J.Lo in Love: Alle Rom-Coms mit Jennifer Lopez im Ranking

J.Lo in Love: Alle Rom-Coms mit Jennifer Lopez im Ranking

Nora Henze
Nora Henze

Veröffentlicht am 05. Mai 2026

Aktualisiert am 06. Mai 2026

Es gibt eine Handvoll Schauspielerinnen, bei denen das Genre einfach funktioniert - nicht, weil die Filme immer gut sind, sondern weil die Person auf der Leinwand eine Energie mitbringt, die selbst schwaches Material irgendwie trägt. Jennifer Lopez gehört dazu, und das ist keine kleine Sache. Seit über zwei Jahrzehnten schleppt sie Rom-Coms durch die Kinokassen, manchmal mit Drehbüchern, die ihr das Leben schwer machen, manchmal mit Partnern, mit denen die Chemie einfach nicht stimmt, und manchmal mit beidem gleichzeitig. Was trotzdem bleibt, ist sie: präsent, warm und manchmal zu groß für den Film, in dem sie steckt. 

Dass sie diese Wirkung auch außerhalb klassischer Rom-Coms entfalten kann, etwa in Out of Sight, wo die Chemie Teil eines ganz anderen Genres ist, macht nur deutlicher, wie viel davon wirklich von ihr kommt. Diese Liste zieht Bilanz über J.Los romantische Komödien und fragt, welche davon wirklich funktionieren.

Das Wort „Bennifer" war damals überall, und Liebe mit Risiko – Gigli ist das Filmdokument dieser Ära: zwei Menschen, die miteinander in den Schlagzeilen waren, und ein Drehbuch, das ihnen keine einzige Szene gibt, die das rechtfertigt. Lopez spielt Ricki, eine Gangsterbraut, die angeblich lesbisch ist und sich dann doch in Ben Affleck als Kleinkriminellen Larry Gigli verliebt, und der Film hat so wenig Ideen darüber, was er mit dieser Prämisse anfangen soll, dass er weite Strecken einfach reden lässt. Das Ergebnis ist nicht einmal unterhaltsam schlecht, sondern meistens nur müde, und der Ruf als einer der größten Flops der Nullerjahre ist zumindest insofern verdient, als der Film nie auch nur einen Moment lang lebendig wirkt. Lopez ist nicht das Problem, sie versucht etwas mit einer Rolle, die ihr nichts zurückgibt, aber selbst ihr Charme prallt hier an einer Geschichte ab, die keinen Ort hat, wohin sie will.
Fünf Paare, fünf Schwangerschaften und ein Film, der sich nicht entscheiden kann, welche Geschichte er eigentlich erzählen will. Was passiert, wenn's passiert ist ist das Ensemble-Rom-Com-Format auf Autopilot: Cameron Diaz, Anna Kendrick, Elizabeth Banks und  Jennifer Lopez: Sie sind alle gut besetzt, aber alle unterversorgt mit Szenen, die ihnen wirklich gehören. Als Holly, eine Frau, die mit ihrem Mann ein Kind adoptieren will, bekommt Lopez den ruhigsten und ehrlichsten Part des Films. Dafür gibt es nicht die großen Lacher und nicht den dramatischen Höhepunkt, dafür aber die einzige Szene, in der der Film kurz aufhört, Pointen zu stapeln und einfach atmet. Das reicht nicht, um Was passiert, wenn's passiert ist ins Mittelfeld zu heben, aber es reicht, um Platz 9 zu rechtfertigen - weil Lopez hier wenigstens einen echten Moment hat, auch wenn es nur einer ist.
Nach fünf Jahren Kinopause war Plan B für die Liebe Lopez' Versuch, als romantische Hauptdarstellerin zurückzukehren, und das Drehbuch tut dabei so gut es kann so wenig wie möglich, um ihr dabei zu helfen. Zoe beschließt, alleine Mutter zu werden, lässt sich künstlich befruchten und trifft noch am selben Tag den Mann ihres Lebens - eine Prämisse, die auf dem Papier nach Komödie klingt und im Film vor allem nach Gelegenheit, Lopez in immer unbequemeren Schwangerschaftssituationen zu zeigen. Was den Film einen Tick besser als Was passiert, wenn's passiert ist macht, ist die simple Tatsache, dass er eine echte Hauptfigur hat: Zoe gehört Lopez ganz, und man sieht ihr zu, auch wenn das Drehbuch sie im Stich lässt. Die Chemie mit Alex O'Loughlin bleibt dünn, die Gags zünden nicht immer, aber Lopez trägt den Film mit einer Wärme, die man ihm eigentlich nicht zugetraut hätte.

