„House of the Dragon“ Folge 3 erklärt: Ein folgenschwerer Verrat und die nächste große Schlacht

„House of the Dragon“ Folge 3 erklärt: Ein folgenschwerer Verrat und die nächste große Schlacht

Veröffentlicht am06. Juli 2026

Aktualisiert am06. Juli 2026

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Rhaenyra (Emma D’Arcy) mag den Eisernen Thron erklommen haben, wahrlich gesichert ist ihre Macht als Königin der Sieben Königslande damit aber noch lange nicht. Das macht die dritte Folge der dritten Staffel von House of the Dragon (seit 2022) sehr deutlich. Zwar beugt Ormund Hohenturm (James Norton) das Knie vor Daemon (Matt Smith), schwört damit Rhaenyra die Treue und händigt sogar seinen Knappen Daeron Targaryen aus – doch wie sich im Laufe der Episode zeigt, liegen die Dinge anders, als es scheint. Obendrein sieht sich Rhaenyra in Königsmund zahlreichen politischen Herausforderungen gegenüber. Ein Überblick. 

Die ersten Hürden als Regentin in Königsmund

Kaum in Königsmund eingetroffen, brechen die Probleme und moralischen Dilemmata über Rhaenyra herein. Früh in der Folge bringt sie selbst auf den Punkt, woran sie sich und ihre Regentschaft messen möchte. Mit den Worten, dass sie dem Vertrauen ihres Vaters in ihre Führungsfähigkeiten gerecht werden möchte, weist sie Daemons nachdrücklichen Rat zurück, Daeron als Bruder von Aegon und damit einen potenziellen Anwärter auf den Thron, hinzurichten. Stattdessen soll er sicher im Roten Bergfried untergebracht werden.

House of the Dragon Staffel 3 Folge 3 Rhaenyra

Kaum ist diese Angelegenheit vorerst geregelt, konfrontieren sie Corlys Velaryon (Steve Toussaint) – ihre neue Hand – und Großmaester Orwyle (Kurt Egyiawan) mit einer Hiobsbotschaft: Es ist kaum mehr Gold in Königsmund vorhanden. Die verbleibenden Ressourcen mögen noch ein bis zwei Wochen reichen, schätzen ihre Berater. Zusammen mit den Goldvorräten auf Drachenstein vielleicht noch einmal so lange. Gewichtig ist das nicht zuletzt deswegen, weil die einfache Bevölkerung von Westeros aufgrund des Krieges darbt. 

In Königsmund ist die Lage angesichts des grassierenden Hungers besonders dramatisch. Das könnte Rhaenyra gefährlich werden, warnt Mysaria (Sonoya Mizuno), ihre Meisterin der Flüsterer. Vor allem wenn die Bewohnerinnen und Bewohner der Hauptstadt obendrein Zeuge einer prunkvollen Krönungszeremonie werden, die Rhaenyra eigentlich plante, um ihren Herrschaftsanspruch zusätzlich zu untermauern. 

Die Feierlichkeiten müssen aber vorerst ohnehin warten: Der Hohe Septon (Simon Chandler) weigert sich nämlich, Rhaenyra zur Königin zu krönen. Schließlich habe er erst kürzlich Aegon (Tom Glynn-Carney) als Herrscher auf Lebenszeit ausgerufen, und solange es keine sterblichen Überreste gebe, könne er keine Nachfolgerin ernennen. Zudem fügt er eine Mahnung hinzu: Rhaenyra solle die Bedeutung des Glaubens für den Zusammenhalt des Reiches nicht unterschätzen und sich leichtfertig gegen ihn wenden. 

Wo ist das Gold der Krone?

Nachdem Rhaenyra zunächst Raben losschicken ließ, um höhere Tributzahlungen von den großen Häusern von Westeros für die Krone einzufordern, erhält sie bei ihrer ersten Audienz weitere Details über die dramatische Lage der Bevölkerung von Königsmund. 

So trägt ihr eine Bürgerin zu, dass die Drachen zahlreiche Schafe reißen, was die Situation weiter verschärft. Der Hunger ist aber vor allem durch die Versorgungsknappheit bedingt, die wiederum aus der Blockade wichtiger Handelsrouten durch die schwarze Fraktion entstanden ist. Rhaenyra erfährt allerdings außerdem, dass sich einige Adelige und Händler an der Situation bereicherten, indem sie große Mengen an Getreide, Fleisch und anderen knappen Gütern aufkauften, ehe die Preise explodierten – nur um diese Vorräte später zu völlig überhöhten Preisen weiterzuverkaufen. 

