„Every Year After“: Zeitsprünge und Rückblenden erklärt

„Every Year After“: Zeitsprünge und Rückblenden erklärt

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 13. Juni 2026

Aktualisiert am 13. Juni 2026

Eine Liebesgeschichte, die mit ihrem Ende beginnt. Die neue Hit-Serie von Prime Video springt permanent zwischen zwei Zeitebenen hin und her und setzt ihre entscheidenden Momente erst Stück für Stück zusammen. Was in der Gegenwart wie eine beiläufige Bemerkung wirkt, erhält in Every Year After durch eine Erinnerung plötzlich ein anderes Gewicht. Umgekehrt verändern die Rückblenden ständig den Blick auf die Ereignisse in der Gegenwart. Dadurch entsteht eine Geschichte, die weniger chronologisch erzählt wird als durch Erinnerungen, Schuldgefühle und ungelöste Konflikte.

Die Struktur übernimmt die Prime-Video-Adaption direkt aus Carley Fortunes Bestseller „Fünf Sommer mit dir“, auf dem die Serie basiert. Wer die Romanvorlage nicht kennt, benötigt oft einige Folgen, bis sich die beiden Erzählebenen zu einem vollständigen Bild zusammensetzen.

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Im Zentrum stehen Persephone, kurz Percy (Sadie Soverall), und Sam Florek (Matt Cornett). Die Serie begleitet beide in zwei klar voneinander getrennten Lebensphasen: als Teenager während sechs Sommern in Barry’s Bay und als Erwachsene während einer einzigen Woche zwölf Jahre später. Die Jahre dazwischen bleiben weitgehend ausgespart, prägen aber jede Begegnung und jede Entscheidung. Um die Handlung besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die beiden Zeitebenen.

Sechs Sommer in Barry’s Bay: die Vergangenheitsebene

Die Vergangenheit beginnt, als Percys Familie ein Ferienhaus in Barry’s Bay kauft, einem kleinen Ort am See in Ontario. Percy ist anfangs eine schüchterne Teenagerin und ein Stadtkind, das sich in dieser Welt aus Booten, Dock und Bootshaus erst zurechtfinden muss. Schon im ersten Sommer lernt sie die Brüder Sam und Charlie Florek kennen. Deren Mutter Sue (gespielt von Elisha Cuthbert) betreibt das örtliche Lokal und wird im Laufe der Sommer zu einer Art Ersatzmutter für Percy.

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Aus der Freundschaft mit Sam, dem stilleren der beiden Brüder, wird Sommer für Sommer mehr. Erst sind es lange Tage am Dock und gemeinsame Horrorfilm-Abende, später wird daraus eine erste Liebe mit allem, was dazu gehört. Im letzten dieser sechs Sommer sind beide siebzehn, frisch verliebt und überzeugt davon, dass sie nach Barry’s Bay noch ein gemeinsames Leben vor sich haben. Dieser Sommer wird auch der Bruch. Percy schläft nach einer Krise in der Beziehung mit Sams älterem Bruder Charlie. Sie schafft es nicht, Sam die Wahrheit zu sagen, lehnt seinen Versuch einer Versöhnung mit aller Härte ab und verlässt Barry’s Bay.

Zwölf Jahre später: die Woche der Beerdigung

Zwölf Jahre später setzt die Gegenwartsebene ein. Percy ist mittlerweile 28, lebt in einer anderen Stadt, hat sich beruflich eingerichtet und Barry’s Bay seit damals kein einziges Mal wiedergesehen. Was sie zurückbringt, ist ein konkreter Anlass: Sue Florek ist an Krebs gestorben, und Percy fühlt sich verpflichtet, zur Beerdigung zu erscheinen. Ihre beste Freundin Chantal (Aurora Perrineau) fährt mit.

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Die Gegenwartsebene erstreckt sich nur über eine einzige Woche, doch in dieser Woche passiert so viel, dass sie wie ein eigener Sommer wirkt. Percy trifft Sam wieder, der inzwischen Arzt ist und seine Mutter monatelang gepflegt hat. Auch Charlie kommt ihr nicht aus dem Weg. Er war es, der Percy auf Sues letzten Wunsch hin überhaupt eingeladen hat, und er führt mit Sam einen schwelenden Streit darüber, wer in den letzten Monaten der Pflege wirklich da war. Was als Beerdigungswoche beginnt, wird zu einer Konfrontation mit allem, was zwölf Jahre lang ungesagt geblieben war. Dazu gehört auch das Geheimnis um Charlie, von dem Sam längst weiß, ohne dass Percy das ahnt.

Wie die Serie beide Zeiten miteinander verbindet

Showrunnerin Amy B. Harris, die das Projekt nach dem Ausstieg von Leila Gerstein übernommen hat, lässt die Schnitte zwischen den Zeiten die meiste Arbeit machen. Eine Szene am See in der Gegenwart wird durch eine fast identische Einstellung aus der Vergangenheit gespiegelt. Erinnerungen an Sue schneiden quer ins Heute, und ein Lied auf der Tonspur trägt eine Bedeutung, die du erst zwei Folgen später ganz verstehst. Der Soundtrack hilft beim Sortieren: Die Teenager-Sommer laufen mit Pop-Hits der frühen 2010er-Jahre, die Gegenwart wird von Indie-Musik von Mumford & Sons, Lizzie McAlpine oder Noah Kahan getragen.

Man sieht eine Liebesgeschichte, die schon abgeschlossen ist, parallel zu einer Liebesgeschichte, die sich gerade ein zweites Mal stellt. Beide Zeiten kommentieren einander, ohne dass Percy oder Sam das je laut aussprechen müssten. Ob die zwölf Jahre dazwischen am Ende der Woche überwunden sind, hält die Serie absichtlich nicht ganz fest. Percy und Sam stehen zwar in derselben Zeit, aber Sam kennt das Geheimnis um Charlie seit Jahren, Percy erst seit dieser Woche. Diese Lücke schließt die erste Staffel nicht mehr.

Sechs Sommer, um sich zu verlieben. Ein Moment, um auseinanderzubrechen. Eine Woche, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Eine unterhaltsame, mitreißende Liebesgeschichte, die die Frage aufwirft: Was wäre, wenn deine erste Liebe tatsächlich deine Seelenverwandte wäre?

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtkosten fürs Ansehen

8,99 €

Gesamtlaufzeit

6h 32min

Genres

Drama, Romantik

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