
Wer ist Alys Strom in „House of the Dragon“? Die geheimnisvolle Hexe von Harrenhal erklärt
Sie gehört zu den mysteriösesten Figuren im Universum von House of the Dragon (seit 2022): Alys Strom ist in Harrenhal zu Hause, wirkt dort als Heilerin und Hexe, doch kaum etwas ist über ihre genauen Absichten bekannt. Nachdem sie in der zweiten Staffel einige Zeit mit Daemon (Matt Smith) auf der berüchtigsten Festung von Westeros verbrachte, ist ihr in der zweiten Folge der dritten Staffel nun erstmals Aemond (Ewan Mitchell) begegnet – und damit eine der zentralen Figuren der gegnerischen „Grünen“. Doch mit welchen Folgen?
Ein Überblick über das, was aus dem Prequel zu Game of Thrones (2011–19) sowie der Buchvorlage „Feuer und Blut“ von George R.R. Martin über Alys Strom bekannt ist.
Die zweite Staffel: Alys Stroms Einfluss auf Daemons Visionen
In der Serienadaption taucht Alys Strom (Gayle Rankin) erstmals in der zweiten Staffel auf, als Daemon das sagenumwobene Harrenhal einnimmt. Über ihren Hintergrund erfährt das Publikum nahezu nichts, wobei ihr Name auf eine uneheliche Abstammung aus dem Haus Kraft hindeutet. Allerdings entsteht schnell der Eindruck, dass sie übersinnliche Kräfte besitzt und in Kontakt mit den Alten Göttern steht.
Durch Alys Strom taucht House of the Dragon in jedem Fall erstmals tiefer in die magischen Seiten von Westeros ein. Kaum in Harrenhal angekommen, wird Daemon von Visionen heimgesucht – und es wirkt, als könnte Alys Strom diese beeinflussen oder sogar hervorrufen. So wird Daemon etwa mit jüngeren Versionen von Rhaenyra (Emma D’Arcy), seiner ersten Ehefrau Laena, seinem Bruder Viserys und gar seiner Mutter konfrontiert und muss sich seiner Hybris und seinen teils grausamen Taten stellen.

Durch diese Erscheinungen erkennt Daemon gleichsam, dass er Teil einer deutlich größeren Erzählung ist, und scheint schließlich seinen sehnlichsten Wunsch, selbst die Krone an sich zu reißen, aufzugeben. Nicht zuletzt, da er in einer letzten Vision den langen Kampf gegen die Weißen Wanderer und Daenerys Targaryen mit ihren Drachen sieht. Egal ob Alys Strom nun lediglich Vermittlerin oder Verursacherin dieser Visionen ist: Sie scheint ein Interesse daran zu haben, Daemon auf seine Rolle im Westerosgeschehen einzuschwören.
Die zweite Staffel: Alys Stroms für Daemon die Hilfe der Flusslande sichert
Dabei wird sie auch in einem ganz praktischen Sinne tätig: Daemon will eigentlich Harrenhal schon wieder verlassen, nachdem seine Versuche gescheitert sind, die Lords der Flusslande für die schwarze Fraktion zu gewinnen. Alys Strom teilt ihm schließlich mit, dass er Lord Grover Tully auf seine Seite bringen muss, um auch die anderen Häuser der Region von seiner Sache zu überzeugen. Der allerdings gilt als bettlägerig, ein Bündnis auszuhandeln, scheint daher kaum möglich.
Alys Strom überzeugt Daemon dennoch davon, noch zwei weitere Tage abzuwarten. Sie verschwindet kurzzeitig aus Harrenhal, Lord Tully verstirbt und sein Enkel Oscar Tully (Archie Barnes) übernimmt die Herrschaft über das Haus.

