
„Star Wars“-Fans sind sich einig: Diese 10 Figuren verdienen ihr eigenes Spinoff
Bei Star Wars ist die Frage nach neuen Spinoffs immer auch eine Frage danach, welche Ecken der Galaxis noch nicht auserzählt sind. Eine neue Fan-Auswertung zeigt, welche Figuren das Publikum gern stärker im Mittelpunkt sehen würde. Global liegt Yoda vorn, dicht gefolgt von Chewbacca. Dahinter folgen Lando Calrissian, Mace Windu, R2-D2, Prinzessin Leia, Jar Jar Binks, Qui-Gon Jinn, Palpatine und Han Solo.
Auffällig ist, dass Chewbacca in den USA und Großbritannien jeweils auf Platz 1 landet – und in Deutschland auf Platz 2 –, während Yoda weltweit die Nase vorn hat. Insgesamt zeigt die Top 10 ziemlich deutlich, bei welchen Figuren Fans noch ungenutztes Potenzial sehen: Charaktere mit jahrzehntelanger Franchise-Geschichte, die bisher aber nur selten wirklich im Mittelpunkt einer eigenen Geschichte standen.
Yoda
Yoda ist der naheliegendste Sieger dieser Auswertung und zugleich die schwierigste Figur für ein eigenes Spinoff. Seit Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980) steht er für Weisheit, Macht-Mythologie und diese spezielle Grammatik, die kein Deutschlehrer freiwillig korrigieren möchte.

Ein Spinoff könnte seine frühen Jahre, seine Zeit im Jedi-Orden oder die politischen Blindstellen der Jedi vor Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999) erkunden. Genau darin liegt der Reiz: Yoda wäre weniger Abenteuerheld als moralischer Prüfstein. Im Vergleich zu Chewbacca, der über Körperlichkeit und Loyalität funktioniert, müsste sich ein Yoda-Projekt stärker auf Atmosphäre, Spiritualität und Jedi-Historie konzentrieren. Für Fans, die mehr über die alte Republik und die inneren Widersprüche des Ordens wissen möchten, wäre das fast zwingend.
Chewbacca
Chewbacca landet in Deutschland hinter Yoda, ist in den USA und Großbritannien aber die klare Nummer 1. So überraschend ist das allerdings gar nicht. Seit Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung (1977) ist Chewie mehr als Han Solos brüllender Co-Pilot. Er ist Krieger, Mechaniker, Freund, Überlebender und einer der wenigen Charaktere, die auch ohne verständliche Dialogzeilen sofort emotionale Autorität besitzen. Solo: A Star Wars Story (2018) hat seine Vergangenheit kurz angerissen, aber nie wirklich ausgeschöpft.

Ein Spinoff könnte Kashyyyk, imperiale Versklavung, Widerstand und seine Verbindung zu Han deutlich ernster erzählen. Im Vergleich zu Han Solo wäre Chewbacca sogar spannender, weil seine Perspektive weniger abgegriffen ist. Für Fans der Original-Trilogie wäre das pure Nostalgie, aber aus einer neuen, zotteligen Perspektive.
Lando Calrissian
Lando Calrissian ist vielleicht der Kandidat mit dem offensichtlichsten Spinoff-Pitch: Gauner, Spieler, Unternehmer, Charmeur, später Rebell. Seit Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück hat die Figur eine Eleganz, die im Franchise sonst oft fehlt. Solo: A Star Wars Story zeigte mit Donald Glover bereits eine jüngere Version Landos, und genau dieses Potenzial ist offiziell nie ganz verschwunden. Das ursprünglich als Serie entwickelte Lando-Projekt wurde später als Film weitergedacht, auch wenn konkrete Produktionsdetails weiterhin rar gesät sind. Im Vergleich zu Mace Windu wäre Lando weniger Jedi-Mythos und mehr galaktischer Schwerenöter, also vermutlich der lockerste Stoff dieser Liste. Für Zuschauer, die Andor (2022) zu streng und The Mandalorian (2019) zu episodisch finden, könnte Lando genau die richtige Mischung bieten.
