Diese 5 Filme basieren auf Memes – und sind erstaunlich gut

Diese 5 Filme basieren auf Memes – und sind erstaunlich gut

Veröffentlicht am 22. Juli 2026

Aktualisiert am 22. Juli 2026

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Das Internet erfindet Monster schneller, als Hollywood sie verfilmen kann. Erst geht ein Bild viral, dann folgen Kommentare, Memes und Fan-Theorien – irgendwann sitzt schließlich irgendwo in Los Angeles jemand und schreibt ein Drehbuch. Was dabei entsteht, ist oft nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Viele dieser Filme wirken wie hastig verlängerte Internetwitze und werden ihrem Ursprung ebenso wenig gerecht wie dem Kino.

Doch manchmal passiert etwas Unerwartetes. Ein Regisseur erkennt im kollektiven Witz oder Schrecken mehr als nur einen flüchtigen Trend und entwickelt daraus einen Film mit eigener Idee und eigener Identität. Diese fünf Beispiele zeigen, dass der Weg vom Meme auf die Leinwand nicht zwangsläufig im kreativen Stillstand endet – auch wenn nicht alle denselben Erfolg daraus machen.

Eine Kleinanzeige aus den späten Neunzigern, in der jemand einen Zeitreisepartner suchte, ging irgendwann als Kuriosum durch das frühe Internet, und Colin Trevorrow machte daraus sein Spielfilmdebüt. Journey of Love (2012) folgt einer Praktikantin (Aubrey Plaza), die für ihr Magazin recherchieren soll, wer hinter dieser Anzeige steckt, und dabei auf einen Einzelgänger (Mark Duplass) trifft, der es vollkommen ernst meint.

Was sich nach Satire anfühlen könnte, ist tatsächlich eine der warmherzigsten Indie-Komödien dieser Ära: Der Film interessiert sich nicht für den Witz des Konzepts, sondern für die beiden Menschen darin. Plaza und Duplass spielen gegeneinander mit einer Ungekünsteltheit, die man nicht erzwingen kann, und das Drehbuch lässt offen, was wirklich stimmt, bis zur letzten Szene. Wer danach nicht noch ein wenig sitzenbleibt, hat nicht aufgepasst.

02

Tusk
Tusk

Tusk

2014

Dass Kevin Smith seinen nächsten Film per Twitter-Abstimmung entschied, klingt nach einem schlechten Witz, und Tusk (2014) ist auf eine bestimmte Art tatsächlich einer, nur eben ein sehr ernster. Ein virales britisches Wohnungsinserat, in dem ein Mann kostenloses Wohnen gegen Walross-Kostümierung anbot, inspirierte Smith zu einem Body-Horror-Film, in dem ein Podcaster (Justin Long) auf einen zurückgezogen lebenden Seemann (Michael Parks) trifft, der ihn operativ in ein Walross verwandeln will. Das ist so irre, wie es klingt.

Parks spielt seinen Wahnsinnigen mit einer Intensität, die dem Film mehr Würde gibt, als er verdient, und Long findet in der Hilflosigkeit seiner Rolle etwas Echtes. Tusk ist kein Film, der alles richtig macht, aber er ist einer, der genau weiß, was er ist, und das mit vollem Körpereinsatz durchzieht.

03

Slender Man
Slender Man

Slender Man

2018

Kaum eine Figur aus dem Internet hat sich tiefer in die kollektive Vorstellungskraft gegraben als der Slender Man: eine gesichtslose, überlange Gestalt ohne erkennbaren Ursprung, über Jahre hinweg in Foren, Spiele und Fan-Fiction hineingewachsen. Sony kaufte die Rechte, beauftragte Regisseur Sylvain White, und das Ergebnis, Slender Man (2018), ist ein nüchternes Dokument darüber, wie man aus einem genuinen Schrecken die Luft herauslässt.

Joey King und Julia Goldani Telles spielen zwei von vier Highschool-Mädchen, die das Wesen beschwören und dann nacheinander ins Unklare verschwinden, ohne dass der Film je eine eigene Haltung dazu entwickelt. Was an der Vorlage funktioniert hatte, war ihre Formlosigkeit und Offenheit; der Film ersetzt beides durch generische Jump-Scare-Dramaturgie. Gerade seine Schwächen zeigen, wie viel von einem Netzmythos verloren gehen kann, sobald das Kino ihn erklären muss.

04

Dream Scenario

Nicolas Cage ist seit Jahren selbst ein Meme, aber Dream Scenario (2023) verlässt sich nicht nur auf diesen naheliegenden Witz. Der Film greift zusätzlich die Idee des This-Man-Hoax auf, also die Geschichte von einem angeblichen Gesicht, das Menschen auf der ganzen Welt in ihren Träumen gesehen haben sollen.

Paul Matthews (Nicolas Cage) ist hier ein unscheinbarer Biologieprofessor, der plötzlich in fremden Träumen auftaucht, ohne dort etwas Besonderes zu tun. Janet Matthews (Julianne Nicholson), Trent (Michael Cera) und Brett (Tim Meadows) erleben mit, wie aus dieser absurden Erscheinung erst ein Hype und dann eine öffentliche Bestrafung wird. Kristoffer Borgli erzählt daraus eine schwarze Komödie über Ruhm, Scham und Kontrollverlust. Dream Scenario vergisst seinen Meme-Ursprung nicht, sondern macht ihn zum Thema: Ein Mensch wird zum Bild, und das Bild gehört irgendwann allen außer ihm.

Bevor Backrooms (2026) ein A24-Film wurde, war es ein kollektiver Albtraum aus dem Netz: ein 4chan-Bild, gelbe Büroflure, flackerndes Licht und die Vorstellung, versehentlich aus der Wirklichkeit herauszufallen. Kane Parsons machte daraus ab 2022 eine Found-Footage-Serie auf YouTube, die den Meme-Ursprung nicht erklärte, sondern noch unheimlicher machte.

Der Spielfilm setzt in einem Möbelhaus ein, wo Clark (Chiwetel Ejiofor) eine Tür findet, die nicht dort sein dürfte, und in einen Raum gerät, der immer weiterzugehen scheint. Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) versucht, diesem unmöglichen Ort einen Sinn abzuringen. Backrooms zeigt besonders klar, warum manche Memes im Kino funktionieren: Sie liefern keine fertige Geschichte, sondern ein Gefühl, aus dem ein Film erst entstehen muss.

Über diese Liste

Titel

5

Gesamtkosten fürs Ansehen

35,31 €

Gesamtlaufzeit

8h 14min

Genres

Horror, Komödien, Drama

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