“Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück” wird 25: Wie gut ist die Rom-Com gealtert?

“Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück” wird 25: Wie gut ist die Rom-Com gealtert?

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 03. April 2026

Aktualisiert am 14. April 2026

Manche Romantic Comedies altern so, dass man sie irgendwann nur noch als Zeitdokument schauen kann. Bei Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück ist es komplizierter und genau das macht den Film 25 Jahre später noch so interessant. Zum Jubiläum im April lohnt sich der Blick zurück nicht nur aus Nostalgie, sondern weil der Film bis heute erstaunlich lebendig wirkt und gleichzeitig an einigen Stellen sehr deutlich verrät, aus welcher Zeit er stammt. 

2001 kam Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück ins Kino, wurde ein großer Erfolg und machte Bridget endgültig zur festen Größe der Rom-Com-Geschichte. Dass die Figur bis heute weiterlebt und mit Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns, Bridget Jones’ Baby und zuletzt Bridget Jones – Verrückt nach ihm noch weitere Kapitel bekommen hat, zeigt, wie stark diese Reihe kulturell hängen geblieben ist. Das Jubiläum ist ein guter Zeitpunkt, um Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück noch einmal mit Zuneigung, aber nicht ganz unkritisch anzuschauen. Denn vieles funktioniert immer noch verblüffend gut und anderes wirkt heute spürbar anders als damals.

Was immer noch wunderbar funktioniert

Das Beste an Bridget war nie nur die Dreiecksromanze. Es war immer die Art, wie sie sich wie ein echter Mensch anfühlt und nicht wie eine geschniegelt geschriebene Rom-Com-Heldin mit ein paar dekorativen Macken. Bridget ist chaotisch, eitel, unsicher, lustig, oft komplett neben der Spur und dabei nie bloß eine Karikatur, und das macht den Film auch heute noch so angenehm. Er beobachtet eine Frau, die sich pausenlos selbst bewertet, aber trotzdem nicht nur als Witzfigur existiert. Man lacht zwar über sie, aber der Film lacht selten grausam über sie. 

Auch die Komik ist überraschend gut gealtert. Vieles ist Fremdscham, aber nicht in dieser später oft sehr anstrengenden Form, bei der man nur noch weggucken möchte. Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück weiß ziemlich genau, wann Schluss ist. Die Katastrophen sind groß genug, um lustig zu sein, aber nie so überdreht, dass Bridget nur noch zur Gag-Maschine wird. Das gibt dem Film eine Wärme, die vielen neueren Rom-Coms fehlt.

Dazu kommt, dass Renée Zellweger die Figur mit einer Ernsthaftigkeit spielt, die dem ganzen Film Halt gibt. Das war schon damals ein großer Teil seines Erfolgs, und daran hat sich nichts geändert. Dass ihre Performance mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde, fühlt sich rückblickend völlig folgerichtig an. Sie macht Bridget nie bloß niedlich. Sie macht sie verletzlich, trotzig und manchmal auch ein bisschen unerquicklich, also genau so, wie Menschen eben oft sind.

Wo der Film heute sichtbar aus der Zeit gefallen ist

Am deutlichsten knirscht es beim Thema Körperbild. Dass Bridget im Film fast permanent so behandelt wird, als sei sie deutlich zu dick, wirkt aus heutiger Sicht beinahe surreal. Die Figur wird von ihrem Umfeld, von ihrer eigenen inneren Stimme und vom gesamten kulturellen Rahmen in eine Ecke gedrängt, in der ihr Gewicht wie ein zentrales Lebensproblem erscheint. Das ist nicht bloß eine kleine Unschärfe, sondern einer der Punkte, an denen man beim Wiedersehen wirklich merkt, wie stark frühe 2000er-Medien von Diätkultur und Body-Shaming geprägt waren. Auch die öffentliche Diskussion rund um Renée Zellwegers Gewichtszunahme für die Rolle gehört rückblickend genau in dieses Bild.

