
„The Mandalorian and Grogu“: Wer dabei ist – und wer garantiert nicht
Mit The Mandalorian and Grogu (2026) schaffen Din Djarin und Grogu erstmals den Sprung auf die große Leinwand. Und damit stellt sich für viele Star-Wars-Fans die naheliegende Frage: Wer ist eigentlich dabei – und wer ganz bestimmt nicht?
Drei Disney+-Staffeln The Mandalorian und zwei Spinoff-Serien haben über sechs Jahre eine ganze Truppe an Figuren aufgebaut, von Bo-Katan über Ahsoka Tano bis zu Boba Fett. Wer davon im Kinofilm landet, sagt mehr darüber aus, welche Prioritäten Lucasfilm inzwischen setzt, als jede Pressemitteilung. Was die Trailer, die D23-Panels und die Interviews mit Jon Favreau und Dave Filoni mittlerweile klar gemacht haben: Favreau verschlankt das Ensemble. Statt das gesamte Mando-Verse-Personal noch einmal zu mobilisieren, bleibt der Film bei einer überschaubaren Truppe und ein paar gut platzierten Cameos.

Wer für „The Mandalorian and Grogu“ bestätigt ist
Vorneweg die beiden Titelhelden: Pedro Pascal übernimmt erneut die Rolle des Din Djarin. Grogu ist, wie immer, die Animatronik-Puppe mit Macht-Sensibilität, die seit 2019 das eigentliche Zugpferd der Marke ist. Beide arbeiten als Auftragsjäger für die Neue Republik und gehen verbliebenen imperialen Kriegsverbrechern hinterher. Sigourney Weaver komplettiert die Hauptbesetzung als Colonel Ward, eine Offizierin der Neuen Republik aus der sogenannten Adelphi-Fraktion, die im Bürgerkrieg gegen das Imperium gekämpft hat.

Jeremy Allen White, demnächst auch in Staffel 5 von The Bear zu sehen, leiht Rotta the Hutt seine Stimme. Rotta ist der Sohn von Jabba und tauchte 2008 schon als Säugling im Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars auf. Im Kinofilm ist er erwachsen, die Hutt-Twins (Brother und Sister Hutt aus Das Buch von Boba Fett) stehen als Kartell-Macht hinter ihm. Damit kommt das Hutt-Kartell zum ersten Mal seit Jabbas Tod 1983 wieder als eigenständige Größe in einen Star-Wars-Film. Martin Scorsese hat einen Sprech-Cameo als Hugo, ein ardennischer Bratkoch. Klingt komisch, ist aber so. Der Auftritt ist klein, die Aussage groß: Wenn der Star-Regisseur sich in einen Star-Wars-Film stellt, dann hat das Franchise zumindest wieder so viel Zugkraft, dass solche Leute mitmachen wollen.

