
Die zehn teuersten Kinofilme aller Zeiten (ohne Berücksichtigung der Inflation)
Wollen uns Filme in vergangene oder fantastische Welten transportieren, kann ihre Produktion enorme Summen kosten. Wir haben für Euch die zehn teuersten Filme aller Zeiten zusammengestellt. Da niemand die Filmstudios verpflichtet, ihre Produktionskosten auf den Cent genau zu veröffentlichen, bewegt sich ein Teil dieser Liste ohne Frage im Bereich der Spekulationen. Trotzdem faszinieren diese bei Wikipedia als „offiziell anerkannte Zahlen” zusammengestellten Ergebnisse.
Wenig überraschend stammen die zehn teuersten Filme aller Zeiten aus den USA. Während eine Hälfte von ihnen Comicverfilmungen ausmacht, besteht die andere Hälfte aus Beiträgen zu Franchises. Wer Lust hat, sich genau anzuschauen, für welche Art von Spektakel Hollywood das meiste Geld in die Hand genommen hat, kann in unserem Guide herausfinden, auf welchen Portalen die Filme gestreamt werden.
Platz zehn belegt interessanterweise ein Film, der zu den wenigen Marvel-Adaptionen gehört, die an den internationalen Kinokassen eher enttäuschten. Dieser dritte Film rund um den Ant-Man-Helden und Film Nummer 31 im Marvel-Universum soll rund 330 Mio. Dollar gekostet haben. Das Budget erlaubte ein großes Staraufgebot. Neben Paul Rudd und Evangeline Lilly in den Titelrollen sind u.a. auch Michael Douglas, Michelle Pfeiffer und Bill Murray dabei. Für die Fantasiewelt des Quantenraums, in den die Hauptfiguren abtauchen, schuf das Team um Regisseur Peyton Reed für die Lauflänge von 125 Minuten gigantische digitale Plateaus, fremde Wesen und Welten. Definitiv also ein idealer Film für Fans schriller und actionreicher Sci-Fi-Universen. Allerdings schadet es nicht, sich in der Marvel-Welt gut auszukennen, denn Quantumania setzt durchaus mehr Vorwissen voraus als viele andere Filme wie etwa Avengers 2: Age of Ultron (2015).
Die Produktionskosten der Fortsetzung von Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009), eines der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, werden auf mindestens 350 Mio. Dollar geschätzt. Regisseur James Cameron setzte erneut darauf, besonderes Augenmerk auf perfekte immersive Effekte der 3D-Technologie zu legen. Ein Schwerpunkt des satte 192 Minuten dauernden Films liegt in der Kreation einer aufwändigen Unterwasserwelt, in der sich die Figuren bewegen. Insbesondere dank eines komplexen Motion-Capture-Verfahrens gelangen auf diese Weise perfekte Bewegungseindrücke, wie sie im CGI-generierten Wasser zuvor noch nicht zu sehen waren. Dazu mischen sich aber auch reale Unterwasseraufnahmen – so wird ja kolportiert, Kate Winslet sei es bei den Dreharbeiten gelungen, ganze sieben Minuten und fünfzehn Sekunden die Luft anzuhalten. Beide, James Cameron und Kate Winslet, bewerben sich damit sehr vielversprechend dafür, „Aquawoman” zu drehen – es müsste dafür nur erstmal die Vorlage entstehen. Wie schon beim ersten Avatar-Film gilt aber auch hier: Neben Spaß an technischer Perfektion und Kino-Pomp braucht es auch eine gewisse Offenheit für esoterische Zwischentöne.
Der 28. Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) wurde vom Superhelden-Spezialisten Sam Raimi inszeniert und soll mindestens 351 Mio. Dollar gekostet haben – also mehr oder weniger gleich viel wie Avatar 2: The Way of Water. Der 126 Minuten lange Film stellt die Fortsetzung von Doctor Strange (2016) dar, und gleichzeitig handelt es sich um eine Art Spin-off der Serie WandaVision (2021) – alles hängt ja im MCU irgendwie miteinander zusammen. Wie schon in Antman and the Wasp: Quantumania bestechen auch hier die aufwendigen Bilder eines Paralleluniversums, das in die Realwelt hineinreicht. Nur ist die Stimmung bei Sam Raimi düsterer, und der Film fühlt sich nicht so an, als sei er Teil einer abenteuerlichen Sci-Fi-Saga.
