
Dieses Marvel-Team-up wünschen sich Fans nach „Brand New Day“
Spider-Man: Brand New Day (2026) ist mit Einnahmen von mehr als 2,2 Milliarden Dollar inzwischen der umsatzstärkste Spider-Man-Film aller Zeiten. Doch noch während der Film im Kino läuft, richtet sich der Blick der Fans bereits auf Spider-Mans Zukunft. Mit wem soll der Netzschwinger als Nächstes gemeinsame Sache machen? Eine internationale JustWatch-Umfrage in sechs Ländern gibt darauf eine erstaunlich klare Antwort. Zur Wahl standen Deadpool, Daredevil, Venom, die X-Men, die Fantastic Four und Wolverine. Gewonnen hat ein Gespann, das im Kino noch nie gemeinsam zu sehen war – und dessen Zusammentreffen zumindest Spider-Man eher fürchten als herbeisehnen dürfte: Spider-Man und Deadpool. Wir schlüsseln die Zahlen auf, blicken auf die gemeinsame Comic-Geschichte der beiden zurück und fragen uns, wie ein solcher Film funktionieren könnte.
Deadpool liegt fast überall vorn
In der Auswertung werden die Stimmenanteile aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA addiert. Deadpool erreicht so einen Summenwert von 143. Dahinter folgen Daredevil mit 128 und Venom mit 119. Die X-Men kommen auf 91, die Fantastic Four auf 71 und Wolverine auf 47.
Auch beim Blick auf die einzelnen Märkte zeigt sich ein weitgehend einheitliches Bild. In Deutschland, Italien, Großbritannien und den USA landet Deadpool allein auf dem ersten Platz. In Spanien teilt er sich mit Venom die Spitze; beide kommen dort auf 22 Prozent. Nur Frankreich tanzt aus der Reihe und setzt Daredevil mit 32 Prozent deutlich nach vorn. Deadpool erreicht dort 19 Prozent.

Ganz am Ende der länderübergreifenden Rangliste steht ausgerechnet Wolverine – obwohl er zuletzt an Deadpools Seite einen der größten Kinohits des Genres landete. Der Wunsch nach dem vorlauten Söldner zieht sich dagegen bemerkenswert geschlossen durch die sechs Märkte.
Was die deutschen Fans wollen
An der Spitze folgt Deutschland dem internationalen Trend: 30 Prozent der Befragten wünschen sich Spider-Man und Deadpool gemeinsam auf der Leinwand. Das ist zugleich der höchste Deadpool-Wert aller sechs untersuchten Länder.
Interessant wird es auf Platz zwei. Dort landet in Deutschland nicht Daredevil, sondern Venom mit 26 Prozent – nur vier Prozentpunkte hinter Deadpool. In der zusammengerechneten Rangliste reicht es für den Symbionten dagegen lediglich zu Platz drei.

Erst danach folgen bei den deutschen Befragten Daredevil mit 16 Prozent und die X-Men mit 13 Prozent. Die Fantastic Four und Wolverine teilen sich mit jeweils 7 Prozent den letzten Platz. Warum Venom gerade in Deutschland so gut abschneidet, geht aus der Umfrage nicht hervor.
Wenn Peter und Wade in den Comics aufeinandertreffen
Aus Comic-Sicht ergibt die Wahl durchaus Sinn. Zum ersten Mal trafen Spider-Man und Deadpool 2006 in Cable & Deadpool #24 aufeinander – und natürlich gleich als Gegner.
Eine weitere prägende Begegnung folgte 2009 in The Amazing Spider-Man #611. Darin wird Deadpool von der Familie Kravinoff dafür bezahlt, Spider-Man abzulenken. Peter Parker kann mit dem gewalttätigen Söldner zunächst wenig anfangen. Aus ihren wiederholten Auseinandersetzungen entwickelt sich über die Jahre jedoch eine komplizierte Mischung aus Abneigung, Bewunderung und widerwilliger Kameradschaft.
Ihren Höhepunkt findet diese Beziehung in der Comicserie Spider-Man/Deadpool, die von 2016 bis 2019 insgesamt 50 reguläre Ausgaben erreichte. Joe Kelly und Ed McGuinness starteten die Reihe und prägten ihren ersten großen Handlungsbogen; später übernahmen weitere Autoren und Zeichner.
Der Reiz lebt vom Kontrast: hier der verantwortungsbewusste Held mit klaren moralischen Grenzen, dort der unberechenbare Söldner, der unbedingt Spider-Mans Freund sein möchte und ihm damit gehörig auf die Nerven geht. Genau diese Reibung könnte auch im Kino funktionieren.
Wie ein gemeinsamer Film funktionieren könnte
Die größte kreative Hürde dürfte die Altersfreigabe sein. Spider-Man: Brand New Day ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Deadpool (2016) und Deadpool & Wolverine (2024) erhielten dagegen eine FSK 16. Beide leben von blutiger Gewalt, vulgärer Sprache und Witzen, die sich ausdrücklich an ein erwachsenes Publikum richten.
Dass eine entschärfte Version der Figur grundsätzlich möglich ist, zeigte bereits Once Upon a Deadpool (2018). Für diese PG‑13-Fassung wurde Deadpool 2 gekürzt und um neue Szenen ergänzt. Ein Spider-Man-Crossover müsste Wade Wilson also nicht vollkommen neu erfinden. Es müsste seine Härte und seinen Humor jedoch so weit zurücknehmen, dass Spider-Mans jüngeres Publikum nicht ausgeschlossen wird. Gerade aus diesem Gegensatz könnte der Film seinen Humor ziehen: Deadpool würde unablässig die vierte Wand durchbrechen, während Peter Parker an dessen Methoden, Sprüchen und fehlenden moralischen Grenzen verzweifelt.
Eine weitere Hürde läge hinter den Kulissen. Sony besitzt die Filmrechte an Spider-Man, während Deadpool zum Marvel-Studio unter Disney gehört. Da Sony und Marvel bereits bei Tom Hollands Spider-Man-Filmen zusammenarbeiten, wäre ein Crossover zwar grundsätzlich möglich. Es müsste jedoch von beiden Studios gemeinsam beschlossen werden.
Auch erzählerisch wäre Platz für einen neuen Partner. Am Ende von Brand New Day erinnert sich MJ weiterhin nicht an ihre gemeinsame Vergangenheit mit Peter. Ob Neds Reaktion auf den vertrauten Handschlag tatsächlich bedeutet, dass Erinnerungen zurückkehren, lässt der Film offen. Einen festen Partner an seiner Seite hat Spider-Man damit weiterhin nicht – auch wenn er nicht mehr ganz so isoliert ist wie zu Beginn des Films.
Ob Marvel und Sony den Wunsch der Fans jemals aufgreifen, steht in den Sternen. Das Publikum wäre jedenfalls bereit.



































