Es ist erstaunlich, wie sehr uns das Böse seit jeher fasziniert: Schon immer erzählen sich die Menschen Geschichten von Dämonen, dunklen Mächten und unerklärlichen Phänomenen – und seit den späten 1960er Jahren hat auch das Kino diese Stoffe intensiver verarbeitet. Nach Rosemaries Baby (1968) und Der Exorzist (1973) griff Das Omen (1976) die Vorstellung vom Antichristen auf und machte sie zum Zentrum einer ganzen Filmreihe.
Die Geschichte um den kleinen Damien, der sich als Sohn des Satans entpuppt, traf einen Nerv und wurde zu einem der prägenden Horror-Franchises. Ein Überblick über alle Filme und Serien des „Omen“-Universums in chronologischer Reihenfolge:
- Das erste Omen (2024, Prequel)
- Das Omen (1976, Film)
- Damien – Omen II (1978, Film)
- Barbara’s Baby – Omen III (1981, Film)
- Omen IV: Das Erwachen (1991, Film)
- Das Omen (2006, Remake)
1. Das Omen (1976, Film)
Der Auftakt von Richard Donner machte den Horror spirituell und zugleich intim: Ein amerikanischer Diplomat (Gregory Peck) vertauscht heimlich das tote Kind seiner Frau mit einem fremden Baby, um ihr den Schmerz zu ersparen – nicht ahnend, dass der kleine Damien in Wahrheit der Sohn des Satans ist. Schon bald häufen sich mysteriöse Tode und Vorzeichen. Die Mischung aus politischem Hintergrund und familiärem Drama verlieh dem Film eine bedrohliche Ernsthaftigkeit, die ihn von zeitgleichen Horrorklassikern wie Der Exorzist unterschied. Jerry Goldsmith gewann für die eindringliche Musik einen Oscar. Bis heute gilt Das Omen als Musterbeispiel dafür, dass subtiler Schrecken wirkungsvoller sein kann als vordergründige Schockeffekte.
2. Damien – Omen II (1978, Film)
Die unter der Regie von Don Taylor entstandene Fortsetzung setzt die Handlung zwei Jahre später fort: Damien wächst bei seinem Onkel (William Holden) auf, ehe er auf eine Kadettenschule geschickt wird. Dort beginnt er zu begreifen, dass er tatsächlich der Antichrist ist – eine Erkenntnis, die das Drama aus einer neuen Perspektive heraus vorantreibt. Der Film versucht, die Balance zwischen Coming-of-Age-Erzählung und düsterem Horror zu halten, und erinnert damit entfernt an Carrie, wo jugendliche Selbstfindung ebenfalls ins Übernatürliche kippt. Zwar erreicht Damien – Omen II nicht die Raffinesse des Originals, doch die Darstellung von Damiens wachsendem Bewusstsein verleiht der Reihe eine interessante psychologische Dimension.
3. Barbara’s Baby – Omen III (1981, Film)
In diesem dritten Teil ist Damien (Sam Neill) erwachsen und hat durch ein Erbe enormen Einfluss gewonnen: Als Präsident eines multinationalen Konzerns und US-Botschafter in Großbritannien nutzt er seine Macht für finstere Ziele. Der Film verlässt das intime Familiendrama der Vorgängerfilme und wendet sich stärker politischen Dimensionen zu. Damit wirkt er fast wie ein finsteres Gegenstück zu The Manchurian Candidate, nur dass die Bedrohung hier nicht subtiler Manipulation, sondern offen satanischer Herkunft entspringt. Neills Darstellung verleiht Damien eine kalte, berechnende Aura, doch die Ereignisse des Schreckens wirken mitunter zu konstruiert, um sich zu einem stimmigen Ganzen zusammenzusetzen. Barbara’s Baby wäre gerne ein düsterer Politthriller mit okkultem Einschlag, schafft den Sprung mit einer uninspirierten Story nicht ganz.
4. Omen IV: Das Erwachen (1991, Film)
Rund 15 Jahre nach dem Original erschien dieser TV-Film, der mit einem neuen Ansatz überraschte: Statt Damien ist es hier die kleine Delia (Asia Vieira), die das Erbe des Antichristen trägt. Im Gegensatz zu Damien ist sie sich ihrer Bestimmung von Anfang an bewusst – und nutzt diese gezielt. Inhaltlich wirkt der Film wie ein Versuch, die Reihe ins Fernsehformat zu überführen, mit weniger Raffinesse und spürbar niedrigerem Budget. Ähnlich wie viele andere Sequels der späten 1980er und frühen 90er Jahre – etwa Hellraiser III – scheiterte er daran, die ursprüngliche Magie einzufangen. So bleibt Omen IV ein kurioses Kapitel, das zeigt, wie leicht Horrorfranchises scheitern, wenn sie ihr Kernmotiv überstrapazieren und nur leidlich variieren.
5. Das Omen (2006, Remake, Film)
John Moore inszenierte ein fast werkgetreues Remake des Originals, diesmal mit Liev Schreiber und Julia Stiles in den Hauptrollen. Während die moderne Bildästhetik und ein aktualisiertes Setting den Stoff visuell aufwerten, fehlte es dem Film doch an eigenständigen Ideen. Das Ergebnis ist zwar insgesamt gelungener, erinnert aber an andere Horror-Remakes dieser Ära wie The Wicker Man oder The Fog, die zwar handwerklich solide sind, allerdings inhaltlich blass blieben. Für Zuschauer, die die Geschichte noch kennen, bietet das Remake jedoch eine zugänglichere, zeitgemäße Variante – wenn auch ohne den verstörenden Nachhall des Originals.
6. Damien (2016, Serie)
Die kurzlebige Serie Damien knüpfte an den Originalfilm von 1976 an und stellte den inzwischen erwachsenen Damien (Bradley James) in den Mittelpunkt. Er ist Fotograf, geplagt von Visionen und langsam mit der Erkenntnis konfrontiert, wer er wirklich ist. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Horrorserien wie The Exorcist oder Constantine fehlte es der Serie jedoch an einer klaren Linie. Sie oszillierte zwischen Thriller und Mystery-Drama, ohne wirklich eigene Akzente zu setzen. Damien ist vor allem für Fans interessant, die die Figur in einem moderneren Setting erleben möchten.
7. Das erste Omen (2024, Prequel, Film)
Unter der Regie von Arkasha Stevenson entstand schließlich das Prequel, das die Ursprünge der Reihe neu beleuchtet: Im Mittelpunkt steht eine junge Frau (Nell Tiger Free), die im Vatikan zur Zeugin geheimer Machenschaften wird: Dunkle Kräfte arbeiten gezielt auf die Geburt des Antichristen hin. Visuell orientiert sich der Film an modernen Horrortrends, kombiniert sakrale Symbolik mit beklemmenden Setpieces. Ähnlich wie Annabelle: Creation im Conjuring-Universum zeigt Das erste Omen, wie ein Prequel zugleich Mythologie vertiefen und neue Schrecken beschwören kann. Zwar ist der Film wahrlich nicht frei von Klischees, doch er bietet spannende Einblicke in die Anfänge eines der ikonischsten Horror-Sagas.








































































































































































































































