwischen den beiden Hexen Elphaba (Cynthia Erivo) und Glinda (Ariana Grande) hin- und hergerissen ist. Hier beweist Bailey erneut seine erstaunliche Vielseitigkeit: als Sänger, Tänzer und romantischer Leading Man. Seine Erfahrung auf der Bühne und im Musicalbereich kommt ihm dabei sichtlich zugute – Wicked verspricht nicht nur visuell ein Spektakel, sondern auch emotional großes Kino.

    Broadchurch (2013–2017)

    Jonathan Bailey kann auch Krimi. Und wie! In der britischen Erfolgsserie Broadchurch beweist er, dass er sich auch in düstere, vielschichtige Stoffe einfügen kann. Als junger Journalist Olly Stevens ist er Teil des Pressezirkus, der sich um den mysteriösen Tod eines Jungen in einer englischen Küstenstadt dreht. Bailey spielt den ehrgeizigen, manchmal übergriffigen Reporter mit genau dem richtigen Maß an Naivität und Eitelkeit – und zeigt, dass auch Nebenrollen eine große Wirkung entfalten können. Broadchurch gilt bis heute als einer der besten britischen TV-Krimis der 2010er.

    Crashing (2016)

    In Crashing spielt Jonathan Bailey an der Seite von Phoebe Waller-Bridge – und zwar lange bevor sie mit Fleabag zum globalen Star wurde. Das Setting: ein leerstehendes Krankenhaus in London, in dem junge Erwachsene wohnen, weil sie sich sonst nichts leisten können. Zwischen Improvisation, Chaosküche und unerwiderter Liebe entfaltet sich eine wunderbar schräge WG-Dynamik. Bailey gibt den Sam – emotional unberechenbar, mal großmäulig, mal erstaunlich verletzlich. Es ist eine frühe Rolle, aber eine, in der sein Gespür für Timing, Witz und Tragik schon klar erkennbar ist. Und: Crashing ist britischer Indie-Charme in Reinform.

    The Mercy (2018)

    Auch das kann Jonathan Bailey: historische Tragödie, zurückgenommen, präzise. In The Mercy spielt er Cliff, den loyalen PR-Mitarbeiter von Donald Crowhurst (Colin Firth), jenem Amateursegler, der 1968 beim Golden-Globe-Rennen spurlos verschwand. Der Film rekonstruiert das Geschehen ruhig, fast dokumentarisch – und Bailey ist Teil eines starken Ensembles, das den psychologischen Druck der Öffentlichkeit, den Zerfall eines Traums und das Schweigen der See greifbar macht. Keine Hauptrolle, aber ein früher Beweis für Baileys Gespür für Tonalität – und dafür, dass er sich auch neben Oscar-Gewinnern nicht verstecken muss.

    W1A (2014–2017)

    Jonathan Bailey ist auch in Satiren eine brillante Besetzung – das zeigt er in W1A, jener BBC-Serie, die man nur dann für eine Fiktion hält, wenn man noch nie in einem Großraumbüro gearbeitet hat. Bailey spielt Jack Patterson, den Social-Media-Manager der BBC, und das mit einer Präzision, die fast wehtut: jung, poliert, ständig am Limit der Selbstparodie. Wenn Jack über „Plattform-Dynamiken“ und „Audience Activation“ spricht, wünscht man sich abwechselnd ein Wörterbuch oder einen Stromausfall. Bailey trifft dabei den Ton phänomenal und liefert ein Porträt digitaler Selbstüberschätzung mit ernstzunehmendem komödiantischen Feingefühl. Pflichtstoff für alle, die sich schon mal im Meeting gefragt haben: Echt jetzt?

    Jack Ryan: Shadow Recruit (2014)

    Eins kann man Hollywood nicht vorwerfen: das Talent von Jonathan Bailey übersehen zu haben. Gut, in Jack Ryan: Shadow Recruit übernimmt er keine große Rolle – aber eine, die genau das tut, was Nebenrollen im besten Fall leisten sollten: Atmosphäre schaffen, Glaubwürdigkeit stärken, Präsenz zeigen. Bailey spielt einen Analysten im britischen Verteidigungsministerium, während Chris Pine als junger CIA-Agent durch ein undurchsichtiges Spionagenetz stolpert. Regie führt Kenneth Branagh, der auch den Schurken gibt, dazu Kevin Costner und Keira Knightley – großes Studio-Kino mit viel Geld und klarer Rollenverteilung. Bailey fällt trotzdem auf.

    Chewing Gum (2015)

    Jonathan Bailey, der ewige Gentleman? Mitnichten! Wer glaubt, der Schauspieler glänzt ausschließlich mit perfekten Manieren und adliger Contenance, sollte hier dringend einschalten. In Chewing Gum, der rotzfrechen Comedyserie von Michaela Coel, spielt Bailey den selbstverliebten Ash. Sein Auftritt ist kurz, aber herrlich drüber: ein Typ, der auf Instagram besser funktioniert als im echten Leben, aber das selbst noch nicht gemerkt hat. Bailey hat hier sichtlich Spaß daran, sein Image zu unterlaufen – und beweist, dass er sich auch für eine Prise Chaos und Klamauk nicht zu schade ist.

    Campus (2011)

    Völlig überdreht, genial oder einfach nur gaga? Campus ist die Sorte britischer Comedy, die einen entweder sofort abschreckt – oder süchtig macht. Die Uni-Satire aus dem Hause Green Wing wirft mit Absurditäten nur so um sich: Egos größer als Vorlesungssäle, Intrigen auf Kantinenniveau und Dialoge, als hätte man Monty Python in einen Methodenkurs gesteckt. Mitten drin: ein junger Jonathan Bailey als Danny – sensibel, idealistisch, oft überfordert, aber immer authentisch. Zwischen durchgeknallten Professor:innen und absurden Machtspielchen ist er der moralische Kompass. Oder zumindest das, was in dieser Serie am nächsten dran ist.

    Jurassic World: Die Wiedergeburt (2025)

    Zu guter Letzt widmen wir uns seiner Blockbuster-Karriere. Was Jonathan Baileys Rolle im Dino-Spektakel Jurassic World: Die Wiedergeburt so besonders macht? Sie schreit nicht – sie trägt. Während um ihn herum alles explodiert, bleibt er konzentriert, verletzlich, wach. Als Dr. Henry Loomis ist Bailey kein Abziehbild des coolen Wissenschaftlers, sondern ein stiller Zweifler mit Prinzipien. Er bringt eine Ernsthaftigkeit ins Franchise, die man hier so nicht erwartet hätte – fast schon Old-School im besten Sinn. Sein Spiel: nuanciert, kontrolliert, manchmal geradezu zärtlich. Und genau deshalb funktioniert’s auch so gut. Denn zwischen all den computergenerierten Echsen wirkt Baileys Präsenz angenehm echt. 

    Wo du die Filme und Serien streamen kannst

    Die besten Produktionen mit Jonathan Bailey findest du auf verschiedenen Streaming-Plattformen. Über die verlinkten Titel kannst du ganz einfach prüfen, wo du die einzelnen Filme oder Serien aktuell anschauen kannst – egal ob im Abo, zum Leihen oder Kaufen. So findest du mit wenigen Klicks den passenden Streaming-Dienst für deinen nächsten Binge-Abend mit Viscount Bridgerton, Romantik, BBC-Satire oder einer Prise Broadway-Magie.

  • Alle „Fantastic Four“-Filme im Ranking: Vom ersten Versuch bis zu „First Steps“

    Alle „Fantastic Four“-Filme im Ranking: Vom ersten Versuch bis zu „First Steps“

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Die Fantastic Four haben auf der Leinwand eine lange, turbulente Reise hinter sich. Als erste Superheldenfamilie des Marvel-Universums haben sie nie ganz den erhofften Durchbruch erzielt - bis jetzt. Die Filmreihe hat viele Höhen und noch mehr Tiefen erlebt, von den frühen gescheiterten Versuchen in den 90er Jahren bis zu einem misslungenen Reboot im Jahr 2015. Doch 2025 könnte der lang ersehnte Erfolg endlich in Reichweite sein.

    Mit Fantastic Four: First Steps, der gerade in den Kinos läuft, scheint endlich der richtige Film für die Familie gefunden zu sein. In diesem Ranking schauen wir uns die Fantastic Four-Filme genau an und werfen dabei einen Blick auf die Stärken und Schwächen jeder Verfilmung. Mit JustWatch erfährst du außerdem, wo du die Filme streamen kannst - vom (vor)letzten bis zum ersten Platz.

    5. Fantastic Four (1994)

    Der Fantastic Four-Film mit dem deutschen Titel von 1994 ist das wohl kurioseste Kapitel in der Geschichte der Reihe. Eigentlich wurde dieser Film nie offiziell veröffentlicht - er sollte lediglich dazu dienen, die Filmrechte zu sichern. Die Produktion war mit einem extrem niedrigen Budget und einer nahezu unbekannten Besetzung ausgestattet, was für die Qualität des Films eher hinderlich war. Trotz seiner offensichtlichen Mängel hat dieser Film jedoch seinen Platz in der Geschichte der Fantastic Four gefunden und genießt mittlerweile einen gewissen Kultstatus. Damit ist er zwar ein bemerkenswertes Relikt der frühen Marvel-Ära, aber nur für wirklich eingefleischte Ultras.

    4. Fantastic Four (2015)

    Ein weiterer Fantastic Four-Film von 2015 sollte eigentlich der Neustart des Franchises sein, doch das Ergebnis war nicht gerade glorreich. Regisseur Josh Trank wollte die Geschichte düsterer und realistischer erzählen, doch es haperte an der Umsetzung: Die Handlung war chaotisch, die Charaktere wirkten immer wieder flach, und die Chemie zwischen den Darstellern stimmte auch nicht. Die Produktion wurde außerdem von Skandalen überschattet, unter anderem sorgten das misslungene Marketing und ständige Nachdrehs für Ärger. Zu guter Letzt wurde die schlussendliche Veröffentlichung wurde mit negativen Kritiken überhäuft. Aus diesen Gründen muss sich dieser Film leider mit einem der letzten Plätze des Rankings zufriedengeben.

    3. Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (2007)

    Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer war die Fortsetzung des ersten Teils und hatte mit der Einführung des Silver Surfers als kosmischem Gegner einiges an Potenzial. Doch auch dieser Film konnte das Franchise noch nicht ganz in neue Höhen katapultieren. Die visuell beeindruckende Darstellung des Silver Surfers und die actiongeladenen Szenen waren zwar ein Highlight, doch die Handlung blieb zwischendurch ein wenig zu flach und nur hin und wieder wirklich packend. Die Charaktere wurden nur stellenweise weiterentwickelt, und die emotionale Tiefe, die man sich von einem solchen Film erhofft hätte, fehlte größtenteils. Trotzdem bot Rise of the Silver Surfer einige unterhaltsame Momente und eine gut inszenierte Action. 

    2. Fantastic Four (2005)

    Dieser Film war der erste große Versuch, die Superheldenfamilie auf die Leinwand zu bringen, und der kam bei den Fans und Kritikern immerhin besser an als seine Nachfolger. Fantastic Four überzeugte mit einer soliden Besetzung und brachte außerdem die klassischen Elemente der Fantastic Four auf die Leinwand. Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans und Michael Chiklis überzeugten mit ihren Rollen als Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm und präsentierten sie mit viel Leben und Humor. Ein bisschen Kritik gab es trotzdem: Die Story wirkte hin und wieder ein wenig oberflächlich und vermied es teilweise, sich tiefer mit den inneren Konflikten der Charaktere auseinanderzusetzen. Trotzdem landet diese Produktion wohlverdient auf dem zweiten Platz. 

    1. Fantastic Four: First Steps (2025)

    Der neueste Film Fantastic Four: First Steps, hat endlich das erreicht, was den Vorgängern nie gelang: Er bringt die Fantastic Four genau so auf die Leinwand, wie sie es verdienen. Kritiker und Fans sind sich einig: Dieser Film ist der Durchbruch für das Franchise! Mit einer frischen Erzählweise und einer großartigen Besetzung, darunter Megastar Pedro Pascal als Reed Richards und Vanessa Kirby als Sue Storm, gelingt es First Steps endlich, seine Zuschauer zu begeistern. Es wird auf die übliche, langweilige Origin-Story verzichtet, dafür werden die Fantastic Four als etablierte Helden gezeigt, was den Fokus auf die Beziehungen innerhalb der Familie legt. Zusätzliche Spannung gibt es durch den Silver Surfer, ohne dass jedoch die Geschichte überladen wirkt. First Steps ist ein Neustart, der das Potenzial hat, das Franchise endgültig zu etablieren und könnte der Beginn einer neuen Ära für die Fantastic Four im MCU sein.

    Hier kannst du alle Filme aus dem „Fantastic Four“-Ranking anschauen.

    In der untenstehenden Liste findest du alle Fantastic Four-Filme aus dem MCU und erfährst mit JustWatch natürlich auch, auf welchen Plattformen du sie streamen kannst.

  • Die 6 düstersten Schlümpfe-Episoden, an die du dich wahrscheinlich nicht mehr erinnerst

    Die 6 düstersten Schlümpfe-Episoden, an die du dich wahrscheinlich nicht mehr erinnerst

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Was ist blau, witzig und völlig unschuldig? Richtig – die Schlümpfe. Wenige Kinderserien genießen seit Jahrzehnten solch einen Kultstatus, und wenige Erzählwelten bringen so zuverlässig Kinder (und nicht wenige Erwachsene) zum Lachen. Aber ist in Schlumpfhausen wirklich alles eitel Sonnenschein, immer, überall und 24/7? Mitnichten. Denn es gab Schlümpfe-Episoden, in denen es richtiggehend düster zur Sache ging.

    Gut, schon klar: Eine Serie, in der ein Bösewicht namens Gargamel kleine blaue Wesen fangen will, um sie zu Gold zu verkochen oder in einen Eintopf zu werfen, hat von Natur aus ein paar Ecken und Kanten. Aber da geht noch mehr. Wir erinnern uns an sechs Episoden, die sich weit vom heiteren Hüttenbau entfernen – und stattdessen tief in Albtraumstoff, Identitätskrisen oder Zombie-Seuchen eintauchen. Folgen, die man als Kind vielleicht gesehen – und ganz bewusst verdrängt hat. Übrigens, wer sich fragt, warum wir uns hier nur den ersten beiden Staffeln widmen: Zu Beginn war die Serie noch deutlich experimentierfreudiger als später. In späteren Staffeln gab man sich handzahmer, zu Beginn durfte es noch deutlich düsterer zugehen!

    1. Die Schlümpfe sehen rot (Staffel 1, Folge 24, Originaltitel: The Purple Smurfs, 1981)

    Schumpfokalypse? Oder doch The Walking Smurf? Was wie der Arbeitstitel von The Walking Dead: Schlumpfhausen klingt, ist tatsächlich eine der ältesten Folgen der Serie und ein Klassiker in Sachen Schlümpfe auf Düster. Die Handlung von Die Schlümpfe sehen rot: Eine infizierte Fliege sticht einen Schlumpf. Der sich daraufhin in ein violettes, sabberndes Zombie-Wesen verwandelt, das „GNAP! GNAP!“ schreit und andere beißt, die sich ebenfalls in Schlumpfzommbies verwandeln. Kurz umrissen: Ein Seuchenausbruch im Pilzdorf, ein verzweifelter Papa Schlumpf, eine medizinische, oder sollen wir sagen: apokalyotische Notlage. Am Ende wird’s knapp. Diese Folge wurde später übrigens umbenannt und visuell angepasst – der Begriff „schwarzer Schlumpf“ wurde entfernt. Eines der Highlights von Staffel 1.

    2. Jahrmarkt der Eitelkeiten (Originaltitel: Vanity Fare, Staffel 1, Folge 2, 1981)

    Spieglein, Spieglein an der Wand… Narzissten, das lernten wir 1981 in Staffel 2,  gab’s auch schon in Schlumpfhausen – und Vanity Schlumpf war ihr inoffizieller Ehrenpräsident. In dieser frühen Folge steht plötzlich ein magischer Spiegel im Raum. Eigentlich soll das Ding nur Eitelkeit füttern, doch dann beginnt es, ein Eigenleben zu entwickeln. Das Spiegelbild wird zur dunklen Version von Vanity selbst – und übernimmt schleichend die Kontrolle. Was als Cartoon-Gag beginnt, entwickelt sich zur Spiegelbild-Paranoia mit Dorian Gray-Touch. Es ist die vielleicht erste Kinderserienfolge, die ganz ohne Monster und Zaubertrank zeigt, wie unheimlich es ist, wenn man sich selbst nicht mehr trauen kann.

    3. Abenteuer im Spukschloss (Original: Haunted Smurfs, Staffel 1, Folge 16, 1981)

    Du wolltest immer schon mal sehen, wie sich Die Schlümpfe als Horror-Miniaturserie anfühlen würden? Dann ist Haunted Smurfs aus dem Jahr 1981 genau das Richtige. Ein Exkurs in Sachen Dark-Schlumpfhausen, ein einziger Albtraum auf Kinderkanal-Niveau – komplett mit Gewitter, flackernden Schatten und schauriger Musik. Die Schlümpfe glauben, ihr Dorf sei verflucht, und benehmen sich auch entsprechend: panisch, paranoid, bis an die Grenze zur Hysterie. Natürlich folgt am Ende die obligatorische Auflösung – harmlos, logisch, pädagogisch wertvoll. Aber der Weg dorthin? Mehr Gruselhaus als Pilzhütte. Wer das als Kind gesehen hat, erinnert sich heute nicht an die Moral, sondern an das Gefühl, nachts lieber im Bett zu bleiben.

    4. Der Schlumpf, der nicht Nein sagen konnte (Original: The Smurf Who Couldn't Say No, Staffel 2, Folge 1, 1982)

    Kommen wir nochmal zum Missverständnis, dass unsere Schlumpffreunde stets harmlos, lieb und konfliktfrei sind. Dass dem ganz und gar nicht so ist, zeigte sich 1982 in aller Deutlichkeit – mit der Folge The Smurf Who Couldn't Say No. Worum geht’s? Ein Schlumpf verliert durch einen Zauber die Fähigkeit, „Nein“ zu sagen. Die Handlung: Er wird zum Helfer für alles, schleppt, werkelt, springt – bis zur völligen Erschöpfung. Anfangs wird gelacht, später nur noch weggeschaut. Die anderen merken zu spät, was sie angerichtet haben. Was daraus resultiert? Eine erschreckend stille Geschichte über soziale Ausbeutung, Gruppendruck und emotionale Überforderung. Und die Moral? Wer es immer allen recht machen will, verliert irgendwann sich selbst.

    5. Der Verräter-Schlumpf (Original: Turncoat Smurf, Staffel 2, Folge 18, 1982)

    Willkommen bei Turncoat Smurf – der vermutlich politischsten Episode, die je zwischen zwei Cornflakes-Werbespots ausgestrahlt wurde. Die Prämisse: Brainy wird verdächtigt, Gargamel Informationen zugespielt zu haben. Beweise? Nicht vorhanden. Indizien? Reine Gerüchte. Doch in Schlumpfhausen reicht das schon für einen mentalen Ausnahmezustand: Überwachung, Flüsterton, soziale Sanktion. Innerhalb von Minuten verwandelt sich das Dorf in ein allegorisches Tribunal à la McCarthy meets Kafka. Jeder Blick wird zur Anklage, jedes Schweigen zum Beweis. Die Stimmung? Irgendwo zwischen Der Feind in meinem Pilzhaus und 12 Angry Schlümpfe. Natürlich wird am Ende alles aufgeklärt – aber was bleibt, ist die Frage: Wie stabil ist ein Kollektiv, das im Zweifel immer zuerst den Ausschluss wählt? Oder, um es in Papa Schlumpfs Worten zu sagen: „Vertrauen ist wie ein Zaubertrank – schnell verbraucht, schwer ersetzt.“

    6. Die schwarze Nieswurz (Original: The Black Hellebore, Staffel 2, Folge 6, 1982)

    Die gefährlichsten Gifte sind nicht die, die dich umhauen – sondern die, die dich vergessen lassen, dass du mal wach warst. Was als harmlose Kräuterkunde beginnt, entwickelt sich in Die schwarze Nieswurz zur vielleicht leisesten Dystopie der Animationsgeschichte. Papa Schlumpf braut einen Trank aus einer seltenen Pflanze – mit dem Ergebnis, dass die Schlümpfe kollektiv in einen Zustand apathischer Gleichgültigkeit verfallen. Kein Witz, keine Bewegung, keine Schlumpfbeerenfreude mehr. Die Farben der Folge: fahl. Der Rhythmus: lähmend. Die Botschaft: Erschreckend aktuell. Diese Episode braucht keinen Bösewicht – die Bedrohung liegt in der schleichenden Abstumpfung. Eine achtminütige Meditation über Erschöpfung, Reizüberflutung und das große Nichts dazwischen. Wer’s gesehen hat, erinnert sich vielleicht nicht an den Titel – aber ganz sicher an das Gefühl, dass plötzlich alles zu still war.

    Wo du die düsteren Schlümpfe-Folgen streamen kannst

    Die hier vorgestellten Schlümpfe-Episoden findest du auf verschiedenen Streaming-Plattformen – oft im Rahmen kompletter Staffelpakete. Über die verlinkten Titel kannst du ganz einfach prüfen, wo du die Folgen aktuell anschauen kannst – ob im Abo, zum Leihen oder Kaufen. So findest du mit wenigen Klicks den passenden Streaming-Dienst für deinen nächsten Nostalgie-Abend mit Papa Schlumpf, magischen Fehltritten und überraschend viel Gänsehaut aus dem Pilzdorf.

  • “Happy Gilmore” und die Top 10 der lustigsten Sportkomödien aller Zeiten!

    “Happy Gilmore” und die Top 10 der lustigsten Sportkomödien aller Zeiten!

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Adam Sandler kehrt zurück auf den Golfplatz – in Happy Gilmore 2. Fast 30 Jahre nach dem Originalfilm spielt Sandler noch einmal den ungehobelten Eishockeyspieler mit dem explosiven Temperament, der Golf als kontaktlosen Kampfsport entdeckt. Der Kultfilm von 1996 ist nicht nur eine der populärsten Sportkomödien aller Zeiten, sondern hat eine ganze Generation an Comedy-Fans geprägt. Grund genug, sich die Frage zu stellen: Welche anderen Sportfilme haben ähnlich laut zum Lachen gebracht?

    In dieser Liste werfen wir einen Blick auf zehn sportliche Komödien, die genauso lustig, kultig oder herrlich bescheuert sind wie Sandlers Golf-Wutausbruch. Ob auf dem Eis, dem Court oder in der Bobbahn – hier zählt nicht nur der Sieg, sondern vor allem der Spaßfaktor.

    Happy Gilmore (1996)

    Adam Sandlers Komödien, und Happy Gilmore ist da keine Ausnahme, werden von den Kritikern oft verschmäht, aber von den Fans gefeiert. Sandler spielt hier einen Eishockey-Spieler mit mäßigem Talent, aber großem Aggressionsproblem. Weil er Geld braucht, wechselt er in den Golfsport – und ruiniert dort mit voller Absicht sämtliche Etikette. Statt ruhiger Schwünge gibt’s gebrüllte Schimpftiraden, Faustkämpfe mit Opa-Gegnern und ein One-on-One mit einem Alligator. Der Film lebt von seiner anarchischen Energie und Sandlers perfektem Timing für körperlichen und verbalen Slapstick. Golf war nie unzivilisierter – und nie unterhaltsamer. Dass Happy Gilmore heute als Sportkomödien-Klassiker gilt, liegt nicht nur an seinen One-Linern, sondern an seinem Herz: Happy kämpft nicht nur für sich, sondern für seine Großmutter. Und das macht ihn – bei aller Grobschlächtigkeit – erstaunlich sympathisch. 

    Dodgeball – Voll auf die Nüsse (2004)

    Was tun, wenn einem das Fitnessstudio unter dem Hintern weggenommen wird? Man gründet ein Völkerball-Team, zieht gegen ein milliardenschweres Gym-Imperium in den Krieg – und bringt die Zuschauer:innen dabei fast zum Umfallen vor Lachen. Vince Vaughn als lethargischer Underdog und Ben Stiller als größenwahnsinniger Antagonist liefern sich ein legendäres Comedy-Duell. Das Ganze wird getragen von überdrehten Nebenfiguren, absurden Spielzügen und einem Kommentatoren-Duo, das heute schon Meme-Kult ist. Dodgeball hat sich seinen Platz in der Hall of Fame der Sportkomödien verdient, weil er die Formel „Loser kämpfen sich nach oben“ nicht nur parodiert, sondern hemmungslos überzeichnet. Ob das Sport ist? Vielleicht nicht. Aber Unterhaltung auf Champions-League-Niveau ist es allemal – Shake it off, Globo Gym!

    Cool Runnings (1993)

    Es ist der vermutlich herzerwärmendste Underdog-Moment der Sportfilmgeschichte: Ein jamaikanisches Bobteam, das bei den Winterspielen in Calgary für Furore sorgt – ohne Fame, ohne Geld, aber mit viel Herz. Cool Runnings basiert lose auf wahren Begebenheiten und ist eine perfekte Mischung aus Culture Clash, Sportdrama und Feel-Good-Komödie. John Candy brilliert als abgehalfterter Trainer, der zwischen Fatalismus und väterlicher Fürsorge schwankt. Der Humor kommt oft durch liebevolle Übertreibung, nie durch billige Pointen. Statt sich über das Team lustig zu machen, nimmt der Film seine Protagonisten ernst – und feiert sie als Helden, die nie aufgeben. Wer Motivation, Humor und eine Extraportion 90er-Nostalgie braucht, ist hier goldrichtig. Ein Film, der Mut macht – ganz ohne Kitsch.

    Kingpin (1996)

    Bowling war selten so schäbig, schmutzig und gleichzeitig so witzig wie in dieser Farrelly-Komödie über gescheiterte Existenzen, falsche Zähne und ehrlosen Ehrgeiz. Woody Harrelson spielt Roy Munson – einen ehemaligen Star mit Hand-Prothese, der in Bowlinghallen herumlungert und sich mehr schlecht als recht durchschlägt. Als er in einem naiven Amish-Bowlingtalent (gespielt von Randy Quaid) eine zweite Chance auf Ruhm sieht, beginnt eine Reise voller Täuschung, Alkohol, Eskalation – und einem der fiesesten Bill Murray-Auftritte aller Zeiten. Kingpin ist fieser und sarkastischer als die meisten anderen Sportkomödien und dabei trotzdem zutiefst menschlich. Der Humor ist schwarz, die Figuren kaputt, aber ehrlich. Perfekt für alle, die Sportfilme lieber im Antihelden-Modus schauen und Bill Murray in seiner vielleicht witzigsten Rolle erleben möchten.

    Voll verarscht - Dabei sein ist alles (2005)

    Ein Film, der heute kaum noch grünes Licht bekommen würde – und trotzdem mit Herz überzeugt: In The Ringer (Originaltitel) spielt Johnny Knoxville einen Mann, der sich aus Geldnot bei den Special Olympics einschleust – ohne Behinderung. Der Aufhänger ist provokant, aber die Umsetzung sensibel, witzig und erstaunlich respektvoll. Statt sich über Menschen mit Behinderung lustig zu machen, feiert der Film ihre Individualität und stellt den Hochstapler als letztlich Lernenden dar. Neben den komischen Momenten gibt es viele ehrliche Szenen, die aufzeigen, wie leicht man sich von Vorurteilen täuschen lässt. The Ringer balanciert zwischen Satire und Aufklärung, ohne moralinsauer zu werden. Wer über den Tellerrand lachen und gleichzeitig ein bisschen Nachdenken möchte, findet hier eine ungewöhnliche und vielschichtige Sportkomödie.

    Ricky Bobby – König der Rennfahrer (2006)

    Will Ferrells Antwort auf den ur-amerikanischen Heldenkult: Ricky Bobby ist ein Nascar-Star mit Ego-Problemen, Daddy-Issues und einem Faible für absurde Tischgebete. An seiner Seite: John C. Reilly als bester Freund und Nebenbuhler – bis ein französischer Formelrennfahrer (Sacha Baron Cohen) alles durcheinanderbringt. Ricky Bobby ist gleichermaßen Parodie und Liebeserklärung an den Motorsport, mit überdrehten Szenen, wilden Stunts und Dialogen, die sich sofort ins Langzeitgedächtnis einbrennen. Ferrell ist hier in Bestform – mal dumm, mal anmaßend, mal erstaunlich sensibel. Und obwohl der Film überdreht ist, gelingt ihm immer wieder ein subtiles Augenzwinkern auf amerikanische Männlichkeitsmythen. Wer auf Tempo, Testosteron und totalen Blödsinn steht, landet hier auf der Comedy-Pole-Position.