Mace Windu
Mace Windu ist der Fan-Wunsch, der seit Jahren nicht sterben will, was bei dieser Figur eine gewisse Ironie besitzt. In Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung, Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger (2002) und Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005) steht er für den selbstsicheren, disziplinierten, aber auch erschreckend starren Jedi-Orden. Genau das macht ihn für ein Spinoff interessant. Man müsste nicht einmal zwanghaft klären, ob er seinen Sturz überlebt hat. Spannender wäre eine Geschichte vor den Klonkriegen, in der Mace als Kämpfer, Diplomat und Hardliner sichtbar wird. Im Vergleich zu Qui-Gon Jinn wäre er der gegensätzliche Jedi-Typ: weniger intuitiv, weniger rebellisch, dafür kompromissloser. Für Prequel-Fans wäre das ein Geschenk, solange daraus nicht nur Lichtschwert-Fanservice wird.
R2-D2
R2-D2 wirkt auf den ersten Blick wie eine seltsame Wahl für ein eigenes Spinoff, aber gerade deshalb ist die Idee so reizvoll. Seit Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977) ist er im Grunde das technische Gedächtnis der Saga. Er sieht alles, speichert vieles, aber er ist nicht einfach nur Chronist, sondern immer mitten drin im Geschehen. Ein R2-D2-Spin-off müsste natürlich vorsichtig sein, denn 90 Minuten Piepen ohne erzählerischen Rahmen wären selbst für Hardcore-Fans eine Belastungsprobe. Als animierte Abenteuerserie oder Anthologie über geheime Missionen abseits der bekannten Großereignisse könnte das aber funktionieren. Im Vergleich zum redseligen C-3PO, der nicht in der Top 10 auftaucht, besitzt R2-D2s Figur tatsächlich mehr Potenzial.
Prinzessin Leia
Prinzessin Leia gehört zu den wichtigsten Figuren der gesamten Saga, und ihr Platz 6 wirkt fast schon respektlos. Seit Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung ist sie nicht nur Rebellenikone, sondern auch politische Strategin, Soldatin, Schwester, Tochter und später Generalin. Ein eigenes Spinoff könnte endlich die Lücke zwischen königlicher Herkunft, imperialer Unterdrückung und ihrer Rolle im Widerstand sauberer erzählen. Obi-Wan Kenobi (2022) zeigte bereits, wie gut eine junge Leia funktionieren kann, ohne sie zur Miniaturversion ihres späteren Ichs zu machen. Im Gegensatz zu Han Solo hätte Leia deutlich mehr politischen Unterbau. Und anders als ein mögliches Lando-Spin-off würde ihre Geschichte weniger von galaktischen Gaunereien leben, sondern stärker von politischem Widerstand, persönlicher Verantwortung und dem Erbe Alderaans.
Jar Jar Binks
Jar Jar Binks auf Platz 7? Vermutlich bekommt gerade irgendwo ein alter Fan so richtig Schnappatmung. Doch gerade diese Platzierung ist interessant. Seit Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung gilt Jar Jar als eine der umstrittensten Figuren des Star-Wars-Universums, wurde über die Jahre aber auch neu bewertet: teils aus Nostalgie, teils weil die reflexhafte Häme von damals inzwischen ziemlich verstaubt wirkt. Ein Spinoff dürfte nicht den Fehler machen, Jar Jar plötzlich zur coolen Kultfigur umzubauen. Genau das wäre der direkte Weg in den nächsten Fan-Aufstand. Spannender wäre eine tragikomische Geschichte über Schuld, politische Naivität und die Frage, wie jemand mit guten Absichten Teil einer politischen Katastrophe werden kann. Schließlich unterstützt Jar Jar im Senat die Notstandsvollmachten für Palpatine und hilft damit unwissentlich dabei, dessen Aufstieg zum Imperator vorzubereiten.
