„Babylon Berlin“: Das Ende der 5. und letzten Staffel erklärt

„Babylon Berlin“: Das Ende der 5. und letzten Staffel erklärt

Veröffentlicht am14. September 2026

Aktualisiert am14. September 2026

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Nach fünf Staffeln endet Babylon Berlin (2017-2026) dort, wo es in Deutschland besonders dunkel wird. Die finalen Folgen führen Gereon Rath (Volker Bruch), Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) und die übrigen Figuren in den Februar des Jahres 1933 und damit in jene Wochen, in denen aus der angeschlagenen Weimarer Republik mit erschreckender Geschwindigkeit eine nationalsozialistische Diktatur wird.

Das Finale zieht für viele von ihnen einen sehr persönlichen Schlussstrich und beantwortet Fragen, die die Serie teilweise seit ihrer ersten Staffel begleiten. Manche bekommen die Chance auf einen Neuanfang, andere müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen – und für einige gibt es keinen Ausweg mehr.

Was also geschieht am Ende mit Gereon Rath und Charlotte Ritter? Welche Figuren überleben, wer stirbt und wer verlässt Berlin? Und wie führt Babylon Berlin ihre teils fiktiven Schicksale schließlich mit der realen Geschichte zusammen?

Wie endet Gereon Rath?

In der 4. Staffel schien Gereon Rath zunächst zur SA übergelaufen zu sein. Tatsächlich hatte er sich als verdeckter Ermittler in die Organisation einschleusen lassen. Zu Beginn der finalen Staffel verschwindet Gereon Rath erneut: Gemeinsam mit dem Psychiater Dr. Edmund Forster (Ulrich Noethen) flieht er vom Berliner Presseball. Denn Edmund Forster besitzt in diesen Tagen lebensgefährliches Wissen: Hitlers Krankenakte aus dem Jahr 1918.

Die soll belegen, dass Adolf Hitler (Clemens Schick) damals nicht aufgrund einer körperlichen Verletzung erblindete, sondern an einer „hysterischen“ beziehungsweise psychogenen Blindheit litt. Damit befindet sich ein Beweismittel in den Händen des Psychiaters, das Adolf Hitlers mythisch aufgeladene Selbstinszenierung als unerschütterlicher Frontsoldat beschädigen könnte.

Gereon Rath begleitet Edmund Forster zunächst nach Köln und schließlich nach Paris. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wird Gereon Rath von der SA verhaftet, schwer misshandelt und in einem ihrer Gefängnisse festgehalten. Dort erlebt er unmittelbar, wie politische Gegner des neuen Regimes verschleppt und gefoltert werden. Regierungsrat Günter Wendt (Benno Fürmann) lässt Gereon Rath schließlich frei, doch der Kommissar schwebt weiter in Lebensgefahr.

Sein letzter Versuch, den Lauf der Geschichte zu verändern, führt Gereon Rath auf Schloss Lieberberg, wo Alfred Nyssen (Lars Eidinger) Adolf Hitler und weitere Gäste aus Wirtschaft und Politik empfängt. Gemeinsam mit dem Unterweltboss Edgar Kasabian, genannt „der Armenier“ (Mišel Matičević), beteiligt sich Gereon Rath an einem Plan, Adolf Hitler während des Dinners mit einem Sprengsatz zu töten – und setzt damit zugleich seine Beziehung zu Charlotte Ritter aufs Spiel.

Als Gereon Rath sie in den Plan einweiht, zieht Charlotte Ritter eine Grenze: Zum Widerstand ist sie bereit, zum politischen Mord nicht. Am Ende sitzt Gereon Rath allein in einer Berliner Wohnung und schreibt Charlotte Ritter einen Brief. Er dankt ihr für die gemeinsame Zeit, dass sie ihm eine Stadt gezeigt habe, die es nun nicht mehr gebe und verabschiedet sich von ihrem gemeinsamen Leben in Berlin.

Was wird aus Charlotte Ritter?

Charlotte Ritter ermittelt in der letzten Staffel in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten, deren Verbindung bis ins Jahr 1918 und zu Adolf Hitlers verschwundener Krankenakte führt. Gleichzeitig muss sie zunehmend an ihrem Verlobten zweifeln: Gereon Rath ist spurlos verschwunden und hat einen Brandsatz hinterlassen, dessen Spuren zunächst zur SA führen.