07

Manhattan Queen
Maya ist Anfang 40, arbeitet seit Jahren als stellvertretende Filialleiterin in einem Supermarkt in Queens und bekommt die Beförderung nicht, weil sie keinen Universitätsabschluss hat. Dann frisiert ihr jemand den Lebenslauf, und plötzlich sitzt sie in einem Büro in Manhattan. Manhattan Queen hat eine Ausgangssituation, die tatsächlich etwas zu sagen hat über Klasse, Bildung und darüber, was Kompetenz eigentlich bedeutet - aber der Film nutzt das nur zur Hälfte, weil er in eine Melodramatik kippt, die mit der Leichtigkeit des Anfangs kaum noch etwas zu tun hat. Lopez ist in diesem Film echter als in vielen anderen, weil Maya näher an ihr dran ist als ein Großteil ihrer Rom-Com-Rollen: eine Frau aus Queens, die beweisen will, dass Straßenwissen genauso zählt wie ein Abschluss. Das ist mehr als bei Plan B für die Liebe, auch wenn der Film am Ende nicht ganz einlöst, was er verspricht.

06

Darf ich bitten?
Richard Gere spielt einen Chicagoer Anwalt, der jeden Abend mit der Hochbahn an einer Tanzschule vorbeifährt, bis er sich eines Tages einfach anmeldet, und natürlich: Die Tanzlehrerin am Fenster ist Jennifer Lopez. Was Darf ich bitten? von den Filmen unter ihm unterscheidet, ist die Entscheidung, Lopez nicht als Hauptfigur zu behandeln, sondern als Katalysator: Paulina ist das Geheimnis, das den Film in Gang hält, und Lopez spielt diese Zurückhaltung mit einer Eleganz, die dem Film gut steht. Er ist kein perfektes Rom-Com, die Liebesgeschichte bleibt erstaunlich keusch, und der Film interessiert sich manchmal mehr für Gere als für sie. Aber die Tanzszenen haben echtes Gewicht und Susan Sarandon gibt dem Ganzen eine erwachsene Erdung. Darf ich bitten? ist sehenswert, auch wenn Lopez hier bewusst nicht die lauteste Person im Raum ist, und genau das hält ihn davon ab, weiter oben zu stehen.
Auf einer philippinischen Insel, kurz vor der Hochzeit, wird die gesamte Festgesellschaft von bewaffneten Gaunern als Geisel genommen, und das Brautpaar muss die Familie retten, bevor alles komplett eskaliert. Shotgun Wedding – Ein knallhartes Team ist der Film auf dieser Liste, der am wenigsten so tut, als wäre er etwas anderes als er ist: laute Action-Komödie mit Lopez in Kampflaune und Jennifer Coolidge als Schwiegermutter in spe, die in jeder Szene das Beste ist, was passiert. Was ihn über Darf ich bitten? hebt, ist schlicht die Tatsache, dass Lopez hier den Film trägt statt ihn zu begleiten - sie ist Zentrum, nicht Katalysator, und man merkt den Unterschied. Die Chemie mit Josh Duhamel ist nicht die stärkste, die sie je auf der Leinwand hatte, aber Shotgun Wedding gewinnt, weil er ihr mehr Raum gibt als ein Tanzfilm-Remake, in dem die eigentliche Hauptfigur jemand anderes ist.
Jane Fonda war fünfzehn Jahre nicht im Kino zu sehen, und ihr Comeback hätte schlechter ausfallen können. Das Schwiegermonster ist kein guter Film im klassischen Sinne, aber er ist ein Film, der weiß, was er hat: zwei Frauen, die sich gegenseitig das Leben schwer machen, und eine Dynamik zwischen Lopez und Fonda, die den dünnen Plot trägt wie ein Seil eine Hängebrücke. Lopez spielt Charlie, die netteste Frau der Welt, die in Kevins Mutter Viola auf das genaue Gegenteil trifft, und das Interessante ist, wie gut sie als Reaktionsfigur funktioniert -  nicht passiv, sondern mit einem Timing, das Fondas Überdrehen erst richtig zum Leuchten bringt. Wanda Sykes stiehlt nebenbei jede Szene, in der sie auftaucht. Das Schwiegermonster landet auf Platz 4, weil er trotz allem Trubel eine echte Komödien-Energie hat, die den Filmen darunter fehlt, und weil Lopez hier zum ersten Mal auf dieser Liste eine Partnerin hat, gegen die sie sich wirklich behaupten muss.
