Wie die abgesagte „He-Man“-Fortsetzung zu einem Film von Jean-Claude Van Damme wurde

Wie die abgesagte „He-Man“-Fortsetzung zu einem Film von Jean-Claude Van Damme wurde

Markus Brandstetter
Markus Brandstetter

Veröffentlicht am 07. Juli 2026

Aktualisiert am 07. Juli 2026

Die Macht von Greyskull half auch Jean-Claude Van Damme zu seiner Karriere – und das, obwohl er gar nicht im Masters-of-the-Universe-Kosmos auftaucht. Wie das geht?

Nun, 1987 baut Cannon Films Kulissen für zwei Blockbuster gleichzeitig: ein Sequel zu Masters of the Universe – Kämpfer im Weltraum (1987) und einen Live-Action Spider-Man. Regisseur Albert Pyun beide parallel drehen. Das Resultat: Beide scheitern, bevor eine einzige Klappe fällt. Was bleibt, sind zwei Millionen Dollar verbautes Produktionsmaterial, ein Regisseur mit freien Drehtagen und ein aufstrebender Belgier namens Jean-Claude Van Damme. Das Ergebnis ist Cyborg (1989) – einer der ungewöhnlichsten Produktionsfälle der Actionfilmgeschichte, der sich ausgerechnet in den letzten Jahren von Cannon Pictures als einer ihrer wenigen Erfolge erweist.

Cannons Absturz

Menahem Golan und Yoram Globus hatten Cannon Films 1979 übernommen und mit einem einfachen Kalkül groß gemacht: viele billige Filme drehen, auf drei von zehn setzen, die Verluste der anderen damit auffangen. Chuck Norris, Charles Bronson, Ninjas – das Modell funktionierte bis Mitte der 1980er. Dann wollten Golan und Globus mehr. Sie stiegen in teure Prestige-Produktionen ein. Lifeforce kostete 25 Millionen Dollar – und floppte. Sie übernahmen Superman IV und kürzten das Budget – der Film fiel durch. Gleichzeitig geriet Masters of the Universe – Kämpfer im Weltraum während der Produktion permanent in Geldnöte: Schecks sprangen zurück, finanziell sah es alles andere als rosig aus. Der Film kostete zwischen 17 und 22 Millionen Dollar und spielte knapp 17 Millionen ein. In Kombination mit Superman IV war das der Anfang vom Ende.

Was das He-Man-Sequel hätte werden sollen

Noch auf dem Cannes-Festival 1987 kündigte Golan einen zweiten He-Man-Film an. Dolph Lundgren sagte ab – er mochte den ersten Film nicht und zog Cannons Red Scorpion (1989) vor. Als Ersatz war Laird Hamilton vorgesehen, ein Profi-Surfer ohne Filmvergangenheit.

Dolph Lundgren als He-Man

Das Sequel sollte He-Man zurück auf die Erde schicken – dieses Mal getarnt als American-Football-Quarterback. Als Regisseur war Albert Pyun vorgesehen, der gleichzeitig auch Cannons geplante Spider-Man-Verfilmung inszenieren sollte. Für beide Produktionen waren bereits Kulissen und Kostüme angefertigt worden. Doch dann fielen beide Projekte auseinander: Spielzeughersteller Mattel war mit dem Drehbuch zu He-Man 2 unzufrieden und zog die Lizenz zurück, nachdem Cannon die vereinbarten Gebühren nicht bezahlt hatte. Auch Spider-Man wurde eingestellt. Übrig blieben fertig gebaute Sets und Kostüme – aber keine Filme, für die sie noch gebraucht wurden.

Ein Wochenende, ein Drehbuch, zehn Millionen Dollar Einspielergebnis

Pyun bekam den Auftrag, an einem Wochenende ein Skript zu schreiben, das das vorhandene Material nutzen konnte. Er erfand eine postapokalyptische Welt, benannte alle Figuren nach Gitarrenmarken – Gibson Rickenbacker, Fender Tremolo, Pearl Prophet – und schrieb die Hauptrolle ursprünglich für Chuck Norris.

Van Damme

Golan entschied anders: Van Damme, gerade seinen Durchbruch mit Bloodsport (1988) gefeiert, sollte der Hauptdarsteller werden. Pyun schrieb den Charakter um. Gedreht wurde in 23 Tagen in Wilmington, North Carolina, mit unter 500.000 Dollar Budget, inklusive Van Dammes Gage. Cyborg spielte über zehn Millionen Dollar ein – und lief in amerikanischen Fernsehprogrammen zeitweise unter dem inoffiziellen Titel Masters of the Universe II: The Cyborg. Kein autorisierter Titel. Aber einer, der die Entstehungsgeschichte zufällig exakter beschreibt als jeder Text.

He-Man 2026

Wer sich nach dieser seltsamen Produktionsgeschichte fragt, wo das Franchise heute steht: Travis Knights Masters of the Universe (2026) mit Nicholas Galitzine als Prinz Adam und Jared Leto als Skeletor läuft seit dem 4. Juni 2026 in den deutschen Kinos.

Wer vor dem Kinobesuch noch tiefer in die Geschichte des Franchise eintauchen will, findet mit Die Macht von Grayskull: Die definitive Geschichte von He-Man und den Masters of the Universe (2017) den besten Einstieg – kostenlos auf JustWatch TV.

Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam zurück nach Eternia und entdeckt, dass seine Heimat unter der heimtückischen Herrschaft von Skeletor in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen – Teela und Duncan alias Man-At-Arms – und sein wahres Schicksal als He-Man annehmen, den mächtigsten Mann des Universums.
Aktuell kannst du Masters of the Universe nicht streamen.
Wir benachrichtigen dich, sobald er verfügbar ist.

Das Schicksal des Universums scheint besiegelt. Skeletor, der Herrscher des Bösen, hat den Planeten Eternia erobert und die mächtige Zauberin von Greyskull in seine Gewalt gebracht. Um seine unumschränkte Herrschaft durchsetzen zu können, fehlt ihm nur eines: Der kosmische Schlüssel, der seinen Besitzer an jeden beliebigen Punkt der Galaxis transportieren kann. Doch noch besteht Hoffnung: He-Man, der stärkste Krieger von Eternia, und seine Freunde Teela und Gwildor, der findige Zwerg, haben Skeletor den Kampf angesagt. Auf der Erde schlagen sie die Schlacht, die über das Schicksal des Universums entscheidet.
Cyborg
Cyborg

Cyborg

1989

In der Welt nach dem atomaren Overkill sind die wenigen Überlebenden von einer tödlichen Seuche bedroht. Die "Letzten der Alten Welt" schicken einen weiblichen Cyborg, ein halbelektronisches Zwitterwesen, um das rettende Serum zu besorgen. Die "Piraten" unter der Führung des grausamen Fender sind ebenfalls an dem Heilmittel interessiert. In ihren Händen würde es die Zementierung der herrschenden apokalyptischen Zustände garantieren. Das glückliche Ende der Mission des Cyborgs wird durch Gibson, den "Slinger" (Revolvermann) ermöglicht. Gibson hatte noch eine private Rechnung mit Fender, der seine Frau und deren Kinder töten ließ, offen. Dabei findet er sogar seine totgeglaubte Stieftochter wieder.
Bloodsport
Bloodsport

Bloodsport

1988

Um seinen japanischen Meister zu ehren, der ihn als Jungen die asiatische Kampfkunst gelehrt hat, will der Amerikaner Frank Dux an den geheimen Kumite-Weltmeisterschaften in Hongkong teilnehmen. Dort freundet er sich mit einer Journalistin und einem amerikanischen Mitstreiter an. Durch seine disziplinierte und traumwandlerisch sichere Kampfweise weiß er seine Konkurrenten zu beeindrucken und kann nach einem dramatischen Finale gegen den ultrabrutalen Favoriten aus Korea als erster Weißer den Wettkampf gewinnen.
Reboot der gleichnamigen Zeichentrickserie, nun in CGI produziert, das die Geschichte von He-Man noch einmal neu von vorne erzählt. So entdeckt auf dem Planeten Eternia ein junger, verlorener Prinz die Mächte von Grayskull und verwandelt sich so in He-Man, Master of the Universe. He-Man und sein Widersacher Skeletor stehen sich mit neuen, mächtigen Teams gegenüber...
Der friedliche Planet Eternia wird von den Mächten der Finsternis bedroht. Skeletor, der tyrannische Anführer der Unterwelt, will mit seiner Gefolgschaft das Universum erobern. Dazu benötigt er die magische Macht von Schloss Grayskull. Diese wird von der Zauberin Sorceress gehütet. Sie überträgt dem jungen Prinzen Adam die Aufgabe, das Geheimnis von Grayskull zu schützen. Wenn Gefahr droht, verwandelt sich Adam in He-Man, den furchtlosen Kämpfer für das Gute. Zusammen mit den Masters of the Universe nimmt er den Kampf gegen Skeletor und seine Truppen auf.
Der Held He-Man vom Planeten Eternia kämpft für das Gute im Universum. Sein gefährlichster Feind ist der böse Hexenmeister Skeletor. Eigentlich verbirgt sich hinter He-Man der faule Prinz Adam, der Sohn von König Randor, der sich dank eines Zauberschwerts in den Superhelden verwandeln kann. Das Schwert hat er von der mächtigen Zauberin vom Schloss Grayskull erhalten, das es nun ebenfalls zu verteidigen gilt. An He-Mans Seite kämpfen sein bzw. Adams an sich schüchterner Tiger Cringer, der sich analog zum Herrchen in eine furchtlose Kampfkatze verwandelt, der kleine Zauberer Orko, der Waffenschmied Man-At-Arms, Stratos, der fliegen kann, der wendige Sy-Klone und andere.

Über diese Liste

Titel

7

Gesamtkosten fürs Ansehen

28,47 €

Gesamtlaufzeit

80h 19min

Genres

Action & Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

Finde heraus, welcher Streamingdienst die meisten Titel von dieser Liste anbietet.

Auf dieser Liste befinden sich 7 Titel und du kannst 2 von ihnen auf Amazon Prime Video anschauen. 6 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 2 Titel Amazon Prime Video
  2. 2 Titel Amazon Prime Video with Ads
  3. 1 Titel MGM Plus Amazon Channel
  4. 1 Titel Netflix
  5. 1 Titel Netflix Standard with Ads