In diesen 10 Historienfilmen geht es noch heißer zu als in “Wuthering Heights”

In diesen 10 Historienfilmen geht es noch heißer zu als in “Wuthering Heights”

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 17. Februar 2026

Aktualisiert am 25. Februar 2026

Es gibt diese Historienfilme, die geschniegelt wirken wie ein Museum, und es gibt die anderen, bei denen man schon nach wenigen Minuten merkt: Hier geht es nicht um Kostüme, hier geht es um Körper, Blickachsen und Macht. Wuthering Heights (2026) trägt den Mythos der großen Leidenschaft, aber oft ist das eher toxische Verhärtung als echtes, lebendiges Knistern. 

In den letzten zehn Jahren haben einige Filme das Period-Drama spürbar aufgeladen, ohne dass sie dauernd genau zur Sache gehen mussten. Manchmal reicht eine Hand, die zu lange liegen bleibt, ein Tanz, der zu nah geführt wird, oder die Erkenntnis, dass Begehren im historischen Setting nie nur privat ist. Wer bei Gefährliche Liebschaften schon immer mehr an den Momenten zwischen den Zeilen hing als an der Etikette, findet hier zehn Titel, die Sinnlichkeit als Motor erzählen - als Druck, als Spiel und als Risiko.

Marianne soll Héloïse auf einer Insel porträtieren, heimlich, präzise, ohne dass die junge Frau sich je bewusst als Modell anbietet, und genau daraus wächst eine Nähe, die irgendwann zu groß für den Raum wird. Porträt einer jungen Frau in Flammen ist sinnlich, weil er Aufmerksamkeit wie eine Berührung behandelt: Jeder Blick ist ein Tastversuch, jedes Schweigen ein Satz, der zu nah ausgesprochen wird. Das Knistern entsteht nicht aus großen Gesten, sondern aus dem Moment, in dem Beobachten kippt und plötzlich beide wissen, dass sie nicht mehr „nur“ schauen. Der Film hält diese Spannung so lange, bis sich selbst eine Hand auf einem Ärmel wie ein Ereignis anfühlt. Und wenn Intimität schließlich passiert, wirkt sie nicht wie ein dramaturgischer Höhepunkt, sondern wie eine Entscheidung, die längst in den Augen gefallen ist. Das ist Begehren als Klarheit, nicht als Nebel.

Am Hof von Königin Anne kämpfen zwei Frauen nicht nur um Einfluss, sondern um Nähe als Macht, und jede Zärtlichkeit hat den Beigeschmack einer Strategie. Bei The Favourite – Intrigen und Irrsinn funktioniert Begehren wie ein politisches Instrumen: Wer Zugang zum Körper hat, bekommt Zugang zum Staat. Der Film macht daraus keine hübsche Romanze, sondern ein nervöses Spiel aus Abhängigkeit, Eifersucht und Demütigung, bei dem man ständig spürt, wie schnell Nähe zur Waffe wird. Olivia Colman ist gleichzeitig verletzlich und herrisch, Rachel Weisz kontrolliert die Räume, Emma Stone kontrolliert die Stimmungen, und genau darin liegt dieses elektrisierte Knistern. Selbst harmlose Dialoge wirken, als würde jemand den anderen ausziehen, nur mit Worten. Dass der Film dabei auch komisch ist, macht alles noch unanständiger, weil man lacht und sich dabei ertappt. Diese Mischung aus Lust und Herrschaft findet sich auch in Benedetta, nur dort wird sie weniger satirisch und deutlich dreister ausgespielt.

03

Benedetta
Benedetta

Benedetta

2021

Benedetta steigt in einem Kloster zur gefeierten Visionärin auf, während ihre Beziehung zu einer Novizin die Grenzen zwischen Glauben, Inszenierung und körperlicher Sehnsucht sprengt. Benedetta tut nie so, als wären Begierde und Spiritualität sauber getrennte Räume. Hier flackert Lust unter Regeln, Schuldgefühlen und Machtstrukturen, und genau diese Reibung macht viele Szenen so aufgeladen. Man schaut nicht nur auf eine Affäre, sondern man schaut auf ein System, das Begehren benutzt, verdrängt und gleichzeitig braucht. Der Film spielt permanent damit, ob Benedetta glaubt oder lügt oder sogar beides zugleich, und diese Unsicherheit hat etwas Reizvolles, weil sie jede Berührung doppelt codiert. Sinnlichkeit ist hier nicht romantisch, sondern trotzig, manchmal sogar unverschämt komisch, und gerade dadurch lebendig. Die Erotik sitzt nicht nur im Körperlichen, sondern im Risiko, entdeckt zu werden, und in dem Hunger darauf, trotzdem weiterzumachen..

