
Die 10 besten Filme mit Ryan Gosling
Ein Blick in Ryan Goslings Filmographie offenbart, was für ein Tausendsassa der 1980 geborene kanadische Schauspieler ist: Nachdem er seine Anfänge mit nur 13 Jahren im Mickey Mouse-Club an der Seite von Britney Spears und Christina Aguilera gemacht hat, hat er anschließend kleine Serienrollen übernommen. Ab den 2000ern war er dann in Filmen diverser Genres zu sehen. Dazu gehörten romantische Filme wie „Wie ein einziger Tag“ (2004) und „Crazy, Stupid, Love“ (2011), aber ebenso raue Dramen wie „Half Nelson“ (2006) und „Blue Valentine“ (2010), die ihm die Darstellung von gebrochenen Charakteren abverlangte.
Zugleich stellte Gosling in den vergangenen Jahren sein Musik- und Tanztalent in Filmen wie „La La Land“ (2016) und „Barbie“ (2023) unter Beweis, sowie sein grandioses komödiantisches Timing in Comedy-Filmen wie „The Nice Guys“ (2016) und „The Fall Guy“ (2024). Dennoch war er nie gänzlich auf ‚leichtere‘ Filme abonniert, sondern bewies in Zusammenarbeit mit Regiegrößen wie Denis Villeneuve („Blade Runner 2049“, 2017) und Nicolas Winding Refn („Drive“, 2011), dass er auch in Projekten mit dezidierter künstlerischer Version brillieren kann. Seine besten Filme zu bestimmen, fällt bei dieser Vielfalt also gar nicht so leicht. Wir tun es trotzdem und präsentieren Euch hier die Top 10 Ryan Gosling-Filme nach aufsteigender Reihenfolge:
Gleichermaßen hohe Ästhetik als auch rohe Gewalt präsentiert Regisseur Nicolas Winding Refn in seinem rasanten Thriller Drive (2011). Der Neo Noir-Trip ist dank seines coolen Synthesizer-Soundtracks, des düsteren Neon-Schimmers und der hypnotischen Atmosphäre ein filmischer Hochgenuss. All das würde aber ermatten, wenn hinter dem coolen Gestus nicht auch etwas Gefühl und Zartheit hervorschauen würde. Ebendiese Tiefenebene integriert Ryan Gosling in seine Performance als namenloser Stunt- und Fluchtfahrer. Immer wieder lässt er in Schlüsselszenen hervorscheinen, dass in seiner Figur Licht und Schatten gleichermaßen angelegt sind und diese nicht nur von Kalkül, sondern auch der Sehnsucht nach einem anderen Leben bestimmt ist. Erst diese Verkörperung von Scheinwidersprüchen haucht Drive die gewisse Tragik ein, die nötig war, um den Film unvergessen zu machen und ihm den ersten Platz in dieser Top 10 zu verleihen.
Einen nur mäßigen Erfolg an den Kinokassen konnte The Nice Guys (2016) nach seinem Start verbuchen, doch über die Jahre wuchs die Fangemeinde für diese in den 1970ern spielende Buddy-Komödie rasant an. Dies hatte sehr viel mit Ryan Goslings Rolle zu tun: Als nur leidlich fähiger Privatdetektiv kriegt er seinen jüngsten Fall einfach nicht auf die Reihe und stolpert von einem Missgeschick ins andere – bis er sich mit dem Russell Crowe verkörperten Auftragsschläger zusammentut. In beinahe jeder Szene kann Gosling hier mit feinster Selbstironie für Lacher sorgen und läuft an der Seite von Crowe zur Höchstform auf. Ein perfekter Mix aus Dialogwitz und Situationskomik, der an die ebenfalls wunderbare Buddy-Komödie Kiss Kiss Bang Bang (2005) erinnert.
Schon mit Beginn der grellen Eröffnungssequenz auf dem Highway macht La La Land (2016) deutlich, dass dies hier ein überbordender Musical-Film ist, Gesang und Tanz also nicht auf sich warten lassen werden. Dennoch fließen die musikalischen Darbietungen ungeheuer geschmeidig in den romantischen Plot des Films ein. Dies haben zum erheblichen Teil Emma Stone und Ryan Gosling zu verantworten, die natürlich wirkenden Charme versprühen und mit ihrem grandiosen Zusammenspiel in den Bann ziehen. Wieder einmal stellte Gosling hier nicht nur sein musikalisches Talent unter Beweis, sondern offenbart auch, was für einen Zauber er im Duett bewirken kann. Klar muss man das Genre Musical-Filme zumindest tolerieren können, um La La Land zu mögen – aber eine Schwäche für musikalisch fundierte Liebesgeschichten wie in Once (2007) und A Star Is Born (2018) macht schon empfänglich genug.
Ridley Scotts Sci-Fi-Kultfilm Der Blade Runner (1982) fortzusetzen, war ein Wagnis -dem aber Regisseur Denis Villeneuve gänzlich gewachsen war. In seinem Blade Runner 2049 (2017) spinnt er den ursprünglichen Plot weiter und präsentiert einen neuen Replikanten-Typ mit begrenzter Lebensdauer. Einen solchen spielt Ryan Gosling und setzt dabei ganz andere Facetten seines darstellerischen Talents ein: Reserviert und kontrolliert – ganz künstlicher Mensch – schreitet er durch diese trostlose Zukunft, lässt aber trotzdem eine sachte erwachende Humanität hinter all dieser Zurückhaltung hervorlugen. Wie ihm dieser Spagat gelingt, ist eines der vielen Wunder dieses großartigen Sci-Fi-Dramas.
