
Was geschah nach „Wicked Teil 2“? Diese derbe Romanze könnte es zeigen
Kaum hat Wicked Teil 2 (2025) Elphaba (Cynthia Erivo) und Fiyero (Jonathan Bailey) gemeinsam in die Freiheit entlassen, stellt sich eine Frage, die das Musical lieber nicht mehr anfasst: Wie lebt man eigentlich mit einem Mann zusammen, der inzwischen aus Stoff und Stroh besteht? Der Trailer zu Wicker (2027) liefert darauf eine unerwartet direkte Antwort. Darin lässt sich eine einsame Fischerin (Olivia Colman) einen Ehemann aus Weidenruten anfertigen. Er sieht Alexander Skarsgård erstaunlich ähnlich, ist höflich, aufmerksam und im Schlafzimmer offenbar alles andere als unbrauchbar. Als heimliche Fortsetzung von Wicked ist das natürlich Unsinn. Als derbe Fanfiction über Elphabas Zukunft funktioniert der Vergleich aber erschreckend gut.
Fiyeros Happy End beginnt mit einem völlig neuen Körper
Fiyero überlebt das Ende von Wicked Teil 2 nur, weil Elphaba ihn mit einem Zauber vor dem Tod bewahren will. Als die Soldaten des Zauberers ihn foltern, wünscht sie sich, dass sein Körper keine Schmerzen mehr empfinden kann. Die Magie erfüllt diesen Wunsch auf ihre eigene grausame Weise: Aus Fiyero wird die Vogelscheuche, die später Dorothy auf ihrem Weg durch Oz begleitet. Seine Verwandlung beendet die Liebesgeschichte jedoch nicht. Nachdem Elphaba ihren Tod vorgetäuscht hat, findet Fiyero sie in ihrem Versteck. Gemeinsam verlassen sie Oz und beginnen ein Leben, von dem niemand erfahren darf. Der Film zeigt ihren Aufbruch als romantischen Sieg. Elphaba hat ihren Ruf, ihre Heimat und fast alle Menschen verloren, die ihr etwas bedeuteten, darf aber mit dem Mann weiterleben, den sie liebt.

Was danach kommt, bleibt dem Publikum überlassen. Fiyero besitzt noch seine Erinnerungen, seine Stimme und seine Gefühle, doch sein Körper gehorcht nun vermutlich anderen Regeln. Er kann nicht einfach in ein Dorf spazieren, ohne Aufsehen zu erregen. Offenes Feuer dürfte ebenfalls zu den Dingen gehören, denen das Paar künftig lieber aus dem Weg geht. Und selbst eine Umarmung könnte sich anders anfühlen als früher.
„Wicker“ macht aus dem Märchen eine ziemlich körperliche Ehe
Die namenlose Fischerin in Wicker wartet nicht auf einen Rettungszauber. Nachdem die Menschen ihres Küstendorfs sie wegen ihres Geruchs, ihrer Arbeit und ihres unverheirateten Lebens verspotten, bestellt sie bei einem Korbmacher (Peter Dinklage) einen Ehemann. Der soll stark, freundlich und vor allem ihr gehören. Kurz darauf steht ein beinahe zwei Meter großer Mann aus geflochtenen Ruten vor ihrer Tür. Der Trailer behandelt diese Ehe nicht als keusche Fabel. Schon zu Beginn ist lautstark zu hören, dass die beiden ihr gemeinsames Leben nicht beim höflichen Händchenhalten belassen. Später schwärmt die Fischerin von ihren Nächten, während ein erneut zusammengebrochenes Bett weitere Rückschlüsse erlaubt. Das Glück des Paares bleibt im Dorf nicht unbemerkt. Die übrigen Frauen zeigen auffälliges Interesse an dem geflochtenen Ehemann, während besonders die Schneiderin (Elizabeth Debicki) auf die ungewöhnliche Verbindung zunehmend gereizt reagiert.

Damit zeigt Wicker ziemlich genau den Teil einer solchen Beziehung, den Wicked ausspart. Elphaba und Fiyero verschwinden am Horizont, bevor jemand darüber nachdenken muss, wie ihr gemeinsamer Alltag aussehen könnte. Die Fischerin und ihr geflochtener Mann bekommen dagegen ein Haus, ein Bett, neugierige Nachbarn und vermutlich einige Probleme, für die selbst Oz keinen passenden Zauberspruch bereithält.
Alexander Skarsgårds Korbmann ist kein zweiter Fiyero
Ganz deckungsgleich sind die Geschichten selbstverständlich nicht. Fiyero wurde gegen seinen Willen verwandelt und muss sich erst an seine neue Gestalt gewöhnen. Der Ehemann aus Wicker wurde dagegen eigens erschaffen. Er hatte nie einen menschlichen Körper und scheint seine Beschaffenheit zunächst überhaupt nicht als Verlust zu empfinden. Auch die Beziehungen beginnen an unterschiedlichen Punkten. Elphaba liebt Fiyero bereits, bevor er zur Vogelscheuche wird. Sie muss begreifen, dass der Mann vor ihr trotz seines neuen Äußeren derselbe geblieben ist. Die Fischerin lernt ihren Partner dagegen erst als Wesen aus Weidenruten kennen. Für sie gibt es keinen früheren Alexander Skarsgård aus Fleisch und Blut, dem sie nachtrauern könnte.
Der Trailer deutet allerdings an, dass auch ihr Glück komplizierter wird. Sobald der geflochtene Ehemann von anderen Frauen bewundert wird, verändert sich seine Rolle im Dorf. Er ist nicht länger nur der Wunsch seiner Frau, sondern ein Mann mit eigener Wirkung auf die Menschen um ihn herum. Damit könnte Wicker sogar eine Frage beantworten, die für Fiyero ebenfalls wichtig wäre: Was geschieht, wenn der verwandelte Partner nicht bloß gerettet werden will, sondern in seinem neuen Körper ein eigenes Leben verlangt?
Diese Fanfiction wäre Elphaba vermutlich zu peinlich
Wicker basiert auf Ursula Wills-Jones’ Kurzgeschichte „The Wicker Husband“ und hat mit Oz offiziell nichts zu tun. Trotzdem wirkt der Trailer wie ein bewusst unverschämter Blick durch die Falltür, hinter der Wicked Teil 2 seine Liebenden verschwinden lässt. Beide Geschichten behaupten, dass ein ungewöhnlicher Körper eine Beziehung nicht unmöglich macht. Nur interessiert sich Wicker sehr viel mehr dafür, was danach im Schlafzimmer und vor den Augen der Nachbarschaft passiert. Elphaba und Fiyero könnten in ihrer neuen Heimat also durchaus glücklich werden. Sie müssten lediglich trockene Unterkünfte finden, Kerzen vorsichtig platzieren und ein paar sehr persönliche Fragen über Stroh beantworten. Nach dem Trailer zu Wicker erscheint zumindest eines sicher: An mangelnder Romantik müsste ihre Flucht nicht scheitern.






