Auch die Männer um Bridget sehen heute etwas anders aus als damals. Daniel Cleaver ist natürlich noch immer charmant, und Hugh Grant spielt diese Sorte glatten Katastrophenmann mit einer Leichtigkeit, die fast unfair ist. Aber der Film gönnt ihm stellenweise mehr verführerischen Glanz, als man ihm mit heutigem Blick eigentlich geben möchte. Viel von dem, was damals als sexy Frechheit durchging, liest sich heute klarer als Manipulation, Unzuverlässigkeit und emotionale Feigheit. Das ist nicht zwingend ein Problem des Films, eher ein interessanter Effekt. Daniel ist heute nicht weniger unterhaltsam, aber deutlich weniger romantisch.

Bei Mark Darcy ist es fast umgekehrt. Er funktioniert besser, je älter man wird und je weniger man nur auf das übliche Rom-Com-Prinzip hereinfällt, dass der lautere Mann automatisch der reizvollere ist. Gleichzeitig lebt auch seine Figur stark von einem Ideal, das der Film eher behauptet als komplett ausarbeitet. Mark ist der gute Mann, weil er stiller, anständiger und verlässlicher ist. Das stimmt auch, aber der Film liebt ihn manchmal schon, bevor er ihn ganz erklärt hat. Dass das trotzdem aufgeht, liegt stark an Colin Firth und natürlich daran, dass die ganze Konstruktion bewusst mit Stolz und Vorurteil spielt.

Feminismus, Karriere und das seltsame Bridget-Paradox

Interessant ist, dass Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück gleichzeitig fortschrittlicher und altmodischer wirkt, als man zunächst denkt. Einerseits ist Bridget eine berufstätige Frau mit eigenem Leben, eigener Wohnung, eigener Stimme und einem klaren Innenleben. Der Film nimmt ihre Perspektive ernst. Er interessiert sich für ihre Scham, ihre Hoffnungen, ihre Sexualität und ihren Wunsch, geliebt zu werden, ohne sie dafür zu bestrafen. Das ist ein echter Grund, warum die Figur so hängen geblieben ist. Bridget darf unperfekt sein. Sie muss nicht cool sein. Sie muss nicht alles unter Kontrolle haben. Und genau darin lag immer etwas Befreiendes.

Andererseits bleibt der Film doch auffallend stark in einer Welt verankert, in der weibliche Selbstbewertung fast automatisch über Begehren, Paarstatus und äußere Erscheinung läuft. Bridget arbeitet, klar, aber ihre Karriere wirkt nie ganz so wichtig wie ihr Liebesleben, ihr Gewicht oder die Frage, ob sie sich vor anderen wieder komplett blamiert. Das ist für eine klassische Rom-Com nicht ungewöhnlich, fällt heute aber stärker auf, weil sich das Genre verändert hat und Zuschauerinnen inzwischen oft mehr erwarten als nur die charmant verpackte Suche nach dem Richtigen. Die späteren Filme zeigen dabei durchaus, wie sich dieser Blick verschoben hat. Bridget wird älter, selbstsicherer und weniger stark über ihr Gewicht oder ihren Beziehungsstatus definiert, auch wenn die Reihe nie ganz aus ihren klassischen Rom-Com-Mustern ausbricht.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Film nach 25 Jahren so interessant geblieben ist. Er ist nicht makellos gealtert. An manchen Stellen wirkt er fast wie eine Zeitkapsel der frühen 2000er, inklusive toxischer Schönheitsmaßstäbe und einer Romantik, die weibliche Unsicherheit gern als Normalzustand mitverkauft. Aber er hat etwas überlebt, das viele andere Filme aus dieser Zeit nicht überlebt haben: seinen Menschenblick. Bridget ist keine Idee von einer Frau, sondern eine Figur mit Ecken, Widersprüchen und echtem Gefühl. Deshalb kann man heute kritisch auf den Film schauen und ihn trotzdem noch mögen. Vielleicht sogar mehr denn je, nur eben mit offeneren Augen.

