Weihnachtsfilme haben den Ruf, mit kleinen Mitteln zu funktionieren: ein Wohnzimmer, ein Baum, ein Familienessen, und fertig ist der Klassiker. Bei diesen zehn Titeln sieht das anders aus. Hier wurden Summen investiert, die sonst eher bei Superhelden, Sci-Fi-Epen oder historischen Schlachten landen.
Die Millionen fließen in Kunstschnee, Fantasiewelten, Stars mit Spitzenhonoraren und digitale Tricks, die Schlitten und Geister so selbstverständlich wirken lassen sollen wie Raumschiffe in einem Blockbuster. Spannend ist, dass viele intime Lieblingsfilme der Feiertage deutlich billiger waren - ein Kevin - Allein zu Haus oder Gremlins wirkt im direkten Vergleich fast bescheiden. Genau das macht diese Rangliste reizvoll: Man merkt, wie sehr Studios darauf setzen, dass Weihnachten international als Marke funktioniert, die sich wie jeder andere Eventstoff aufblasen lässt. Ob es um Action am Flughafen, Motion-Capture-Experimente oder Romantik im Cottage geht - überall steckt die Vorstellung dahinter, dass Gefühle besser verkaufen, wenn sie in großen Bildern verpackt sind. Diese zehn Produktionen sind der Beweis dafür, wie teuer die Idee von Besinnlichkeit werden kann.
10. Daddy’s Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme (2017), 69 Millionen US-Dollar
Nach dem ersten Teil, in dem zwei Väter um die Gunst ihrer Kinder konkurrieren, zieht Daddy’s Home 2 das Chaos an Weihnachten komplett auf. Dieses Mal werden die Väter der Väter eingeflogen, und plötzlich stehen vier Männer, drei Generationen und eine ganze Kette ungelöster Konflikte vor dem Fest der Liebe. Die 69 Millionen Dollar stecken in der Starpower von Will Ferrell, Mark Wahlberg, Mel Gibson und John Lithgow, in großen Familiensets, winterlichen Locations und slapstickreichen Massenszenen. Der Film zeigt Weihnachten als emotional überladenen Ausnahmezustand, in dem jeder versucht, der bessere Papa zu sein, während die Kinder längst den Überblick verloren haben. Im Gegensatz zu einem Film wie The Holiday, der später in dieser Liste eher auf romantische Sehnsucht setzt, interessiert sich Daddy’s Home 2 vor allem für peinliche Eskalationen und zerstörte Fassaden. Teuer ist hier weniger die Magie, sondern der Versuch, aus familiären Neurosen ein regelrechtes Spektakel zu machen.
9. Stirb Langsam 2 (1990), 70 Millionen US-Dollar
John McClane verbringt zum zweiten Mal Weihnachten damit, Leben zu retten, statt in Ruhe Geschenke auszupacken. Dieses Mal sitzt er auf einem verschneiten Flughafen fest, während Terroristen die Kontrolle über den Luftraum übernehmen und seine Frau in einem der gefährdeten Flugzeuge sitzt. Die 70 Millionen Dollar Produktionskosten sieht man in Explosionen, Flugzeugstunts und der Größe des neuen Schauplatzes, der das Hochhaus des ersten Films deutlich toppt. Es ist ein Actionfilm mit Weihnachtsdeko, der sein Fest vor allem als ironische Kulisse nutzt, um den Kontrast zwischen „besinnlich“ und „brutal“ auszuspielen. Während Batman Returns später Weihnachten in eine düstere Comicoper verwandelt, bleibt Stirb langsam 2 bodenständiger und mechanischer, fast wie ein sorgfältig geölter Krawallapparat. Dass der Film trotzdem als Weihnachtsklassiker durchgeht, zeigt, wie stark das Setting wirken kann, selbst wenn im Zentrum eher Benzin als Besinnung steht.
8. Der Grinch (2018), 75 Millionen US-Dollar
In dieser animierten Version der Dr.-Seuss-Geschichte lebt Der Grinch als grünfelliger Einzelgänger in einer Höhle über Whoville und will mit dem überladenen Feiertagskitsch der Stadt nichts zu tun haben. Genervt von Lichterketten, Weihnachtsliedern und Dauerfröhlichkeit schmiedet er den Plan, Weihnachten einfach zu stehlen und die Bewohner um ihr großes Fest zu bringen. Die rund 75 Millionen Dollar mögen im Animationskontext vergleichsweise moderat sein, sie stecken aber in sorgfältig gestalteten Texturen, leuchtenden Farben und einer Stadt, die aussieht, als wäre sie aus Zuckerguss und Spielzeug gebaut. Die Figuren bewegen sich mit der typisch verspielten Energie eines Illumination-Films, inklusive kleiner Nebenfiguren, die schon nach wenigen Szenen im Gedächtnis bleiben. Während die Realverfilmung von Der Grinch mit praktischen Effekten und Jim Carrey auf körperliche Übertreibung setzt, wirkt Der Grinch in dieser Version runder, glatter und bewusst familienfreundlich. Das Herz der Geschichte bleibt gleich: Ein Außenseiter, der lernen muss, dass Zugehörigkeit nicht an Dekoration hängt.
