Die wissenschaftliche Erklärung von „Backrooms” macht den Film noch unheimlicher

Die wissenschaftliche Erklärung von „Backrooms” macht den Film noch unheimlicher

Ahmet Iscitürk
Ahmet Iscitürk

Veröffentlicht am 20. Juni 2026

Aktualisiert am 20. Juni 2026

Backrooms (2026) ist einer dieser Horrorfilme, bei denen die eigentliche Angst nicht aus dem kommt, was erklärt wird, sondern aus dem, was dahinterliegt. Gelbe Wände, endlose Flure, flackerndes Licht und Räume, die aussehen, als hätte jemand die trostloseste Ecke eines Bürogebäudes in die Unendlichkeit kopiert.

Doch eine besonders reizvolle Fan-Theorie verschiebt den Blick nun weg von der Frage, was die Backrooms sind, und hin zu der Frage, was sie tun. Vielleicht sind diese Räume kein Gefängnis, kein Labyrinth und auch kein klassisches Paralleluniversum. Vielleicht funktionieren sie eher wie eine lebende Version eines MRT-Geräts: ein gigantisches Scan-System, das Menschen abtastet, rekonstruiert und dabei furchtbare Fehler macht. Genau dadurch würden die sogenannten Life Forms plötzlich weniger wie zufällig generierte Kreaturen wirken und mehr wie misslungene Kopien von Menschen.

Achtung, dieser Artikel enthält Spoiler zu Backrooms, einschließlich wichtiger Details zum Ende des Films und zu einzelnen Figuren.

Die MRT-Theorie macht die Backrooms erschreckend logisch

Ein MRT erzeugt Bilder des Körpers mithilfe starker Magnetfelder und Radiowellen. Wer schon einmal in einer solchen Röhre lag, kennt die wichtigste Anweisung: möglichst stillhalten. Bewegung kann die Aufnahme stören und zu Verzerrungen, Unschärfen oder sogenannten Bewegungsartefakten führen. Überträgt man dieses Prinzip auf Backrooms, entsteht eine erstaunlich logische Erklärung. Die Räume könnten nicht einfach nur Orte sein, sondern eine Art lebendes Bildgebungsverfahren.

backrooms

Sie erfassen Lebewesen nicht vollständig, sondern in Fragmenten, Schichten und unvollkommenen Momentaufnahmen. Wer sich bewegt, kämpft, flieht oder zu kurz im System bleibt, wird nicht sauber erfasst. Aus medizinischer Bildstörung wird Körperhorror.

Was hat ASync damit zu tun?

ASync ist in Backrooms die Organisation, die den Zugang zu den endlosen Räumen erforscht. Für die MRT-Theorie ist das ein wichtiger Hinweis, denn Phil, der von Mark Duplass gespielte Vertreter von ASync, erklärt im Film, dass das Unternehmen früher MRT-Maschinen gebaut hat. Damit wirkt die Verbindung nicht wie eine beliebige Fan­spinnerei, sondern wie ein auffälliger Hinweis im Film selbst. Die Backrooms wären dann kein bloßer Spukort, sondern ein technisches oder zumindest technisch wirkendes System. Die zentrale Frage lautet: Hat ASync diese Räume erschaffen, oder hat die Organisation nur versehentlich eine Tür geöffnet, die sie anschließend nicht mehr schließen konnte? Genau daraus entsteht der Reiz der Theorie.

Die Life Forms wären dann keine Monster, sondern fehlerhafte Rekonstruktionen

Die sogenannten Life Forms wirken durch diese Theorie nicht mehr wie beliebige Monster, die zufällig durch die Backrooms streifen. Sie könnten fehlerhafte Kopien sein. Wesen, die aus Menschen entstanden sind, aber nur unvollständig oder falsch erfasst wurden.

backrooms

Wenn die Backrooms wie ein lebendes Scan-System arbeiten, dann wären diese Kreaturen das Ergebnis einer misslungenen Rekonstruktion: ein Körper, bei dem noch erkennbar ist, dass einmal ein Mensch dahinterstand, aber nicht mehr, wie dieser Mensch wirklich zusammengesetzt war. Genau das macht sie unheimlicher. Ihr verzerrtes Aussehen wäre dann keine reine Horror-Optik, sondern ein Fehler im System.

Captain Clark ist nicht nur eine Kopie des Körpers

Das große Piraten-Monster ist innerhalb dieser Theorie der entscheidende Sonderfall. Es ist keine zufällige Kreatur, sondern eine groteske Version von Clarks eigener Werbefigur aus seinem Möbelgeschäft. Genau dadurch wird die MRT-Theorie besonders interessant. Wenn die Backrooms Menschen und Erinnerungen wie ein lebendes Scan-System erfassen, dann haben sie Clark nicht nur körperlich erfasst, sondern auch das, was ihn innerlich antreibt: seine Kränkung, seine Wut, seinen Kontrollverlust und das Bild, das er von sich selbst verkaufen wollte.

clark

Genau deshalb sieht dieses Wesen nicht einfach fremd aus. Es sieht aus wie eine falsch zusammengesetzte Selbstinszenierung. Das macht Pirate Clark so unheimlich: Er ist keine vollständige Kopie, sondern eine monströse Verdichtung.

Carl als Kopie wäre die Konsequenz

Genau hier schließt die Theorie an eine weitere mögliche Deutung an: Der wahnsinnige Carl ist möglicherweise nicht der echte Carl, sondern eine Kopie. Vielleicht sogar eine besonders überzeugende. Wenn die Backrooms länger Zeit hatten, ihn zu erfassen, könnten sie eine Version erschaffen haben, die äußerlich und im Verhalten näher am Original liegt als frühere Fehlschläge. Aus Carl würde keine neutrale Replik, sondern eine Verdichtung seiner schlimmsten Wesenszüge. Das ist unheimlicher als ein Doppelgänger mit schiefem Gesicht.

Der wahre Horror liegt nicht im Labyrinth

Diese Theorie funktioniert so gut, weil sie den Kern von Backrooms nicht erklärt, sondern einfach nur präzisiert. Die Backrooms waren nie nur ein Labyrinth. Sie sind ein Ort, der vertraut aussieht und sich trotzdem falsch anfühlt. Wenn diese Räume Menschen nicht nur verschlucken, sondern auch lesen, wird daraus ein noch stärkerer Albtraum. Der Ort erkennt Formen, aber keine Bedeutung. Er erkennt Körper, aber keine Identität. Er erkennt Verhalten, aber keine Seele. Genau deshalb sind seine Kopien so verstörend.

Kahle, verschachtelte Büroflure, endlose beige-gelbe Wände, ein unaufhörliches, unerträglich lautes Surren von Leuchtstoffröhren: Die „Backrooms“ beschreiben eine neue Art von Albtraum, eine menschenleere Parallelwelt sich wiederholender, fensterloser Stockwerke, die unsere Realität auf den ersten Blick spiegelt und sich ihr doch mit jedem Schritt weiter entzieht. Verstörend verlassen wirken die labyrinthischen Räume, doch allein ist man dort nicht...
Aktuell kannst du Backrooms Everything Must Go nicht streamen.
Wir benachrichtigen dich, sobald er verfügbar ist.

Über diese Liste

Titel

1

Gesamtlaufzeit

1h 51min

Genres

Horror, Mystery & Thriller, Science-Fiction

Wo kann ich die Titel von dieser Liste online anschauen?

Der Titel in dieser Liste ist noch bei keinem Streamingdienst verfügbar.