    Blades of Glory – Die Eisprinzen (2007)

    Was passiert, wenn zwei sich hassende Männer zu einem Paarlauf-Duo gezwungen werden? Genau: Man bekommt eine der skurrilsten und witzigsten Sportkomödien der 2000er. Will Ferrell und Jon Heder geben sich in Blades of Glory als Testosteron-Bolzen und Ballett-Schluffi, die im Glitzer-Outfit das Eiskunstlaufparkett unsicher machen. Die Gags reichen von Slapstick über grenzwertige Homoerotik-Jokes bis zur liebevollen Parodie auf Sportfilm-Klischees. Der Film spielt seine Albernheiten ohne Rücksicht auf Verluste aus, bleibt dabei aber überraschend warmherzig. Wer sich nie für Eiskunstlauf interessiert hat, wird nach diesem Film zumindest über die Möglichkeit nachdenken. Und wer Comedy-Teams mit absurdem Körperkontakt liebt, findet hier einen echten Goldmedaillen-Kandidaten.

    Baseketball - Die Sportskanonen (1998)

    Die Macher von South Park in Spielfilmlänge – das Ergebnis ist ein anarchisches Sport-Comedy-Experiment, das sich nichts verbietet. Zwei Loser erfinden mit Baseketball eine neue Sportart, die Basketball und Baseball kombiniert – und dabei so viele absurde Regeln einführt, dass selbst FIFA-Funktionäre neidisch werden. Baseketball ist trashig, schmutzig, klamaukig – und genau deshalb ein Kultfilm für Fans von Derbhumor. Nebenbei gibt’s noch bissige Seitenhiebe auf TV-Kommerz, Celebrity-Kult und Sport als Entertainment-Maschine. Nicht jeder Gag trifft, aber das Tempo ist hoch, die Selbstironie gnadenlos und das Finale genauso sinnlos wie befriedigend. Eine Komödie für alle, denen Happy Gilmore fast schon zu handzahm war.

    White Men Can’t Jump (1992)

    Wesley Snipes und Woody Harrelson auf dem Basketballplatz – aber nicht in der NBA, sondern mitten in der urbanen Hitze von Los Angeles. White Men Can’t Jump mixt Sportfilm, Buddy-Komödie und Sozialkommentar mit viel Wortwitz, Provokation und einem scharfen Blick auf Rassismus und Männlichkeitsbilder. Die Streetball-Duelle sind hart, schnell und schmutzig, die Dialoge ein einziges Feuerwerk an Beleidigungen, Angebereien und versteckter Zuneigung. Der Humor entsteht aus der Reibung der Figuren – und aus der Tatsache, dass hier keiner wirklich weiß, wie er sein eigenes Leben gewinnen kann. Wer Sportfilme mag, die mehr über Menschen als über Medaillen erzählen, findet hier ein echtes Juwel.

    Waterboy (1998)

    Adam Sandler zum Zweiten – diesmal mit Football-Helm, Sprachfehler und einem fiesen Blick, der mehr Schaden anrichtet als jeder Tackle. Waterboy ist eine einzige Karikatur auf College-Football, Südstaaten-Kultur und übergriffige Mütter. Sandler spielt Bobby Boucher, einen sozial unbeholfenen Wasserträger, der zum gefährlichsten Verteidiger der Liga wird, sobald man ihn verspottet. Der Film ist albern bis zum Anschlag, voller überzeichneter Figuren, grotesker Rückblenden und einer fast schon liebevollen Doofheit. Wer auf Happy Gilmore steht, bekommt hier die nächste Stufe – noch wilder, noch blöder, noch erfolgreicher. Und gleichzeitig eine der raren Komödien, in denen Sandlers kindliche Naivität nicht nervt, sondern funktioniert.

    Hier findest du noch mehr coole Sportkomödien

    Du willst wissen, wo du all diese verrückten, sportlichen Komödien streamen kannst – und dazu noch jede Menge andere Filme und Serien des Genres? Dann hilft dir der JustWatch-Streaming-Guide weiter. Dort kannst du gezielt nach Titeln suchen, die dich interessieren, und gleichzeitig nach Streamingdienst, Genre, Preis, Altersfreigabe und Bewertung filtern. Egal, ob du Lust auf Klassiker, Neuheiten oder echte Geheimtipps hast – mit JustWatch findest du schnell und unkompliziert das passende Angebot. Außerdem kannst du deine persönliche Watchlist erstellen und Benachrichtigungen erhalten, sobald deine Lieblingstitel verfügbar sind. So verpasst du nie wieder eine Sportkomödie oder deinen nächsten Comedy-Kick. Jetzt entdecken und losstreamen!

  • Die besten Nathan-Fillion-Filme und -Serien – und wo du sie streamen kannst

    Die besten Nathan-Fillion-Filme und -Serien – und wo du sie streamen kannst

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Ob als schlagfertiger Sci-Fi-Captain, smarter Krimischriftsteller oder animierter Superheld – Nathan Fillion ist längst mehr als ein Geheimtipp. Der kanadische Publikumsliebling wurde mit Serien wie Firefly und Castle zum Kultstar und gehört als charmant-trottelige Version von Green Lantern im neuen Superman-Film von James Gunn offiziell zum DC Universe. Fillions Markenzeichen: trockener Witz, exaktes Timing und die seltene Gabe, selbst kleinen Rollen Charisma, Tiefe und Humor zu verleihen. Seine Projekte reichen von Kultserien über Animationsfilme bis zu Blockbuster-Gastauftritten – und jedes zeigt eine andere Facette seines Könnens. Diese Liste stellt die Highlights seiner Karriere vor: perfekt für langjährige Fans und alle, die entdecken wollen, warum Nathan Fillion als Meister der anspruchsvollen Leichtigkeit gilt.

    Superman (2025)

    In Superman von James Gunn übernimmt Nathan Fillion die Rolle des impulsiven Green Lantern Guy Gardner – einem besonders ungehobelten Mitglied der Justice Gang. Gardner sticht sofort heraus: sein charakteristischer Bowl‑Cut und seine ruppige Art machen ihn zum lautstarken Kontrast im ansonsten heroischen Team. Fillion selbst beschreibt seine Figur als furchtlosen Trottel, der meint, Superman herausfordern zu können – aber gerade dieses übersteigerte Selbstvertrauen bringt eine sympathische Unverbraucht­heit mit ins DCU. Er stellt etablierte Heldenbilder infrage, mischt das Team auf und sorgt für unverfälschte Dynamik. Fillion nutzt jede Szene, um Gardners ungeschliffene Präsenz hervorzuheben, wodurch er weit mehr als nur ein zweckmäßiger Nebencharakter wird. Er verleiht ihm Ecken, Kanten und eine wirklich einzigartige Präsenz.

    Firefly (2002–2003)

    Fillions großer Durchbruch: In Joss Whedons kurzlebiger, aber bis heute verehrter Sci-Fi-Serie Firefly spielt er Captain Malcolm Reynolds – einen desillusionierten Ex-Soldaten, der als Weltraum-Cowboy mit seiner bunt zusammengewürfelten Crew durchs All schippert. Zwischen Rebellion, moralischen Grauzonen und lakonischem Sarkasmus trifft Fillion den perfekten Ton. Seine Figur wirkt wie eine Mischung aus Han Solo und Clint Eastwood – gleichzeitig cool, gebrochen, und tief menschlich. Obwohl Firefly nach nur einer Staffel abgesetzt wurde, entwickelte die Serie rasch Kultstatus und gilt heute als Paradebeispiel für gelungenes Worldbuilding, starke Ensemble-Dynamik und pointierte Dialoge. Wer intelligentes Sci-Fi mit Westernflair und Charaktertiefe sucht, kommt an Firefly nicht vorbei. Für viele ist sie der früheste Beweis, dass Fillion eine echte Genre-Ikone ist.

    Castle (2009)

    Acht Staffeln lang verkörperte Nathan Fillion den Bestsellerautor Richard Castle – ein charmanter Querdenker mit kriminalistischem Spürsinn und einem großen Hang zur Selbstdarstellung. Gemeinsam mit der klugen, bodenständigen Polizistin Kate Beckett löst er Mordfälle in ganz New York – mit viel Humor, Spannung und überraschend viel Herz. Die Serie lebt von der pointierten Dynamik zwischen den Hauptfiguren, dem charmanten Spiel mit Genre-Konventionen und Fillions Fähigkeit, zwischen überheblichem Witzbold und verletzlichem Sympathieträger zu wechseln. Trotz des klassischen Procedural-Aufbaus bietet Castle genug Meta-Humor, popkulturelle Seitenhiebe und emotionale Momente, um über Jahre zu unterhalten. Für Fans intelligenter Krimiunterhaltung mit Romantik-Faktor und Witz eine echte Empfehlung.

    The Rookie (2018)

    In The Rookie zeigt Fillion eine neue Seite: Als John Nolan wagt er mit über 40Jahren den beruflichen Neuanfang bei der Polizei von Los Angeles – und muss sich gegen jüngere Kollegen, bürokratische Hürden und eigene Selbstzweifel behaupten. Die Serie verbindet klassische Crime-Elemente mit emotionaler Tiefe und gesellschaftlichem Kommentar. Ob Polizeigewalt, Vertrauen oder persönliche Entwicklung – hier wird mehr verhandelt als bloße Fallakten. Fillion brilliert mit gewohnter Leichtigkeit, bringt aber auch ernste Töne ins Spiel. The Rookie ist weit mehr als nur ein Polizeidrama: Es ist eine moderne, gut geschriebene Serie über Mut, Wandel und zweite Chancen – getragen von einem gereiften, reflektierten Hauptdarsteller.

    The Suicide Squad (2021)

    James Gunns irre Interpretation des DC-Antihelden-Teams bietet ein wahres Chaosfestival an Gewalt, Satire und absurden Superkräften – und mittendrin: Nathan Fillion. Als T.D.K. (The Detachable Kid) spielt er einen völlig nutzlosen, aber unvergesslichen Helden, dessen Arme sich vom Körper lösen und langsam durch die Luft flattern. Der Gag? Die Szene ist komplett überdreht, doch Fillion spielt sie mit vollem Ernst und Inbrunst– und macht sie dadurch umso komischer. Es ist ein kurzer, aber herrlich selbstironischer Auftritt, der zeigt, wie viel Spaß der Vollblut-Schauspieler Fillion an grotesken Nebenrollen hat. Wer ihn in einer der skurrilsten Superhelden-Szenen überhaupt sehen will, ist bei The Suicide Squad goldrichtig.

    Slither – Voll auf den Schleim gegangen (2006)

    Mit Slither landete James Gunn sein Spielfilmdebüt – und Nathan Fillion spielt darin den Sheriff einer verschlafenen Kleinstadt, die von ekligen, außerirdischen Parasiten überrannt wird. Klingt trashig? Ist es auch – aber mit Stil. Der Film zollt klassischen B-Movies der 80er-Jahre Tribut und mixt Splatter, Slapstick und Spannung zu einem extrem unterhaltsamen Horrortrip, der völlig zu Recht als Kult gilt. Fillion trägt den Film mit seiner Mischung aus Zynismus, Pragmatismus und trockenem Humor – und erinnert dabei fast an Bruce Campbell in Evil Dead. Das launige Premium-Trash-Feuerwerk Slither ist für Fans des gepflegten Ekel-Horrors ein echtes Fest – und ein Paradebeispiel dafür, wie man ein B-Movie mit echter Klasse inszeniert.

    Percy Jackson: Die Diebe im Olymp (2010)

    In der Verfilmung des ersten Percy Jackson-Romans tritt Nathan Fillion zwar nur kurz auf – aber er hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Als Hermes, Gott der Reisenden und Diebe, kombiniert er göttliche Arroganz mit augenzwinkerndem Comedy-Talent und sorgt für einen der charmantesten Momente des Films. Mit seinem typischen Gespür für Timing und Ironie verleiht er der Figur eine fast sitcomartige Leichtigkeit, ohne sie zur Karikatur zu machen. Man merkt: Fillion hat sichtlich Spaß an dieser Rolle und nutzt jede Sekunde, um sich maximal in Szene zu setzen. Zwar konnte sich die Percy Jackson-Reihe nicht zum nächsten großen Fantasy-Franchise entwickeln, doch dieser Mini-Auftritt zählt zu den kleinen, aber feinen Highlights des Films. Ein weiterer Beweis dafür, dass Nathan Fillion jeder Szene augenzwinkernden Charme verleiht – ganz egal, wie kurz sein Auftritt auch sein mag.

    Viel Lärm um Nichts (2013)

    In dieser charmanten Shakespeare-Adaption von Joss Whedon brilliert Nathan Fillion als Constable Dogberry – ein tölpelhafter Ordnungshüter mit Hang zur großen Geste, absurden Selbstsicherheit und herrlich verdrehten Sätzen. Gedreht in nur wenigen Tagen, in Schwarz-Weiß und mit einem Ensemble aus Whedons Stammcast, lebt Much Ado About Nothing vom reizvollen Kontrast zwischen klassischer Sprache und moderner, fast intimer Inszenierung. Fillion nutzt seine komödiantischen Talente voll aus und macht aus der vermeintlichen Nebenrolle einen der witzigsten und einprägsamsten Parts des Films. Sein Spiel balanciert gekonnt zwischen Slapstick und feiner Ironie – und zeigt, dass sein Talent weit über Genregrenzen hinausreicht. Wer literarische Klassiker mit Indie-Flair, Humor und einem spielfreudigen Ensemble erleben möchte, kommt an dieser verspielten Version nicht vorbei – mit einem Nathan Fillion, der selbst in Shakespeare-Versen glänzt.

    Justice League: Doom (2012)

    In diesem gefeierten Animationsfilm leiht Fillion Green Lantern alias Hal Jordan seine Stimme – und liefert dabei eine der überzeugendsten Interpretationen der Figur jenseits der Comics. Justice League: Doom zeigt, was passiert, wenn Batmans geheime Sicherheitsmaßnahmen gegen die Justice League in falsche Hände geraten. Der Film ist düster, actiongeladen und thematisch komplex – und Fillion verleiht Hal Jordan genau die richtige Mischung aus Selbstsicherheit, heldenhafter Verantwortung und innerem Zwiespalt. Mit seiner markanten Stimme trifft er den Ton zwischen klassischem Heldenpathos und nahbarer Menschlichkeit auf den Punkt. Seine Interpretation bringt Tiefe in eine Figur, die in anderen Medien oft eindimensional bleibt. Justice League: Doom zählt zu den stärkeren Beiträgen des DC Animated Universe – und für Fillion-Fans ist es ein Paradebeispiel dafür, wie viel Persönlichkeit und Charisma er allein durch Stimme und Timing transportieren kann.

    Jennas Kuchen (2007)

    Jennas Kuchen ist ein stiller, berührender Indie-Film über Selbstbestimmung, Liebe und die Suche nach einem besseren Leben. Fillion spielt darin den sensiblen Gynäkologen Dr. Pomatter, der sich in die Hauptfigur Jenna verliebt – eine verheiratete Kellnerin mit großem Backtalent und kleinem Lebensmut. Der Film lebt von seinen leisen Zwischentönen, charmanten Dialogen und der Chemie der Darsteller. Fillion zeigt sich hier von einer ungewohnt zurückhaltenden Seite: sanft, nachdenklich und frei von Ironie. Wer ihn bisher nur aus Genrestoffen kennt, wird überrascht sein, wie nuanciert und ehrlich er in dieser Rolle wirkt. Jennas Kuchen ist bittersüßes Indie-Kino – mit einem wundervollen Nathan Fillion, den wir gerne häufiger ins solchen Rollen sehen würden.

    Wo du noch mehr Perlen mit Nathan Fillion findest

    Nathan Fillion hat sich im Laufe seiner Karriere als außergewöhnlich wandlungsfähiger und liebenswerter Schauspieler etabliert – sei es in Hauptrollen, Cameos oder als Stimme in Animationsprojekten. Seine Fähigkeit, jeder Rolle – ob kurz oder lang – Charme, Tiefe und Humor zu verleihen, ist bemerkenswert. Für Fans bedeutet das: Jeder Film oder jede Serie, in der er mitspielt, wird zum Erlebnis mit Wiedererkennungswert. Die hier vorgestellten Titel bieten eine bewusst kuratierte Reise durch Fillions vielseitiges Schaffen – von Sci-Fi-Klassikern über Crime-Serien bis hin zu künstlerischen Nebenprojekten.Im JustWatch-Streaming-Guide findest du all seine Filme und Serien – übersichtlich nach Streamingdienst, Genre, Bewertung und Altersfreigabe sortiert. Stelle dir deine persönliche Watchlist zusammen und verpasse keine seiner Performances mehr!

  • „Brick“-Star Matthias Schweighöfer: seine zehn schönsten Filme im Streaming

    „Brick“-Star Matthias Schweighöfer: seine zehn schönsten Filme im Streaming

    Oliver Baumgarten

    Oliver Baumgarten

    JustWatch-Editor

    Der Mysterythriller Brick (2025) von Philip Koch ist der neueste Film mit Matthias Schweighöfer und katapultierte sich gleich nach Start bei Netflix an die Spitze der Streaming-Charts. Das dürfte er gewohnt sein: Das erfolgsverwöhnte Multitalent gilt seit ein paar Jahren als einer der populärsten Schauspieler in Deutschland.

    Aus einer Schauspielerfamilie stammend, gelang ihm 2003 mit Soloalbum an der Seite von Nora Tschirner der Durchbruch. Es folgten jede Menge Hauptrollen im Kino, immer wieder wie in Kokowääh (2011) auch gemeinsam mit Til Schweiger. Wie sein berühmter Kollege, gründete auch Schweighöfer Ende der 2000er Jahre mit Pantaleon Film eine eigene Produktionsfirma und machte fortan in Personalunion Filme als Produzent, Regisseur, Autor und Hauptdarsteller. Dabei entstanden Publikumshits wie Schlussmacher (2013), der 2,5 Mio. Besucher in die deutschen Kinos lockte. Seit ein paar Jahren ist ihm sogar mit vollem Erfolg der Sprung ins internationale Geschäft gelungen. Für die Disney-Pixar-Animation Elio (2025) vertraute man ihm die komplette Stimmentwicklung einer Figur an – und zwar im Original! Das können nicht viele deutsche Schauspieler:innen von sich behaupten.

    Wer nach „Brick“ Lust auf Mehr hat, findet im Folgenden zehn der schönsten Schweighöfer-Filme und im Guide alle Informationen darüber, wo es sie zu streamen gibt.

    1. Soloalbum (2003)

    Lose auf dem Roman des Popliteraten Benjamin von Stuckrad-Barre basierend, wirkt Soloalbum aus heutiger Perspektive wie die Tour durch eine Ausstellung aus den Nullerjahren. Klamotten, Autos, Musik, Lifestyle: Der Film ist purer Zeitgeist mit Gastauftritten von Thomas D und Sandy Mölling, die als „No Angels“-Mitglied 2003 ein großer Star war. „Soloalbum“ ist beides, Teeniekomödie und Liebesfilm, und markiert damit den Beginn des später typisch gewordenen frech-witzigen Schweighöfer-Vehikels. Auch für Nora Tschirner bedeutet der Film einen wichtigen Startpunkt ihrer Karriere – sie beide hier in ihren frühen Zwanzigern durch die dynamische und vor Einfällen sprühende Geschichte zu begleiten, ist ein herrlich nostalgischer Spaß.

    2. Das wilde Leben (2007)

    Achim Bornhaks Film erzählt die Geschichte der Uschi Obermaier und ihrer Rolle im Gefüge der 68er-Bewegung. Ein großer Teil des Films richtet sich auf ihre Zeit in der zweiten Phase der legendären Kommune 1, in der „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ im Mittelpunkt standen. Bis 1973 war sie mit Rainer Langhans zusammen, einer der Symbolfiguren der Bewegung. Genau diesen Rainer Langhans mit all seiner Lockenpracht spielt Matthias Schweighöfer – ein irrer Besetzungscoup, der erstaunlich gut aufgeht, weil diese Ironie, die Matthias Schweighöfer permanent umgibt, sich hier auf wunderliche Weise mit der Langhans’schen Unverbindlichkeit  zu etwas sehr eigenem vereint. Außerdem ziemlich crazy und nicht weniger sehenswert: Alexander Scheer als Keith Richards.

    3. 12 Meter ohne Kopf (2009)

    Als Sven Taddickens 12 Meter ohne Kopf 2009 in die Kinos kam, war Deutschland auf einen heimischen Piratenfilm nicht vorbereitet: Er ging ziemlich gnadenlos unter – vollkommen zu unrecht. Klar, ein Effektspektakel wie das Disney-Franchise Fluch der Karibik war natürlich nicht zu erwarten. Dafür aber hatte 12 Meter ohne Kopf etwas ganz anderes zu bieten: die herrlich ironische Interpretation der heimischen Ostsee-Legende Klaus Störtebeker – voller Gags, mit einer äußerst gelungenen Ausstattung etwa des historischen Hamburg, einem rockigen Soundtrack und dazu eine bis in die kleinsten Rollen hinein starke Besetzung. Matthias Schweighöfer als Störtebekers Seeräuber-Freund Gödeke Michels funktioniert auch in diesem körperbetonten Setting hervorragend – allzu oft hat er das eher actionbetonte Fach in seiner Karriere nicht bedient.

    4. What a Man (2011)

    Mit „What a Man“ kreiert Matthias Schweighöfer 2011 erstmals in kreativer Kontrolle von Regie, Produktion, Buch und Hauptrolle seine Paradefigur: In einer Zeit, in der klassische Geschlechterrollen diskutiert und hinterfragt werden, sucht seine Figur in What a Man – und in ähnlicher Weise auch in seinen weiteren Regie-Filmen – genau danach: nach dem Anschluss an diese alten, Männern zugeschriebenen Tugenden. Noch steht 2011 das Finden einer Alternative gar nicht so sehr im Vordergrund wie die Suche an sich – denn die wird komödiantisch in der Schweighöfer eigenen Art genüsslich ausgeweidet, gerne mit dem bewährten Witz wiederkehrender Schauspieler wie Milan Peschel, Elyas M’Barek oder Friedrich Mücke.

    5. Vier gegen die Bank (2016)

    Dieser letzte Film des legendären Regisseurs Wolfgang Petersen ist als klassisches Caper-Movie konzipiert: In der Manier einer Krimikomödie verfolgen wir Planung und Umsetzung eines Banküberfalls. Matthias Schweighöfer spielt einen schnöseligen Werbefuzzi, der gerade eine eigene Agentur aufmachen will, als er merkt, dass all sein Erspartes futsch ist. Zusammen mit drei Mitbetroffenen entwickelt er einen Plan, sich sein Geld von der Bank wiederzuholen. Höher als das Tempo des Films ist nur seine Klamaukdichte – das eigentlich Besondere an diesem Remake des gleichnamigen TV-Klassikers, den 1976 Wolfgang Petersen selbst geschaffen hatte, findet sich in der Besetzung. Mit Matthias Schweighöfer, Til Schweiger, Jan Josef Liefers und Michael „Bully“ Herbig konnte der Regie-Altmeister die vier damals publikumsträchtigsten deutschen Filmstars erstmals gemeinsam vor der Kamera versammeln.

    6. You Are Wanted (2017)

    Als erste deutsche Eigenproduktion von Amazon Video entwickelte Matthias Schweighöfer mit seinem Team die Thrillerserie You Are Wanted. Er selbst spielt die Hauptfigur Lukas Franke, dessen Leben von einem Hacker so weit manipuliert wird, dass er unter akuten Terrorverdacht gerät und sich daraufhin notgedrungen auf die Suche begibt, die Zusammenhänge aufzuspüren. Als weltweit erste Serie wurde „You Are Wanted“ komplett in Ultra-HD-Auflösung gedreht, was insbesondere in den Berliner Außenaufnahmen deutlich wird. Zwölf Episoden, aufgeteilt in zwei Staffeln, dauert die spannende Jagd, die mit Karoline Herfurth, Alexandra Maria Lara und Louis Hofmann stark besetzt ist.

    7. Army of the Dead (2021)

    In Las Vegas wimmelt es vor Zombies – das klingt wie ein ironischer Kommentar auf das Glücksspiel-Mekka mitten in der Wüste. In Zusammenhang mit Zack Snyders Action-Horror-Farce Army of the Dead ist das allerdings ziemlich wörtlich gemeint: Nach einem Bahnunfall entkommt ein Alpha-Zombie und infiziert die gesamte Stadt. Ein Team von Söldnern soll aus der verlorengegebenen Stadt Bargeld aus einem Tresor retten. Mittendrin: Matthias Schweighöfer als lustiger Safeknacker Ludwig Dieter, der sich mit den anderen nicht nur Horden von organisiert erscheinenden und sich sehr schnell bewegenden Zombies stellen muss, sondern auch einem untoten weißen Siegfried & Roy-Tiger. Ein wilder Actionspaß, der das Genre des Zombiefilms gekonnt mit Elementen des Caper-Movies kombiniert. Das Prequel Army of Thieves (2021) übrigens wurde von Matthias Schweighöfer inszeniert und koproduziert.

    8. Die Schwimmerinnen (2022)

    Die englisch-amerikanische Koproduktion erzählt die wahre Geschichte zweier syrischer Schwestern, die dem Krieg in der Heimat entkommen wollen. Ihre Flucht führt sie über das Mittelmeer nach Deutschland, wo sie die Chance haben, sich ihren Traum zu erfüllen: als Teil des Olympic Refugee Team an den Schwimmwettbewerben der Olympiade 2016 teilnehmen. Matthias Schweighöfer spielt in diesem bewegenden Festivalhit den Schwimmlehrer in Berlin. Mit dem Drama von Sally El Hosaini zeigt Schweighöfer eine weitere Facette seiner vielseitigen internationalen Karriere.

    9. Oppenheimer (2023)

    Klar: Oppenheimer ist alles andere als ein Schweighöfer-Film. Der Film belegt aber sehr eindrucksvoll den Stellenwert, den Matthias Schweighöfer zurzeit in Hollywood einnimmt. Trotz vieler historischer deutscher Figuren im Film, ist Schweighöfer der einzige deutsche Schauspieler in diesem extrem prominenten Ensemble. In einer Nebenrolle spielt er den Physiker Werner Heisenberg, der für die Nazis an einem Uran-Projekt arbeitete und den Oppenheimer entsprechend als Ansporn für seine eigenen Unternehmungen sah. Der visuell faszinierende Film von Christopher Nolan wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet und entwickelte sich weltweit zu einem wahren Kinophänomen.

    10. Girl You Know It’s True (2023)

    Regisseur Simon Verhoeven verfilmte einen der größten deutschen Musikskandale: Die ultraerfolgreiche deutsche Band Milli Vanilli, die 1990 sogar einen Grammy gewinnen konnte, flog wenige Monate danach damit auf, dass die beiden Gesichter der Band gar nicht selbst singen. Was heute kaum mehr für große Beachtung sorgen würde, galt damals als enormer Vertrauensbruch. Matthias Schweighöfer spielt den Produzenten Frank Farian, der Milli Vanilli aus dem Nichts heraus erfunden und systematisch zur Hitmaschine aufgebaut hat, mit seiner Variante des fröhlichen Irrsinns, den Farian bis zum Schluss umgeben hat.

    Zehn der schönsten Filme von und mit Matthias Schweighöfer: Hier kannst du sie streamen

    Nachfolgend listen wir alle zehn Filme auf, inklusive der Information darüber, bei welchen deutschen Streaming-Diensten du sie schauen kannst.

  • San Diego Comic-Con 2025: Die meisterwarteten Serien und Filme - mit Startterminen

    San Diego Comic-Con 2025: Die meisterwarteten Serien und Filme - mit Startterminen

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Vom 24. bis 27. Juli 2025 öffnet die „San Diego Comic-Con“ wieder ihre Tore – und Streaming-Fans dürfen sich auf zahlreiche exklusive News rund um kommende Serien- und Filmhighlights freuen. Große Streaming-Dienste wie Disney+, Paramount+ und Hulu stellen Neustarts und Fortsetzungen ins Rampenlicht, präsentieren Trailer-Premieren oder gewähren tiefe Einblicke in neue Staffeln und Spin-Offs.

    Die wichtigsten Serien-Highlights und Streaming-Termine der SDCC 2025

    1. Alien: Earth (FX/Hulu)

    Das wohl größte Serien-Highlight der Messe ist die Weltpremiere von Alien: Earth, der ersten Serienadaption des legendären Sci-Fi-Franchise. Die Serie spielt zwei Jahre vor dem ersten Alien-Film, als ein rätselhaftes Raumschiff auf der Erde abstürzt und eine völlig neue Bedrohung entfesselt wird. Zu erwarten sind auf der Comic-Con ein exklusiver erster Einblick und ein großes Q&A mit Cast und Crew.

    • US-Start: ab 12. August 2025 auf Hulu
    • Deutscher Start: ab 13. August 2025 auf Disney+

    2. Star Trek – Strange New Worlds & Starfleet Academy (Paramount+)

    Auf dem Star Trek-Panel steht die aktuell laufende dritte Staffel von Strange New Worlds im Fokus, aber auch die neue Serie Starfleet Academy bekommt ihren ersten öffentlichen Auftritt – inklusive eines „First Look“-Trailern. Die neue Serie begleitet junge Kadetten auf ihrem Weg zur Sternenflotten-Elite und verspricht frische Charaktere und spannende Abenteuer.

