
Wer war der beste James Bond? Alle 007-Darsteller im Ranking
James Bond ist weniger eine Figur als ein Stresstest für Schauspieler. Der gleiche Smoking, die gleiche Walther PPK, der gleiche Martini, aber jedes Mal eine andere Vorstellung davon, was Männlichkeit, Coolness, Macht und Charme gerade bedeuten sollen.
Natürlich gab es neben der offiziellen Eon-Reihe auch andere Bond-Interpretationen: Barry Nelson spielte 007 bereits in der TV-Version Casino Royale (1954), David Niven übernahm die Rolle in der gleichnamigen Parodie Casino Royale (1967). Diese kuriosen Abzweigungen gehören eben auch zur langen Bond-Geschichte.
Dieses Ranking konzentriert sich aber bewusst auf die sechs Darsteller der offiziellen Eon-Kinoreihe: Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan, und Daniel Craig. Denn sie haben geprägt, wie Millionen Zuschauer Bond bis heute verstehen. Und machen die Suche nach dem neuen 007, die gerade läuft, noch spannender.
1. Sean Connery: Die Blaupause
Sean Connery steht in unserem Ranking vorn, weil seine Interpretation von Bond bis heute die Grammatik der Figur bestimmt. In James Bond 007 jagt Dr. No (1962) wirkt er noch rau, körperlich, fast gefährlich unfertig. In James Bond 007 - Goldfinger (1964) ist daraus bereits eine ikonische Mischung aus Arroganz, Sex-Appeal, Gewaltbereitschaft und trockener Selbstsicherheit geworden.

Connerys Bond ist kein netter Gentleman, sondern ein Profi mit Raubtierblick, und genau das macht ihn bis heute so unvergesslich. Im Vergleich zu Daniel Craig ist er weniger verletzlich, im Vergleich zu Roger Moore deutlich härter, aber als Blaupause bleibt er konkurrenzlos. Für alle, die verstehen wollen, warum Bond überhaupt zur weltweit erfolgreichen Popkulturmarke wurde, führt an Connery kein Weg vorbei.
2. Daniel Craig: Der Bond, der endlich bluten durfte
Daniel Craig folgt direkt dahinter, weil er Bond nicht nur gespielt, sondern gegen die eigene Legende zurückerobert hat. James Bond 007 – Casino Royale (2006) machte aus 007 einen Menschen aus Fleisch, Knochen, Wut, Verletzungen, Kontrollverlust, und inneren Dämonen.

Später trieb James Bond 007 – Skyfall (2012) diese Idee noch weiter: Bond wurde nicht jünger, mutiger, oder unverwundbarer, sondern älter, müder, und dadurch glaubwürdiger. Im Vergleich zu Connery fehlt Craig manchmal die spielerische Lässigkeit, dafür besitzt seine Ära den stärkeren emotionalen Druck. Wer Bond als gebrochenen, wütenden und trotzdem verdammt effektiven Agenten sehen will, ist bei Daniel Craig am besten aufgehoben. Gerade nach James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben (2021) wirkt Craigs Bond-Laufbahn wie eine geschlossene 007-Biografie mit Anfang, Bruchstellen und endgültigem Schlusspunkt.
3. George Lazenby: Der Ein-Film-Bond
George Lazenby bleibt der Sonderfall. James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969) gehört zu den interessantesten Filmen der Reihe und für mich liefert Lazenby darin sogar eine der stärksten Bond-Interpretationen überhaupt.
Seine körperliche Präsenz funktioniert, die romantische Tragik des Films ebenso, doch zwischen Connerys magnetischer Dominanz und Moores späterer Souveränität wirkt Lazenby eher wie ein faszinierender Zwischenschritt. Er bringt genug Coolness und Schlagfertigkeit mit, um nicht völlig aus der Reihe zu fallen, ist aber weder so machohaft und kantig wie Connery noch so souverän verspielt wie Moore.

