
Michael Jackson wollte Spider-Man so sehr spielen, dass es fast zum Marvel-Thriller kam
Er verbrachte ein Leben damit, Menschen in seinen Bann zu ziehen - im Guten wie im Schlechten. Doch Michael Jackson wollte mehr als nur die größten Bühnen der Welt. Er wollte auf die große Leinwand. Mit dem Kinostart seines Biopics Michael rückt nicht nur Jacksons Musik wieder in den Fokus, sondern auch eine weniger bekannte Seite des King of Pop: seine große Leidenschaft für Filme und sein Wunsch, selbst ein fester Teil dieser Welt zu werden.
Warum Michael Jackson Spider-Man sein wollte
In den 1990er-Jahren stand Marvel Entertainment kurz vor dem Bankrott. Für Michael Jackson die perfekte Gelegenheit, seinen großen Traum zu verfolgen: bei der Comicverfilmung von Spider-Man die Hauptrolle zu spielen. Dafür hätte er sogar das Unternehmen gekauft - die Verhandlungen begannen. Das bestätigten Erfinder Stan Lee und Michaels Neffe Taj Jahre später.
Für Jackson war Peter Parker mehr als nur ein Superheld. Die Geschichte eines Außenseiters mit einem Doppelleben, zerrissen zwischen seiner privaten Identität und der öffentlichen Wahrnehmung, berührte ihn. Ein Motiv, das sich auch durch Jacksons eigenes Leben zog.
Der Marvel-Thriller nahm für Michael kein gutes Ende - der Deal scheiterte. Anfang der 2000er-Jahre ging die Rolle schließlich an Tobey Maguire, der unter der Regie von Sam Raimi in Spider-Man (2002) zum ersten Kino-Spinnenmann wurde. Berichten zufolge hatte Jackson auch Interesse an einer weiteren Marvel-Figur gezeigt: Professor X. Doch auch daraus wurde nichts. Patrick Stewart übernahm die Rolle im ersten X-Men (2000).
Weitere Rollen, die Jackson fast gespielt hätte
Spider-Man und Professor X waren nicht die einzigen Figuren, die Jackson faszinierten. Immer wieder gab es Gespräche, Ideen und konkrete Versuche, ihn in großen Filmprojekten unterzubringen. Schon in den 80ern hatte es Pläne für seine Besetzung in einer Fortsetzung von Mary Poppins (1964) gegeben. Michael war großer Fan von Julie Andrews und wollte mit Disney zusammenarbeiten. Das Sequel kam allerdings nie zustande, zumindest nicht mit Michael. Jahrzehnte später spielte Emily Blunt dann in Mary Poppins’ Rückkehr (2018).
Michael zeigte auch großes Interesse daran, die Rolle von Willy Wonka in Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) zu spielen und entwickelte sogar eigene Ansätze für die Rolle. Doch die Macher hielten ihn zu dem Zeitpunkt für zu kontrovers. Davor wollte er im Star Wars-Universum mitmischen und liebäugelte mit der Rolle des Jar Jar Binks in Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (1999), allerdings bestand er auf klassische Make-up-Effekte statt CGI. George Lucas entschied sich anders.
Eine andere Regie-Legende, Steven Spielberg, war einige Jahre zuvor sehr bemüht, Michael entgegenzukommen. Er bot ihm die Rolle des Peter Pan in Hook (1991) an - ein weiterer Lieblingscharakter des Superstars. Jackson zeigte sich zunächst begeistert, lehnte dann aber doch ab, weil die Idee eines erwachsenen Peter Pan nicht zu seiner eigenen Vorstellung der Figur passte. Robin Williams übernahm die Hauptrolle.
Warum Hollywood Michael nie wirklich besetzte
Trotz seiner Ambitionen erfüllte sich Michaels großer Kinotraum also nicht. Er schien so fanatisch in die Vorlagen der Rollen vertieft, dass er von seiner eigenen Vorstellung nicht weg kam und sich auch deswegen nicht mit den Machern der Filme einigen konnte. Ein weiteres, nicht unerhebliches Hindernis: Jackson war schlicht zu bekannt, zu ikonisch. Studios fürchteten, dass das Publikum nicht den Charakter sehen würde, sondern immer nur ihn. Gerade bei Rollen, die emotionale Tiefe oder Transformation erforderten, galt das als Risiko. Das Talent, in diese Rollen einzutauchen, sprach ihm niemand ab. Aber: Er konnte nicht verschwinden. Er war selbst schon eine Figur.
Jetzt wird Michael Jackson selbst zum Film
17 Jahre nach seinem Tod wurde Michael Jacksons Leben verfilmt. Sein eigener Neffe, Jaafar Jackson, stellt die Kindheit und die ersten großen Erfolge des Mannes dar, dessen Legende auch nach seinem Tod weiterlebt. Michael hat also doch noch seinen großen Kinofilm bekommen. Auch wenn er auch dieses Mal nicht selbst die Hauptrolle spielt.












































