Desert Warrior und Co.: Die größten Kino-Flops der letzten zehn Jahre

Desert Warrior und Co.: Die größten Kino-Flops der letzten zehn Jahre

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 13. Mai 2026

Aktualisiert am 13. Mai 2026

Hollywood liebt Erfolgsgeschichten. Das Problem ist nur: Gerade spricht die Branche über einen der spektakulärsten Abstürze seit Jahren. Desert Warrior  ein historisches Wüstenepos mit Anthony Mackie, sollte Saudi-Arabiens großer Eintritt in die internationale Blockbuster-Liga werden. Stattdessen spielte der angeblich bis zu 150 Millionen Dollar teure Film an seinem nordamerikanischen Startwochenende nicht einmal 500.000 Dollar ein. Die Zahlen waren so absurd niedrig, dass viele sie zuerst für falsch hielten. Genau deshalb wirkt der Fall gerade wie mehr als nur ein normaler Flop.

Er fühlt sich an wie ein Symbol für eine Hollywood-Ära, in der riesige Budgets, große Namen und grenzenloses Selbstvertrauen plötzlich keine Garantie mehr dafür sind, dass überhaupt noch jemand ins Kino geht. Manche Filme verloren „nur“ Geld. Andere beschädigten ganze Franchises. Dieses Ranking der Flops der letzten zehn Jahre ordnet sie deshalb nicht einfach nach Verlusten, sondern nach Fallhöhe, Erwartung und der Heftigkeit der öffentlichen Bauchlandung.

Vor Solo: A Star Wars Story galt Star Wars als das Sicherste, was Hollywood zu bieten hatte. Mehrere Filme der Hauptreihe hatten Milliarden eingespielt, das Franchise schien unzerstörbar. Dann kam dieses Prequel über den jungen Han Solo, und das Publikum antwortete mit kollektivem Schulterzucken. Rund 393 Millionen Dollar weltweit klingen nach viel, bis man sich das geschätzte Budget von rund 250 Millionen Dollar vor Augen führt und dazurechnet, was eine globale Marketingkampagne für einen Star-Wars-Film kostet. Der Verlust lag bei geschätzten 77 Millionen Dollar, und das war noch die optimistische Rechnung. Dass hinter den Kulissen zwei Regisseure gefeuert wurden und Ron Howard im laufenden Betrieb einsprang, war dem Endprodukt anzumerken: Der erste Beweis, dass das Star-Wars-Label allein keine Garantie mehr war.

09

Cats
Cats

Cats

2019

Cats ist eines der seltenen Beispiele, bei denen der Trailer bereits die Katastrophe ankündigte. Als Universal Pictures im Dezember 2019 die CGI-Fellkörper von Jennifer Hudson, Judi Dench und Ian McKellen auf die Welt losließ, war die Reaktion so einhellig verstört, dass das Studio mitten im Kinostart eine technisch überarbeitete Version nachschob, ein Vorgang, der in der Filmgeschichte praktisch keine Parallele hat. Das Budget lag bei rund 100 Millionen Dollar. Weltweit spielte der Film nur 74 Millionen ein, der geschätzte Verlust lag am Ende bei mehr als 100 Millionen Dollar. Regisseur Tom Hooper hatte die erfolgreiche Bühnenproduktion von Andrew Lloyd Webber übernommen und daraus etwas gemacht, das Kritiker mit Begriffen beschrieben, die normalerweise für Horrorfilme reserviert sind. Er wird noch in zwanzig Jahren als Lehrstück dafür zitiert werden, was passiert, wenn niemand im Raum „Stopp" sagt.