Genau dadurch hat sein Bond eine eigene, etwas unstete Qualität: weniger ikonisch als der Vorgänger, weniger definiert als der Nachfolger, aber interessanter, als sein Ruf lange vermuten ließ. Im Vergleich zu Dalton hatte er nicht die darstellerische Schärfe, im Vergleich zu Brosnan nicht die natürliche Star-Politur. Vielleicht ist Lazenbys Bond gerade deshalb so faszinierend, weil er sich bis heute in keine der bestehenden 007-Schubladen stecken lässt.
4. Pierce Brosnan: Der Blockbuster-Bond
Pierce Brosnan ist der Bond, der das Franchise nach langer Pause wieder massentauglich machte. James Bond 007 – GoldenEye (1995) funktioniert bis heute, weil Brosnan genau die Balance trifft, die diese Phase brauchte: elegant genug für Connery-Nostalgiker, ironisch genug für Moore-Fans, actiontauglich genug für die 1990er-Jahre.

Sein Bond sieht aus, als wäre er im Smoking geboren worden, doch manchmal wirkt die makellose Oberfläche stärker als die Figur darunter. Im Vergleich zu Craig fehlt Brosnan manchmal die emotionale Schwere, neben Dalton wirkt er dafür deutlich zugänglicher, eleganter und stärker auf großes Publikumskino gebaut. Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die Bond als großes, glänzendes Kinoereignis wollen, ist er wahrscheinlich der einfachste Einstieg. Bond-Puristen bemängeln allerdings, dass einige seiner Bond-Filme so sehr auf Effekte, Gadgets und Hochglanz-Action setzten, dass sein 007 darunter fast verschwand.
5. Roger Moore: Der charmanteste und streitbarste Bond
Roger Moore ist der Bond, an dem sich bis heute die Geister scheiden: Für die einen ist er der charmanteste 007, für die anderen rutschte die Reihe unter ihm zu oft in albernen Edel-Trash ab. In James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte (1977) funktioniert seine Formel hervorragend: große Sets, elegante Leichtigkeit, viel Charme, klare Schauwerte, und ein Held, der nie so tut, als müsse alles psychologisch ausgeleuchtet werden.

Moore war kein harter Killer wie Connery und kein traumatisierter Einzelgänger wie Craig, sondern der Bond für die große Abenteuerfantasie: leichtfüßig, ironisch, manchmal albern, aber fast immer souverän. Genau darin liegt sein Reiz, aber auch sein Problem. Im Vergleich zu Dalton fehlt ihm die Bedrohlichkeit, im Vergleich zu Brosnan wirkt er bewusst künstlicher und stärker in einer alten Kino-Tradition verwurzelt. Wer Bond als stilvolle Flucht aus der Realität mit Camp-Faktor liebt, bekommt bei Moore die unterhaltsamste, aber auch die inhaltlich am stärksten schwankende Ära der Reihe.
6. Timothy Dalton: Der Bond, der zu früh kam
Timothy Dalton steht in diesem Ranking nicht wegen seiner Leistung weiter hinten, sondern weil er seiner Zeit voraus war. James Bond 007 – Der Hauch des Todes (1987) und James Bond 007 – Lizenz zum Töten (1989) zeigen einen deutlich ernsteren, kantigeren und verletzlicheren 007, lange bevor Daniel Craig für eine ähnliche Richtung gefeiert wurde.

Dalton spielt Bond nicht als makellose Stil-Ikone, sondern als gefährlichen Profi mit moralischem Druck im Nacken. Im Vergleich zu Moore wirkt das fast wie ein Genrewechsel, im Vergleich zu Craig wie eine frühe Skizze dessen, was später zum Prestige-Bond werden sollte. Für Fans, die 007 lieber als Spionagethriller denn als Gadget-Zirkus sehen, ist Dalton bis heute der große Unterschätzte. Er hatte einfach Pech, denn zwei Filme waren schlicht zu wenig, um den neuen Bond wirklich zu prägen.











































