
Alle „Fantastic Four“-Filme und Serien im Überblick
Seit mehr als fünf Jahrzehnten sind die „Fantastic Four“ im Fernsehen und auf der Kinoleinwand präsent – mal als bunte Cartoon-Helden, mal als ambitionierte Filmexperimente, Mittlerweile sind sie fester Teil des Marvel Cinematic Universe. Von der psychedelisch-bunten Ästhetik der 1960er Jahre über die CGI-Spektakel der frühen 2000er bis hin zum jüngsten Film The Fantastic Four: First Steps (2025) haben sich Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm immer wieder neu erfunden.
Die folgende Übersicht sortiert alle Serien und Filme in chronologischer Reihenfolge – und zeigt, wie die „First Family“ sich über die Jahrzehnte verändert hat.
Der erste TV-Auftritt der „Fantastic Four“ brachte die klassische Ursprungsgeschichte von Reed, Sue, Johnny und Ben auf die Bildschirme: Die Fantastischen Vier folgt der Comic-Vorlage relativ genau und konzentriert sich dabei auf simple, abgeschlossene Episoden, in denen das Team ikonische Gegner wie Doctor Doom oder Mole Man bekämpft. Die Figuren wurden erstmals außerhalb der Comics sichtbar und bekamen eine eigene Persönlichkeit.
Aus heutiger Sicht wirkt die Animation schlicht, doch die grellbunten Farben und die kindlich-naive Erzählweise machten die Serie zu einem festen Bestandteil der Saturday-Morning-Cartoons. Damit wurde der Grundstein gelegt, dass die „Fantastic Four“ über Generationen hinweg auch im Fernsehen präsent blieben.
Elf Jahre nach dem ersten Versuch startete eine weitere Animationsvariante. Der Ton war moderner, die Animation flüssiger, die Action besser choreografiert. Inhaltlich blieb die Serie weiter stark episodisch strukturiert – musste diesmal allerdings ohne Human Torch auskommen. Aus rechtlichen Gründen musste die Figur weggelassen werden, und der Roboter H.E.R.B.I.E. wurde als Ersatz eingeführt.
Dementsprechend wurde die Serie gemischt aufgenommen: Während Kinder den niedlichen H.E.R.B.I.E. durchaus mochten, vermissten Comic-Puristen die Originalkonstellation. Die Serie gilt heute als charmantes Kuriosum innerhalb des Franchise.
In den 1990er-Jahren kehrten die Fantastic Four in die Zeichentrickwelt zurück – diesmal als Teil der „Marvel Action Hour“, die parallel auch Geschichten um Iron Man erzählte. Die Serie griff auf bekannte Storylines aus den Comics zurück, darunter Kämpfe gegen Galactus oder Doctor Doom.
Sie punktete mit zeittypischer Animation, bombastischen Intros und einem Ton, der zwischen Action und humorvoller Leichtigkeit balancierte. Besonders für Fans der Comics war sie ein Gewinn, da sie komplexere Handlungsbögen und visuell ambitioniertere Schauplätze bot. ObwohlDie Fantastischen Vier mit neuen Abenteuern nach zwei Staffeln endete, etablierte sie die „First Family“ in den 90ern als feste Größe im Fernsehen und bereitete so die späteren Kinoambitionen vor.
Tim Storys Kinoadaption brachte die „First Family“ erstmals in ein großes Leinwandformat: Mit Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans und Michael Chiklis besetzte man das Team prominent und inszenierte eine klassische Origin-Story: Ein fehlgeschlagenes Experiment im All verleiht den Helden ihre Kräfte, und Doctor Doom wird zum Erzfeind.
Fantastic Four setzte auf bunte Blockbuster-Action und die typische Prise Humor. Kommerziell war der Film ein Erfolg und öffnete die Tür für zahlreiche Fortsetzungen. Vielleicht gerade deswegen, weil es sich um ein recht formelhaftes, leicht zu wiederholendes Spektakel handelt.
Nach dem Erfolg der ersten Kinoadaption erhielten die Fantastic Four erneut eine eigene Serie, diesmal mit frischer Optik und stärkerem Fokus auf Humor und Teamdynamik. Die Animationen waren moderner, die Charaktere eher jugendlich gezeichnet und die Geschichten mischten klassische Comicplots mit neuen Ideen.