04

Corsage
Corsage

Corsage

2022

Elisabeth von Österreich kämpft gegen das Bild, das von ihr erwartet wird, und gegen einen Körper, der ständig bewertet, vermessen und kommentiert wird. In Corsage wird Haut und Blick als Druckmittel benutzt: Das Korsett ist nicht nur ein Kleidungsstück, es ist eine tägliche Verhandlung darüber, wem dieser Körper gehört. Vicky Krieps spielt Sisi als Frau, die gleichzeitig müde und wütend ist, und genau daraus entsteht dieses moderne Knistern, das nie gemütlich wirkt. Jede Bewegung hat etwas Widerständiges, jede Form von Nähe wirkt wie ein Versuch, kurz wieder zu atmen. Der Film lässt Lust zu, aber er romantisiert sie nicht, sondern zeigt sie als trotziges „Ich bin noch da“, als Moment, in dem Kontrolle kurz kippt. Das heiße Zusammenspiel entsteht hier weniger aus Verführung als aus Reibung, und das macht sie so stark. 

05

Sisi & Ich
Sisi & Ich

Sisi & Ich

2023

Irma wird Hofdame von Elisabeth und gerät in eine Bindung, die zwischen Bewunderung, Abhängigkeit und echter Anziehung ständig die Richtung wechselt. Sisi & Ich etikettiert Nähe nicht eindeutig, sondern zeigt sie als etwas, das sich einschleicht - aus Blicken, Routinen und diesem gemeinsamen Rhythmus, der irgendwann wie ein Geheimnis wirkt. Elisabeth ist hier keine ferne Ikone, sondern eine Frau, die Räume sucht, in denen sie nicht funktionieren muss, und Irma spürt sehr schnell, dass diese Freiheit einen Preis hat. Das Knistern kommt aus dem Ungleichgewicht: Wer führt, wer folgt, wer schaut, wer wird angeschaut? Und wann kippt das in etwas, das man nicht mehr kontrollieren kann? Der Film hat Leichtigkeit, aber darunter liegt ständig etwas Trauriges, weil die Figuren wissen, dass diese Art von Nähe in ihrer Welt kaum Platz hat. Genau dadurch wirkt jeder intime Moment wie ein riskanter Ausbruch. Diese gefährlich-schöne Dynamik hat eine Verwandtschaft zu Corsage, nur ist sie hier wärmer, berauschter und persönlicher.

In den 1930ern wird Sookee als Zofe in ein wohlhabendes Haus eingeschleust, um eine Erbin auszutricksen, doch schon nach kurzer Zeit gerät der Plan ins Wanken, weil da plötzlich etwas im Raum steht, das sich nicht mehr wegorganisieren lässt. Die Taschendiebin lebt davon, dass Begehren hier nicht wie Romantik aussieht, sondern wie ein riskanter Deal, der aus dem Ruder läuft. Jede Begegnung fühlt sich doppelt an: ein Blick, der zu lange dauert, eine Geste, die eigentlich harmlos sein müsste, aber wie ein Versprechen hängen bleibt. Der Film macht aus Räumen Fallen und aus Nähe ein Spiel, bei dem niemand sicher sein kann, ob gerade Vertrauen wächst oder eine neue Lüge entsteht. Gerade weil beide Frauen zunächst Rollen spielen, trifft es umso härter, wenn plötzlich etwas Echtes durchbricht und die Masken nicht mehr richtig sitzen. Und wenn der Film später direkter wird, wirkt das nicht wie kalkulierte Provokation, sondern wie die logische Konsequenz einer Spannung, die längst zu groß geworden ist. 

07

Lady Macbeth

Katherine wird in eine lieblos arrangierte Ehe gedrängt und entdeckt in einer Affäre nicht nur Lust, sondern eine Form von Macht, die sie nicht mehr hergeben will. Lady Macbeth zeichnet Begehren nicht weich, sondern schärft es. Florence Pugh spielt Katherine mit einer Ruhe, die erschreckt, weil sie so wenig um Erlaubnis bittet. Das Knistern entsteht aus der Radikalität, mit der diese Frau plötzlich entscheidet, dass ihr Körper nicht länger Besitz anderer ist. Der Film ist streng inszeniert, fast kühl, wodurch jede intime Szene wie ein Bruch wirkt, wie ein Riss im System des Hauses. Und je weiter es geht, desto klarer wird: Lust befreit hier nicht, sie verschlingt, weil sie mit Kontrolle verknüpft ist. Genau diese unangenehme Intensität macht den Film so fesselnd. Man schaut nicht, weil es romantisch wäre, sondern weil man spürt, dass jede Berührung die Geschichte in eine gefährlichere Richtung drückt. 

