Mit Industry (seit 2020) haben Mickey Down und Konrad Kay eine der spannendsten Serien der letzten Jahre geschaffen. Ihr mittlerweile vier Staffeln umfassendes Drama begleitet junge Absolventinnen und Absolventen beim Einstieg in eine der renommiertesten Investmentbanken Londons – und zeichnet dabei ein ebenso präzises wie schonungsloses Bild einer Branche, in der Leistungsdruck, Konkurrenz und persönliche Opfer zum Alltag gehören.
Zwischen nächtelangen Trading-Sessions, Intrigen im Büro und dem ständigen Kampf um Anerkennung verschwimmen die Grenzen zwischen beruflichem Ehrgeiz und Selbstzerstörung zunehmend.
Im Zentrum steht unter anderem Harper Stern, gespielt von Myha'la, die zu einer der komplexesten Figuren der Serie geworden ist. Harper ist eine ambitionierte, hochintelligente junge Frau, die sich ohne klassischen Eliteabschluss in der gnadenlosen Welt der Finanzindustrie behaupten muss. Ihr Aufstieg ist ebenso beeindruckend wie riskant – geprägt von mutigen Entscheidungen und dem permanenten Druck, sich immer wieder neu zu beweisen.
Die Stars von Industry und ihre „Guilty Pleasures“
Doch abseits von Trading Floors und Machtspielen zeigen sich sowohl die Showrunner Mickey Down und Konrad Kay als auch Schauspielerin Myha'la im „Sorry Not Sorry“-Format von JustWatch von einer deutlich verspielteren Seite – und überraschen mit „Guilty Pleasures“ zwischen Vampirromantik, britischem Feelgood-Kino und kultigem Nonsens.
Myha'la: „Ich vermisse cringe!“
Wer hätte es gedacht: Die amerikanische Schauspielerin Myha'la schaut privat gerne die Twilight-Saga. Ihre Begeisterung bringt sie ganz unverblümt auf den Punkt: „Ich vermisse cringe!“, sagt sie im Gespräch mit JustWatch. Gerade das, was heute oft als „zu viel“ empfunden werde, habe für sie einen ganz eigenen Reiz. Vieles wirke inzwischen „zu glatt“, während Twilight (2008) sich erlaube, nicht nur emotional, sondern dabei auch etwas unbeholfen zu sein. Darin liegt für Myha'la durchaus eine Stärke.
Besonders hebt sie das „Sehnen“ hervor, das sich durch die Figuren und ihre Beziehungen ziehe und das sie heute in vielen Produktionen vermisse. Dass sie darüber hinaus eine ausgesprochene Vorliebe für Vampire hat, rundet ihre Wahl nur folgerichtig ab.
Mickey Down: Alles ist erlaubt!
Mickey Down wiederum stellt die Grundidee des „Guilty Pleasure“ charmant infrage. Für ihn gilt schlicht: Wenn man Freude an etwas hat, ist das vollkommen in Ordnung. Auf die Frage nach einem Film, den er besonders oft schaut, nennt er dann doch einen Titel – und zwar Austin Powers: Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat (1997).
Die Kultkomödie von und mit Mike Myers ist eine liebevoll-überdrehte Parodie auf klassische Agentenfilme der 1960er Jahre, allen voran James Bond. Mit ihrem bewusst absurden Humor, ikonischen Figuren und einer ganz eigenen Mischung aus Slapstick und Wortwitz hat sie sich längst einen festen Platz in der Popkultur gesichert.
Konrad Kay: Ein Faible für britische Romantik
Auch Konrad Kay denkt weniger in Kategorien von „Guilty Pleasures“, sondern spricht lieber über das, was er wirklich schätzt. „Ich mag die Filme von Richard Curtis,“ erklärt er im Gespräch mit JustWatch. Die Filme des britischen Autors und Regisseurs sind vor allem für ihren feinen Humor, präzise Dialoge und ein besonderes Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen bekannt.
Ein Film ragt für Konrad Kay dabei besonders heraus: Vier Hochzeiten und ein Todesfall (1994), den er sogar als „Meisterwerk“ bezeichnet. Die romantische Komödie, inszeniert von Mike Newell und geschrieben von Curtis, begleitet eine Gruppe von Freundinnen und Freunde über mehrere gesellschaftliche Anlässe hinweg und verbindet pointierten Witz mit leiser Melancholie.
Auch Tatsächlich… Liebe (2003), bei dem Richard Curtis selbst Regie führte, gehört zu Konrad Kays persönlichen Kanon. Der episodisch erzählte Ensemblefilm verknüpft mehrere Liebesgeschichten im vorweihnachtlichen London und hat sich längst als moderner Klassiker des Genres etabliert – ein Film, den Kay, wie er sagt, „100 Mal gesehen“ hat.
So unterschiedlich ihre Antworten auch ausfallen mögen, sie zeigen doch alle dasselbe: Ob ironisch, romantisch oder bewusst „cringe“ – letztlich zählt allein die Freude am Zuschauen. Oder, ganz im Sinne des Formats: Sorry, not sorry.









































































































































































































