Es gibt emotionale Beziehungsdramen, die zu Tränen rühren – und dann gibt es die niederschmetternden, die uns den Sinn von Beziehungen gänzlich hinterfragen lassen. Derek Cianfrances Blue Valentine (2010) gehört eindeutig zu letzteren. Darin begleiten wir Ryan Gosling und Michelle Williams vom ersten Kennenlernen unter schwierigen Umständen zu einer überstürzten Hochzeit und begegnen ihnen schließlich Jahre später, gefangen in einer destruktiven Ehe, die auf ein bitteres Ende zuläuft. Es ist ein raues und schonungsloses Drama, in dem sowohl Williams als auch Gosling sehr glaubhaft zwei komplexe Menschen verkörpern, die aneinander zugrunde gehen. Wer Filme über zerrüttete Ehen wie etwa in Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (1966) und Marriage Story (2019) aushält, kann sich auch an Blue Valentine wagen.
Über die Besetzung von Barbies Dauerfreund Ken mit Ryan Gosling wurde vor dem Erscheinen von Barbie (2023) viel herumkritisiert. Nicht jeder sah Gosling in der Rolle der berühmten Plastikpuppe, doch nach dem Kinostart waren sich alle einig: Gosling schaffte es, die ausgewachsene Existenzkrise seines Ken mit Leib und Seele darzubieten. Er verlieh Kens Entwicklung vom Anhängsel zum toxischen Maskulinisten und schließlich zum geläuterten emanzipierten Spielzeugmann, der sich selbst genug ist, die nötige Verve. Seine „I’m just Ken“-Musiknummer gehörte entsprechend zu den vielzitierten Highlights des Filmjahrs 2023. Da andere Filme ihm aber noch etwas mehr Substanz abverlangten, landet Barbie hier auf einem guten sechsten Platz.
Bereits in Damien Chazelles Biopic Aufbruch zum Mond (2018) hatte Ryan Gosling einen Raumfahrer gespielt. Doch wo dieser Film auf ein ernstes Porträt des realen Mannes hinter dem Nationalhelden hinauslief, geht es im Sci-Fi-Blockbuster Der Astronaut - Project Hail Mary (2026) um nichts weniger als die Weltrettung durch einen Underdog. Ryan Gosling flößt diesem mit seiner Darbietung so viel Herz, Witz und Sympathie ein, dass aus der recht konventionellen Erzählung einer Ein-Mann-Weltraummission ein sehenswerter Film wird. Vorab lohnt es sich Der Marsianer (2015) zu schauen, der ebenfalls wie Der Astronaut – Project Hail Mary auf einem Roman von Andy Weir beruht.
Sein Comedy-Talent hat Ryan Gosling im Laufe seiner Karriere immer weiter geschärft, so dass er schließlich auch als Protagonist in Gag-getriebenen Produktionen von sich reden machte. Eine davon ist die Action-Komödie The Fall Guy (2024), in der Gosling einen strauchelnden Stuntman spielt, der nach einem schweren Unfall am Set ein Comeback wagt und etliche weitere harte Stürze über sich ergehen lassen muss, um seine Karriere und Love Interest zurückzugewinnen. Spektakuläre Stunt-Szenen stehen natürlich im Zentrum der Inszenierung. Aber der gesamte Film wäre nicht weiter erinnerungswürdig, wenn Ryan Gosling nicht so ein Händchen für Situationskomik, Selbstironie und Wortwitz hätte. Wer etwas überdrehte Actionkomödien wie Spy – Susan Cooper Undercover (2015) schätzt, wird The Fall Guy lieben.
Eigentlich kann man den Typen, den Ryan Gosling in Crazy, Stupid, Love (2011) spielt, nicht feiern: Jacob ist ein geleckter Pick-up-Artist, der nachts durch die Bars tingelt, um Frauen aufzureißen – auf charmante, aber gänzlich gefühllose Weise. Doch selbst diesem auf dem Papier fragwürdig erscheinenden Charakter haucht Gosling mit etwas Verletzlichkeit und einer Portion augenzwinkerndem Witz hinter dem Großkotzertum viel Menschliches ein. Zudem zeigte Gosling an der Seite von Steve Carell und Emma Stone, was für ein fantastisches komödiantisches Timing er besitzt. Für Fans von etwas gewitzteren RomComs wie (500) Days of Summer (2009) und Einfach zu haben (2010) ein Muss.
In Half Nelson (2006) spielt Ryan Gosling einen engagierten Lehrer an einer High School in einem rauen Viertel von Brooklyn. Doch wer hier eine White-Saviour-Geschichte à la Dangerous Minds (1995) erwartet, irrt: Der von Gosling gespielte Protagonist ist drogensüchtig, hadert mit seinem Doppelleben, aber hat große Schwierigkeiten es zu ändern. Gosling vermittelt die bedrückende Hoffnungslosigkeit und den Drang zur Selbstzerstörung auf sehr nuancierte Weise. Seine lebensnahe Performance brachte ihm mit gerade mal 26 Jahren eine Oscar-Nominierung ein – womit er zu den jüngsten Nominierten der Kategorie „Bester Darsteller“ in der Geschichte der Academy Awards gehört.








































































