
Wer ist der beste Jack Ryan? Alle Darsteller im Ranking
Mit Jack Ryan: Ghost War ist John Krasinski gerade erst als CIA-Analytiker Jack Ryan auf die Bildschirme zurückgekehrt, und der Film stellt eine alte Frage neu: Was macht eigentlich einen guten Jack Ryan aus?
Tom Clancy hat ihn als CIA-Analytiker entworfen, als jemanden, der Zahlen liest, Muster erkennt und eigentlich an seinem Schreibtisch bleiben sollte, während andere die Waffen tragen. Dass er trotzdem immer wieder im Feld landet, ist keine Stärke, sondern eine Art Berufsunfall, der sich wiederholt.
Darum ist Jack Ryan so schwer zu spielen: Ryan muss klüger wirken als die Situation, in der er steckt, und gleichzeitig verletzlicher als jeder klassische Actionheld. Seit 1990 haben fünf Schauspieler versucht, diesen Widerspruch aufzulösen.
Manche Schauspieler haben verstanden, dass Ryan kein klassischer Actionheld ist. Andere haben aus ihm genau das gemacht. Dieses Ranking zieht die ultimative Bilanz.
Das Problem mit Jack Ryan: Shadow Recruit ist nicht, dass Chris Pine einen schlechten Job macht. Es ist, dass er den falschen Job macht. Regisseur Kenneth Branagh hat 2014 einen weiteren Versuch gestartet, das Franchise neu zu beleben, und Pine spielt Ryan als jemanden, dem der Einsatz Spaß macht, der sich im Feld wohlfühlt und der Gefahren mit der Haltung eines Mannes begegnet, der weiß, dass er sie übersteht.
Damit entfernt sich der Film ziemlich weit von dem, was Ryan eigentlich interessant macht. Pines Ausstrahlung ist zu glatt, zu souverän, zu cool, und der Film belohnt das noch, indem er ihn Szene für Szene als kompetenten Agenten inszeniert, der keine echte Angst kennt. Was dabei verloren geht, ist der Kern der Figur: ein Mann, der zu gut für seinen eigenen Schutz denkt und das selbst als Letzter bemerkt. Shadow Recruit ist nicht unbedingt erinnerungswürdig, und das zieht Pine unverschuldet mit nach unten.
Ben Affleck ist ein guter Schauspieler, der für diese Rolle die falsche Körpersprache mitgebracht hat. In Der Anschlag spielt er einen jungen Ryan, der dabei hilft, den Ursprung einer Atombombe auf amerikanischem Boden aufzuspüren, bevor ein Krieg zwischen den USA und Russland entfacht wird. Das Szenario ist dicht, die Spannung ist real, und Affleck gibt sein Bestes, aber er spielt Ryan zu proaktiv, zu entschlossen, zu wenig zögernd.
Wenn Ryan in einer Szene nachdenkt, sieht man bei Affleck einen Mann, der bereits weiß, was er als Nächstes tut. Ein Analytiker, der zweifelt und trotzdem handelt, sieht anders aus, und genau diese Lücke zwischen Wissen und Zögern füllt Affleck nie aus. Er trägt den Film, aber er trägt ihn wie einen Actionthriller, nicht wie eine Geschichte über jemanden, der eigentlich nicht hier sein sollte. Damit landet er einen Platz vor Pine, weil Der Anschlag als Film mehr Substanz mitbringt als Shadow Recruit und Affleck das zumindest nicht verspielt.
Es gibt Momente in der Amazon-Serie Jack Ryan, in denen John Krasinski genau versteht, wer dieser Mann ist. Wenn Ryan am Schreibtisch sitzt, Daten verknüpft und langsam begreift, dass etwas Schlimmeres im Anzug ist, als irgendjemand sonst ahnt, dann ist Krasinski überzeugend in einer Weise, die seine Vorgänger in dieser ruhigeren Qualität selten erreicht haben. Schwieriger wird es immer dann, wenn die Serie aus ihm einen klassischen Einsatzhelden machen will. Die Serie schickt Ryan in Schusswechsel, lässt ihn Hubschrauber überleben und durch Kriegsgebiete rennen, und Krasinski macht das mit einer Selbstverständlichkeit, die der Figur nicht bekommt.
Für Jack Ryan: Ghost War, den gerade erschienenen Film, gilt das noch deutlicher. Was Krasinski zeigt, ist eine gelungene Interpretation eines modernen TV-Spionageprotagonisten. Mit Clancys ursprünglicher Figur hat das aber oft nur noch teilweise zu tun. Trotzdem landet er klar vor Affleck, weil er als einziger der unteren drei wirklich begriffen hat, wo Ryan anfängt, auch wenn er ihn nicht konsequent dort hält.
Was Harrison Ford von seinen Nachfolgern in dieser Rolle trennt, lässt sich in einer einzigen Szene zeigen: Ryan, der mit seiner Familie am Tisch sitzt und trotzdem angespannt wirkt, weil er weiß, was draußen auf ihn wartet, und es niemandem sagen kann.
Ford spielt das in Die Stunde der Patrioten mit einer Erschöpfung, die sich echt anfühlt, und in Das Kartell mit einer zunehmenden Verbitterung, die zeigt, dass Ryan nach Jahren im System verstanden hat, wie wenig das System seinen eigenen Regeln folgt. Er ist der einzige Filmdarsteller, dem zwei Spielfime in der Rolle vergönnt waren, und er hat beide genutzt, um denselben Mann zu zeigen, der älter und klüger wird, ohne je gleichgültig zu werden. Was ihn von Platz 1 trennt, ist kein Mangel an Können, sondern ein Übermaß an Bekanntheit: Ford bringt Indiana Jones und Han Solo in jeden Raum, den er betritt, und Ryan verschwindet ein Stück weit dahinter. Baldwin dagegen war 1990 noch kein Überstar, und das hat der Figur mehr genützt als jedes Drehbuch.
Jagd auf Roter Oktober ist der erste Roman, den Tom Clancy über Ryan geschrieben hat, und der Film von 1990 ist bis heute die überzeugendste Verkörperung dessen, was Clancy gemeint hat. Alec Baldwin spielt einen CIA-Analytiker, der einem sowjetischen U-Boot-Kapitän unterstellt, dass er nicht angreifen, sondern überlaufen will, und dann alles daran setzt, das zu beweisen, bevor beide Seiten ihn aufhalten.
Baldwin vereint Dinge, die die späteren Versionen meist nur einzeln hinbekommen haben: Intelligenz ohne Arroganz, Nervosität ohne Lähmung, und die Fähigkeit, Szenen zu tragen, in denen nichts explodiert und trotzdem alles auf dem Spiel steht. Er sieht aus wie jemand, der in ein Büro gehört, und gibt diese Überzeugung auch dann nicht auf, wenn er längst keines mehr hat. Dass er nur ein einziges Mal in der Rolle zu sehen war, bleibt das größte Versäumnis der gesamten Franchise-Geschichte.









































