Vor „Toy Story“ 5: Die 10 traurigsten Pixar-Momente aller Zeiten

Vor „Toy Story“ 5: Die 10 traurigsten Pixar-Momente aller Zeiten

Veröffentlicht am 10. Juli 2026

Aktualisiert am 10. Juli 2026

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Pixar hat ein Problem. Eines, von dem andere Animationsstudios nur träumen können: Das Studio bringt Erwachsene zum Weinen. Und zwar nicht dieses gerührte Lächeln mit feuchten Augen. Sondern richtig. Mitten im Kinosaal, umgeben von Kindern, die sich fragen, warum die Person neben ihnen plötzlich nach Taschentüchern sucht.

Das ist kein Zufall, sondern Teil der Erzählweise. Seit Jahrzehnten baut Pixar seine größten Geschichten um Themen wie Verlust, Vergänglichkeit, Abschied und die Angst vor Veränderung auf. Die Filme erzählen von Dingen, die jeder kennt, über die aber kaum jemand sprechen möchte: dass Kindheit endet, Eltern älter werden, Freundschaften auseinandergehen oder Erinnerungen verblassen. Über drei Jahrzehnte hat das Studio diese emotionale Handschrift so konsequent kultiviert, dass sie längst zu seiner Markenidentität geworden ist.

Am 23. Juli erscheint mit Toy Story 5 der nächste Teil dieser Tradition, Regie Andrew Stanton, der bereits Findet Nemo (2003) und WALL·E (2008) inszeniert hat. Anlass genug, auf die Momente zurückzublicken, die Millionen Zuschauer zum Lachen – und kurz darauf zum Weinen – gebracht haben. Hier sind die zehn rührendsten Pixar-Szenen aller Zeiten.

01

Toy Story 3
Toy Story 3

Toy Story 3

2010

Dieser Film bietet gleich drei der traurigsten Pixar-Momente …

  1. Andys Abschied

Das Ende von Toy Story 3 (2010) ist keine Szene, es ist eine Abrechnung. Andy steht vor Bonnies Haus, er ist 17 und geht aufs College, und er hält Woody in der Hand und weiß nicht, ob er ihn loswerden kann. Für jeden im Publikum, der je ein Spielzeug hatte, einen Freund, ein Zuhause oder eine Kindheit, ist das der Moment, in dem der Film aufhört, ein Animationsfilm zu sein, und zu etwas anderem wird. 

Was Pixar hier gelingt, ist die präzise Darstellung von etwas, das man nicht beschreiben kann: das Wissen, dass ein Kapitel endet, während es noch nicht ganz vorbei ist. Andy spielt mit Bonnie, erklärt ihr die Figuren, und als er ins Auto steigt und losfährt, ist das Schweigen auf dem Bildschirm gleichauf mit dem Schweigen im Kino. „Mach’s gut, mein Freund“ ist der am wenigsten aufwendige Satz, den Pixar je geschrieben hat, und der wirkungsvollste.

  1. Andys Kindheit endet

Toy Story 3 hat den traurigsten einzelnen Moment der Pixar-Geschichte, aber er ist nicht Andys Abschied und nicht die Müllpresse. Er ist früher, kleiner und präziser: das Filmmaterial aus Andys Kindheit, das Woody im Haus findet. Bilder von einem Jungen mit seinen Spielzeugen, der rennt und lacht und glücklich ist, und der nicht weiß, dass das alles vergehen wird. Das Publikum weiß es. Woody weiß es. Das ist das eigentliche Gewicht, das Toy Story 3 trägt: nicht der Abschied, sondern das Wissen darum, dass die Zeit zwischen dem Beginn und dem Ende dieser Reihe auch die eigene Zeit war. Wer Toy Story als Kind gesehen hat und Toy Story 3 als junger Erwachsener, hat dieses Gefühl nicht vergessen. Toy Story 5 erscheint am 19. Juni 2026. Taschentücher bereithalten.

  1. Das Müllpressendrama

Toy Story 3 hat zwei emotionale Höhepunkte, und der bekanntere ist Andys Abschied. Der härtere passiert vorher. Die Spielzeuge liegen auf dem Förderband des Müllverbrennungswerks, die Presse kommt auf sie zu, und sie schauen einander an. Sie reichen sich die Hände. Sie akzeptieren es. 

Kein Horrorfilm des letzten Jahrzehnts hat eine Szene produziert, die so ruhig und so vollständig mit dem Ende umgeht wie diese paar Sekunden stiller Entschlossenheit. Dass die Aliens sie im letzten Moment retten, ändert nichts an dem, was das Publikum in diesem Moment gefühlt hat: echte Angst, dass Pixar es durchzieht. Das Studio hat sich seit Toy Story (1995) das Vertrauen erarbeitet, das nötig war, um ein Publikum so weit zu bringen. Hier löst es dieses Versprechen ein.

02

Oben
Oben

Oben

2009

Das Intro

Die ersten zehn Minuten von Oben (Up, 2009) haben keinen Dialog, der zählt. Sie erzählen in ungefähr vier Minuten eine vollständige Liebesgeschichte: Begegnung, Hochzeit, Kinderwunsch, Fehlgeburt, gemeinsames Altern, Tod. Was Pixar in dieser Sequenz tut, ist formal bemerkenswert: Sie demonstriert, dass Animation als Medium in der Lage ist, das zu leisten, was nur die besten Dramen mit einer Stunde Spielzeit schaffen. 

Das Schlüsselbild ist das leere Haus nach Ellies Tod, Carl ist nun ganz allein. Nicht die Beerdigung, nicht der Abschied, sondern das leere Haus. Wer dieses Intro ohne Reaktion übersteht, hat entweder noch kein Pixar-Intro gesehen oder etwas in sich verschlossen, das er besser wieder öffnen sollte. Dass danach noch neunzig Minuten Film kommen, wirkt nach dieser Eröffnung fast unhöflich.

