
Welcher Lannister-Zwilling hat in „House of the Dragon“ überlebt – und kehrt in Folge 5 zurück?
Wer nach der ersten Episode glaubte, beide Lannister-Zwillinge seien Geschichte, wird in Folge 5 eines Besseren belehrt: Kurz nachdem Aegon (Tom Glynn-Carney) und Larys Kraft (Matthew Needham) in den Wäldern um Krähenruh über ihre aussichtslose Lage beraten haben, steht ein Lannister vor ihnen. Bis zu diesem Zeitpunkt schien es, als seien sowohl Jason als auch Tyland Lannister in den Kämpfen gefallen. Welcher der beiden Brüder (beide gespielt von Jefferson Hall) hat also überraschend überlebt?
Die Rückkehr eines tot geglaubten Lannisters
Die Antwort liefert ein Blick zurück auf die erste Folge der aktuellen Staffel. Zwar entsteht zunächst der Eindruck, als hätten beide Lannister-Zwillinge im Kampf ihr Leben verloren – tatsächlich aber ist nur der Tod eines Bruders ganz eindeutig zu sehen. Während Jason mit dem Heer der Lannisters in den Flusslanden in den Krieg zieht, begleitet Tyland die Flotte der Triarchie in der Schlacht in der Gurgel.
Dort gerät die verbündete Flotte in schwere Bedrängnis. Um ihre Schiffe leichter und schneller zu machen, werfen die Männer der Triarchie kurzerhand die schwer gepanzerten Lannister-Soldaten über Bord – darunter auch Tyland, der von Sharako Lohar (Abigail Thorn) selbst ins Wasser gestoßen wird. Sein weiteres Schicksal zeigt die Episode allerdings nicht.

Anders verhält es sich im Fall von Jason: Er wird nach dem Rückzug der Lannister-Truppen von den Winterwölfen um Roderick Staublin (Tommy Flanagan) gestellt und getötet. Als unmissverständlichen Beweis seines Todes übergibt der auch als „Roddy die Ruine“ bekannte Lord seinen Kopf an Daemon Targaryen (Matt Smith).

Damit kann es sich bei dem Lannister, der in der fünften Folge von House of the Dragon auf Aegon und Larys Kraft trifft, nur um Tyland handeln. Wie er überlebt hat, lässt die Serie zunächst offen.
Was hat Tyland Lannister nun mit Aegon vor?
Mit Tylands Rückkehr erhält Aegons aussichtslose Flucht plötzlich eine neue Wendung. Gemeinsam mit Larys Kraft hält sich der gestürzte König weiterhin in den Ruinen von Krähenruh versteckt – ohne Geld, ohne Truppen und ohne klares Ziel.
Tylands Auftauchen eröffnet ihm nun eine neue Perspektive. Als Oberhaupt eines der mächtigsten und wohlhabendsten Häuser Westeros’ bietet er Aegon seine Unterstützung an. Allerdings geraten Tyland und Larys sofort aneinander: Während Larys seinen König möglichst weit weg von Westeros nach Braavos bringen will, drängt Tyland darauf, nach Lennishort aufzubrechen. Der Hafen nahe Casterlystein würde Aegon nicht nur unter den Schutz des Hauses Lannister stellen, sondern ihm auch Zugang zu dessen Truppen und Reichtümern verschaffen. Außerdem dürfte Tyland, der als Meister der Münze im Rat der grünen Fraktion diente, wissen, wo sich das Gold der Krone befindet.

Zu einer Entscheidung kommt es allerdings vorerst nicht. Während die beiden Männer streiten, schleicht sich Janos (Oliver Coopersmith), der selbst ernannte „Lord“ der Burgruine, an Aegon heran und überreicht ihm seine Krone – ein Zeichen dafür, dass er dessen wahre Identität erkannt hat. Aegon reagiert sofort und tötet den Mann. Noch bevor geklärt werden kann, welchem Plan er letztlich folgen wird, endet die Szene.
Achtung, Spoiler: Der folgende Abschnitt enthält Details aus der Buchvorlage „Feuer und Blut“, die Handlungselemente in „House of the Dragon“ vorwegnehmen könnten.
Was verrät die Buchvorlage darüber, wie Tyland Lannister überlebt hat – und seine Pläne mit Aegon?
Die Buchvorlage von George R. R. Martin liefert keine Erklärung dafür, wie Tyland die Schlacht in der Gurgel überlebt hat – schlicht, weil die Ereignisse in „Feuer und Blut“ ganz anders verlaufen. Dort nimmt Tyland weder an besagter Schlacht teil, noch begegnet er später Aegon auf dessen Flucht.
Stattdessen bleibt Tyland zunächst Meister der Münze in Königsmund. Nachdem Rhaenyra die Hauptstadt eingenommen hat, wird er gefangen genommen und schwer gefoltert, weil er sich weigert, den Verbleib des Goldes preiszugeben. Auch Tylands Reise über die Meerenge findet in der Vorlage erst deutlich später und in einem anderen Kontext statt.
Die Serie scheint dieses Handlungselement nun vorgezogen zu haben. Möglich ist daher, dass Tylands Folter erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt und seine Geschichte damit trotz der geänderten Reihenfolge wieder an die Buchvorlage anknüpft – etwa, indem er auf der Flucht mit Aegon doch noch in die Hände der schwarzen Fraktion gerät.
Ebenso denkbar ist allerdings, dass House of the Dragon (seit 2022) an dieser Stelle einen völlig eigenen Handlungsstrang einschlägt und Tylands weiteres Schicksal deutlich anders erzählt als George R. R. Martins Vorlage.

