Maria kehrt als junge Königin nach Schottland zurück und muss in einer Welt bestehen, in der ihr Körper ständig politisch mitverhandelt wird. Maria Stuart, Königin von Schottland ist sinnlich, weil Erotik hier nie nur Intimität ist, sondern immer auch Drohung: Ehe, Schwangerschaft, Affären, selbst Gerüchte werden zu Waffen. Saoirse Ronan spielt Maria mit einem Selbstbewusstsein, das zugleich verletzlich wirkt, weil man spürt, wie eng ihr Handlungsspielraum ist. Und Margot Robbie als Elisabeth trägt eine andere Art von aufgestauter Begierde in sich, eher wie ein ständiges Zurückhalten, das den Raum elektrisch macht. Der Film arbeitet viel über Blicke, über das Gefühl permanenter Beobachtung, wodurch selbst stille Szenen eine nervöse Spannung bekommen. Wenn es körperlich wird, wirkt es nicht romantisch, sondern existenziell, fast brutal ehrlich, weil hier immer etwas auf dem Spiel steht. Sinnlichkeit ist Frontlinie, nicht Flucht. 

Reynolds Woodcock, ein gefeierter Designer im London der 1950er, trifft Alma und macht sie zu seiner Muse, doch die Beziehung kippt in ein Machtspiel, das beide gleichzeitig füttert und zerstört. Der seidene Faden behandelt Erotik wie eine präzise Dosierung: ein Blick am Frühstückstisch, ein Tonfall, der zu kühl ist oder eine Regel, die plötzlich wie ein Liebesbeweis wirkt. Daniel Day-Lewis spielt Kontrolle so überzeugend, dass jede kleine Störung wie ein Erdbeben wirkt, und Vicky Krieps bringt eine stille Entschlossenheit hinein, die das ganze System von innen verschiebt. Das Knistern entsteht aus Spannung, die nicht gelöst werden will, sondern sich in Alltagsrituale einbrennt. Intimität wirkt hier nie „romantisch“, sondern wie ein Vertrag, der ständig neu verhandelt wird, manchmal zärtlich, manchmal erschreckend. Und wenn der Film eskaliert, bleibt er unheimlich elegant, was alles noch verstörender macht. 

10

Die Verführten

Während des amerikanischen Bürgerkriegs wird ein verwundeter Soldat in einem Mädcheninternat aufgenommen, und seine Anwesenheit verschiebt die Atmosphäre, bis aus Höflichkeit ein gefährliches Spiel wird. Die Verführten zeigt, wie Begehren in einem Raum ohne Ventil gärt. Alles wirkt geschniegelt, kontrolliert, fast erstarrt, und genau deshalb knistert jeder kleine Moment: ein Blick beim Abendessen, ein Satz, der zu weich gesprochen wird oder eine Hand, die zu lange in der Nähe bleibt. Der Film macht daraus keine große Romanze, sondern eine Spannung, die sich in Konkurrenz, Eitelkeit und Aggression verwandelt, weil alle etwas wollen, aber niemand die Regeln dafür hat. Nicole Kidman hält die Ordnung zusammen, Kirsten Dunst spürt die Risse, und die jüngeren Figuren wirken wie Streichhölzer in einem trockenen Raum. Sinnlichkeit ist hier nie gemütlich, sondern immer mit Gefahr verbunden, weil sie das fragile Gleichgewicht zerstört.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

26,42 €

Gesamtlaufzeit

19h 59min

Genres

Drama, Historisch, Romantik

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Auf dieser Liste befinden sich 10 Titel und du kannst 2 von ihnen auf Disney Plus anschauen. 10 weitere Streamingdienste haben aktuell ebenfalls einige der Titel im Angebot.

  1. 2 Titel Disney Plus
  2. 2 Titel Magenta TV+
  3. 1 Titel MUBI
  4. 1 Titel MUBI Amazon Channel
  5. 1 Titel filmfriend