Die 10 besten Filme aller Zeiten – nach Kritiker- und Publikums-Ansicht

Die 10 besten Filme aller Zeiten – nach Kritiker- und Publikums-Ansicht

Dobrila Kontić
Dobrila Kontić

Veröffentlicht am 30. Juni 2023

Aktualisiert am 29. März 2026

Seit Jahrzehnten erstellen namhafte Filmmagazine wie das britische Sight & Sound und die französischen Cahiers du Cinéma regelmäßig Rankings über die „Besten Filme aller Zeiten“. Diese Listen haben viel für sich: Sie honorieren die Strahlkraft und den Einfluss bedeutsamer filmischer Werke. Sie können Orientierung bieten, wenn es darum geht, in die Filmgeschichte einzutauchen. Sie können inspirieren und Einstiege in tiefere Erkundungszüge von Filmepochen, -schaffenden und -stilen bieten.

Was solche Listen aber nicht können: Alle Film-Fans mit ihren Platzierungen zufriedenstellen. Schließlich ist die Frage, wer über die Qualität eines Films letzten Endes entscheidet: Film-Kritiker oder das filminteressierte Publikum? Um beiden Seiten Rechnung zu tragen, haben wir uns durch die Besten-Listen der vergangenen 25 Jahre gestöbert und dabei zum einen die Einordnungen von Filmmagazinen (Sight & Sound, Cahiers du Cinéma) und Publikumsmedien (The Guardian, Time Out, The New York Times) berücksichtigt. Im zweiten Schritt haben wir aber auch Magazine einbezogen, die ihre Leserschaft über die Platzierungen mitentscheiden lassen (Empire, Rolling Stone) sowie Plattformen, die bei der Erstellung ihrer Besten-Listen auf Kritikerwertungen und Popularitätsmetrik zurückgreifen (Rotten Tomatoes, Metacritic). Anschließend wurde ausgewertet, welche Filme wie konsistent in den vergangenen 25 Jahren über die verschiedenen Quellen und Jahrzehnte hinweg in den Top-Platzierungen auftauchen.

In der Folge hat dieses Verfahren populäre Mainstream-Filme gegenüber Arthouse-Werken begünstigt. Stärker in Kritikerkreisen punktende Filme wie Jeanne Dielman (1976), Die Spielregel (1939) oder Der Mann mit der Kamera (1929) sind aus den folgenden Top 10 herausgefallen, dafür sind erfolgreiche Filme wie Der Pate (1972) und Casablanca (1942) aufgestiegen. Hier nun also in aufsteigender Rangordnung die so entstandene Top 10 der besten Filme aller Zeiten:

01

Der Pate
Der Pate

Der Pate

1972

Noch relativ unbekannt war Regisseur Francis Ford Coppola, als er sich Anfang der 1970er daran machte, Mario Puzos Roman „Der Pate“ zu verfilmen. 1945 beginnend schildert die Film-Adaption Der Pate die Geschichte des italoamerikanischen Mafia-Clans Corleone und legt dabei besonderen Wert auf einen melodramatischen Realismus und einprägsame Charaktere – allen voran der von Al Pacino vortrefflich gespielte Michael Corleone.

Unverhofft entwickelte sich das Familien-Epos zum Blockbuster, begeisterte ein internationales Publikum und lässt die Kritik bis heute vom beeindruckenden Cast und der gelungenen Erkundung einer kriminellen, nach archaischen Prinzipien funktionierenden Unterwelt schwärmen. 1974 folgte mit Der Pate – Teil II eine ebenfalls hochgeachtete Fortsetzung, bevor 1990 Der Pate – Teil III die Trilogie auf leider enttäuschende Weise abschloss. In den vergangenen 25 Jahren landete Der Pate immer wieder unter den Top 5 bei Sight & Sound und Rolling Stone und belegt inzwischen den ersten Platz bei Rotten Tomatoes und Metacritic. Kein anderer Film vereint derart konstant hohe Platzierungen über alle die für diese Liste betrachteten Quellen hinweg, daher belegt Der Pate hier den ersten Platz.

02

Citizen Kane

Ein Mann, der jedem bekannt war, aber den niemand wirklich kannte, stirbt und ein Journalist sucht nach Antworten für ein Profil über ihn. Dies ist die Rahmenhandlung von Citizen Kane (1941), Orson Welles‘ zur Erscheinungszeit noch kritisch rezipiertem Regiedebüt, das heute als sein Opus Magnum gefeiert wird. In symbolisch aufgeladenen Bildern liefert Citizen Kane eine melancholische, medienkritische Erkundung eines Lebenswerks und der inneren Leere, der ein solches mitunter entspringt.

