
„The Mandalorian and Grogu“: Wann spielt der Film in der Star-Wars-Zeitlinie?
Sieben Jahre Kinopause, dreizehn Disney+-Serien dazwischen, und ausgerechnet eine Serien-Fortsetzung soll das Comeback richten. The Mandalorian and Grogu (2026) startet am 20. Mai 2026 in den deutschen Kinos – zwei Tage vor dem US-Release – und ist der erste Star-Wars-Film seit Der Aufstieg Skywalkers (2019). Das ist keine kleine Entscheidung: Lucasfilm hatte in dieser Zeit zwei Filme angekündigt, verschoben, gestrichen, neu besetzt und wieder beerdigt. Was am Ende übrig bleibt, ist ein Stoff, den ein nicht unwesentlicher Teil der Zielgruppe bereits aus drei Disney+-Staffeln kennt. Das sagt mehr über den Zustand der Marke als über den Film.
Wer wissen will, wann das alles spielt, braucht kurz Geduld – die Antwort ist einfacher als die Architektur dahinter.
Wie Star Wars Zeit zählt
Das Kalendersystem des Franchise orientiert sich an einem einzigen Moment: der Schlacht von Yavin am Ende von Krieg der Sterne (1977), als die Rebellen den Todesstern zerstören. Was davor liegt, heißt BBY – Before the Battle of Yavin. Was danach kommt, ABY. Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983), in der der Imperator stirbt und das Imperium fällt, spielt in 4 ABY. Die Sequel-Trilogie – Das Erwachen der Macht (2015), Die letzten Jedi (2017), Der Aufstieg Skywalkers – springt in die mittlere 30er ABY. Dazwischen klafft eine erzählerische Lücke von rund drei Jahrzehnten, in der die Neue Republik aufzubauen versucht, was die Rebellion erkämpft hat. Und genau in diese Lücke hat sich The Mandalorian (2019–) ab 2019 hineingesetzt – mit der Konsequenz, dass die Serie heute mehr Star-Wars-Geschichte trägt als die meisten Kinofilme.
Wo „The Mandalorian“ in der Zeitlinie liegt
Staffel 1 und 2 spielen in 9 ABY, fünf Jahre nach dem Fall des Imperiums, vier Jahre nach der entscheidenden Schlacht von Jakku. Die Neue Republik ist offiziell die galaktische Ordnungsmacht – aber sie kontrolliert die Außenwelten kaum, was die gesamte Prämisse der Serie überhaupt erst trägt. Imperiale Überreste organisieren sich im Hintergrund unter dem sogenannten Shadow Council, einem Zirkel hochrangiger Offiziere, der lange genug agieren kann, weil die Republik woanders hinschaut. In diesem Vakuum findet Din Djarin Grogu, schützt ihn, übergibt ihn Luke Skywalker und bekommt ihn am Ende zurück – nicht weil das Jedi-Training scheitert, sondern weil Grogu sich anders entscheidet.
Das Buch von Boba Fett (2021–2022) ist hier mehr als Spin-off: Es enthält die zwei oder drei Episoden, in denen Grogus Wahl zwischen Jedi-Weg und Din Djarin ausgespielt wird, und ist ohne diese Szenen erzählerisch nicht ersetzbar. Ahsoka (2023–) wiederum spielt zeitlich parallel zu The Mandalorian Staffel 3 und führt Großadmiral Thrawn zurück – die Figur, die das Bedrohungsszenario für den Film stellt.
Wann „The Mandalorian and Grogu“ spielt
Der Film knüpft an Staffel 3 an, vermutlich in 10 ABY, möglicherweise leicht darüber. Lucasfilm hat das nicht offiziell datiert, aber Jon Favreau hat in Interviews mehrfach angedeutet, dass zwischen den Staffeln Zeit vergeht – Grogus Training bei Luke war keine Episode, sondern eine Phase. Die Marketingbilder zeigen ihn auf ungefähr demselben Entwicklungsstand wie zum Ende der Serie, was gegen einen großen Sprung spricht. Din Djarin und Grogu operieren jetzt als Auftragnehmer der Neuen Republik gegen die letzten organisierten imperialen Warlords – eine Rolle, die Djarin am Ende der dritten Staffel angenommen hat und die strukturell näher an einem Western steht als an einer Weltraumoper.
Zur Einordnung: Zwischen The Mandalorian and Grogu und Das Erwachen der Macht liegen etwa 24 Jahre. In dieser Spanne wird die Erste Ordnung aus den Trümmern des Imperiums entstehen, Snoke wird auftauchen, Luke wird seine Akademie verlieren, und Project Necromancer – die Klonexperimente, die Palpatines Rückkehr ermöglichen – wird Gestalt annehmen. Im Film selbst ist davon noch nichts zu sehen. Aber alles, was später passiert, hat hier seinen Anfang.
Was man gesehen haben sollte – und was nicht
Favreau und Kathleen Kennedy versichern bei jeder Gelegenheit, der Film funktioniere auch für Neueinsteiger. Das ist die Pflichtaussage jedes Franchise-Verantwortlichen vor einem Kinostart, und sie ist in dieser Konsequenz selten ganz richtig. Wer The Mandalorian gar nicht kennt, wird die Beziehung zwischen Djarin und Grogu nicht missverstehen – sie wird im Film noch einmal etabliert. Aber er wird auch nicht spüren, warum sie zählt.
Wer sich vorbereiten will, kommt mit drei Dingen weiter: den drei Staffeln The Mandalorian, den relevanten Grogu-Episoden aus Das Buch von Boba Fett, und einem groben Überblick über Ahsoka Staffel 1, vor allem dem Wiederauftauchen Thrawns. Alles andere ist Kontext, der schön ist – aber nicht notwendig.










