03

Die Monster AG

Sullys letzter Blick

Die Monster AG (2001) endet damit, dass Sully die Tür zu Boos Zimmer schließt. Er wird sie nie wiedersehen, das weiß er, das weiß das Publikum. Was kommt, ist einer der knappsten emotionalen Momente in der Geschichte des Animationsfilms: Sully öffnet die reparierte Tür, schaut hinein, und sein Gesicht verändert sich. Was er sieht, zeigt der Film nicht. Er muss es nicht. 

Regisseur Pete Docter hat in Interviews gesagt, dass das die schwierigste Entscheidung des Films war: ob man Boo zeigt oder nicht. Die Entscheidung, es offenzulassen, ist die richtige. Was der Zuschauer sich vorstellt, ist immer besser als das, was man zeigen könnte, und in diesem Fall auch trauriger. Dass der Film mit einem Lächeln endet, erleichtert es nicht. Es macht es präziser.

Mama Coco erinnert sich

Coco (2017) ist das einzige Pixar-Werk, das seinen emotionalsten Moment für die letzten fünf Minuten aufhebt und dann trotzdem nicht übertreibt. Miguel kehrt aus dem Land der Toten zurück, läuft zu seiner Urur-Großmutter Coco, die an Demenz leidet und seit Jahren kaum noch reagiert, und beginnt, Héctors Lied „Recuérdame“ zu spielen. Coco fängt an zu summen. Dann zu singen. Dann lächelt sie, und die Frau, die den halben Film über leblos im Rollstuhl saß, ist plötzlich wieder das Kind, das seinen Vater geliebt hat. 

Was diese Szene von vergleichbaren Momenten in anderen Filmen unterscheidet, ist ihre Zurückhaltung: Sie erklärt nichts, sie behauptet nichts, sie zeigt einfach einen Menschen, der durch Musik zu sich zurückfindet. Das reicht. Dass „Recuérdame“ danach als Ohrwurm im Kopf bleibt, macht es nicht besser.

Barley sieht seinen Vater

Onward (2020) ist einer der ungleichmäßigsten Pixar-Filme, aber sein Ende ist einer der präzisesten Momente, die das Studio je produziert hat. Die Geschichte zweier Elfenbrüder, die versuchen, ihren verstorbenen Vater für einen Tag zurückzubringen, endet damit, dass Barley, der ältere Bruder, das Opfer bringt und Ian, dem jüngeren, den einzigen Moment mit dem Vater überlässt. Ian tritt vor, sieht seinen Vater zum ersten Mal, und dreht sich dann um, weil er weiß, dass Barley ihn mehr braucht. 

Was die Szene trifft, ist die Erkenntnis, die Ian in diesem Moment hat: dass Barley sein ganzes Leben lang der Vater war, den er gesucht hat, ohne es zu merken. Das ist der emotionale Kern des Films in einem einzigen Blickwechsel, und er funktioniert, weil der Film zwei Stunden gebraucht hat, um ihn vorzubereiten.

06

Toy Story 2
Toy Story 2

Toy Story 2

1999

Jessies Lied

Toy Story 2 (1999) unterbricht seinen eigenen Schwung für fünf Minuten, die mit dem Rest des Films kaum etwas zu tun haben. Jessie erzählt durch einen stummen Rückblick, begleitet von Sarah McLachlans „When She Loved Me“, wie ihre Besitzerin Emily sie als Kind liebte und sie als Teenager in einer Schachtel am Straßenrand zurückließ. Es gibt keine Bösewichte in dieser Szene, keine Entscheidung, der man die Schuld geben könnte. Emily ist nicht grausam, sie ist einfach aufgewachsen. 

Das ist das Grausamste an dem Moment: Er ist vollkommen verständlich und trotzdem nicht auszuhalten. Kein anderer Pixar-Film hat in so kurzer Zeit so präzise erklärt, warum das Studio funktioniert. Spielzeuge werden nicht weggeworfen, weil man sie hasst, sondern weil das Leben weitergeht. Dass diese Erkenntnis durch ein Country-Folk-Lied transportiert wird, das man danach nie wieder unbefangen hören kann, ist entweder brillant oder unverzeihlich.

07

Alles steht Kopf

Bing Bongs Verschwinden

Alles steht Kopf (Inside Out, 2015) handelt offiziell davon, wie ein Mädchen namens Riley mit dem Umzug ihrer Familie umgeht. In Wirklichkeit handelt es von etwas, das niemand so direkt aussprechen wollte: dass Kindheit stirbt. Bing Bong ist Rileys imaginärer Freund, ein rosafarbenes Elefant-Katzen-Delfin-Mischwesen aus Zuckerwatte, und er existiert nur so lange, wie Riley sich an ihn erinnert. Als er sich im Tal der vergessenen Erinnerungen opfert, damit Joy entkommen kann, und beim zweiten Versuch mit einem letzten „Bring sie für mich zum Mond“ aus dem Bild fällt, geht es nicht mehr um Rileys Geschichte. 

Es geht um jeden Menschen im Publikum, der gerade begreift, was er schon lange vergessen hat. Die Szene kostet nichts und erklärt sich in Sekunden. Dass ein animiertes Zuckerwattewesen mehr Tränen produziert als die meisten Hauptfiguren des Weltkinos, ist das präziseste Kompliment, das man Pixar machen kann.

Über diese Liste

Titel

7

Gesamtkosten fürs Ansehen

5,99 €

Gesamtlaufzeit

11h 41min

Genres

Animation, Kinder & Familie, Komödien

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  1. 7 Titel Disney Plus

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