
„Wolverine“: Alle Filme in chronologischer Reihenfolge
Als Hugh Jackman im Jahr 2000 zum ersten Mal die Adamantium-Klauen ausfuhr, konnte niemand ahnen, dass er diese Rolle über zwei Jahrzehnte lang prägen würde. Wolverine, bürgerlich James Howlett, ist einer der widersprüchlichsten Helden des „X-Men“-Kosmos: brutal, doch innerlich gebrochen und zugleich das emotionale Zentrum vieler Filme.
Weil die Timeline der Reihe durch Prequels, Zeitreisen und alternative Realitäten durchaus verworren ist, hier ein Überblick über die chronologische Reihenfolge:
X-Men: Origins – Wolverine (2009)
X-Men: Erste Entscheidung (2011)
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)
X-Men: Apocalypse (2016)
X-Men (2000)
X-Men 2 (2003)
X-Men: Der letzte Widerstand (2006)
Wolverine – Weg des Kriegers (2013)
Logan – The Wolverine (2017)
Wer die Filme stattdessen in der Reihenfolge ihres Erscheinens sehen möchte, sollte folgendermaßen vorgehen:
Mit X-Men begann im Jahr 2000 nicht nur Wolverines filmische Reise, sondern auch die moderne Ära der Comicverfilmungen. Logan wird hier als einsamer Streuner vorgestellt, der ohne Erinnerung an seine Vergangenheit durch Kanada zieht und zufällig in die Welt der Mutanten hineingezogen wird. Hugh Jackman, damals noch ein nahezu unbekanntes Gesicht in Hollywood, prägt die Rolle von der ersten Minute an – rau, verletzlich und charismatisch zugleich.
Was den Film so stark macht, ist sein vergleichsweise geerdeter Ton: weniger bombastisch als heutige Marvel-Produktionen, dafür in 104 Minuten konzentriert auf Figuren und Konflikte. Wolverines Fremdheit unter den X-Men macht ihn sofort zum emotionalen Mittelpunkt. Wer verstehen will, warum Jackman später als einer der ikonischsten Superheldendarsteller gilt, muss hier anfangen.
Die Fortsetzung baut alles aus, was im ersten Teil erfolgreich angelegt wurde – und Wolverine steht dabei im Mittelpunkt. Seine Suche nach Herkunft und Zugehörigkeit treibt die Handlung ebenso wie seine Fähigkeit, im entscheidenden Moment zur gnadenlosen Waffe zu werden. Der X-Men 2 balanciert diese Gegensätze gut aus: Logan als Beschützer und Killer zugleich.
Mit 134 Minuten Laufzeit ist der Film straff erzählt, und liefert nicht nur Action sondern auch Charakterstudie, ist spannend und emotional. Er hebt Wolverine auf ein neues Level – weg vom Nebencharakter, hin zum Herzstück der X-Men. Für Fans unverzichtbar und auch heute noch einer der gelungeneren Comicverfilmungen.
Der Abschluss der ursprünglichen Trilogie wollte noch größer, lauter und epischer werden – entstanden ist jedoch ein Film, der sich an zu vielen Ideen gleichzeitig verhebt. Neue Figuren werden eingeführt, alte Handlungsstränge zu hastig beendet, und der Plot wirkt stellenweise wie ein überladenes Puzzle. Doch Wolverine ist auch hier der emotionale Anker.
Besonders die Beziehung zu Jean Grey gibt X-Men: Der letzte Widerstand eine gewisse Tiefe: Logan muss eine der schmerzhaftesten Entscheidungen seines Lebens treffen, und Hugh Jackman spielt diesen Konflikt mit echter Tragik und Verletzlichkeit. Auch wenn der Film als Ganzes schwächer ausfällt, lohnt sich das 104-minütige Abenteuer für alle, die Wolverines Entwicklung nachvollziehen wollen.
X-Men Origins: Wolverine soll James Howletts Vergangenheit aufrollen, von seiner Kindheit im 19. Jahrhundert bis zum Experiment, das ihm das Adamantium-Skelett verleiht. Klingt nach Pflichtstoff, und ist es für große Fans von Wolverine wahrscheinlich auch – denn viele Puzzlestücke seiner Vita werden hier erstmals filmisch näher beleuchtet.In der Umsetzung wirkt der Film allerdings wie ein sehr glatter Comic-Blockbuster, dem echter erzählerische Mut fehlt. Hugh Jackman ist gewohnt stark, doch das Drehbuch reiht die Stationen seiner Biografie aneinander, ohne ihnen wirkliches emotionales Gewicht zu verleihen. Auch das Potenzial von Deadpool, hier noch in seiner „falschen“ Version mit von der Partie, wird verschenkt.
Empfehlenswert ist der 107-minütige Film damit vor allem für Zuschauer, die Wert auf Vollständigkeit legen und Wolverines Reise von Anfang an verfolgen wollen – weniger für alle, die nur die stärkeren Highlights der Reihe sehen möchten.