Auch Charlotte Ritters Arbeit bei der Polizei wird immer gefährlicher. Nach Adolf Hitlers Machtübernahme setzen sich die Nationalsozialisten zunehmend in der „Burg“, dem Berliner Polizeipräsidium, fest. Gemeinsam mit Oberkommissar Wilhelm Böhm (Godehard Giese) ermittelt Charlotte Ritter deshalb heimlich weiter, während politische Gegner verhaftet und alte Kollegen kaltgestellt werden.

Als Gereon Rath schließlich zurückkehrt, steht zwischen den beiden mehr als sein Verschwinden. Charlotte Ritter kann seinen Attentatsplan nicht mittragen und löst sich von Gereon Rath. Auch im Kampf gegen die Nationalsozialisten ist sie nicht bereit, zur Mörderin zu werden.

Am Ende entscheidet sich Charlotte Ritter für die Flucht. Gemeinsam mit ihrem Freund und Kollegen Reinhold Gräf (Christian Friedel) verlässt sie Deutschland zu Fuß in Richtung Schweiz. Aus der jungen Frau, die sich aus ärmsten Verhältnissen bis zur Kriminalpolizei hochgearbeitet hat, wird eine Exilantin. Ihre Karriere, ihre Beziehung und ihr Leben in Berlin enden beinahe gleichzeitig.

Hitlers Krankenakte: Wie viel davon ist wahr?

Der zentrale Plot um Edmund Forster und Adolf Hitlers Krankenakte ist übrigens nicht völlig erfunden – allerdings vermischt Babylon Berlin hier historische Fakten mit einer bis heute umstrittenen These.

Den Psychiater Edmund Forster gab es tatsächlich. Ebenso ist belegt, dass Adolf Hitler im Oktober des Jahres 1918 nach einer Senfgasvergiftung in das Reservelazarett im pommerschen Pasewalk verlegt wurde und zeitweise unter Sehstörungen beziehungsweise Erblindung litt.

Nicht sicher ist hingegen, ob Edmund Forster dort tatsächlich Adolf Hitler behandelte. Auch ist Adolf Hitlers Krankenblatt aus Pasewalk tatsächlich verschollen, während zeitgenössische Dokumente, die eine Begegnung der beiden Männer zweifelsfrei nachweisen, nicht existieren. Jahrzehnte später berichtete allerdings der ebenfalls in Pasewalk tätige Arzt Karl Kroner, Edmund Forster habe Adolf Hitler untersucht und bei ihm eine „Hysterie“ diagnostiziert.

Aus dieser historischen Ungewissheit formt Babylon Berlin nun seinen Thriller-Plot. Was historisch nicht mehr zweifelsfrei geklärt werden kann, aber im Bereich des Möglichen liegt, wird so zum Geheimnis, für das in der letzten Staffel gemordet wird.

Bleiben, kämpfen, fliehen: Was 1933 aus den anderen Figuren macht

Je näher das Finale an den Reichstagsbrand rückt, desto stärker treten die Kriminalfälle in den Hintergrund. Entscheidend wird nun, wie die Figuren auf die neue politische Realität reagieren. Einige fliehen, andere leisten Widerstand – und wieder andere finden sich mit den neuen Machtverhältnissen ab.

Günter Wendt intrigiert, Ernst Gennat bleibt still

Während die Nationalsozialisten die „Burg“ zunehmend unter ihre Kontrolle bringen, ist Günter Wendt (Benno Fürmann) ganz in seinem Element. Der skrupellose, antidemokratische Karrierist, der von Rudolf Diels inspiriert ist, hat schon lange vor 1933 mit der extremen Rechten paktiert und nutzt die neuen Machtverhältnisse nun für seinen eigenen Aufstieg. 

Ernst Gennat (Udo Samel) hingegen fügt sich als Leiter der Mordinspektion weitgehend den neuen Verhältnissen. Der echte Ernst Gennat war einer der bekanntesten Berliner Kriminalisten seiner Zeit und blieb auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Amt. Bis zu seinem Tod 1939 leitete er die Berliner Mordinspektion weiter und arbeitete damit als hochrangiger Beamter in einem Polizeiapparat, der zunehmend zum Instrument der nationalsozialistischen Diktatur wurde.