Zwei Avengers-Verfilmungen liegen mit geschätzten Produktionskosten von 356 und 365 Mio. Dollar auf den Plätzen 6 und 7. Dass sie damit bis heute als teuerste Superhelden-Filme gelten dürfen, scheint ja schon deshalb gerechtfertigt, weil bei den Avengers schließlich gleich eine ganze Vielzahl der Heldinnen und Helden aus den Einzelfilmen zum Einsatz kommen. Beliebte Figuren wie Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und viele andere sorgen als Team für ein irres Spektakel. Die Figurenmenge provoziert bei so manchem einen superheldischen Overkill. Der Popularität der Avengers-Reihe tut das natürlich keinen Abbruch – im Gegenteil: Der vierte Teil Endgame hat mit seinen 181 Minuten Lauflänge weltweit rund drei Milliarden Dollar eingespielt – und das allein im Kino. Damit liegt er hinter Avatar – Aufbruch nach Pandora mit seiner finalen, vermutlich größten Held:innen-Massenschlacht an Platz zwei der einspielkräftigsten Filme – und das trotz seiner fast melancholischen Stimmung.
In absolut irrem Tempo und voller spektakulärer Actionmomente jagt die enorme Starbesetzung aus u.a. Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo und Scarlett Johansson in diesem zweiten Avengers-Film durch eine wilde Story quer um den Globus. Die Fülle an Action und vor allem auch Schauplätzen – darunter auch der fiktive osteuropäische Staat Sokovia – machte nicht weniger als rund 3.000 digitale Effekte notwendig, die von zehn Spezialfirmen umgesetzt wurden. Ein solcher Aufwand hat seinen Preis: 365 Mio. Dollar soll der 142-minütige Film gekostet haben, der im Vergleich zu Endgame viel konventioneller als Superheldenfilm daherkommt.
Auf Platz 5 liegt der älteste Film aus der Top Ten, was bedeutet, dass er längere Zeit als teuerster Film aller Zeiten gegolten hat: Es handelt sich um den vierten Teil der so erfolgreichen Piratenfilmreihe von Disney und soll 379 Mio. Dollar gekostet haben. Das Team um Regisseur Rob Marshall hat sich in diesem vierten Teil ein wenig vom CGI-Look der letzten beiden Caribbean-Filme verabschiedet und verstärkt auf üppigste Ausstattung und erlesene Originalschauplätze gesetzt – eine kostspielige Entscheidung, die aber beim Publikum hervorragend ankam. Ein 137 Minuten währendes Hochtempo-Seeräuberabenteuer mit Johnny Depp und Penélope Cruz, das weltweit über eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Besser sind Abenteuer und Slapstick wohl selten miteinander kombiniert worden.
Nichtkenner der Autorenn-Saga mag es verwirren, aber Fast & Furious 10 markiert faktisch gesehen den elften Film der Reihe. Seine Produktionskosten werden auf mindestens 379 Mio. Dollar geschätzt, womit der Film klar über dem kalkulierten Budget lag. Die hohen Kosten sind zum Teil sicherlich auf die Unstimmigkeiten zwischen Regisseur Justin Lin und Produzent und Hauptdarsteller Vin Diesel zurückzuführen, die zur Unterbrechung der Dreharbeiten geführt haben. Louis Leterrier übernahm den Regieposten von Justin Lin und hat wohl auch Änderungen am Drehbuch vorgenommen. Fast & Furious 10 nimmt in seinen 142 Filmminuten wieder etwas jenes Pompösen zurück, in das sich die Reihe zuvor gesteigert hatte, und konzentriert sich wieder mehr auf die Wurzeln. Den Fans hat das zwar gefallen, trotzdem hat der Film mit rund 714 Mio. Dollar weltweit im Kino nur die Hälfte dessen eingespielt, was der erfolgreichste Teil des Franchise, Fast & Furious 7 (2015), erzielt hatte.
