Kaum eine Figur hat das Serienpublikum so fasziniert wie Dexter Morgan: Blutspurenanalyst bei der Polizei von Miami bei Tag, Serienmörder mit eigenem Moralkodex bei Nacht. Michael C. Hall verkörperte einen der ambivalentesten Antihelden der TV-Geschichte – charmant, introvertiert, aber zugleich von einem inneren „Dunklen Begleiter“ getrieben. „Dexter“ wurde so zum Paradebeispiel für das goldene Zeitalter des Antihelden-Fernsehens, neben Figuren wie Walter White oder Tony Soprano.
Auch wenn das ursprüngliche Serienfinale 2013 für viele langjährige Fans ein Desaster war, besteht die Faszination für den Charakter weiter: Mit Prequels, Sequels und nun sogar einer weiteren Fortsetzung hat das Franchise eine zweite Karriere hingelegt. Wer in chronologisch richtiger Reihenfolge in die düstere, zugleich sarkastisch-komische Welt von Dexter einsteigen will, sollte folgendermaßen vorgehen:
- Dexter: Original Sin (2024)
- Dexter (2006-2013)
- Dexter: New Blood (2021-2022)
- Dexter: Wiedererwachen (seit 2025)
Hier ein Überblick über alle Serien des Dexter-Franchise in Reihenfolge ihres Erscheinens:
1. Dexter (2006–2013)
Die Originalserie bleibt das Herzstück des Franchise und ist bis heute Pflichtprogramm, die sich für das goldene Serien-Zeitalter interessieren. Michael C. Hall macht Dexter zur tragischen Kultfigur: ein Mann zwischen Forensik-Labor und heimlichen Mordritualen, gefangen zwischen Familienidylle und Abgründen.
Die Serie glänzt ganz besonders, wenn sie Dexter mit gefährlichen Gegenspielern wie dem Ice Truck Killer oder Trinity (grandios: John Lithgow) konfrontiert und in moralische Dilemmata geraten lässt. Sie verliert allerdings in den späteren Staffeln an Stringenz, was im berüchtigten Finale gipfelt – das viele als ärgerlichen Bruch empfanden. Trotzdem bleibt die Serie ein Muss: elegant inszeniert, düster, oft bitter-komisch und ein Meilenstein in der Geschichte der Antihelden-TV-Ära, zu der auch Serien wie Breaking Bad oder Mad Men zählen.
2. Dexter: New Blood (2021–2022)
New Blood wirkt fast wie ein Versuch, das missratene Originalfinale wieder gutzumachen – mit gemischtem Erfolg. Acht Jahre nach dem einstigen Ende lebt Dexter unter falschem Namen in einer verschneiten Kleinstadt. Das Setting wirkt frisch, fast schon skandinavisch-nüchtern, ein starker Kontrast zum sonnendurchtränkten Miami.
Die eigentliche Spannung entsteht durch Dexters Begegnung mit seinem Sohn Harrison, der zwischen Bewunderung und moralischer Ablehnung schwankt. Das Vater-Sohn-Drama hebt die Serie emotional auf ein neues Level, auch wenn das Ende erneut polarisiert. Empfehlenswert für alle, die sich eine ernstere, reifere Variante des Stoffes wünschen, auch wenn sie weniger ikonische Bösewichte bietet.
3. Dexter: Original Sin (2024)
Das Prequel spielt 1991 und rückt Dexters Jugend in den Mittelpunkt – eine riskante, aber spannende Entscheidung. Patrick Gibson tritt in die Fußstapfen von Michael C. Hall, der diesmal lediglich als Erzähler fungiert. Die Serie zeigt, wie Harry Morgan (Christian Slater) erkennt, dass sein Adoptivsohn zum Töten neigt, und ihm den berüchtigten Kodex einbläut.
Original Sin ist weniger Crime-Thriller, mehr Coming-of-Age-Horror: Wir erleben einen Teenager, der weder in die Highschool-Welt noch in die Gesellschaft passt, und gleichzeitig zu einer moralisch fragwürdigen Leitfigur geformt wird. Für Fans, die die Wurzeln von Dexters „Regeln“ nachvollziehen wollen, ist das Prequel sehenswert – eine gewisse Toleranz für viel, viel Fan-Service und Nostalgiegewitter sollte man allerdings mitbringen.
4. Dexter: Wiedererwachen (seit 2025)
Dass nach New Blood überhaupt noch eine Fortsetzung kommt, überrascht – schließlich endete Dexter dort eigentlich endgültig. Wiedererwachen erklärt die wundersame Rettung des Antihelden und setzt direkt an den Konflikten des Vorgänger-Spin-Offs an. Neben Michael C. Hall kehren bekannte Figuren wie Angel Batista (David Zayas) zurück, und auch Jack Alcott als Harrison bleibt Teil der Geschichte.
Inhaltlich ist die Serie eine Art Synthese: Sie verbindet das Familiendrama von New Blood mit der Spannungsdichte des Originals. Und das mit Erfolg: So gut wie hier, war Dexter seit der vierten Staffel der Hauptserie nicht mehr. Für Fans, die Dexter trotz mehrfacher Abschiede nicht loslassen können, ist Wiedererwachen sowieso Pflicht – allerdings auch für jene, die seit damals auf ein wiedergutmachendes Finale hoffen, und die vielleicht (?) letzte große Runde mit einem der faszinierendsten TV-Charaktere der letzten 20 Jahre drehen wollen.




































































































































































































































