Vor „Vaiana“ Live-Action: Die 10 besten Disney Live-Action-Remakes

Vor „Vaiana“ Live-Action: Die 10 besten Disney Live-Action-Remakes

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 08. Mai 2026

Aktualisiert am 08. Mai 2026

Am 10. Juli 2026 kommt Disneys Live-Action-Adaption von Vaiana (2016) ins Kino, mit Catherine Laga'aia in der Hauptrolle und Dwayne Johnson als Maui. Regie führt Thomas Kail, der mit der Verfilmung von Hamilton (2020) für Disney+ aufgefallen ist, Lin-Manuel Miranda kehrt für die Songs zurück, Mark Mancina liefert wie schon 2016 den Score. Das Bemerkenswerte: Nur knapp zehn Jahre liegen zwischen Original und Remake, der kürzeste Abstand in Disneys Live-Action-Strategie. Aus diesem Anlass ein Blick zurück auf die zehn besten Disney-Realfilm-Adaptionen, die seit 2010 entstanden sind. Manche feiern das Original, andere erweitern es, ein paar wenige übertreffen es sogar.

01

The Jungle Book
Die Latte, die Jon Favreau 2016 gelegt hat, hat seither niemand mehr erreicht. The Jungle Book (2016) ist der Maßstab, an dem alle anderen Disney-Live-Action-Remakes gemessen werden, und die meisten schneiden schlechter ab. Favreau hat aus dem Disney-Klassiker von 1967 einen photorealistischen CGI-Bilderrausch gemacht, in dem Neel Sethi als zehnjähriger Mowgli buchstäblich der einzige Mensch im Bild ist. Alles andere, jeder Wolf, jeder Tiger, jeder Bär, ist digital animiert mit einer Detailtiefe, die selbst zehn Jahre später noch beeindruckt. Idris Elba als Shere Khan, Bill Murray als Baloo, Ben Kingsley als Bagheera, Scarlett Johansson als Kaa, Christopher Walken als King Louie. Die Stimmen-Besetzung ist auf einem Niveau, das sich kein anderes Remake danach mehr leisten konnte. Mit 967 Millionen Dollar Box Office und einem Oscar für die Visual Effects bewiesen, was technisch möglich war. Streambar bei Disney Plus.

