
„Backrooms“: So siehst du den originalen Film kostenlos
In den USA läuft Backrooms (2026) bereits im Kino, in Deutschland startet der A24-Horrorfilm am 18. Juni 2026. Vorher lohnt sich ein Blick auf den Kurzfilm, mit dem Kane Parsons aus einem Internet-Mythos einen der spannendsten Horrorstoffe der Gegenwart machte.
Parsons war erst 16 Jahre alt, als er 2022 unter dem Namen Kane Pixels den Kurzfilm The Backrooms (Found Footage) (2022) auf YouTube veröffentlichte. Aus dem Hobby-Projekt ist inzwischen ein enorm erfolgreicher Langfilm geworden, prominent besetzt mit Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve und Mark Duplass. Für Parsons ist das ein bemerkenswerter Sprung: vom viralen Internet-Horror direkt auf die große Leinwand.
Was sind die Backrooms?
Die Backrooms sind schwer zu erklären, weil sie gerade davon leben, sich nicht sauber erklären zu lassen. Der Kern ist simpel: endlose, gelblich ausgeleuchtete Räume, hässlicher Teppichboden, flackernde Neonröhren, verwinkelte Flure und das Gefühl, an einem Ort zu sein, der nie für Menschen gedacht war. Die Idee entstand aus Internet-Horror, genauer aus einer 4chan-Diskussion von 2019, die ein unheimliches Bild leerer, gelber Räume zum Ausgangspunkt einer kollektiven Gruselwelt machte.

Daraus wuchs eine Creepypasta-Mythologie mit verschiedenen Ebenen, Kreaturen und Regeln. Entscheidend ist aber nicht die Lore. Entscheidend ist das Gefühl: Man kennt diese Räume irgendwie. Büro, Hotel, Schule, Möbelhaus. Alles wirkt seltsam vertraut und trotzdem falsch.
Wo kann man The Backrooms (Found Footage) kostenlos sehen?
Den originalen Kurzfilm The Backrooms (Found Footage) (2022) kann man kostenlos auf YouTube sehen. Er läuft knapp zehn Minuten und wurde auf dem Kanal Kane Pixels veröffentlicht. Das Ganze ist als Found-Footage-Aufnahme inszeniert und zeigt ein Filmteam, bei dem ein Beteiligter plötzlich in die titelgebenden Räume gerät. Von dort aus sucht er einen Ausgang, während die Umgebung immer weniger wie ein realer Ort und immer mehr wie ein schlecht erinnerter Albtraum wirkt. Der Kurzfilm setzt nicht auf Lautstärke oder Brutalität. Seine Stärke liegt darin, dass er Horror über Räume erzeugt, die keiner normalen Logik folgen. Man schaut auf scheinbar banale Gänge und merkt langsam, dass hier nichts so harmlos ist, wie es aussieht.

The Backrooms (Found Footage) wurde zum Phänomen, weil der Kurzfilm nicht wie der Auftakt zu einem kalkulierten Horror-Franchise wirkt. Er erklärt wenig, baut keine bequeme Mythologie auf und behandelt seinen Schrecken nicht wie eine Sammlung wiedererkennbarer Tropes. Parsons setzt auf eine grundlegende Angst: sich an einem Ort zu verlieren, der vertraut genug aussieht, um real zu sein, aber in jedem Detail falsch genug wirkt, um den eigenen Orientierungssinn zu beschädigen. Genau darin unterscheidet sich Backrooms von vielen modernen Horrorstoffen, die ihre Regeln oft zu früh offenlegen. Parsons entmystifiziert seine Räume nicht. Er verweigert Antworten und lässt Orientierungslosigkeit zur eigentlichen Bedrohung werden.

Wer nach diesen zehn Minuten versteht, warum ein leerer Flur unheimlicher sein kann als ein blutrünstiges Hollywood-Monster, kapiert auch, warum A24 daraus einen Kinofilm gemacht hat.
Welche anderen Filme passen zu Backrooms?
Alle, die nach The Backrooms noch tiefer in diesen unangenehmen Zwischenraum abtauchen möchten, landen fast zwangsläufig bei Skinamarink (2023). Kyle Edward Balls experimenteller Horrorfilm spaltet die Kritiker und erzählt von zwei Kindern, die nachts aufwachen, ihren Vater nicht mehr finden und merken, dass auch Türen und Fenster aus ihrem Haus verschwunden sind. Das ist kein Film für Horror-Fans, die Handlung, Erklärung und Auflösung in sauberer Reihenfolge brauchen. Skinamarink arbeitet mit Dunkelheit, Bildrauschen, kindlicher Hilflosigkeit und dem Gefühl, dass der vertrauteste Ort der Welt plötzlich keine Sicherheit mehr bietet. Im Vergleich zu Backrooms ist der Film noch stärker reduziert und noch weniger an klassischen Schockmomenten interessiert. Beide Werke verstehen Räume nicht als Kulisse, sondern als den eigentlichen Horror.
Auch I Saw the TV Glow (2024) ist ein sinnvoller Anschluss, weil Jane Schoenbruns Film denselben Horror aus einer anderen Richtung betrachtet. Hier geht es nicht um Found Footage, leere Korridore oder digitale Mythologie, sondern um zwei Jugendliche, deren Bindung an eine mysteriöse Fernsehserie ihr Verhältnis zur eigenen Realität verändert. Der Film erzählt von Popkultur als Zufluchtsort, aber auch als Riss in der Oberfläche des Alltags. Gerade darin liegt die Nähe zu Backrooms: Beide Werke zeigen keine klar abgegrenzte Parallelwelt, sondern eine Wirklichkeit, die sich langsam falsch anfühlt. Wo Backrooms vertraute Räume in ein Labyrinth verwandelt, macht I Saw the TV Glow aus alten Fernsehbildern, Vorstadtidylle und verdrängten Sehnsüchten einen stillen Albtraum. Das ist weniger unmittelbar unheimlich, aber emotional deutlich schmerzhafter.
Undertone (2026) nähert sich diesem Unbehagen noch einmal aus einer anderen Richtung. Der Film setzt auf die irritierende Wirkung unheimlicher Audiodateien. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die ihre kranke Mutter pflegt und über verstörende Aufnahmen immer tiefer in eine mögliche Besessenheitsgeschichte hineingezogen wird. Damit ist Undertone weniger ein räumlicher Albtraum als ein akustischer. Die Verbindung zu Backrooms liegt trotzdem auf der Hand: Beide Filme erklären ihren Horror nicht tot, sondern lassen Wahrnehmung gegen die Figuren arbeiten. Ein Geräusch, das zu lange nachhallt. Ein Raum, der nicht mehr verlässlich wirkt. Ein Moment, der keine Erklärung bekommt. Genau daraus entsteht jener moderne Horror, der kein Spektakel benötigt, um unter die Haut zu gehen.




