    • Strange New Worlds, Staffel 3: Bereits seit Juli 2025 auf Paramount+
    • Starfleet Academy: Konkreter Starttermin noch nicht bekannt, aber Ausblick exklusiv zur SDCC

    3. Outlander: Blood of My Blood (STARZ) 

    Mit Outlander: Blood of My Blood erhält das erfolgreiche Zeitreise-Universum einen mit Spannung erwarteten Prequel-Ableger. Die neue Serie erzählt die bis dahin unbekannten Liebesgeschichten von Claire und Jamie Frasers Eltern und wechselt dabei zwischen den Schauplätzen des Ersten Weltkriegs und den wilden Highlands des 18. Jahrhunderts. Auf der San Diego Comic-Con gibt es einen exklusiven ersten Blick mit Cast und Kreativen.

    • US-Start: ab 8. August 2025 auf STARZ
    • Deutscher Start: ab 9. August 2025 auf MagentaTV

    4. Generation V, Staffel 2 (Prime Video) 

    Das Spin-off von The Boys rund um die rebellischen Superschüler an der Godolkin University kehrt mit einer zweiten Staffel zurück. Der US-Start ist am 17. September 2025 bei Prime Video, die Ausstrahlung erfolgt im Wochentakt.

    • US- und DE-Start: ab 17. September 2025 auf Prime Video

    5. NCIS: Tony & Ziva (Paramount+) 

    Lange wurde auf das Spin-off mit den beiden Fan-Favoriten gewartet – jetzt gibt es News und vermutlich einen neuen Trailer zu NCIS: Tony & Ziva.

    •  US- und deutscher Start: 4. September 2025 auf Paramount+

    6. Dexter: Wiedererwachen (Paramount+)

    Nach der Rückkehr von Dexter in Wiedererwachen gibt es auf der SDCC ein Panel, das tiefe Einblicke und erste Informationen zu einer möglichen Fortsetzung bringen könnte. Cast und Serienmacher stehen Rede und Antwort zu den nächsten Entwicklungen.

    • Bereits seit Juli 2025 auf Paramount+

    7. Peacemaker, Staffel 2 (HBO Max)

    John Cena und James Gunn kommen nach San Diego, um einen exklusiven Sneak Peek auf die neue Staffel Peacemaker zu präsentieren. Die actiongeladene Superhelden-Serie mit absurdem Humor geht in die zweite Runde.

    • US-Start: ab 21. August 2025 auf HBO Max
    • Deutscher Start: Noch nicht bekannt

    8. The Walking Dead: Daryl Dixon, Staffel 3 (AMC)

    Norman Reedus und Melissa McBride berichten über die neue Staffel von Daryl Dixon und stellen womöglich den neuen Trailer vor.

    • US-Start ab 8. September 2025
    • Deutscher Start: ebenfalls ab 8. September 2025 bei Magenta TV

    9. Spartacus: House of Ashur (Starzplay)

    Das Gladiatorenepos bekommt ein aufregendes Spin-off mit House of Ashur. Die Serie bringt neue Intrigen in die antike Welt Roms, mit Fokus auf Ashur, einen der skrupellosesten Gegenspieler aus dem Original. Auf der SDCC wird erstmalig der Trailer gezeigt.

    • US-Start: Voraussichtlich Herbst 2025 auf Starzplay, deutscher Start noch unbekannt 

    10. Percy Jackson, Staffel 2 (Disney+)

    Das göttliche Abenteuer geht weiter: Die erfolgreiche Adaption der beliebten Buchreihe rund um den Halbgott Percy Jackson bekommt eine zweite Staffel. Auf der SDCC gibt es erste Clips und Updates zur Story.

    •  US-Start: Voraussichtlich Winter 2025 auf Disney+, deutscher Start wahrscheinlich gleichzeitig.

    Die wichtigsten Film-Highlights der SDCC 2025

    1. Predator: Badlands

    Im neuen Kapitel Badlands des erfolgreichen Predator-Franchise führt Dan Trachtenberg Regie, Elle Fanning spielt die Hauptrolle. Auf dem Panel wird der erste volle Trailer gezeigt, ergänzt von exklusivem Zusatzmaterial.

    • US-Kinostart: 7. November 2025
    • Deutscher Start: 6. November 2025

    2. Tron 3: Ares

    Die Fortsetzung des Sci-Fi-Kultklassikers verspricht atemberaubende Visuals und eine neue, düstere Storyline. Auf der SDCC werden neue Szenen von Tron 3: Ares vorgestellt.

    • US-Kinostart: 10. Oktober 2025
    • Deutscher Start: 9. Oktober 2025

    3. Der Astronaut (Project Hail Mary)

    Die Bestsellerverfilmung von Andy Weir zeigt Ryan Gosling in einer existenziell geladenen Sci-Fi-Rolle im All. Regisseure Phil Lord & Christopher Miller sowie der Autor selbst stellen neue Details zu Der Astronaut und exklusive Ausschnitte vor.

    • US-Kinostart: 20. März 2026
    • Deutscher Start: 19. März 2026

    4. Five Nights at Freddy’s 2

    Die Horror-Fortsetzung setzt wieder auf schaurige Animatronics: Cast und Crew von Five Nights at Freddy’s 2 enthüllen einen ersten Trailer.

    • US-Kinostart: 5. Dezember 2025
    • Deutscher Start: 4. Dezember 2025.

    5. Nobody 2

    Bob Odenkirk kehrt mit der Fortsetzung des Actionhits zurück und bringt exklusives SDCC-Material und einen Trailer zu Nobody 2 mit.

    • US-Kinostart: 15. August 2025
    • Deutscher Start: 21. August 2025

    6. Red Sonja

    Die ikonische Kriegerin bekommt ein filmisches Comeback. Fans erwartet ein Panel mit exklusiven Einblicken in Red Sonja  und den neuen Look des Fantasy-Epos.

    • US-Kinostart: 15. August 2025, Streaming-Start ab 29. August 2025
    • Deutscher Start: Noch unbekannt.

    7. Die nächsten Horror-Tripps: Neon präsentiert Together, Shelby Oaks & Keeper

    Nach dem Erfolg von Longlegs und Titane stellt Neon auf der SDCC exklusiv drei neue Horror-Titel vor.

    • Together - Unzertrennlich: Der gefeierte Sundance-Film von Michael Shanks vereint Dave Franco und Alison Brie als Hauptdarsteller und Produzenten. Die Komödie mit Horror-Tönung erhielt bereits einen 100% Rating bei Rotten Tomatoes und sorgt auf der Messe für Gesprächsstoff. Deutscher Kinostart: 31. Juli 2025.
    • Shelby Oaks: YouTuber und Kritiker Chris Stuckmann präsentiert sein mit Spannung erwartetes Horror-Debüt. Deutscher Kinostart: 3. Oktober 2025.
    • Keeper: Osgood Perkins, gefeierter Regisseur von Longlegs, bringt mit Keeper einen neuen, düsteren Psychohorror mit auf die SDCC und gewährt den Besuchern exklusive Einblicke in seine neueste Albtraumvision. Deutscher Kinostart: 13. November 2025.

    San Diego Comic-Con 2025: Die meisterwarteten Serien, Filme und Streaming-Starts

    Ob Aliens, Kult-Agenten oder legendäre Monster – die San Diego Comic-Con 2025 liefert exklusiv neue Trailer, Panels sowie Einblicke in Serien und Filme. Bleib dran – unsere Streaming-Datenbank wird regelmäßig mit aktuellen Startdaten für Deutschland ergänzt, sobald neue Details bekannt werden.

  • Filmfestival Venedig 2025: Guillermo del Toros „Frankenstein“ und weitere Highlights im Überblick

    Filmfestival Venedig 2025: Guillermo del Toros „Frankenstein“ und weitere Highlights im Überblick

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Wenn sich im Spätsommer die Filmwelt am Lido versammelt und vor dem berühmten Sala Grande der rote Teppich ausgerollt wird, blickt die Branche erneut gespannt nach Venedig. Das Filmfestival versprich auch in seiner 82. Ausgabe, Treffpunkt der ganz Großen und der aufregendsten Aufsteiger des internationalen Kinos zu werden.

    Renommierte Regisseurinnen und Regisseure kehren mit lang erwarteten Werken zurück, gefeierte Oscar-Gewinner präsentieren neue Filme und Streaming-Giganten wetteifern mit den nächsten Kinopremieren um die Aufmerksamkeit eines globalen Publikums. Von preisgekrönten Stammgästen bis hin zu spektakulären Weltpremieren – ein Überblick über die Filmhighlights des diesjährigen Programms in Venedig.

    Bugonia

    Yorgos Lanthimos und Emma Stone kehren nach ihrem gemeinsamen Oscar-Erfolg mit Poor Things (2023) in den Wettbewerb von Venedig zurück. Bugonia ist die neueste Zusammenarbeit der Beiden nach Kinds of Kindness (2024) und adaptiert als englischsprachiges Remake den südkoreanischen Kultfilm Save the Green Planet! (2003). Zwei junge Männer (u.a. Jesse Plemons) entführen darin eine Konzernchefin (Emma Stone), da sie glauben, sie sei eine außerirdische Bedrohung.

    After the Hunt

    Auch Luca Gudagnino (Queer, 2024) ist zurück am Lido: In After the Hunt spielt Julia Roberts die Yale-Professorin Alma, die sich plötzlich in einem persönlichen und beruflichen Dilemma befindet: Eine aussichtsreiche Studentin (Ayo Edebiri) erhebt nach einem gemeinsamen Dinner einen schwerwiegenden Vorwurf gegen ihren Kollegen, Freund und Kontrahenten (Andrew Garfield). Der schildert die Ereignisse der Nacht jedoch ganz anders. Der Thriller auf Wunsch der Amazon MGM Studios außer Konkurrenz auf dem Festival.

    The Testament of Ann Lee

    Auch Regisseurin Mona Fastvold stellt ihr neues Werk The Testament of Ann Lee im Wettbewerb vor. Amanda Seyfried übernimmt die Rolle von Ann Lee, der Gründerin der Shaker-Bewegung, die von ihren Anhängern als weiblicher Christus verehrt wurde. Das auf wahren Begebenheiten basierende Drehbuch hat Fastvold gemeinsam mit Brady Corbet geschrieben – beide arbeiteten schon am Oscar-Erfolg Der Brutalist (2024) zusammen.

    The Smashing Machine

    Benny Safdies Sportdrama erzählt die Geschichte des amerikanischen MMA-Kämpfers Mark Kerr, zweifacher UFC-Schwergewichts-Champion. Dwayne Johnson übernimmt die Hauptrolle und schlüpft in die Figur des von Sucht und privater Krise begleiteten Sportlers. Emily Blunt spielt Kerrs Ehefrau Dawn, die im Zentrum seines persönlichen Auf und Ab steht. The Smashing Machine läuft im Hauptwettbewerb und ist Safdies erster Film seit Der schwarze Diamant (2017), bei dem er gemeinsam mit seinem Bruder Josh Regie führte.

    A House of Dynamite

    Kathryn Bigelow präsentiert am Lido mit A House o Dynamite ihren ersten Film seit Detroit (2017). Im Zentrum des Politthrillers steht eine fiktive nationale Sicherheitskrise im Weißen Haus, in der ein Kreis an Mitarbeiter auf eine eine drohende Raketenattacke reagieren muss.  Zum Cast gehören unter anderem Idris Elba, Rebecca Ferguson und Greta Lee. Der Film soll nach einer limitierten Kinoauswertung ab 24. Oktober weltweit auf Netflix verfügbar sein.

    Jay Kelly

    In Noah Baumbachs (Weißes Rauschen, 2022) neue romantische Komödie erzählt die Geschichte zweier Freunde (George Clooney, Adam Sandler) mittleren Alters, die bei einem chaotischen Wiedersehen ihren jugendlichen Geist wiederentdecken – und einsehen müssen, dass sie endlich erwachsen werden müssen. Jay Kelly feiert seine Premiere im Wettbewerb und wird ab November in ausgewählten US-Kinos sowie ab Dezember auf Netflix zu sehen sein.

    Frankenstein

    Auch Guillermo del Toro reist mit einem Netflix-Original nach Venedig und präsentiert mit Frankenstein eine Neuinterpretation des klassischen Monsterstoffes nach Mary Shelley. Jacob Elordi ist als ikonische Kreatur zu sehen, Oscar Isaac als Dr. Victor Frankenstein und Mia Goth in als Victors Verlobte. Der Film läuft im Wettbewerb und wird ab November beim Streaming-Dienst zu sehen sein.

    Father Mother Sister Brother

    Jim Jarmusch (Paterson, 2016) wird mit Father Mother Sister Brother erstmals im Wettbewerb von Venedig vertreten sein: Ein Episodenfilm, in dem Cate Blanchett, Vicky Krieps, Adam Driver und Charlotte Rampling zu sehen sind. Entfremdete Geschwister treffen aufeinander und müssen sich ungelösten Konflikten und der schwierigen Beziehung zu den Eltern stellen.

    No Other Choice

    Südkoreas Autorenfilmer Park Chan-wook (Die Frau im Nebel, 2022) stellt in Venedig mit No Other Choice seinen zwölften Spielfilm vor, exakt 20 Jahre nach Lady Vengeance. In der düsteren Satire arbeitet Man-soo seit 25 Jahren als Experte in der Papierproduktion, bis er unerwartet entlassen wird, in eine existenzielle Krise stürzt – und schließlich beginnt, andere Jobbewerber auszuschalten. Der Film wird im Wettbewerb des Festivals laufen.

    The Wizard of the Kremlin

    Olivier Assayas (Irma Vep, 2022) wagt sich mit seinem Wettbewerbsbeitrag The Wizard of the Kremlin an ein großes politisches Sujet: Der Film beleuchtet den Aufstieg von Wladimir Putin im postsowjetischen Russlan, gespielt von Jude Law. Paul Dano und Alicia Vikander sind ebenfalls in zentralen Rollen zu sehen.

    The Stranger

    François Ozon (Gelobt sei Gott, 2019) bringt mit The Stranger eine neue Adaption des Albert Camus-Klassikers nach Venedig. Das Werk erkundet Themen wie menschliche Grausamkeit, Existenzialismus und Post-Kolonialismus im Algerien der 1930er Jahre und läuft im Wettbewerb.

    In the Hand of Dante

    Julian Schnabel (Van Gogh, 2018) präsentiert sein Mystery-Drama In the Hand of Dante. Oscar Isaac, Martin Scorsese, Gerard Butler und Gal Gadot übernehmen zentrale Rollen in einem Film, der sich um das Originalskript von Dantes „Göttlicher Komödie“ dreht, das zunächst auf dem Schwarzmarkt landet und in die Hände eines New Yorker Mafia Bosses gerät. Der Film läuft außer Konkurrenz und verbindet Gegenwart mit historischen Handlungssträngen.

    Dead Man’s Wire

    In Dead Man’s Wire erzählt Gus Van Sant (Milk, 2008) die wahre Geschichte des Geiseldramas von 1977, bei dem Anthony „Tony“ Kiritsis den Präsidenten einer Hypothekenfirma, Richard Hall, als Geisel nahm. Bill Skarsgård, Colman Domingo und Al Pacino gehören zum prominent besetzten Cast. Der Thriller wird in Venedig außerhalb des Wettbewerbs gezeigt.

    Filmfestival Venedig 2025: Guillermo del Toros „Frankenstein“ und weitere Highlights im Überblick

    Ob Netflix-Neustart oder Kinoweltpremieren: Auch die 82. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig bietet aufregende Filmhighlights. Bleib dran – unsere Streaming-Datenbank wird regelmäßig mit aktuellen Startdaten für Deutschland ergänzt, sobald neue Details bekannt werden.

  • Die besten Filme und Serien mit Nicholas Hoult – und wo man sie streamen kann

    Die besten Filme und Serien mit Nicholas Hoult – und wo man sie streamen kann

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Vom Kind mit melancholischem Blick in About a Boy bis zum eitlen, größenwahnsinnigen Zaren in The Great: Nicholas Hoult hat sich als vielseitiger Schauspieler etabliert. Mal als bleicher Aristokrat, mal als psychotischer Feinschmecker oder ausgehungerter Soldat der Postapokalypse: Hoult taucht mit Präzision in Figuren ein, die nicht unbedingt die Sympathieträger ihrer Geschichten sind.

    Aktuell sorgt der britische Schauspieler mit seiner Verkörperung des Lex Luthor in Superman (2025) für Aufsehen. Unter der Regie von James Gunn spielt er den milliardenschweren Strippenzieher, der versucht, die Menschheit gegen den Kryptonier Clark Kent (David Corenswet) aufzubringen. Ein kalkulierender Gegner, der Nicholas Hoult die Möglichkeit gibt, seine Faszination für moralische Ambivalenz erneut zu demonstrieren.

    Ein guter Anlass also, sich seine bemerkenswerten Film- und Serienauftritte näher anzusehen!

    10. Skins (2007–2013)

    Die britische Serie Skins erzählt vom Leben einer Gruppe Teenager im modernen Bristol – ungeschönt, direkt und mit Themen, die zuvor selten so drastisch verhandelt wurden: Drogen, Sex, psychische Krisen, Familienzerfall. Jede Episode konzentriert sich auf eine Figur und zeigt, wie instabil die scheinbar sorgenfreie Jugend tatsächlich ist. In den ersten beiden Staffeln spielte Nicholas Hoult den charismatischen, aber manipulativen Tony Stonem. Eine Figur, die bewusst mit der Loyalität der Zuschauer spielt: gleichzeitig faszinierend und abstoßend.

    9. Das verschwiegene Buch (2017)

    Der Film begleitet J.D. Salinger von seinen frühen Versuchen als Schriftsteller über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg bis zur Entstehung von „Der Fänger im Roggen“ und seinem freiwilligen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Dabei zeigt er weniger das literarische Genie als den innerlich zerrissenen Menschen hinter dem Werk. Nicholas Hoult spielt Salinger als ehrgeizigen, empfindsamen und zunehmend isolierten Mann, dessen Selbstbild immer stärker mit der Realität kollidiert. Auch wenn Das verschwiegene Buch als Biopic konventionelle Wege geht, gelingt Hoult ein glaubwürdiges Porträt einer Persönlichkeit, die sich zeitlebens zwischen Ausdruckswillen und Rückzug bewegte.

    8. The Great (2020-2023)

    Historische Anleihen treffen auf anarchischen Humor: The Great ist eine satirische Neuinterpretation der Geschichte Katharina der Großen (Elle Fanning), die als junge Frau an den russischen Hof kommt – naiv, aber entschlossen, das Land zu modernisieren. Zwischen höfischen Intrigen, absurder Gewalt und unfassbarem Luxus kämpft sie um Macht, Liebe und politische Reformen. Nicholas Hoult spielt darin Peter III., Katharinas infantilen Ehemann. Sein Spiel pendelt gekonnt zwischen grotesker Selbstverliebtheit, kindlichem Trotz und gelegentlicher Tiefe.

    7. Juror No. 2 (2024)

    Clint Eastwoods Juror No. 2 erzählt nicht nur von Schuld, sondern auch davon, wie viel Mut es braucht, sie anzuerkennen: Ein Mann sitzt in der Jury – und merkt, dass er selbst mit dem Verbrechen zu tun haben könnte, über das er richten soll. Nicholas Hoult verleiht diesem innerlich taumelnden Mann, der zwischen Wahrheitspflicht und Selbsterhaltung wankt, die nötigen Nuancen, um die Spannung durchweg aufrecht zu erhalten. Keine großen Gesten, kein Pathos – sondern ein stilles Ringen, das umso eindringlicher wirkt.

    6. The Banker (2020)

    The Banker erzählt die wenig bekannte Geschichte zweier afroamerikanischer Unternehmer (Anthony Mackie und Samuel L. Jackson), die in den USA der 1960er-Jahre das System austricksen: Weil Schwarze kaum Zugang zum Immobilienmarkt haben, engagieren sie einen weißen Angestellten als Strohmann – nach außen das Gesicht, in Wahrheit ihr Schüler. Nicholas Hoult spielt diesen Matt Steiner, einen einfachen Arbeiter, der plötzlich die Sprache des Geldes, der Macht und der Täuschung lernen muss. Anfangs unbeholfen, dann zunehmend selbstbewusster. Hoult bringt diese Wandlung überzeugend auf den Punkt – ohne Übertreibung, aber mit Gespür für die politischen und persönlichen Konflikte, die darunter liegen.

    5. The Favourite (2018)

    Yorgos Lanthimos’ bitterböses Intrigenspiel am britischen Hof lebt von seinen starken Frauenrollen – aber auch Nicholas Hoult hat einen herrlich zickigen Auftritt als Lord Harley in The Favourite. Mit pudrigem Gesicht, gigantischer Perücke und spitzer Zunge stiehlt er so manche Szene. Harley ist karrieristisch, manipulativ – ein Machttaktiker, der ständig zwischen Allianzen und Eitelkeit schwankt. Eine Nebenrolle wie sie zu Nicholas Hoults Rollenwahl passt – und die zeigt, wie faszinierend Bosheit sein kann, wenn sie mit so viel Eleganz vorgetragen wird.

    4. About a Boy (2002)

    Eine Coming-of-Age-Komödie, die längst Kultstatus genießt: About a Boy erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem egozentrischen Junggesellen Will (Hugh Grant) und dem sensiblen Jungen Marcus – gespielt vom damals 12-jährigen Nicholas Hoult. Schon hier zeigt sich sein Talent für feine Zwischentöne: Marcus ist kein typisches Filmkind, sondern schüchtern, unbeholfen und doch unbeirrbar. Hoult gibt der Figur eine Gravitas, die ihn älter wirken lässt, als er ist. Rückblickend ist About a Boy nicht nur ein schöner Film über Außenseitertum, sondern der frühe Beweis für Hoults späteres schauspielerisches Feingefühl.

    3. Mad Max: Fury Road (2015)

    Imperator Furiosa (Charlize Theron) rebelliert gegen den Tyrannen Immortan Joe und flieht mit seinen versklavten Ehefrauen durch die Wüste – gejagt von einer Armee aus fanatischen Kriegern: George Millers postapokalyptische Höllenfahrt lebt von Tempo, waghalsigen Stunts und seltsam-charismatischen Figuren. Nicholas Hoult spielt Nux, einen kranken „Warboy“, der seinen Platz in Walhalla sucht. Anfangs nur fanatischer Anhänger eines brutalen Systems, entwickelt sich Nux zur überraschend tragischen Figur in Mad Max: Fury Road.

    2. The Menu (2022)

    Ein dekadenter Abend in einem exklusiven Restaurant eskaliert in The Menu zum tödlichen Albtraum. Nicholas Hoult spielt den Feinschmecker Tyler, der gemeinsam mit seiner Freundin (Anya Taylor-Joy) zu diesem ominösen Dinner eingeladen wird. Seine Figur ist ein elitäres, blind bewunderndes Opfer seiner eigenen Arroganz – und Hoult spielt das mit solch abstoßender Überheblichkeit, dass man als Zuschauer zwischen Mitleid für seine Begleitung und Schadenfreude über sein eigenes Schicksal schwankt. Selten wurde Fanboytum so seziert, selten war Hoult so präzise im Zurschaustellen (vermeintlich) intellektueller Eitelkeit.

    1. Nosferatu (2024)

    In Robert Eggers’ düsterem Remake des expressionistischen Horror-Klassikers nähert sich der Schrecken nicht mit lautem Getöse, sondern mit bedrückender Stille. Nosferatu folgt einer jungen Frau (Lily-Rose Depp), die von einem uralten Vampir (Bill Skarsgård) heimgesucht wird. Nicholas Hoult spielt ihren zunehmend gequälten Ehemann – eine Figur, die zwischen Liebe, Angst und wachsendem Wahn oszilliert. Hoult bringt dabei eine zerrissene Emotionalität auf die Leinwand: mit zurückgehaltener Panik, unterdrückter Wut und der verzweifelten Hoffnung, das Unvermeidliche aufzuhalten.

    Die besten Filme und Serien mit Nicholas Hoult – und wo man sie streamen kann

    Von About a Boy bis Nosferatu: Die untenstehende Liste zeigt, bei welchen Streaming-Anbietern die besten Filme mit Nicholas Hoult derzeit im Abo, als Kauf- oder Leihoption verfügbar sind.

  • 10 Streaming-Tipps für Fans von „Dexter: Wiedererwachen“: Mord, Moral und Familie

    10 Streaming-Tipps für Fans von „Dexter: Wiedererwachen“: Mord, Moral und Familie

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Nach dem Schock-Ende von Dexter: New Blood meldet sich der einstige Serienmörder zurück: Dexter: Wiedererwachen (Originaltitel: Dexter: Resurrection) beginnt mit einer Wendung, die viele (zunächst) nicht kommen sahen. Dexter hat den Schuss seines Sohnes Harrison überlebt und erwacht aus dem Koma – verändert, geschwächt, aber fest entschlossen, seinen Sohn zu finden. Der ist inzwischen untergetaucht.

    In New York City beginnt Dexter eine Reise, die ihn nicht nur erneut mit seiner eigenen Vergangenheit und neuen Serienkillern, sondern auch weiter mit seiner Vaterschaft konfrontiert. Wer auf der Suche nach ähnlichen Serien ist, die ebenfalls moralisch zwielichtige Charaktere, schwierige Familienbande und abseitige Krimi-Plots bieten, sollte sich an den folgenden Titeln versuchen.

    Bates Motel (2013-2017)

    Bates Motel erzählt davon, wie aus einem traumatisierten Jugendlichen einer der bekanntesten Psychopathen der Filmgeschichte wird: Norman Bates, der Mörder in Alfred Hitchcocks Psycho (1950). Freddie Highmore verkörpert Norman als sensiblen, aber zunehmend die Kontrolle verlierenden Teenager, der mit seiner Mutter (Vera Farmiga) in ein abgelegenes Motel zieht und dort bald drastische Gewalt erlebt.

    Bereits das Setting erinnert an Dexter: Wiedererwachen: Auch Dexters Sohn Harrison lebt zu Beginn der neuen Staffel in einem Hotel, auch er versucht einen Neuanfang – während das Trauma unaufhaltsam nachwirkt. Der zentrale Unterschied liegt in der Bewusstheit: Harrison weiß bereits, wer er ist – Norman wird erst allmählich zum Killer. Doch beide Serien beschäftigen sich damit, welchen Anteil familiäre Bande daran haben.

    Sweetpea (2024)

    In der britischen Serie Sweetpea steht Rhiannon Lewis (Ella Purnell) im Mittelpunkt – eine scheinbar normale junge Frau mit Job, Partner und Freundeskreis. Doch hinter der Fassade schlummert eine tief sitzende Wut, die sich regelmäßig in brutalen Fantasien und schließlich realen Gewalttaten entlädt. Rhiannon führt ein penibel doppeltes Leben, in dem sie tagsüber freundlich lächelt und nachts die dunklen Seiten ihrer Mitmenschen „korrigiert“.

    Wie bei Dexter  geht es auch hier um das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Fassade, innerem Abgrund und moralischer Selbstrechtfertigung. Zwischen düsterer Komödie und Psychothriller wirkt Sweetpea bisweilen wie die weibliche und überraschend sarkastische Variante von Dexter Morgan.

    Hannibal (2013-2015)

    Diese visuell brillante Serie von Bryan Fuller erzählt die Vorgeschichte des berühmten Kannibalen Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) und seiner Beziehung zum FBI-Profiler Will Graham (Hugh Dancy). Ihre Interaktion entwickelt sich zu einem gefährlich-intimen Spiel aus Nähe, Misstrauen und gegenseitiger Manipulation. Hannibal ist zugleich ästhetisch berauschend und psychologisch verstörend – eine Serie über die Verlockung des Abgrunds. 

    Wie Dexter steht Hannibal für den gut funktionierenden Psychopathen, der sein wahres Ich unter einer Maske verbirgt.In Dexter: Wiedererwachen zeigt sich außerdem eine ähnliche Dynamik, wenn auch in einer anderen, familiären Konstellation: Harrison und Dexter gefährden und brauchen einander – ein ständiger Konflikt zwischen Bindung und Vernichtung.

    Fargo (seit 2014)

    Fargo erzählt in jeder Staffel eine neue Geschichte von Kriminalität, moralischen Verirrungen und tragischen Zufällen – stets getragen vom Tonfall der Coen-Brüder, die mit dem gleichnamigen Film (1996) die Vorlage zur Serie lieferten. Kleinstadtcharaktere, Alltagsbanalität und groteske Gewalt spielen hier wie dort perfekt zusammen – wobei sich schwarzer Humor gekonnt mit echter Tragik abwechselt.

    Dexter: Wiedererwachen setzt auf ähnliche Kontraste: Die Normalität des Alltags kollidiert mit der brutalen Realität darunter, die Figuren sind zerrissen zwischen äußerer Anpassung und innerem Instinkt – und bei allem Drama blitzt doch immer wieder ein „comic relief“ durch.

