Jamie Bell: Die 10 besten Filme und Serien — und zwei kommendee Projekte

Jamie Bell: Die 10 besten Filme und Serien — und zwei kommendee Projekte

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 14. April 2026

Aktualisiert am 15. April 2026

Jamie Bell ist seit 25 Jahren im Geschäft und gehört zu den Schauspielern, die man kennt, ohne genau sagen zu können, warum. Sein Debüt machte ihn mit 13 Jahren weltbekannt und brachte ihm einen BAFTA als bester Hauptdarsteller ein — gegen Russell Crowe, Tom Hanks, Michael Douglas und Geoffrey Rush. 

Seitdem hat er Blockbuster, Kunstfilme, Kriegsdramen, eine AMC-Historienserie und einen der besten britischen Filme des Jahres 2023 gemacht, ohne je wirklich in eine Schublade gepasst zu haben. Er ist zu unregelmäßig präsent für einen A-Lister, zu gut für einen Charakterdarsteller im üblichen Sinne, zu vielseitig für ein Genre. Diese Unberechenbarkeit macht seine Filmografie interessanter als die der meisten Kollegen seiner Generation. Hier sind zehn Rollen, die das zeigen, und zwei kommende Projeekte, die man im Auge behalten sollte.

Kommendes Projekt: The Uprising

Zu guter Letzt noch ein kommendes Projekt, in dem der Hollywoodstar zu sehen sein wird. Paul Greengrass inszeniert ein Historiendrama über die englische Bauernrevolte von 1381 gegen König Richard II. Andrew Garfield führt das Ensemble als Anführer der Revolte an, Bell gehört zur Besetzung neben Thomasin McKenzie, Jonny Lee Miller und Katherine Waterston. Das Projekt ist laut Focus Features derzeit in Produktion. Ein genauer Starttermin ist noch nicht bekannt. Für Bell ist es die nächste Gelegenheit, in einem ambitionierten Ensemblefilm neben starken Kollegen zu zeigen, was er kann — eine Situation, in der er sich in der Vergangenheit regelmäßig bewährt hat. Das klingt definitiv vielversprechend!

Kommendes Projekt: Peaky Blinders (ab 2026)

Steven Knight reignites sein Franchise für Netflix in zwei neuen Staffeln à sechs Episoden, diesmal in den frühen 1950ern im Nachkriegs-Birmingham. Bell übernimmt die Hauptrolle als Duke Shelby, den Conrad Khan in Staffel 6 der Originalserie eingeführt hat. Peaky Blinders ist derzeit in Produktion in und um Birmingham, ein Starttermin ist noch nicht bekannt. Duke Shelby wird als "älter, klüger, ehrgeiziger und gefährlicher denn je" beschrieben. An Bells Seite spielen Charlie Heaton, Jessica Brown Findlay und Lashana Lynch. Dass Bell von Billy Elliot, dem tanzenden Bergarbeitersohn, zum Anführer einer der bekanntesten Verbrecherdynastien des britischen Fernsehens wird, ist eine Karrierekurve, die kaum jemand vorhergesehen hätte.

Der Film, mit dem alles begann. Bell setzte sich in einem Casting gegen über 2000 andere Jungen durch und spielte Billy Elliot, einen elfjährigen Bergarbeitersohn aus dem nordenglischen County Durham, der während des Bergarbeiterstreiks von 1984/85 entdeckt, dass er tanzen will. Billy Elliot – I Will Dance war das Spielfilmdebüt von Regisseur Stephen Daldry und wurde von drei Oscar-Nominierungen begleitet. Bell gewann den BAFTA als bester Hauptdarsteller — mit 14 Jahren einer der jüngsten Preisträger in dieser Kategorie. Auffällig ist, wen er dabei schlug: Russell Crowe, Tom Hanks, Michael Douglas und Geoffrey Rush. Seine Darstellung von Billys körperlicher Energie, Ratlosigkeit und Entschlossenheit ist kein typischer Kinderstar-Moment, sondern eine vollständige schauspielerische Leistung. Bells eigene Geschichte hat Parallelen zu der Figur: Er wuchs ohne Vater auf, hielt das Tanzen vor seinen Schulkameraden geheim und wurde dafür gemobbt. Was auf der Leinwand als authentisch wirkt, hat seinen Grund in dem, was er wirklich kannte.

