Kaum ein anderes Franchise lebt so sehr von purem Spektakel wie das sogenannte „MonsterVerse“. Hier geht es weniger um feinsinnige Charakterentwicklung als darum, wie viele Wolkenkratzer ein einziger Hieb von Godzilla oder Kong zum Einsturz bringen kann. Seit Gareth Edwards’ Godzilla (2014) hat sich das Universum Schritt für Schritt ausgebaut: mal düster und atmosphärisch, mal grell und hemmungslos überdreht.
Spätestens mit Godzilla x Kong: The New Empire (2024) ist klar, dass es längst nicht mehr nur um den Kampf zweier Titanen geht, sondern um ein ganzes Blockbuster-Ökosystem. Zeit also, die Filme und Serien in die Zusammenhänge einzuordnen. Zunächst ein Überblick über die chronologische Abfolge der Handlung:
- Kong: Skull Island (2017, Film)
- Skull Island (2023, Serie)
- Godzilla (2014, Film)
- Godzilla II: King of the Monsters (2019, Film)
- Godzilla vs. Kong (2021, Film)
- Monarch: Legacy of Monsters (2023, Serie)
- Godzilla x Kong: The New Empire (2024, Film)
Godzilla (2014, Film)
Mit Gareth Edwards’ Neuinterpretation beginnt das MonsterVerse – und zwar in einem deutlich ernsteren Tonfall, als man es von vielen früheren Godzilla-Filmen gewohnt war. Statt quietschbunter Kaijū-Schlachten setzt Edwards auf eine bedrohliche, beinahe apokalyptische Atmosphäre, die den Giganten wieder als Naturgewalt darstellt. Lange bevor Godzilla selbst in voller Größe zu sehen ist, dominiert das Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer Macht, die Menschen nicht kontrollieren können.
Zumindest in der Tonalität erinnert der Film eher an Cloverfield oder Roland Emmerichs Independence Day – Blockbuster, die den Schrecken großformatiger Katastrophen spürbar machen. Besonders für Fans, die eher Wert auf Atmosphäre als auf Dauer-Action legen, ist Godzilla ein gelungener Auftakt.
Kong: Skull Island (2017, Film)
Mit Kong: Skull Island brachte das MonsterVerse die zweite ikonische Kreatur ins Spiel. Regisseur Jordan Vogt-Roberts verlegte die Handlung in die 1970er Jahre, in die Ära des Vietnamkriegs. Eine Gruppe von Soldaten und Forschern strandet auf einer mysteriösen Insel, wo der Riesenaffe „Kong“ als Herrscher thront. Die Mischung aus Abenteuerkino, militärischem Bombast und dem Gefühl, ein „falsches Paradies“ betreten zu haben, macht Kong: Skull Island so zu einer Art Brückenschlag zwischen klassischem Monsterkino und modernen Blockbuster-Spektakeln.
Anders als Gareth Edwards’ Godzilla setzt dieser Film aber viel stärker auf Spektakel, grelle Farben und ironische Töne. Die erzählerisch schale Mischung kam nicht bei allen gut an, wer aber Lust auf überlebensgroßer Monster-Action hat, ist hier bestens aufgehoben.
Godzilla II: King of the Monsters (2019, Film)
Die direkte Fortsetzung zu Godzilla baute die Kaijū-Mythologie weiter aus und brachte erstmals Schwergewichte wie Mothra, Rodan und den dreiköpfigen Drachen „Ghidorah“ auf die Leinwand. Godzilla II: King of the Monsters wirkt da bisweilen überladen – zu viel Spektakel, zu wenig Figurenzeichnung.
Anders ausgedrückt: Wo der erste Teil den Ansatz „weniger zeigen, mehr andeuten“ verfolgte, setzte die Fortsetzung auf reinen Bombast. Gewaltige Kämpfe, apokalyptische Bilder und ein Crescendo an Monsterduellen. Wer derlei Action in epischen Dimensionen sucht, wird hier glücklich – auch wenn die menschlichen Charaktere zur Randnotiz verkommen.
Godzilla vs. Kong (2021, Film)
Das erste große Aufeinandertreffen der beiden Titanen war der logische Höhepunkt des bisher aufgebauten „MonsterVerse“. Godzilla vs. Kong verzichtet auf große Umwege und bietet, was der Titel verspricht: spektakuläre Konfrontationen zwischen Godzilla und Kong, von Hongkongs Neonlichtern bis zur geheimnisvollen Hohlerde.
Die Handlung selbst wirkt wie eine bloße Klammer um diese Duelle – ähnlich wie in klassischen „Alien vs. Predator“-Crossovern, die ebenfalls mehr vom Clash der Giganten als von subtilen Erzählungen lebten. Für das Publikum, das einfach zwei Ikonen im Faustkampf sehen will, ist der Film genau das Richtige. Wer komplexere Charaktere erwartet, wird hier allerdings nicht fündig werden.
Skull Island (2023, Serie)
Die Animationsserie knüpft an Kong: Skull Island an und erkundet die titelgebende Insel weiter. Im Zentrum stehen diesmal gestrandete Jugendliche, die in einer Welt voller Riesenmonster ums Überleben kämpfen. Stilistisch lässt die Serie durchaus Anime-Einflüsse erkennen und erinnert an Formate wie Jurassic World: Neue Abenteuer – also abenteuerliche Action mit Fokus auf eine jüngere Zielgruppe.
Die Figuren sind in der Mischung aus Coming-of-Age und Monster-Survival ziemlich stereotyp geraten. Doch wer tiefer in das MonsterVerse eintauchen möchte, findet hier eine bunte Ergänzung, die zwar nicht denselben Blockbuster-Glanz hat wie die Filme, aber ihre eigene Nische bedient.
Monarch: Legacy of Monsters (2023, Serie)
Die Apple-TV-Serie setzt zeitlich nach Godzilla vs. Kong an, widmet sich aber weniger den Titanen selbst als der Geheimorganisation „Monarch“. Zwei Geschwister decken die geheimnisvolle Vergangenheit ihres Vaters auf und geraten tiefer in ein Netz aus Intrigen und globalen Verschwörungen. Damit funktioniert die Serie fast wie ein (seichteres) Akte X im MonsterVerse: Mystery, Familiengeheimnisse und ab und an ein Kaijū-Auftritt.
Für manche Fans war das zu wenig Spektakel, doch gerade die Verbindung von Familiendrama und Weltverschwörung gibt der Reihe mehr narrative Tiefe. Wer Serien wie Terra Nova schätzt und das MonsterVerse aus einer anderen Perspektive kennenlernen möchte, sollte sich auch mit Monarch: Legacy of Monsters gut unterhalten fühlen.
Godzilla x Kong: The New Empire (2024, Film)
Mit Godzilla x Kong: The New Empire gehen Regisseur Adam Wingard und das MonsterVerse den nächsten Schritt: Diesmal müssen Godzilla und Kong ihre Rivalität begraben und gemeinsam eine noch größere Bedrohung bekämpfen – eine neue Spezies, die in der Hohlerde lauert. Der Film setzt konsequent auf Spektakel und Teamwork, ähnlich wie die „Avengers“-Filme, die ihre Helden für ein größeres Finale zusammenführen.
Die menschlichen Nebenfiguren sind im Actiongewitter dagegen beinahe redundant. Fans, die genau das wollen – Monster, die Schulter an Schulter kämpfen und dabei ganze Städte verwüsten – ist The New Empire sehenswert. Es ist die bombastische Fortsetzung, aber wahrlich keine, die auf erzählerische Tiefe setzt.





































































































































































































































