
Die Post-Credits-Szene von „X-Men ’97“ deutet den großen Bösewicht von Staffel 3 an
Nach Apocalypse hätte X-Men '97 (2024) problemlos noch einen größeren, lauteren und mächtigeren Gegner aus dem Hut zaubern können. Stattdessen endet Staffel 2 mit einer Frau an einem Schreibtisch, einer Präsidentschaftswahl im Fernsehen und einem Identitätswechsel, der für die X-Men gefährlicher werden könnte als der nächste Weltuntergang. Mystique ist zurück. Und alles deutet darauf hin, dass sie in Staffel 3 nicht nur Ärger machen, sondern den politischen Konflikt der Serie von innen heraus kontrollieren könnte.
Die Post-Credits-Szene verbindet dabei gleich mehrere Handlungsstränge: Graydon Creed wird Präsident der Vereinigten Staaten, Mystique verschafft sich Zugang zu geheimen Akten und Valerie Cooper könnte die Begegnung mit ihr nicht überleben. Dazu kommen Hinweise auf die Freedom Force aus den Comics. Zusammengenommen ergibt sich daraus ein ziemlich konkretes Szenario für Staffel 3.
Mystique könnte Valerie Cooper einfach ersetzen
Zunächst sieht alles danach aus, als würde Valerie Cooper in ihrem Büro Unterlagen über Mystique studieren. Dann betritt eine zweite Valerie den Raum und die vermeintliche Regierungsbeamtin am Schreibtisch zeigt ihr wahres Gesicht: Dort saß die ganze Zeit Mystique. Sie hat sich also nicht nur Zugang zu vertraulichen Informationen verschafft. Sie schießt auch auf die echte Valerie und reagiert ausgesprochen gelassen auf eine Aktennotiz, laut der sie einen Angriff auf die Vereinigten Staaten plane. Ein weiterer Schuss beendet die Szene.

Ob Valerie tatsächlich tot ist, lässt die Serie offen. Für Mystiques Plan spielt das zunächst kaum eine Rolle. Als Gestaltwandlerin kann sie Valeries Identität übernehmen und sich damit möglicherweise direkt in staatliche Entscheidungen einmischen. Das macht sie zu einer ganz anderen Bedrohung als Apocalypse. Mystique muss niemanden mit roher Gewalt besiegen, wenn sie bereits am richtigen Schreibtisch sitzt.
Graydon Creed sitzt plötzlich im Weißen Haus
Während Mystique die Akten durchsucht, liefert der Fernseher die zweite entscheidende Nachricht: Graydon Creed hat die Präsidentschaftswahl gewonnen. Seine Familiengeschichte macht diesen Moment besonders explosiv. Graydon ist der Sohn von Mystique und Sabretooth sowie der Halbbruder von Nightcrawler. Er selbst wurde ohne X-Gen geboren und entwickelte einen extremen Hass auf Mutanten. Schon in X-Men (1992) gehörte er zur anti-mutantischen Organisation Friends of Humanity. Nun ist aus diesem Hass politische Macht geworden. Graydon könnte als Präsident Gesetze, Behörden und Sicherheitskräfte gegen Mutanten einsetzen, während seine eigene Mutter möglicherweise unbemerkt eine wichtige Regierungsposition übernommen hat.

Auch in den Comics versucht Graydon, mit einer offen anti-mutantischen Kampagne Präsident zu werden. Dort wird er allerdings vor der Wahl ermordet und Mystique ist später mit seinem Tod verbunden. X-Men '97 geht offensichtlich einen anderen Weg, doch die Familienkonstellation bleibt ähnlich explosiv. Mystique taucht unmittelbar nach Graydons Wahlsieg auf und kündigt indirekt einen Angriff auf die USA an. Das dürfte kaum nur ein Zufall sein.
Die Freedom Force könnte in Staffel 3 eine Rolle spielen
Noch interessanter werden die Unterlagen auf Valerie Coopers Schreibtisch. Darin tauchen Verbindungen zu Mutanten auf, die Comic-Leser mit der Freedom Force kennen. In den Comics entsteht diese Gruppe aus ehemaligen Mitgliedern von Mystiques Brotherhood of Evil Mutants. Mystique, Blob, Pyro, Avalanche und andere arbeiten plötzlich für die US-Regierung, während Valerie Cooper das Team beaufsichtigt. Aus früheren Feinden der X-Men wird damit eine staatlich legitimierte Einsatztruppe. Für Staffel 3 bietet das eine spannende Vorlage: Mystique müsste Valerie Cooper diesmal nicht von einer Zusammenarbeit überzeugen. Wenn sie tatsächlich deren Platz einnimmt, könnte sie selbst Einfluss darauf nehmen, welche Mutanten für die Regierung arbeiten und gegen wen sie eingesetzt werden.
Dass die Freedom Force tatsächlich auftaucht, ist damit noch nicht bestätigt. Die Akten können ebenso einfach Mystiques Vergangenheit und ihre Verbindung zu Valerie aufgreifen. Die Idee passt jedoch auffällig gut zu einem Konflikt, in dem Graydon Creed die politische Macht übernimmt und Mystique gleichzeitig Zugang zur Regierung erhält.
Staffel 3 könnte weniger Weltuntergang und mehr politischen Krieg liefern
Mystique wäre als zentrale Gegnerin interessant, weil sie die Serie nach Apocalypse in eine völlig andere Richtung führen könnte. Gegen sie hilft keine möglichst große Explosion. Die X-Men müssten zunächst herausfinden, wem sie überhaupt vertrauen können. Noch komplizierter würde es, falls Mystique tatsächlich Mutanten um sich sammelt. Sie könnte gegen Graydons Regierung kämpfen und trotzdem zur Gegnerin der X-Men werden, weil ihre Methoden wesentlich radikaler sind. Damit müsste die Serie nicht zwischen „Mutanten gegen Menschen“ und „X-Men gegen Bösewicht“ wählen. Beides könnte gleichzeitig passieren.
Und mitten darin säße Graydon Creed als Präsident der Vereinigten Staaten. Ein Mann, der Mutanten hasst, könnte bald von seiner eigenen Mutter angegriffen werden, während sie sich möglicherweise längst innerhalb seiner Regierung bewegt. Für Mystique wäre das nicht nur Politik. Es wäre eine Familienangelegenheit.










