
Sechs außergewöhnliche Kino-Popcorn-Eimer im Ranking
Popcorn-Eimer dienen längst nicht mehr nur dazu, Popcorn aufzubewahren. Spätestens 2024 wurden sie zu Sammlerobjekten, Requisiten und eigenständigen Teilen der Filmwerbung. Auslöser des Booms war ein Sandwurm, zu dem wir noch kommen.
Mittlerweile erhalten zahlreiche große Kinostarts ein speziell gestaltetes Gefäß. Laut Branchenberichten dauert dessen Design, Produktion und Versand zwischen sechs und neun Monaten. Die Kinoketten müssen ihre Bestellungen deshalb aufgeben, lange bevor feststeht, ob der dazugehörige Film erfolgreich sein wird. Verkauft werden die Stücke fast ausschließlich über die großen US-Ketten AMC, Regal und Cinemark.
Für dieses Ranking zählt nicht der schönste Entwurf. Entscheidend ist, wie weit sich die Objekte von einem normalen Popcorn-Eimer entfernt haben. Die sechs Exemplare erschienen alle 2024 – jenem Jahr, in dem aus einem einfachen Kinobehälter endgültig ein Internetphänomen wurde.
Alien: Romulus verwandelte den Popcorn-Eimer gleich mehrfach in ein bewegliches Filmrequisit. AMC verkaufte für 28,99 Dollar einen Facehugger, dessen Beine sich verstellen ließen. Cinemark und Regal boten parallel jeweils einen eigenen Behälter in Form eines Xenomorph-Kopfes an – drei Ketten, drei Varianten desselben Films. Der Facehugger steht nicht einfach neben dem Kinositz. Seine Gliedmaßen können so drapiert werden, als wolle die Kreatur im nächsten Moment angreifen. Das Modell funktioniert daher ebenso als Spielzeug oder Dekorationsstück wie als Behälter.
Bei kaum einem anderen Film ist die Verbindung zwischen Motiv und Nutzung so fragwürdig. Das Publikum greift freiwillig in ein Objekt, das jener Kreatur nachempfunden ist, deren berühmtester Auftritt mit einem Angriff auf das Gesicht beginnt. lle drei Ausführungen waren schnell ausverkauft. Inzwischen werden sie auf dem Sammlermarkt zu deutlich höheren Preisen angeboten als ihr ursprünglicher Verkaufspreis.
Der Eimer zu Deadpool & Wolverine entstand nicht zufällig in einer zweideutigen Form. Er parodiert ausdrücklich den Sandwurm aus Dune: Part Two und übertreibt dessen Gestaltung mit voller Absicht. Nach Angaben des Herstellers Zinc Group hatte das Team ursprünglich ein anderes Deadpool-Motiv bereits in Auftrag gegeben, verwarf es aber wieder, nachdem der Dune-Eimer viral gegangen war. Ryan Reynolds präsentierte das neue Produkt anschließend in einem eigenen Werbevideo bei AMC. Auf Instagram schrieb er dazu vom „Krieg der Popcorn-Eimer“ und deutete an, dass man 2024 einmal als das Jahr in Erinnerung behalten werde, in dem dieser Krieg begann.
Damit bewirbt sich das Gefäß nicht allein über den eigenen Film. Seine Pointe funktioniert nur, wenn das Publikum ein Werbeprodukt eines konkurrierenden Studios kennt – und den Skandal, den es ausgelöst hatte. Innerhalb weniger Monate war aus dem Popcorn-Eimer damit ein selbstbezügliches Phänomen geworden. Die Filmwerbung kommentierte bereits ihre eigenen Auswüchse, obwohl die neue Sammlerkategorie gerade erst entstanden war.
Der Popcorn-Eimer zu Dune: Part Two löste den Trend aus und bleibt sein absurdester Vertreter. Sein Deckel stellt das geöffnete Maul eines Sandwurms dar. Wer Popcorn herausnehmen möchte, muss die Hand durch dessen Zähne schieben. Innerhalb weniger Stunden entdeckten Nutzer in sozialen Netzwerken eine auffällige Ähnlichkeit zu einem völlig anderen Körperteil. Die Bilder verbreiteten sich rasant, der Eimer war schnell vergriffen und wurde anschließend zu deutlich höheren Preisen weiterverkauft.
Auch die Beteiligten des Films reagierten auf das Design. Florence Pugh sagte bei Jimmy Kimmel: „Wer hat das gemacht? Das ist nicht in Ordnung. Das ist falsch.“ Timothée Chalamet äußerte sich später in einem Interview mit der „New York Times“ diplomatischer. Er könne nicht sagen, ob gerade irgendwo der verantwortliche Designer zu Hause sitze und denke, sein Entwurf habe perfekt funktioniert, weil alle darüber sprächen – oder ob er von den Reaktionen zutiefst getroffen sei. Kein anderes Objekt in diesem Ranking hat sich weiter von seiner ursprünglichen Funktion entfernt. Aus diesem Eimer nimmt man nicht einfach Popcorn. Man füttert einen Sandwurm.










