08

Lightyear
Lightyear

Lightyear

2022

200 Millionen Dollar, die bekannteste Animationsfigur der Welt im Titel, und Pixars erste große Kinorückkehr nach der Pandemie: Lightyear hätte ein sicherer Treffer sein sollen. Der Film, der erklären wollte, welcher echte Raumfahrer Andy in Toy Story so fasziniert hat, dass er sich eine Buzz-Lightyear-Actionfigur kaufen musste, spielte weltweit 226 Millionen Dollar ein und deckte damit gerade mal das Produktionsbudget, ohne einen Cent der Marketingkosten. Pixar-CCO Pete Docter sagte später, der Film habe vom Publikum zu viel verlangt. Die Menschen wollten Buzz Lightyear mit den anderen Spielzeugen zusammen. Ohne sie war er einfach ein Raumfahrer. Für ein Studio, das seine eigenen Figuren besser kennt als irgendjemand sonst auf der Welt, ist das eine besonders teure Art, sich zu irren.

07

Strange World
Obwohl Disney rund 90 Millionen Dollar fürs Marketing ausgab, ging Strange World beim Publikum fast komplett unter. Disneys Animationsfilm über eine Familie von Entdeckern in einer fremden Welt eröffnete mit nur 11,9 Millionen Dollar in Nordamerika. Der Gesamtverlust lag am Ende bei fast 200 Millionen Dollar. Dabei war der Film selbst nicht einmal ein Totalausfall. Er hatte Ideen, Figuren, die man mochte, und eine Welt, in der man gerne länger geblieben wäre. Nur kam davon kaum etwas beim Publikum an, weil der Film nie das Gefühl erzeugte, ein echtes Ereignis zu sein. Von einem Studio, das mit Encanto kurz zuvor gezeigt hatte, wie man einen Animationsfilm in ein globales Popkultur-Phänomen verwandelt, wirkt das bis heute erstaunlich.
Mortal Engines: Krieg der Städte hatte alles, was ein Studio braucht, um sich sicher zu fühlen: Peter Jackson war als Produzent beteiligt, dazu kamen ein ambitionierter Roman als Vorlage, ein Budget von über 100 Millionen Dollar und der Traum von einem neuen Fantasy-Franchise. Das Eröffnungswochenende in Nordamerika brachte 7,5 Millionen Dollar. Am Ende stand ein weltweites Einspielergebnis von 84 Millionen Dollar einem geschätzten Gesamtverlust von fast 175 Millionen Dollar gegenüber. Die große Welle der dystopischen Jugendbuchverfilmungen war mit Divergent und Maze Runner längst abgeebbt, als der Film 2018 ankam. Niemand beim Studio schien das bemerkt zu haben, und der Film verschwand so schnell aus den Kinos, dass die meisten Menschen heute nicht mehr sagen könnten, ob sie je einen Trailer gesehen haben. Für einen Film, der eine Franchise-Ära einläuten sollte, ist das eine vernichtende Bilanz.
Irgendwo in den Planungsrunden für Indiana Jones und das Rad des Schicksals muss jemand entschieden haben, dass Harrison Ford als Indiana Jones immer noch ein globales Ereignis ist. Anders lässt es sich kaum erklären, warum Disney allein rund 387 Millionen Dollar in die Produktion steckte, was den Film zu einem der teuersten macht, die jemals gedreht wurden. Das weltweite Einspielergebnis klingt auf dem Papier zwar ordentlich: 384 Millionen Dollar. Allerdings war das weniger als das Produktionsbudget, noch bevor Marketingkosten dazukamen. Zwischen diesem Film und Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels lagen 15 Jahre, und die Hoffnung, dass Nostalgie allein ein weltweites Publikum zurück ins Kino bringt, entwickelte sich für Disney zu einer extrem teuren Fehleinschätzung.
Der erste Joker hatte 2019 mit 55 Millionen Dollar Budget eine Milliarde Dollar eingespielt, der profitabelste Film ab 18 aller Zeiten. Warner Bros. investierte rund 200 Millionen Dollar in das Sequel Joker: Folie à Deux. Todd Phillips und Joaquin Phoenix holten Lady Gaga dazu und machten aus dem Nachfolger ein düsteres Gerichtsfilm-Musical. Beim Publikum kam das so schlecht an, dass der Film mit einem D auf der CinemaScore-Skala eine der miesesten Bewertungen der Comicfilm-Geschichte erhielt. Weltweit spielte der Film nur 207 Millionen Dollar ein, der geschätzte Verlust lag bei rund 144 Millionen Dollar. Von einem Film, der mit minimalem Budget eine Milliarde eingespielt hatte, erwartete das Studio vom Nachfolger mit dem Dreifachen des Budgets mindestens dasselbe. Das Publikum, das 2019 noch in Scharen gekommen war, blieb diesmal zu Hause.

