50 Jahre Muppets - und zum Jubiläum gibt es mit Die Muppet Show (2026) tatsächlich eine neue große Bühnenshow. Kein Zusammenschnitt alter Highlights, sondern ein echtes Special mit aktuellen Gästen. Einer davon: Sabrina Carpenter. Und genau da wird es spannend. Denn ein Muppet-Auftritt ist nie nur „Oh, schön, ein Star schaut vorbei“.
Diese Bühne hat die unangenehme Angewohnheit, Prominenz nicht ehrfürchtig zu behandeln, sondern spielerisch auseinanderzunehmen. Wer hier funktioniert, tut das nicht, weil der Name zieht, sondern weil er oder sie bereit ist, mitzuziehen. Mit Kermit, der wieder alles zusammenhalten will. Mit Miss Piggy, die selbstverständlich den Mittelpunkt beansprucht. Mit einer Show, die seit Jahrzehnten davon lebt, dass Egos weichgekocht werden und daraus etwas Größeres entsteht. Das Jubiläum erinnert daran, wie viele solcher Abende es gab – Momente, in denen aus einem Gastauftritt plötzlich ein echter Muppet-Moment wurde. Die 10 besten davon feiern wird hier.
1. Sabrina Carpenter (2026)
Das Jubiläumsspecial Die Muppet Show (2026) lebt von diesem Gefühl, dass die Show nicht konserviert wird, sondern weiteratmet. Sabrina Carpenter tritt nicht als Ehrengast auf Abstand auf, sondern bewegt sich mitten im Geschehen, als wäre sie seit Jahren Teil des Ensembles. Sie singt, reagiert, lässt sich von Miss Piggy provozieren und von Kermit charmant moderieren. Entscheidend ist, dass sie sich nicht über die Situation stellt. Ihr Auftritt wirkt locker, aber nicht ironisch. Genau dadurch entsteht dieser seltene Moment, in dem ein moderner Popstar in ein Traditionsformat passt, ohne dass es sich nach „Reboot“ anfühlt. Die Energie ist verspielt, aber präzise getimt.
2. Elton John (1978)
Sam, der Adler will an diesem Abend unbedingt Würde retten, und genau deshalb ist Die Muppet Show: Elton John so herrlich. Elton ist der Gast, ja, aber er betritt die Bühne nicht wie jemand, der nur kurz freundlich winkt. Er kommt rein wie ein Headliner, der den Raum sofort in Musik verwandelt, während Kermit versucht, das Ganze irgendwie als „Show“ zu etikettieren. Das Entscheidende ist diese völlige Hingabe: Elton singt, als gäbe es keine zweite Ebene, und die Muppets spielen dazu, als wären sie seit Jahren seine Band. Aus dem üblichen Backstage-Gekrabbel wird plötzlich ein echtes Konzertgefühl, nur mit mehr Fell und mehr Chaos. Wenn Sam innerlich kollabiert, ist das keine Nebenfigur, sondern der Seismograf für den Abend: Hier gewinnt die Lust am Übertreiben.
3. Liza Minnelli (1979)
Broadway-Energie trifft Filzvorhang: In Die Muppet Show bringt Liza Minnelli eine Wucht auf die Bühne, die sofort alles auflädt. Sie singt und spielt mit voller Hingabe, ohne je so zu wirken, als würde sie sich über das Setting stellen. Gerade diese Ernsthaftigkeit macht den Abend besonders. Minnelli behandelt die Muppets wie gleichwertige Partner, nicht wie Staffage. Dadurch entsteht ein Mini-Musical, das gleichzeitig liebevoll sabotiert wird. Das Timing sitzt, die Emotionen sind echt, und die Übertreibung ist bewusst. Diese Mischung aus Pathos und Humor steht in einem schönen Verhältnis zu The Muppet Weihnachtsgeschichte (1992), wo Michael Caine ebenfalls mit Ernsthaftigkeit gegen das Chaos spielt, nur eben in Spielfilmlänge.
4. Alice Cooper (1978)
In Die Muppet Show: Alice Cooper ist Halloween-Stimmung, und Kermit versucht, das Ganze als harmlose Themenfolge zu verkaufen, während backstage längst alles nach Grusel-Show schreit. Cooper kommt nicht als Gag, sondern als echter Stilträger. Er bleibt theatralisch, bleibt düster, bleibt groß, und genau das macht die Folge so stark, weil die Muppets ihm nicht den Stachel ziehen, sondern ihn als Bühne nutzen. Plötzlich ist das Theater ein kleiner Rock-Zirkus, in dem Monster nicht dekorativ sind, sondern Mitspieler. Der Humor entsteht nicht daraus, dass Cooper „unpassend“ wäre, sondern daraus, wie selbstverständlich er passt, sobald alle aufhören, nett sein zu wollen. Die Show darf hier einmal wirklich schräg werden, ohne ihre Wärme zu verlieren.
5. Mark Hamill (1980)
Chewbacca ist verschwunden, das Studio ist im Ausnahmezustand, und Kermit tut so, als hätte er das alles im Griff: Die Muppet Show beginnt wie ein Backstage-Krimi, der sich sofort in Varieté verwandelt. Mark Hamill spielt das nicht als „Special“, sondern als Situation, in der ein Held plötzlich lernen muss, dass er heute nicht der Mittelpunkt ist. Genau das macht ihn so gut. Er hält nicht an Coolness fest, sondern lässt sich in den Muppet-Rhythmus ziehen, bis Weltraum-Pathos zu freundlichem Selbstspott wird. Das Ganze hat Tempo, aber nie diese hektische Promo-Energie. Es wirkt eher wie ein Kindertraum, der plötzlich live ist, nur mit besserem Timing. Der Spaß liegt darin, dass beide Welten sich ernst nehmen und trotzdem aneinander herumziehen dürfen.
