
Die größten Überraschungen und Snubs der Oscars 2026
Am Ende hatte die 98. Oscar-Verleihung zwar einen ziemlich klaren Mittelpunkt: One Battle After Another. Paul Thomas Andersons Film, der schon lange als Favorit galt, dominierte den Abend und sammelte mehrere der wichtigsten Preise ein. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch einige Überraschungen und offensichtliche Snubs bei den Oscars gab.
Einige Kategorien entwickelten sich anders als viele Prognosen es vorhergesagt hatten, während andere Entscheidungen der Academy genau die Favoriten bestätigten, die schon während der gesamten Awards-Season vorne lagen. Gerade bei den Schauspielpreisen und einigen Neben-Kategorien kam es zu Ergebnissen, mit denen wohl nicht jeder gerechnet hatte. Gleichzeitig gingen prominente Kandidaten leer aus, die lange als ernsthafte Anwärter auf einen Oscar gegolten hatten.
Überraschung und Snub: Michael B. Jordan statt Timothée Chalamet
Kommen wir mal gleich zum eigentlichen Elefanten im Raum. Die größte Überraschung des Abends spielte sich in der Kategorie „Best Actor“ ab. Über Monate hinweg galt Timothée Chalamet als Favorit für seine Rolle in Marty Supreme. Der Film über einen exzentrischen Tischtennis-Champion hatte ihm bereits mehrere wichtige Preise in der Awards-Season eingebracht und wurde von vielen Branchenbeobachtern als seine bislang reifste Performance bezeichnet.
Am Ende gewann jedoch Michael B. Jordan für Sinners. Ryan Cooglers düsterer Thriller über moralische Verantwortung und strukturelle Gewalt war zwar ebenfalls einer der großen Filme des Jahrgangs, doch Jordans Sieg kam für viele dennoch überraschend. Ganz ohne Vorgeschichte kam diese Überraschung allerdings natürlich nicht. In den Wochen vor den Oscars geriet Chalamet in eine kleinere Kontroverse, nachdem er bei einer Gesprächsrunde über seine Karriere erklärt hatte, er wolle sich nicht mit Kunstformen wie Oper oder Ballett beschäftigen – Medien, die seiner Meinung nach ständig darum kämpfen müssten, relevant zu bleiben. Die Bemerkung wurde von Teilen der Kulturszene als respektlos aufgenommen und löste eine kurze, aber intensive Debatte aus. Auch Gastgeber Conan O’Brien griff das Thema in seinem Eröffnungsmonolog auf und machte daraus einen der ersten Witze des Abends. Ob diese Episode tatsächlich Stimmen gekostet hat, bleibt Spekulation. Sicher ist nur: Der lange gehandelte Favorit ging leer aus.
Überraschung: Ein seltener Gleichstand
Für einen der ungewöhnlichsten Momente der Verleihung sorgte die Kategorie „Best Live Action Short Film“. Hier gab es einen Gleichstand – etwas, das bei den Oscars nur selten vorkommt. Kumail Nanjiani musste daher gleich zwei Gewinner verkünden: The Singers und Two People Exchanging Saliva. Beide Teams kamen nacheinander auf die Bühne, um ihre Preise entgegenzunehmen. Solche Situationen entstehen nur, wenn bei der Abstimmung exakt die gleiche Stimmenzahl erreicht wird – ein statistisch seltenes Ereignis bei der Academy.
Überraschung: Amy Madigans Veteranen-Oscar
Eine der kleineren, aber bemerkenswerten Überraschungen kam aus einer Richtung, die bei den Oscars traditionell eher selten vorkommt: Horror. Amy Madigan gewann den Preis als beste Nebendarstellerin für Weapons. Der Film erzählt von einer amerikanischen Kleinstadt, die nach einer Gewalttat langsam in Angst, Misstrauen und moralische Spannungen zerfällt – ein düsterer Horror-Thriller, der seine Wirkung eher über Atmosphäre als über Schockeffekte entfaltet. Madigan spielt darin eine Figur, die zwischen Loyalität und Verantwortung steht. Gleichzeitig wirkte der Preis auch wie etwas, das die Academy immer wieder gern vergibt: ein Veteranen-Oscar – späte Anerkennung für eine lange Karriere.
Überraschung: Ein historischer Kamera-Oscar
Ein weiterer besonderer Moment ereignete sich in der Kategorie „Best Cinematography“. Autumn Durald Arkapaw gewann für Sinners – als erste Frau überhaupt, die in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde, und zugleich als erste Schwarze Gewinnerin. Der Moment wurde im Dolby Theatre mit langem Applaus aufgenommen und gehörte zu den historischen Augenblicken der diesjährigen Verleihung.
Snub: „Marty Supreme“ geht komplett leer aus
Der große Snub des Abends galt nicht nur Chalamet als bestem Hauptdarsteller, sondern dem Film Marty Supreme. Der Film war in mehreren wichtigen Kategorien nominiert – darunter „Best Picture“, „Best Director“, „Best Actor“, „Best Original Screenplay“ und mehrere technische Sparten. Entsprechend galt er in vielen Prognosen als Kandidat für zumindest einen Oscar. Am Ende ging der Film jedoch vollständig leer aus. Gerade in Kategorien wie Drehbuch oder Schnitt hatten einige Beobachter durchaus Chancen gesehen. Dass Marty Supreme trotz der vielen Nominierungen ohne Preis blieb, machte ihn zu einem der prominentesten Verlierer der Oscars 2026.
Snub: Leonardo DiCaprio
Auch Leonardo DiCaprio galt zeitweise als ernsthafter Kandidat für den Oscar als bester Hauptdarsteller. In One Battle After Another spielte er eine zentrale Rolle innerhalb des Ensembles des Films. Doch obwohl der Film insgesamt sechs Oscars gewann, ging DiCaprio selbst leer aus. Ein nicht unbekannter Oscar-Fall: Der Film wird gefeiert, der Schauspieler bleibt ohne Trophäe.
Snub: Emma Stone
Emma Stone war für Bugonia als beste Hauptdarstellerin nominiert und wurde in einigen Prognosen als ernsthafte Konkurrentin für Jessie Buckley gesehen. Am Ende entschied sich die Academy jedoch deutlich für Buckleys Performance in Hamnet. Stone verließ den Abend ohne Auszeichnung.











