Um die Not der Bevölkerung zu lindern, gestattet Rhaenyra kurzerhand die Jagd im Königswald. Dieses Recht ist eigentlich dem Herrscher vorbehalten, warum ihre Entscheidung in den adeligen Kreisen von Königsmund als unangemessen oder gar entwürdigend gelten dürfte. Überhaupt verdeutlicht diese Folge, wie schwierig das politische Tagesgeschäft ist: Jede Entscheidung birgt Konfliktpotenzial, und selbst gut gemeinte Maßnahmen können Unmut auf sich ziehen – in diesem Fall der Elite.

Wie wenig sich Rhaenyra jedoch um die Empfindlichkeiten des Adels schert, zeigt sich wenig später bei einem ersten „Festmahl“: Nach einigen höflichen Floskeln wird das Abendessen serviert – und entpuppt sich schnell als gebratene Ratte. Rhaenyra hält den anwesenden niederen Lords, Ladys und Händlern vor, sich während der Seeblockade auf Kosten der Bevölkerung bereichert zu haben, und serviert ihnen bewusst das, womit sich die einfachen Menschen zuletzt begnügen mussten. 

Schließlich fügt sie hinzu, dass die Goldröcke ihre Häuser bereits durchsuchen, um beschlagnahmtes Gut und unrechtmäßig angehäufte Vorräte zurückzufordern.

Alte Allianzen, neue Feinde: Das schwierige politische Tagesgeschäft von Westeros

Auch das zeigt diese dritte Episode: Rhaenyra macht sich in Windeseile neue Feinde. Indem sie die Privilegien der Elite infrage stellt und deren Bereicherung offen anprangert, gewinnt sie zwar die Sympathien des einfachen Volkes, provoziert allerdings zugleich die Mächtigen des Reiches. Eine Konfrontation, die langfristige Konsequenzen nach sich ziehen dürfte. 

Ganz unmittelbare Folgen wiederum hat Rhaenyras Entscheidung, wie die „Drachensamen“ für ihre Leistungen als Drachenreiter entlohnt werden sollen. Zwar erhebt sie neben Ulf (Tom Bennett), der sich nun „Ulf der Weiße“ nennt, und Hugo (Kieran Bew), welcher wiederum fortan „Hugo der Hammer“ heißt, auch Corlys Velaryons unehelichen Sohn Addam (Clinton Liberty) in den Adelsstand. Allerdings ernennt sie ihn lediglich zu „Addam aus Holk“ – nicht zu Addam Velaryon, wie es sich Corlys gewünscht hatte, um ihn zum offiziellen Erben von Driftmark zu ernennen. 

Als Rhaenyra ihn mit dem Hinweis vertröstet, sie könne angesichts der Gerüchte um die illegitime Abstammung ihrer eigenen Söhne ausgerechnet jetzt keinen Bastard legitimieren und zum Erben eines der mächtigsten Häuser des Reiches machen, verliert Corlys die Beherrschung. Im hörbaren Bereich anderer Höflinge im Roten Bergfried wirft er ihr Undankbarkeit und Heuchelei vor. Schließlich habe er ihr jahrelang die Treue gehalten und zahlreiche persönliche Verluste hinnehmen müssen. Die öffentliche Zurechtweisung macht deutlich, wie tief die Risse in Rhaenyras Lager inzwischen sind. 

House of the Dragon Staffel 3 Folge 3 Rhaenyra Alicent

Umso überraschender ist es da, dass der Ton zwischen Alicent (Olivia Cooke) und Rhaenyra – gemessen an den Umständen – deutlich weniger angespannt ausfällt, als man erwarten würde. Zwar erinnert Alicent ihre Kindheitsfreundin daran, dass sie sich an sämtliche Absprachen gehalten habe, und zeigt sich enttäuscht darüber, dass Rhaenyra ihr und Helaena vorerst lediglich gestattet, im Götterhain zu wandeln, das Gelände des Roten Bergfrieds aber nicht zu verlassen. Dennoch gibt es einen kurzen Moment der Verbundenheit zwischen den beiden Frauen.

Ormund Hohenturms Täuschung – und der Angriff auf Stolperstadt

Als Alicent darum bittet, ihren jüngsten Sohn Daeron noch ein letztes Mal zu sehen, bevor Rhaenyra ihn zur Nachtwache an die Mauer schicken will, offenbart sie ihr die Wahrheit, wenn auch zunächst lediglich durch Blicke: Das Kind, das alle für Daeron halten, ist gar nicht ihr Sohn. Statt zu schweigen und damit auch ihren tatsächlichen Sohn zu schützen, bestätigt sie schließlich auch verbal Rhaenyras Vermutung. 