6. Steve Martin (1977)
Kermit kündigt Steve Martin an, und man spürt sofort, dass das keine Folge wird, die „normal“ läuft: Die Muppet Show: Steve Martin ist ein Abend, an dem der Gast selbst wie ein Muppet wirkt, nur eben aus Fleisch und Banjo. Inhaltlich ist das eine klassische Showfolge mit Nummern und Backstage-Geklapper, aber Martins Komik macht daraus ein kleines Kontrollverlust-Experiment. Er ist nicht einfach witzig, er ist auf eine präzise Art schräg, als hätte er seine Pointen mit Sekundenzeiger kalibriert. Die Muppets sind dabei nicht Kulisse, sondern perfekte Stichwortgeber, weil sie genauso ernst in den Unsinn hineingehen wie er. Das Beste ist, wie schnell man vergisst, dass hier ein „Star“ ist. Er gehört zur Truppe, weil er keinen Moment versucht, über ihr zu stehen. Diese nervöse, lebendige Absurdität trifft sich schön mit Die Muppet Show: Elton John (1978), nur dass Elton den Raum musikalisch sprengt, während Martin ihn komödiantisch zerlegt.
7. Johnny Cash (1981)
Ein Radio-Live-Plan, zu viel Betrieb backstage und Kermit, der versucht, nicht vor allen die Nerven zu verlieren: Die Muppet Show: Johnny Cash (1981) baut seine Handlung wie ein kleiner Produktionsstress-Thriller auf, nur mit Banjo im Hintergrund. Cash selbst ist das Gegenteil von hektisch. Er steht da, ruhig, schwer, konzentriert, und genau dadurch wird alles um ihn herum noch komischer. Er braucht keinen Klamauk, weil seine Präsenz die Muppets zwingt, sich an etwas Echtem zu reiben. Das Ergebnis ist eine Folge, die überraschend intim wirkt, obwohl dauernd irgendwer durch die Kulisse rennt. Cash ist nicht „mitten im Chaos“, er ist der Fels, an dem das Chaos Wellen schlagen darf.
8. Michael Caine (1992)
In Die Muppet Weihnachtsgeschichte spielt Michael Caine Ebenezer Scrooge, und die Handlung ist die klassische Dickens-Reise durch Schuld, Kälte und zweite Chancen. Der entscheidende Trick ist, wie Caine das Ganze anlegt: Er spielt so ernst, als stünde er in einem Prestige-Drama, und genau dadurch werden die Muppets nicht zur Albernheit, sondern zur emotionalen Verstärkung. Das ist kein „Cameo“, das ist ein Schauspieler, der eine Welt akzeptiert, in der Ratten Buchhalter sind, ohne eine Augenbraue zu heben. Diese völlige Ernsthaftigkeit macht die Sentimentalität glaubwürdig und die Komik schärfer, weil sie nicht um Aufmerksamkeit betteln muss. Der Film fühlt sich an, als hätte jemand echtes Herz in ein Chaos-Kostüm genäht. Diese souveräne Ruhe hat eine Verwandtschaft zu Die Muppet Show: Johnny Cash (1981), nur dass Cash die Bühne erdet und Caine eine ganze Geschichte. Beide funktionieren, weil sie sich nicht schützend über das Material stellen.
9. Tim Curry (1996)
In Muppets - Die Schatzinsel ist Tim Curry Long John Silver, und die Geschichte folgt dem bekannten Abenteuerpfad aus Schatzkarte, Verrat und Seefahrerromantik. Curry spielt das nicht als Gaststar, sondern als jemand, der genau weiß, wie man in einer Muppet-Welt gleichzeitig gefährlich und komisch sein kann. Er flirtet mit dem Publikum, mit der Rolle und mit dem absurden Umstand, dass seine Crew aus schreienden, fellig-enthusiastischen Piraten besteht. Der Witz ist seine Kontrolle: Er führt die Energie, statt von ihr überrollt zu werden, und macht aus jeder Szene ein kleines Theaterstück. Dadurch wirkt der Film erstaunlich „groß“, ohne jemals geschniegelt zu sein. Diese Art, das Chaos zu dirigieren, verbindet ihn mit Die Muppet Weihnachtsgeschichte (1992): Michael Caine spielt ernst gegen die Muppets, Curry spielt mit ihnen. Beide Wege funktionieren, weil beide total sind, nicht halb ironisch.
10. Lady Gaga (2011)
In Die Muppets ist die Handlung ein Comeback: Kermit und Co. müssen eine Show auf die Beine stellen, um das Theater zu retten, und dabei stolpern sie durch moderne Promiwelt, Selbstzweifel und jede Menge Musik. Lady Gaga taucht nicht wie ein Pflicht-Gast auf, sondern wie jemand, der das Prinzip verstanden hat: Exzess ist hier kein Problem, Exzess ist die Sprache. Ihre Präsenz wirkt nicht wie „Star betritt Muppet-Welt“, sondern wie „Muppet-Welt bekommt plötzlich Pop-Volumen“. Lady Gaga taucht als Pop-Moment am Rand dieser Comeback-Welt auf und bringt genau die Art von Überhöhung mit, die bei den Muppets nie peinlich wird, wenn sie bewusst gespielt ist. Es ist kein Auftritt, der die Handlung trägt wie bei Michael Caine oder Tim Curry – eher ein moderner Glitzer-Stich, der den Film kurz auflädt und zeigt, wie gut dieses Universum immer noch auf große Bühnenenergie reagiert.











































































































































































































