    True Detective (seit 2014)

    Auch hier erzählt jede Staffel eine eigene Story, wobei vor allem der erste Durchlauf ist ein düsteres Meisterwerk war: Matthew McConaughey und Woody Harrelson spielen zwei ungleiche Detectives, die über 17 Jahre hinweg einen mysteriösen Mordfall verfolgen. True Detective verknüpft klassische Krimielemente mit philosophischen Anklängen, existenzieller Leere und einem mitschwingendem tiefen Misstrauen gegenüber menschlicher Natur.

    Wie in Dexter: Wiedererwachen geht es nicht nur um das „Wer war es?“, sondern um das „Was macht das mit uns?“. Auch hier sind die Figuren tief gezeichnet, gebrochen – und auf seltsame Weise verbunden durch das, was sie gesehen und getan haben. Für Fans, die an Dexter nicht nur den Mord, sondern die moralischen Folgen interessieren – und offen sind für ein wenig mehr Tiefgang.

    Barry (2018-2023)

    Bill Haders Barry beginnt als rabenschwarze Komödie, doch verwandelt sich im Lauf der Staffeln in ein immer finstereres Psychodrama. Barry Berkman ist ein depressiver Ex-Soldat, der als Auftragskiller arbeitet und durch einen Zufall in Los Angeles zur Schauspielerei kommt. Was wie eine absurde Prämisse klingt, wird zu einer originellen Erzählung über Schuld, Identitätsverlust und die Sehnsucht nach Erlösung.Barry und Dexter: Wiedererwachen verbindet der zentrale Konflikt: Kann ein Mensch mit blutiger Vergangenheit ein neues Leben beginnen? Barry verheddert sich, ebenso wie Dexter und Harrison, immer wieder beim Versuch, ein neues Ich zu erschaffen.

    Mare of Easttown (2021)

    Kate Winslet brilliert als abgekämpfte Polizistin Mare Sheehan in dieser grandiosen Miniserie, die Krimi und Familiendrama in sich vereint. In einer Kleinstadt in Pennsylvania  wird ein junges Mädchen ermordet, während Mare nicht nur beruflich, sondern auch privat mit großen Problemen kämpft. Mare of Easttown lebt von seiner subtilen Figurenzeichnung und dem realistischen Ton: Niemand ist ganz gut oder ganz böse, jeder trägt seine Narben.

    Wie in Dexter: Wiedererwachen steht das soziale Umfeld stark im Fokus: Menschen kennen sich seit Jahren, verschweigen sich aber das Wesentliche. Und beide Serien fragen, ob eine zerrüttete Familie – ob nun Sheehans oder Morgans – je wieder heil werden kann.

    The Americans (2013-2018)

    Ein scheinbar amerikanisches Ehepaar (Keri Russell und Matthew Rhys) lebt in den 1980ern mit zwei Kindern in der Vorstadt. Doch Philip und Elizabeth Jennings sind KGB-Agenten, die ein Doppelleben führen. The Americans ist nicht nur ein Spionagethriller, sondern vor allem eine spannende Erzählung über Lüge, Loyalität und emotionale Spaltung. Die Beziehung zu den eigenen Kindern wird zum Pulverfass, je mehr die Wahrheit ans Licht dringt.

    In Dexter: Wiedererwachen zeigt sich eine ähnliche Dynamik: Vater und Sohn sind sich auf bedrückende Weise ähnlich, müssen ihre wahre Identität verschleiern und hadern auf unterschiedliche Weise mit ihren Wahrheiten.

    Breaking Bad (2008-2013)

    Walter White (Bryan Cranston) ist ein krebskranker Chemielehrer, der zum Meth-Koch wird, um seine Familie abzusichern – oder sich selbst zu beweisen. Breaking Bad zeigt eine der eindrucksvollsten Transformationen der Seriengeschichte. Dabei ist die (quasi) Vater-Sohn-Beziehung zu Jesse Pinkman zentral: Zuneigung wird zu Schuld, führt Manipulation und schließlich zu gegenseitiger Zerstörung.

    In Dexter: Wiedererwachen hallt diese Dynamik nach: Dexter will Harrison schützen, ihn zu einem „besseren“ Killer machen – oder ihn vom Töten abhalten? Wie Walter gerät auch Dexter in einen Teufelskreis, in dem gute Absichten mitunter nur noch mehr Unheil anrichten.

    Six Feet Under (2001-2005)

    Eine Serie, die man als Fan von Michael C. Hall gesehen haben muss – und nicht nur als solcher: Kaum ein TV-Epos widmet sich so tiefgründig und nuanciert dem komplexen Kosmos „Familie“ wie Alan Balls Six Feet Under. Im Zentrum stehen die Fishers, die ein Bestattungsinstitut betreiben – es geht ebenso um den Alltag der einzelnen Familienmitglieder als auch darum, wie sehr der Tod das Leben formt.

    Michael C. Hall spielt hier David Fisher, einen homosexuellen, innerlich mit sich hadernden Bestatter. Six Feet Under handelt mitunter vom Versuch, in einer von Tod und Verdrängung durchdrungenen Umgebung, Nähe und Normalität zuzulassen. Eine deutliche Parallele zu Dexter und den dazugehörigen Spin-Offs: der Tod als ständiger Begleiter und die Sehnsucht nach Verbindung inmitten von Verlust spielen auch dort eine zentrale Rolle.

    10 Serien-Tipps für Fans von „Dexter: Wiedererwachen“: Wo man sie streamen kann

    Die untenstehende Liste gibt einen Überblick darüber, wo man alle Serien, die wir Fans von Dexter: Wiedererwachen empfehlen, aktuell im Abo, als Kauf- oder Leihoption streamen kann. 

  • Diese Filme solltest du dir vor “Fantastic Four: First Steps” ansehen

    Diese Filme solltest du dir vor “Fantastic Four: First Steps” ansehen

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Fantastic Four: First Steps bringt Marvels bunt gewürfeltes Quartett endlich ins MCU – und das auf eine überraschend frische Art. Der Film spielt in einem Retro-Paralleluniversum, das an die 1960er-Jahre erinnert, und verzichtet komplett auf kompliziertes MCU-Lore. Das heißt: Du musst keine Filme oder Serien nachholen, um die Geschichte zu verstehen. First Steps steht für sich selbst. Trotzdem lohnt es sich für Fans, vorab ein paar Schlüsselwerke anzusehen – nicht, weil sie nötig wären, sondern weil sie mehr Kontext, Figurenhintergründe und spannende Querverbindungen liefern. Wer mehr über Galactus, Shalla-Bal, Moleman oder die Geschichte der Fantastic Four wissen will, bekommt hier alle wichtigen Antworten!

    Thunderbolts (2025)

    In Thunderbolts lohnt sich das Warten auf die witzige Post-Credit-Szene besonders, denn hier kannst du einen ersten Blick aufs coole Raumschiff der Fantastic Four erhaschen. Damit ist klar: Marvels sogenannte erste Familie ist bereits auf dem Weg ins Hauptuniversum des MCU. Auch wenn die Figuren selbst (noch) nicht auftreten, ist dieser kurze Moment ein kleines Signal an alle Fans, dass die Ereignisse von First Steps direkten Einfluss auf die kommenden Filme haben werden. Wer die größeren Zusammenhänge und Verknüpfungen der kommenden MCU-Phasen verstehen will, sollte Thunderbolts nicht verpassen – schon allein, um die entscheidenden Hinweise auf das nächste große Kapitel rund um die Fantastic Four mitzunehmen.

    Fantastic Four (2005)

    Der erste große Kinoauftritt der Fantastic Four brachte Ioan Gruffudd als Mr. Fantastic, Jessica Alba als Invisible Woman, Chris Evans als Human Torch und Michael Chiklis als The Thing auf die Leinwand – ein schlagkräftiges Quartett mit toller Chemie, das bis heute in Erinnerung bleibt. Zwar hagelte es von der Kritik negative Bewertungen, doch für eine ganze Generation war dieser Film der Einstieg ins cineastische Marvel-Universum. Der Streifen erzählt nicht nur, wie das Team durch kosmische Strahlung zu Helden wird, sondern zeigt auch ihre inneren Konflikte, Egos und Beziehungen. Julian McMahon als Doctor Doom liefert einen frühen, wichtigen Auftritt als ikonischer Marvel-Schurke. Du möchtest den popkulturellen Impact der Gruppe verstehen? Dann musst du hier unbedingt reinschauen.

    Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2023)

    Die Quantenebene, alternative Dimensionen und Kang der Eroberer stehen im Zentrum dieses Films – alles Themen, die auch für die Fantastic Four entscheidend sein werden. Kang ist dabei nicht nur ein Multiversums-Schurke, sondern in einer anderen Dimension sogar mit Reed Richards verwandt, was für zukünftige Entwicklungen im MCU spannend sein könnte. Ob Kang weiterhin von Jonathan Majors verkörpert wird, bleibt allerdings unklar, nachdem der Schauspieler von seiner Ex-Partnerin der Körperverletzung und häuslicher Gewalt beschuldigt wurde. Auf jeden Fall zeigt Quantumania eindrucksvoll, wie brüchig die Grenzen zwischen den Realitäten im MCU geworden sind, und unterstreicht, in welch komplexes und vielschichtiges Universum die Fantastic Four eintreten.

    Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (2007)

    Dieses Sequel führt die Fantastic Four tiefer in die kosmischen Dimensionen des Marvel-Universums. Kritiker konnten sich nie richtig mit dem Film anfreunden, doch bei vielen Fans hat er sich längst als kleiner Kultfavorit etabliert – auch, weil er eine kindliche Naivität ausstrahlt, die modernen Superhelden-Filmen oft fehlt. Mit dem Silver Surfer betritt Norin Radd die Bühne, der als Galactus’ eindrucksvoller Herold die Erde bedroht. Erzählerisch mag der Film holprig sein, doch visuell bietet er spektakuläre Bilder und macht klar, dass es bei Marvel längst nicht nur um Konflikte auf der Erde geht. Auch die Rivalität mit Doctor Doom wird hier fortgeführt. Wer sich auf First Steps einstimmen will, findet hier wichtige Vorboten.

    Fantastic Four(2015)

    Das Reboot unter Josh Trank sollte vieles anders machen: düsterer, realistischer, wissenschaftlicher. Doch am Ende wurde der Film als Flop gewertet – sowohl von den Kritikern als auch von den Fans. Trotzdem lohnt es sich, ihn als Teil der Fantastic Four-Geschichte zu kennen. Hier begegnen wir den Figuren als junge Genies am Baxter Institute, die nach Planet Zero reisen, wo sie durch ein fehlgeschlagenes Experiment ihre übermenschlichen Kräfte erhalten. Besonders spannend ist, dass der Film genau das liefert, was die Marvel Studios mit First Steps wohl vermeiden wollen: liebloses Worldbuilding, schwache Charakterentwicklung und eine distanzierte Erzählweise. Daher sind sich viele Hardcore-Fans einig, dass dieses missglückte Reboot heute vor allem als Beispiel dient, was das neue F4-Abenteuer unbedingt besser machen muss.

    Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

    Das MCU-Abenteuer Doctor Strange in the Multiverse of Madness bringt uns das Marvel-Multiversum so nah wie nie zuvor – und liefert dabei auch einen ikonischen, wenn auch kurzen, Fantastic-Four-Moment. Auf Earth-838 taucht Reed Richards auf, gespielt von John Krasinski. Sein Auftritt mag kurz sein, doch er ist ein deutliches Signal dafür, wie Marvel seinerzeit die Fantastic Four ins größere MCU einbinden wollte. Gleichzeitig zeigt der Film die Gefahren, Abgründe und Möglichkeiten des Multiversums – ein zentrales Thema für First Steps, der in einer ganz eigenen Realität spielt. Wer verstehen möchte, was hinter dem Multiversum steckt, sollte diesen vielschichtigen Film voller spannender Figuren schon deshalb nicht verpassen.

    Eternals (2021)

    In Eternals lernen wir erstmals die Celestials und Deviants kennen – gottgleiche Wesen, die das Marvel-Universum bereits seit den Comics von 1976 prägen. Diese kosmischen Figuren sind auch für die Fantastic Four relevant, vor allem weil Giganto, der im Video eines Werbepartners zu First Steps auftaucht, ein Deviant-Mutant ist. Obwohl Eternals an den Kinokassen floppte, erweitert er den Blick auf die Marvel-Welt weit über die Avengers und irdische Helden hinaus und macht deutlich, wie komplex die Hierarchie der Mächte im Universum ist. Wer sich besonders gründlich auf First Steps vorbereiten möchte, erfährt hier zudem, in welchem Maßstab Galactus als Weltenverschlinger agiert – und was für eine Bedrohung er wirklich darstellt.

    Wo du die oben genannten “Fantastic Four”-Filme streamen kannst

    Für Fans der Fantastic Four gibt es nicht nur den kommenden MCU-Film zu entdecken, sondern auch die spannenden Titel aus unserer Liste. Von den Fox-Filmen mit Silver Surfer und Doctor Doom bis hin zu wichtigen MCU-Auftritten in Doctor Strange oder Ant-Man and the Wasp: Quantumania – all diese Filme zeichnen ein faszinierendes Bild. Sie zeigen, wie sich das Team über die Jahre entwickelt hat, welche Gegner es prägten und wie es ins größere Marvel-Universum eingebunden ist. Im JustWatch-Streaming-Guide findest du alle genannten Titel, die aktuell in Deutschland verfügbar sind. Mit unseren Filtern nach Streamingdienst, Genre oder Bewertung kannst du dir mühelos deine persönliche Fantastic-Four-Playlist zusammenstellen. Viel Spaß beim Schauen, Vergleichen und Entdecken!

  • Emmys 2025: Wo man alle nominierten Serien aktuell streamen kann

    Emmys 2025: Wo man alle nominierten Serien aktuell streamen kann

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Mit einem Paukenschlag startet das Emmy-Rennen 2025: Severance führt mit beeindruckenden 27 Nominierungen das Feld an – darunter auch in der Königskategorie Beste Dramaserie.

    Auf den Plätzen danach folgen The Penguin mit 24 Nennungen sowie The Studio und The White Lotus mit jeweils 23. Dahinter reihen sich The Last of Us (16), Andor und Hacks (je 14) sowie Adolescence, The Bear und The Pitt (je 13) ein.

    Für HBO und Max zahlt sich das Investment in Qualität erneut aus: Die Plattformen sichern sich gemeinsam die meisten Nominierungen. Ein Überblick über die Nominierten – und wo man sie aktuell in Deutschland streamen kann.

    Die fünf Serien mit den meisten Nominierungen im Überblick: 

    Severance

    Mit insgesamt 27 Nominierungen zählt Severance erneut zu den Favoriten der Saison. Die düstere Sci-Fi-Dramaserie von Dan Erickson besticht auch in der zweiten Staffel mit ihrer schockierenden Prämisse: Mitarbeiter eines undurchsichtigen Konzerns lassen ihr Bewusstsein am Arbeitsplatz von ihrem Privatleben abkoppeln – eine metaphorische Zuspitzung moderner Arbeitsentfremdung. Die neuen Folgen erweitern das rätselhafte Universum konsequent und unterstreichen: Severance ist eine der stilprägendsten Serien des Prestigefernsehens. Ästhetisch rigoros, thematisch beunruhigend aktuell.

    The Penguin

    Das düster-epische Spin-off zum Batman-Universum lässt Colin Farrell als entstellten Gangster Oswald Cobblepot in einer entfesselten Gotham-Version brillieren. The Penguin erhielt insgesamt 24 Nominierungen, darunter für Farrell als Hauptdarsteller und Cristin Milioti als seine undurchsichtige Gegenspielerin. Die Miniserie macht aus der Comicvorlage ein Gangsterdrama im Stil von The Sopranos - während die Kamera Gotham in eine kalte, nasse Alptraumwelt verwandelt. The Penguin ist weniger Superhelden-Action als nihilistisches Milieuporträt und wird genau dafür gefeiert.

    The Studio

    Mit 23 Nominierungen zählt The Studio zu den Überraschungshits der Comedy-Kategorie. Die bissige Satire entlarvt den täglichen Wahnsinn hinter den Kulissen eines Filmstudios und trifft damit den Nerv der Branche. Seth Rogen spielt den neuen Studioleiter, der zwischen Idealismus und Kostendruck changiert. Die Serie punktet mit Tempo, grandiosen Gaststars wie Martin Scorsese und Zoë Kravitz (beide sind für einen Emmy nominiert) und der bitteren Erkenntnis: Content rules all – auch auf Kosten der Kunst. The Studio ist eine clevere Meta-Komödie, die das Kino feiert und die Branche dahinter gnadenlos seziert.

    The White Lotus

    Mike Whites Luxussatire bleibt auch in der dritten Runde ein Kritikerliebling – diesmal mit 23 Nominierungen. Die neue Staffel führt vor der Kulisse eines thailändischen Luxusressorts unter anderem Sam Rockwell, Walton Goggins und Parker Posey ins Ensemble ein und lässt ihre Figuren durch subtile Intrigen, komplexe Beziehungsdynamiken und schwelende Konflikte taumeln. Die Serie glänzt weiterhin mit ihrer Mischung aus Tragik und bösem Humor. Visuell opulent und dramaturgisch geschickt verwebt, bleibt The White Lotus ein bissiges Porträt westlicher Dekadenz im Paradies. 

    The Last of Us

    Die gefeierte Adaption des gleichnamigen Videospiels beeindruckt mit ihrer Mischung aus emotionaler Tiefe und postapokalyptischem Thrill. The Last of Us erhielt 16 Nominierungen, darunter für Pedro Pascal und Bella Ramsey, die als ungleiches Duo durch eine zerstörte Welt reisen. Showrunner Craig Mazin inszeniert das Grauen nie reißerisch, sondern als existenzielle Erfahrung - auch in der zweiten Staffel, in der die fatalen Auswirkungen von Rachegelüsten durchexerziert werden. The Last of Us zeigt, dass Zombie-Serien nicht tot sind – wenn sie den Mut haben, über das Menschliche im Monster zu sprechen.

    Alle Nominierungen im Überblick:

    Beste Dramaserie

    • Andor
    • The Diplomat
    • The Last of Us
    • Paradise
    • The Pitt
    • Severance
    • Slow Horses
    • The White Lotus

    Beste Comedyserie

    • Abbott Elementary
    • The Bear
    • Hacks
    • Nobody Wants This
    • Only Murders in the Building
    • Shrinking
    • The Studio
    • What We Do in the Shadows

    Beste Miniserie oder Anthologieserie

    • Adolescence
    • Black Mirror
    • Dying for Sex
    • Monster: Die Geschichte Lyle and Erik Menendez 
    • The Penguin

    Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie

    • Sterling K. Brown – Paradise
    • Gary Oldman – Slow Horses
    • Pedro Pascal – The Last of Us
    • Adam Scott – Severance
    • Noah Wyle – The Pitt

    Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie

    • Kathy Bates – Matlock
    • Sharon Horgan – Bad Sisters
    • Britt Lower – Severance
    • Bella Ramsey – The Last of Us
    • Keri Russell – The Diplomat

    Bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie

    • Adam Brody – Nobody Wants This
    • Seth Rogen – The Studio
    • Jason Segel – Shrinking
    • Martin Short – Only Murders in the Building
    • Jeremy Allen White – The Bear

    Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie

    • Uzo Aduba – The Residence
    • Kristen Bell – Nobody Wants This
    • Quinta Brunson – Abbott Elementary
    • Ayo Edebiri – The Bear
    • Jean Smart – Hacks

    Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Anthologieserie

    • Colin Farrell – The Penguin
    • Stephen Graham – Adolescence
    • Jake Gyllenhaal – Aus Mangel an Beweisen
    • Brian Tyree Henry – Dope Thief
    • Cooper Koch – Monster: Die Geschichte von Lyle and Erik Menendez

    Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder Anthologieserie

    • Cate Blanchett – Disclaimer
    • Meghann Fahy – Sirens
    • Rashida Jones – Black Mirror
    • Cristin Milioti – The Penguin
    • Michelle Williams – Dying for Sex

    Bester Nebendarsteller in einer Dramaserie

    • Zach Cherry – Severance
    • Walton Goggins – The White Lotus
    • Jason Isaacs – The White Lotus
    • James Marsden – Paradise
    • Sam Rockwell – The White Lotus
    • Tramell Tillman – Severance
    • John Turturro – Severance

    Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie

    • Patricia Arquette – Severance
    • Carrie Coon – The White Lotus
    • Katherine LaNasa – The Pitt
    • Julianne Nicholson – Paradise
    • Parker Posey – The White Lotus
    • Natasha Rothwell – The White Lotus
    • Aimee Lou Wood – The White Lotus

    Bester Nebendarsteller in einer Comedyserie

    • Ike Barinholtz – The Studio
    • Colman Domingo – The Four Seasons
    • Harrison Ford – Shrinking
    • Jeff Hiller – Somebody Somewhere
    • Ebon Moss-Bachrach – The Bear
    • Michael Urie – Shrinking
    • Bowen Yang – Saturday Night Live

    Beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie

    • Liza Colón-Zayas – The Bear
    • Hannah Einbinder – Hacks
    • Kathryn Hahn – The Studio
    • Janelle James – Abbott Elementary
    • Catherine O’Hara – The Studio
    • Sheryl Lee Ralph – Abbott Elementary
    • Jessica Williams – Shrinking

    Bester Nebendarsteller in einer Miniserie oder Anthologieserie

    • Javier Bardem – Monster: Die Geschichte von Lyle and Erik Menendez 
    • Bill Camp – Aus Mangel an Beweisen
    • Owen Cooper – Adolescence
    • Rob Delaney – Dying for Sex
    • Peter Sarsgaard – Aus Mangel an Beweisen
    • Ashley Walters – Adolescence

    Beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder Anthologieserie

    • Erin Doherty – Adolescence
    • Ruth Negga – Aus Mangel an Beweisen
    • Deirdre O’Connell – The Penguin
    • Chloë Sevigny – Monster: Die Geschichte von Lyle and Erik Menendez
    • Jenny Slate – Dying for Sex
    • Christine Tremarco – Adolescence

    Bester Fernsehfilm

    • Bridget Jones: Verrückt nach ihm
    • The Gorge
    • Mountainhead
    • Nonnas
    • Rebel Ridge

    Streaming-Guide zu den Emmys 2025: Alle nominierten Serien

    Die 77. Emmy Awards werden am 14. September in Los Angeles vergeben. Gastgeber ist dieses Mal Comedian Nate Bargatze. Wer bestens vorbereitet sein möchte: Die untenstehende Übersicht zeigt, wo alle nominierten Serien und Filme aktuell in Deutschland zum Streamen verfügbar sind.

  • Von Cinderella bis Arielle: Alle Live-Action Disney-Prinzessinnen im Ranking

    Von Cinderella bis Arielle: Alle Live-Action Disney-Prinzessinnen im Ranking

    Nora Henze

    Nora Henze

    JustWatch-Editor

    Ob mit Krone, Schwert oder Fischflosse - Disneys Prinzessinnen haben längst den Sprung aus dem Animationsfilm geschafft. In den letzten Jahren wurden viele der großen Klassiker als Realverfilmungen neu erzählt. Und dabei ging es nicht nur um Optik: Plötzlich stehen Themen wie Selbstbestimmung, kulturelle Vielfalt oder neue Heldinnenbilder im Mittelpunkt.

    Manche Filme bleiben eng an der Vorlage, andere denken die Geschichte mutig weiter. In diesem Ranking finden sich die relevantesten Realverfilmungen - von märchenhaft bis modernisiert und von nostalgisch bis kontrovers. Bei diesen Prinzessinnen geht es um die Charakterentwicklung, die erzählerische Qualität und darum, was wirklich hängenbleibt. Erfahre hier, wo du die Filme streamen kannst. 

    6. Schneewittchen (2025)

    Mit Schneewittchen hat sich Disney den ältesten Stoff im Repertoire vorgenommen und modernisiert ihn deutlich. Rachel Zegler verkörpert die Hauptrolle als junge Frau, die diesmal mehr ist als das schönste Mädchen im Wald. Die Geschichte setzt in der neuesten Version viel weniger auf Romantik und dafür mehr auf Eigenverantwortung.

    Optisch bleibt hier vieles im Märchenhaften, aber die Figuren sind klarer gezeichnet. Gal Gadot als Königin bringt Glanz und Bedrohung zugleich. Manche Fans vermissen das klassische Märchenfeeling, andere begrüßen die frische Erzählweise. Fest steht: Dieses Schneewittchen ist nicht mehr naiv. Und genau das macht sie interessant. Trotz der wichtigen Modernisierungen erreicht sie aber noch nicht ganz die erzählerische Tiefe anderer Beiträge.

    5. Mulan (2020)

    Von allen Disney-Verfilmungen bricht Mulan wohl am stärksten mit der Tradition. Hier gibt es keinen Gesang, keine Sidekicks und keine überbordende Romantik. Stattdessen erzählt der Film die Geschichte als episches Kriegsdrama, inspiriert vom chinesischen Wuxia-Kino. Liu Yifei spielt Mulan als stille, entschlossene Figur, deren innere Stärke im Vordergrund steht.

    Nicht alle waren begeistert: Fans des Zeichentrickfilms vermissten Leichtigkeit und Charme, kulturell gab es Kritik an der Umsetzung. Trotzdem bleibt Mulan ein ehrgeiziger Versuch, den Stoff erwachsen zu erzählen. Das Pathos wirkt manchmal aufgesetzt, doch die Bilder sind kraftvoll, und die Botschaft bleibt: Manchmal braucht es Mut, leise zu kämpfen. Als ernsthaftes Kriegsdrama hebt sich Mulan zwar ab, bleibt aber in Ton und Umsetzung teilweise unausgewogen.

    4. Aladdin (2019)

    Farbgewaltig, energiegeladen und mit viel musikalischem Elan: Aladdin gehört zu den Live-Action-Filmen, die ihr eigenes Tempo finden. Naomi Scott als Jasmin bringt eine neue Dimension in die Rolle, die politischer, entschlossener und mit einer klaren Vision für ihr Königreich auffällt. Der Song „Speechless“ wird zum emotionalen Kernstück und Statement zugleich. Will Smith als Dschinni geht das Wagnis ein, nicht mit Robin Williams zu konkurrieren, sondern den Part ganz neu zu denken, mit Humor, Wärme und Timing. Zwar ist nicht jede Szene gleich stark, doch als Gesamtbild überzeugt der Film mit Tempo, Witz und einer Jasmin, die wirklich etwas zu sagen hat.

    Trotz starker Einzelmomente und einer überzeugenden Jasmin bleibt der Film stilistisch teilweise uneinheitlich und schafft es deshalb nicht in die Top 3.

    3. Arielle, die Meerjungfrau (2023)

    Kaum ein Disney-Film wurde im Vorfeld so diskutiert wie dieser und kaum einer hat sich so konsequent selbst neu erfunden. Halle Bailey spielt Arielle mit kraftvoller Stimme und einem authentischen Gefühl für jugendliche Sehnsucht. Ihre Darstellung bringt neue Tiefe, ohne die Verspieltheit der Vorlage zu verlieren.

    Die Musik wurde modernisiert, einige Songs neu geschrieben, und auch die Dynamik zwischen den Figuren bekam mehr Erdung. Zwar sorgten manche CGI-Szenen für Kritik, doch Arielles emotionale Reise funktioniert. Vor allem bleibt sie nicht nur das Mädchen, das an Land will, sondern wird zur Figur, die sich aktiv entscheidet. Ein Film, der mutig neue Wege geht - nicht perfekt, dafür aber umso wichtiger. Die Neuinterpretation überzeugt durch starke Botschaften und eine präsente Hauptfigur, kämpft aber hin und wieder mit visuellen Schwächen und einem unausgewogenen Ton.

    2. Cinderella (2015)

    Lily James als Cinderella bringt in Kenneth Branaghs Realverfilmung mehr als nur Schönheit mit, denn ihre Figur zeigt Haltung, Anstand und eine ruhige Stärke, die dem Märchen eine ganz neue Glaubwürdigkeit verleiht. Die Geschichte bleibt zwar in erster Linie klassisch, die Tonlage ist aber diesmal wesentlich ernsthafter und aufrichtiger, und das ganz ohne dass der Disney-Zauber verloren geht. Cate Blanchett als Stiefmutter sorgte mit ihrer authentischen Ambivalenz für Begeisterung, während die atemberaubenden Kostüme immer wieder von Kritikern gelobt wurden. Der Satz „Have courage and be kind“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und wirkt dabei nicht nur wie ein plumper Kalenderspruch, sondern entwickelt Tiefe. Cinderella ist eine gelungene Neuauflage, die zwar nichts revolutioniert, aber dabei trotzdem ganz viel richtig macht.