Eine Popsängerin erfährt Sekunden vor ihrer Live-Hochzeit, dass sie betrogen wurde, schaut ins Publikum, sieht einen Mann mit einem Schild und heiratet ihn. Was nach Albtraum klingt, ist in Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick tatsächlich der Ausgangspunkt für eine der ehrlichsten Liebesgeschichten, die Lopez je gespielt hat. Kat Valdez hat alles – und erfährt Sekunden vor ihrer Live-Hochzeit, dass ihr Verlobter sie betrogen hat. Die Selbstironie, mit der Lopez das trägt, gibt dem Film seine Glaubwürdigkeit - eine Frau, die alles hat und trotzdem nicht weiß, was sie will, bis ein Mathelehrer aus Queens ihr zeigt, dass das Leben auch leise sein kann.Owen Wilson ist als stiller Gegenpol überraschend gut besetzt, und die Chemie zwischen den beiden funktioniert gerade deshalb, weil sie so unwahrscheinlich ist. Marry Me gewinnt gegenüber Das Schwiegermonster, weil Lopez hier nicht nur Gegenspielerin ist, sondern der eigentliche Mittelpunkt, und weil der Film ihr erlaubt, beides zu sein: Superstar und Mensch.
Marisa Ventura ist Zimmermädchen im Beresford Hotel in Manhattan, alleinerziehende Mutter aus der Bronx, und sie probiert einen Mantel an, den sie nicht anziehen dürfte. Dieser Moment ist der Kern von Manhattan Love Story: eine Frau, die kurz in eine andere Welt schlüpft, und ein Film, der ihr das nicht als Dummheit auslegt, sondern als Sehnsucht. Was Lopez in diese Rolle einbringt, ist eine Bodenhaftung, die dem Märchenformat trotzt - man glaubt ihr die Erschöpfung nach der Schicht, die Liebe zu ihrem Sohn und das Zögern vor dem Politiker, der sie für jemand anderen hält. Ralph Fiennes ist eine seltsame Wahl für einen Rom-Com-Helden und genau deshalb eine richtige, und das Drehbuch hält sich klug an Marisa fest, wenn es schwächelt. Manhattan Love Story ist Lopez' größter Kinohit aus dieser Ära und der Film, in dem ihr Charisma und eine echte Figur zum ersten und zweiten Mal gleichzeitig am selben Ort sind - was ihn fast auf Platz 1 trägt, aber nicht ganz.
Mary Fiores ganzes Leben ist das Organisieren von Hochzeiten anderer Menschen, und dann verliebt sie sich in einen Mann, der schon vergeben ist. Wedding Planner – verliebt, verlobt, verplant ist kein komplizierteres Konzept als das, und genau das ist seine Stärke. Lopez spielt Mary mit einer Präzision, die den Film noch heute trägt: eine Frau, die funktioniert, weil sie gelernt hat zu funktionieren, und die nicht weiß, wie sie aufhören soll. Die Chemie mit Matthew McConaughey ist echt, das Timing sitzt, und der Film hat eine Leichtigkeit, die nicht aus Gleichgültigkeit kommt, sondern aus dem Vertrauen, dass die Geschichte alleine ausreicht. Kein Wunder, dass Wedding Planner in derselben Woche auf Platz 1 der Kinocharts und Platz 1 der Albumcharts landete und Lopez damit zur ersten Frau machte, der das je gelungen war.

Über diese Liste

Titel

10

Gesamtkosten fürs Ansehen

19,44 €

Gesamtlaufzeit

17h 42min

Genres

Komödien, Romantik, Drama

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