Völlig verkatert und immer noch Single, beschließt Bridget Jones am Neujahrstag, ihr Leben endlich in den Griff zu kriegen - und Tagebuch zu führen: "Vorsatz Nummer eins: Muss unbedingt zwanzig Pfund abnehmen! Vorsatz Nummer zwei: Netten, einfühlsamen Freund suchen und nie wieder eine Beziehung mit Spannern, Größenwahnsinnigen, emotionalen Flachwichsern oder Perversen eingehen!" Leichter gesagt als getan - immerhin muss sich Bridget zwischen dem "amtlichen-Sex-Gott-mit-dickem-Auto" Daniel Cleaver und dem "unnahbar-wirkenden-aber-dennoch-nachdenklich-sensiblen" Mark Darcy entscheiden ...
Rund? Na und? Das denkt sich die Titelheldin mittlerweile und sonnt sich in ihrem Liebesglück mit Darcy. Doch Liebeslust liegt nah bei Liebesfrust und so bröckelt die Idylle rapide, als eine grazile, langbeinige australische Arbeitskollegin ihrem Darcy gefährlich nahe kommt. Natürlich riecht Bridgets Ex-Lover Cleaver den Braten und setzt angesichts der Beziehungskrise des Pummelchens alles daran, bei ihr noch einmal unters Laken zu schlüpfen. Und die stolpert bei so viel Interesse von einem Fettnapf in den nächsten.
43 Jahre und noch – oder schon lange wieder – Single. Für Bridget Jones, erfolgreiche Produzentin des Nachrichtenmagazins „Hard News“, gibt es anscheinend wichtigere Dinge als die Gründung einer Familie oder Nachwuchs. Doch das soll sich bald ändern, denn um sie herum schwelgt so mancher im Babyglück und der bemüht verborgen gehaltene Geburtstag, der die biologische Uhr problemlos laut stellen kann, wird doch noch breit getreten. Doch dann kommt plötzlich alles zusammen: Bridget begegnet ihrem Ex-Lover Mark Darcy und dessen Frau Camilla; dann schleifen sie ihre Freundinnen Miranda und Cathy Bridget auf ein Mädelswochenende auf einem Musikfestival, wo diese mit Internet-Millionärs Jack Qwant im Bett landet. Leider tut sie das auch kurz darauf noch mit dem guten Mark, was die Frage nach der Vaterschaft für die kurz darauf diagnostizierte Schwangerschaft verkompliziert …
In BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM schlüpft die zweifache Oscar®-Preisträgerin Renée Zellweger (Judy) einmal mehr in die Rolle, mit der sie eine Filmikone für die Ewigkeit geschaffen hat – eine Frau, deren unnachahmliche Einstellung zum Leben und zur Liebe ein ganzes Filmgenre revolutioniert hat. Bridget Jones eroberte zum ersten Mal als Hauptfigur von Helen Fieldings Bestseller-Roman „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ die Herzen des Publikums. Aus dem weltweiten Verkaufsschlager wurde wenig später der ebenso erfolgreiche gleichnamige Kinofilm. Die Titelheldin, die alleinstehende, berufstätige Bridget Jones aus London, begeisterte nicht nur mit ihren romantischen Abenteuern, sondern ebenso mit ihrem unnachahmlichen Gespür für Fettnäpfchen. Doch Bridgets Talent, trotz aller Widrigkeiten am Ende zu triumphieren, führte schließlich dazu, dass sie den Staranwalt Mark Darcy heiratete und Mutter eines Sohnes wurde. Endlich glücklich! Doch in BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM ist Bridget wieder allein: Seit Mark vor vier Jahren verstarb, kümmert sie sich als alleinerziehende Mutter um den 10 -jährigen Billy und die 6-jährige Mabel. Die beiden Kinder zieht sie mit tatkräftiger Unterstützung ihrer treuen Freunde auf – darunter sogar ihr ehemaliger Liebhaber Daniel Cleaver (Hugh Grant, Tatsächlich … Liebe). Angetrieben von ihrer Wahlfamilie – bestehend aus Shazzer (Sally Phillips, Smack the Pony, Veep: Die Vizepräsidentin, Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick), Jude (Shirley Henderson, See How they Run, Harry Potter und der Feuerkelch, The Mandalorian) und