    1. Die Schöne und das Biest (2017)

    Mit Emma Watson als Belle hat Disney seiner Märchenwelt ein kluges, entschlossenes Gesicht gegeben. Die Realverfilmung von Die Schöne und das Biest bleibt dem Zeichentrickklassiker musikalisch treu, ergänzt aber neue Songs und kleine erzählerische Details, die das Biest komplexer und menschlicher wirken lassen. Visuell ist das Ganze ein opulenter Rausch aus Gold, Samt und Kerzenlicht und ein absolutes Fest für Fans von Kulissenkino. Was den Film auf Platz eins hebt, ist die Balance: Er trifft gleichzeitig das Gefühl des Originals und erzählt mit noch mehr Tiefe. Belle ist hier nicht einfach nur eine verträumte Dorfschönheit, sondern wird als Frau mit Haltung dargestellt. Kritiker lobten Watsons Spiel und die gelungene neue Darstellung der Welt von Die Schöne und das Biest. Diese Verfilmung ist nostalgisch und modern und dabei auch noch erstaunlich berührend. Damit gelingt Disney die stimmigkeit und berührendste Realverfilmung im Disney-Kanon.

    Vaiana (2026)

    Vaiana war als Animationsfilm schon ein Befreiungsschlag: keine klassische Romanze, sondern eine Coming-of-Age-Geschichte mit kultureller Verwurzelung und einer Heldin, die sich selbst genug ist. Die geplante Realverfilmung wird von Dwayne Johnson mitproduziert, inklusive einer Rückkehr als Maui.

    Die Erwartungen sind hoch: Wird in Vaiana die Authentizität der polynesischen Kultur beibehalten? Bleibt der Humor? Funktioniert die musikalische Wucht auch im Realformat? Der Filmstart ist im Sommer 2026 geplant, aber klar ist schon jetzt: Diese Vaiana ist alles andere als eine Nebenrolle und dürfte sich bald einen eigenen Platz im Ranking sichern. 

    Alle Live-Action Disney-Prinzessinnen des Rankings und wo du die Filme streamen kannst

    In der untenstehenden Liste findest du alle Filme aus dem Ranking und siehst, auf welchen Plattformen du dir die Filme anschauen kannst.

  • The Good Witch – Alle Filme und die Serie in der richtigen Reihenfolge – und wo du sie streamen kannst

    The Good Witch – Alle Filme und die Serie in der richtigen Reihenfolge – und wo du sie streamen kannst

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Good Witch ist eine der beliebtesten Feel-Good-Reihen im US-amerikanischen Fernsehen. Alles begann 2008 mit einem Fernsehfilm rund um die geheimnisvolle Cassie Nightingale, die ein besonderes Talent dafür hat, mit Intuition, Herzenswärme und einem Hauch Magie das Leben ihrer Mitmenschen zu verändern.

    Aus dem ersten Film entwickelte sich eine ganze Reihe – mit mehreren Fortsetzungen und einer erfolgreichen TV-Serie, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Seit vielen Jahren begleitet uns die Geschichte um Cassie in verschiedenen Formaten. Grund genug, einen genaueren Blick darauf zu werfen: In welcher Reihenfolge sollte man die Filme und die Serie schauen – und wie hängen sie zusammen?

    Good Witch (2008)

    Ab 2008 begann alles mit Good Witch, dem ersten Film der Reihe. Hier wird die Hauptfigur Cassandra „Cassie“ Nightingale eingeführt, die in die westamerikanische Kleinstadt Middleton zieht und dort das geheimnisvolle Grey House bezieht. Mit ihrer geheimnisvollen Art sorgt sie schnell für Aufsehen und Verunsicherung. Ist sie eine Hexe? Einige Nachbarn glauben das. Doch Polizeichef Jake Russell erkennt bald Cassies wahres Wesen: warmherzig, weise und erstaunlich zugänglich. Der Film entwickelt sich zu einer wahren Wellness-Charakterstudie. Die Magie bleibt dezent, das Zwischenmenschliche steht im Vordergrund. Good Witch ist der ideale Einstieg in das magische Universum.

    Cassie – Das Geheimnis des Gartens (The Good Witch’s Garden, 2009)

    Im zweiten Film der Serie, Cassie – Das Geheimnis des Gartens, wird die Geschichte von Cassie Nightingale fortgesetzt. Mittlerweile hat sie sich in Middleton bestens eingelebt. Doch ihre Gegenwart wird von einem Ereignis der Vergangenheit überschattet: Ein rätselhafter Fremder taucht auf und behauptet, der eigentliche Besitzer des Grey House zu sein . Die Idylle beginnt zu bröckeln, immer mehr Stadtbewohner misstrauen Cassie – obwohl sie sich gerade erst an sie gewöhnt hatten. Doch Jake Russell steht fest an ihrer Seite. Der Film bleibt seiner Linie treu: sanfte Magie, zwischenmenschliche Wärme und ein Hauch romantisches Drama.

    Cassie – Eine verhexte Hochzeit (The Good Witch’s Gift, 2010)

    In Cassie – Eine verhexte Hochzeit weihnachtet es – mitten in den Feiertagsvorbereitungen. Cassie möchte eigentlich nur eine ruhige und harmonische Hochzeit mit Jake Russell feiern. Daraus wird allerdings – natürlich – nichts, und die Vorweihnachtszeit wird mächtig von Tumulten überschattet: Ein ehemaliger Häftling taucht plötzlich in der Stadt auf, und dann verschwinden auch noch nach und nach die Geschenke. Was hat es damit auf sich? Während Middleton nervös wird, bleibt Cassie ganz gelassen – so wie wir sie eben kennen. Sie sorgt dafür, dass das Chaos verschwindet und wieder Idylle einkehrt. Wellnesskino mit Weihnachtsschleife – hier kommen Fans voll auf ihre Kosten.

    Cassie – Eine verhexte Familie (The Good Witch’s Family, 2011)

    Cassie Nightingale hat mittlerweile ihr Familienglück gefunden. Sie ist glücklich mit Jake verheiratet – und obendrein Bürgermeisterin von Middleton. Klingt nach perfekter Idylle. Doch dann steht plötzlich ihre Nichte Abigail vor der Tür – charmant, aber unberechenbar. Und schon gerät Cassies Alltag gehörig aus dem Takt. Abigail sorgt für Wirbel, die Stadt verliert ihr Gleichgewicht, und Cassie wird klar: Harmonie braucht Einsatz. Mit Herz, Geduld und ihrer ganz besonderen Intuition bringt sie die Dinge wieder ins Lot. Eine neue Figur bereichert das Good-Witch-Universum – und das bewährte Rezept aus Magie, Menschlichkeit und Middleton funktioniert auch diesmal tadellos. Eine echte Win-Win-Situation.

    Cassie – Ein verhextes Video (The Good Witch’s Charm, 2012)

    In Cassie – Ein verhextes Video erleben wir Cassie als frischgebackene Mutter – und weiterhin als Bürgermeisterin von Middleton. Doch zur Ruhe kommt sie nicht: Ein Kamerateam reist an, um eine Reportage über die Stadt zu drehen. Erst scheint alles nach positiver PR auszusehen, doch dann kippt die Stimmung. Gegenstände verschwinden, Gerüchte machen die Runde – und plötzlich steht Cassie selbst im Verdacht. Während Middleton nervös wird, bleibt sie wie immer ruhig, empathisch und lösungsorientiert. Der Film streift sogar ein wenig Medienkritik, bleibt aber warmherzig und charmant. Viel Magie, viel Menschlichkeit – ein klassisches Good-Witch-Wohlfühlpaket mit einem Hauch Aktualität.

    Cassie – Ein verhexter Geburtstag (The Good Witch’s Destiny, 2013)

    Cassies Geburtstag steht bevor – doch wie könnte es bei The Good Witch anders sein: Statt Kuchen und Kerzen warten dunkle Vorzeichen. Etwas stimmt nicht, ein Schatten liegt über dem Tag. Cassie spürt, dass da mehr ist, und begibt sich auf Spurensuche in ihrer eigenen Familiengeschichte. Was sie findet, sind alte Geheimnisse, vergessene Verbindungen – und ein Hauch von Vergangenheitsgrusel. Doch trotz allem bleibt das typische Middleton-Gefühl erhalten: warmherzig, leicht, charmant. Cassie – Ein verhexter Geburtstag ist eine Episode über Herkunft, Intuition und die Kraft, eigene Wege zu gehen. Mit sanfter Magie, viel Gefühl – und dem vertrauten Wohlfühl-Ton der Reihe.

    Cassie – Ein verhexter Sommer (The Good Witch’s Wonder, 2014)

    Cassie steht diesmal vor der Aufgabe, eine Hochzeit für andere zu organisieren – doch wie immer in Middleton läuft dabei längst nicht alles nach Plan. Ein mysteriöses Schmuckstück verschwindet, eine neue Angestellte sorgt für Unruhe, und die Kleinstadt ist plötzlich wieder voller Rätsel und Gerüchte. Cassie – Ein verhexter Sommer destilliert noch einmal all das, was die Reihe ausmacht: kleine Dramen, leise Magie, warmherzige Geschichten und charmante Charaktere. Als Abschluss der Pre-Serienfilme funktioniert der Film wunderbar – unaufgeregt, gefühlvoll, wohlig. Wer sich noch einmal an das klassische Good Witch-Gefühl kuscheln möchte, wird hier mit offenen Armen empfangen.

    Good Witch – Die Serie (Staffeln 1–7, 2015–2021)

    Seit 2015 begeistert die Geschichte von Cassie Nightingale auch als Serie: Good Witch. Die Dinge haben sich weiterentwickelt – Cassie lebt nun mit ihrer jugendlichen Tochter Grace in Middleton, und natürlich besitzt auch sie übersinnliche Fähigkeiten. Über sieben Staffeln hinweg begleiten wir das Mutter-Tochter-Gespann durch Alltagswirren, zwischenmenschliche Konflikte, erste Lieben und – klar – jede Menge magische Momente. Neue Figuren, neue Beziehungen und kleine wie große Herausforderungen halten das Geschehen lebendig. Die Serie bleibt dabei ihren Wurzeln treu: viel Herz, sanfte Magie, ruhiger Erzählstil. Wer die Filme mochte, findet hier eine würdige, charmante Fortsetzung des Good-Witch-Universums.

    Wo du die Filme und die Serie streamen kannst

    Alle Good Witch-Filme und die Serie rund um Cassie Nightingale sind auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar. Über die verlinkten Titel kannst du jederzeit prüfen, wo du die einzelnen Filme oder Staffeln aktuell anschauen kannst – ob im Abo, zum Leihen oder Kaufen. So findest du mit wenigen Klicks den passenden Streaming-Dienst für dein nächstes Wohlfühl-Wochenende mit Cassie, Grey House und jeder Menge sanfter Magie.

  • Die zehn verrücktesten Körpertauschfilme und wo es sie zu streamen gibt

    Die zehn verrücktesten Körpertauschfilme und wo es sie zu streamen gibt

    Oliver Baumgarten

    Oliver Baumgarten

    JustWatch-Editor

    Eine der faszinierenden Eigenschaften von Film besteht darin, dass er dich jederzeit in Perspektiven versetzen kann, in die du sonst nie geschlüpft wärest. Und diese Eigenschaft hat sogar ein spannendes Subgenre hervorgebracht: den Körpertauschfilm.

    Hier geht es nämlich ganz wortwörtlich darum, Perspektiven zu wechseln und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Meist werden diese Geschichten komödiantisch erzählt, wie es etwa die vorbildhafte Freaky Friday-Reihe so erfolgreich vormacht. Geschichten rund um das Motiv des Körpertauschs kommen aber auch im Gewand spannender Thriller und emotionaler Dramen daher.

    Nachfolgend stellen wir dir in chronologischer Reihenfolge zehn der verrücktesten „Body-Swap-Movies“ vor, die mal ungemein komisch, mal schwer romantisch, spannend oder nachdenklich ausfallen. Wo es sie zu streamen gibt, verrät dir dabei unser Guide.

    1. Ein ganz verrückter Freitag (1976)

    Die Erfolgsgeschichte des „Freaky Friday“-Motivs, das 2025 zum vierten Mal verfilmt wurde, nahm ihren Anfang 1972 mit Mary Rodgers. Die US-amerikanische Musical-Komponistin hatte bereits einige Jahre zuvor damit begonnen, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Doch erst ihr Roman „Freaky Friday“ schlug international so nachhaltig ein, dass Walt Disney die Filmrechte erwarb. Diese erste Verfilmung Ein ganz verrückter Freitag aus dem Jahr 1976 erzählt die Grundzüge des Motivs auf die so typische Disney-Manier: mit viel Spaß und einer immer durchscheinenden Prise Didaktik. Denn der plötzliche Körpertausch von Mutter und Tochter formuliert – neben all den herrlichen Screwballszenen – natürlich eine klare familiengerechte Botschaft: Habt Verständnis füreinander.

    2. Big (1988)

    Für Tom Hanks bedeutete der Film den endgültigen Durchbruch: Penny Marshalls herrliche Komödie mit Romantic-Comedy-Touch kam nicht nur weltweit beim Publikum an, sondern auch bei der Filmkritik und bei der Academy, die Tom Hanks zu dessen erster Oscarnominierung verhalf. Big erzählt die Geschichte eines Jungen, der in den Körper seines Vaters wechselt und als Erwachsener nicht nur eine große Karriere in der Spielzeugindustrie macht, sondern sich auch zaghaft zum ersten Mal verliebt. Tom Hanks glänzt mit seinem enormen Komödientalent. Er sorgt für unvergessene Szenen (das Fußbodenklavier mit Robert Loggia) und appelliert sehr erfolgreich an das Kind in uns allen.

    3. Switch – Die Frau im Manne (1991)

    Der Tausch von Geschlechterperspektiven stellt ein sehr gängiges Motiv dieses Subgenres dar und findet ohne Zweifel seine Wurzeln in frühen Verwechslungskomödien wie „Viktor und Viktoria” oder der Travestie „Charleys Tante“, die beide in Deutschland und den USA mehrfach neu verfilmt wurden. Switch – Die Frau im Manne zählt zum Spätwerk des Komödienspezialisten Blake Edwards und erzählt die Geschichte eines unausstehlichen Machos, der nach einem gewaltsamen Tod von Gott als Frau zurückgeschickt wird mit der Aufgabe, endlich wirklich von einer Frau geliebt zu werden. Die erst recht aus heutiger Sicht nicht immer treffsicheren Gags sind aber vor allem dank Hauptdarstellerin Ellen Barkin verzeihlich, die hier großartig auftrumpfen darf.

    4. Im Körper des Feindes (1997)

    In John Woos zweitem Kinofilm in Hollywood tauschen seine beiden Stars John Travolta und Nicolas Cage gar nicht den gesamten Körper, sondern mittels einer speziellen Operation lediglich das Gesicht. Zweck des Eingriffs: Travoltas FBI-Agent muss dem Bruder eines gefährlichen Terroristen (Cage) den Ort einer Bombe entlocken. Damit dieser ihm traut, nimmt der FBI-Agent das Äußere seines Widersachers an – der jedoch seinerseits in die Rolle des anderen schlüpft. Das Ergebnis ist eine gnadenlose Jagd, die von John Woo im besten Stil des Hongkong-Actionthrillers der frühen 1990er Jahre umgesetzt wurde: voller ästhetisierter Schießereien und veredelt inszenierter Materialschlachten.

    5. Being John Malkovich (1999)

    Der ohne Zweifel im besten Sinne verrückteste Film dieser Liste ist Spike Jonzes Being John Malkovich (1999). Das Drehbuch des genialen Charlie Kaufman erzählt von einem armen Tropf, der in seinem trostlosen Büro einen geheimen Zugang entdeckt, der direkt ins Gehirn von John Malkovich führt. 15 Minuten lang lässt sich dort die Welt aus den Augen des Filmstars erleben, ehe man wieder herauskatapultiert wird. Aus dieser grandiosen Grundidee heraus entwickelt sich ein irre lustiger, liebevoll umgesetzter, einfallsreicher und dabei auch noch kluger Filmspaß rund um existenzielle Fragen von Identität und Realität.

    6. 30 über Nacht (2004)

    Im Grunde ist 30 über Nacht ein Zeitreisefilm, findet aber seinen eigentlich Clou im Moment des Körpertauschs. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Jenna, die sich in einem Augenblick großer Verzweiflung wünscht, endlich dreißig zu sein. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, sind 17 Jahre vergangen, und mit ihrem Teenie-Bewusstsein im erwachsenen Körper erhält sie Einblick in ihr Leben als Dreißigjährige. Gut getimte Gags, gelungene Pointen in einer nostalgisch anmutenden Geschichte sowie mit Jennifer Garner und Mark Ruffalo ein Hauptdarstellerpaar, das wunderbar harmoniert: 30 über Nacht variiert das Körpertausch-Motiv in perfekter Weise zu einer herzerwärmenden Feelgood-Komödie.

    7. 17 Again – Back to High School (2009)

    Mike ist 37 und hat es geschafft, sich sowohl mit seiner Frau als auch mit seinen zwei Kindern zu verkrachen. So gerne würde er nochmal dort neu starten, wo sein Leben anfing, den Bach runter zu gehen: in der Highschool. Und da wir uns ja in einem Film befinden, wird sein Wunsch erhört: Mike ist plötzlich wieder 17 – allerdings in der Gegenwart. Und das hat zur Folge, dass er jetzt zusammen mit seinen Kindern die Schulbank drücken muss – eine Grundidee, die in dieser Variation mit viel Witz und Charme ausgespielt wird. Zac Efron und Matthew Perry sind die ideale Besetzung für Mike und helfen enorm dabei, das Tempo des unterhaltsamen Films stets hoch zu halten.

    8. Seitenwechsel (2016)

    Ein Ehepaar aus Psychologin und Fußballtrainer wacht plötzlich im jeweils anderen Körper auf: Auch im deutschen Film hat das Body-Swap-Motiv – dieses Mal auf dem Feld des Geschlechtertauschs – eine überaus gelungene Komödienvariante hervorgebracht. Von der Regisseurin Vivian Naefe wird erzählt, sie sei bereits Anfang der 1990er daran interessiert gewesen, den Körpertauschfilm Eine Frau namens Harry (1990) zu inszenieren, sei aber wegen der Besetzung von Thomas Gottschalk abgesprungen. Ob es stimmt oder nicht: Mit Seitenwechsel gelingt ihr jedenfalls 2016 ein schöner Beitrag zum Subgenre, der insbesondere dank der beiden Hauptdarsteller:innen Mina Tander und Wotan Wilke Möhring herrliche Momente hervorbringt.  

    9. Everything Everywhere All At Once (2022)

    Eine ganz besondere Form des Körpertauschs bildet das Zentrum des grandios verrückten und mehrfach oscarprämierten Spektakels Everything Everywhere All At Once. Darin geht es um die von Michelle Yeoh verkörperte Evelyn, chinesische Einwanderin und Betreiberin eines Waschsalons, die plötzlich und unverhofft zur Hauptprotagonistin eines Komplotts wird, das sich zwischen den Paralleluniversen abspielt, aus denen die Welt des Films gebaut ist. Während dieser wilden, wuchtigen und wahnsinnigen Jagd durch das Multiversum schlüpft Evelyn immer wieder in die unterschiedlichsten Versionen ihrer Selbst. Auch der temporeiche, spannende und teils extrem lustige Film wechselt immer wieder sein Äußeres, ist mal Science Fiction, mal Actionfilm, mal bizarre Gesellschaftssatire und vermag dennoch meisterhaft ein scheinbares Chaos unterhaltsam zu orchestrieren.

    10. Aus meiner Haut (2023)

    Körpertausch als spiritueller Ritus, um die eigene Identität zu hinterfragen: Alex Schaads Liebesfilm-Mystery Aus meiner Haut schickt ein kriselndes Paar auf eine geheimnisumwobene Insel, um dort an einem schamanischen Kult teilzunehmen. Sie tauschen für die Dauer des Aufenthalts die Körper mit einem zugelosten anderen Paar. Doch diese elementare neue Erfahrung bekommt nicht allen Beteiligten gleich gut und setzt unvorhersehbare Dynamiken frei. Magisch, verspielt und gleichsam spannend und unheimlich – Schaads Langfilmdebüt nutzt das Körpertausch-Motiv für einen aufregenden und vielschichtigen Trip in die Psychologie seiner Figuren.

    Alle genannten Filme sind in Deutschland bei unterschiedlichen Streamingdiensten abrufbar. Alle weiteren Details verrät dir die nachstehende Liste.

  • „Squid Game“ im Streaming-Guide: Die Schauspieler der 3. Staffel – und ihre bisherigen Rollen

    „Squid Game“ im Streaming-Guide: Die Schauspieler der 3. Staffel – und ihre bisherigen Rollen

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Die 3. Staffel von Squid Game führt den blutigen Überlebenskampf zu einem spektakulären Ende– zumindest in Südkorea. Im Zentrum stehen erneut Figuren, die mehr sind als bloße Teilnehmer: Verzweifelte Eltern, verlorene Brüder, gescheiterte Influencer – jeder mit seiner eigenen Motivation, Hoffnung und Schuld.

    Hier erfährst du, wer wen spielt, wie es mit den Figuren endet und wo man den Cast sonst noch sehen kann. Das heißt auch: Achtung, große Spoiler voraus!

    Lee Jung-jae als Seong Gi-hun (Spieler 456)

    Gi-hun, der einstige Underdog aus Staffel 1, kehrt in Staffel 3 zurück, um die Spiele endgültig zu beenden – und bezahlt dafür mit seinem Leben. Nachdem seine Revolte in Staffel 2 scheitert, geht er ein letztes Mal ins Spiel, opfert sich im Finale, um Jun-hees neugeborenes Baby zu retten.

    Lee Jung-jae ist ein vielfach ausgezeichneter Schauspieler und der erste Asiate, der einen Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie gewann. Nach Squid Game war er unter anderem in der „Star Wars“-Serie The Acolyte zu sehen und spielte in dem koreanischen Thriller Revolver.

    Lee Byung-hun als Der Frontmann (Hwang In-ho / Spieler 001)

    Der Frontmann, einst als Spieler getarnt, manipuliert in Staffel 2 und 3 aus dem Hintergrund das Spielgeschehen. Im Serienfinale zerstört er das komplette Spielgelände, um Beweise zu vernichten – und unterstreicht damit seine Rolle als letzter großer Gegenspieler Gi-huns.

    Lee Byung-hun ist einer der bekanntesten Schauspieler Südkoreas und zugleich international erfolgreich. Er spielte in Hollywood-Filmen wie G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra, Terminator: Genisys, Red 2 und Die glorreichen Sieben. Zuletzt war er im koreanischen Katastrophenfilm Concrete Utopia zu sehen und wirkte als Sprecher an Netflix‘ K-Pop Demon Hunters mit.

    Wi Ha-joon als Hwang Jun-ho

    Der überlebende Polizist aus Staffel 1 bleibt in Staffel 2 und 3 besessen von seiner Mission: Er will seinen Bruder – den Frontmann – zur Strecke bringen. Schließlich findet er die Insel, alarmiert die Küstenwache und bringt das tödliche Spielsystem zu Fall.

    Wi Ha-joon ist in Korea vor allem durch seine TV-Rollen bekannt. Er war bislang vor allem in südkoreanischen TV-Serien zu sehen, wie Little Women, The Worst Evil, Gyeongseong Creature und The Midnight Romance in Hagwon.

    Yang Dong-geun als Park Yong-sik (Spieler 007)

    Yong-sik tritt dem Spiel bei, um seine hohen Spielschulden zu begleichen – nicht ahnend, dass auch seine Mutter unter den Teilnehmenden ist. Lange versucht er, sie zu beschützen -  sie sticht ihm allerdings während des Versteckspiels in den Rücken, um Jun-hee zu retten. Daraufhin wird er von den Wachen erschossen.

    Yang Dong-geun, auch bekannt als YDG, ist Musiker, Schauspieler und Musicaldarsteller. Er spielte früh in Serien wie Ruler of Your Own World mit und war Teil von Disneys Moving sowie Connect.

    Kang Ae-sim als Jang Geum-ja (Spielerin 149)

    Geum-ja tritt dem Spiel aus Liebe zu ihrem Sohn Yong-sik bei, um seine Schulden zu begleichen. Als sie erkennt, dass eine andere Spielerin – Jun-hee – Schutz braucht, verrät sie ihren Sohn. Von Schuldgefühlen überwältigt, nimmt sie sich kurz darauf das Leben.

    Kang Ae-sim hat eine lange Karriere im Theater hinter sich und wechselte erst in den letzten Jahren verstärkt zum Fernsehen. Zu ihren Rollen gehören Serien wie A Virtuous Business, Queen of Divorce und Filme wie Concrete Utopia und Wonderland.

    Jo Yu-ri als Jun-hee (Spielerin 222)

    Jun-hee ist hochschwanger, als sie ins Spiel eintritt. Ihr Ziel: Geld für sich und ihr ungeborenes Kind, nachdem ihr Ex-Partner sie mit einem Krypto-Scam ruiniert hat. In Staffel 3 bringt sie ihr Kind zur Welt, stirbt jedoch in einem späteren Spiel. Ihr Baby überlebt – dank Gi-huns Opfer.

    Jo Yu-ri wurde als Mitglied der K-Pop-Gruppe IZ*ONE bekannt. Als Solokünstlerin veröffentlichte sie zwei Alben und gab ihr Schauspieldebüt 2022 in der Serie Mimicus. Squid Game ist ihre bislang größte Rolle.

    Park Sung-hoon als Hyun-ju (Spieler 120)

    Hyun-ju ist eine trans Frau mit militärischem Hintergrund, die das Preisgeld für ihre geschlechtsangleichende OP braucht. Trotz ihrer Fähigkeiten, begegnen ihr die anderen Spieler mit Misstrauen. Sie überlebt die Revolte, wird aber von Myungi-gi während des Versteckspiels getötet.

    Park Sung-hoon ist einer der angesehensten Theaterdarsteller Südkoreas. In Film und TV spielte er u. a. im Film Gonjiam: Haunted Asylum, der Serie The Glory und Queen of Tears.

    Kang Ha-neul als Dae-ho (Spieler 388)

    Dae-ho gibt sich anfangs als harter Ex-Marine – doch seine Angst in brenzligen Situationen offenbart bald sein wahres Ich. In Staffel 3 verrät er sein Team, als er nicht wie versprochen mit Munition zurückkehrt, und wird später von Gi-hun getötet.

    Kang Ha-neul zählt zu den gefragtesten Filmstars Koreas. Zu seinen bekanntesten Werke zählen die Komödie Twenty, die Rom-Com Love Reset sowie die Serie Tastefully Yours.

    Park Gyu-young als No-eul (Wache)

    No-eul ist eine ehemalige nordkoreanische Soldatin, die in Südkorea als Wache im Spielsystem arbeitet. Als erste Figur aus dem „Wach“-Personal bekommt sie eine eigene Geschichte – und beschließt, das System zu verlassen, um ihre Tochter zu finden.

    Park Gyu-young ist seit 2016 in vielen TV-Dramen zu sehen, darunter It’s Okay Not to Be Okay, Sweet Home, Dali and the Cocky Prince, und A Good Day to Be a Dog.

    Yim Si-wan als Myung-gi (Spieler 333)

    Myung-gi ist ein ehemaliger YouTube-Star, der durch dubiose Krypto-Tipps zahlreiche Menschen ruiniert hat – darunter seine schwangere Ex-Freundin Jun-hee. Im Spiel ist er einer der unbeliebtesten Teilnehmer – und stirbt letztlich im "Sky Squid Game".

    Yim Si-wan ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Teil der Gruppe ZE:A. Zu seinen Projekten zählen die Serien Dragon Mask, Tracer und Summer Strike.

    Cate Blanchett als „Frau im Anzug“

    In der allerletzten Szene der Serie taucht sie auf: Eine Frau in Anzug spielt Ddakji mit einem Mann in einer Seitengasse in Los Angeles. Ein klarer Hinweis: Die Spiele gehen global weiter.

    Cate Blanchett ist eine der renommiertesten Schauspielerinnen der Welt. Sie gewann Oscars für The Aviator und Blue Jasmine, war in Tár, Carol und vielen weiteren Rollen zu sehen.

    „Squid Game“ im Streaming-Guide: Die Schauspieler der 3. Staffel – und ihre bisherigen Rollen

    Eine Auswahl der Filme und Serien, in denen die Schauspielerinnen und Schauspieler aus der dritten Staffel von Squid Game außerdem zu sehen sind, findet sich in der untenstehenden Liste – zusammen mit aktuellen Streaming-Informationen.

  • „Twin Peaks“ im Streaming-Guide: Alle Staffeln und Filme in richtiger Reihenfolge

    „Twin Peaks“ im Streaming-Guide: Alle Staffeln und Filme in richtiger Reihenfolge

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Kaum eine Serie hat das Fernsehen so nachhaltig verändert wie Twin Peaks. David Lynch und Mark Frosts geheimnisvolle Mischung aus Kleinstadt-Soap, Surrealismus und Kriminaldrama gilt nicht nur als Wegbereiter des „Quality TV“, sondern fasziniert auch heute noch mit ihrer verstörenden Atmosphäre, skurrilen Figuren und rätselhaften Symbolik.

    Wer neu in die Welt von Laura Palmer, Dale Cooper und Co. einsteigen möchte, steht schnell vor der Frage: In welcher Reihenfolge sollte man all das eigentlich sehen?