Qui-Gon Jinn
Qui-Gon Jinn ist einer dieser Charaktere, deren Wirkung deutlich größer ist als ihre tatsächliche Leinwandzeit. In Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung verkörpert er einen Jedi, der dem Orden angehört, aber nicht völlig in dessen Dogmen aufgeht. Genau daraus könnte ein starkes Spinoff entstehen: ein Jedi, der an die Macht glaubt, aber nicht daran, dass ein Rat immer recht hat, nur weil alle würdevoll in ihren Sesseln hocken. Eine Serie oder ein Film über seine früheren Missionen, seine Ausbildung von Obi-Wan und seine Konflikte mit dem Orden hätte enormes Potenzial. Im Vergleich zu Mace Windu wäre Qui-Gon der offenere, menschlichere Gegenentwurf. Und gegenüber Yoda wäre er weniger Institution und mehr Störfaktor im System. Für Prequel-Fans wäre das der vermutlich eleganteste Weg zurück in diese Ära.

Palpatine
Palpatine ist als Spinoff-Kandidat gefährlich, weil er gleichzeitig faszinierend, aber auch mehr oder weniger auserzählt ist. Seit Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) und besonders durch die Prequels ist klar, dass seine größte Stärke nicht Blitze aus den Fingern sind, sondern Geduld, Manipulation und institutionelle Unterwanderung. Ein eigenes Projekt könnte also funktionieren, solange es nicht versucht, ihn menschlich weichzuspülen oder jede finstere Eigenschaft mit Kindheitstrauma zu erklären. Viel interessanter wäre ein politischer Thriller über seinen Aufstieg auf Naboo, seine Doppelrolle als Senator und Sith, und die präzise Zersetzung der Republik. Im Vergleich zu Jar Jar Binks wäre Palpatine der aktive Architekt des Absturzes, während Jar Jar eher tragischer Kollateralschaden ist. Für Fans von Andor wäre das der naheliegendste dunkle Begleittext.
Han Solo
Han Solo hat sein eigenes Spinoff eigentlich schon bekommen, weshalb sein 10. Platz fast wie eine späte Abstimmung über Solo: A Star Wars Story (2018) wirkt. Ron Howards Film erzählte von Hans frühen Jahren als Schmuggler, seine erste Begegnung mit Chewbacca und seinem Weg zum Millennium Falken. Dass Fans ihn trotzdem nennen, zeigt die Sehnsucht nach klassischen Abenteuerstoffen im Star Wars-Universum, möglicherweise aber auch eine gewisse Unzufriedenheit mit Solo: A Star Wars Story. Im Vergleich zu Lando wäre ein weiteres Han-Projekt deutlich schwieriger umsetzbar, weil seine Origin-Story bereits verfilmt wurde. Für Nostalgiker bleibt Han eine sichere Bank, kreativ betrachtet hätten Chewbacca, Leia oder Qui-Gon aber mehr Potenzial.
Wie wahrscheinlich sind diese Spinoffs wirklich?
Von allen Figuren auf dieser Liste ist Lando der einzige Kandidat, bei dem ein eigenes Spinoff zeitweise bereits konkret geplant war. Das ursprünglich als Disney+-Serie angekündigte Spinoff wurde inzwischen zu einem Film umgebaut, an dem Donald Glover und Stephen Glover beteiligt sind. Wirklich sicher ist das Ganze trotzdem noch nicht: Einen bestätigten Drehstart oder offiziellen Kinotermin gibt es bislang nicht.
Han Solo hatte sein Kino-Spinoff bereits, Chewbacca spielte darin ebenfalls eine zentrale Rolle, doch ein echtes Chewie-Projekt bleibt vorerst ein reiner Wunschtraum. Bei Yoda, Mace Windu, Qui-Gon Jinn, Leia, Jar Jar Binks, R2-D2 und Palpatine gibt es zwar reichlich erzählerisches Potenzial, aber keine Pläne, die man derzeit seriös als gesetzt bezeichnen könnte.
Aktuell stehen bei Lucasfilm andere Star-Wars-Projekte konkreter auf dem Plan, darunter The Mandalorian & Grogu (2026). Genau deshalb ist diese Top-10-Aufstellung so interessant: Sie zeigt nicht nur, welche Figuren nostalgisch noch immer ziehen, sondern auch, wo Fans offenbar noch unerzählte Geschichten sehen.










































