
Diese DCU-Projekte wurden gestrichen – und was du stattdessen sehen kannst
Im Januar 2023 stellten James Gunn und Peter Safran zehn Projekte für das neue DC-Universum vor, gebrandmarkt als Kapitel eins unter dem Titel Gods and Monsters. Dreieinhalb Jahre später ist die Bilanz ernüchternd: Vier Titel sind erschienen, drei wurden gestoppt, drei stecken fest. Die gute Nachricht für alle, die auf einen bestimmten Stoff gewartet haben: Für fast jeden gestrichenen Titel gibt es einen Ersatz, und meistens sogar im selben Universum. Wir haben aufgelistet, was jeweils geplant war, woran es scheiterte – und was du stattdessen streamen kannst. Erschienen ist zuletzt im August die Serie Lanterns (2026) mit Kyle Chandler und Aaron Pierre – ein Hinweis darauf, wo dieses Universum derzeit tatsächlich stattfindet, nämlich im Fernsehen statt im Kino.
Gestoppt: The Authority
Geplant war ein Kinofilm über jene Superheldengruppe, die sich nicht um Gesetze schert und Probleme löst, indem sie Regierungen stürzt. Gunn bestätigte im April 2026, dass die Entwicklung ruht. Als Gründe nannte er Schwierigkeiten mit dem Drehbuch und die Frage, wie sich eine derart zynische Truppe in den Ton des übrigen Universums einfügen soll.
Was stattdessen läuft: Peacemaker (2022) kommt der Idee im DC-Universum am nächsten. Auch dort steht eine Figur im Mittelpunkt, die für den Frieden tötet und moralisch kaum zu verteidigen ist. Gunn hat die Serie selbst geschrieben und fünf der acht Folgen inszeniert, inzwischen liegt eine zweite Staffel vor. Wer den Zynismus noch dicker aufgetragen haben will, findet ihn in The Boys (2019), wo Superhelden als Konzernprodukte auftreten und die Gegenseite die Sympathieträger stellt.
Gestoppt: „Waller“
Die Serie sollte Viola Davis als Amanda Waller in den Mittelpunkt stellen, jene Geheimdienstchefin, die Verbrecher auf Himmelfahrtskommandos schickt. Ein Bericht des Branchendienstes The Ankler meldete am 12. August 2026, dass das Projekt nicht mehr in aktiver Entwicklung ist. Ausgeschlossen ist eine Wiederbelebung nicht, Priorität hat sie derzeit aber nicht.
Was stattdessen läuft: Davis spielt die Figur seit Suicide Squad (2016) und ist in The Suicide Squad (2021) erneut zu sehen, Gunns eigener Fassung des Stoffs. Am nächsten an der geplanten Serie liegt aber Creature Commandos (2024): Dort stellt Waller wieder ein Team aus Gefangenen zusammen, diesmal aus Monstern, und Davis spricht die Rolle selbst. Wer die geplante Serie vermisst, bekommt hier zumindest die Figur in voller Ausführung.
Gestoppt: „Paradise Lost“
Der ambitionierteste der gestrichenen Titel. Geplant war ein politisches Drama auf Themyscira, der Heimat der Amazonen, angesiedelt vor der Geburt von Wonder Woman. Safran beschrieb es seinerzeit ausdrücklich als Geschichte im Stil von Game of Thrones. Noch im April 2026 sprach Gunn von extremer Entwicklung, im August meldete The Ankler das Aus. Kira Snyder und Janet Lin waren zuletzt mit dem Projekt verbunden.
Was stattdessen läuft: House of the Dragon (2022) liefert genau das, was Paradise Lost versprochen hatte – Machtkämpfe innerhalb einer abgeschotteten Dynastie, nur mit Drachen statt Amazonen. Beide Stoffe leben von Intrigen statt von Kampfszenen, und beide brauchen dafür eine Welt, die das Publikum erst kennenlernen muss. Wer die Serie gesehen hat, versteht, warum ein solches Projekt vier Jahre Entwicklung verschlingen kann, ohne fertig zu werden.
Abgelehnt: „Poison Ivy“ und „Catwoman“
Beide Figuren waren Gegenstand eigener Vorschläge für Filme oder Serien, die DC Studios nicht weiterverfolgt hat. Anders als bei den drei Titeln oben handelt es sich nicht um gestoppte Produktionen, sondern um Pitches, die gar nicht erst angenommen wurden. Offizielle Begründungen gibt es nicht, was bei abgelehnten Vorschlägen allerdings die Regel ist.
Was stattdessen läuft: Margot Robbies Harley Quinn in The Suicide Squad bleibt die prominenteste Umsetzung einer weiblichen Figur aus dem Batman-Umfeld. Ansonsten gilt für Poison Ivy und Catwoman, was für viele Nebenfiguren dieses Kosmos gilt: Sie existieren im Kino bislang nur als Teil größerer Geschichten, nicht als Trägerinnen eigener. Gunn hat sich zu beiden mehrfach geäußert, ohne konkrete Pläne zu nennen, sie aber auch nicht ausgeschlossen.
Steckt fest: „Booster Gold“
Die Serie ist offiziell nicht gestrichen, sucht aber seit über einem Jahr ein neues Kreativteam. Geplant war eine Komödie um einen gescheiterten Footballspieler aus dem 25. Jahrhundert, der mit gestohlener Technik in die Gegenwart reist und dort den Superhelden gibt. Gunn selbst nannte das Hochstapler-Syndrom als Thema.
Die Personalliste liest sich wie eine Warnung: Zuerst war das Team hinter The Righteous Gemstones vorgesehen, Danny McBride stieg 2025 aus. Dann übernahm David Jenkins, Erfinder von Our Flag Means Death, reichte im April 2026 sein Drehbuch ein – und teilte am 31. Juli mit, dass seine Fassung nicht weiterverfolgt wird. Wer die Komödie im Superheldenkostüm sucht, bleibt vorerst bei Peacemaker.
Steckt fest: „The Brave and the Bold“ und„Swamp Thing“
Beide gehörten zur ursprünglichen Ankündigung von 2023 und sind seither nicht vorangekommen. The Brave and the Bold sollte Batman und seinen Sohn Damian Wayne zusammenbringen, Swamp Thing als Horrorfilm im selben Universum funktionieren. Bei beiden heißt es, Drehbücher und Regieterminpläne seien weiterhin in Bewegung. Ein Starttermin existiert für keinen der beiden, obwohl sie seit über drei Jahren angekündigt sind. Gunn hat beide nie zurückgezogen, nur nie einen Termin genannt.
Eines steht fest: Was tatsächlich läuft, ist die Fernsehschine, während d die Kinoprojekte reihenweise hängen. Wer auf die gestrichenen Titel gewartet hat, findet den Ersatz also nicht im Kino, sondern im Stream. Ob sich daran etwas ändert, dürfte davon abhängen, wie Man of Tomorrow (2027) im Juli 2027 abschneidet.














