    Hier kommt die gute Nachricht: So komplex das „Twin Peaks“-Universum inhaltlich sein mag – die empfohlene Reihenfolge ist erfreulich klar. Es gibt zwei sinnvolle Wege, sich durch die Serie, den Film und das spätere Revival zu bewegen: Nach Erscheinungsdatum oder nach innerer Chronologie.

    1. Die beste Reihenfolge für Einsteiger: Die Reihenfolge der Veröffentlichung

    Wer Twin Peaks zum ersten Mal schaut, sollte unbedingt mit der Erstausstrahlungsreihenfolge einsteigen. Auch wenn der Film Fire Walk With Me ein Prequel ist, setzt er wichtige Kenntnisse der Serie voraus und spoilert zentrale Twists, wenn man ihn zuerst sieht.

    Empfohlene Reihenfolge für Einsteiger:

    1. Twin Peaks – Staffel 1 (1990): 8 Episoden. FBI-Agent Dale Cooper kommt nach Twin Peaks, um den Mord an Laura Palmer zu untersuchen – und stößt auf etwas viel Größeres.
    2. Twin Peaks – Staffel 2 (1991): 22 Episoden. Die Handlung vertieft sich, wird chaotischer, aber auch mystischer. Die finale Episode ist legendär – und endet mit einem Cliffhanger.
    3. Twin Peaks: Fire Walk With Me (1992) / Twin Peaks: Der Film: Der Film spielt vor der Serie und zeigt die letzten Tage von Laura Palmer. Düsterer, kompromissloser, verstörender als die Serie.
    4. Optional: Twin Peaks: Die fehlenden Teile (2014): Ein Zusammenschnitt aus geschnittenen Szenen von Fire Walk With Me, als fast zweistündiger Begleitfilm. Für Fans, aber nicht notwendig um das Folgende zu verstehen.
    5. Twin Peaks: The Return (2017): 18 Episoden. Oft als Staffel 3 bezeichnet, aber keine klassische Fortsetzung, sondern ein experimenteller Brocken, der die Erzählung aufbricht, erweitert und sich dem Lynch’schen Traumlogik-Kosmos vollkommen hingibt.

    2. Die chronologische Reihenfolge der Handlung

    Wer die Serie erneut sehen will oder sich für die innere Logik der Twin Peaks-Welt interessiert, kann sich auch an der inhaltlichen Chronologie orientieren. Diese folgt den Ereignissen in der fiktiven Welt – mit einer Einschränkung: David Lynchs Erzählweise lässt sich nicht immer eindeutig auf lineare Zeitachsen reduzieren. Dennoch ergibt sich ungefähr folgende Reihenfolge:

    1. Twin Peaks: Fire Walk With Me (1992) / Twin Peaks: Der Film: Beginnt kurz vor Lauras Tod und etabliert zentrale Motive.
    2. Optional: Twin Peaks: Die fehlenden Teile (2014): Ergänzt den Prequel-Film, fügt Kontext hinzu, bleibt aber fragmentarisch.
    3. Twin Peaks – Staffel 1 (1990): Die Ermittlungen nach dem Mord an Laura beginnen.
    4. Twin Peaks – Staffel 2 (1991): Vertiefung und Eskalation der Geschehnisse in Twin Peaks.
    5. Twin Peaks: The Return (2017): Spielt ca. 25 Jahre später. Verbindet alte und neue Figuren, bleibt dabei aber eigenwillig und teils traumartig entrückt von der eigentlichen Handlung.

    Fazit: Wie sollte man anfangen?

    Wer zum ersten Mal Twin Peaks sieht, sollte mit der Erstausstrahlungsreihenfolge beginnen – alles andere würde Spannung und Wirkung untergraben. Fire Walk With Me entfaltet seine volle Wucht nur, wenn man Laura Palmer zuerst als „abwesende Präsenz“ aus der Serie kennt. Und The Return funktioniert vor allem als radikale Re-Lektüre eines ohnehin rätselhaften Kosmos.

    Wer nach dem ersten Durchlauf neugierig bleibt, kann beim zweiten Mal nach der inneren  Chronologie vorgehen – oder Die Fehlenden Teile einbauen. Denn: So bizarr, hypnotisch und manchmal frustrierend Twin Peaks auch sein mag – es bleibt ein einzigartiger Trip ins Herz des amerikanischen Alptraums.

    „Twin Peaks“ im Streaming-Guide: Alle Staffeln und Filme in richtiger Reihenfolge

    Die untenstehende Übersicht zeigt, bei welchen Streaming-Anbietern alle Filme und Staffeln des „Twin Peaks“-Kosmos aktuell im Abo, als Kauf- oder Leihoption verfügbar sind.

  • Die 10 grausamsten Tode in "Jurassic Park" & "Jurassic World"

    Die 10 grausamsten Tode in "Jurassic Park" & "Jurassic World"

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Die Jurassic Park- und Jurassic World-Reihe liefern nicht nur spektakuläre Dino-Action, sondern auch einige der kreativsten und einprägsamsten Filmtode der Kinogeschichte. Seit dem ersten Film von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 sorgen die Abenteuer auf Isla Nublar und Isla Sorna für Gänsehaut – nicht zuletzt, weil die Urzeitgiganten immer wieder auf besonders grausame Weise zuschlagen.

    In jeder neuen Fortsetzung werden die Grenzen des Machbaren weiter verschoben und die Zuschauer erleben, wie unterschiedlich und schockierend das Schicksal der menschlichen Figuren enden kann. Gerade die Mischung aus Nervenkitzel, Schockmomenten und schwarzem Humor macht die Reihe für viele Fans so besonders und sorgt dafür, dass einige Tode noch Jahre später diskutiert werden.

    1. Zara Young (Jurassic World, 2015)

    Zara Young erlebt in Jurassic World eine der grausamsten und am längsten ausgespielten Todesszenen der gesamten Reihe. Während des Chaos im Park wird sie vor den Augen der Besucher von einem Pteranodon gepackt, in die Luft geschleudert und mit panischem Schreien über das Gelände getragen. Doch damit ist ihr Martyrium noch lange nicht vorbei: Mehrere Pteranodons kämpfen in der Luft um ihre Beute, wobei Zara immer wieder ins Wasser des riesigen Mosasaurus-Beckens fällt, nur um erneut attackiert und fast ertränkt zu werden. Die Kamera bleibt dabei ungewöhnlich nah an ihr dran, sodass das Publikum jede Sekunde ihrer Angst und Hilflosigkeit miterlebt. Schließlich taucht der gigantische Mosasaurus auf und verschlingt Zara samt eines Pteranodons in einem einzigen, brutalen Happen – ein Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlt und für viele Fans als heftigster Schockmoment gilt.

    2. Eddie Carr (Vergessene Welt: Jurassic Park, 1997)

    Eddie Carr ist einer der wenigen echten Heldenfiguren in Vergessene Welt: Jurassic Park – und sein Tod zählt zu den tragischsten und brutalsten Momenten der gesamten Reihe. Als Ian Malcolm und Sarah Harding in einem Wohnwagen über einer Klippe hängen, setzt Eddie alles daran, sie mit seinem Auto und einer Seilwinde zu retten. Während er unter größtem Stress und Lebensgefahr arbeitet, tauchen plötzlich zwei ausgewachsene T-Rex auf und reißen das Fahrzeug auseinander. Eddie versucht noch, sich zu verteidigen, doch die Dinos packen ihn, zerren ihn aus dem Auto und reißen ihn regelrecht in Stücke. Die Kamera bleibt dabei gnadenlos auf dem Geschehen, sodass das Publikum den schmerzhaften Todeskampf in voller Länge miterlebt.

    3. Dieter Stark (Vergessene Welt: Jurassic Park, 1997)

    Dieter Stark, ein rücksichtsloser Jäger und Söldner, unterschätzt in Vergessene Welt: Jurassic Park die Gefährlichkeit der kleinen Compsognathus, auch Compys genannt, auf fatale Weise. Nachdem er sich von seiner Gruppe entfernt hat, wird er von einem einzelnen Compy zunächst nur neugierig beobachtet, doch schnell wird daraus eine bedrohliche Situation. Immer mehr der kleinen, scheinbar harmlosen Dinos umzingeln ihn, bis Dieter schließlich panisch versucht, sie abzuschütteln. Doch die Compys sind unerbittlich: Sie springen ihn an, beißen und kratzen, während Dieter immer tiefer ins dichte Unterholz stolpert. Die Kamera zeigt, wie seine Panik wächst, als er merkt, dass er den Angriffen hilflos ausgeliefert ist. Besonders verstörend ist, dass sein Tod nicht schnell und spektakulär, sondern langsam und qualvoll geschieht – die Compys zerlegen ihn (abseits der Kamera) Stück für Stück bei lebendigem Leib. 

    4. Donald Gennaro (Jurassic Park, 1993)

    Der legendäre Toiletten-Tod von Donald Gennaro in Jurassic Park ist bis heute einer der bekanntesten und meistzitierten Momente der gesamten Reihe. Als der T-Rex aus seinem Gehege und das Chaos ausbricht, sucht der Anwalt panisch Schutz in einer scheinbar sicheren Toilettenkabine. Doch statt Rettung erwartet ihn das ultimative Unheil: Der T-Rex zerstört mit einem einzigen Biss das kleine Häuschen, reißt Gennaro von der Toilette und verschlingt ihn vor den schockierten Augen der Kinder. Die Szene verbindet auf geniale Weise schwarzen Humor mit echtem Grauen – und bleibt als Paradebeispiel dafür im Gedächtnis, wie die Reihe Schockeffekte und Ironie miteinander vereint. Gennaros Tod ist nicht nur ikonisch, sondern auch ein Sinnbild für die Hilflosigkeit des Menschen angesichts der unbändigen Urzeitmacht der Dinosaurier. Für viele Fans steht diese Szene exemplarisch für die Mischung aus Spannung, Witz und Horror, die Jurassic Park so besonders macht – und sie wird bis heute in Memes, Parodien und Popkultur zitiert.

    5. Dennis Nedry (Jurassic Park, 1993)

    Dennis Nedry, der schmierige Computertechniker und eigentliche Auslöser des Jurassic-Park-Chaos, bekommt in Jurassic Park ein besonders denkwürdiges und grausames Ende, das bis heute zu den spannendsten und atmosphärisch dichtesten Szenen des Films zählt. Nachdem Nedry versucht hat, mit gestohlenen Embryonen zu fliehen, bleibt er mit seinem Jeep im strömenden Regen stecken und begegnet dem scheinbar harmlosen, aber tödlichen Dilophosaurus. Zunächst nimmt Nedry die Bedrohung nicht ernst, doch als der Dino sein charakteristisches Nackenschild aufstellt und ihn mit giftigem Speichel bespuckt, kippt die Situation schlagartig. Geblendet und panisch versucht Nedry, ins Auto zu flüchten, doch der Dilophosaurus ist schneller: Im Inneren des Fahrzeugs wird Nedry brutal attackiert und verschwindet schreiend hinter der beschlagenen Scheibe. Die Szene spielt gekonnt mit schwarzem Humor, denn Nedrys Überheblichkeit, Gier und sein fehlendes Verantwortungsbewusstsein führen ihn direkt in sein grausames Schicksal. 

    6. Cooper (Jurassic Park III, 2001)

    Cooper, ein selbstbewusster und schwer bewaffneter Söldner, glaubt in Jurassic Park III zunächst, auf der Insel alles unter Kontrolle zu haben. Doch schon kurz nach der Landung wird er von der brutalen Realität eingeholt: Nach einem chaotischen Zwischenfall im Dschungel taucht Cooper verletzt und panisch am Rand der Landebahn auf, während seine Kollegen bereits im Flugzeug sitzen und nur noch weg wollen. Seine verzweifelte Flucht zurück zum Flugzeug ist von purer Angst und Überlebenswillen geprägt – doch das Schicksal ist gnadenlos. Im letzten Moment reißt ein Spinosaurus ihn mit einem einzigen, kraftvollen Biss von der Landebahn und verschlingt ihn vor aller Augen. Die Szene ist zwar kurz, aber extrem intensiv inszeniert und verdeutlicht eindrucksvoll, wie unberechenbar und tödlich die neuen Dinosaurier sind. Coopers Tod ist ein Schockmoment, der nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Passagiere im Flugzeug  in Angst und Schrecken versetzt. 

    7. Simon Masrani (Jurassic World, 2015)

    Simon Masrani, der charismatische Leiter von Jurassic World, steht für die Vision einer sicheren, modernen Dino-Freizeitpark-Erfahrung – und wird am Ende selbst zum Opfer seiner eigenen Ambitionen. Als im Park das Chaos ausbricht und die Dinos die Kontrolle übernehmen, entscheidet sich Masrani, persönlich einzugreifen und das Problem aus der Luft zu lösen. Er steigt in einen Helikopter, um die Saurier zu stoppen, doch die Situation eskaliert schnell: Pteranodons greifen den Helikopter an, die Rotoren werden beschädigt und Masrani verliert die Kontrolle über das Fluggerät. In einer spektakulären Sequenz stürzt der Helikopter ab und explodiert, was nicht nur Masrani, sondern auch seine Crew das Leben kostet. Dieser Tod ist zwar weniger blutig als viele andere im Franchise, aber gerade durch die Inszenierung als spektakuläres Scheitern eines Verantwortlichen bleibt er besonders einprägsam. Masranis Ende steht sinnbildlich für die Hybris der Parkbetreiber, die glauben, alles kontrollieren zu können – und zeigt, dass in der Welt von Jurassic World selbst die Mächtigsten nicht vor den Konsequenzen ihrer Entscheidungen sicher sind..

    8. Peter Ludlow (Vergessene Welt: Jurassic Park, 1997)

    Peter Ludlow, der skrupellose Geschäftsmann aus Vergessene Welt: Jurassic Park, steht beispielhaft für die Gier und Rücksichtslosigkeit, die im Jurassic-Universum selten ungestraft bleiben. Nachdem er alles für den Profit riskiert und die Tiere wie reine Ware behandelt hat, ereilt ihn ein besonders grausames Schicksal: Zunächst wird er vom erwachsenen T-Rex schwer verletzt, bevor er im dunklen Frachthaus von San Diego auf den Nachwuchs trifft. Dort wird Ludlow, hilflos und voller Panik, von dem jungen T-Rex zu Boden geworfen und regelrecht zum Fraß vorgeworfen. Die Szene ist als „poetische Gerechtigkeit“ inszeniert, denn Ludlow hatte zuvor selbst die Jagd auf die Tiere angeführt und wird nun von gleich zwei Generationen der Raubsaurier gejagt und gefressen. Besonders eindrücklich ist, wie die Kamera seinen verzweifelten Kampf ums Überleben einfängt.

    9. Billy Brennan (Jurassic Park III, 2001)

    Billy Brennan ist in Jurassic Park III einer der wenigen Charaktere, die für einen kurzen Moment echte Opferbereitschaft zeigen – und das in einer der intensivsten und emotionalsten Szenen der gesamten Reihe. Als Eric Kirby im düsteren, nebelverhangenen Aviarium von einer Gruppe Pteranodons bedroht wird, zögert Billy nicht lange: Mit einem improvisierten Paraglider stürzt er sich in die Gefahr, um den Jungen zu retten. Dabei riskiert er bewusst sein Leben und wird im Wasser von mehreren Pteranodons brutal attackiert und unter Wasser gedrückt. Die Szene ist nicht besonders blutig, aber gerade durch das Chaos, die Hilflosigkeit und Billys verzweifelten Mut besonders eindringlich. Während die anderen fliehen, bleibt Billy zurück und wird von den Raubvögeln weggeschleppt – ein Moment, der für das Publikum wie ein endgültiger Abschied wirkt. Erst am Ende des Films wird klar, dass Billy lebend gerettet wurde, was für viele Zuschauer eine echte Überraschung ist. Es handelt sich also nur um einen scheinbaren Tod, der dennoch als einer der emotionalsten und menschlichsten Momente der Jurassic Park-Reihe in Erinnerung bleibt.

    10. Eli Mills (Jurassic World: Das gefallene Königreich, 2018)

    Eli Mills, der skrupellose Strippenzieher in Jurassic World: Fallen Kingdom, bekommt am Ende des Films eine der spektakulärsten und grausamsten Abrechnungen der gesamten Reihe. Nachdem seine fiesen Pläne endgültig gescheitert sind und das Chaos im Lockwood-Anwesen ausgebrochen ist, versucht Mills in letzter Sekunde mit dem wertvollen Indominus-Rex-Knochen zu entkommen. Doch auf dem Parkplatz vor dem Anwesen wird er von gleich zwei der ikonischsten Dinosaurier der Filmreihe erwartet: Der T-Rex taucht plötzlich auf, schnappt sich Mills und schleudert ihn wie eine wertlose Beute durch die Luft. Noch während Mills um sein Leben kämpft, nähert sich der gefürchtete Carnotaurus, der sich ebenfalls ein Stück von der Beute sichern will. Gemeinsam zerreißen die beiden Raubsaurier Mills in einem kurzen, aber extrem brutalen Fressrausch – ein Moment, der eindrucksvoll zeigt, dass im Jurassic-Universum am Ende immer die Natur die Oberhand behält. 

    Wo du "Jurassic Park" & "Jurassic World" streamen kannst

    Du willst die spektakulärsten Dino-Tode und die größten Momente der Reihe noch einmal erleben? Im JustWatch-Streaming-Guide findest du alle Filme des Franchise – von Jurassic Park (1993) bis Jurassic World: Dominion (2022). Mit der praktischen Filterfunktion kannst du gezielt nach Anbieter, Genre, Preis oder Bewertung suchen und so schnell herausfinden, wo du deine Lieblings-Dinos und ihre menschlichen Opfer aktuell legal streamen kannst. Egal ob du die Klassiker erneut sehen oder die neuesten Abenteuer entdecken willst: Bei JustWatch findest du immer die passende Streaming-Option für dein nächstes Dino-Marathon-Erlebnis. Im JustWatch-Guide kannst du übrigens nicht nur alle Jurassic-Filme, sondern auch zahlreiche weitere Dino-Filme und Serien entdecken!

  • Die Filme von Ari Aster im Streaming-Überblick: Zwischen Trauma, Terror und dem Tragisch-Komischen

    Die Filme von Ari Aster im Streaming-Überblick: Zwischen Trauma, Terror und dem Tragisch-Komischen

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Ari Aster gilt als einer der stilprägenden Regisseure des zeitgenössischen Arthouse-Kinos. Seine Filme verknüpfen psychologischen Terror mit familiären Traumata, visueller Exzellenz und einer beinahe quälenden emotionalen Direktheit.

    Asters Handschrift ist klar: Er baut Bilder von verstörender Schönheit, erzählt von Schmerz ohne Sentimentalität und zwingt sein Publikum, hinzusehen, wo andere längst abblenden.

    Seit seinem Spielfilmdebüt Hereditary (2018) wird Aster als einer der wichtigsten neuen Stimmen im Horrorgenre gefeiert – obwohl er das Etikett „Horror“ selbst nie ganz gelten lassen wollte.

    Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Drehbuchautor wirkt Aster auch als Produzent, etwa bei dem animierten Kurzfilm The Bones (2021) oder Death of a Unicorn (2025), einem absurden Netflix-Projekt mit Paul Rudd. Im Fokus dieses Artikels steht jedoch sein Werk als Filmemacher, das bislang aus vier Langfilmen und mehreren bemerkenswerten Kurzfilmen besteht.

    Hereditary (2018)

    Asters Debütfilm beginnt als Familiendrama und endet in einem Höllentrip. Nach dem Tod ihrer Mutter versucht die Künstlerin Annie (brillant: Toni Collette), ihre zerrüttete Familie zusammenzuhalten. Doch mit jedem Tag häufen sich unerklärliche Ereignisse, alte Traumata brechen auf, und die Grenze zwischen psychischer Instabilität und übernatürlichem Horror verschwimmt. Aster inszeniert den Verfall dieser Familie mit einer Präzision, die schmerzhaft ist: Kein Blick ist zufällig, kein Schock umschifft. Hereditary ist allerdings kein Film des Jumpscare-Horrors, sondern einer der existenziellen Verzweiflung, der Unausweichlichkeit des Erbes. Die Katharsis bleibt aus – Asters Blick ist unbarmherzig. Ein Film, der in der Tradition von Polanski und Bergman steht, und dennoch unverkennbar Aster ist.

    Midsommer (2019)

    Was, wenn das Grauen grell ausgeleuchtet und in Blumengirlanden gehüllt ist? Midsommer verlegt den Schrecken in die skandinavische Sommersonne – eine Entscheidung, die dem Film seine eigentümliche Wirkung verleiht. Florence Pugh spielt die traumatisierte Dani, die mit ihrem emotional abgestumpften Partner und dessen komischen Freunden in eine abgelegene Kommune in Schweden reist. Was zunächst wie ein außergewöhnlicher Sommerausflug wirkt, entwickelt sich zum psychedelischen Albtraum. Aster vermischt Volksmythologie, Beziehungsdrama und rituellen Horror mit makaberer Ironie. Anders als in Hereditary entfaltet sich das Grauen hier langsam, schleichend – doch nicht minder brutal, und es trifft mit voller Wucht. Midsommer ist ein Horrorfilm ohne Dunkelheit – und genau darin liegt seine Unheimlichkeit.

    Beau Is Afraid (2023)

    Mit Beau Is Afraid schlägt Aster einen radikal anderen Ton an – oder besser: er überdreht seine bisherigen Motive ins Groteske. Joaquin Phoenix spielt Beau, einen neurotischen Mann, der auf eine absurde Odyssee geht, um zu seiner Mutter zu gelangen. Was folgt, ist ein dreistündiger Albtraumtrip durch Schuldgefühle, Kontrollverlust und infantile Anwandlungen. Der Film ist chaotisch, komisch, beklemmend und unfassbar persönlich – man spürt Asters Handschrift, aber sie ist diesmal in die Formen von Kafka, Charlie Kaufman und Freud gegossen. Beau Is Afraid spaltet das Publikum: Wer sich auf den Irrsinn einlässt, erlebt ein schonungsloses Porträt existenzieller Angst. Wer klassische Narrative sucht, wird verzweifeln. Asters dritter Film ist ein Kraftakt – kein Horrorfilm mehr, sondern eine surrealistische Psycho-Fabel. Ein Meisterwerk für manche, eine Überforderung für alle.

    Eddington (2025)

    Ari Asters vierter Spielfilm ist eine brillant-bösartige Abrechnung mit der Hysterie der Pandemiejahre – und der Film, der in der gesellschaftlichen Debatte um Corona eigentlich gefehlt hat. Eddington verpackt kollektive Angstzustände, Misstrauen und Kontrollverlust in eine grelle, stilisierte Groteske. Was als düsterer Western mit metaphysischem Einschlag angekündigt wurde, entpuppt sich als vielschichtige Satire auf eine Zeit der Überreaktionen. Aster teilt in alle Richtungen aus: gegen Verschwörungsgläubige ebenso wie gegen jene, die sich selbst als moralische Endinstanz inszenierten und mit überzogener Regelstrenge agierten. Joaquin Phoenix überzeugt als überforderter Sheriff, Emma Stone spielt seine zunehmend paranoide Ehefrau, Pedro Pascal gibt den aalglatten Bürgermeister eines Ortes, in dem soziale Medien jeden Konflikt weiter eskalieren lassen. Eddington ist Asters bislang politischster und gleichzeitig bissigster Film – eine düster-komische Reise durch ein kollektives Trauma, das niemand ganz unbeschadet überstanden hat.

    Die frühen Kurzfilme: Kleine Studien der Grausamkeit

    Bevor Ari Aster Spielfilme drehte, schockierte er mit provokanten Kurzfilmen – insbesondere mit The Strange Thing About the Johnsons (2011), einer Inzest-Geschichte, die das Tabu nicht umkreist, sondern frontal angeht. Schon hier zeigt sich Asters Gespür für familiäre Dynamiken, für das Unaussprechliche und die perfide Macht dessen, was verschwiegen wird. Weitere Kurzfilme wie Munchausen (2013), The Turtle’s Head (2014) und C’est la vie (2016) changieren zwischen schwarzer Komödie und tiefer Tragik. Die visuelle Handschrift – klare Bildkompositionen, langgehaltene Einstellungen, kontrollierte Farbgebung – ist bereits erkennbar. Asters Kurzfilme sind weniger Fingerübungen, als Studien über Abhängigkeit, Kontrolle und das Grauen hinter dem Alltäglichen. Wer verstehen will, wie Hereditary entstand, sollte hier anfangen.

    Die Filme von Ari Aster im Streaming-Überblick: Zwischen Trauma, Terror und dem Tragisch-Komischen

    Die untenstehende Liste zeigt, bei welchen Anbietern die Filme von Ari Aster derzeit im Abo, als Kauf- oder Leihoption verfügbar sind.

  • 10 Filme mit Nicolas Cage, die du gesehen haben musst

    10 Filme mit Nicolas Cage, die du gesehen haben musst

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Nicolas Cage „nur“ als Hollywoodlegende zu bezeichnen, würde dem Kern der Sache nicht gerecht werden. Vielmehr ist Cage ein Phänomen: ein grandioser Exzentriker, der im Laufe seiner Karriere zwischen Blockbustern und Cineasmus, Trash und Selbstpersiflage, Kunst und Kommerz hin- und herchangierte wie wenige andere.

    Er machte mit seltsamen Dingen Schlagzeilen, wurde zur Kunst- und Kultfigur, spielt sich mittlerweile oft selbst. Unterschätzen sollte man Cage trotz seiner oft exzentrischen Rollenauswahl als Schauspieler keinesfalls – das zeigt auch sein aktueller Film The Surfer, der im Mai 2025 in die deutschen Kinos kam. Wir werfen einen Blick auf Cages beste Rollen – und bewundern seine Wandlungsfähigkeit.

    Leaving Las Vegas (1995)

    Leaving Las Vegas ist DER Nicolas-Cage-Kultfilm – und die allererste Wahl, wenn man in seine außergewöhnliche Filmografie eintauchen will. In diesem gleichermaßen schonungslosen wie auch todtraurigen Drama spielt Cage einen gescheiterten Drehbuchautor, der nach Las Vegas kommt, um sich dort zu Tode zu trinken – mit voller Absicht. Unter der Regie von Mike Figgis ist Leaving Las Vegas eine trunkene Elegie, ein Abgesang auf das Leben. Ebenfalls großartig: Elisabeth Shue als einfühlsame Prostituierte, mit der sich eine ungewöhnliche, aber zutiefst berührende Liebesgeschichte entwickelt. Pathos? Nein, wahrer Schmerz. Leaving Las Vegas ist eine Mischung aus tragischer Liebesgeschichte, Existenzialdrama und Großstadtmelancholie. Cages Leistung ist überwältigend – intensiv, glaubwürdig, entwaffnend. Er wurde dafür mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet – zu Recht. An diesem Film kommt man nicht vorbei.

    Mandy (2018)

    Nicolas Cage kann auch Horror – und zwar psychedelisch, blutig und kompromisslos. Das beweist er eindrucksvoll in Mandy, einem imposanten Rachetrip voller Wahnsinn und Gewalt. Regie führte Panos Cosmatos, an Cages Seite spielt Andrea Riseborough als titelgebende Mandy. Die Handlung: Red, ein Einzelgänger, lebt abgeschieden im Wald. Als seine Partnerin Mandy von einer wahnsinnigen Sekte grausam ermordet wird, bricht für ihn jede Realität zusammen. Was folgt, ist ein sinnesverzerrter, gewalttätiger Albtraum – ein Rachefeldzug inmitten von Blut, Drogenrausch und surrealem Horror. Cages Schauspiel ist immens intensiv, wuchtig und schonungslos. Für viele gilt Mandy als einer der radikalsten und besten Filme seiner Karriere.

    Con Air (1997)

    Cage ist auch perfekt für Blockbuster mit ordentlich Krawumm – das bewies er 1997 in Con Air. Als ehemaliger Elitesoldat Cameron Poe fliegt er in einem Hochsicherheitsflugzeug voller Schwerverbrecher – und natürlich geht alles schief. Der Rest ist pures Spektakel. Der Film ist alles andere als subtil. Es gilt: Klotzen, nicht kleckern – in jeder Hinsicht. Explosionen, Pathos, schräger Humor und ein Nicolas Cage mit wehenden Haaren, Tanktop und Knarre in der Hand. Con Air versucht gar nicht erst, sich vor Kitsch oder Klischees zu verstecken – und genau das macht ihn so unterhaltsam. Zwischen Gefängnisrevolten, Überlebenskampf und einer gehörigen Dosis Patriotismus glänzt Cage als harter, aber herzensguter Familienvater. Kein großer Cineasmus, aber ein gigantisches Stück Unterhaltung – mit Adrenalinschub-Garantie.

    Adaption - Der Orchideendieb (2002)

    In Adaption übernimmt Nicolas Cage eine Doppelrolle. Er spielt den Drehbuchautor Charlie Kaufman und dessen Zwillingsbruder Donald. Cage inszeniert Größenwahn, Unsicherheit und kreative Verzweiflung mit beeindruckender Präzision – mal neurotisch, mal aufgedreht, immer glaubwürdig. Regisseur Spike Jonze und Autor Charlie Kaufman leisten hier grandiose Arbeit – und gaben Cage die perfekte Plattform, sein dramatisches und komödiantisches Talent im Chaos zu entfalten. Dafür wurde er erneut für einen Oscar nominiert. Ein echtes Cage-Meisterwerk – für alle, die ihn in einem intellektuell verspielten, aber gleichzeitig emotionalen Kontext erleben wollen.

