10 Filme von Brad Pitt, die mehr Aufmerksamkeit verdienen

10 Filme von Brad Pitt, die mehr Aufmerksamkeit verdienen

Veröffentlicht am05. Oktober 2026

Aktualisiert am05. Oktober 2026

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Brad Pitt gehört seit mehr als drei Jahrzehnten zu den größten Hollywoodstars, trotzdem besteht seine Filmografie aus weit mehr als den üblichen Verdächtigen. Zwischen Welterfolgen, Oscar-Erfolgen und Blockbustern liegen einige Arbeiten, die beim Publikum schnell wieder aus dem Blick verschwanden oder nie die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdient hätten.

Seit dem 24. September 2026 ist Pitt mit Eiserne Wildnis - Heart of the Beast (2026) zurück im deutschen Kino. Der Abenteuerthriller zeigt ihn nach einem Flugzeugabsturz mit einem Militärhund in Alaska ums Überleben kämpfen – und scheint einer seiner größeren Erfolge zu werden.

Pitts Filmografie bietet genug Gelegenheit, einige seiner weniger beachteten Arbeiten wiederzuentdecken. Dort finden sich düstere Roadmovies, ungewöhnliche Gangsterfilme, melancholische Western und Science-Fiction, in denen Pitt oft viel interessanter spielt, als sein Starimage vermuten lässt.

Zwischen Fluss, Bergen und endlosen Sommerabenden wächst Paul Maclean (Brad Pitt) in Montana neben seinem älteren Bruder Norman (Craig Sheffer) auf. Ihr Vater Reverend Maclean (Tom Skerritt) erzieht beide streng, aber liebevoll und bringt ihnen vor allem das Fliegenfischen bei. Robert Redfords Aus der Mitte entspringt ein Fluß (1992) macht daraus kein großes Familiendrama, sondern erzählt ruhig von Nähe, Freiheit und der schmerzhaften Erkenntnis, dass man einen geliebten Menschen nicht vor sich selbst retten kann. Pitt spielt Paul mit einer Leichtigkeit, hinter der früh etwas Selbstzerstörerisches sichtbar wird.

Der Film gewann einen Oscar für seine Kamera, wird in Pitts Karriere aber oft von seinen späteren, lauteren Erfolgen verdrängt. Dabei zeigt er bereits hier, wie viel Wirkung Pitt mit wenigen Gesten erzielen kann.

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Kalifornia
Kalifornia

Kalifornia

1993

Ein klassischer Brad-Pitt-Film sieht anders aus als Kalifornia (1993). Als Early Grayce (Brad Pitt) steigt er mit seiner Freundin Adele Corners (Juliette Lewis) zu dem Journalisten Brian Kessler (David Duchovny) und der Fotografin Carrie Laughlin (Michelle Forbes) ins Auto. Das Paar will berühmte Mordschauplätze besuchen, ohne zu ahnen, dass Early selbst ein gefährlicher Gewalttäter ist. Pitt legt jede Spur glamouröser Coolness ab und spielt einen ungepflegten, aggressiven Mann, dessen Stimmung jederzeit kippen kann. Diese frühe Abkehr vom Schönling-Image macht den düsteren Roadthriller heute besonders interessant.

Regisseur Dominic Sena verbindet Serienkillerfilm und Beziehungsdrama, während die Reise immer unangenehmer wird. Kalifornia war kein großer Publikumserfolg, gehört aber zu Pitts mutigeren frühen Rollen.

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Sleepers
Sleepers

Sleepers

1996

Wer bei Sleepers (1996) nur an Brad Pitt denkt, unterschätzt schon die ungewöhnliche Besetzung dieses schweren Dramas. Vier Freunde aus Hell’s Kitchen landen nach einem fatalen Streich in einer Jugendstrafanstalt, wo Wärter sie misshandeln und sexuell missbrauchen. Jahre später treffen sich ihre Wege wieder, nachdem John (Ron Eldard) und Tommy (Billy Crudup) einen ihrer früheren Peiniger erschießen. Michael (Brad Pitt) arbeitet inzwischen als Staatsanwalt und übernimmt den Fall, während Lorenzo, genannt Shakes (Jason Patric), und Priester Bobby (Robert De Niro) ebenfalls Teil eines riskanten Plans werden. Barry Levinson erzählt von Trauma, Loyalität und Rache, ohne daraus einen einfachen Triumph zu machen.

