Filme wie „The Brutalist” und wo man sie streamen kann

Filme wie „The Brutalist” und wo man sie streamen kann

Konstantin Jochimsen
Konstantin Jochimsen

Veröffentlicht am 30. Januar 2025

Aktualisiert am 05. Mai 2026

„They don't make them like they used to”, wird es im englischsprachigen Raum gern geseufzt, wenn das Fehlen irgendeiner Art von Film beklagt wird. Grob übersetzt: „So etwas wird heute einfach nicht mehr gemacht”. Seufz.

Im Fall von „The Brutalist” lässt sich das allerdings mit einiger Sicherheit genau so dahinseufzen. Wann habt ihr das letzte Mal, ein fast vierstündiges Epos über das Leid von Einwanderern ODER einen entsprechend langen Film über einen von persönlichen Dämonen geplagten, jüdischen Architekten gesehen? Klingt nicht direkt nach Konkurrenz für den nächsten „Avengers”-Film, oder? Trotzdem entwickelte sich der Film beim US-Kinostart zum Ereignis, das man gerne auf der großen Leinwand gesehen haben will. Denn der für sehr moderate $10 Millionen produzierte Film von Regisseur Brady Corbet wurde auf VistaVision gefilmt, einem Breitwandformat, das in den 1950er Jahren entwickelt wurde, um die dem neuen Medium Fernsehen verfallenen Zuschauer wieder in die Kinos zu locken.

Gut, dass der Trick noch funktioniert. Aber natürlich funktioniert „The Brutalist” auch auf unseren ja-gar-nicht-mehr-sooooo-kleinen Flimmerkisten. Denn der Film erzählt in seiner üppigen Spieldauer eine bewegende Geschichte und von gewichtigen Themen: dem Leid von traumatisierten Migranten, der Frage nach der Wahrhaftigkeit des amerikanischen Traumes, der korrumpierenden Macht des Geldes, der Gewissenlosigkeit der Oberschicht, Antisemitusmus – kurz: einer ganzen Menge!

Wer nach „The Brutalist” allerdings noch Lust auf MEHR Epos hat, kann einen Blick auf unsere Liste mit weiteren cineastischen Kolossen werfen. Auf dieser findet ihr sowohl visuell spektakuläre Epen mit technischen Innovationen, als auch Filme, die „The Brutalist” in thematischer Hinsicht ähneln.

Saoirse Ronan spielt eine junge Irin, die aufgrund eines Mangels an Perspektive im eigenen Land nach  –  aber ihr könnt euch wahrscheinlich denken, wohin sie reist. Dort findet sie Liebe und das Dilemma vieler Einwanderer: Die Wahl zwischen der alten und der neuen Heimat. Was lässt man zurück? Tränen dürften fließen.

02

Emigranten
Emigranten

Emigranten

1971

Für Cineasten mit besonders viel Zeit am besten im Doppelpack zu genießen. „Emigranten”  erzählt die Geschichte der beschwerlichen (mit drei Ausrufezeichen) Reise einer Gruppe von schwedischen Auswanderern in die USA. Die Fortsetzung zeigt ihr (Über-)Leben dort. Nach dem Gucken beider Filme fühlt man sich tatsächlich so, als wäre man Zeuge eines ganzen Lebens geworden. Mindestens.
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03

Die Neubürger

Nach der Ankunft in New York machen sich Karl-Oskar und Kristina auf den Weg nach Minnesota, wo sie sich niederlassen. Der Neubeginn im fremden Land war nicht einfach. Doch die Neubürger werden allmählich für ihre harte Arbeit belohnt und genießen einen höheren Lebensstandard als in Schweden. Während des Sioux-Aufstands wenden sich jedoch die Sioux-Indianer gegen die weißen Siedler. Karl-Oskars Familie übersteht alle Gefahren. Sein Bruder Robert beschließt, sein Glück in Kalifornien zu versuchen. Er gelangt zwar nicht dorthin, bekommt von seinem am Gelbfieber sterbenden Chef jedoch eine Mine geschenkt, die ihm von einem ebenfalls eingewanderten Landsmann wieder abgenommen wird.

Zurück bei Karl-Oskar stirbt Robert an einer auf seiner Reise eingefangenen Krankheit. Kristina, die sich innerlich nie von Schweden verabschiedet hat, bekommt noch einige Kinder; schließlich wird sie gegen den Rat ihres Arztes nochmals schwanger. Sie stirbt bei der Geburt.