Das greift auch das unspektakuläre Ende der Serienfigur auf: Während andere Kolleginnen und Kollegen fliehen oder (passiven) Widerstand leisten, bleibt der fiktionalisierte Ernst Gennat weitgehend bei seinen Routinen.

Samuel Katelbach stirbt, Elisabeth Behnke verlässt Berlin

Samuel Katelbach (Karl Markovics) versucht bis zuletzt, sich dem Aufstieg der Nationalsozialisten entgegenzustellen. Gemeinsam mit dem Publizisten Heymann (Martin Wuttke) verfolgt Samuel Katelbach den Plan, SPD und KPD doch noch zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die NSDAP zu bewegen. Die entscheidende Rolle übernimmt dabei seine Lebensgefährtin Elisabeth Behnke (Fritzi Haberlandt).

Sie sucht den Kontakt zu der KPD-Politikerin Dr. Völcker (Jördis Triebel) und der ebenfalls auf einer historischen Persönlichkeit beruhenden SPD-Abgeordneten Rosa Helfers (Jenny Schily). Dafür greift Elisabeth Behnke zu einer abenteuerlichen Tarnung: Sie gibt sich als verschollene Schwester Rosa Luxemburgs aus, um sich Gehör zu verschaffen und die tief zerstrittenen politischen Lager an einen Tisch zu bekommen. 

Während Samuel Katelbach und seine Mitstreiter noch nach politischen Wegen suchen, schafft das neue Regime längst Fakten. Samuel Katelbach und Heymann werden von der SA verhaftet und eingesperrt. Als die Gefangenen abtransportiert werden sollen, wagen die beiden einen Fluchtversuch.Der Versuch scheitert – für Samuel Katelbach tödlich. Ausgerechnet der Journalist, der über Jahre hinweg vor den antidemokratischen Kräften in Militär, Justiz und Politik gewarnt hat, wird damit selbst zu einem ihrer Opfer.

Elisabeth Behnke will nach ihrem Verlust nicht in Berlin bleiben. In einem Brief verabschiedet sie sich von Samuel Katelbachs Kollegen und überlässt ihnen die aufgeräumte Wohnung. Wohin ihr Weg führt, lässt Babylon Berlin offen. Elisabeth Behnke kündigt lediglich an, eine Zeit lang zu reisen und mit „wachem Auge und Geist“ davon zu berichten – so, wie Samuel Katelbach es mit ihr vorhatte.

Alfred Nyssen ergibt sich seinem Wahn

Alfred Nyssen gehört zu den Figuren, die den Aufstieg der extremen Rechten über Jahre mit Geld und Einfluss unterstützt haben. Im Finale scheint der exzentrische Industrielle am Ziel zu sein: Auf Schloss Lieberberg empfängt Alfred Nyssen sowohl Adolf Hitler als auch weitere Gäste aus Wirtschaft und Politik zum Dinner, um dem neuen Reichskanzler seine Forderungen zu präsentieren.

Doch Schloss Lieberberg wird zum Schauplatz besagten Attentatsplans. Der Plan scheitert aus einem Grund, den keiner der Verschwörer vorhersehen konnte: Während des Dinners erreicht Adolf Hitler die Nachricht, dass in Berlin der Reichstag brennt. Adolf Hitler verlässt Schloss Lieberberg, bevor die Bombe explodiert.

Alfred Nyssen bleibt allein am Tisch zurück. Im Geiste führt er noch einmal ein Gespräch mit seiner verstorbenen Mutter Annemarie Nyssen, die sich erneut über ihren erfolglosen Sohn lustig macht. Danach entdeckt er den Zünder des Sprengsatzes – und bleibt trotzdem sitzen. Die Bombe explodiert.