02

Cinderella
Cinderella

Cinderella

2015

Kenneth Branagh tritt nicht oft als Disney-Regisseur in Erscheinung, und genau das gibt seinem Cinderella-Remake die ungewöhnliche Tiefe. Cinderella (2015) ist Branaghs überraschend stiller Beweis, dass man ein Disney-Märchen werktreu adaptieren kann, ohne dass es altbacken wird. Lily James spielt Ella mit einer Ernsthaftigkeit, die der Figur eine Würde gibt, die im Animationsoriginal fehlte. Cate Blanchett als Stiefmutter macht aus der Klischee-Antagonistin eine vielschichtig kalte Frau, deren Bösartigkeit aus eigener Verletzung kommt. Helena Bonham Carter als gute Fee balanciert komische Auflockerung und magische Würde. Dazu ein Production Design, das jeden Kinderbuch-Illustrationsmoment der 1950er-Disney-Vorlage in atemberaubende Realität übersetzt. Patrick Doyle, Branaghs langjähriger Komponist, liefert einen Score, der die Romantik trägt. Mit 543 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis ein klarer Erfolg, mit 84 Prozent bei Rotten Tomatoes auch kritisch bestätigt. Streambar bei Disney Plus.
Bevor Cruella (2021) kam und Joker (2019) den Bösewicht-Backstory-Trend in den Mainstream zog, gab es Angelina Jolie als Maleficent. Maleficent – Die dunkle Fee (2014) ist die Vorlage für alle späteren Bösewicht-bekommt-Backstory-Filme, und immer noch der beste davon. Robert Stromberg, eigentlich Production Designer bei Avatar (2009), erzählt Dornröschen (1959) aus der Perspektive der Antagonistin und macht aus der eindimensionalen Hexe eine tragische Heldin, der Unrecht getan wurde. Jolie spielt Maleficent mit einer Mischung aus Kälte, Verletzlichkeit und unterdrückter Wut, die ihre beste Performance der 2010er ist. Die Bildwelt zwischen düsterem Märchenwald und CGI-Schlachten erinnert an Pan's Labyrinth (2006), die emotionale Beziehung zwischen Maleficent und Aurora (Elle Fanning) ersetzt überraschend gekonnt die romantische Liebesgeschichte des Originals. 758 Millionen Dollar Box Office, eine Oscar-Nominierung für Bestes Kostümdesign. Streambar bei Disney Plus.
Die heimliche Perle der Disney-Live-Action-Strategie, das Remake, das niemand wollte und das alle überraschte. Elliot, der Drache (2016) übersetzt das vergessene 1977er-Disney-Musical in einen ruhigen, stillen Familienfilm im Pacific-Northwest-Setting. David Lowery, der mit A Ghost Story (2017) und The Green Knight (2021) zu den interessantesten Indie-Regisseuren seiner Generation gehört, übernahm das Projekt mit Bryce Dallas Howard, Robert Redford und Karl Urban an Bord, der junge Oakes Fegley spielt Pete, der mit seinem unsichtbaren Drachen Elliot in den Wäldern Oregons lebt. Lowery verzichtet auf jedes Pop-Disney-Augenzwinkern und macht stattdessen einen Film, der mehr Wes Anderson als Walt Disney atmet. Box Office: enttäuschende 143,7 Millionen, aber kritisch hochgelobt. Streambar bei Disney Plus.
Was passiert, wenn ein Kind aus dem Hundertmorgenwald erwachsen wird? Genau diese Frage stellt Marc Forster in einer der unerwartetsten Disney-Realfilmadaptionen überhaupt. Christopher Robin (2018) versucht nicht, das Pu-der-Bär-Material aus den 1960er-Disney-Cartoons zu wiederholen, sondern findet eine eigene melancholische Tonlage. Ewan McGregor spielt den erwachsenen Christopher Robin als überarbeiteten Manager im London der 1950er, dem Frau und Tochter entgleiten, weil er nur noch Effizienz kennt. Pu, gesprochen von Jim Cummings, der die Figur seit 1988 verkörpert, taucht in seinem Leben wieder auf und führt ihn zurück zu sich selbst. Das ist näher an Pixars Soul (2020) als an Disneys eigenen Live-Action-Remakes, und genau deshalb funktioniert es. Hayley Atwell als seine Frau Evelyn liefert eine der unterschätztesten Nebenrollen ihrer Karriere. Streambar bei Disney Plus.

06

Cruella
Cruella

Cruella

2021

Punk-Rock, 1970er-London und eine der riskantesten Performances ihrer Karriere. Cruella (2021) ist die zweite große Bösewicht-Backstory nach Maleficent – Die dunkle Fee, diesmal mit deutlich mehr Attitüde. Craig Gillespie, der mit I, Tonya (2017) bewiesen hatte, dass er moralisch ambivalente Figuren inszenieren kann, macht aus der Modedesignerin Estella, die später Cruella wird, eine Punk-Outsider-Figur in der britischen Modeszene. Emma Stone spielt sie mit einer Energie, die zwischen Vivienne Westwood und Joaquin Phoenix' Joker oszilliert. Emma Thompson als Baroness, ihre Mentorin und Rivalin, ist eine reine Genussvorstellung. Der Soundtrack mit Stones Cover von „I Wanna Be Your Dog“ und Tracks von The Clash, Blondie und The Doors ist halb das Argument für den Film. 233 Millionen Dollar Box Office im Pandemie-Jahr 2021, Oscar für Bestes Kostümdesign (Jenny Beavan). Streambar bei Disney Plus.