03

Schneewittchen
Die Produktion von Schneewittchen verlief so turbulent, dass das Ergebnis am Ende fast zwangsläufig wirkte. Rachel Zeglers öffentliche Kommentare über den Originalfilm sorgten für Diskussionen, dazu kamen kulturpolitische Debatten um die Besetzung und die Entscheidung, die Zwerge größtenteils per CGI umzusetzen. Gleichzeitig wuchs das Budget laut späteren Unterlagen weit über die offiziell gemeldeten 270 Millionen Dollar hinaus. Weltweit spielte der Film über 200 Millionen Dollar ein, der Verlust lag bei mindestens 115 Millionen Dollar. Disney hat den allerersten langen Zeichentrickfilm des Studios als Vorlage genommen, das Werk, das 1937 das Fundament des gesamten Unternehmens legte, und daraus einen Film gemacht, bei dem das Publikum aktiv fernblieb.

02

The Marvels
The Marvels

The Marvels

2023

Vier Jahre nach Avengers: Endgame, dem Film, der 2,8 Milliarden Dollar eingespielt und das Blockbuster-Kino neu definiert hatte, öffnete The Marvels an einem Novemberwochenende 2023 mit 46 Millionen Dollar in Nordamerika, dem schwächsten Startwochenende in der Geschichte des MCU. Das Budget lag offiziell bei 270 Millionen Dollar, später aufgetauchte Dokumente deuten auf bis zu 378 Millionen Dollar hin, der dokumentierte Nettoverlust bei mindestens 237 Millionen Dollar. Das Publikum hatte nicht aufgehört, Marvel zu mögen. Es hatte schlicht aufgehört, automatisch zu erscheinen, und kein Studio der Welt hatte sich darauf vorbereitet, dass das irgendwann passieren könnte.
Bevor Desert Warrior am 24. April 2026 in mehr als 1.000 nordamerikanischen Kinos startete, hatten die meisten Menschen noch nie von ihm gehört. Wenige Tage später sprach plötzlich die ganze Branche über den Film, allerdings aus den falschen Gründen. Das historische Wüstenepos mit Anthony Mackie wurde von MBC Studios produziert und soll bis zu 150 Millionen Dollar gekostet haben. Dabei ging es nie nur um einen einzelnen Kinofilm. Desert Warrior war auch als internationales Prestigeprojekt gedacht, als Beweis dafür, dass Saudi-Arabien inzwischen selbst große Blockbuster stemmen kann. Umso surrealer wirkte der Absturz danach. Am ersten Wochenende spielte der Film in Nordamerika gerade einmal 487.848 Dollar ein, im Schnitt 483 Dollar pro Kino. Hinter den Kulissen war es zuvor bereits zu langen Verzögerungen und Konflikten während der Postproduktion gekommen, Regisseur Rupert Wyatt verließ das Projekt zeitweise sogar komplett. Dazu kam ein US-Start, der wirkte, als hätte kaum jemand überhaupt bemerkt, dass der Film erschienen war. Was hier passiert ist, fühlt sich bis heute fast unwirklich an: kein gescheitertes Franchise, kein Superhelden-Burnout, einfach ein gigantisches Prestigeprojekt, das im Kino beinahe spurlos verschwand.
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Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

7,98 €

Gesamtlaufzeit

20h 13min

Genres

Action & Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 6 von ihnen auf Disney Plus anschauen. 5 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 6 Titel Disney Plus
  2. 2 Titel Netflix
  3. 2 Titel Netflix Standard with Ads
  4. 1 Titel WOW
  5. 1 Titel Sky Go