Weniger prominent, aber bestätigt: Garazeb „Zeb“ Orrelios, der Lasat-Krieger aus der Animationsserie Star Wars Rebels, erneut gesprochen von Steve Blum. Zeb hatte schon in Staffel 3 der Serie einen Kurzauftritt. Embo, der Kyuzo-Kopfgeldjäger aus The Clone Wars, ist zum ersten Mal in Live-Action zu sehen – im Februar-Trailer 2026 gut erkennbar. Jonny Coyne übernimmt noch einmal seinen imperialen Warlord aus Staffel 3, dessen Mission jetzt direkt mit Dins Auftrag gegen die Imperial-Remnant-Strukturen zusammenläuft. Hemky Madera, Paul Sun-Hyung Lee und Matthew Willig stehen in Nebenrollen auf der IMDb-Liste. Sun-Hyung Lee dürfte erneut Carson Teva spielen, den Republic-Piloten aus der Serie, und Dave Filoni hat vermutlich wieder seinen Trapper-Wolf-Cameo. Die Anzellaner – die kleinen Mechaniker-Aliens – sind ebenfalls dabei. Ob Babu Frik darunter ist, wird wild spekuliert, offiziell bestätigt ist es nicht.
Wer in „The Mandalorian and Grogu“ fehlt
Die größte Lücke: Bo-Katan Kryze. Katee Sackhoff hatte in Staffel 2 und 3 eine der wichtigsten Figuren der Serie gespielt, in Staffel 3 wurde sie zur Anführerin des wiedervereinigten Mandalore. Sackhoff hat in mehreren Interviews erzählt, dass sie nach dem Ende der Serie Schwierigkeiten hatte, neue Rollen zu finden – für viele Fans ein Hinweis darauf, dass Lucasfilm aktuell keine größeren Pläne mehr für Bo-Katan verfolgt. Bo-Katan herrscht über Mandalore, da gibt es vorerst nichts mehr zu erzählen.
Auch Boba Fett (Temuera Morrison) und Fennec Shand (Ming-Na Wen) sind raus. Morrison hat in einem Interview erzählt, Lucasfilm habe ihm mitgeteilt, sein Charakter sei „in den Schrank gestellt“. Ohne ihn fehlt Fennec der Anschluss. Beide Figuren hatten ihre eigene Geschichte in Das Buch von Boba Fett, der Kinofilm knüpft bewusst nicht daran an. Ähnlich Ahsoka Tano (Rosario Dawson): Die ehemalige Jedi-Padawanin sitzt am Ende der ersten Staffel von Ahsoka auf dem Außenwelten-Planeten Peridea fest. Ihre Rückkehr wird in der zweiten Ahsoka-Staffel erzählt, nicht im Film.
Moff Gideon (Giancarlo Esposito), der Hauptantagonist aller drei Mandalorianer-Staffeln, ist mit der Explosion am Ende von Staffel 3 wohl tatsächlich tot. Esposito hat zwar angedeutet, eine Rückkehr sei „nicht ausgeschlossen“ – Gideon hatte sich klonen lassen, die alte Hollywood-Regel „kein Leichnam, kein Tod“ gilt für ihn auch –, aber für den Film gibt es keine Bestätigung. The Armorer (Emily Swallow), die spirituelle Anführerin der Children of the Watch, ist ebenfalls nicht angekündigt. Das passt, wenn der Film den Codex-Konflikt weitererzählen will, ohne den orthodoxen Pol noch einmal aufzubauen. Peli Motto (Amy Sedaris), die Mechanikerin von Tatooine, und IG-11 (Taika Waititi) sind ebenfalls nicht im Cast. Beide hatten kleine, aber prägende Auftritte in der Serie. Dieses Mal nicht.
Zwei Abwesenheiten sind weniger strategisch und mehr tragisch, beziehungsweise gesagt konfliktbeladen. Carl Weathers, der Greef Karga gespielt hat, ist im Februar 2024 verstorben. Karga, Vermittler aus der ersten Staffel und späterer Magistrat von Nevarro, fehlt schon allein deshalb, weil eine Neubesetzung undenkbar wäre. Cara Dune (Gina Carano) war seit 2021 raus, nachdem Lucasfilm Carano nach kontroversen Social-Media-Posts entlassen hatte. Eine 2024 eingereichte Klage wegen unrechtmäßiger Kündigung wurde 2025 außergerichtlich beigelegt. Und Luke Skywalker? Mark Hamill war am Ende von Das Buch von Boba Fett digital verjüngt zu sehen, hat aber öffentlich gemacht, dass er mit der Figur abgeschlossen hat.
Was die Casting-Liste insgesamt zeigt: Favreau und Filoni machen The Mandalorian and Grogu zu einem Reset. Statt das aufgepumpte Crossover-Potenzial des Mando-Verse auszuspielen – das gerüchteweise lange als Avengers-artiges Großprojekt geplante „Mando-Verse-Filmevent“ steht offenbar auf der Kippe –, bleibt der Kinofilm bei der ursprünglichen Konstellation: Din und Grogu, ergänzt um sinnvolle Verbindungen ins Hutt-Kartell, in die Rebels-Ära und in die Bürokratie der Neuen Republik. Wer auf Großauftritte von Bo-Katan, Ahsoka oder Boba Fett gehofft hat, wird enttäuscht.
Wer wissen will, ob Star Wars wieder konzentriert erzählen kann, bekommt ab dem 20. Mai 2026 die deutlichste Antwort seit Jahren. Mit Embo zum ersten Mal in Live-Action, mit Scorsese in einer Sprechrolle, und mit einer Sigourney Weaver, die der Neuen Republik endlich das Gewicht gibt, das ihr seit dem Krieg gegen das Imperium zustehen würde.



































