
Vor „SOULM8TE“: Lily Sullivan trägt diesen unterschätzten Sci-Fi-Horror fast allein
Universal Home Entertainment hat die digitale Veröffentlichung von SOULM8TE (2026) für den 1. August 2026 angekündigt. Ob der Ableger aus dem M3GAN (2023)-Universum an diesem Tag auch in Deutschland erscheint, ist allerdings noch nicht bestätigt. Wer Lily Sullivan schon vorher in einer deutlich kleineren, aber mindestens ebenso ungewöhnlichen Science-Fiction-Produktion erleben möchte, sollte Monolith – Die Alien-Verschwörung (2022) nachholen. Der australische Film entstand vor Sullivans Auftritt in Evil Dead Rise (2023) und verlangt ihr etwas völlig anderes ab als der kommende KI-Thriller: keine aufwendigen Actionsequenzen, kaum sichtbare Mitspieler und nur einen einzigen Schauplatz. Die Spannung entsteht fast ausschließlich durch Telefonate, Tonaufnahmen und Sullivans Reaktionen auf immer beunruhigendere Erkenntnisse.
Regisseur Matt Vesely stand kein großes Budget zur Verfügung. Umso bemerkenswerter ist, wie wirkungsvoll er die begrenzten Mittel einsetzte. Der Streifen wurde innerhalb von 15 Tagen an einem einzigen Drehort gefilmt, Sullivan ist die einzige Darstellerin, die tatsächlich im Bild erscheint. Was andernorts wie eine bloße Sparmaßnahme wirken könnte, wird hier zum tragenden Konzept: Weil die Hauptfigur fast vollständig von anderen Menschen abgeschottet bleibt, beeinflusst jede neue Information ihre Wahrnehmung umso stärker.
Was ist „Monolith – Die Alien-Verschwörung“?
Im Mittelpunkt steht eine namenlose Investigativjournalistin, die selbst im Abspann nur als Interviewerin geführt wird. Nachdem sie eine Geschichte veröffentlicht hat, ohne ihre Quellen ausreichend zu prüfen, ist ihre Karriere im Eimer. Sie zieht sich in das Haus ihrer Eltern zurück und produziert dort einen Podcast über ungelöste Rätsel und angebliche Verschwörungen. Dann erhält sie die Nachricht einer Frau, die von einem rätselhaften schwarzen Stein berichtet, der plötzlich in ihrem Leben aufgetaucht sei. Weitere Menschen schildern ähnliche Erfahrungen, und aus einer möglichen Falschmeldung entwickelt sich eine Geschichte, die immer größere Kreise zieht. Der Film hält den Wissensstand des Publikums konsequent auf dem Niveau seiner Hauptfigur. Telefonate, Dateien und persönliche Schilderungen liefern Hinweise, aber keine Gewissheiten. Ausgerechnet die Frau, deren Karriere an mangelnder Sorgfalt zerbrach, muss diesmal entscheiden, welchen Quellen sie vertrauen kann.

Der schwarze Stein erinnert unweigerlich an den Monolithen aus 2001: Odyssee im Weltraum (1968). Monolith – Die Alien-Verschwörung interessiert sich jedoch weniger für seine Herkunft als für die Frage, wie aus lückenhaften Informationen eine vermeintliche Wahrheit entsteht. Die Journalistin sammelt Tonaufnahmen, schneidet Gespräche und verdichtet widersprüchliche Berichte zu einer Podcastfolge, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen soll. Je größer das öffentliche Interesse wird, desto stärker wächst der Druck, aus Vermutungen eine schlüssige Geschichte zu formen. Wie Auslöschung (2018) verbindet der Film eine möglicherweise außerirdische Bedrohung mit Fragen nach Identität und Veränderung. Wer mit Ambivalenz leben kann, bekommt hier einen konzentrierten Invasionsfilm, dessen Spannung vor allem daraus entsteht, dass lange unklar bleibt, was der Stein mit den Menschen macht.
Wo kann man „Monolith – Die Alien-Verschwörung“ sehen?
Australische Fans können Monolith – Die Alien-Verschwörung derzeit kostenlos über JustWatch TV ansehen. Auch auf der deutschen JustWatch-Seite lässt sich der Film direkt streamen, allerdings nur in englischer Sprache. Eine deutsche Tonfassung bietet der Galactic Stream Amazon Channel im Abonnement an. Darüber hinaus kann Monolith unter anderem bei MagentaTV, Apple TV Store, Amazon Video, Sky Store, Rakuten TV, maxdome Store und Freenet meinVOD geliehen werden. Mehrere dieser Anbieter führen den Film außerdem zum Kauf. Wer neugierig geworden ist, kann also ganz einfach selbst prüfen, ob Monolith – Die Alien-Verschwörung den guten Ruf verdient, den ihm Festivalauftritte wie in Sitges und die anschließende Mundpropaganda eingebracht haben.