    Im Körper des Feindes (1997)

    Im Körper des Feindes (englischer Originaltitel: Face off) ist für viele der Cage-Klassiker schlechthin. In John Woos kultigem Actionthriller tauscht Nicolas Cage das Gesicht mit John Travolta – buchstäblich. Als Terrorist Castor Troy liefert Cage hier eine seiner überdrehtesten, aber auch unterhaltsamsten Performances. Er ist explosiv, wild, unberechenbar – und genau das macht den Reiz aus. Doch der Film bietet mehr als nur Action: Die Doppelung der Identitäten, das psychologische Spiel zwischen Gut und Böse – das alles hebt Face/Off weit über den üblichen 90er-Jahre-Actionstandard hinaus. Die Choreografien sind spektakulär, die Spannung konstant hoch. Sowohl Kritiker als auch Fans feierten Face/Off als überdrehtes, aber stilvolles Actionkino, das mit seinem irrwitzigen Plot, spektakulärer Inszenierung und den entfesselten Performances von Cage und Travolta schnell Kultstatus erreichte.

    Bad Lieutenant: Cop ohne Gewissen (2009)

    2009 arbeitet Nicolas Cage mit der deutschen Regie-Legende Werner Herzog zusammen – eine Kombination, die genauso exzentrisch ist wie der Film selbst. In Bad Lieutenant: Cop ohne Gewissen spielt Cage einen drogenabhängigen und korrupten Polizisten, der in einem völlig verwahrlosten, von Gewalt und Chaos geprägten New Orleans ermittelt.

    Cage liefert einmal mehr eine unvergessliche Performance ab. Er zeigt einen Mann, der sich am absoluten Limit befindet – körperlich, moralisch, existenziell. Seine Figur taumelt durch den Film zwischen Größenwahn und Verzweiflung, zwischen Kontrollverlust und Allmachtsfantasien. Cage jongliert Wahnsinn, Abgründigkeit und tiefen Schmerz, ohne je die Kontrolle über seine Figur zu verlieren. Wer sehen will, wie radikal Nicolas Cage als Schauspieler sein kann, kommt an diesem Film nicht vorbei. Bad Lieutenant ist verstörend, bizarr – und Cage in Reinform.

    The Rock – Fels der Entscheidung (1996)

    Noch so ein Action-Blockbuster. Halt – nicht NOCH so einer, sondern: einer der größten überhaupt. An der Seite von Sean Connery spielt Cage in The Rock, einem der 90er-Klassiker schlechthin. Terroristen bedrohen San Francisco, und die Antwort darauf ist ganz klar: klassische 90er-Jahre-Action – groß, laut, kompromisslos.

    Der Film bietet alles, was in dem Genre dazugehört: coole Sprüche, moralische Zwiespälte, jede Menge Explosionen – und mittendrin Nicolas Cage, der als FBI-Chemiewaffenexperte zwischen Nerd und Actionheld wechselt. Connery gibt den alten, weisen Haudegen und Alcatraz-Experten. Gemeinsam kämpfen sie sich durch das Sperrgebiet. Die Zeit spielt gegen sie. Regie führte hier Michael Bay – und der setzt auf volles Tempo und schuf einen Klassiker des Action-Blockbusters.

    Pig (2021)

    Es ist eben nicht nur Exzentrik bei Nicolas Cage. Auch wenn er in vielen Filmen ausrastet, explodiert oder völlig überdreht agiert – Pig schlägt einen ganz anderen Ton an: ruhig, meditativ, kontemplativ. Wer glaubt, Cage sei ausschließlich für schräge Rollen und absurde Drehbücher zuständig, wird hier eines Besseren belehrt. In Pig spielt er einen zurückgezogen lebenden Trüffeljäger, dessen geliebtes Schwein entführt wird. Was wie ein skurriler Plot klingt, wird zu einer stillen, aber eindringlichen Reise – nicht durch Wälder oder Städte, sondern durch Erinnerung, Verlust und tief sitzenden Schmerz. Cage zeigt, dass es auch minimalistisch geht – und wirkt dabei kein bisschen weniger intensiv. Er bleibt stoisch, verletzlich, vollkommen glaubwürdig. Pig ist ein Film über Trauer, Einsamkeit und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt – getragen von einem Nicolas Cage, der hier mit leiser Größe und emotionaler Tiefe glänzt.

    Die Farbe aus dem All (2019)

    Ein Lovecraft-Trip mit Nicolas Cage. Basierend auf einer Geschichte des Kultautors H. P. Lovecraft geht es hier mysteriös zu. Farmhaus, Familie – alles scheinbar normal. Aber dann kommt Besuch vom Himmel. Etwas stürzt ab. Eine Farbe, die niemand kennt. Etwas, das nicht von dieser Welt ist. Langsam breitet sich der Wahnsinn aus. Das Wasser schmeckt seltsam. Die Tiere verhalten sich komisch. Die Pflanzen leuchten in falschen Farben. Und die Menschen verändern sich. Auch Cage. Sein Spiel ist wild, roh, intensiv. Mal laut, mal starr vor Entsetzen. Ein Mann, der zerbricht und es trotzdem nicht wahrhaben will. Die Inszenierung ist hypnotisch, verstörend, immer ein bisschen neben der Realität. Es flimmert, es zischt, es wächst etwas, das man nicht benennen kann. Wer Filme wie The Thing oder Annihilation mag, kommt hier auf seine Kosten. Auch, wer Cage sehen will, wie er völlig abdreht – ohne dabei zur Karikatur zu werden. Die Farbe aus dem All ist seltsam, fremd und wunderschön kaputt.

    The Unbearable Weight of Massive Talent (2022)

    2022 ist Nicolas Cage längst zur Kultfigur geworden. Dem trägt er in The Unbearable Weight of Massive Talent Rechnung – indem er sich einfach selbst spielt. Oder besser gesagt: eine fiktionalisierte Version von Nicolas Cage. Mit jeder Menge Selbstironie nimmt er sich hier genüsslich auf die Schaufel. Cage steckt in der Krise. Die Karriere liegt auf Eis. Die guten Rollen bleiben aus. Die Finanzen sind im Keller. Da kommt ein seltsames Angebot: Eine Million Dollar dafür, dass er auf der Geburtstagsparty eines reichen Superfans auftaucht. Klingt nach leicht verdientem Geld – wäre der Gastgeber nicht möglicherweise ein gefährlicher Waffenhändler. Was folgt, ist ein Film auf mehreren Metaebenen. Eine Komödie. Ein Actionfilm. Eine Hommage. Eine Satire auf Hollywood. Und natürlich auf Cage selbst. Der spielt hier alles: sich selbst, frühere Versionen seiner selbst, seine größten Rollen, sein Ego, seinen Zweifel. Und es funktioniert. The Unbearable Weight of Massive Talent  ist eine Liebeserklärung an das Kino, an absurde Action, an Nicolas Cage. Pedro Pascal ist großartig als enthusiastischer Fan mit düsterem Geheimnis. Und Cage zementiert mit diesem Film endgültig seinen Status als Ausnahmefigur im Popkulturuniversum. Man kann Nicolas Cage mögen oder nicht – diesen Film wird man lieben.

    Wo du diese Filme streamen kannst

    Alle Nicolas-Cage-Filme, die wir in dieser Liste vorgestellt haben, sind auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar. Über die verlinkten Titel kannst du jederzeit prüfen, wo du die Filme aktuell sehen kannst – egal ob im Abo, zum Leihen oder Kaufen. So findest du mit wenigen Klicks genau den passenden Dienst für deinen nächsten Filmabend mit Nicolas Cage – voller Wahnsinn, Wucht und großer Schauspielkunst.

  • Streaming-Guide zu „Die Simpsons“: Serie und Filme in richtiger Reihenfolge – von der Antike bis zur Zukunft

    Streaming-Guide zu „Die Simpsons“: Serie und Filme in richtiger Reihenfolge – von der Antike bis zur Zukunft

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Seit mehr als drei Jahrzehnten spiegeln Die Simpsons unseren Zeitgeist – und kaum eine Serie schafft es, dabei gleichzeitig so altbewährt und so gegenwärtig zu sein.

    Während die Welt um sie herum altert, bleibt die Familie aus Springfield in einer Art ewiger Gegenwart stecken: Bart ist immer zehn, Lisa immer acht – auch wenn sie schon Smartphones, Streamingportale und soziale Medien benutzen.

    Doch was, wenn man Die Simpsons nicht nur als lose Aneinanderreihung von Episoden, sondern möglichst in chronologisch richtiger Reihenfolge erleben will? Die Antwort: Es ist kompliziert. Denn im Kern hat die Serie eine „floating timeline“, in der die Gegenwart immer heute ist. Dennoch gibt es zahlreiche Episoden, die ausdrücklich in Vergangenheit oder Zukunft spielen – teils als Rückblenden, teils als alternative Zukunftsvisionen. Wer diese kennt, kann seinem Binge-Plan einen Hauch von Chronologie verleihen.

    1. Episoden mit Blick in die Vergangenheit 

    Diese Folgen brechen mit der typischen Serienlogik und zeigen uns, wie das Leben der Simpsons (und ihrer Vorfahren) früher aussah – teils historisch, teils fiktiv überhöht:

    • Staffel 32, Folge 2: Die Simpsons werden als römische Patrizier dargestellt – eine Parabel auf Macht, Dekadenz und Familienverrat.
    • Staffel 17, Folge 9: Die Weihnachtsgeschichte wird nacherzählt, mit der Simpsons-Familie in biblischen Rollen.
    • Staffel 29, Folge 1: In einer Fantasy-Welt im Mittelalter wird Homer zum Anführer eines Aufstands – Game-of-Thrones in gelb.
    • Staffel 21, Folge 13: Lisa deckt ein Familiengeheimnis auf, das bis in den amerikanischen Bürgerkrieg der 1860er zurückreicht.
    • Staffel 7, Folge 22: Grandpa erzählt von einem Abenteuer im Zweiten Weltkrieg – inklusive Nazis und einem Schatz.
    • Staffel 15, Folge 20: Homer ist zehn Jahre alt und erlebt eine frühe, bittersüße Sommerromanze.
    • Staffel 24, Folge 8: In dieser Folge wird erzählt, wie Homer als Kind seinen ersten Hund bekam – und ihn verlor.
    • Staffel 13, Folge 5: Homer ist zwölf und wird in einem Höhlenabenteuer mit einem traumatischen Erlebnis konfrontiert.
    • Staffel 33, Folge 9: Der 16-jährige Homer macht sich auf die Suche nach seiner Mutter Mona.
    • Staffel 2, Folge 12: Rückblick auf das erste Kennenlernen von Marge und Homer in der Highschool der 1980er.
    • Staffel 19, Folge 11: Eine alternative Version der 1990er: Homer gründet eine Grunge-Band, Marge studiert Feminismus.
    • Staffel 20, Folge 5: Eine Reise in die Zeit, als Homer und Marge frisch verliebt auf einen chaotischen Roadtrip gingen.
    • Staffel 3, Folge 12: Rückblick auf die Zeit zwischen Beziehung und erster Schwangerschaft – inklusive Heirat und Jobnot.
    • Staffel 29, Folge 13: Bart wird geboren – und Marge und Homer müssen sich in der Elternrolle zurechtfinden.
    • Staffel 5, Folge 1: Homers Barbershop-Quartett wird zum Pop-Phänomen der 1980er – mit klaren Beatles-Anspielungen.
    • Staffel 4, Folge 10: Lisa spricht ihr erstes Wort („Bart!“), während die Familie in ihr heutiges Zuhause zieht.
    • Staffel 26, Folge 19: Bart ist vier, Lisa zwei – und beide sorgen für familiäres Chaos.
    • Staffel 9, Folge 3: Lisa entdeckt ihr musikalisches Talent, Bart ist noch im Kindergarten.
    • Staffel 27, Folge 19: Die Familie reist in den Grand Canyon – Maggie ist noch nicht geboren.
    • Staffel 6, Folge 13: Maggie kommt auf die Welt – und Homer wirft seine Karriere zugunsten der Familie über Bord. 

    Diese Episoden bilden eine grobe Timeline von der Antike bis zur Geburt von Maggie. Wer sich für die „Biografie“ der Familie interessiert, kann sie als ersten Block schauen, bevor es in die Gegenwart geht. 

    2. Episoden mit Blick in die Zukunft

    Neben den Rückblicken gibt es auch mehrere Folgen, die weit in die Zukunft springen – meist mit alternativen Versionen der Familie, erwachsenen Kindern und futuristischen Gags.

    • Staffel 6, Folge 19: Lisa ist Mitte 20, studiert in England und bringt einen britischen Verlobten mit nach Hause.
    • Staffel 16, Folge 15: Bart und Lisa sind Teenager kurz vor dem College, Maggie spricht weiterhin nicht.
    • Staffel 32, Folge 12: Lisa steht kurz vor dem Highschool-Abschluss und hadert mit ihren Idealen.
    • Staffel 11, Folge 17: In dieser klassischen Zukunftsepisode ist Lisa Präsidentin der USA, Bart lebt ziellos in den Tag.
    • Staffel 23, Folge 9: 30 Jahre später – Lisa und Bart haben Kinder, Homer ist fast digitalisiert.
    • Staffel 25, Folge 18: Fortsetzung des Zukunfts-Arcs: Familienkrisen, Cyber-Homer, Roboter-Hochzeiten.
    • Staffel 34, Folge 9: Lisa ist erwachsen, mit Burn-out – und trifft Nelson, der Vater geworden ist. 

    Diese Episoden zeigen verschiedene Zukunftsversionen, die sich teilweise widersprechen. Aber sie geben einen charmanten Ausblick darauf, wie es mit den Simpsons „weitergehen könnte“ – wenn sie denn je altern würden. 

    Warum eine perfekte Simpsons-Chronologie nicht gibt 

    Die Simpsons sind kein Epos mit durchgehender Handlung, sondern eine satirische Momentaufnahme der Gegenwart, die sich seit 1989 immer wieder aktualisiert. Dabei bleiben die Figuren in ihrer Altersstruktur statisch, während die Welt um sie herum modernisiert wird. Selbst frühere Rückblenden oder Zukunftsvisionen werden später durch neue Episoden überlagert, konterkariert oder ignoriert. 

    Streaming-Guide zu „Die Simpsons“: Serie und Filme in richtiger Reihenfolge

    Wer sich dennoch eine Struktur bauen will, kann sich aber an der historischen Timeline dieses Artikels orientieren. Die untenstehende Liste gibt wiederum einen Überblick, wie man die Hauptserie, den Kinofilm und alle Kurzfilme in Reihenfolge ihres Erscheinens streamen kann.

    Wer lieber nach Veröffentlichung vorgeht sollte diese Reihenfolge einhalten:

  • Ironheart: Diese 10 Marvel-Filme sollte man man vor der neuen Serie gesehen haben

    Ironheart: Diese 10 Marvel-Filme sollte man man vor der neuen Serie gesehen haben

    Markus Brandstetter

    Markus Brandstetter

    JustWatch-Editor

    Frischer Wind im MCU-Universum: Ironheart stellt eine neue Heldin ins Zentrum – Riri Williams, ein brillantes, junges Technikgenie, das in Black Panther: Wakanda Forever ihr Debüt feierte. Es gibt viele Parallelen zur MCU-Historie. In ihrer eigenen Serie baut sie etwa nicht nur ihren Ironheart-Anzug, sondern auch an Tony Starks Vermächtnis weiter. Doch wer ihre eigene Geschichte auch wirklich verstehen will, braucht Kontext.

    Wir zeigen dir zehn Filme, die beleuchten, woher sie kommt, was sie antreibt und welche Ideen sie prägen. Von Iron Mans Anfängen bis zu Wakandas Technologiewelt liefert diese Watchlist das nötige Vorwissen. Ironheart beginnt nicht bei null – sondern dort, wo andere Helden und Heldinnen vor ihr aufgehört haben. Mit diesen zehn Filmen bist du also bestens auf Ironheart vorbereitet!

    Iron Man (2008)

    Iron Man war der große Urknall des MCU – und schließlich auchd as Fundament, auf dem Riri Williams später aufbaut. Wer Ironheart wirklich verstehen möchte, sollte also auch wirklich beim Anfang ansetzen. Iron Man erzählt nicht nur die Geschichte eines genialen Waffenentwicklers, der in einer Höhle seinen ersten Anzug zusammenschweißt. Es ist auch eine Geschichte von Verantwortung, Ego und Erlösung, von Philanthropismus und Futurismus., Tony Stark, Milliardär und eitler Gockel, entwickelt sich zum Symbol eines neuen Heldentypus. Und der ist nicht nur mit großem Ego ausgestattet, sondern ist auch verletzlich, widersprüchlich, brillant. Für Riri ist er mehr als ein Vorbild – er ist ihr Maßstab. Ihr Ironheart-Anzug, ihre Haltung, ihr Konflikt: Alles beginnt bei Stark. Wer die neue Generation verstehen will, muss diesen Ursprung kennen. Alles andere wäre, nun ja – oberflächlich.

    Iron Man 2 (2010)

    Tony Stark hat ein Problem. Okay, mehrere, um genau zu sein. Sein Reaktor vergiftet ihn langsam, der Staat will seine Rüstung, und aus Russland kommt ein rachsüchtiger Typ mit Elektropeitschen. Iron Man 2 ist lauter, überladener, aber auch spannender als sein Vorgänger. Es geht um Kontrolle, Eitelkeit – und die Frage, was passiert, wenn ein Mann zur Marke wird. Für Riri Williams ist dieser Film Gold: Hier wird klar, wie gefährlich Tech ohne moralischen Kompass ist. Und wie tief Stark selbst in seiner eigenen Legende steckt. Kein perfekter Film, aber ein wichtiger – vor allem für Ironheart.

    Iron Man 3 (2013)

    Nach Avengers steht Tony Stark massiv am Abgrund. Er ist schlaflos, traumatisiert, ohne Rüstung, aber glücklicherweise  nicht ohne Verstand. Iron Man 3 ist weniger Superhelden-Spektakel, dafür mehr Charakterstudie. Der Film dekonstruiert die Figur des Iron Man und stellt den Menschen Tony Stark ins Zentrum. Der ist verletzlich, getrieben, improvisierend. Genau hier liegen Parallelen und Anschluss zu Riri Williams. Auch sie baut sich ihre Identität, ihre Technik – und ihre Haltung – selbst zusammen. Dass Tony hier lernt, mehr als nur „der Typ im Anzug“ zu sein, ist zentral für das Verständnis seines Vermächtnisses. Für Ironheart bedeutet das: Heldentum beginnt nicht im Labor, sondern im Zweifel. Und manchmal sogar in der Garage.

    Avengers: Age of Ultron (2015)

    Ein Roboter mit Gottkomplex. Geboren aus Angst. Tony Stark wollte die Welt retten – und schuf ihren Feind. Avengers: Age of Ultron ist ein Film über Hybris, nicht Heldentum. Maschinen denken zu schnell. Menschen zu langsam. Ultron sieht beides. Und greift an. Für Riri Williams ist das eine Warnung: Technik hat eine Grenze. Und wenn man sie nicht kennt, kennt sie dich. Ironheart wird bauen, was Stark einst begann – aber vielleicht klüger. Ultron ist der Moment, in dem das MCU begreift: Intelligenz rettet nicht automatisch. Sie kann auch zerstören. Wer das nicht versteht, hat bei Ironheart schon verloren.

    The First Avenger: Civil War (2016)

    Zwei Männer, ein Bruch. Freundschaft gegen Prinzip. Kontrolle gegen Freiheit. The First Avenger: Civil War ist kein Heldenspektakel, sondern eine politische Parabel in Spandex. Stark will Regulierung, Cap bleibt old school. Riri Williams sieht das später – und lernt: Technik hat Konsequenzen. Und Verantwortung trägt nicht immer ein Cape. Der Film ist laut, aber sagt leise viel. Über Schuld. Über Vertrauen. Über das Gewicht von Entscheidungen. Wer Ironheart verstehen will, sollte hier genau hinschauen. Denn was Stark hier beginnt – der Zweifel, der Kontrollwille, das Misstrauen – das alles wird sie erben. Nicht als Tochter. Als Nachfolgerin. Und vielleicht: als Korrektiv.

    Avengers 3: Infinity War (2018)

    Eskalation mit MCU-Kosmos ist angesagt. Thanos sammelt die Infinity-Steine, die Welt droht zu zerbrechen. Im Zentrum: Tony Stark, der bis zum Schluss versucht, mit Technologie das Unvermeidliche aufzuhalten. Avengers 3: Infinity War zeigt Stark auf seinem Höhepunkt – brillant, getrieben, strategisch. Für Riri Williams ist dieser Film entscheidend: Sie sieht nicht nur den Mythos Iron Man, sondern auch seine Grenzen. Stark scheitert hier – und sein Scheitern prägt die Welt, in die Ironheart später tritt. Der Film macht klar: Technik allein reicht nicht. Was zählt, ist Haltung. Für Riri wird genau das zur Kernfrage: Wo endet der Anzug – und wo beginnt sie?

    Avengers: Endgame (2019)

    Hier sieht man das Ende einer Ära. Tony Stark opfert sich selbst, um die Welt zu retten. Keine Explosion, kein Triumph – nur ein Fingerschnipsen und Stille. Avengers: Endgame ist der Schlusspunkt seiner Reise: vom egozentrischen Waffenhändler zum selbstlosen Helden. Für Riri Williams ist das mehr als eine historische Fußnote – es ist ihr Startpunkt. Sie wächst in eine Welt hinein, in der Stark nicht mehr lebt, aber alles hinterlassen hat: Technologie, Ideale, Schuld. Ironheart beginnt dort, wo Endgame endet. Wer verstehen will, was es bedeutet, sein Erbe anzutreten – ohne sein Charisma, aber mit ähnlichem Talent – muss diesen Film gesehen haben.

    Black Panther (2018)

    Black Panther führt Wakanda ein – eine hochentwickelte Nation mit eigener Technologie, Kultur und Vision. Für Ironheart ist dieser Film deshalb relevant, weil Riri Williams später in diese Welt eingeführt wird. Die Figur Shuri, Wakandas junge Wissenschaftlerin, dient dabei als Vorbild und Bezugspunkt. Beide sind jung, hochintelligent und technisch versiert. Der Film zeigt, dass Technologie im Marvel-Universum nicht nur von Tony Stark kommt, sondern auch aus anderen kulturellen Kontexten. Wer verstehen will, warum Wakanda für Riri so wichtig ist – und warum sie dort ernst genommen wird –, sollte Black Panther vorab gesehen haben.

    Black Panther: Wakanda Forever (2022)

    In Black Panther: Wakanda Forever feiert Riri Williams – die Heldin, die in Ironheart zurückkehrt – ihr MCU-Debüt. Wir erleben sie als brillante MIT-Studentin, die einen Vibranium-Detektor entwickelt und damit unbeabsichtigt einen internationalen Konflikt auslöst. Ungewollt wird sie zur Schlüsselfigur im Machtkampf zwischen Wakanda und Talokan. Der Film zeigt Riris Intelligenz, technische Brillanz und ihren ersten Kampfeinsatz im selbstgebauten Ironheart-Anzug. Ihre Persönlichkeit, ihr Mut und ihr Humor machen sie sofort sympathisch. Wakanda Forever markiert nicht nur Riris Ursprung, sondern steht auch für die Repräsentation einer neuen Generation starker Frauen im MCU. Pflichtprogramm vor Ironheart!

    Spider-Man: No Way Home (2021)

    In Spider-Man: No Way Home verliert Peter Parker fast alles – und muss lernen, allein Verantwortung zu tragen. Der Film zeigt, wie es ist, jung zu sein, über außergewöhnliche Fähigkeiten zu verfügen und trotzdem keinen Rückhalt zu haben. Genau das erwartet auch Riri Williams in Ironheart. Sie steht wie Peter unter dem Einfluss von Tony Starks Vermächtnis, muss aber ihren eigenen Weg finden. No Way Home macht deutlich, wie herausfordernd es ist, als junger Mensch in einem von Erwachsenen dominierten Heldenuniversum zu bestehen. Für das Verständnis von Riris Situation ist dieser Film deshalb ein wichtiger Vergleichspunkt.

    Wo du die Filme streamen kannst

    Alle genannten Filme findest du auf den gängigen Plattformen – zum Beispiel bei Disney+, WOW, Prime Video oder Apple TV. Mit der JustWatch-Suchfunktion kannst du jederzeit prüfen, wo die Titel aktuell verfügbar sind. So bist du bestens vorbereitet, wenn Ironheart startet.

  • „Tarantinoverse“: Wie die Filme von Quentin Tarantino verbunden sind

    „Tarantinoverse“: Wie die Filme von Quentin Tarantino verbunden sind

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Quentin Tarantino ist Vieles: Regisseur, Drehbuchautor, Besserwisser-Cineast – und, wie sich zeigt, auch Architekt eines filmischen Multiversums. Was auf den ersten Blick wie eine lose Sammlung stilisierter Gewaltmärchen wirkt, hängt bei genauerem Hinsehen doch irgendwie zusammen.

    Seit Jahren kursiert unter Fans die Theorie eines „Tarantinoverse“, eines gemeinsamen Kosmos, in dem viele seiner Figuren und Geschichten miteinander verbunden sind. 2017 bestätigte der Regisseur schließlich selbst: Ja, dieser Kosmos existiert – und er besteht aus zwei Universen.

    „There’s the realer than real universe, alright, and all the characters inhabit that one. But then there’s this movie universe. And so From Dusk Till Dawn, Kill Bill, they all take place in this special movie universe. So basically when the characters of Reservoir Dogs or Pulp Fiction, when they go to the movies, Kill Bill is what they go to see. From Dusk Till Dawn is what they see.” — Quentin Tarantino

    1. Das „Realer than Real“-Universum

    Die erste und zentralere Unversum innerhalb von Tarantinos Werk ist also das sogenannte Realer than Real World Universe. Hier gelten die Grundregeln unserer Welt – oder zumindest eine drastisch überspitzte Version davon. Gewalt ist real, Konsequenzen ebenfalls, auch wenn alles durch Tarantinos markanten Stilfilter läuft.

    Verbindungen gibt es zahlreiche. So sind Vincent Vega aus Pulp Fiction und Mr. Blonde alias Vic Vega aus Reservoir Dogs Brüder. Alabama, die weibliche Hauptfigur aus True Romance, arbeitet nach dem Ende des Films offenbar mit Mr. White aus Reservoir Dogs zusammen – ein Hinweis, der im Originaldrehbuch zu finden ist. Red Apple Zigaretten und Big Kahuna Burger tauchen als fiktive Marken in mehreren Filmen auf und sind gewissermaßen popkultureller Kitt, der alles zusammenhält.

    Filme dieses Universums:

    • Reservoir Dogs (1992)
    • True Romance (1993 – Tarantino schrieb das Drehbuch, übernahm aber nicht die Regie)
    • Pulp Fiction (1994)
    • Death Proof (2007)
    • Inglourious Basterds (2009)
    • Django Unchained (2012)
    • The Hateful Eight (2015)
    • Once Upon a Time in Hollywood (2019, teilweise – siehe unten)

    Ein entscheidender Punkt: Tarantinos „realere“ Welt ist nicht unsere tatsächliche Geschichte. Inglourious Basterds etwa erzählt ein alternatives historisches Szenario, das wie ein dunkles Märchen funktioniert. Doch diese „historische Umformung“ bleibt innerhalb einer kohärenten Weltlogik, die sich durch alle Filme zieht.

    2. Das „Movie Universe“

    Und dann ist da noch das „Movie Universe“. Hier spielt sich ab, was Tarantinos Charaktere vermutlich selbst auf der Leinwand sehen würden – überzeichnet, stilisiert, teils übernatürlich. Hier regiert das Genre – Vampirhorror, Martial-Arts-Epen, Comic-Ästhetik. Die Regeln der Realität sind aufgehoben. Figuren sind oft wandelnde Archetypen, inspiriert von Italo-Western, Shaw-Brothers-Kino und Exploitationfilmen.

    Tarantino beschreibt diese Filme als das, was seine „realeren“ Figuren selbst im Kino sehen würden. Sie sind die Popkulturprodukte innerhalb seiner Popkulturrealität.

    Filme dieses Universums:

    • Natural Born Killers (1994 – basierend auf einem Tarantino-Drehbuch, stark überarbeitet von Oliver Stone)
    • From Dusk Till Dawn (1996 – Drehbuch & Nebenrolle Tarantino, Regie: Robert Rodriguez)
    • Kill Bill Vol. 1 & 2 (2003/2004)

    3. Zwischen den Universen: Once Upon a Time in Hollywood

    Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und Cliff Booth (Brad Pitt) leben im „Realer Than Real“-Universum. Ihre Geschichte basiert auf historischen Ereignissen, wird aber durch fiktionale Elemente erweitert und verändert – wie so oft bei Tarantino. Doch der Unterschied ist: Dalton ist Schauspieler in einer Vielzahl fiktiver Serien und Filme, darunter Bounty Law und Operazione Dyn-O-Mite! – Werke, die wiederum dem „Movie“-Universum angehören.