Hallam Foe ist Bells eigenwilligster Solofilm und der am wenigsten bekannte Film aus dem ersten Jahrzehnt seiner Karriere. Er spielt den Titelhelden, einen jungen Mann mit einer Mischung aus Voyeurismus, Trauer und emotionaler Verwirrung, der nach dem Tod seiner Mutter auf die Dächer Edinburghs flüchtet und dort Leute beobachtet. Regisseur David Mackenzie dreht mit einer Direktheit, die das psychologisch ungemütliche Material nicht entschärft. Bell erhielt eine Nominierung für den British Independent Film Award als bester Hauptdarsteller. Was der Film zeigt, ist ein Schauspieler, der keine moralische Sicherheit in einer Figur braucht, um sie zu spielen. Hallam ist nicht sympathisch, nicht entschuldigt und nicht erklärt — Bell trägt ihn trotzdem vollständig. Für alle, die sehen wollen, was Bell leisten kann, wenn er keine Franchise-Anforderungen zu erfüllen hat, ist das der richtige Ausgangspunkt.

Edward Zwick inszeniert die wahre Geschichte der Bielski-Brüder, die im von Deutschland besetzten Weißrussland mit über tausend jüdischen Flüchtlingen in den Wäldern überlebt haben. Bell spielt Asael Bielski, den jüngsten der drei Brüder, neben Daniel Craig als Tuvia und Liev Schreiber als Zus. Defiance ist ein Film, der Bell als ernsthaften Erwachsenen-Schauspieler etabliert hat, weg vom jugendlichen Außenseiter-Image. Asael ist die stillste der drei Figuren: weniger heroisch als Tuvia, weniger aggressiv als Zus, und Bell nutzt diese Stille konsequent und ohne Selbstmitleid. Die Szenen zwischen den Brüdern haben eine physische Intensität, die dem historischen Material gerecht wird. Dass Bell in diesem Film seinen eigenen Platz findet, ohne in den Schatten von Craig oder Schreiber zu treten, ist ein unterschätztes Kunststück.

Steven Spielberg verfilmt Hergés Comics in einem Performance-Capture-Verfahren, das zur damaligen Zeit technisch noch relativ unbewiesen war. Bell spielt die Titelrolle: Tintin, den neugierigen, unerschrockenen Reporter, der einem gesunkenen Schiff und einem alten Geheimnis nachspürt. Die Abenteuer von Tim und Struppi ist ein Film, in dem die Technik die Hauptlast trägt — aber Bell verleiht Tintin eine Energie und körperliche Leichtigkeit, die die Figur erkennbar und lebendig macht, auch ohne sichtbares Gesicht. Die Titelrolle in einem Spielberg-Film zu tragen, ist kein kleines Unterfangen, und Bell macht es mit einer Selbstverständlichkeit, die keine Anstrengung zeigt. Dass er dabei neben Andy Serkis, Daniel Craig und Simon Pegg besteht, sagt einiges über die Qualität seiner Arbeit.

05

Snowpiercer
Snowpiercer

Snowpiercer

2013

Bong Joon-hos dystopischer Thriller, in dem die letzten Überlebenden einer Klimakatastrophe in einem endlos fahrenden Zug ihre Klassengesellschaft ausagieren — bis die Unterklasse am Ende des Zuges zu revoltieren beginnt. Bell spielt Edgar, den jungen, fanatisch loyalen Partner der Hauptfigur Curtis (Chris Evans). Snowpiercer ist ein internationales Ensemble-Kunstwerk mit Chris Evans, Tilda Swinton, John Hurt und Song Kang-ho, und Bell ist in einer kleineren Nebenrolle präsent, die er mit einer Intensität füllt, die über den reinen Umfang hinausgeht. Die Beziehung zwischen Edgar und Curtis ist die emotionale Basis der ersten Filmhälfte, und Bell gibt ihr eine Unmittelbarkeit, die den Film erdet. Dass er in diesem Ensemble bestehen kann, war zu diesem Zeitpunkt keine Selbstverständlichkeit.

Die AMC-Historienserie über das erste Spionagenetzwerk der amerikanischen Revolution, das sogenannte Culper Ring. Bell spielt Abraham Woodhull, einen Farmer und Schmuggelhändler aus Long Island, der für General Washington Informationen sammelt und dabei zwischen Loyalitäten, Angst, Überzeugung und persönlichen Verlusten zerrieben wird. Turn: Washington's Spies lief vier Staffeln lang auf AMC und war Bells erste große Serienhauptrolle. Die Serie hatte nie den kulturellen Moment, den sie vielleicht verdient hätte, und war trotzdem solid — mit einer sorgfältigen Rekonstruktion des kolonialen Amerika und einem Ensemble, das die moralischen Ambivalenzen des Spionagekrings ernst nimmt. Bell trägt das mit einer Zurückhaltung, die dem Charakter entspricht: Woodhull ist kein Held, er ist ein Überlebender.

