
Das Finale von „The Walking Dead: Dead City“ erklärt: Warum Maggie Negan nicht sterben lässt
Negan (Jeffrey Dean Morgan) will sich opfern, und ausgerechnet Maggie (Lauren Cohan) hält ihn davon ab. Im Finale der dritten Staffel von The Walking Dead: Dead City (2023) ist das ein besonders bemerkenswerter Moment, denn kaum jemand hätte zu Beginn der Serie erwartet, dass diese beiden einmal an diesem Punkt landen würden. Maggie hat ihren Mann Glenn (Steven Yeun) durch Negan verloren: Er erschlug ihn vor ihren Augen mit seinem Baseballschläger Lucille. Trotzdem ist Negan inzwischen nicht mehr einfach nur der Mann, den sie hasst, und das zwingt Maggie im Finale dazu, eine Entscheidung zu treffen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre.
Maggie kann Negan nicht vergeben, will ihn aber auch nicht verlieren
Mason Dillard (Jimmi Simpson) hat Manhattan unter seine Kontrolle gebracht und verlangt von Maggie, ihm Negan auszuliefern. Nachdem er Renata (Aimee Garcia) erschossen hat, hält er außerdem ihren Bruder Luis (Raúl Castillo) und weitere Bewohner gefangen. Negan ist bereit, sich zu stellen. Wenn sein Tod Maggie, Hershel (Logan Kim) und die anderen retten kann, will er dieses Risiko eingehen. Maggie macht ihm jedoch klar, dass sie damit nicht einverstanden ist. Sie sagt nicht plötzlich, dass Glenns Tod vergessen oder vergeben sei. Das wäre nach allem, was zwischen ihnen passiert ist, auch kaum glaubwürdig. Stattdessen spricht sie aus, wie sehr sich ihre Beziehung inzwischen verändert hat. Negan gehört zu den wenigen Menschen, die über Jahre hinweg immer wieder an ihrer Seite waren. Außer Hershel komme niemand einer Familie für sie näher. Das nimmt Glenns Tod nicht zurück, zeigt aber, dass Maggie nicht mehr bereit ist, jede Entscheidung ihres Lebens von diesem einen schrecklichen Moment bestimmen zu lassen.
Warum Negan Maggie vor Dillard ersticht
Dillard lässt Negan schließlich zu sich kommen und verlangt einen Beweis dafür, dass Maggie ihm nichts bedeutet. Negan soll sie erstechen. Er tut es tatsächlich, setzt den Stich aber so, dass Maggie überlebt. Für Dillard sieht es zunächst danach aus, als hätte Negan sich gegen sie entschieden. Tatsächlich verlassen sich Maggie und Negan darauf, dass der andere versteht, was passiert. Als Dillard danach Negan überwältigt, kann Maggie noch eingreifen und schlägt ihm einen Arm ab. Die Szene funktioniert deshalb nicht als erneuter Verrat zwischen den beiden. Im Gegenteil: Negan kann diesen riskanten Schritt nur wagen, weil Maggie ihn inzwischen gut genug kennt, um ihm selbst in diesem Moment noch zu vertrauen. Gerade bei diesen beiden sagt das mehr über ihre Nähe aus als jede versöhnliche Rede.
Was mit Dillard am Ende passiert
Dillard überlebt Maggies Angriff nicht. Während er verblutet, hält Negan Maggie davon ab, ihn selbst zu töten. Für Negan ist die Sache komplizierter, weil Dillard einmal zu den wenigen Menschen gehört hat, zu denen er tatsächlich eine Verbindung hatte. Später sieht man Dillard als Walker durch Manhattan ziehen. Das passt zu einem Mann, der sich unter den Toten oft wohler gefühlt hat als unter den Lebenden. Dillard gab Walkern Namen, sprach mit ihnen und behandelte sie fast wie Gesellschaft. Gleichzeitig scheiterte sein Versuch, noch einmal Nähe zu einem lebenden Menschen aufzubauen. Am Ende wird er selbst zu einem Walker und verschwindet in genau jener Welt, die ihm lange vertrauter vorkam als jede Gemeinschaft von Überlebenden.
Maggie übernimmt Manhattan – mit Negan an ihrer Seite
Nach Dillards Tod braucht Manhattan jemanden, der die Gemeinschaft zusammenhält. Hershel, Luis und die anderen wollen Maggie an der Spitze sehen, und diesmal nimmt sie diese Verantwortung an. Negan soll sich um die Sicherheit kümmern. Damit stehen die beiden am Ende nicht mehr auf gegenüberliegenden Seiten, sondern führen gemeinsam etwas weiter, das gerade erst entstanden ist. Maggie denkt dabei bereits über Manhattan hinaus. New York besteht schließlich nicht nur aus einem Borough, und sie spricht davon, gemeinsam noch mehr aufzubauen. Außerdem deutet sie einen ersten Auftrag für Negan an, ohne zu verraten, was genau sie von ihm will.
Eine vierte Staffel von Dead City ist bislang nicht offiziell bestätigt. Das Finale lässt aber ziemlich deutlich erkennen, wo es weitergehen könnte. Maggie und Negan müssen nicht schon wieder in ihren alten Hass zurückfallen, damit die Serie Stoff für neue Konflikte hat. Interessanter wäre ohnehin, was passiert, wenn zwei Menschen, die sich jahrelang kaum ertragen konnten, plötzlich gemeinsam Verantwortung für andere übernehmen müssen.