Ormund

Der vermeintliche Daeron entpuppt sich als junges Mädchen, das von Ormund Hohenturm gezwungen wurde, sich die Haare zu bleichen und zu schweigen, um seine Identität zu verbergen. Um seinen Plan zu sichern, soll Ormund sogar gedroht haben, die Mutter des Mädchens zu töten, sollte das Geheimnis ans Licht kommen.

Wenig später stellt sich schließlich auch Ormund Hohenturms vermeintlicher Treueschwur gegenüber Rhaenyra als Täuschung heraus. Ein Drachenhüter berichtet ihr, dass seine Truppen inzwischen Stolperstadt (im Original: Tumbleton) überfallen haben. 

Rhaenyra will daraufhin umgehend aufbrechen und mit ihrem Drachen drastische Vergeltung üben. Doch sie wird darauf hingewiesen, dass ein Angriff auf Stolperstadt unweigerlich zahlreiche Zivilisten das Leben kosten würde. Schließlich ist die Stadt nicht nur ein militärischer Stützpunkt, sondern auch Heimat unzähliger einfacher Menschen, die mit dem Konflikt der Herrschenden nichts zu tun haben und Vertrauen in die neue Königin fassen sollen.

Das Ende erklärt: Was bedeutet der Angriff auf Stolperstadt – und wie steht es um Rhaenyras Macht?

Militärisch dürfte die Nachricht aus Stolperstadt vor allem eines bedeuten: Die nächste große und folgenschwere Schlacht des Tanzes der Drachen steht unmittelbar bevor. Für Rhaenyra könnte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein. In Königsmund ist die Stimmung ohnehin angespannt, die Bevölkerung leidet weiterhin unter den Folgen der Blockade, und mit Entscheidungen wie jener um Addam und besagtem „Festmahl“ hat sich Rhaenyra zusätzlich den Groll einflussreicher Häuser zugezogen. Ein schneller Sieg würde ihre Position stärken – eine weitere Eskalation könnte hingegen neue Zweifel an ihrer Herrschaft säen.

Was diese Episode ebenfalls andeutet: So sehr sich Rhaenyra als Beschützerin des einfachen Volkes präsentiert, so deutlich zeigt sich auch ihr Hang zur Vergeltung für den Tod ihrer beiden Söhne. Mehrfach spricht sie davon, dass Aemond (Ewan Mitchell) endlich gefunden werden müsse. Ebenso lässt sie nach dem Schafsdieb und nach dem ihr unbekannten Reiter suchen.

Matt Smith

Bislang widersteht Rhaenyra zwar dem Impuls, ihrem Zorn freien Lauf zu lassen. Doch ausgerechnet Daemon redet beharrlich auf sie ein und nährt ihre größten Ambitionen. Als sie über das verschwundene Gold und die leeren Kassen spricht, schlägt ihr Ehemann etwa vor, Pentos und sogar die Freien Städte von Essos zu unterwerfen. Was, so seine Argumentation, sollte sie mit sechs Drachen in ihrer Gewalt noch aufhalten? „Ich betrachte uns als Götter“, erklärt er gar.

Die Frage, die die Folge damit aufwirft, ist deshalb nicht nur, wie Rhaenyra und ihre Fraktion die bevorstehende Schlacht schlagen werden. Sondern auch, in welcher Verfassung sie sie zieht: Unter enormem politischen Druck, begleitet von Misstrauen und umgeben von Stimmen, die sie weniger zur Besonnenheit als vielmehr zur Größe – und womöglich zur Rücksichtslosigkeit – drängen.

Die Targaryen-Dynastie befindet sich auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht, mit mehr als 15 Drachen unter ihrem Joch. Die meisten Reiche stürzen von solchen Höhen ab. Im Fall der Targaryens beginnt ihr langsamer Niedergang, als König Viserys mit einer jahrhundertealten Tradition bricht und seine Tochter Rhaenyra zur Erbin des Eisernen Throns ernennt. Doch als Viserys später einen Sohn zeugt, ist der Hof schockiert, als Rhaenyra ihren Status als seine Erbin behält, und die Saat der Spaltung geht im ganzen Reich auf.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,98 €

Gesamtlaufzeit

27h 18min

Genres

Action & Abenteuer, Drama, Fantasy

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