Grüner Zylinder, Goldtopf und ein Hang zu makabrem Humor: Der Leprechaun ist nicht nur ein Kobold aus der irischen Mythologie – sondern auch der Star eines der bizarrsten Horror-Franchises aller Zeiten.
Seit 1993 meuchelt sich die kultige Horrorfigur quer durch den amerikanischen Traum und macht sogar einen (no pun intended) Abstecher ins Weltall. Dabei changiert die Reihe mühelos zwischen Slasher, schwarzer Komödie und satirischem Trash – oft mit bewusst schlechtem Geschmack, aber ebenso viel Kultpotenzial.
In acht Filmen wurde der kleine, mordende Kobold zur beliebten Horror-Ikone, deren Reim-Sprüche genauso berüchtigt sind wie seine blutigen Racheakte. In dieser Liste stellen wir dir alle Teile der Reihe in der richtigen Reihenfolge vor.
Leprechaun - Der Killerkobold (1993)
Leprechaun (1993) ist die Geburt einer Kultfigur und ein Paradebeispiel für das, was das Franchise ausmacht: absurder Humor, kreative Kills und eine Prämisse, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Der kleine Kobold metzelt sich in diesem ersten Teil durch ein abgelegenes Haus – mal mit Reimen, mal mit Flüchen, mal mit selbstgebastelten Fallen. Dabei steht sein gestohlenes Gold im Zentrum. Der Film bietet eine Mischung aus Slapstick, Gewalt und Märchenästhetik. Jennifer Aniston gibt hier ihr Debüt, was dem Film rückblickend Kultstatus verleiht. Zwar ist vieles trashig inszeniert, aber genau das macht den Reiz aus. Späteren Teilen wie Leprechaun 2 oder Leprechaun Returns diente er als Blaupause: wenig Logik, viel Spaß und maximaler Kultfaktor. Wer auf 90er-Jahre-Horror mit schrägem Ton steht, wird hier definitiv fündig.
Leprechaun 2: Der Killerkobold kehrt zurück (1994)
Leprechaun 2 (1994) verlegt das Geschehen nach Los Angeles und bringt neue Elemente ins Spiel: Der Kobold will heiraten – und sucht sich ausgerechnet eine Nachfahrin seiner alten Peiniger aus. Zwischen urbanem Chaos, Touristenfallen und makabren Hochzeitsszenarien entfaltet sich ein noch blutigeres Gemetzel. Die Kills sind kreativer, der Humor schwärzer, die Sprüche der Titelfigur noch bissiger. Warwick Davis überzeugt erneut mit sichtbarem Spaß an der Rolle. Auch wenn die Story hanebüchen und etwas holprig wirkt, punktet der Film durch Tempo, Skurrilität und eine gewisse Derbheit, die Fans zu schätzen wissen. Kein anspruchsvoller Klassiker, aber ein unterhaltsamer Beitrag zum wachsenden Trash-Kanon des Kobolds. Und wer ihn in Hochform erleben will, bevor es in Teil 3 und 4 völlig eskaliert, ist hier goldrichtig.
Leprechaun 3 - Tödliches Spiel in Las Vegas (1995)
Willkommen in Las Vegas – dem perfekten Ort für Gier, Betrug und todbringende Kobolde. In Leprechaun 3 (1995) findet sich der mörderische Mini-Protagonist im grellen Las Vegas wieder und entfesselt dort sein mörderisches Chaos, als hätte er sich James Bonds Lizenz zum Töten ausgeliehen. Ob Showgirls, Zocker oder Magier – niemand ist sicher vor seinem Rachedurst. Besonders gelungen ist der satirische Blick auf die Sucht nach Reichtum, der mit absurden Metamorphosen und grotesken Todesarten untermalt wird. Im Gegensatz zu Leprechaun 2 nimmt sich dieser Film gar nicht mehr ernst – und legt damit die Grundlage für den völligen Trash-Wahnsinn von Leprechaun 4: In Space. Trotz seines kleinen Budgets wurde er der erfolgreichste Direct-to-Video-Film des Jahres – und ist heute ein absoluter Kultfavorit unter Genrefans.
Leprechaun 4: In Space (1997)
Was macht man, wenn man als Franchise alles ausprobiert hat? Genau: Man fliegt ins All. Leprechaun 4 (1997) spielt auf einem fremden Planeten, wo der Kobold sich als galaktischer Tyrann versucht – inklusive Alien-Prinzen, mutierten Cyborgs und Laserschwerten. Die Handlung ist so absurd, dass sie fast schon wieder Sinn ergibt – also zumindest irgendwie. Wer Leprechaun 3 noch halbwegs nachvollziehbar fand, erlebt hier den endgültigen Kontrollverlust. Trashiger als dieser Film wird es kaum: billige Sets, groteske Make-up-Effekte und Dialoge zum Augenrollen. Aber genau deshalb funktioniert er – als selbstironisches Spektakel voller gestörter Ideen und Geschmacksverirrungen. Kurzum: Ein abgedrehter Trip ins interstellare Nonsens-Kino – meilenweit entfernt von intelligent, aber dafür unvergleichlich.