Fans spaltete das Ergebnis: Einige mochten die zugängliche, lockerere Ausrichtung der Serie, während andere die Tiefe der Comics vermissten. Rückblickend wirkt Fantastic Four: Die größten Helden aller Zeiten wie ein bunter Begleiter zu den Kinofilmen, der vor allem dazu dient, das Interesse an den Figuren zu vertiefen.
Schon der Titel verriet es: Die Fortsetzung wollte höher hinaus. Mit dem geheimnisvollen Silver Surfer kam eine der beliebtesten Marvel-Figuren hinzu, und plötzlich war die „First Family“ nicht mehr nur mit Doctor Doom beschäftigt, sondern mit dem Vorboten von Galactus, dem Weltenverschlinger. Tim Story brachte den vertrauten Cast zurück, diesmal verstrickt in kosmische Bedrohungen, Ehekrisen und Familiendramen.
Besonders Doug Jones’ Performance als Silhouette des Surfers, kongenial vertont von Laurence Fishburne, verlieh dem Film eine besondere Note, die dem ersten Teil noch fehlte. Doch trotz größerer Ambition blieb die Umsetzung hinter ihrem Potential: Die Action wirkte oft überladen, Galactus enttäuschte als Nebelmonster – somit war Rise of the Silver Surfer letztlich vor allem ein mutiger Schritt, aber kein vollkommen geglückter.
Josh Tranks Reboot wollte die Reihe düsterer und realistischer erzählen – ein Ansatz, der sich als Fehlschlag erwies. Mit Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan und Jamie Bell neu besetzt, konzentrierte sich der Film auf eine alternative Ursprungsgeschichte, die stärker wissenschaftlich fundiert wirken sollte. Doch Produktionsprobleme, massive Eingriffe des Studios und ein seltsam schwankender Ton führten zu einem inkohärenten Ergebnis.
Fantastic Four floppte an den Kinokassen und gilt bis heute als mahnendes Beispiel für missglückte Reboots im Superhelden-Genre. Statt frischen Wind manövrierte der Film das Franchise zunächst ins Abseits – bis Marvel Studios ein paar Jahre später die Integration ins MCU vorantrieb.
Mit John Krasinski als Reed Richards präsentierte das MCU erstmals offiziell eine Variante der Fantastic Four. In einem alternativen Universum trifft Doctor Strange auf den berühmten Wissenschaftler, der als Teil der „Illuminati“ eingeführt wird. Obwohl der Auftritt kurz war und tragisch endete, hatte er Signalwirkung: Marvel bestätigte damit, dass die „First Family“ im Cinematic Universe angekommen ist.
Für Fans war das ein überraschender Höhepunkt im Multiversumsplot – ein gut platzierter Appetizer in Doctor Strange in the Multiverse of Madness, der Vorfreude auf ein größeres und eigenes Debüt weckte.
Auch hier kam es zu einem (augenzwinkernden) Cameo: Chris Evans trat erneut als Human Torch auf, die Rolle, die er fast 20 Jahre zuvor in Tim Storys Filmen gespielt hatte. Der Auftritt war eine ironische Spiegelung seiner späteren Karriere als Captain America – und ein nostalgischer Fingerzeig an Fans, die sich so an seine Anfänge im Marvel-Kosmos erinnerten.
Die Szene selbst war zwar eher ein Gag als ein echtes Storyelement, aber sie festigte die Idee, dass das Multiversum beliebte Figuren und Konstellationen in neuen Kontexten wiederbeleben kann. Damit bereitete auch Deadpool & Wolverine den Weg für das große MCU-Debüt.
Mit The Fantastic Four: First Steps hat Marvel das Team nun endgültig im MCU verankert. Unter der Regie von Matt Shakman spielt der Film in einem retro-futuristischen 60er-Jahre-Setting, das die Wurzeln der Comics aufgreift und zugleich modernisiert. Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Joseph Quinn und Ebon Moss-Bachrach verkörpern die „First Family“ – und treten direkt gegen Galactus (Ralph Ineson) und den Silver Surfer (Julia Garner) an.
Anders als frühere Filme verzichtet First Steps auf eine Origin-Story und konzentriert sich auf die Dynamik innerhalb des Teams. So trifft Nostalgie auf visuelle Opulenz und ein deutlich stärkeres Ensemble – ein gelungener Neustart.















