Tom (James Callis, Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb, Blood & Treasure, Castlevania), ihrer Arbeitskollegin Miranda (Sarah Solemani, Barry, Bad Education, Chivalry), ihrem ehemaligen Chef Richard Finch (Neil Pearson, Silent Witness, Waterloo Road, In the Club – Schwanger und was dann?) und ihrer Gynäkologin Dr. Rawlings (Oscar®-Gewinnerin Emma Thompson, Sinn und Sinnlichkeit) – versucht Bridget, einen neuen Weg in Richtung Leben und Liebe zu beschreiten. Sie geht wieder arbeiten und probiert sogar Dating-Apps aus. Schon bald wird sie von einem charmanten und enthusiastischen jüngeren Mann (Leo Woodall, Zwei an einem Tag, White Lotus) umworben. Beim Versuch, Arbeit, Haushalt und Liebesleben unter einen Hut zu bringen, muss sie sich nicht nur gegen die Vorurteile der perfekten Mütter in der Schule behaupten, sich um Billy kümmern, der mit dem Fehlen seines Vaters zu kämpfen hat, und eine Reihe peinlicher Begegnungen mit dem überrationalen Naturwissenschaftslehrer ihres Sohnes (Oscar®-Kandidat Chiwetel Ejiofor, 12 Years a Slave, Children of Men) überstehen. Zu den wiederkehrenden Darstellern gehören Oscar®-Preisträger Jim Broadbent (Paddington-Filme, Iris) und BAFTA-Gewinnerin Gemma Jones (Kleine schmutzige Briefe, Sinn und Sinnlichkeit) als Bridgets Eltern. Neu dabei sind Leila Farzad (The Marvels, I Hate Suzie, The Decameron) als „Perfekte Nicolette“, eine Mutter an der Schule von Bridgets Kindern, Josette Simon (Wonder Woman, Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu, The Crow) als Bridgets neue Kollegin Talitha und Nico Parker (The Last of Us, Dumbo sowie demnächst in Drachenzähmen leicht gemacht) als Bridgets Kindermädchen Chloe. BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM basiert auf dem Roman von Helen Fielding und wurde von dem gefeierten Filmemacher Michael Morris (To Leslie, Better Call Saul) nach einem Drehbuch der BAFTA-Nominierten Helen Fielding und des Oscar®-Nominierten Dan Mazer (Das hält kein Jahr…! Bridget Jones’ Baby) sowie der Emmy-Gewinnerin Abi Morgan (Die Eiserne Lady, Eric) inszeniert. Produziert wurde der Film von Tim Bevan und Eric Fellner von der Produktionsfirma Working Title, die alle bisherigen Bridget Jones-Filme produziert haben. Zu ihren Credits gehören Notting Hill, Fargo – Blutiger Schnee, Tatsächlich… Liebe, Les Misérables, Ticket ins Paradies und The Substance. Die Filme von Working Title haben 14 Oscars® sowie sieben Nominierungen in der Kategorie „Bester Film“ erhalten. Jo Wallett (Kleine schmutzige Briefe, Catherine, Lady wider Willen, Emma.) wirkte ebenfalls als Produzentin mit. Die ausführende Produktion übernahmen Helen Fielding sowie Renée Zellweger. Die Kamerafrau des Films ist die für einen Emmy nominierte Suzie Lavelle (Severance, Normal People), die Produktionsdesignerin die für einen BAFTA nominierte Kave Quinn (Catherine, Lady wider Willen, Judy). Für die Kostüme zeichnete Molly Emma Rowe (A Town Called Malice, A Discovery of Witches) verantwortlich. Den Filmschnitt übernahm der BAFTA-Gewinner und Emmy-Nominierte Mark Day (Harry Potter- und Fantastische Tierwesen-Franchises, Alles eine Frage der Zeit, Ex Machina). Die Musik stammt von Emmy-Gewinner und BAFTA- und Oscar®-Kandidat Dustin O’Halloran (Lion – Der lange Weg nach Hause, The Hate U Give). Das Casting übernahmen Lucy Bevan (Barbie, The Batman) und Olivia Grant (Die Fotografin, Barbie). Als Bühnenbildnerin wirkte Penny Crawford (A Private War, Diana) mit.

Über diese Liste

Titel

4

Gesamtkosten fürs Ansehen

11,15 €

Gesamtlaufzeit

7h 32min

Genres

Drama, Komödien, Romantik

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