07

Fantastic Four

Bells Rolle als Ben Grimm, der sich in das orangefarbene Felsenmonster The Thing verwandelt, war Gegenstand von Spott, der meistens in Richtung des Films und seines Regisseurs Josh Trank gerichtet war. Fantastic Four gilt als eine der schlechteren Superhelden-Produktionen der 2010er Jahre, und das ist nicht vollständig unberechtigt. Bells Beitrag ist trotzdem das Interessanteste daran: Er spielt Grimm vor der Verwandlung mit einer stillen, verletzlichen Schwere, und die Voice-Performance des monströsen Thing danach hat eine Würde, die dem Drehbuch mehr abringt als nötig. Was aus einem besseren Skript geworden wäre, lässt sich nur ahnen. Als Karriere-Fußnote ist der Film eher ein Zeichen für Bells Risikobereitschaft als für mangelnde Qualität.

Bell spielt Peter Turner, einen jungen britischen Schauspieler, der in den 1980er Jahren eine Liebesbeziehung mit der alternden Hollywood-Legende Gloria Grahame eingeht und ihr Leben mit ihr teilt, als sie schwer erkrankt. Annette Bening spielt Grahame, und Bell ist ihr menschliches Gegengewicht: jung, liebevoll, überfordert, loyal, ohne je ins Klischee zu kippen. Film Stars Don't Die in Liverpool ist einer der am wenigsten gesehenen Filme seiner Karriere und einer der besten. Bell erhielt seine zweite BAFTA-Nominierung als bester Hauptdarsteller — die erste seit Billy Elliot, sechzehn Jahre früher. Dass der Film trotz dieser Nominierung kaum Publikum fand, ist ein klassischer Fall von gutem Kino, das im falschen Moment erscheint. Er verdient eine zweite Betrachtung.

09

Rocketman
Rocketman

Rocketman

2019

Dexter Fletchers Elton-John-Biopic ist eines der aufwendigsten Musikerfilme der letzten Jahrzehnte: Teil Musical, Teil Psychoanalyse, Teil Spektakel. Taron Egerton spielt Elton John, Bell spielt Bernie Taupin, Eltons langjährigen Texter, besten Freund und stabilisierendsten Einfluss. Rocketman lebt von der Energie Egertons, aber die Freundschaft zwischen den beiden Figuren ist der emotionale Anker des Films — und dafür braucht es Bell. Taupin ist die ruhigere, geerdetere Figur neben Eltons exzessivem Aufstieg und Absturz, und Bell trifft diesen Ton mit einer Zurückhaltung, die genau das richtige Gegengewicht ist. Die Chemie zwischen Bell und Egerton macht den Kern des Films glaubwürdig, und das ist keine kleine Aufgabe in einem Film, der von Natur aus zur Überwältigung neigt.

Andrew Haigh dreht einen Film über einen Londoner Drehbuchautor (Andrew Scott), der seine Eltern besucht — die seit dreißig Jahren tot sind. Bell spielt den Vater, einfach als "Dad" bezeichnet, neben Claire Foy als Mutter. All of Us Strangers ist einer der besten Filme des Jahres 2023 und der Film, in dem Bell eine neue Ebene seiner Arbeit zeigt. Er ist 37 Jahre alt, spielt den Vater eines Mannes, der älter ist als er selbst, und macht das ohne jede Ironie zu einer vollständigen, traurigen, liebevollen menschlichen Figur. Haigh besetzte Bell in einer Rolle, zu der dieser auch biografisch einen starken Bezug hatte: Bell wuchs selbst ohne Vater auf." Die Szenen zwischen Bell, Foy und Scott gehören zum Erschütternsten, was das britische Kino der letzten Jahre produziert hat.

Über diese Liste

Titel

12

Gesamtkosten fürs Ansehen

27,42 €

Gesamtlaufzeit

47h 56min

Genres

Drama, Action & Abenteuer, Historisch

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Auf dieser Liste befinden sich 12 Titel und du kannst 3 von ihnen auf Netflix anschauen. 10 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 3 Titel Netflix
  2. 3 Titel Netflix Standard with Ads
  3. 2 Titel Magenta TV+
  4. 2 Titel Disney Plus
  5. 2 Titel Sky Go