Das Warten hat bald ein Ende, denn die visuell berauschende HBO-Serie Euphoria (2019) kehrt nach einer quälend langen vierjährigen Pause mit ihrer dritten Staffel auf unsere Bildschirme zurück. Seitdem wir das letzte Mal in die emotionalen Abgründe von East Highland eingetaucht sind, ist in der realen Welt viel passiert: Die Karrieren der Hauptdarsteller:innen sind förmlich explodiert, wodurch das Ensemble mittlerweile aus echten Hollywood-Giganten besteht.
In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die wichtigsten Figuren der neuen Season – von den ikonischen Rückkehrern bis hin zu den vielversprechenden Neuzugängen, die frischen, unvorhersehbaren Wind in das düstere Drama bringen werden. Außerdem verraten wir, in welchen hochkarätigen Produktionen man diese Gesichter in den letzten Jahren bewundern konnte.
Zendaya (Rue Bennett)
Zendaya ist das unbestrittene Herz von Euphoria und hat in der Zwischenzeit ihren Status als eine der gefragtesten Schauspielerinnen weltweit zementiert. Man kennt sie natürlich aus den epischen Blockbustern Dune (2021) und Dune: Part Two (2024), in denen sie als Chani eine kämpferische Tiefe zeigte, die einen starken Kontrast zur oft zerbrechlichen Rue darstellt. Besonders beeindruckend war jedoch ihre Rolle im Tennis-Drama Challengers – Rivalen (2024), wo sie eine kühle, berechnende Stärke an den Tag legte. Wer sie in ihrer aktuellsten Rolle sehen will, sollte sich den A24-Film Das Drama (2026) nicht entgehen lassen. Im Vergleich zu Sydney Sweeney, deren Schauspiel oft von hochemotionalen, explosiven Ausbrüchen lebt, besticht Zendaya durch eine fast schon meditative, subtile Mimik, die auch in den dunkelsten Momenten eine enorme Anziehungskraft ausübt. Sie ist die ideale Identifikationsfigur für alle Zuschauer:innen, die komplexe Charakterstudien und darstellerische Tiefe lieben.
Sydney Sweeney (Cassie Howard)
Sydney Sweeney hat die Zeit zwischen den Staffeln genutzt, um sich als das neue „It-Girl“ des modernen Kinos zu positionieren. Wer sie in Euphoria als die verzweifelte Cassie lieben gelernt hat, wird ihren Wandel in der Erfolgskomödie Wo die Lüge hinfällt (2023) gefeiert haben, wo sie eine völlig neue, witzig charmante Seite präsentierte. Dass sie auch vor extremen Genres nicht zurückschreckt, bewies sie eindrucksvoll in dem psychologischen Horrorfilm Immaculate (2024) sowie in dem packenden Thriller The Housemaid (2025). Während Jacob Elordi seine Figuren oft mit einer unterkühlten, fast unnahbaren Distanz spielt, wirft Sweeney sich mit jeder Faser in ihre Rollen und sucht die maximale Konfrontation. Sie steht für eine kompromisslose darstellerische Hingabe, die das Publikum durch emotionale Grenzgänge fordert und dabei mutig jeden Schutzwall ihrer Figuren einreißt .Bestes Beispiel ist ihre physisch wie emotional radikale Performance im Biopic Christy (2025) als Box-Ikone Christy Martin.
Jacob Elordi (Nate Jacobs)
Jacob Elordi hat sich in den letzten Jahren meisterhaft von seinem Image als Teenie-Schwarm gelöst und ist zu einem ernstzunehmenden Charakterdarsteller gereift. Man kennt ihn mittlerweile für seine Darstellung von Elvis Presley in Priscilla (2023) oder für seine verführerisch-gefährliche Rolle in dem kontrovers diskutierten Saltburn (2023). Ein absolutes Karriere-Highlight war seine Verkörperung des Monsters in Guillermo del Toros Frankenstein (2025), die ihm weitreichendes Lob der Kritiker einbrachte. Ganz aktuell ist er in der düsteren Neuverfilmung von Wuthering Heights – Sturmhöhe (2026) als Heathcliff zu sehen. Im Vergleich zu Hunter Schafer, deren Präsenz oft etwas Ätherisches und Verletzliches an sich hat, strahlt Elordi eine gefährliche Ambivalenz aus: klassische Schönheit gepaart mit einer geheimnisvoll-bedrohlichen Aura. Perfekt für ein Publikum, das düstere Helden und atmosphärisch dichte Performances schätzt, bei denen die Gefahr ständig unter der Oberfläche brodelt.