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Trotz ein bisschen Staub und Blut geht es in diesem dramatischen Abenteuerfilm doch recht glamourös zu. Wie auch nicht, wenn Tom Cruise und Nicole Kidman irische Migranten spielen, die Ende des 19. Jahrhunderts darum kämpfen, sich ihren Wunsch nach einem Stück Land in den USA zu erfüllen. Dabei wird geboxt, geritten und gezankt, wie es sich für ein Hollywoodepos alter Schule gehört.
Francis Ford Coppolas arbeitete seit Jahrzehnten am Drehbuch zu seinem Traumprojekt und bringt es dann ausgerechnet in genau dem Jahr auf die Leinwand, in dem es NOCH einen Film über einen visionären Architekten gibt. Im Gegensatz zu "The Brutalist" spielt „Megalopolis” allerdings nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Hier gerät der von Adam Driver gespielte, gern monologisierende Protagonist mit seinen Plänen in Konflikt mit dem Bürgermeister der titelgebenden Metropole. Aber eine kurze Zusammenfassung könnte unmöglich dem wilden Treiben dieses Machwerkes des (schöpferischen?) Wahnsinns gerecht werden, das wild zwischen Farce, Parabel und Politdrama mit Science Fiction-Elementen hin- und herschwingt wie ein betrunkener Zirkusartist.

06

Hamlet
Hamlet

Hamlet

1996

Wenn in der Kürze die Würze liegt, stolziert dieser Prinz von Dänemark gänzlich ungesalzen auf die Bühne: Die in 70 mm gedrehte und vier Stunden und zwei Minuten dauernde Tragödie ist wohl die kompletteste filmische Adaption von Shakespeares Stück. Der auch in den kleinsten Rollen spektakulär besetzte Film beweist, dass auch ein (extra-)langer Schinken schmackhaft sein kann.

07

Barry Lyndon
Um sein Historiendrama Gemälden aus dem 18. Jahrhundert ähnlicher zu machen, filmte Regisseur und Perfektionist par excellence Stanley Kubrick Nachtszenen mit einem Spezialobjektiv der NASA, dessen eigentlicher Zweck es war, die dunkle Seite des Mondes im Blick zu haben. „Houston… wir haben absolut kein Problem, der Film sieht spektakulär aus!”

08

Ben Hur
Ben Hur

Ben Hur

1959

Das 3,5-Stunden-Bibelepos mit Jesus in einer (immerhin wichtigen) Gastrolle wurde im  MGM-Camera-65-Breitwandverfahren gefilmt. Dieses sollte die Schwächen des Cinemascope-Verfahrens der 20th Century Fox (zu sehen etwa in Das Gewand) beseitigen, namentlich, dass keine Nahaufnahmen in guter Qualität möglich waren. Wer sich an Juda Ben Hurs beziehungsweise Charlton Hestons kernig-kastanienbraunen Kiefer zu erinnern vermag, weiß: MGM war erfolgreich. Hallelujah!

09

Amadeus
Amadeus

Amadeus

1984

Der zentrale Konflikt „The Brutalist“ besteht in der Dynamik zwischen dem Architekten Laszlo Toth und dem teils recht grausamen Industriellen Harrison Van Buren. Van Buren kann Toths geniale Kreationen würdigen, scheint diesen aber auch aus vielfältigen Gründen zu verachten. Eine faszinierende Beziehung, die sich in ähnlicher Form in „Amadeus” wiederfindet, in dem es der Fluch des „mittelmäßigen” Komponisten Salieri ist, das Genie Mozarts zwar erkennen zu können, selbst aber nicht über die Fähigkeiten zu des Ausnahmekünstlers verfügen. Und wie so oft führt Neid zu Missgunst…

10

Ragtime
Ragtime

Ragtime

1981

Wie in „The Brutalist“ spielt ein Architekt eine wichtige Rolle in „Ragtime“ – allerdings nur eine recht kurze. Dieser verschwindet nämlich recht früh aus dem Ensemblefilm, was für die Handlung aber entscheidende Folgen hat. Der Bezug zu „The Brutalist” besteht auch in der Zeichnung des Bankiers Pierpont Morgan, der ähnlich monströs daherkommt wie Van Buren in „The Brutalist” und dem Fokus auf die Unerreichbarkeit des Amerikanischen Traumes für bestimmte Menschengruppen.

Über diese Liste

Titel

15

Gesamtkosten fürs Ansehen

36,89 €

Gesamtlaufzeit

48h 14min

Genres

Drama, Historisch, Action & Abenteuer

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