7. Batmans Rückkehr (1992), 80 Millionen US-Dollar
Gotham liegt unter Schnee, große Weihnachtsbäume stehen auf Plätzen, und dennoch fühlt sich hier nichts warm an. Bruce Wayne kämpft als Batman gegen den deformierten Pinguin, der aus der Kanalisation auftaucht, und gegen Catwoman, die irgendwo zwischen Opfer, Rächerin und Versuchung schwebt. Die 80 Millionen Dollar flossen in Tim Burtons düstere Sets, aufwendige Kostüme, riesige Studiobauten und Spezialeffekte, die Gotham eher wie eine expressionistische Bühne als wie eine reale Stadt wirken lassen. Weihnachten ist in diesem Film ein kaltes, ironisches Ornament, das die Einsamkeit der Figuren nur stärker betont. Anders als Liebe braucht keine Ferien, das später warme Innenräume und romantische Schneelandschaften ins Zentrum stellt, nutzt Batmans Rückkehr das Fest, um Kontraste zu verstärken: zwischen Licht und Schatten, Familie und Ausgestoßenen. Es ist ein Weihnachtsfilm für Menschen, die die Feiertage nicht nur mit Kerzen, sondern auch mit ein bisschen Abgrund mögen.
6. Liebe braucht keine Ferien (2006), 85 Millionen US-Dollar
Amanda aus Los Angeles und Iris aus England sind beide emotional ausgebrannt und tauschen kurz vor Weihnachten kurzerhand ihre Häuser. Amanda landet im verschneiten Cottage, Iris in einer luxuriösen Villa, und beide müssen sich in neuen Umgebungen, neuen Beziehungen und alten Mustern zurechtfinden. Die 85 Millionen Dollar sind weniger in Effekte als in Atmosphäre und Starcast geflossen: Cameron Diaz, Kate Winslet, Jude Law und Jack Black tragen eine Liebesgeschichte, die sich über Kontinente erstreckt und trotzdem sehr intim erzählt wird. Jeder Raum sieht aus wie aus einem Wohnmagazin, jede Nebenfigur ist mit einer liebevollen Mini-Biografie ausgestattet. Im Vergleich zu Daddy’s Home 2, das Weihnachten als chaotische Familienarena zeigt, inszeniert Liebe braucht keine Ferien das Fest als Chance zum Runterfahren, zum Innehalten und zum behutsamen Neuanfang. Teuer ist hier der Traum, dass man sein Leben einfach für ein paar Wochen tauschen kann und dabei genau die Menschen findet, die man gebraucht hätte, ohne es zu wissen.
5. Der Nussknacker und die vier Reiche (2018), 120 Millionen US-Dollar
Clara erhält in Die Nussknacker und die vier Reiche von ihrer verstorbenen Mutter eine verschlossene Schatulle und findet den Schlüssel in einer anderen Welt, die sich hinter einem Weihnachtsbaum verbirgt. Dort stößt sie auf vier Reiche - Süßigkeiten, Blumen, Schnee und ein viertes, bedrohliches Reich -, zwischen denen ein fragiles Gleichgewicht herrscht. Die 120 Millionen Dollar verwandeln den klassischen Ballettstoff in ein visuell überwältigendes Fantasy-Spektakel, in dem jedes Kostüm, jede Halle, jede Landschaft wie ein eigenes Gemälde wirkt. Musik, Tanz und digitale Effekte verschmelzen zu einer Traumlogik, die eher erlebt als vollständig verstanden werden will. Während The Polar Express weiter oben die Reise an den Nordpol in konzentrierte, wiedererkennbare Motive packt, setzt dieser Film auf maximale Ornamentik und eine ganze Galerie an Schauwerten. Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, durch ein besonders opulentes Schaufenster gelaufen zu sein, hinter dem trotzdem eine einfache Geschichte vom Erwachsenwerden und vom Loslassen steht.
4. Der Grinch (2000), 123 Millionen US-Dollar
Ron Howards Realverfilmung schickt Jim Carrey als Der Grinch in ein Whoville, das wie eine Mischung aus Kinderbuch und Themenpark wirkt. Der grüne Miesepeter lebt abgeschottet in seiner Höhle, während die Bewohner der Stadt jedes Jahr lauter, bunter und konsumfreudiger feiern. Genervt von Lichterorgien und Geschenkbergen beschließt er, Weihnachten zu stehlen, stößt dabei aber auf die kleine Cindy Lou, die das Fest auf ihre ganz eigene, ernsthafte Art begreift. Die 123 Millionen Dollar sieht man in den detaillierten Sets, den aufwendigen Prothesen, den Massen an Statisten und in der Energie, die Carrey in jede Szene wirft. Der Film ist laut, schrill und körperlich, fast so, als würde ein Cartoon aus Fleisch und Blut bestehen. Im Gegensatz zu der animierten Version Der Grinch fühlt sich hier alles greifbar und anstrengend an, vom Kostüm bis zur Dekoration. Gerade dadurch sticht am Ende der einfache Gedanke heraus, dass Weihnachten nicht in Paketen steckt, sondern in der Bereitschaft, jemanden mit reinzulassen.