Leprechaun 5 - In the Hood (2000)
Mit dem fünften Teil wagt sich das Franchise auf ungewöhnliches Terrain: die Hip-Hop-Kultur der Jahrtausendwende. Drei Nachwuchsrapper stehlen dem Leprechaun sein Gold – ein dummer Fehler, den sie bald bitter bereuen. Leprechaun in the Hood (2000) mischt Slasher, Blaxploitation und Comedy mit Weed-Jokes und Rap-Performances. Der Film ist voller politisch unkorrekter Gags, stellt sich aber gleichzeitig als Kommentar auf Konsum, Armut und künstlerischen Ausverkauf dar. Besonders kurios: Der Leprechaun rappt selbst – mit überraschend viel Flow. Nach dem interstellaren Irrsinn von In Space wirkt In the Hood fast bodenständig – aber ähnlich bescheuert. Für viele Fans ist dieser Teil der unangefochtene Kult-Höhepunkt der Reihe. Wer offen für Genre-Crossover ist, sollte ihn unbedingt gesehen haben. Dasselbe gilt natürlich für die ähnlich durchgeknallte, aber nicht ganz so gelungene Fortsetzung.
Leprechaun 6 - Back 2 tha Hood (2003)
Es geht zurück in die Hood – aber mit deutlich weniger Biss als im Vorgänger. Back 2 tha Hood (2003) setzt erneut auf urbane Settings und popkulturelle Referenzen, wirkt dabei aber weniger inspiriert als der Vorgänger In the Hood. Zwar sind einige Kills herrlich übertrieben und die Effekte handgemacht charmant, doch Story und Figuren wirken einfach eine Spur blasser. Die Ironie und Frechheit des Vorgängers fehlen hier weitgehend. Trotzdem: Der Film bietet soliden Splatter, absurde Dialoge und ein paar erinnerungswürdige Szenen. Klar, er gehört nicht zu den Highlights der Reihe – aber für eingefleischte Fans gilt: Lieber ein mittelmäßiger Leprechaun-Film als gar keiner.
Leprechaun: Origins (2014)
Mit Origins (2014) wagt das Franchise über zehn Jahre nach Back 2 tha Hood einen drastischen Neustart – düster, ernst, realistisch. Der Kobold ist hier kein witziger Sprücheklopfer mehr, sondern ein stummes, gnadenloses Monster. Die Optik erinnert an klassische Creature Features, das Setting spielt in einem irischen Dorf voller Geheimnisse. Trotz atmosphärischer Grundidee leidet der Film etwas unter schwacher Figurenzeichnung und generischen Horrorelementen. Fans der alten Reihe vermissen den Humor und Warwick Davis schmerzlich. Im Vergleich zum vier Jahre später folgenden Leprechaun Returns ein missglückter Neuanfang – interessant, aber seelenlos. Als Standalone-Horrorfilm funktioniert er durchaus – als Teil der Reihe wirkt er eher wie ein Fremdkörper.
Leprechaun Returns (2018)
Das von vielen Fans als enttäuschend empfundene Reboot veranlasste die Macher von Leprechaun Returns (2018) dazu, zur altbewährten Erfolgsformel zurückzukehren – mit überraschend solidem Ergebnis. Der Film versteht sich als direkte Fortsetzung des Originals von 1993 und knüpft tonal wie stilistisch genau dort an. Mit einem neuen Darsteller in der Titelrolle, viel Practical Effects und reichlich schwarzem Humor bietet der Film genau das, was Fans lieben: absurde Gewalt, ironische Sprüche und einen respektlosen Umgang mit Genre-Konventionen. Im Vergleich zu Origins wirkt dieser Film wie eine Wiedergutmachung: weniger Horror, mehr Spaß. Die weibliche Hauptfigur ist übrigens die Tochter von Anistons Figur aus Teil 1, was bei Fans zusätzlich Nostalgie erzeugt. Ein gelungenes Revival mit Augenzwinkern und Blutfontänen.


































































































































































































































