
Wer wird in „Avengers: Doomsday“ sterben? Ein Ranking
Vorab das Wichtigste: Das hier sind keine geleakten Spoiler, sondern begründete Prognosen. Anthony und Joe Russo drehen Avengers: Doomsday (2026) weitgehend abgeschirmt, gerade um konkrete Wendungen geheim zu halten. Trotzdem lässt sich einiges aus dem ableiten, was bereits bekannt ist. Marvel versammelt für den Film mehr als dreißig Figuren aus mehreren Universen, die Laufzeit soll bei rund zweieinhalb Stunden liegen, und ein Jahr später folgt direkt der nächste große Avengers-Film. Dass dieses Ensemble komplett unbeschadet in die Fortsetzung geht, wäre ungewöhnlich.
Dazu kommt die Vorlage: Marvel greift für die kommende Multiversumsphase auf Stoffe zurück, in denen große Verluste und radikale Veränderungen zum Konzept gehören. Der deutsche Kinostart ist für den 16. Dezember angesetzt, zwei Tage vor dem US‑Start. Wir ordnen deshalb die Figuren danach, bei wem ein Tod derzeit am plausibelsten wirkt – auf Basis von Trailerhinweisen, bekannten Vertragslagen und erzählerischer Funktion.
1. Loki
Loki ist aktuell der naheliegendste Kandidat. Seit dem Ende seiner eigenen Serie sitzt er am Ende der Zeit und hält die verschiedenen Stränge des Multiversums zusammen. Damit ist er weniger klassische Hauptfigur als vielmehr derjenige, dessen Existenz das System stabilisiert. Genau daraus ergibt sich ein möglicher Ansatz für Doctor Doom. Eine verbreitete Theorie nach dem Trailer lautet, dass Doom Loki diese Macht entreißt und er dadurch überhaupt erst in die Lage versetzt wird, mehrere Universen gleichzeitig zu bedrohen. Erzählerisch würde das vieles auf einmal lösen: Doom bekäme einen glaubhaften Machtzuwachs, der Multiversum-Kollaps hätte einen konkreten Auslöser, und Loki bekäme nach fünfzehn Jahren MCU einen endgültigen Abschluss.

Tom Hiddleston äußerte sich zuletzt auffallend unbestimmt zu seiner weiteren Zukunft im Franchise. Allerdings gilt bei Loki immer dieselbe Einschränkung: Kaum eine MCU-Figur ist schon so oft gestorben und trotzdem zurückgekehrt.
2. Thor
Bei Thor kommen die deutlichsten Hinweise direkt aus dem bislang gezeigten Material. In einer Szene richtet er sich an seinen Vater und bittet um Kraft für einen letzten Kampf. Er spricht davon, sein ganzes Leben lang Pflicht, Ehre und Krieg gefolgt zu sein und nun etwas gefunden zu haben, das er nie gesucht habe: ein Kind. Danach wolle er noch einen Gegner bezwingen und nach Hause zurückkehren, nicht mehr als Krieger, sondern als jemand, der Wärme geben könne.

Solche Dialoge sind selten zufällig. Sie klingen stark nach vorbereitetem Abschied. Chris Hemsworth spielt Thor seit 2011, und die Figur hat inzwischen nahezu jede denkbare Entwicklungsstufe durchlaufen. Ein Opfertod wäre daher eine Möglichkeit, seinen Bogen endgültig zu schließen.
Hinzu kommt eine Szene, in der Doom einen Angriff Thors scheinbar ohne große Mühe stoppt. Damit macht der Trailer zumindest eines klar: Die klassische physische Überlegenheit des Gottes dürfte dieses Mal nicht ausreichen.
3. Professor X und Magneto
Charles Xavier und Erik Lehnsherr stehen gemeinsam auf Platz 3, weil ihre Ausgangslage fast identisch ist. Patrick Stewart ist 86 Jahre alt, Ian McKellen 87. Beide kehren noch einmal als jene Figuren zurück, die sie über Jahre in den Fox-X-Men-Filmen gespielt haben.