Anders als sein Großvater stellt sich der junge Lord offen hinter Rhaenyra, verlangt von Daemon allerdings, Verantwortung für das Blutvergießen in den Flusslanden zu übernehmen. Zuvor hatte Daemon versucht, die alte Fehde zwischen Haus Schwarzhain und Haus Bracken für seine Zwecke auszunutzen und die Schwarzhains zu brutalen Vergeltungsschlägen gegen die Brackens ermutigt.
Die daraus resultierenden Gräueltaten entfremdeten aber vor allem zahlreiche Flusslords. Um ihre Unterstützung doch noch zu gewinnen, beugt sich Daemon schließlich Oscars Urteil und lässt Ser Willem Schwarzhain hinrichten. Erst dieser Schritt überzeugt die Lords der Flusslande, ihre Streitkräfte im Namen Rhaenyras zu vereinen und sich der schwarzen Fraktion anzuschließen.
Die dritte Staffel: Alys Strom bittet Daemon um Harrenhal – und begegnet Aemond
Während Daemon mit den Truppen der Flusslande gen Königsmund aufbricht, fliegt Prinz Aemond auf Vhagar schließlich nach Harrenhal. Dort angekommen, findet er die gewaltige Festung nahezu verlassen vor. Lediglich Kastellan Ser Simon Kraft und einige wenige Männer sind noch zurückgeblieben.
Aemond fordert Ser Simon umgehend zum Duell heraus. Als dieser ablehnt, tötet der Prinz den alten Ritter kurzerhand und richtet anschließend auch die übrigen Anwesenden hin. Allerdings bleibt der Kampf nicht ohne Folgen: Aemond wird selbst verletzt und bricht schließlich vor den Füßen von Alys Strom zusammen.

Die Szene endet an dieser Stelle, könnte für die weitere Staffel jedoch von großer Bedeutung sein. Denn kurz zuvor hatte Alys Daemon am Rande seines Heerlagers darum gebeten, ihr Harrenhal zu überlassen – als Gegenleistung dafür, dass sie ihm dabei geholfen hatte, die Lords der Flusslande auf die Seite der schwarzen Fraktion zu bringen. Daemon reagierte auf diese Bitte lediglich belustigt und schenkte ihr keine weitere Beachtung.
Nun aber befindet sich Aemond ausgerechnet in Harrenhal und in der Obhut der geheimnisvollen Heilerin oder Hexe. Dass die Wege der beiden Figuren auf diese Weise zusammengeführt werden, dürfte kaum ein Zufall sein und könnte den Grundstein für eine folgenreiche Allianz legen.
Achtung, Spoiler! Ab hier folgen Details aus der Buchvorlage „Feuer und Blut“, die Handlungselemente in House of the Dragon vorwegnehmen könnten.
Die Buchvorlage: Alys Strom in „Feuer und Blut“
In George R. R. Martins Buch „Feuer und Blut“ spielen die Verbindungen von Alys Strom zu Daemon interessanterweise kaum eine größere Rolle. Allerdings berichtet auch die im Stile einer Chronik verfasste Vorlage von zahlreichen Gerüchten, die sich um sie rankten: Manche hielten Alys Strom für eine Waldhexe, andere sprachen ihr die Gabe der Prophezeiung zu. Selbst ihr Alter bleibt ein Rätsel, da sie laut Berichten über Jahrzehnte hinweg kaum zu altern schien.
Deutlich mehr Raum erhält die Schilderung ihres Verhältnisses zu Aemond: Nach der Einnahme Harrenhals wird sie zu seiner Geliebten und begleitet den Prinzen der grünen Fraktion teils während seines Feldzugs durch die Flusslande. Ihr werden prophetische Fähigkeiten zugeschrieben, die Aemond mehrfach bei seinen Entscheidungen leiten sollen. So ist es auch Alys, die Daemons Aufenthaltsort voraussieht und damit den Weg für das legendäre Duell der beiden Targaryen-Prinzen ebnet.
Doch ihre Geschichte endet nicht mit dem „Tanz der Drachen“. Alys erhebt schließlich selbst Anspruch auf Harrenhal und bezeichnet sich als Witwe des Prinzen. Gemeinsam mit einem Jungen, den sie als Sohn Aemonds und rechtmäßigen Erben des Eisernen Throns ausgibt, herrscht sie zeitweise über die Festung und führt eine Schar aus Vogelfreien, Söldnern und Gesetzlosen an. Um die sogenannte „Hexenkönigin von Harrenhal“ ranken sich dabei immer neue Legenden: Von Flüchen, unerklärlichen Todesfällen und sogar einem verborgenen Drachen ist die Rede. Wie und wann ihre Herrschaft endet, verrät George R. R. Martin – respektive seine Chronisten – allerdings nicht.




