Hunter Schafer (Jules Vaughn)
Hunter Schafer hat sich von ihrer Rolle als Jules in Euphoria ausgehend zu einer festen Größe im anspruchsvollen Genre-Kino entwickelt. Große Aufmerksamkeit erlangte sie durch ihre Rolle in Die Tribute von Panem: The Ballad of Songbirds and Snakes (2023), doch ihre wahre schauspielerische Kraft entfaltete sie in dem Horror-Geheimtipp Cuckoo (2024). Mit beeindruckender körperlicher Präsenz lieferte sie eine Performance ab, die einen scharfen Kontrast zu ihrem Euphoria-Rollenprofil markierte. Ihre darstellerische Wandlungsfähigkeit steht nach diesen Leistungen außer Frage und festigt ihren Ruf als Ausnahmetalent. Hunters Entwicklung ist beispielhaft für eine junge Generation von Schauspieler:innen, die mutige Rollenentscheidungen treffen und damit das moderne Independent-Kino prägen.
Sharon Stone (Neuzugang)
Eine der spektakulärsten Personalien für die dritte Staffel ist ohne Zweifel die Verpflichtung der Hollywood-Ikone Sharon Stone. Jeder kennt sie natürlich aus wegweisenden Klassikern wie Basic Instinct (1992), Total Recall (1990) oder Casino (1995), in denen sie das Bild der „Femme Fatale“ für eine ganze Generation prägte. Dass sie nun dem Cast von Euphoria beitritt, verleiht der Serie eine enorme zusätzliche Gravitas. Stone spielt eine mächtige Akteurin in der Medienbranche und bringt eine kühle und beinahe einschüchternde Autorität mit. Im Vergleich zu den Nachwuchsstars der Serie strahlt Stone eine besondere Souveränität aus, die zeigt, dass sie auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer fesselnden Leinwandpräsenz verloren hat.
Natasha Lyonne (Neuzugang)
Mit Natasha Lyonne gewinnt Euphoria eine Darstellerin hinzu, die für ihren unverkennbaren, rauen Charme und ihren scharfsinnigen Humor geliebt wird. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch die Netflix-Serien Orange is the New Black (2013) und Russian Doll (2019) sowie das Krimi-Highlight Poker Face (2023), in denen sie Figuren mit einer ganz speziellen, leicht exzentrischen Note verkörperte. Lyonne bringt eine ganz spezielle Energie mit, die sie zur Idealbesetzung für zynische und coole Figuren macht. Während Zendaya die Melancholie der Serie trägt, könnte Lyonne für die dringend benötigte Prise schwarzen Humors und Erdung sorgen. Sie wird von allen geliebt, die schlagfertige Dialoge und Charaktere mit Ecken und Kanten feiern, die sich nicht um gesellschaftliche Konventionen scheren. Ihr Mitwirken verspricht eine völlig neue Farbe im Spektrum der Serie, was die Vorfreude auf die neuen Folgen massiv steigert.
Adewale Akinnuoye-Agbaje (Neuzugang)
Ein weiterer hochkarätiger Neuzugang ist Adewale Akinnuoye-Agbaje, den viele noch als den mysteriösen Mr. Eko aus der Kultserie Lost (2004) oder als Killer Croc aus Suicide Squad (2016) in Erinnerung haben. Der Durchbruch gelang ihm aber viel früher mit seiner ikonischen und absolut furchteinflößenden Darstellung des Simon Adebisi in der wegweisenden HBO-Gefängnisserie Oz – Hölle hinter Gittern (1997). In den neuen Episoden spielt er eine zwielichtige Figur aus der kriminellen Unterwelt, die Rue in gefährliche Situationen verwickelt. Adewale Akinnuoye-Agbaje überzeugt fast immer als Charakterdarsteller, der physische Gravitas mit psychologischer Tiefe vereint. Er ist dafür bekannt, seinen Rollen eine fast schon furchteinflößende Authentizität zu verleihen. Mit ihm könnte die Serie endlich auch das Interesse jener Avantgarde wecken, die den Euphoria-Hype bisher gemieden hat.






































































































































































































































