Francis Ford Coppolas „Godfather“-Trilogie ist eines der großen Monumente der Kinogeschichte. Auf Basis der Romane von Mario Puzo revolutionierte Coppola nicht nur das Mafia-Genre, sondern entlarvte zugleich die Schattenseiten des „American Dream“. Es geht nicht nur um Gangster, Gewalt und Machtkämpfe – sondern auch um die Versuchung, Familie und Tradition über alles zu stellen, auch wenn der Preis dafür Selbstzerstörung heißt.
Die drei Filme sind eng verwoben und sollten, und wenn man sie erstmals sieht, unbedingt in der klassischen Reihenfolge geschaut werden. Alternativ existiert der sogenannte „Coppola-Schnitt“, der die Handlung chronologisch montiert. Für Einsteiger jedoch ist die ursprüngliche Dramaturgie klar die bessere Wahl. Wir geben einen einordnenden Überblick - und empfehlen außerdem eine Serie, die sich für Fans der Trilogie besonders lohnt.
1. Der Pate (1972)
Der erste Teil gilt bis heute als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten. Er erzählt von Don Vito Corleone und dem zunächst widerwilligen Michael , der schrittweise in die Familiengeschäfte hineingezogen wird. Francis Ford Coppola inszeniert keine plumpe Gangsterstory, sondern eine beinah opernhafte Erzählung aus detailreich komponierten Bildern, obskuren Ritualen und einer stillen Brutalität, die von Nino Rotas ikonischem Score getragen wird.
Kurzum: Der Pate ist gewissermaßen Pflichtstoff für alle Cineastinnen und Cineasten. Er begründete die Bildsprache des Mafiafilms und setzte mit Marlon Brando und Al Pacino neue Genremaßstäbe für nuancierte Schauspielkunst. Und: Ohne dieses Werk versteht man viele heutige Mafia-Darstellungen und Anspielungen nicht.
2. Der Pate II (1974)
Die Fortsetzung ist weniger Sequel als Spiegelung des Originals. Francis Ford Coppola verzahnt gekonnt zwei Zeitebenen: Michaels Aufstieg nach dem Tod des Vaters und Vitos Anfänge in New York, gespielt von Robert De Niro. So entsteht ein komplexes Epos über den Preis von Macht und die folgenreiche Erosion moralischer Maßstäbe. Al Pacino zeigt Michael als kühlen, zunehmend isolierten Patriarchen, dessen Entscheidungen alle Bindungen zerstören. Parallel dazu wirkt Vitos Werdegang fast wie eine dunkle Version des „American Dream“.
Mit über drei Stunden Laufzeit erfordert Der Pate II eine gewisse Geduld von seinem Publikum, aber er belohnt mit einer Tiefe, die das Original sogar nicht übertrifft. Für alle, die Macht, Loyalität und Schuld in epischer Breite und fast biblischer Schwere verhandelt sehen wollen, ist dieser Film das Herzstück der Trilogie.
3. Der Pate III (1990)
Der dritte Teil ist weniger triumphal als seine Vorgänger und wirkt zugleich wie ein Epilog und Abgesang. Michael Corleone ist älter, müde und will die Familie endlich legitimieren. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los: Intrigen, Verrat und die nächste Generation holen ihn ein. Francis Ford Coppola wählt für diese Erzählung bewusst einen anderen Ton – melancholischer, tragischer, weniger kraftvoll inszeniert.
Der Pate III wiederholt viele Motive, anstatt sie weiterzuentwickeln, was ihn schwächer wirken lässt als seine Vorgänger. Und doch: Al Pacino verleiht seiner Figur eine menschliche Tiefe, die den späten, gebrochenen Corleone tatsächlich greifbar macht. Besonders das Finale in Sizilien, wenn private Tragödie und öffentliche Bühne ineinanderfallen, hat eine Wucht, die lange nachhallt.
4. The Offer (2022, Serie)
Wer nach der Trilogie noch tiefer eintauchen will, findet in The Offer eine spannende Ergänzung. Die Serie erzählt von der turbulenten Entstehungsgeschichte des ersten Der Pate-Films: Produzent Albert S. Ruddy kämpft gegen Studiobosse, Budgetprobleme und sogar gegen die reale Mafia, die sich an der Darstellung ihrer Welt stört.
Die Parallelen zum Film selbst sind unübersehbar: Machtkämpfe, Intrigen, Loyalitäten – diesmal hinter den Kulissen. Zwar neigt die Serie gelegentlich zu Übertreibung und Selbstmythologisierung, doch als Meta-Erzählung über das Mafia-Kino funktioniert sie hervorragend. Wer die Trilogie schätzt, findet hier eine Art fiktionalisiertes „Making-of“ in Spielfilmqualität.































































































































































































