54 Jahre nach Julie Andrews kehrt der Regenschirm zurück. Mary Poppins' Rückkehr (2018) ist das einzige direkte Sequel auf dieser Liste. Rob Marshall, der mit Chicago (2002) gezeigt hatte, wie man klassische Musical-Sprache ins moderne Kino überträgt, holt Emily Blunt als neue Mary Poppins, die zur Familie Banks zurückkehrt, deren Kinder von 1964 nun selbst Erwachsene sind. Lin-Manuel Miranda spielt den Lampenanzünder Jack, das Pendant zu Dick Van Dykes Bert, mit der ihm eigenen energetischen Präsenz. Was den Film hebt, ist nicht die musikalische Qualität (die Songs von Marc Shaiman bleiben hinter dem 1964er Erbe zurück), sondern Blunts präzise, leicht andere Mary Poppins, die nicht versucht, Andrews zu kopieren, sondern eine eigene, etwas strengere Version anbietet. Vier Oscar-Nominierungen, darunter eine für die Filmmusik. Streambar bei Disney Plus.

08

Aladdin
Aladdin

Aladdin

2019

Robin Williams' Animationsdschinni von 1992 zu ersetzen ist eine undankbare Aufgabe. Aladdin (2019) hat es trotzdem geschafft, zumindest in dem Maß, dass Will Smiths Dschinni eine eigenständige Lesart bietet, statt zu imitieren. Guy Ritchie, eher bekannt für Snatch (2000) und Sherlock-Holmes-Filme, inszeniert das Bollywood-inspirierte Setting mit überraschend traditioneller Musical-Choreografie und einem visuellen Bombast, der das Original nicht parodiert, sondern ergänzt. Mena Massoud als Aladdin und Naomi Scott als Jasmin liefern solide. Der Film wurde mit über 1,05 Milliarden Dollar zum kommerziellen Hit der Disney-Remake-Strategie, einer von wenigen, die die Milliarden-Marke knackten. Streambar bei Disney Plus.
Disneys kommerziell erfolgreichste Realfilm-Adaption neben Der König der Löwen und Aladdin, und im Gegensatz zu beiden ein Film, der das Original respektiert, ohne es servil zu kopieren. Die Schöne und das Biest (2017) ist Bill Condons sorgfältige Erweiterung des 1991er-Animationsoriginals. Backstories für Belle (Emma Watson) und das Biest (Dan Stevens), die im Original nicht gepasst hätten, in der Live-Action-Form aber funktionieren. Luke Evans als Gaston ist die Best-of-Casting-Entscheidung des Jahrzehnts, Josh Gad als LeFou der erste explizit queere Disney-Charakter in einem Hauptfilm. Die Musical-Sequenzen sind opulent, die neuen Songs von Alan Menken und Tim Rice integrieren sich nahtlos ins Original-Material. 1,26 Milliarden Dollar weltweit. Streambar bei Disney Plus.

10

Lilo & Stitch
Der jüngste Eintrag auf dieser Liste und gleich einer der erfolgreichsten überhaupt. Lilo & Stitch (2025) übersetzt Disneys 2002er Original in eine Live-Action-Hawaii-Geschichte, die sowohl die emotionale Tiefe als auch die freche Energie des Originals konserviert. Dean Fleischer Camp, der mit Marcel the Shell with Shoes On (2021) eine der charmantesten Indie-Animationen der jüngeren Zeit gedreht hat, übernahm das Projekt. Maia Kealoha spielt Lilo, Chris Sanders kehrt zurück und spricht erneut Stitch wie schon 2002. Box Office: über eine Milliarde Dollar weltweit, der zweiterfolgreichste Film 2025 nach Ne Zha 2. Was den Film über andere Disney-Remakes hebt, ist sein Mut zum Kleinen. Er bläst die Geschichte nicht zu einem Epos auf, sondern bleibt das, was Lilo & Stitch immer war, ein Familiendrama mit Außerirdischen. Streambar bei Disney Plus.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

4,99 €

Gesamtlaufzeit

19h 5min

Genres

Kinder & Familie, Drama, Fantasy

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  1. 10 Titel Disney Plus