Wer nach Monolith weitere Geschichten über rätselhafte Signale, unsichere Identitäten und schleichenden Kontrollverlust sucht, findet mehrere passende Alternativen. Die Weite der Nacht (2019) begleitet eine Telefonistin und einen Radiomoderator, die im New Mexico der 1950er-Jahre eine Frequenz unbekannten Ursprungs auffangen. Wie Monolith – Die Alien-Verschwörung erzeugt der Film seine Spannung vor allem durch Stimmen, Anrufe und Tonaufnahmen. Archive 81 (2022) ersetzt den Podcast durch beschädigte Videokassetten und entwickelt daraus eine okkulte Verschwörung. Die Körperfresser kommen (1978) formuliert die Angst vor dem unbemerkten Austausch vertrauter Menschen deutlich direkter. Auslöschung (2018) interessiert sich dagegen weniger für eine gezielte Invasion als für eine außerirdische Kraft, die Körper, Erinnerungen und Identitäten verändert.
Hat „Monolith“ mit „SOULM8TE“ oder „M3GAN“ zu tun?
Nein, zumindest nicht auf erzählerischer Ebene. Die drei Filme gehören weder zum selben Universum noch erzählen sie eine fortlaufende Handlung. Gemeinsam ist ihnen lediglich die Beschäftigung mit Technologien oder Phänomenen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Lily Sullivan bildet die personelle Verbindung zwischen Monolith – Die Alien-Verschwörung und SOULM8TE. Letzterer wiederum ist als Spin-off mit M3GAN verbunden.
Monolith – Die Alien-Verschwörung zeigt außerdem, wie leicht manipulierte Metadaten und öffentliche Aufmerksamkeit aus einer unbelegten Theorie eine vermeintliche Wahrheit machen können. Zugleich reiht sich der Film in eine Reihe von Produktionen ein, die aufgezeichnete Stimmen und archiviertes Material zum Ausgangspunkt eines Rätsels machen. In Black Box – Gefährliche Wahrheit (2021) untersucht ein Akustikexperte die Aufnahmen aus dem Flugschreiber eines abgestürzten Flugzeugs, während der bereits erwähnte Archive 81 (2022) beschädigte Videokassetten mit einer okkulten Verschwörung verbindet. Pontypool – Radio Zombie (2008) verlegt den Horror in ein Radiostudio, Undertone (2026) in den Alltag einer Podcastmoderatorin, die immer beunruhigendere Tonaufnahmen erhält.
Warum Lily Sullivans Leistung den Film sehenswert macht
Lily Sullivan steht in Monolith – Die Alien-Verschwörung vor einer undankbaren Aufgabe: Über weite Strecken muss sie allein durch ihre Reaktionen Spannung erzeugen. Sie telefoniert, hört Sprachaufnahmen ab oder versucht, widersprüchliche Informationen einzuordnen. Ein Spielpartner steht Sullivan dabei fast nie gegenüber. Dennoch verändert sich die Figur mit jedem neuen Hinweis. Anfangs betrachtet sie den Fall vor allem als Gelegenheit, ihre beschädigte Karriere zu retten. Mit fortschreitender Handlung geraten Ehrgeiz, Schuld und Angst immer intensiver in Konflikt miteinander. Sullivan zeigt diesen Wandel nicht durch theatralische Ausbrüche, sondern durch kurze Blicke, Pausen und eine Stimme, die allmählich ihre anfängliche Sicherheit verliert. In Evil Dead Rise reagiert sie auf eine unmittelbar körperliche Bedrohung. Hier entsteht der Horror größtenteils in ihrem Kopf. Der Film funktioniert nur, weil Lily Sullivan jede noch so kleine Regung auf den Punkt trifft.
Gerade deshalb ist Monolith – Die Alien-Verschwörung die beste Gelegenheit, Lily Sullivan vor SOULM8TE in einer tragenden Rolle zu erleben. Die Figuren könnten unterschiedlicher kaum sein: Hier spielt sie eine isolierte Journalistin, dort eine künstliche Begleiterin. Entscheidend ist daher nicht die thematische Nähe, sondern die Präzision ihres Spiels. Sullivan zeigt in Monolith, wie beruflicher Ehrgeiz in Misstrauen umschlägt, die anfängliche Sicherheit ihrer Figur schwindet und sie den eigenen Schlussfolgerungen immer weniger traut. Ihre Fähigkeit, einen schleichenden Kontrollverlust ohne große Gesten sichtbar zu machen, dürfte auch für SOULM8TE wichtig sein.





