    Der Film verknüpft damit beide Universen ausdrücklich: Die Figuren leben real – aber ihre Filmografie gehört der stilisierten Sphäre an.

    „Tarantinoverse“: Wie die Filme von Quentin Tarantino verbunden sind – und wo man sie streamen kann

    Die untenstehende Liste enthält alle in diesem Artikel erwähnten Filme, geordnet in chronologischer Reihenfolge – und mit aktuellem Überblick, wo man sie im Abo, als Kauf- oder Leihoption streamen kann.

  • Die 8 besten Netflix Action-Originals

    Die 8 besten Netflix Action-Originals

    Ahmet Iscitürk

    Ahmet Iscitürk

    JustWatch-Editor

    Netflix-Eigenproduktionen im Action-Genre wurden lange vor allem mit großen Namen und Starpower in Verbindung gebracht – mit gemischtem Echo. Inzwischen hat sich das Spektrum dieser Filme jedoch deutlich erweitert. Der Fokus liegt heute häufig auf einfallsreichen One-Take-Sequenzen, eindrucksvollen Choreografien und internationalen Regiestilen, die neue Impulse setzen. Dadurch entstehen Werke, die durch visuelle Wucht, körperliche Intensität und stilistische Vielfalt überzeugen – von schnörkellosen Rachethrillern bis zu selbstironischen Prügelkomödien.

    Ob brutale Faustkämpfe, stilisierte Kopfschüsse oder fliegende Motorräder: Diese Filme bieten Action pur. Diese Liste richtet sich an alle, die Actionkino nicht nur anschauen, sondern regelrecht zelebrieren möchten. Wer kompromisslose Spannung, physisch spürbare Gewalt und cineastische Handschrift schätzt, findet hier acht herausragende Beispiele, die weit über standardisierte Ballerfilme hinausgehen. Einige dieser Titel sind düster und distanziert, andere verspielt und witzig – aber alle eint ihre Energie und ihr Unterhaltungswert.

    A Killer Romance (Hit Man, 2024)

    Glen Powell überzeugt als falscher Auftragskiller, der sich in eine Zielperson verliebt – und plötzlich selbst ins Fadenkreuz gerät. Richard Linklater verfilmt diese absurde Prämisse mit überraschender Ernsthaftigkeit, temporeicher Inszenierung und jeder Menge ironischer Twists. Statt bloßer Schießereien gibt es raffinierte Doppelbödigkeit, Rollenspiele und Dialoge, die knallen wie eine Maschinenpistole. A Killer Romance ist kein klassischer Actionfilm, sondern ein Genre-Hybrid mit messerscharfer Regie und starken Figuren. Die Actionszenen sind stilvoll und klug inszeniert, der Humor bissig, die Spannung hoch. Powell brilliert in wechselnden Identitäten – charmant, gefährlich, verletzlich. Wer glaubt, er kenne schon alle Auftragskiller-Geschichten, wird hier angenehm überrascht. Ein filmischer Volltreffer – originell, stilbewusst und durchweg unterhaltsam.

    Rebel Ridge (2024)

    Jeremy Saulnier inszeniert einen Rachethriller, der seine Wut nicht versteckt. Im Zentrum steht ein junger Mann, der sich gegen ein korruptes System auflehnt – und dabei buchstäblich alles zerlegt. Rebel Ridge ist brutal, schnell und kompromisslos: Keine CGI-Schlachten, sondern rohe Körperlichkeit, staubige Kulissen und pointierter Sozialkommentar. Der Film erinnert stilistisch an Blue Ruin und Green Room, geht aber noch eine Spur sozialkritischer zur Sache. Die Actionszenen sind intensiv und realistisch, die Konfrontationen glaubwürdig. Der Film liefert keine einfachen Antworten – aber viele wuchtige Bilder und charakterliche Tiefe. Für alle, die ihre Action nicht weichgespült, sondern mit echtem Zorn serviert wollen. Rebel Ridge ist ein Faustschlag – politisch wie filmisch.

    The Old Guard (2020)

    Unsterbliche Söldner, tödliche Missionen, moralische Dilemmata: The Old Guard mischt Genreklassiker mit frischem Ansatz. Charlize Theron spielt eine Kriegerin, die seit Jahrhunderten kämpft – und langsam daran zerbricht. Die Action ist solide, die Kämpfe mit Gewicht, die Figuren glaubwürdig und verletzlich. Der Film ist einer der wenigen Netflix-Actionfilme mit echtem Herz. Die Kämpfe sind gut choreografiert, die Waffenwechsel flüssig, die Einsätze hoch. Die Inszenierung bleibt dabei überraschend emotional – es geht nicht nur um Gewalt, sondern um Verantwortung. Die Fortsetzung steht bereits in den Startlöchern, aber der erste Teil steht für sich: Als Mischung aus Comic-Verfilmung, Tragödie und modernem Söldnerfilm ist er besser als sein Ruf – und bleibt im Gedächtnis.

    Extraction (2020)

    Tyler Rake ist ein gebrochener Söldner mit tödlichen Fähigkeiten – und wird in einen brutalen Rettungseinsatz in Bangladesch geschickt. Extraction war der erste große Netflix-Actionhit, inszeniert von Stunt-Koordinator Sam Hargrave, der rohe Gewalt mit stilisierter Kameraarbeit verbindet. Der Film bietet spektakuläre Nahkämpfe, eine atemlose Verfolgungsjagd und einen legendären One-Take durch enge Gassen, Häuser und Dächer. Chris Hemsworth überzeugt als wortkarger Kämpfer mit Gewissen, der sich durch Horden von Gegnern schlägt. Extraction setzt auf Wucht und Rhythmus statt komplexer Handlung – aber das funktioniert erstaunlich gut. Die Fortsetzung Extraction 2 hat die Action weitergedacht und noch brachialer umgesetzt – doch schon der erste Teil ist ein echtes Brett für Fans von kompromissloser Genre-Kost.

    The Big 4 (2022)

    Aus Indonesien kommt dieser durchgeknallte Genre-Mix, der sich zwischen Action, Komödie und Slapstick bewegt. Vier Ex-Killer werden wieder aktiv – mit Stil, Tempo und viel Chaos. Regisseur Timo Tjahjanto (The Night Comes for Us) kennt sich mit ultrabrutaler Action aus, hier tobt er sich etwas humorvoller aus. The Big 4 lebt von überdrehten Setpieces, schnellen Schnitten und einer Energie, die man so selten bei westlichen Produktionen sieht. Die Figuren sind überzeichnet, aber (größtenteils) sympathisch, die Action grotesk, aber effektiv. Wer asiatische Genre-Exzesse liebt und keine Scheu vor überhöhter Gewaltdarstellung hat, bekommt hier ein unkonventionelles Action-Feuerwerk serviert – inklusive absurder Kämpfe und explosiven Pointen.

    Red Notice (2021)

    Dwayne Johnson, Ryan Reynolds und Gal Gadot gemeinsam vor der Kamera – da sind Spektakel und Selbstironie fast schon vorprogrammiert. Red Notice liefert genau das: einen internationalen Heist-Film mit Hochglanzoptik, flotten Sprüchen und reichlich Schauwerten. Regisseur Rawson Marshall Thurber lässt Tempo und Humor regieren – in einem Abenteuer, das weniger auf Tiefgang als auf Schauplatzwechsel und prominente Gesichter setzt. Die Story bleibt dabei eher formelhaft, aber das Zusammenspiel der Stars trägt den Film über so manche dramaturgische Flachstelle hinweg. Ob Wüsten, Museen oder Hochsicherheitsgefängnisse – visuell wird geklotzt. Kein Meilenstein des Genres, aber ein charmantes Action-Vergnügen mit Blockbuster-Flair. Ideal für einen entspannten Sonntagnachmittag: denn der Film verlangt nicht viel vom Publikum – und genau das macht ihn so bekömmlich.

    Havoc (2025)

    Tom Hardy kämpft sich durch eine korrupte Unterwelt, nachdem ein Drogendeal eskaliert. Klingt simpel – ist es auch. Doch Regisseur Gareth Evans (The Raid) interessiert sich weniger für Handlung als für Intensität. Havoc ist ein Film, der körperlich weh tut: Jeder Schlag hat Gewicht, jeder Raum wirkt wie eine Falle, jeder Fluchtweg ist ein Spießrutenlauf. Die Kamera bleibt dicht dran, die Schnitte sind knapp gesetzt, die Gewalt ist roh. Glamour gibt es hier nicht – nur Dreck, Enge, Schmerz. Hardy wuchtet sich durch Treppenhäuser, Lagerhallen und Hinterhöfe, als hinge sein Leben davon ab. Die Story dient vor allem als Vorwand für physische Eskalationen, die so real wirken wie blaue Flecken. Evans zeigt erneut, dass er ein Meister des Close-Combat-Kinos ist. Havoc ist nichts für Zartbesaitete – aber ein kompromissloses Statement in Sachen Street-Level-Action.

    Project Power (2020)

    Superkräfte für genau fünf Minuten – das ist die zentrale Idee dieses Sci-Fi-Actionfilms mit Jamie Foxx und Joseph Gordon-Levitt. Die Prämisse ist stark, die Umsetzung solide: rasantes Tempo, viele Explosionen, ein düsteres New Orleans als Schauplatz. Der Film spielt mit gesellschaftlichen Themen wie Kontrolle, Ausbeutung und staatlichem Machtmissbrauch – ohne sie allzu tief zu vertiefen. Dafür punktet er mit spannenden Verfolgungsjagden, effektvollem CGI und einem starken Duo im Zentrum. Foxx liefert gewohnt kraftvoll ab, Gordon-Levitt bringt Leichtigkeit in den Plot. Die Effekte sind überzeugend, die Action kernig. Zwar bleibt einiges an erzählerischem Potenzial ungenutzt, aber als kurzweiliger Streaming-Trip funktioniert Project Power sehr ordentlich. Wer Popcornkino mit Sci-Fi-Flair sucht, wird hier fündig.

    Noch mehr Netflix-Action? Bitte hier entlang!

    Du willst noch mehr Adrenalin, Kugelhagel und Nahkampf? Im Netflix-Bereich auf JustWatch findest du alle aktuellen Actionkracher – sortierbar nach Bewertung, Genre oder Erscheinungsjahr. Für Fans von harter Kost, klugen Choreos und dreckigen Fights gibt’s dort noch viele weitere Volltreffer. Deine Watchlist wird es dir danken!

  • Zwischen Nähe und Leere: Alle Filme von Joachim Trier – und wo man sie streamen kann

    Zwischen Nähe und Leere: Alle Filme von Joachim Trier – und wo man sie streamen kann

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Joachim Trier ist ein Regisseur der Zwischentöne. In seinen Filmen erzählt er von der Melancholie des Alltags, vom scheuen Glück und der ewigen Wiederholung existenzieller Krisen – meist inmitten urbaner norwegischer Kulissen.

    Gemeinsam mit seinem Co-Autor Eskil Vogt hat Joachim Trier einen Stil entwickelt, der sich durch poetische Bilder, präzise Figurenzeichnung und eine kluge Dramaturgie auszeichnet. Seine sogenannte „Oslo-Trilogie“ sowie spätere Werke kreisen um Selbstfindung, Verlust und die brüchige Suche nach Sinn in einer Welt, die mehr Möglichkeiten als Halt bietet. Ob depressive Intellektuelle, ziellose Studentinnen oder überspannte Familienväter – seine Figuren scheinen wie moderne Sisyphos-Gestalten, die in Schleifen denken, hoffen, scheitern und neu beginnen. 

    Wir geben einen Überblick über das bisherige Werk des Regisseurs – die Liste am Ende verrät, wo man die Filme von Joachim Trier derzeit streamen kann.

    Auf Anfang (2006)

    Joachim Triers Debütfilm folgt zwei jungen Männern in Oslo, die sich als Schriftsteller etablieren wollen. Während Phillips Roman veröffentlicht wird und er kurz darauf psychisch zusammenbricht, bleibt Eriks Werk unbeachtet. Beide sind getrieben vom Wunsch nach Bedeutung, doch ihre Wege offenbaren die fragile Grenze zwischen künstlerischem Ausdruck und persönlichem Abgrund. Auf Anfang ist kein klassisches Drama, sondern ein vielschichtig montiertes Porträt zweier Lebensentwürfe. Durch Rückblenden, Tagträume und essayistische Kommentare entsteht eine komplexe Erzählstruktur, die die emotionale Zerrissenheit der Figuren einfängt. Der Film macht deutlich: Die Sinnsuche der Figuren ist weniger Ziel als Zustand. Triers melancholischer, aber nie hoffnungsloser Blick legt früh die stilistischen Grundlagen seines Schaffens offen.

    Oslo, 31. August (2011)

    Anders, ein ehemaliger Schriftsteller, darf seine Entzugsklinik für einen Tag verlassen. Er streift durch Oslo, trifft alte Freunde, besucht ein Vorstellungsgespräch – und verliert sich doch immer mehr in seiner inneren Leere. Trier begleitet ihn mit großer Empathie durch eine Stadt, die zugleich vertraut und fremd erscheint. In lakonischen Dialogen und schmerzhaft offenen Momenten entfaltet sich das Bild eines Mannes, der an der Unvereinbarkeit zwischen Erwartung und Wirklichkeit zerbricht. Die Kamera bleibt stets dicht an der Figur, ohne sie je zu überzeichnen. Die genaue Beobachtung des sozialen Umfelds und die kluge Inszenierung machen Oslo, 31. August zu einer stillen, intensiven Meditation über Depression, Verlorenheit und die Sehnsucht nach einem Neuanfang, der womöglich nie kommen wird. 

    Louder Than Bombs (2015)

    In Joachim Triers erstem englischsprachigen Film kehrt der Witwer Gene mit seinen beiden Söhnen nach dem Tod der Mutter, einer bekannten Kriegsfotografin, ins gemeinsame Haus zurück. Die Familie driftet auseinander, während sie auf unterschiedliche Weise mit dem Verlust ringt. Der Film erzählt nicht linear, sondern setzt Erinnerungen, Träume und Perspektivwechsel zu einem Porträt familiärer Entfremdung zusammen. Jesse Eisenberg, Gabriel Byrne und Isabelle Huppert brillieren in einem Drama, das nicht nur vom Tod, sondern vor allem vom Weiterleben handelt. Dabei geht es weniger um große Dramen als um leise Irritationen, Spannungen und Zärtlichkeiten. Triers Gespür für das Unsagbare im Zwischenmenschlichen bleibt auch auf internationalem Terrain erhalten – Louder Than Bombs ist ein komplexer Film über Nähe, Schweigen und das Gewicht unausgesprochener Wahrheiten.

    Thelma (2017)

    Mit Thelma wagt sich Trier ins Genre-Kino. Die titelgebende junge Thelma verlässt ihr streng religiöses Elternhaus, um in Oslo zu studieren. Als sie sich in eine Kommilitonin verliebt, treten übernatürliche Kräfte in ihr zutage, die eng mit ihrer unterdrückten Sexualität und familiären Traumata verknüpft sind. Trier kombiniert Coming-of-Age-Drama mit Mystery-Elementen und schafft dabei ein psychologisch feinfühliges, atmosphärisch dichtes Porträt innerer Befreiung. Der Film ist visuell opulent, voller symbolischer Bilder und präziser Spannungsmomente. Thelma erzählt von der Angst vor dem eigenen Begehren – und davon, wie befreiend es sein kann, diese Angst zu überwinden. So wird das Übernatürliche zur Metapher für innere Zerrissenheit, Kontrolle und letztlich Selbstermächtigung. 

    Der schlimmste Mensch der Welt (2021)

    Julie ist Anfang dreißig, talentiert, klug – und orientierungslos. Zwischen Studienwechseln, wechselnden Liebesbeziehungen und einer unentschiedenen Karriere als Fotografin sucht sie nach einem Lebensentwurf, der zu ihr passt. Joachim Trier erzählt in zwölf Kapiteln, einem Prolog und Epilog, von dieser Suche – leichtfüßig und melancholisch zugleich. In Rückblenden, Tagträumen und flüchtigen Begegnungen entsteht das Porträt einer Frau, die sich jeder Festlegung entzieht. Renate Reinsve, die in Cannes als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, verleiht Julie dabei eine faszinierende Mischung aus sympathischer Verletzlichkeit und egoistischem Eigensinn. Der schlimmste Mensch der Welt ist das emotionale und formale Glanzstück der Oslo-Trilogie – ein sinnlicher, trauriger und oft überraschend komischer Blick auf das Unfertige im Menschsein. Trier gelingt ein Werk, das präzise den Zeitgeist junger urbaner Generationen einfängt, ohne sich darin zu verlieren. 

    Sentimental Value (2025)

    Joachim Trier bleibt seinem Sujet treu – und setzt doch neue Akzente: Nach dem Tod ihrer Mutter stehen die Schwestern Nora (Renate Reinsve) und Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) vor der Herausforderung, sich mit ihrem entfremdeten Vater Gustav (Stellan Skarsgård) auseinanderzusetzen – einem einst gefeierten, inzwischen aber müde gewordenen Regisseur. Gustav hat ein neues Drehbuch geschrieben und bietet Nora die Hauptrolle an – doch sie lehnt entschieden ab. Stattdessen besetzt er die Rolle mit der Hollywood-Schauspielerin Rachel Kemp (Elle Fanning). Als die Dreharbeiten in Norwegen beginnen, kommen alte Erinnerungen, Erwartungen und Verletzungen zurück an die Oberfläche. In zurückhaltenden Bildern und mit subtiler Ironie erzählt Trier ein leises Drama über Entfremdung, Reue und das nie ganz versiegende Bedürfnis nach Nähe. Sentimental Value verbindet Familiendrama mit filmischer Selbstreflexion – ein bewegender Nachtrag zu Triers bisherigen Arbeiten. 

    Zwischen Nähe und Leere: Alle Filme von Joachim Trier – und wo man sie streamen kann

    Die untenstehende Liste gibt einen Überblick darüber, wo man „Der schlimmste Mensch der Welt“, „Sentimental Value“ und alle weiteren Filme des Regisseurs aktuell streamen kann.

  • Von Verführung bis Verstörung: Alexander Skarsgårds beste Filme und Serien im Streaming-Überblick

    Von Verführung bis Verstörung: Alexander Skarsgårds beste Filme und Serien im Streaming-Überblick

    Arabella Wintermayr

    Arabella Wintermayr

    JustWatch-Editor

    Kaum ein Schauspieler unserer Zeit sucht so konsequent die Extreme wie Alexander Skarsgård. In seiner Filmografie reiht sich der blutgetränkte Rachefeldzug eines Wikingerkriegers an die Gewalt eines Serien-Schlägers, der entfremdeten Zynismus eines Tech-Moguls an den moralischen Abstieg eines gescheiterten Schriftstellers.

    Skarsgård spielt in der Regel nicht die Sympathieträger – sondern Figuren, die in Krisen geraten, (mindestens) ambivalent sind und dabei etwas Unbequemes über Macht, Männlichkeit oder Selbstverlust offenbaren.

    Gerade in Rollen, die physisch oder psychisch fordernd sind, blüht Skarsgård auf. Seine Titelrolle in der neuen Serie Murderbot steht im Kontrast dazu: Als Sicherheitsdroide mit eigenem Bewusstsein spielt er ein Wesen jenseits klarer Kategorien – halb Maschine, halb Mensch, letztlich aber eher von leichtfüßig-lustigem Charakter als von düsteren Mordgelüsten getrieben. Höchste Zeit also, auf die zehn Rollen zurückzublicken, in denen Alexander Skarsgård bislang besonders überzeugen konnte.

    10. Das Glück der großen Dinge (2013)

    Im Zentrum dieses sensiblen Familiendramas steht ein kleines Mädchen, das zwischen zwei egozentrischen Elternteilen aufgerieben wird: Alexander Skarsgård spielt Lincoln, den neuen Partner von Maisies Mutter (Julianne Moore), der sich wider Willen in eine Vaterrolle hineingezogen sieht. Während Maisies eigentliche Eltern um das Sorgerecht streiten, ist es ausgerechnet er, der dem Kind ungekannten Halt gibt. Seine Figur steht im Kontrast zur lauten Selbstbezogenheit der leiblichen Eltern – und wächst dabei ganz leise in seine neue Verantwortung hinein. Das Glück der großen Dinge erzählt mit viel Feingefühl von moderner Elternschaft – und zeigt Alexander Skarsgård als sanften Gegenpol in einem komplexen Beziehungsgeflecht.

    9. The East (2013)

    In Zal Batmanglijs spannungsgeladenem Ökothriller wird eine ehrgeizige Agentin (Brit Marling) von einer privaten Sicherheitsfirma auf eine Undercover-Mission geschickt: Sie soll eine Gruppe militanter Aktivisten infiltrieren, die gegen Konzerne kämpft, die für Umweltzerstörung, Medikamentenskandale oder soziale Ausbeutung verantwortlich sind. Die Gruppe, die sich The East nennt, inszeniert spektakuläre Vergeltungsaktionen, um ihre „Ziele“ öffentlich bloßzustellen. Doch je tiefer die Agentin in die Struktur und Überzeugungen der Gruppe eintaucht, desto stärker verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Auftrag und Empathie. Nicht zuletzt wegen Benji, dem Anführer dieser Bewegung: Alexander Skarsgård spielt ihn ruhig, kontrolliert – seine Figur ist kein lauter Rädelsführer, sondern ein Visionär, der überzeugt ist, moralisch im Recht zu sein. Er verkörpert die Verführungskraft radikaler Überzeugungen – und macht erfahrbar, wie leicht sich Ideale in Dogmen verwandeln können.

    8. Big Little Lies (2017–2019)

    Die gefeierte HBO-Serie folgt einer Gruppe wohlhabender Frauen im kalifornischen Monterey, deren perfekt inszenierte Leben nach und nach Risse bekommen. Was als elegantes Familiendrama beginnt, entpuppt sich als spannungsgeladene Serien-Studie über Gewalt, Loyalität und weibliche Solidarität. Ein tödliches Ereignis wirft rückblickend Fragen auf: Was geschah wirklich – und warum schweigen alle Beteiligten? Alexander Skarsgård spielt Perry Wright, den scheinbar perfekten Ehemann von Celeste (Nicole Kidman). Hinter der bürgerlichen Fassade lauern jedoch psychischer Terror und häusliche Gewalt. Skarsgård verleiht der Figur eine verstörende Ambivalenz: höflich, charmant – und zutiefst bedrohlich. Für seine Rolle wurde er mit einem Emmy und einem Golden Globe ausgezeichnet.

    7. Melancholia (2011)

    Mit Melancholia hat Lars von Trier einen atmosphärisch dichten Film über das Unausweichliche geschaffen – die nahende Kollision eines fremden Planeten mit der Erde wird zur Metapher für persönliche und existentielle Katastrophen. Im Mittelpunkt steht Justine (Kirsten Dunst), deren schwere Depression die Feier ihrer eigenen Hochzeit überschattet. Während der Weltuntergang näher rückt, entfaltet sich ein beklemmendes Drama über Angst, Isolation und das Ende aller Illusionen. Alexander Skarsgård spielt Justines Ehemann, der als bodenständiger, kontrollierter Gegenpol fungiert. Er versucht verzweifelt, Halt zu geben und die Fassade der Normalität zu wahren, während die Realität sich immer mehr verdunktelt.

    6. Succession (2018–2023)

    Die vielfach ausgezeichnete Drama-Serie Succession taucht tief in das Leben der Roy-Familie ein, die ein milliardenschweres Medienimperium kontrolliert. Hinter Glamour und Luxus brodelt allerdings ein Sumpf aus Machtspielen und Verrat. Jeder will die Krone – egal, wie schmutzig der Weg dorthin ist. Alexander Skarsgård steigt in der letzten Staffel als Lukas Matsson ein, ein eiskalter Tech-Mogul aus Schweden, der mit unkonventionellen Methoden die alte Medienwelt aufmischt. Skarsgård macht seine Figur zum faszinierenden Gegenspieler: Seine Figur verkörpert eine neue Art von Macht – digital, charmant, doch skrupellos.

    5. True Blood (2008–2014)

    In der düsteren Kleinstadt „Bon Temps“ koexistieren Menschen und Vampire, seit Blut in Flaschen verfügbar ist. True Blood ist ein wilder Mix aus Mystery, Drama und schwarzem Humor – mit jeder Menge blutiger Machtkämpfe und leidenschaftlicher Affären. Alexander Skarsgård spielt Eric Northman, einen uralten, charismatischen Vampir, der seine Macht mit eiskaltem Kalkül und animalischer Anziehungskraft sichert. Eric ist zugleich verführerisch und gefährlich – Skarsgård macht ihn zu einem aufregenden Mittelpunkt der Serie und erzielte mit seiner Rolle den internationalen Durchbruch.

    4. The Northman (2022)

    In Robert Eggers archaischen Wikinger-Epos wird Alexander Skarsgård zum Krieger Amleth, der nach der Ermordung seines Vaters finstere Rache schwört. Was auf dem Papier nach einer linearen Heldengeschichte klingt, wird in The Northman zu einem mythologisch aufgeladenem Fiebertraum – und Skarsgård zu einer Urgewalt aus Schmerz, Zorn und Verzweiflung. Er stürzt sich mit körperlicher Hingabe in diese Rolle, verwandelt sich in einen Tiermenschen, der zwischen Traumvisionen und Blutritualen taumelt. The Northman ist ein barbarischer Bilderrausch – und Skarsgård brilliert als sein intensives Zentrum.

    3. Infinity Pool (2023)

    Brandon Cronenberg inszeniert einen dystopischen Albtraum: Alexander Skarsgård spielt einen erfolglosen Schriftsteller, der mit seiner Ehefrau (Cleopatra Coleman) in einem luxussatten, fiktiven Urlaubsland strandet. Dort entgleitet ihm die Realität, als er in ein sadistisches Spiel aus Klonen, drakonischen Strafen und Doppelmoral hineingezogen wird. Zwischen Satire und Horror angesiedelt, ist Infinity Pool eine wilde, stilisierte Abrechnung mit westlichem Hedonismus – und Skarsgård verleiht der Hauptfigur eine nervöse Energie, die vom passiven Beobachter zum nihilistischen Täter wird. Eine der radikalsten Rollen seiner Karriere.

    2. Pillion (2025)

    Wer sagt, dass BDSM im Kino immer todernst sein muss? Pillion, Harry Lightons Adaption von Adam Mars-Jones’ Roman „Box Hill“, verlegt die radikale Vorlage charmant ins Hier und Jetzt – samt Humor, Leder und Weihnachtschören. Statt schmerzhafter Introspektion gibt es Rom-Com-Ästhetik mit einem ironischen Blick auf Lust, Rollen und Begehren. Die Londoner Vorstadt, Motorräder, ein Ordnungsamt und die Fetischszene liefern die Kulisse für eine queere Liebesgeschichte mit doppeltem Boden. Harry Melling spielt Colin, einen schüchternen Einzelgänger, der sich in Ray verliebt – einen dominanten, wortkargen Biker mit einer Vorliebe für Kontrolle. Alexander Skarsgård gibt Ray mit stoischer Ruhe und subtiler Autorität. Seine Präsenz ist leise, aber markant – ein Mann, der Regeln setzt, ohne viel zu erklären. Pillion ist schrill, verspielt, mutig – ein Filmereignis ganz eigener Art und eine Überraschung der Filmfestspiele von Cannes 2025.

    1. The Diary of a Teenage Girl (2015)

    In dieser ebenso verstörenden wie einfühlsamen Coming-of-Age-Geschichte spielt Alexander Skarsgård den gutaussehenden, aber unreifen Monroe – den Freund der Mutter der 15-jährigen Minnie (Bel Powley), mit der er eine Affäre beginnt. Die Handlung wird aus der Perspektive eben dieser Minnie erzählt, die ihren sexuellen und künstlerischen Selbstfindungsprozess in einem Tagebuch dokumentiert. Marielle Heller schafft es, die Abgründe einer missbräuchlichen Beziehung ohne Voyeurismus, dafür mit großer emotionaler Präzision auszuloten. Alexander Skarsgårds Figur ist dabei kein plumper Bösewicht, sondern als deutlich profanere Bedrohung angelegt. Gerade in der moralischen Schwebe liegt die Stärke von The Diary of a Teenage Girl – einem Film, der seine weibliche Hauptfigur verstehen will, ohne zu verharmlosen, was sie erlebt.

    Alexander Skarsgårds beste Filme und Serien im Streaming-Überblick: 10 Rollen zwischen Verführung, Verstörung und Grenzüberschreitungen

    Die untenstehende Liste enthält unsere Film- und Serienempfehlungen zu Alexander Skarsgård – zusammen mit Informationen zu allen aktuellen Streaming-Möglichkeiten.

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