Pitts kontrolliertes Spiel passt zu einem Film, der lange nachwirkt und heute erstaunlich selten zu seinen wichtigen Arbeiten gezählt wird.

Mit wehenden Haaren reitet Tristan Ludlow (Brad Pitt) durch die Weiten Montanas und wurde damit Mitte der Neunziger endgültig zum Hollywoodstar. In Legenden der Leidenschaft (1994) lebt er mit seinem Vater William (Anthony Hopkins) und seinen Brüdern Alfred (Aidan Quinn) und Samuel (Henry Thomas) auf einer abgelegenen Ranch. Als Samuel seine Verlobte Susannah (Julia Ormond) mit nach Hause bringt und wenig später der Erste Weltkrieg das Leben der Familie zerreißt, geraten Liebe, Schuld und Verlust über Jahre hinweg unauflöslich ineinander. Edward Zwicks großes Familiendrama setzt auf überwältigende Landschaftsbilder, starke Gefühle und Pitt in einer Rolle, die seine wilde Leinwandpräsenz perfekt nutzt.

Der Film war damals erfolgreich, wird heute aber erstaunlich selten genannt, wenn über Pitts beste Arbeiten gesprochen wird, und genau dort liegt seine Berechtigung für diese Auswahl.

Am letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung erfährt CIA-Mann Nathan Muir (Robert Redford), dass sein früherer Schützling Tom Bishop (Brad Pitt) in China festgenommen wurde und hingerichtet werden soll. Von dort aus entwickelt Spy Game - Der finale Countdown (2001) ein Katz-und-Maus-Spiel, das auf zwei Zeitebenen funktioniert. Rückblenden zeigen, wie Muir Bishop zum Agenten ausbildete und wie ihre Beziehung an unterschiedlichen Vorstellungen von Loyalität zerbrach. In der Gegenwart versucht Muir, seinen ehemaligen Partner gegen den Willen der eigenen Behörde zu retten. Tony Scott inszeniert schneller und nervöser als viele klassische Spionagethriller, lässt aber genug Raum für das Zusammenspiel seiner beiden Stars.

Pitt ist hier nicht der lässige Mittelpunkt, sondern ein emotionaler Gegenpol zu Redfords abgeklärtem Profi. Der Film verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit.

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Mexican
Mexican

Mexican

2001

Was passiert, wenn man Brad Pitt und Julia Roberts gemeinsam besetzt und sie dann einen großen Teil des Films voneinander trennt? Mexican (2001) macht genau das. Jerry Welbach (Brad Pitt) soll für einen Gangsterboss eine angeblich verfluchte antike Pistole aus Mexiko in die USA bringen, während seine Freundin Samantha Barzel (Julia Roberts) genug von seinem chaotischen Leben hat. Dann gerät auch sie in Schwierigkeiten und landet in der Gewalt des Auftragskillers Leroy (James Gandolfini). Gore Verbinski mischt Roadmovie, Gangsterkomödie und Liebesgeschichte zu einem Film, der sich nie ganz für ein Genre entscheidet. Das machte ihn damals leicht angreifbar, sorgt heute aber für seinen eigenwilligen Ton.

Besonders Gandolfini gibt der scheinbar albernen Handlung überraschend viel Wärme, während Pitt seinen ungeschickten Jerry mit sichtbarer Freude am Scheitern spielt.

Kaum ein Western mit Brad Pitt war so prominent besetzt und wirkte trotzdem so zurückgenommen wie Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (2007). Jesse James (Brad Pitt) ist hier kein romantischer Volksheld, sondern ein müder, misstrauischer Mann, dessen eigene Legende längst größer geworden ist als er selbst. Robert Ford (Casey Affleck) bewundert ihn zunächst beinahe fanatisch, bevor Bewunderung, Kränkung und Ehrgeiz ineinander übergehen. Regisseur Andrew Dominik erzählt die bekannte Geschichte mit langen Einstellungen, leisen Gesprächen und einer nahezu hypnotischen Ruhe.

