Seit ihrem Start hat die Serie nicht nur Zuschauerrekorde gebrochen, sondern auch eine intensive Debatte entfacht: Ist Squid Game clevere Kapitalismuskritik oder lediglich eine brutale Unterhaltungsshow, die vorgibt, mehr zu sein? Fest steht, dass die Netflix-Produktion aus Südkorea längst zum popkulturellen Phänomen geworden ist – ein Werk, das den Nerv der Zeit trifft und weltweit Diskussionen über soziale Ungleichheit, Moral und menschliche Gier angestoßen hat.
Wer nach dem Serienfinale spannende Titel erkunden möchte, die ähnliche Themen wie Ungleichheit, moralische Dilemmas und den Kampf ums Überleben behandeln, sollte die folgenden Serien und Filme nicht verpassen.
10. Snowpiercer (2020, Serie)
Die Serienadaption von Bong Joon-hos gleichnamigem Film bringt die Metapher des Zugs in voller Länge auf den Bildschirm: ein Zug, der die letzten Überlebenden nach einer Klimakatastrophe beherbergt, strikt nach Klassen sortiert. Vorne herrscht Luxus, hinten Elend. Mit Jennifer Connelly und Daveed Diggs erweitert die Serie den Filmstoff um politische Intrigen, Figurenentwicklung und langfristige Machtkämpfe.
Wie in Squid Game stehen soziale Ungleichheit und das allmähliche Aufbegehren der Unterdrückten im Zentrum. Für alle, die langfristige Gesellschaftsdramen bevorzugen, eine spannende Ergänzung zum gleichnamigen Film.
9. Bargain (2022, Serie)
Die südkoreanische Serie ist ebenso kompromisslos wie einfallsreich: Männer, die sich in einem Hotel als Freier einfinden, geraten in einen perfiden Organhandel. Während ihrer Auktion bricht ein Erdbeben aus, das das Gebäude zum Einsturz bringt – plötzlich sitzen Täter und Opfer im selben Boot. Bargain wirkt wie ein Albtraum aus Gier und Gewalt, ein Mix aus Sozialkritik und Survival-Drama, der die Brutalität des Marktes in buchstäbliche Körperlichkeit übersetzt.
Im Gegensatz zu Squid Game gibt es hier keine Arena-Spiele, sondern einen nackten Überlebenskampf unter Schutt und Geröll. Wer Geschichten schätzt, die Kapitalismuskritik mit physischem Terror verbinden, ist hier genau richtig.
8. 3% (2016, Serie)
Die brasilianische Serie 3% gehört zu den ersten internationalen Netflix-Hits und zeigt eine dystopische Welt, in der junge Menschen aus den Armenvierteln eine brutale Auswahlprüfung bestehen müssen, um in den privilegierten „Offshore“ zu gelangen. Nur drei Prozent schaffen es. Anders als Squid Game, das auf Spektakel und Schockmomente setzt, ist 3% minimalistisch inszeniert, oft fast karg.
Doch gerade diese Reduktion unterstreicht die gnadenlose Härte des Auswahlprozesses. Wie in Die Tribute von Panem oder eben Squid Game ist der soziale Aufstieg kein zu erarbeitender Traum, sondern ein blutiger Wettkampf. Wer subtile, aber harte Dystopien schätzt, sollte reinschauen.
7. Alice in Borderland (2022, Serie)
In dieser japanischen Serie werden drei Freunde plötzlich in ein leeres Tokio katapultiert – eine Stadt, die wie ein Spielbrett funktioniert, in dem tödliche Spiele über Leben und Tod entscheiden. Statt auf Kapitalismuskritik wie Squid Game setzt Alice in Borderland auf surreale, fast „Science-Fiction“-artige Elemente, die den psychologischen Druck weiter steigern. Jede Episode entwirft neue Spiele, die ebenso grotesk wie raffiniert sind, und lotet dabei die Abgründe menschlicher Verzweiflung aus.
Besonders stark ist die Serie in ihrer Bildsprache, die postapokalyptische Leere mit hektischer Action verbindet. Für alle, die in „Squid Game“ vor allem den gamifizierten Überlebenskampf mochten, lohnt sich die Serie besonders.
6. Saw (2004–2023, Filmreihe)
Die „Saw“-Reihe, mittlerweile zehn Filme stark, ist ein Klassiker des „Torture Horror“. Menschen werden in sadistische Spiele gezwungen, die über Leben und Tod entscheiden. Anders als in Squid Game fehlt die Kapitalismuskritik – hier geht es um moralische Prüfungen und den Willen zum Überleben. Doch die Parallelen liegen auf der Hand: Fremde müssen tödliche Rätsel lösen, deren Ausgang gnadenlos und final ist.
Während Saw dabei oft ins Splatterhafte kippt, bleibt Squid Game kalkulierter und politischer. Wer die Extreme solcher Szenarien mag, bekommt mit Saw das radikalere, blutigere Pendant zu sehen.
