Was sind die Poolrooms? Das skurrilste Easter Egg in „Backrooms“ erklärt

Was sind die Poolrooms? Das skurrilste Easter Egg in „Backrooms“ erklärt

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 19. Juni 2026

Aktualisiert am 19. Juni 2026

Mitten in Backrooms (2026), dem Kinodebüt von Kane Parsons über ein albtraumhaft endloses Labyrinth aus leeren gelben Hinterzimmern, verschwindet das vertraute Gelb für ein paar Sekunden. Clark (Chiwetel Ejiofor) steht plötzlich in einem endlosen, weiß gefliesten Hallenbad, das wirkt wie die Halluzination einer Schwimmbadkette aus den frühen Neunzigern. Hinter ihm taucht eine Kreatur auf, dann ist die Szene auch schon wieder vorbei. Im Kinosaal sorgt sie für ein paar verstörte Augenblicke. In bestimmten Online-Foren bricht dagegen etwas anderes los, denn die Poolrooms sind dort längst ein eigener kleiner Mythos.

Aus einem leeren Pool wird eine ganze Welt

Die Backrooms-Sage beginnt 2019 mit einem unscheinbaren Foto auf 4chan: ein gelbtapezierter Büroflur, leer und seltsam vertraut, als wäre jemand versehentlich aus der Realität gerutscht. Aus dem Bild wuchs eine ganze Online-Mythologie heran, an der die Fans seither weiterbauen. Sie haben sich verschiedene Ebenen ausgedacht, dazu eigene Kreaturen und allerlei Regeln, und behandeln das Ganze, als gäbe es diese Welt tatsächlich irgendwo.

poolrooms

Die Poolrooms entstanden ein paar Jahre später nach demselben Prinzip. Diesmal stand ein leerer, weiß gefliester Pool im Sonnenuntergangslicht im Mittelpunkt. Das Foto sieht aus, als wäre es für eine Hotelbroschüre geschossen worden, deren Hotel es nie gegeben hat. Die Community nahm das Bild auf und gab ihm einen Platz in der Mythologie: Level 37, Spitzname „Sublimity“. Daraus wurde eine ganze Sub-Ebene, in der sich endlose lauwarme Becken aneinanderreihen und gelegentlich Wasserrutschen auftauchen, aber keine Menschen.

Hier funktioniert Wasser-Horror anders

Die Wirkung steckt schon in den Fan-Fotos, die auf den ersten Blick aussehen wie freundliche Pool-Werbung. Erst beim längeren Anschauen merkt man, dass etwas nicht stimmt. Es fehlen die Badenden, und die Fliesenflächen scheinen sich ins Endlose zu ziehen, ohne dass irgendwo ein Ausgang sichtbar wäre. Klassischer Wasser-Horror arbeitet meistens mit dunklen Tiefen, in denen etwas lauert. Bei den Poolrooms wirkt dagegen die freundliche Kulisse selbst unheimlich. Diese Mischung hat eine eigene kleine Online-Szene hervorgebracht. Auf Reddit kursieren Fotos echter, leer stehender Bäder, die wie aus der Backrooms-Welt aussehen. YouTube und TikTok sind voll mit Fan-Videos in allen Spielarten, von ruhigen Kamerafahrten bis zur klassischen Wackelkamera mit plötzlichem Geräusch. Und in Roblox-Spielen wie „Apeirophobia“ kann man inzwischen sogar selbst durch die Poolrooms laufen.

Parsons baut sich seine eigene Version

Die Poolrooms im Film unterscheiden sich deutlich von den klassischen Fan-Fotos. Parsons hat sich bewusst gegen die Wiki-Lore der Fan-Community entschieden und arbeitet aus dem ursprünglichen viralen Foto heraus. Clark stolpert mit einer Kamera in eine schmuddelige, leicht verfallene Variante der Poolrooms, nachdem er von seiner Gruppe getrennt worden ist.

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Irgendwo fließt Wasser, ohne dass eine Quelle erkennbar wäre. An einer der Fliesenflächen schält sich so etwas wie ein Gesicht heraus. Eine Bedrohung im klassischen Horrorsinn passiert in diesem Raum nicht, aber sicher fühlt sich Clark hier auch nicht.

Warum das Easter Egg die Fans elektrisiert

Das allgemeine Kinopublikum sieht in den Poolrooms in Backrooms einfach eine besonders unheimliche Szene. Die Online-Gemeinde dagegen, die seit Jahren Pool-Fotos sammelt und Videos baut, liest sie als kleine Anerkennung dafür, dass ihre Nische überhaupt existiert. Parsons hat die zugrunde liegende YouTube-Serie selbst aus dem Internet-Phänomen heraus entwickelt und kennt seine Fans gut genug, um die richtigen Anspielungen einzubauen. Das Easter-Egg gehört zur Sorte Detail, das in einem konventionellen Studio-Film wahrscheinlich gestrichen worden wäre, weil die meisten Leute es ohnehin nicht erkennen. 

Vier Jahre nach den ersten Backrooms-Videos auf YouTube läuft die Welt jetzt im großen Kino, und dass dabei sogar eine so kleine Sub-Ebene wie die Poolrooms ihren Moment bekommt, dürfte vor allem die Hardcore-Ecke der Fangemeinde besonders glücklich machen.

Kahle, verschachtelte Büroflure, endlose beige-gelbe Wände, ein unaufhörliches, unerträglich lautes Surren von Leuchtstoffröhren: Die „Backrooms“ beschreiben eine neue Art von Albtraum, eine menschenleere Parallelwelt sich wiederholender, fensterloser Stockwerke, die unsere Realität auf den ersten Blick spiegelt und sich ihr doch mit jedem Schritt weiter entzieht. Verstörend verlassen wirken die labyrinthischen Räume, doch allein ist man dort nicht...
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Über diese Liste

Titel

2

Gesamtlaufzeit

1h 51min

Genres

Horror, Mystery & Thriller, Science-Fiction

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