Jahrzehntelang galt Citizen Kane als bester Film aller Zeiten und führte bei Sight & Sound jahrelang die Besten-Liste an. Über alle reinen Kritikerquellen hinweg ist es das bis heute am beständigsten zu den besten gezählte Werk der Filmgeschichte. Da ein anderer Film aber zudem noch die unter Einbeziehung von Publikumswertungen entstandenen Listen anführt, muss sich Citizen Kane in dieser Liste mit dem zweiten Platz begnügen.

Eine romantische Obsession, die in Beklemmung und Wahn mündet – darum dreht sich Alfred Hitchcocks hypnotischer Psycho-Thriller Vertigo (1958). In treffender Bildsprache, leuchtenden Farben und mit schwindelerregenden Effekten – darunter der erstmalige Einsatz des Dolly-Zooms – erzählt Hitchcock von der unheilvollen Liaison zwischen seinen von Kim Novak und James Stewart gespielten Hauptfiguren.

Inzwischen gilt Vertigo nicht nur als bester Hitchcock-Film, sondern war in den vergangenen 25 Jahren immer wieder an der Spitze der Top-Listen von Sight & Sound, Metacritic und Rolling Stone vertreten. Darüber hinaus hat die surreale Atmosphäre von Vertigo diverse berühmte Filmemacher wie David Lynch (Mulholland Drive, 2001), Martin Scorsese (Shutter Island, 2010) und David Fincher (The Game, 1997) zu ihren Mystery-Werken inspiriert.

In knapp dreieinhalb Stunden erzählt Akira Kurosawas Abenteuer-Epos Die sieben Samurai (1954) von einem bitteren Kampf ums Überleben im Japan des 16. Jahrhunderts. Rechtschaffenheit, Opferbereitschaft und Mut bringen die titelgebenden Samurai mit, um ein Bauern-Dorf vor Dieben zu retten. Und doch müssen sie final feststellen, dass ihre Klasse dem Untergang geweiht ist.

Mit seinem Multi-Cam-Setup und dem Gebrauch von Teleobjektiven drehte Kurosawa die Schlachtszenen in seinem Meisterwerk und lieferte damit eine Blaupause fürs künftige Actionkino. Auch der Plot von Die sieben Samurai diente vielen weiteren Filmemachern als Inspiration, angefangen mit dem Western Die glorreichen Sieben (1960) von John Sturges. Der ungeheure Einfluss von Kurosawas erstem Samurai-Film machte sich im Verlauf von Jahrzehnten immer wieder bemerkbar und heute ist Die sieben Samurai der am breitesten anerkannte, nicht-westliche Film im Kanon.

05

Casablanca
Casablanca

Casablanca

1943

Mitten im Zweiten Weltkrieg entstand mit Michael Curtiz‘ Casablanca (1942) ein Film, der sich bis heute als bekanntester Stellvertreter für Hollywoods ‚Goldene Ära‘ ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt hat. Ingrid Bergman und Humphrey Bogart verkörpern darin ein Ex-Liebespaar, das in den Kriegswirren wieder aufeinandertrifft, wieder für einander entflammt und final doch die Pflicht der Romanze vorziehen muss. Spannung, Comedy, (Melo-)Drama finden sich gleichermaßen in diesem Film, der vor allem von seinem so zitierfähigen Skript, der zwischen Anspannung und Melancholie wankenden Atmosphäre und der Chemie zwischen Bogart und Bergman lebt.

Bei einer reinen Kritikerwertung hätte es Casablanca wohl kaum in diese Top 10 geschafft. Doch popularitätssensitive Quellen haben ihn auf den fünften Platz gehievt – als Klassiker, der ganz dem Titelsong "As Time Goes By" entsprechend, Publikumsherzen nachhaltig fesseln und alle Zeit überdauern konnte.

Für viele Stummfilm-Stars der 1920er war Hollywoods Übergang zum Tonfilm, den sogenannten ‚Talkies‘, eine bittere Erfahrung. Doch 1952 entwickelte Regisseur Stanley Donen zusammen mit dem Tanz- und Gesangstalent Gene Kelly eine romantische Musical-Komödie, die diese Transitionsphase der Filmindustrie in ein traumhaft buntes Spektakel aus Musik, Tanz und Gesang überführt.

Damals wie heute gilt Du sollst mein Glücksstern sein als Feelgood-Film schlechthin, der sich mit seiner berühmten „Singin‘ in the Rain“-Einlage in die Filmhistorie geschrieben hat. Mit einem perfekten Rotten Tomatoes-Score und einem Platz unter den Top 10 bei Sight & Sound belegt der Film in dieser Liste den sechsten Platz. Du sollst mein Glücksstern sein eignet sich für einen Musicalfilm-Marathon gleichermaßen wie für einen Themenabend über die Ablösung des Stummfilmzeitalters – dabei dürften Boulevard der Dämmerung (1950), The Artist (2011) und Babylon – Rausch der Ekstase (2022) nicht fehlen.