Dass Marvel sie nun ein weiteres Mal zusammenholt, wirkt eher nach Abschluss als nach Neustart. Nach dem Disney-Kauf war lange offen, wie die alte Fox-Reihe überhaupt ins MCU eingebunden werden würde. Doomsday bietet nun die Gelegenheit, diese Ära offiziell zu verabschieden. Bei Xavier kommt hinzu, dass bereits eine Variante der Figur in einem früheren MCU-Film starb, damals eher abrupt. Ein größer inszenierter letzter Auftritt wäre daher durchaus denkbar. Neben Stewart und McKellen kehren auch James Marsden, Alan Cumming, Kelsey Grammer und Rebecca Romijn zurück. Dass Marvel dieses komplette Ensemble danach noch mehrfach gemeinsam einsetzen wird, erscheint eher unwahrscheinlich.
4. Steve Rogers
Bei Steve Rogers liegt das Problem in seiner Rückkehr selbst. Die Russos haben erklärt, Chris Evans habe jene Figur gespielt, die ihr Leben verändert habe, und sie hätten sich diese Geschichte ohne ihn in zentraler Rolle nicht vorstellen können. Das klingt nach einer großen Aufgabe – aber zugleich nach einem möglichen Schlusspunkt.
Rogers hatte in Avengers: Endgame (2019) bereits einen sehr klaren Abschied. Nach seiner Zeitreise kehrte er als alter Mann zurück und übergab den Schild an Sam Wilson. Eine erneute Rückkehr müsste dieses Ende also rechtfertigen, ohne es rückwirkend zu entwerten.

Am saubersten ließe sich das über einen endgültigen Abschied lösen. Offen bleibt, welche Version von Steve Rogers überhaupt auftaucht. Denkbar wäre der alte Steve aus der bekannten Zeitlinie ebenso wie eine Variante aus einem anderen Universum. In beiden Fällen könnte der Film die Figur noch einmal groß einsetzen, ohne sie langfristig wieder ins Zentrum zu rücken.
5. Bucky Barnes
Bucky ist der unauffälligste Kandidat in dieser Liste. Sebastian Stan spielt die Figur ebenfalls seit 2011 und hat inzwischen einen sehr langen Entwicklungsbogen hinter sich: vom manipulierten Attentäter über den Verfolgten bis hin zur etablierten politischen Figur.
Damit ist seine Geschichte zumindest an einem Punkt angekommen, an dem ein Abschluss funktionieren würde. Gleichzeitig läuft Stans Karriere außerhalb des MCU inzwischen deutlich größer als noch vor einigen Jahren. Ob er die Rolle noch über mehrere weitere Phasen hinweg spielen will, ist deshalb offen.

Hinzu kommt die neue Generation. Florence Pugh, Lewis Pullman und Wyatt Russell stehen für Figuren, deren große MCU-Zeit gerade erst beginnt. Ein Tod Buckys könnte genutzt werden, um eine oder mehrere dieser Figuren emotional weiterzuentwickeln. Vor allem bei Yelena Belova gäbe es genug Anknüpfungspunkte. Gegen Buckys Tod spricht allerdings, dass Marvel ihn zuletzt eher aufgewertet hat. Die Figur wurde nicht aus dem Zentrum herausgeschrieben, sondern wieder stärker eingebunden. Deshalb ist er ein plausibler, aber keineswegs sicherer Kandidat.
Wer den Film wahrscheinlich überlebt
Mindestens genauso aufschlussreich ist die Frage, wen Marvel ziemlich sicher nicht opfern wird. Anthony Mackies Sam Wilson ist erst seit kurzer Zeit offiziell Captain America und soll diese Rolle weiterhin tragen. Ihn jetzt schon wieder zu entfernen, würde kaum Sinn ergeben. Ähnliches gilt für die Fantastic Four. Marvel hat diese Figuren gerade erst neu etabliert und braucht sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die nächste Phase. Ein kompletter Abgang eines der vier wäre deshalb eher überraschend. Und Doctor Doom dürfte ohnehin gesetzt sein. Robert Downey Jr. ist auch für den nachfolgenden Film eingeplant, womit ein Tod in Doomsday praktisch ausgeschlossen scheint.
Sicher ist nur: Ein Film mit mehr als dreißig Figuren, mehreren Universen und einer direkten Fortsetzung wird kaum alle Beteiligten unangetastet lassen. Entscheidend dürfte weniger sein, wer theoretisch sterben könnte, sondern bei wem der Verlust dramaturgisch den größten Effekt erzielt. Genau deshalb stehen vor allem Figuren weit oben, deren Geschichten seit vielen Jahren laufen und bei denen ein Ende inzwischen tatsächlich Gewicht hätte. Am 16. Dezember wissen wir, wie nah diese Prognose dran war.






