Der Reichstagsbrand: Der gewaltige Schritt in die Diktatur

Als auf Schloss Lieberberg der Anschlag auf Adolf Hitler scheitert, ist in Berlin bereits eine Entscheidung von größter politischer Tragweite gefallen. Der Brand des Reichstags wird für die Nationalsozialisten zum willkommenen Vorwand, um die Verfolgung ihrer politischen Gegner massiv auszuweiten und zentrale Grundrechte außer Kraft zu setzen. Babylon Berlin zeigt dabei nicht nur die Folgen des Feuers, sondern liefert auch eine eigene, eindeutige Antwort auf die Frage, wer dahintersteckt.

Der Niederländer Marinus van der Lubbe (Tobias Kersloot) wird in der Serie von Nationalsozialisten gezielt als willfähriges Werkzeug benutzt. Sie bestärken den mittellosen Mann darin, den Reichstag anzuzünden. Während er das Feuer legt, sorgen NS-Männer im Gebäude selbst für zusätzliche Brandherde. Marinus van der Lubbe soll anschließend als kommunistischer Täter zurückbleiben – und damit das Feindbild liefern, das die neuen Machthaber benötigen.

Historisch ist ein solcher Ablauf nicht gänzlich bewiesen. Marinus van der Lubbe wurde am Abend des 27. Februar 1933 zwar tatsächlich im brennenden Reichstag festgenommen. Ob er allein handelte oder ob weitere Täter beteiligt waren, gehört bis heute allerdings zu den besonders umstrittenen Fragen rund um den Reichstagsbrand.

Unstrittig ist wiederum, wie die Nationalsozialisten das Feuer politisch für sich nutzten. Noch in derselben Nacht begannen Verhaftungen von Regimegegnern. Die NS-Führung präsentierte den Brand als Auftakt eines angeblichen kommunistischen Aufstands und hatte damit den Vorwand, die Verfolgung der politischen Opposition massiv auszuweiten.

Am folgenden Tag, dem 28. Februar 1933, unterzeichnete Reichspräsident Paul von Hindenburg die von der Regierung Adolf Hitlers vorgelegte „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, die sogenannte Reichstagsbrandverordnung. Sie setzte zentrale Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft, darunter die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Außerdem konnten politische Gegner nun ohne die bisherigen rechtsstaatlichen Schranken verfolgt und in „Schutzhaft“ genommen werden. 

Und am Ende: Berlin

Die letzte Protagonistin, aber von der sich Babylon Berlin verabschiedet, ist die Stadt selbst. Als Gereon Rath ein letztes Mal Charlotte Ritter für die gemeinsame Zeit dankt und Abschied von „ihrem“ Berlin nimmt, erklingt noch einmal „Zu Asche, zu Staub“, das Lied, das die Serie seit ihrer ersten Staffel begleitet. 

Wenngleich die eigentliche Handlung im Februar 1933 endet, springen diese letzten Bilder in die Zukunft: Zu sehen sind kolorierte Aufnahmen des zerstörten Berlins, die am Ende von zwölf Jahren der Tyrannei, der Verfolgung, der Vernichtung und des Krieges stehen. Mehr Mahnung geht nicht.

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Babylon Berlin
Babylon Berlin

Babylon Berlin

2017

Rauschhafter Exzess und extreme Armut, Emanzipation und Extremismus stehen sich im Berlin der 20er-Jahre gegenüber. Für Kunst und Kultur sind es "Goldene Jahre", gleichzeitig blüht das Verbrechen. Die deutsche Hauptstadt ist eine Weltmetropole voller Verlockungen und Abgründe. Noch ahnt kaum jemand, in welche Katatstrophe der aufkommende Nationalsozialismus führen wird. Und darum geht es in der Serie "Babylon Berlin": Als Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) 1929 aus Köln nach Berlin reist, ist er auf der Spur eines Erpressungsfalls hinter dem offenbar ein Pornoring steht. In der "Roten Burg", dem Berliner Polizeipräsidium, wird Rath dem Kollegen Bruno Wolter (Peter Kurth) zur Seite gestellt und lernt die junge Stenotypistin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) kennen. Nach einer Razzia stößt Rath auf einen wichtigen Hinweis und glaubt zunächst an eine rasche Lösung des Falls - doch bald darauf befindet er sich mitten in einem undurchschaubaren Dschungel aus Korruption, Prostitution und Waffenhandel.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtlaufzeit

37h 36min

Genres

Drama, Historisch, Krimi

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