Einen ganz eigenen Filmstil hat der japanische Regisseur Ozu Yasujirō (1903-1963) im Laufe seiner Karriere entwickelt: Dieser bildet mit seiner unbewegten Kamera auf niedriger Höhe und ununterbrochenen Einstellungen einen minimalistischen Ruhepol zum rastlosen Hollywood-Kino. Viele sehen diesen Stil vervollkommnet in Ozus feinfühligem Drama Die Reise nach Tokyo (1953), das sich mit dem Auseinanderdriften zweier Generationen, Vergänglichkeit und Traditionsverlust beschäftigt.

Dies alles ist eingebettet in eine anrührend aber niemals rührselig geschilderte Familiengeschichte, die weit über Japan hinaus die internationale Kritik bis heute begeistert und beständig unter den Top 5 bei Sight & Sound zu finden ist.

Ein wahrlich monumentales Meisterwerk hat Stanley Kubrick 1968 mit 2001: Odyssee im Weltraum vorgelegt: In vier Akten erfasst er über 4 Millionen Jahre menschlicher Evolution, konzentriert sich aber vor allem auf den mit Autor Arthur C. Clarke entwickelten Sci-Fi-Plot einer Weltraummission, die sich zur transzendenten Irrfahrt entwickelt. Mit damals neuartigen visuellen Spezialeffekten schuf Kubrick faszinierende Bilder vom Weltall, in die er eine an existenziellen Fragen über die Menschheit geknüpfte Erzählung einbettete.

Bis heute bleibt diese Weltraumoper nicht nur für Sci-Fi-Fans ein enigmatisches Seherlebnis und ein filmischer Meilenstein, ohne den spätere populäre Weltraum-Dramen wie Alfonso Cuaróns Gravity (2013) und ChrisTopher Nolans Interstellar (2014) kaum denkbar gewesen wären. Bei Sight & Sound war Kubricks Film dauerhaft in den Top 6 vertreten und hat zudem hohe Platzierungen bei Metacritic und Rolling Stone erreicht, weshalb er hier auf Platz 8 landet.

Alle Filme von Alfred Hitchcock sind auf ihre Weise sehenswert, aber Das Fenster zum Hof trägt einen besonderen Platz in vielen Zuschauerherzen. Dies liegt nicht nur an dem hochspannend inszenierten Krimi-Plot und James Stewart und Grace Kelly als betörendem Leinwandpaar. Das Fenster zum Hof kommt zugleich als reizvolles Spiel mit Perspektive, Voyeurismus und Rahmung daher, das aufs Filmschaffen per se verweist.

In den Listen von Sight & Sound und Empire schaffte es Das Fenster zum Hof meist nur unter die Top 100, doch bei Metacritic und Rotten Tomatoes erzielte er nahezu perfekte Scores, weshalb er in diesen Top 10 vertreten ist. Dieser Krimi darf natürlich in keinem Hitchcock-Marathon fehlen, bildet aber auch gemeinsam mit Michael Powells Peeping Tom – Augen der Angst (1960) und Michelangelo Antonionis Blow Up (1966) ein ideales Film-Trio, das sich mit dem Wesen des Filmemachens auseinandersetzt.

In the Mood for Love ist ein bittersüßes Drama über verpasste Gelegenheiten, unerfülltes Verlangen und die ewig währende Melancholie darüber. Regisseur Wong Kar-Wai versetzt und für diese Liebeserzählung ins Hongkong der frühen 1960er und lässt dabei in sehr bedachten und betörend schönen Bildkompositionen an der Sehnsucht, Trauer und schließlich Nostalgie seiner Hauptfiguren teilhaben.

Das Drama schaffte es in den vergangenen Jahren auf die Besten-Listen bei Sight & Sound, der New York Times und des Rolling Stone und bleibt in diesen Top 10 der einzige Vertreter des 21. Jahrhunderts. Wer sachte vollzogene Erzählungen schätzt, die zugleich ein Fest fürs Auge sind, wird In the Mood for Love viel abgewinnen können.

Über diese Liste

Titel

11

Gesamtkosten fürs Ansehen

22,44 €

Gesamtlaufzeit

21h 24min

Genres

Drama, Romantik, Mystery & Thriller

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 3 von ihnen auf HBO Max anschauen. 14 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 3 Titel HBO Max
  2. 3 Titel HBO Max Amazon Channel
  3. 2 Titel Magenta TV+
  4. 1 Titel Paramount Plus
  5. 1 Titel WOW