Das Prequel führt die Zuschauer zurück in die 1960er Jahre und erzählt, wie sich Charles Xavier und Erik Lehnsherr kennenlernen und die ersten X-Men formieren. Für Wolverine-Fans ist der 132 Minuten lange Film nur am Rande relevant: Seine Mini-Szene in einer Bar dauert nur wenige Sekunden, gilt aber bis heute als Kult. Mit einem knurrigen Einzeiler macht Logan unmissverständlich klar, dass er kein Interesse hat, Teil eines Teams zu sein.
Der X-Men: Erste Entscheidung selbst punktet mit einer gelungenen Besetzung (u. a. James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence) und einem frischen, fast schon politischen Ton. Empfehlenswert für alle, die die Ursprünge der X-Men kennenlernen möchten – und für Wolverine-Fans ein nettes Extra.
Nach den tragischen Ereignissen von Der letzte Widerstand führt dieser Film Wolverine nach Japan – ein Schauplatz, der der Geschichte eine frische Atmosphäre verleiht. Statt auf überladenes Ensemble setzt Wolverine - Weg des Kriegers auf eine intime Erzählung, die Schuld, Verlust und Sterblichkeit in den Mittelpunkt rückt. Die 126 Minuten verbinden Samurai-Film, Actiondrama und Selbstfindungsreise, wodurch Logan so verletzlich wirkt wie selten zuvor.
Auch visuell kann der Film punkten: Die Kontraste zwischen traditioneller Kultur und futuristischen Elementen bleiben im Gedächtnis. Zwar wirkt das überzogene Finale tonal unausgegoren, doch gerade der Mittelteil der 126 Spielminuten zeigt eine Seite von Wolverine, die sonst oft im Schatten seiner Kämpfe bleibt. Daher ist das ein Pflichtfilm für alle, die den Charakter jenseits reiner Action verstehen wollen.
Hier steht Wolverine endlich im Zentrum – und das tut dem Film gut. Logan reist in die 1970er, um eine düstere Zukunft für die Mutanten zu verhindern. Mit dieser Zeitreise verbindet der Film das alte Ensemble (Patrick Stewart, Ian McKellen) mit den neuen Darstellern (McAvoy, Fassbender).
Hugh Jackman trägt das Ganze mit einer Mischung aus lakonischem Humor und melancholischer Härte. Zukunft ist Vergangenheit ist der rundeste der X-Men-Filme: politisch, emotional und voller starker Action. Wer nur einen Film sehen möchte, sollte diesen wählen – die 131 Minuten fangen das Wesen von Wolverine besonders gelungen ein.
X-Men: Apocalypse gehört zu den überladenen Kapiteln der Reihe: Uu viele Figuren, ein übermächtiger Gegner und ein Finale, das mehr Spektakel als Substanz bietet. Für die Gesamtgeschichte sind diese 144 Minuten daher eher ein notwendiges Bindeglied als ein Höhepunkt. Wolverines Auftritt hingegen sticht heraus – als Waffe X zeigt er sich gequält, getäuscht und so brutal wie selten zuvor. In dieser kurzen Sequenz entfaltet sich die rohe Gewalt, die ihn seit jeher antreibt, in einer kompromisslosen Darstellung.
Für Fans, die Logans animalische Seite erleben wollen, ist das durchaus sehenswert, auch wenn es den Film nicht rettet. Empfehlenswert ist der Film daher eher für jene mit Vollständigkeitsanspruch und Wolverine-Liebhaber, weniger für alle, die nur die stärksten Teile der X-Men-Saga sehen möchten.
Logan - The Wolverine ist das Meisterwerk der Reihe: James Mangold inszeniert keinen klassischen Superheldenfilm, sondern einen düsteren Neo-Western. Ein gealterter, gebrochener Logan kümmert sich um den dementen Professor X und beschützt ein junges Mutantenmädchen. Wovon der Film erzählt, ist kompromisslos, brutal, aber auch zutiefst menschlich.
Und Hugh Jackman liefert in diesen 137 Minuten seine beste Performance als Wolverine – verletzlich, zynisch, würdevoll. Das Ergebnis ist nicht nur einer der besten X-Men-Filme, sondern einer der stärksten Comicverfilmungen überhaupt. Und das ist selbst für ein Publikum sehenswert, die eigentlich keine Superheldenfilme mögen.
Dass Hugh Jackman nach „Logan“ noch einmal zurückkehrt, schien lange undenkbar. Doch Deadpool & Wolverine erweist sich als cleverer Kniff: Statt die Elegie von „Logan“ und das runde Finale zu zerstören, wird eine alternative Version von Wolverine in Deadpools chaotisches Multiversum geworfen.
Die 127 Minuten sind ein anarchischer Ritt, voller Selbstironie, Meta-Humor und brutaler Action. Was überrascht: Jackman und Ryan Reynolds haben eine Chemie, die die „Buddy-Cop“-Tradition des Actionkinos aufgreift, nur mit (noch) mehr Blut und Sarkasmus. Ein lauter, respektloser Nachtrag, der zeigt: Wolverine funktioniert auch im Chaos.














