5. Der Schacht (2019, Film)
Galder Gaztelu-Urrutias spanischer Thriller ist eine gnadenlose Parabel auf soziale Ungleichheit: In einem vertikalen Gefängnis wandert Essen von oben nach unten. Während die oberen Etagen im Überfluss schwelgen, kämpfen die unteren ums nackte Überleben. Der Film steigert seine klaustrophobische Spannung von Szene zu Szene und zeigt, wie schnell Menschlichkeit in Hunger und Gewalt umschlägt.
Mit dem Prequel Der Schacht 2 wurde die bizarre Architektur später noch vertieft, doch der erste Film bleibt der einprägsamere. Wie Squid Game entlarvt er Mechanismen von Ausbeutung und Gier – nur noch karger, härter und ohne jede Verspieltheit.
4. Wir (2019, Film)
Jordan Peeles Wir ist auf den ersten Blick ein Horrorfilm über Doppelgänger, doch unter der Oberfläche lauert eine scharfe Analyse über Klassenzugehörigkeit und Identität. Eine Mittelklasse-Familie wird plötzlich von ihren eigenen „Schatten“ bedroht, die aus den unterdrückten Schichten der Gesellschaft stammen. Wie Squid Game stellt der Film die Frage, wie dünn die Grenze zwischen Wohlstand und moralischem Abgrund tatsächlich ist.
Peele setzt dabei weniger auf Splatter als auf subtile Symbolik, groteske Bilder und beklemmende Atmosphäre. Wer Squid Game wegen seiner gesellschaftlichen Dimension mochte, findet hier eine ähnlich aufgeladene, aber poetische Auseinandersetzung – voller Doppelbödigkeit und unvergesslicher Bilder.
3. The Menu (2022, Film)
Ein luxuriöses Dinner auf einer abgelegenen Insel entwickelt sich zu einem tödlichen Psychospiel. Ralph Fiennes brilliert als Küchenchef, der die Taten seiner Gäste nach und nach entlarvt und bestraft – eine Oberschicht, die im Überfluss lebt, aber moralisch korrumpiert ist. Anya Taylor-Joy fungiert in einer einnehmenden Rolle als kritischer Gegenpol.
Wie Squid Game zielt The Menu auf den Entlarvungseffekt einer abgehobenen Elite. Mit seinem schwarzen Humor erinnert der Film an Satiren wie American Psycho. Doch statt Spiele gibt es Gänge, statt Gewinn für die Armen eine scharfe Abrechnung mit Dekadenz.
2. Triangle of Sadness (2022, Film)
Auch Ruben Östlunds Satire seziert die Welt der Reichen mit bissiger Schärfe. Auf einer Luxuskreuzfahrt treffen Influencer, Oligarchen und Schönheitsköniginnen aufeinander – bis die Idylle kippt und soziale Hierarchien grotesk neu geordnet werden. Wie Squid Game hält Triangle of Sadness der Gesellschaft einen Spiegel vor, allerdings mit mehr Spott und schwarzem Humor als mit Gewalt.
Die berüchtigte Szene, in der zahlreiche Passagiere seekrank werden, ist in ihrer Aussagekraft nicht weniger drastisch als zugespitzte Dialoge über Macht und Status. Wer sich an Squid Game für den entlarvenden Blick auf Dekadenz begeisterte, findet hier eine absurd-komische Ergänzung – und eine der schärfsten Sozialsatiren des aktuellen Kinos.
1. Parasite (2019, Film)
Bong Joon-hos Oscar-Gewinner ist ein Meilenstein der Filmgeschichte: Eine arme Familie schleicht sich in das Leben einer reichen Familie ein – und der anfänglich clevere Schachzug eskaliert in blanke Gewalt. Wie Squid Game ist Parasite eine Parabel auf Klassengegensätze, nur subtiler und ohne Spielelemente. Stattdessen wird die Villa der Reichen zur Bühne einer Tragikomödie, in der Räume symbolisch für Machtverhältnisse stehen.
Bong Joon-ho verbindet Spannung, Humor und Tragik meisterhaft, wodurch Parasite als Gesellschaftskritik ebenso eindrucksvoll wirkt wie als Thriller. Wer Squid Game für seine Kapitalismuskritik schätzt, findet hier das preisgekrönte Gegenstück.







































































































































































































