Die vielleicht legendärste Saga der Filmgeschichte findet ihr Ende – und das ließ sich Disney kolportierte 416 Mio. Dollar kosten. Als Regisseur dieses neunten und letzten Teils der Star Wars-Haupterzählung konnte erneut J. J. Abrams gewonnen werden, der somit zur vielleicht bedeutendsten kreativen Figur der dritten Trilogie wurde. Eines der konzeptionell größten Schwierigkeiten des Projekts fand sich im Vorfeld im überraschenden Tod der Schauspielerin Carrie Fisher, deren Figur Leia ursprünglich eine zentrale Funktion im Film haben sollte. J. J. Abrams und Chris Terrio schrieben nach ihrem Tod das Drehbuch um. Die Szenen, in denen Carrie Fisher im fertigen Film zu sehen sind, stammen aus Dreharbeiten zu vorangegangenen Star Wars-Filmen. Ähnlich übrigens wie auf Antman and the Wasp: Quantumania reagierte die Fangemeinde etwas reserviert: Obwohl Episode IX die Milliarden-Dollar-Grenze geknackt hat, bleibt er der einspielschwächste der dritten Trilogie – und das, obwohl er die Reise der Ur-Held:innen in der klassischen und ureigenen Star-Wars-Atmosphäre zu ende bringt.
Auch auf Platz 2 findet sich der Vertreter eines erfolgreichen Franchise: Der fünfte Teil der Jurassic-Park-Filmreihe soll Produktionskosten in Höhe von 432 Mio. Euro verschlungen haben. Die größten Stars dieses Franchise sind ja seit jeher die Dinosaurier, und so tauchen in diesem fünften Film mehr Exemplare auf als je zuvor, darunter auch zahlreiche neue Saurier-Arten sowie eine fiktive Art, der Indoraptor. Um die eindrucksvollen Bilder der Tiere herzustellen, griff das Team um Regisseur J. A. Bayona auf einen Mix aus CGI und Animatronics zurück, also auf die Kombination aus digital erzeugten Bildern einerseits und mechanisch oder elektronisch gesteuerten Modellen andererseits. Diese aufwendigen Arbeiten haben sich einerseits gelohnt: 1,3 Milliarden Dollar hat der 128-minütige Film weltweit in den Kinos eingespielt. Andererseits hat nicht allen Fans gefallen, dass der Film erst wie ein Katastrophenfilm funktioniert und sich dann plötzlich in eine Art Horrorkammerspiel wandelt – so wie die Wissenschaftler im Film genetisch experimentieren, so suchen auch die Schöpfer des Jurassic-Franchises nach der perfekten DNA ihrer Grundidee; näher als mit Jurassic Park (1993) und Jurassic World (2015) sind sie noch nicht drangekommen.
J. J. Abrams zum zweiten: Der erfolgsverwöhnte Regisseur, Autor und Produzent hat das bisher höchste Produktionsbudget aller Zeiten ausgeben dürfen. 447 Mio. Dollar soll Das Erwachen der Macht und damit der siebte Teil der originalen Star Wars-Saga gekostet haben. Die Erwartungen im Vorfeld waren ja auch enorm: Eine der beliebtesten Trilogien aller Zeiten 30 Jahre später fortzuführen und das auch noch mit fünf der Original-Schauspielerinnen und -Schauspieler – das musste einfach ein besonderer Film werden. Sechs unterschiedliche Planeten-Welten wurden in Studios, an Originalschauplätzen und im Computer erschaffen, um diese ganz eigene und besondere Star Wars-Atmosphäre zu schaffen. Und das mit riesigem Erfolg: Über zwei Milliarden Dollar hat der Film in den weltweiten Kinos eingespielt und das Star Wars-Fieber auf ein neues Level gebracht.


















