3. Der Polarexpress (2004), 170 Millionen US-Dollar
Ein Junge, der beginnt, am Weihnachtsmann zu zweifeln, wird in der Nacht vor Heiligabend von einem geheimnisvollen Zug abgeholt, der ihn zum Nordpol bringen soll. Auf der Fahrt erlebt er waghalsige Momente auf vereisten Brücken, trifft andere Kinder und rätselhafte Figuren, die alle etwas mit seiner inneren Unsicherheit zu tun haben. Die 170 Millionen Dollar machten Der Polarexpress zum damals teuersten Animationsprojekt und flossen in aufwendige Motion-Capture-Technik, detailreiche Umgebungen und Effekte, die den Zug fast wie ein eigenes Lebewesen erscheinen lassen. Die Optik bewegt sich an der Grenze zum Unheimlichen, was dem Film einen eigenartigen, traumartigen Charakter verleiht. Während Eine Weihnachtsgeschichte später dieselbe Technik nutzt, um moralische Abgründe zu beleuchten, konzentriert sich Der Polarexpress stärker auf ein Gefühl von Schwebe zwischen Kindheit und Erwachsensein. Teuer ist hier der Versuch, Zweifel sichtbar zu machen - als Schneesturm und als ferne Glocke, deren Klang man nur hört, wenn man noch glauben will.
2. Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009), 200 Millionen US-Dollar
Ebenezer Scrooge ist ein geiziger, verbitterter Geschäftsmann, der Weihnachten verachtet und seine Mitmenschen wie Störfaktoren behandelt. In der Nacht besucht ihn zunächst der Geist seines verstorbenen Partners, dann die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht, die ihm zeigen, was aus seinem Leben geworden ist und wohin es führt. Die 200 Millionen Dollar von Eine Weihnachtsgeschichte stecken in einer Motion-Capture-Inszenierung, die London zur Geisterbahn macht: Kamerafahrten rasen durch Straßen, Häuser und Erinnerungen, Figuren verändern ihre Gestalt, und Jim Carrey spielt gleich mehrere Rollen, vom Scrooge bis zum Geist. Die Technik erlaubt extreme Perspektiven und albtraumhafte Bilder, die die moralische Reise härter wirken lassen als in vielen klassischen Verfilmungen. Wo Der Polarexpress einige Jahre zuvor eher auf melancholische Magie setzte, findet Eine Weihnachtsgeschichte in dieser Version einen deutlich finstereren Ton und konfrontiert seine Hauptfigur fast gnadenlos. Am Ende steht ein Mann, der sich ändern will, und ein Film, der zeigt, wie teuer es sein kann, eine alte Geschichte radikal neu zu bebildern.
1. Red One - Alarmstufe Weihnachten (2024), 250 Millionen US-Dollar
In Red One arbeitet Callum Drift als Sicherheitschef am Nordpol, bis der Weihnachtsmann entführt wird und eine Rettungsmission gestartet werden muss, die mehr an Agenten- und Superheldenfilme erinnert als an klassische Festtagskost. Dwayne Johnson als Callum und Chris Evans als prominenter Unterstützer tragen eine Geschichte, in der Wichtel, Fabelwesen und Action-Setpieces miteinander konkurrieren. Mit einem Budget von rund 250 Millionen Dollar sprengt der Film alle Dimensionen, die man bisher mit Weihnachtskino verbunden hat, und gehört generell zu den teuersten Produktionen seiner Zeit. Man sieht es den vielen Greenscreen-Szenen, den großen Schauplätzen und der Fülle an Effekten an, auch wenn nicht jeder Shot so wirkt, als sei er mit dieser Summe entstanden. Red One wirkt wie der Versuch, Weihnachten endgültig in die Liga der globalen Markenuniversen zu holen. Es ist weniger ein Film über ein Fest, sondern ein Action-Franchise, das zufällig Schlitten, Mützen und Mythen im Gepäck hat und dafür mehr Geld bekommen hat, als manch anderer Stoff jemals sehen wird.







































































































































































































