Roger Deakins' Kamera macht daraus einen der schönsten Western seiner Zeit, ohne die Gewalt zu verklären. Pitt erhielt für seine Leistung in Venedig den Darstellerpreis, beim breiten Publikum blieb der Film dennoch vergleichsweise klein und verdient bis heute mehr Aufmerksamkeit.

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Killing Them Softly

Frankie (Scoot McNairy) und Russell (Ben Mendelsohn) überfallen ein illegales Pokerspiel und bringen damit die örtliche Unterwelt gegen sich auf. In Killing Them Softly (2012) soll Jackie Cogan (Brad Pitt) anschließend Ordnung schaffen, wobei der Auftragskiller lieber effizient arbeitet als dramatisch. Andrew Dominik benutzt die Gangstergeschichte zugleich als Blick auf die USA während der Finanzkrise und der Präsidentschaftswahl 2008. Nachrichten und politische Reden laufen im Hintergrund, während Männer über Geld, Angst und ihre eigenen Interessen verhandeln. Das kann sperrig wirken, ist aber bewusst so angelegt. Pitt spielt Cogan kühl und fast geschäftsmäßig, während James Gandolfini als heruntergekommener Killer Mickey überraschend verletzlich erscheint.

Wer einen schnellen Actionfilm erwartet, bekommt etwas anderes. Als bitteres, dialoglastiges Gangsterstück hat Killing Them Softly jedoch viel zu bieten.

Casablanca im Jahr 1942 wird für Max Vatan (Brad Pitt) und Marianne Beauséjour (Marion Cotillard) zunächst zur Bühne einer gefährlichen Täuschung. In Allied – Vertraute Fremde (2016) geben sich der kanadische Geheimdienstoffizier und die französische Widerstandskämpferin als Ehepaar aus, um gemeinsam ein Attentat auszuführen. Nach der Mission heiraten sie tatsächlich und beginnen in London ein Familienleben. Dann erhält Max den Verdacht, Marianne könne für Deutschland spionieren. Robert Zemeckis verbindet damit klassischen Spionagethriller und tragische Liebesgeschichte, wobei die Spannung weniger aus Verfolgungsjagden als aus wachsendem Misstrauen entsteht. Pitt spielt bewusst steif und kontrolliert, was nicht jedem gefiel, aber gut zu einem Mann passt, der seine Gefühle ständig verbergen muss.

Allied – Vertraute Fremde wurde schnell vergessen, obwohl seine zentrale Frage wirkungsvoll bleibt.

Still und kontrolliert bewegt sich Roy McBride (Brad Pitt) durch eine Zukunft, in der Reisen zum Mond oder Mars beinahe alltäglich geworden sind. Ad Astra - Zu den Sternen (2019) schickt den Astronauten bis an den Rand des Sonnensystems, nachdem rätselhafte Energiestöße die Erde bedrohen. Die Ursache könnte mit seinem verschollenen Vater Clifford McBride (Tommy Lee Jones) zusammenhängen, der Jahrzehnte zuvor zu einer Mission Richtung Neptun aufgebrochen ist. James Gray nutzt das Science-Fiction-Szenario nicht für ein gewöhnliches Weltraumabenteuer, sondern für eine Geschichte über emotionale Distanz, Väter und Söhne sowie die Sehnsucht nach Bedeutung. Pitt trägt weite Teile des Films fast allein und spielt Roy mit minimalen Veränderungen in Stimme und Gesicht.

Wer Spektakel erwartet, könnte daran abprallen. Als melancholisches Charakterdrama ist Ad Astra - Zu den Sternen jedoch ungewöhnlich stark.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

16,45 €

Gesamtlaufzeit

21h 14min

Genres

Drama, Krimi, Mystery & Thriller

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